Sonntag, 7. Juni 2026

In illo tempore

Auch heute setzt OnePeterFive mit Lesungen aus dem römischen Offizium in der Fassung des Konzils von Trient seine Katechese zur Bedeutung der Liturgie für die Sonntage im Kirchenjahr fort.
Anmerkung der Redaktion:  Die folgenden Lesungen und Responsorien stammen aus dem römischen Offizium in der Fassung nach dem Konzil von Trient 1570.
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       SONNTAG IN DER OKTAV VON FRONLEICHNAM 

II. Nokturn

V.  Herr, gewähre uns deinen Segen.
Segen.  Der allmächtige Vater sei uns gnädig und barmherzig. Amen.

Lesung 4
aus den Predigten des heiligen Johannes Chrysostomus, Patriarch von Konstantinopel.
60. Predigt an das Volk von Antiochia.
Sein Wort spricht: „Dies ist mein Leib.“ Dies bekennen und glauben wir und sehen wir mit geistigen Augen. Christus hat uns sich nicht in einer Gestalt hinterlassen, die wir sehen, hören, berühren, riechen oder schmecken könnten, und doch hat er sich uns in Dingen hinterlassen, die wir sehen, hören, berühren, riechen und schmecken können und die alle Menschen verstehen können. So ist es auch mit der Taufe durch Wasser, die die Menschen äußerlich wahrnehmen: Ihnen wird eine Gabe zuteil, die sie nur innerlich erfassen können, nämlich die Wiedergeburt. Hätten wir keine Körper, würden uns diese Dinge ohne äußere und sichtbare Zeichen zuteil. Da wir aber aus Seele und Leib bestehen, werden unserer Seele Gaben zuteil, die sie erfassen kann, in äußeren Zeichen, die unser Leib wahrnehmen kann. Wie viele sagen: „Ich möchte doch sein Angesicht, sein Antlitz, seine Kleider, ja, seine Schuhe sehen!“ Siehe, du siehst und berührst ihn, ja, du nährst dich von ihm. Und du möchtest seine Kleider sehen? Siehe, er hat dir nicht nur gegeben, sie zu sehen, sondern dich davon zu nähren, sie zu berühren und sie in dich aufzunehmen.
V.  Herr, erbarme dich unser.
R.  Dank sei Gott.


R.  Während sie aßen, nahm Jesus das Brot, segnete es, brach es und gab es den Jüngern und sprach:
„Nehmt, esst, das ist mein Leib.“
V.  Die Männer meines Zeltes sprachen: „O dass wir von seinem Fleisch hätten, wir können nicht satt werden!“
R.  Nimm, iss, das ist mein Körper

V.  Herr, gewähre uns deinen Segen.

Segen.  Christus schenke all seinem Volk, dass es ewig vor ihm lebe. Amen.

Lesung 5:
An diesem Tisch des Herrn soll sich niemand mit Ängstlichkeit oder Gleichgültigkeit nähern. Alle sollen feurig, alle heiß, alle begeistert sein. Den Juden wurde bezüglich des Passahlamms geboten: „So sollt ihr es essen: mit umgürteten Lenden, Schuhen an den Füßen und dem Stab in der Hand, und ihr sollt es in Eile essen; es ist das Passah des Herrn.“ (Exodus 12,11)

 Aber du musst wachsamer sein als sie. Sie wollten gerade von Ägypten nach Palästina reisen und gaben sich deshalb als Reisende aus, doch die Reise, die vor dir liegt, führt von der Erde zum Himmel. Darum ziemt es sich für dich, in allem auf der Hut zu sein, denn die Strafe für den, der unwürdig isst oder trinkt, ist keine leichte (1 Kor 11,27). Bedenke, wie empört du dich über den Verräter und die Kreuziger des Herrn bist, und achte darauf, dass auch du nicht „schuldig am Leib und Blut des Herrn“ wirst. Sie aber töteten seinen heiligsten Leib, doch du, nach allem, was er für dich getan hat, nimmst ihn in deine befleckte Seele auf. Aus Liebe genügte es ihm nicht, Mensch zu werden, geschlagen und gekreuzigt zu werden. Er hat sich auch mit uns vermischt, indem er uns zu seinem Leib gemacht hat, und das nicht allein durch den Glauben, sondern wahrhaftig und in Wahrheit.
V.  Herr, erbarme dich unser.
R.  Dank sei Gott.

R.  Jesus nahm nach dem Abendmahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut.
* Tut dies zu meinem Gedächtnis.
V.  Meine Seele gedenkt ihrer stets und ist in mir demütig.
R.  Tut dies zu meinem Gedächtnis.

V.  Herr, gewähre uns deinen Segen.
Segen.  Möge das göttliche Feuer des Geistes in unseren Herzen entzündet werden und leuchten. Amen.



Lesung 6 :
Alles ist reiner als der Mensch, der von diesem großen Opfer isst. Kann ein Sonnenstrahl klarer sein als die Hand, die dieses Fleisch bricht? Der Mund, der von diesem geistlichen Feuer erfüllt ist? Die Zunge, die von diesem ehrfurchtgebietenden Blut gerötet ist? Das, worauf die Engel zurückschrecken, es nicht wagen, es anzustarren, wegen des blendenden Glanzes, der von ihm ausgeht. Davon nähren wir uns, dadurch werden wir eins und werden zu einem Leib Christi und zu einem Fleisch. „Wer kann die mächtigen Taten des Herrn verkünden, wer kann all seinen Ruhm verkünden?“ (Ps. cv. ev. 2). Wo ist der Hirte, der seine Herde mit seinem eigenen Blut weidet? Nein, warum sollte ich Hirte sagen? Es gibt viele Mütter, die nach all den Wehen ihre Kinder Fremden zur Pflege geben. Er aber würde es nicht tun, sondern nährt uns mit seinem eigenen Blut und lässt uns in seinem Wesen heranwachsen.
V.  Herr, erbarme dich unser.
R.  Dank sei Gott.

