Montag, 2. März 2026

Die angekündigten Bischofsweihen der FSSPX und der Weg ins Schisma

 Weihbischof Marian Eleganti führt aus, warum die von der FSSPX geplanten Bischofsweihen ohne die Zustimmung des Papstes

      Die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche und die vielen Schismen

 

Ein Bekenntnis zur Kirche

 

Ich habe als Reaktion auf meine Beiträge viele Kommentare gelesen, Videos angeschaut, Emails und Social-Media-Botschaften erhalten. Mit grossem Aufwand versuchen Traditionalisten und ihnen nahe stehende Personen etwas zu rechtfertigen, was einfach nicht zu rechtfertigen ist: Bischofsweihen ohne die Zustimmung des Papstes! Bischofsweihen entscheiden objektiv (ipso facto) über das Innerhalb oder Ausserhalb der Kirche, weil die Kirche auf Petrus gegründet ist, hierarchisch und sichtbar verfasst ist, nämlich als Bischofskollegium mit dem Papst als seinem Haupt an der Spitze in der Nachfolge der Apostel (Bischöfe) und des hl. Petrus (Päpste). Daran ändern alle auf dem Tisch liegenden Argumente, welche vom Papst nicht autorisierte Bischofsweihen legitimieren sollen, nichts.

 

Der Hl. Paulus war sich der Bedeutung der Einheit mit Petrus bewusst. Deshalb wollte er trotz seiner direkt von Christus empfangenen Berufung, seiner hohen Erkenntnisse und seines enormen Einsatzes bei der Gründung von neuen Gemeinden, nicht ohne die Bestätigung und Sendung durch Petrus weitermachen. Wie er sagt: um nicht «ins Leere» zu laufen! Das wäre er, hätte er sein Evangelium (von der Berufung der Heiden ohne Beschneidung und allein durch Glauben) gegen den Willen des hl. Petrus und ohne Bestätigung seiner Mission durch ihn (explizite Sendung durch Petrus, zu den Heiden zu gehen)  weiterhin verkündet und entsprechende «paulinische» Gemeinden gegründet. Aber genau das wollte er nicht: eine Berufung auf seinen Namen und eine Teilkirche ohne Einheit mit Petrus (Kephas) aus eigener Kraft (Autonomie) und aufgrund eigener Einsicht (Besserwisserei).

 

«Vierzehn Jahre später ging ich wieder nach Jerusalem hinauf, zusammen mit Barnabas; ich nahm auch Titus mit.      Ich ging hinauf aufgrund einer Offen-barung, legte der Gemeinde und im Besonderen den «Angesehenen» das Evangelium vor, das ich unter den Heiden verkündige; ich wollte sicher sein, dass ich nicht vergeblich laufe oder gelaufen bin.» Gal 2,1-2.

 

Dann schreibt er weiter:

 

 «Im Gegenteil, sie sahen, dass mir das Evangelium für die Unbeschnittenen anvertraut ist wie dem Petrus für die Beschnittenen, denn Gott, der Petrus die Kraft zum Aposteldienst unter den Beschnittenen gegeben hat, gab sie mir zum Dienst unter den Heiden und sie erkannten die Gnade, die mir verliehen ist. Deshalb gaben Jakobus, Kephas und Johannes, die als die «Säulen» Ansehen geniessen, mir und Barnabas die Hand zum Zeichen der Gemeinschaft: Wir sollten zu den Heiden gehen, sie zu den Beschnittenen.» Gal 2,7-9.

 

Ohne die Sendung und Bestätigung durch Petrus wollte Paulus seine Mission nicht fortsetzen. 

