Mittwoch, 10. Juni 2026

Eucharistiefeier in der Sagrada Familia

 

              

Auf dem Weg zur Sagrada Familia

 

             

Besuch in Montserrat

Papst Leo besucht heute die  Benediktiner-Abtei Santa Maria de Montserrat, die in 720 m Höhe 40 km außerhalb Barcelonas liegt. Das Kloster beherbergt die aus dem 12. Jahrhundert stammende "Unsere Liebe Frau von Montserrat" - La Morenata- , die Ziel vieler Wallfahrten ist.

               

Besuch in einer Justizvollzugsanstalt

 in Barcelona

               

Dienstag, 9. Juni 2026

Die Predigt

vaticannews veröffentlicht den Wortlaut der Predigt, die Papst Leo bei der Gebetsvigil im Olympiastadion in Barcelona gehalten hat. Hier geht´s zum Original:  klicken

"Wir dokumentieren die Predigt des Papstes bei der Gebetsvigil im Olympiastadion „Lluís Companys“ in Barcelona an diesem Dienstag im Wortlaut in der offiziellen deutschen Übersetzung"

WORTLAUT DER PREDIGT PAPST LEOS XIV BEI DER GEBETSVIGIL IN BARCELONA

"Wie Nikodemus sind auch wir Pilger in der Nacht. Dieses Bild aus dem Evangelium vermittelt uns vor allem eine Botschaft über den Lebensweg. Unser Weg, unsere Sehnsüchte und all das, was wir täglich erfahren und leben, in den Freuden und Niederlagen, in den Hoffnungen und Plänen, ist Ausdruck unserer ständigen Suche: Wir sind Bettler um Liebe, wir hungern und dürsten nach Wahrheit, wir suchen nach einem umfassenden Sinn, der uns tragen kann, uns ermutigt und uns hilft, das Geheimnis unseres Lebens zu verstehen. Während wir uns mit kleinen Schritten langsam vorantasten, sind wir aufgerufen, uns mit dem Halbschatten unseres eigenen Daseins zu konfrontieren: Uns fehlt die ganze Wahrheit, wir kennen weder das Geheimnis unserer selbst in seiner ganzen Tiefe, noch das wahre Gesicht der anderen. Es gelingt uns nicht immer, die verborgene Wahrheit der uns umgebenden Realität und der Ereignisse, die sich vor unseren Augen abspielen, zu begreifen. Wir suchen nach einem Licht, das uns den Weg erhellt.

Aber Nikodemus spricht auch vom Glaubensweg. Es handelt sich dabei nicht um einen Pfad, der parallel zum menschlichen Dasein verläuft; diese beiden Wege sind stets miteinander verflochten. Wie wir im Evangelium gehört haben, hat Gott die Welt so sehr geliebt, dass er uns seinen einzigen Sohn geschenkt hat und sich in ihm für immer mit unserem Fleisch vereint hat. Der Sohn ist immer vereint mit dem Vater und verbunden mit uns; so leben wir immer, wenn sich das Geheimnis unseres Lebens im Licht eines neuen Tages entfaltet, in allem, was wir sind und tun, in der Gegenwart Gottes und sind in seiner ewigen Umarmung geborgen: Unser Leben »ist mit Christus verborgen in Gott« (Kol 3,3). Und doch erleben wir manchmal die Nacht des Glaubens, die Schwierigkeit zu glauben, die Erschöpfung des Geistes, das Gefühl der Unzulänglichkeit angesichts des Rufes des Evangeliums, die Bitterkeit unserer Misserfolge und die Angst, unfähig zu sein.

Ein Ort des Segens

Brüder und Schwestern, Nikodemus lehrt uns, dass diese Nächte, die unser Leben, unseren Glaubensweg und die Geschichte, in der wir leben, begleiten, ein Ort des Segens sind, ein Raum der Wiedergeburt, ein Schoß, der stets neues Leben hervorbringt. Diese Nächte befreien uns und führen uns zurück zum Wesentlichen; sie nehmen uns die menschlichen und religiösen Masken weg, die wir tagsüber tragen, damit man uns nicht erkennt oder um ein Bild von uns zu vermitteln, das sich von dem unterscheidet, was wir wirklich sind; sie lassen uns entblößt dastehen, mit unseren Licht- und Schattenseiten und führen uns wieder zu der Demut zurück, uns mit Wahrhaftigkeit zu betrachten, jenseits der Anmaßung zu glauben, unser Weg sei bereits vollendet und wir weitergehen könnten, so als würden wir über alles, über alle und sogar über Gott genau Bescheid wissen.


