Donnerstag, 9. April 2026

Weihbischof Eleganti im Interview zu den geplanten Bischofsweihen der FSSPX

Das Vatican-magazin veröffentlicht das Interview,das Bernhard Müller mit Weihbischof Marian Eleganti zur Absicht des Piusbruderschaft, neue Bischöfe zu weihen, geführt hat.
Hier geht´s zum Original:  klicken

          "DIE SPALTUNG IST VORPROGRAMMIERT"

Die von Erzbischof Lefebvre 1970 gegründete Priesterbruderschaft St. Pius X. hat Anfang Februar diesen Jahres angekündigt, die Gemeinschaft werde am Hauptsitz ihrer Bewegung im schweizerischen Écône am 1. Juli neue Bischöfe weihen, auch gegen den Willen des Papstes. Diese Ankündigung hat die Spannungen zwischen dem Vatikan und der Gemeinschaft weiter verschärft. Dabei war es vor allem während des Pontifikats von Papst Benedikt XVI. zu einer echten Entspannung und Annäherung gekommen. Darüber sprachen wir mit dem früheren Schweizer Abt und emeritierten Weihbischof von Chur, Marian Eleganti. 

Wie ist denn Ihr persönliches Verhältnis zur Piusbruderschaft und stimmt es, wie in den Medien behauptet wird, dass Sie gute Kontakte zur Leitung dieser Bewegung haben? 

Tatsächlich hatte ich einige Begegnungen mit Exponenten der Piusbruderschaft, schon als ich noch Weihbischof war, aber dann häufiger, 18 VATICAN 4-2026 VATICAN 4-2026 19 nachdem ich emeritiert wurde. So wurde ich vor ein paar Monaten vom Generaloberen, Pater Davide Pagliarani zu einem Mittagessen nach Menzingen eingeladen. Sie wohnen eine halbe Stunde von mir entfernt in Menzingen und ich habe diese Einladung sehr gerne angenommen. Es war eine sehr freundliche, ja fast freundschaftliche Begegnung in guter Atmosphäre und wir haben da lang und breit bis in den Nachmittag hinein über eine mögliche Bischofsweihe gesprochen. Das war damals noch nicht so explizit im Raum, aber ich habe es eben kommen sehen und ich habe ihnen damals meine Argumente vorgetragen und geraten, diesen Schritt nicht zu tun. 

Das heißt, Sie teilen die Auffassung Ihres Mitbruders, des in Kasachstan wirkenden Weihbischofs Athanasius Schneider, nicht, dass eine illegale Weihe von Bischöfen nicht als Schisma gelten könne, da die schismatische Absicht fehle? 

Nein, ich teile diese Auffassung aus verschiedenen Gründen nicht, so sehr ich Bischof Athanasius schätze. Hier habe ich eine andere Meinung. Aber letztlich wird der Papst über diesen Schritt entscheiden, wie dieser Schritt einzuordnen ist, und er wird diesbezüglich Klarheit schaffen müssen.

Das Kirchenrecht ist eigentlich klar, Canon 1383 sagt, dass eine unerlaubte Bischofsweihe ipso facto latae sententiae die Exkommunikation mit sich bringt, ohne Erklärung. Natürlich gibt es seit langem eine kirchenrechtliche Diskussion, wie weit man dies als ein Schisma einzuordnen hat. Aber einig ist man sich darüber, dass so eine Weihe sicher ein schismatischer Akt ist. Für mich ist das Ergebnis entscheidend. Und das Ergebnis ist ganz klar eine in der Tat jurisdiktionelle Autonomie. Es entsteht eine Gemeinschaft mit einer eigenen selbstermächtigten Jurisdiktion und Hierarchie. Sie leitet sich selber autonom bzw. eigenmächtig. Auch wenn sie im Hochgebet weiterhin für den Papst beten? 

Das ist für mich dann eigentlich nicht mehr so ausschlaggebend. Es ist auch vorstellbar, dass orthodoxe Kirchen für uns bzw. für den Papst im Sinne eines Ehrenoberhauptes beten. Aber gerade bei den Orthodoxen sprechen wir vom großen Schisma. Solange eine jurisdiktionelle Einheit nicht gegeben ist oder die Jurisdiktionsgewalt des Papstes über eine Teilkirche abgelehnt wird, gibt es keine Kirchenkommunion, und wir reden da immer von Schismen, sei es mit den Orthodoxen oder Protestanten. Also für mich entsteht ein Schisma durch eine illegale Bischofsweihe, unabhängig von der Intention, denn eine Bischofsweihe ist konstitutiv für die Kirche. Wo der Bischof bzw. Papst ist, da ist die Kirche. Die Einheit der Bischöfe mit dem Papst als Haupt ihres Kollegiums ist unabdingbar. Diese kann aber nicht nur im Gebet gelebt werden, sondern muss sich im konkreten Gehorsam zeigen. Sonst entsteht eine vom Papst als ihrem Haupt unabhängige Hierarchie, die sich nicht an seine Jurisdiktion haltend auch nicht mit dem Weltepiskopat als Kollegium der Nachfolger der Apostel eins ist, aber wie in diesem Fall gültige Sakramente unerlaubterweise spendet. 

Die Intention ist ja auch schwer fassbar. Welches ist das Mindset der Menschen im Tiefsten? Denken sie auch im Grunde genommen schismatisch? Welche Ansichten, zum Beispiel über die Gültigkeit der Sakramente der Universalkirche und über andere Punkte, werden intern vertreten? Sollten sie beispielsweise denken, dass diese Sakramente, wie sie in der Universalkirche gespendet werden, defekt sind und nicht mehr die vollen Heilsmittel vermitteln, dann entspricht das einem schismatischen Denkansatz. Wo lebt dann noch konkret die unfehlbare (ein Gegenstand des Glaubensbekenntnisses) Kirche Christi, die vom Heiligen Geist geleitet wird? Etwa nur noch in der eigenen Fraktion (SSPX)? Geltend zu machen, dass die geweihten Bischöfe ja keine Jurisdiktion besäßen, weil sie ihnen der Papst aufgrund des Aktes des Ungehorsams ihm gegenüber nicht verliehen hat und sie keinen Teilkirchen vorstehen, sondern nur reine Sakramentenspender (Weihbischöfe) sind, entspricht einem sonderbaren Verständnis der Bischofsweihe bzw. des Bischofs als Nachfolger der Apostel. Wo kämen wir hin, wenn einzelne Bischöfe, unabhängig vom Papst, andere Bischöfe weihen würden oder eine jurisdiktionell unabhängige Kirchenleitung installieren könnten, auch wenn der Papst nicht zustimmt, z.B. in Deutschland? (...)

Fortsetzung folgt...

Quelle: Vatican Magazin, Weihbischof M. Eleganti

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