Mittwoch, 8. April 2026

Generalaudienz

auf dem Petersplatz     

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"GENERALAUDIENZ: HEILIG SEIN IST DER AUFTRAG FÜR ALLE GETAUFTEN"
Papst Leo XIV. hat bei der Generalaudienz an diesem Mittwoch die Berufung zur Heiligkeit als Aufgabe jedes Christen beschrieben und dabei zentrale Aussagen des Konzilsdokuments „Lumen Gentium“ (1964) hervorgehoben.

Der Papst setzt damit seine Katechesenreihe über die Lehrschreiben des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) fort. Leo XIV., seit genau elf Monaten im Amt, hat sie im Januar 2026 nach dem Abschluss des Heiligen Jahres gestartet. Es ist seine erste eigene Katechesenreihe bei der Generalaudienz, seit Februar spricht er mittwochs überLumen Gentium“.

„Jeder von uns ist berufen, in der Gnade Gottes zu leben, die Tugenden zu üben und Christus ähnlicher zu werden“

In dieser Folge stellte Leo das Ziel der Heiligkeit in den Mittelpunkt, von der im fünften Kapitel der Konstitution die Rede ist. „Jeder von uns ist berufen, in der Gnade Gottes zu leben, die Tugenden zu üben und Christus ähnlicher zu werden“, hob der Papst hervor. Laut dem verbindlichen Konzilstext sei Heiligkeit „kein Privileg weniger Auserwählter, sondern eine Gabe, die jeden Getauften dazu verpflichtet, nach der Vollkommenheit der Liebe zu streben, das heißt nach der Fülle der Liebe zu Gott und dem Nächsten.“

Die Konstitution bestimme zugleich den inneren Maßstab dieses Weges. Wie der Papst erklärte, „leitet und beseelt die Liebe alle Mittel der Heiligung und führt sie zum Ziel“. Diese Liebe, vom Vater durch den Sohn geschenkt, durchdringt das Leben der Gläubigen und richtet es auf die Vollendung aus.

In diesem Zusammenhang erinnert Leo XIV. an die Bereitschaft, den Glauben zu bezeugen bis hin zum Martyrium, eine Bereitschaft, die das christliche Leben begleitet. Jeder Gläubige müsse dazu bereit sein, „Christus bis zum Blutvergießen zu bekennen“, auch heute, erinnerte der Papst. „Diese Bereitschaft zum Zeugnis zeigt sich jedes Mal, wenn Christen Zeichen des Glaubens und der Liebe in der Gesellschaft hinterlassen und sich für Gerechtigkeit einsetzen.“

Die heilige katholische Kirche?

Wie aber verhält es sich mit der Gemeinschaft der Gläubigen, der „heiligen katholischen Kirche“, zu der Christen sich im Credo wortwörtlich bekennen? Leo XIV. verwies darauf, dass „Lumen Gentium“ die Kirche „unzerstörbar heilig“ nennt. Aber: „Dies bedeutet nicht, dass sie vollkommen heilig ist“, erklärte der Papst, „sondern dass sie berufen ist, diese göttliche Gabe auf ihrer Pilgerreise zum ewigen Ziel zu bestätigen.“

Natürlich gebe es „Sünde in der Kirche“, das sei eine „traurige Realität“ – und zugleich gerade deshalb eine Einladung, das eigene Leben zu verändern in der Hinwendung zu Gott, der in der Liebe alles erneuert. „Diese unendliche Gnade, die die Kirche heiligt, überträgt uns eine Aufgabe, die wir Tag für Tag erfüllen sollen: die unserer Umkehr. Heiligkeit ist daher nicht bloß praktischer Natur, als ließe sie sich auf eine ethische Verpflichtung reduzieren, wie groß sie auch sein mag, sondern betrifft das Wesen des christlichen Lebens selbst, sowohl des persönlichen als auch des gemeinschaftlichen.“2

Quelle: vaticannews

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