Dieser „leere Raum“, den die Nacht schafft, kann auch unter der Form von Leid oder Unzufriedenheit, Enttäuschung oder Ungläubigkeit eine Gelegenheit sein, ein neues Leben zu empfangen, sich zu ändern und zu erneuern, damit man »von oben geboren wird«, wie Jesus zu Nikodemus sagt. Gott ist ja nicht gekommen, um die Welt mit ihrer Sünde und der Nacht ihrer Untreue zu richten, sondern er hat seinen Sohn gesandt, um sie zu retten, um der Welt das ewige Leben zu schenken.


Deshalb sind auch wir dazu aufgerufen, die „Nächte“ nicht zu verurteilen; weder die Nächte unseres Lebens, noch die der Kirche, noch die der uns umgebenden Gesellschaft. In der Nacht müssen wir uns stattdessen wie Nikodemus auf den Weg machen, weiterhin den Herrn befragen und uns dem Wehen des Heiligen Geistes öffnen, um die Nacht nicht mehr als Zeichen des Scheiterns, sondern als Beginn eines neuen Lebens anzunehmen.

Welche Nächte durchleben wir gerade?

 Und wenn wir an unseren persönlichen Weg denken, aber auch an die Nächte unseres Weges als Kirche und an Spanien, seine Städte, seine alte und neue Armut, seine Gesellschaft und Kultur, können wir uns fragen: Welche Nächte durchleben wir gerade? Was wollen sie uns sagen? Wenn wir uns auf sie einlassen und mit Demut und ohne Vorurteile die Realität dessen betrachten, was wir sind: zu welchen Änderungen sind wir aufgerufen? Wo müssen wir uns erneuern, in welche Richtung wollen wir gehen, welche Gesellschaft wollen wir aufbauen?


Hören wir nicht auf zu suchen, uns Fragen zu stellen und im Dialog zu bleiben – mit Gott und untereinander –, auch inmitten der Nacht. Lasst uns gemeinsam in dem Glauben vorangehen, der die Vielfalt unserer Ideen und Empfindungen in Einklang bringt, um die Wahrheit zu suchen, die uns zum Gemeinwohl führt, damit dieses Land ein einladender Ort für alle wird, in dem jeder in seiner Würde als Mensch geachtet und so geliebt wird, wie er ist. Öffnen wir uns für die Gabe des Heiligen Geistes, suchen wir den Herrn wie Nikodemus und nehmen wir das Licht seines Evangeliums auf, in der Gewissheit, dass wir selbst ein neues Leben erfahren werden, eine segensreiche Gegenwart, eine selbstlose Liebe, die uns helfen wird, von der Nacht ins Licht zu gelangen. Denn Gott will, dass nichts verloren geht, und schon jetzt möchte er uns das ewige Leben schenken, um uns zu der Freude zu führen, die kein Ende hat:


Möge der Herr uns auf die Fürsprache der Jungfrau Maria hin gewähren, dass wir uns ihm öffnen und uns vom Wind seines Geistes aufrütteln lassen."