 

In diesem Sinne handelt die Piusbruderschaft seit Jahrzehnten ohne päpstliche Sendung. Ihre Priester und Bischöfe sind suspendiert, ohne kirchliche Legitimation und Sendung, die Priester ohne Inkardination, die Bischöfe ohne Bistum und ohne päpstliches Mandat. Und jetzt wollen sie wieder  Bischöfe weihen, selbst wenn dieser Weihen gegen den Willen des Papstes durchgeführt werden sollten (Stand der Dinge: März 2026). Die Beschwichtigung dieses schismatischen Aktes mit dem Hinweis, dass diese Bischöfe ohne Mandat des Papstes ja über keine Jurisdiktion verfügten und deshalb als reine Weihbischöfe (buchstäblich!) zu verstehen seien, ist mittelalterlich, ein seltsames Verständnis des Bischofsamtes und eine Rückabwicklung von Vatikanum I und II. Im Mittelalter gab es «Laienbischöfe» (Fürsten) ohne Weihe (dafür hielten sie sich Weihbischöfe), aber mit bischöflicher Jurisdiktion (Vollmacht), wie es heute mutatis mutandis im Vatikan eine «Laienbischöfin» (ohne potestas sacra), nämlich eine Präfektin gibt, der ein Kardinal bzw. Bischof (mit potestas sacra) als Vizepräfekt an die Seite gestellt (oder unterstellt?) ist. In beiden Fällen werden Weihe (potestas sacra) und Jurisdiktion getrennt gehandhabt. Aber genau das hat das letzte Konzil nicht gewollt, sondern zusammengebracht. Die Bischofsweihe vermittelt gemäss seiner Lehre die Fülle des Priestertums mit den Tria Munera: Lehramt (1), Heiligungsamt (2), Hirtenamt (3). Letzteres, das Leitungsamt (Jurisdiktion) kann legitimerweise nur in der Einheit mit dem Papst ausgeübt werden, d.h. nur mit seiner Zustimmung (Ernennung/ Anerkennung/Sendung), wird aber durch die Weihe vermittelt. Deshalb ist eine unerlaubte Bischofsweihe ein schismatischer Akt und vom Kirchenrecht (mit Recht!) mit Exkommunikation latae sententiae sanktioniert. Bei unerlaubten Bischofsweihen geht es in der Tat um «To be or not to be» der Kirche als der einen, heiligen, katholischen und apostolischen! Hier geht es um die Sichtbarkeit und Einheit der Kirche, nicht um jurisdidkionellen Positivismus.

 

In der Sessio XXIII (15. Juli 1563) des Konzils von Trient, dem Dekret über das Sakrament der Priesterweihe (De Sacramento Ordinis), werden das Weihesakrament und die Hierarchie behandelt. Dort (Kapitel IV und Kanon 7)  lehrt das Konzil im Zusammenhang der Frage der (nicht notwendigen) Zustimmung des Volkes oder einer weltlichen Autorität für die Gültigkeit einer Weihe: Wer ohne kirchliche und kanonische Autorität (ecclesiastica et canonica potestas) ordiniert wird oder eine Weihe sich selbst anmasst, ist kein rechtmässiger Diener, sondern ein Dieb und Räuber.

 

Der Hl. Paulus beklagt innerkirchliche Parteiungen, die Schismen vorbereiten:

 

«Ich ermahne euch aber, Brüder, im Namen Jesu Christi, unseres Herrn: Seid alle einmütig und duldet keine Spaltungen unter euch; seid ganz eines Sinnes und einer Meinung. Es wurde mir nämlich, meine Brüder, von den Leuten der Chloë berichtet, dass es Zank und Streit unter euch gibt. Ich meine damit, dass jeder von euch etwas anderes sagt: Ich halte zu Paulus - ich zu Apollos - ich zu Kephas - ich zu Christus. Ist denn Christus zerteilt? Wurde etwa Paulus für euch gekreuzigt? Oder seid ihr auf den Namen des Paulus getauft worden? Ich danke Gott, dass ich niemand von euch getauft habe, ausser Krispus und Gaius, sodass keiner sagen kann, ihr seiet auf meinen Namen getauft worden.» 1 Kor 1,10-15.

