Mario Galgano veröffentlicht bei vaticannews Papst Leos die Asprache an die Gläubigen auf dem Petersplatz beim heutigen Angelus. Hier geht´s zum Original: klicken
PAPST BEIM ANGELUSGEBET: "NICHT DIE ZEIT FÜR "TEMPELSTREITIGKEITEN"
In seiner Ansprache zum Angelus-Gebet an diesem Sonntag hat Papst Leo XIV. dazu aufgerufen, die Fastenzeit als „Geschenk der Befreiung“ für das eigene Herz zu nutzen. Vor rund 15.000 Gläubigen auf dem Petersplatz legte er das Evangelium von der Begegnung Jesu mit der Frau aus Samarien aus und mahnte eine Kirche an, die den Menschen mit ungeteilter Aufmerksamkeit begegnet.
Das Kirchenoberhaupt betonte, daß die großen Evangelien der kommenden Sonntage – die Samariterin, die Heilung des Blindgeborenen und die Auferweckung des Lazarus – dazu dienen sollen, den Glauben „authentischer und freudiger“ zu leben. Jesus sei die Antwort auf den Durst der Menschheit nach Wahrheit und Gerechtigkeit.
Den „begrabenen Gott“ freilegen
In diesem Zusammenhang zitierte der Papst die junge jüdische Schriftstellerin Etty Hillesum, die während der Shoah in ihrem Tagebuch notierte, daß die geistliche Quelle im Menschen oft mit „Steinen und Sand bedeckt“ sei. „Dann ist Gott begraben. In diesem Fall muss man ihn wieder ausgraben“, wiederholte der Pontifex Hillesums Worte. Die Fastenzeit sei die Gelegenheit, die Energie für diese „Befreiung unserer Herzen“ einzusetzen.
Kritik an Ablenkung und Enge
Mit Blick auf die biblische Szene, in der die Jünger sich wundern, dass Jesus mit einer Frau spreche, übte der Papst indirekt Kritik an zeitgenössischen Verkrustungen in der Kirche. Jesus habe die samaritanische Frau „ohne Hintergedanken und ohne Geringschätzung“ ernst genommen, obwohl die damaligen Gepflogenheiten dies untersagten.
„Wie viele Menschen suchen in der Kirche genau dieses Feingefühl, diese Offenheit!“, rief das Kirchenoberhaupt den Gläubigen zu. Es sei ein Zeichen wahrer christlicher Existenz, „die Zeit zu vergessen“, um dem Gegenüber ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken.
Gott wirkt dort, wo wir nichts sehen
Papst Leo XIV. forderte die Kirche auf, die „Überraschungen Gottes“ zu erkennen. Oft wirke die Gnade bereits dort, wo menschliche Augen noch keine Früchte sehen könnten. „Die Ernte ist groß: Vielleicht gibt es nur wenige Arbeiter, weil sie durch andere Tätigkeiten abgelenkt sind“, so der Papst. Er lobte das Beispiel der samaritanischen Frau, die zur ersten Verkünderin des Evangeliums wurde und viele Menschen aus ihrem Dorf – einem Ort der „Verachteten und Ausgestoßenen“ – zu Jesus führte.
Absage an „Tempelstreitigkeiten“
Zum Abschluss seiner Ansprache erteilte der Pontifex ideologischen Grabenkämpfen eine Absage. Es sei nicht die Zeit für „Tempelstreitigkeiten“ zwischen einem „Uns“ und den „Anderen“. Gott suche vielmehr „Männer und Frauen des Friedens“, die ihn im Geist und in der Wahrheit anbeteten. Er schloss mit der Bitte an die Jungfrau Maria, der Menschheit in ihrem Durst nach Gerechtigkeit beizustehen."
Quelle: M. Galgano, vaticannews
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