Silvia Kritzenberger berichtet bei vaticannews über den Pastoralbesuch, den Papst Leo XIV heute der römischen Gemeinde "Santa Maria della Presentazione" gemacht hat.
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"PAPST LEO UNTERWEGS IN SEINEM BISTUM. QUELLE DES LEBENS UND DER HOFFNUNG SEIN"
Ein Schlaglicht werfen auf die soziale Not in der Ewigen Stadt: Darum geht es Leo XIV. in dieser Fastenzeit. Auf den Spuren seiner Vorgänger besucht der Papst seit dem 22. Februar jeden Sonntag eine Pfarrei des Bistums Rom und zeigt auch in Vierteln, die oft nur durch negative Schlagzeilen auffallen, dass die Kirche für alle ein Ort der Fürsorge und der Hoffnung ist.
Auch die vierte Etappe der Pastoralbesuche des Bischofs von Rom galt einem Peripherieviertel, das als sozial schwierig gilt. Nachdem Papst Leo bereits den Süden, das Zentrum und den Osten der Ewigen Stadt besucht hat, ging es am dritten Fastensonntag in den Nordwesten Roms. In der Pfarrei „Santa Maria della Presentazione“ im Stadtteil Torrevecchia hat der Pontifex Kinder, Jugendliche, Familien, alte und kranke Menschen getroffen und mit den Gemeindemitgliedern eine heilige Messe gefeiert.
Das Viertel gehört zu einem sozial herausfordernden Randgebiet der Stadt – aber auch mit einer Pfarrei, in der sich die Menschen gegenseitig unterstützen. Wie in anderen römischen Peripherien ist das Stadtbild auch hier geprägt von einer Mischung aus Sozialwohnungen und freifinanzierten Wohnhäusern.
Zeichen der Nähe setzen
Papst Johannes Paul II. war 1982 hier – und nun wollte auch Papst Leo mit seinem Besuch ein Zeichen der Nähe zu einem oft übersehenen Stadtteil setzen.
Die einst ländliche Gegend war erst im 20. Jahrhundert zu einem Stadtteil Roms geworden. Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen zahlreiche Familien auf der Suche nach Arbeit in der Hauptstadt aus den verschiedensten Regionen Italiens hierher.
Foto: Vatican Media
Die Gottesdienste in der Garage
Die Pfarrgemeinde in Torrevecchia entstand bereits, bevor es ein richtiges Kirchengebäude gab. Als Johannes Paul II. 1982 hierherkam, fanden die Gottesdienste noch in einer Garage statt. Erst zwischen 1999 und 2001 wurde die heutige Kirche gebaut. Das moderne Kirchengebäude mit seinem auffälligen Metall-Glockenturm soll ein sichtbares Zeichen sein für eine lebendige und präsente Kirche in einem Viertel, das in den Medien häufig mit Kriminalität und sozialen Problemen verbunden wird.
Bei seiner Ankunft im Nordwesten Roms wurde der hohe Besuch aus dem Vatikan schon ungeduldig erwartet – darunter auch von einer Gruppe von Kindern, die ihm auf dem Pfarrhof ihre Briefe vorlesen durften.
Papst Leo revanchierte sich mit einer längeren Ansprache. Darin erinnerte er die Kinder daran, dass uns Jesus im Gebet, in der Gemeinschaft und besonders in den Menschen begegne, die Hilfe brauchen. Bereits Kinder könnten lernen, Konflikte friedlich zu lösen und „Friedensstifter und Förderer der Versöhnung in der heutigen Welt“ sein, so Papst Leo. Wer Gutes tue, sei es durch Freundschaft, Nächstenliebe oder gemeinschaftliches Handeln, bringe Jesus zu den anderen und werde selbst Teil seiner Botschaft.
Die Messfeier mit Papst Leo
In seiner Predigt zum dritten Fastensonntag lud Papst Leo seine Zuhörer ein, ihren Glaubensweg in der Nachfolge Jesu zu reflektieren.
„Indem der Herr in jedem von uns die Taufgnade erneuert, ruft er zur Umkehr – während er zugleich unser Herz läutert durch seine Liebe und durch die Werke der Nächstenliebe, zu denen wir von ihm gerufen sind,“ so der Pontifex wörtlich.
Das Evangelium von der Begegnung Jesu mit der Samariterin am Jakobsbrunnen zeige uns, dass Gott jeden Menschen kennt, liebt und ihm eine neue Zukunft schenkt, unabhängig von seiner Vergangenheit. Ihre gescheiterten Ehen und ihr Leben in einer nichtehelichen Beziehung hätten diese Frau unwürdig erscheinen lassen, Teil der Dorfgemeinschaft zu sein und mit den anderen Frauen gesehen zu werden. Und doch sitze Jesus am Brunnen, als warte er auf sie, gab der Papst zu bedenken: „Alles verwandelt sich in der Begegnung mit dem Herrn: Die durstige Frau wird zur Quelle, die Ausgestoßene zur Vertrauten. Die Frau voller Scham ist nun erfüllt von Freude; die, die im Dorf stumm geblieben war, wird zur Missionarin für seine Bewohner."
Und diese Situation der Ausgrenzung könne man auch heute vielerorts sehen, stellte Papst Leo mit Blick auf die mit vielen sozialen Herausforderungen konfrontierte Pfarrgemeinde von Torrevecchia fest:
„Es mangelt nicht an besorgniserregenden Situationen der Ausgrenzung und es gibt viel materielle und moralische Armut. Auch Jugendliche und junge Erwachsene laufen Gefahr, von den Händlern des Todes getäuscht zu werden oder die Hoffnung auf die Zukunft zu verlieren. Viele warten auf eine Wohnung, eine Arbeit, die ihnen ein würdiges Leben ermöglicht – auf sichere Orte, an denen sie einander begegnen, spielen und gemeinsam etwas Schönes planen können.“
Foto: Vatican Media
Eine Kirche, die sich wie eine Mutter um ihre Kinder kümmert
Hier seien die Pfarrmitglieder gerufen, wie Jesus Nähe zu zeigen: „Euch kommt die dringende und befreiende Aufgabe zu, die Nähe Jesu sichtbar zu machen; seinen Willen, unser Dasein von den Übeln zu erlösen, die es bedrohen, und uns einen Weg aufzuzeigen, der zu einem gerechten, wahren und erfüllten Leben führt. Sorgt dafür, dass die Aktivitäten der Pfarrei Zeichen einer Kirche sind, die sich – wie eine Mutter – um ihre Kinder kümmert, sie nicht verurteilt, sondern aufnimmt, ihnen zuhört und sie in den Gefahren begleitet und stärkt,“ so der Rat des Papstes.
Abschließend gab das Kirchenoberhaupt den Pfarreimitgliedern von „Santa Maria della Presentazione“ noch folgenden Denkanstoß mit auf den Weg:
„Liebe Brüder und Schwestern, geht mit Zuversicht voran! Der Herr begleitet uns in jeder Situation und ist uns Stütze auf unserem Weg. Die selige Jungfrau Maria begleite euch auf eurem Glaubensweg und schenke euch die Freude, demütige und mutige Verkünder ihres Evangeliums zu sein.“
Quelle: S. Kritzenberger, vaticannews
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