 

Leider ist die Piusbruderschaft mit Marcel Lefebvre (1905-1991) auch zu so einer Partei geworden, die sich namentlich auf den Gründer beruft. Auch er hat der Universalkirche beim Weihegottesdienst 1988 in seiner Predigt abgesprochen, die wahre Kirche zu sein («Das ist nicht mehr die katholische Kirche!»). Mit den unerlaubten Bischofsweihen ging er ins Schisma. Ähnlich haben es nach dem Vatikanum I die Altkatholiken gemacht mit verwandten Argumenten (Tra-dition). Aber es gibt eben nur eine Kirche. Christus und die Kirche sind untrennbar. Indem die Piusbruderschaft diese Kirche und ihre Sakramente seit dem Konzil in Bezug auf die Vermittlung der zum Heil notwendigen Gnaden für defizitär erklärt und auf eine Weise in Frage stellt, die nicht zu rechtfertigen ist, verrät sie ein schismatisches Denken (den Gläubigen wird abgeraten, eine Novus-Ordo-Messe zu besuchen; Priester zelebrieren sie nicht). Die beklagten Missstände in der Kirche ändern daran nichts. Auch wenn die Piusbruderschaft es erklärtermassen verneint, eine «Kirche in der Kirche» oder «neben der Kirche» sein zu wollen, verhält sie sich exakt so: wie eine Kirche in der Kirche oder neben der Kirche. Sie praktiziert eine entsprechende Autonomie und Glaubenspraxis ohne kirchliche Jurisdiktion, angeblich «vorübergehend», um die Tradition, den Glauben, die Hl. Messe und die Sakramente unverfälscht (im Gegensatz zur Universal-  sprich «Konzilskirche») zu bewahren. Was ist diese Autonomie anderes als ein Schisma? Ich glaube nicht, dass sie zur Kirche zurückfinden werden, wenn sie ohne päpstliches Mandat im Juni Bischöfe weihen. Sie werden genau das sein, was sie nicht zu sein behaupten: eine Kirche, die einzig treue und unverfälschte, neben der Kirche, die nach ihrer Überzeugung von der Tradition abgefallen ist. Über Details kann man reden. Bischofsweihen sind keine solchen. 

 

Die Universalkirche wäre gut beraten, sich der in unserem Zusammenhang geäusserten Kritik und den vielen Hinweisen auf Häresien und Missbräuche in der Kirche zu stellen, letztere zu identifizieren und zu sanktionieren: 

 

Durch Verurteilung und Ausschluss, egal von welcher Seite (traditionalistisch oder modernistisch) die Häretiker und Schismatiker kommen. 

 

Im Sinn der Tradition: Exklusion nicht Inklusion! Ich wünsche mir diese Klarheit sowohl in Bezug auf die Piusbruderschaft, falls sie unerlaubterweise Bischöfe weihen wird, wie auch in Bezug auf den synodalen Weg in Deutschland, falls die Bischöfe zusammen mit den Laien ohne päpstliche Approbation mehrheitlich eine neue, eigene Kirchenordnung hochziehen werden, welche die sakramentale Struktur der Kirchenleitung unterminiert. Ich wünsche mir diese Klarheit auch in Bezug auf die illegitimen, kommunistischen Bischofsernennungen in China, falls sie wie bisher weitergehen sollten. Ich wünsche mir diese Klarheit auch in Bezug auf die Berufung von Laien in kirchliche Leitungsämter, die aufgrund göttlicher Einsetzung mit der potestas sacra (Weihe) verbunden bleiben müssen und aufgrund des Wesensunterschiedes zwischen Geweihten und Nichtgeweihten nicht Laien übertragen werden können. Auch sie müssen gestoppt werden.

 

Aber bitte: Die Universalkirche (z.Zt. mit Papst Leo XIV. an der Spitze) ist der mystische Leib Christi, seine Braut, keine Hure. Sie ist Werkzeug und Zeichen des Heils für die Menschheit. Die Kirche Christi ist die röm.-katholischen Kirche. Sie ist auf Petrus dem Felsen, dem Papst, gegründet. Sie ist die Trägerin der Verheissung. Sie ist die Kirche der Heiligen: das kommende Himmlische Jerusalem, die schöne Braut Christi. In ihr leben Heilige und Propheten, Gottesträger- und trägerinnen. Sie verherrlicht an vielen Orten der Welt GOTT in ihrer Liturgie, in ihren Sakramenten und in ihrer Verkündigung. Ihre Sakramente und ihr Glaube vermitteln ewiges Leben. Ich bekenne mich zu ihr. Von ihr getrennt zu sein, ist keine Option.," (...)

Fortsetzung folgt....


Quelle: Weihbischof M Eleganti

 

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