R.  Ich bin das Brot des Lebens. Eure Väter aßen das Manna in der Wüste und sind gestorben.
* Dies ist das Brot, das vom Himmel herabkommt, damit man davon esse und nicht sterbe.
V.  Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird ewig leben.
R.  Dies ist das Brot, das vom Himmel herabkommt, damit man davon esse und nicht sterbe.
V.  Ehre sei dem Vater und dem Sohn * und dem Heiligen Geist.
R.  Dies ist das Brot, das vom Himmel herabkommt, damit man davon esse und nicht sterbe.

III. Nokturn 

V. Herr, gewähre uns deinen Segen.

Segen.  Möge die heilige Lesung des Evangeliums uns Schutz und Sicherheit schenken. Amen.

Lesung 7
Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas
Lukas 14,16-24
Zu jener Zeit sprach Jesus zu den Pharisäern dieses Gleichnis: Ein Mann veranstaltete ein großes Festmahl und lud viele ein. Und so weiter.

Predigt von Papst Gregor dem Großen,
36., über die Evangelien
D. Liebe Brüder und Schwestern, zwischen den Köstlichkeiten des Leibes und den Köstlichkeiten des Geistes besteht folgender Unterschied: Die Köstlichkeiten des Leibes wecken in uns, wenn wir sie nicht haben, ein großes Verlangen danach, und wenn wir sie zu uns nehmen, bewirkt unsere Fülle sogleich Wohlbehagen in uns. Doch die Köstlichkeiten des Geistes erfreuen uns, solange wir sie noch nicht haben, und wenn wir uns damit sättigen, dann verspüren wir kein Verlangen mehr danach, und je mehr wir, da wir nun gestillt sind, uns davon nähren, desto mehr verspüren wir danach kein Verlangen mehr. Bei den leiblichen Genüssen ist der Hunger stärker als die Fülle, aber im Geistlichen ist die Fülle stärker als der Hunger. Im Leiblichen erzeugt der Hunger Fülle und die Fülle Genuss; im Geistlichen erzeugt der Hunger zwar Fülle, aber die Fülle erzeugt Hunger.
V.  Herr, erbarme dich unser.
R.  Dank sei Gott.

R.  Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt,
* der wohnt in mir und ich in ihm.
V.  Welches Volk ist so groß, das Götter hat, die ihm so nahe sind, wie der Herr, unser Gott, uns ist?
R.  Der in mir wohnt und ich in ihm.

V.  Gewähre, Herr, deinen Segen.

Segen.  Gottes mächtigste Kraft sei stets Stütze und Halt seines Volkes. Amen.

Lesung 8
Geistliche Köstlichkeiten wecken schon beim Genuss die Sehnsucht in dem Herzen, das sie sättigen. Denn je mehr wir ihre Süße kosten, desto besser erkennen wir, wie sehr sie es verdienen, geliebt zu werden. Und wenn wir sie nicht kosten, können wir sie nicht lieben, denn wir wissen nicht, wie süß sie sind. Und wer kann lieben, wovon er nichts weiß? Daher sagt der Psalmist: „Schmeckt und seht, wie gütig der Herr ist“ (Ps 33,9), das heißt: „Wenn ihr nicht kostet, werdet ihr seine Güte nicht sehen. Doch lasst euer Herz einmal vom Brot des Lebens kosten, und dann, nachdem ihr seine Süße gekostet und erfahren habt, werdet ihr ihn lieben können.“ Doch dies waren die Köstlichkeiten, die der Mensch verlor, als er im Garten Eden sündigte und seinen Mund vor dem süßen Brot verschloss, von dem, wer isst, ewig leben wird. So verließ er das Paradies.
V.  Herr, erbarme dich unser.
R.  Dank sei Gott.

R.  Ein Mann veranstaltete ein großes Festmahl und sandte zur Essenszeit seinen Diener zu den Eingeladenen, um ihnen zu sagen: Kommt
, denn alles ist bereit.
V.  Kommt, esst von meinem Brot und trinkt von dem Wein, den ich für euch gemischt habe.
R.  Denn alles ist bereit.
V.  Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
R.  Denn alles ist bereit.

V.  Herr, gewähre uns deinen Segen.
Segen.  Der König der Engel führe sein Volk in jenes hohe Reich. Amen.

Lesung 9
Und wir, die wir vom ersten Menschen an unter den Leiden dieser Pilgerreise geboren sind, sind mit der Verlockung der Verlockung in die Welt gekommen. Wir wissen nicht, was wir brauchen sollten, und die Krankheit unserer Verlockung wird immer schlimmer, je mehr sich unsere Seele von dem süßen Brot abwendet. Wir hungern nicht mehr nach inneren Köstlichkeiten, da wir verlernt haben, uns von ihnen zu nähren. So verhungern wir in unserer Verlockung, und die Krankheit des langen Hungerns zehrt an unserer Gesundheit. Wir wollen nicht von der inneren Süße essen, die uns bereitet ist, und da wir nur von Äußerlichkeiten besessen sind, versinken wir im Elend des liebenden Hungers.
V.  Aber du, o Herr, erbarme dich unser.
R.  Dank sei Gott."

Quelle: OnePeterFive

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