Quelle: vaticannews

 

Vigil im Olympiastadion

 in Barcelona

              

Ankunft in Barcelona

 

                

Gebet und Abschied

 

             

Begegnung mit den freiwilligen Helfern

in Madrid

             

Montag, 8. Juni 2026

Papst Leo XIV auf dem Weg ins Bernabeu-Stadion

  in Madrid

              

Gebetsandacht in der Kathedrale Unsere Lieben Frau von Almudena

 

              

Treffen mit dem Spanischen Episkopat

 

               

Die Rede

vaticannews veröffentlicht den Wortlaut der Rede, die Papst Leo XIV im Spanischen Parlament, den Cortes gehalten hat. Hier geht´s zum Original:  klicken

WORTLAUT DER REDE PAPST LEOS IM SPANISCHEN PARLAMENT 

Herr Ministerpräsident, Frau Präsidentin des Abgeordnetenhauses, Herr Präsident des Senats, Herr Präsident des Verfassungsgerichts, Frau Präsidentin des Obersten Gerichtshofs und der rechtsprechenden Gewalt, Mitglieder des Abgeordnetenhauses und des Senats, meine Damen und Herren!

Ich danke der Frau Präsidentin für ihre freundlichen Worte und für die Einladung, die der Apostolische Stuhl anlässlich meiner Reise in dieses Land erhalten hat, wie auch für die Ehre, mich in diesem historischen Gebäude des Abgeordnetenhauses, dem bedeutenden Zentrum des institutionellen, juridischen und demokratischen Lebens des Königreichs Spanien, willkommen zu heißen. Ich komme zu Ihnen allen als Bischof von Rom und Hirte der katholischen Kirche, in dem Bewusstsein, dass die dem Nachfolger des Apostels Petrus als Prinzip und Fundament für die Einheit von Bischöfen und Gläubigen (vgl. Lumen gentium, 23) anvertraute Sendung den Heiligen Stuhl in besonderer Weise in einen Dialog mit den Völkern und den Staaten stellt.

„Die Kirche respektiert die Eigenständigkeit der Institutionen“

Mit meiner Anwesenheit unter Ihnen möchte ich im Rahmen der gegenseitigen Zusammenarbeit ein Zeichen der Verbundenheit mit Spanien setzen und ein Wort im Dienste der menschlichen Person sprechen. Die Kirche »ist gemeinsam mit der Menschheit unterwegs«, sie teilt ihre Hoffnungen und ihre Wunden, hört auf die Fragen jeder Epoche und lässt sich herausfordern »von allem, was das Leben der Männer und Frauen von heute betrifft«. Wenn sie sich daher an das öffentliche Leben wendet, respektiert sie die Eigenständigkeit der Institutionen und die rechtmäßige Verantwortung derer, die den Auftrag zur Gesetzgebung erhalten haben. Sie erkennt »die Autonomie der irdischen Wirklichkeiten« und »die Unterscheidung zwischen kirchlicher Gemeinschaft und politischer Gemeinschaft« an; und gerade aus diesem Bewusstsein heraus trägt sie Überlegungen bei, die aus dem Wunsch hervorgehen, dem Gemeinwohl zu dienen und an das zu erinnern, was das Zusammenleben wahrhaft menschlich macht (vgl. Magnifica humanitas, 18-19).

 Der Mensch ist mehr als ein Rädchen im Getriebe

In diesem Plenarsaal nimmt das gesellschaftliche Zusammenleben seine rechtliche Gestalt an. Hier finden die unterschiedlichen Standpunkte Gehör, die dann geordnet und, wenn möglich, in eine gemeinsame Entscheidung überführt werden. Deshalb steht jede gesetzgeberische Tätigkeit, jenseits der legitimen Meinungsvielfalt, letztlich vor einer entscheidenden Frage: Welches Menschenbild steht hinter den Gesetzen, und welche Art von Gesellschaft entsteht durch diese Gesetze?

„Welches Menschenbild steht hinter den Gesetzen, und welche Art von Gesellschaft entsteht durch diese Gesetze?“

Was diese Frage betrifft, verfügt Spanien über ein besonders reiches Vermächtnis. Seine geografische und politische Identität ist eng mit einer Geschichte verwoben, in der Glaube und Vernunft, Kunst und Recht, Tradition und Denken auf fruchtbare Weise miteinander verbunden sind. In seinen Kathedralen und Universitäten, in seiner unvergesslichen Literatur, in seinen Rechtsinstitutionen und im Geist seines Volkes lebt ein Erbe weiter, das eine besondere Art und Weise geprägt hat, Freiheit zu leben, Gerechtigkeit zu üben und das Zusammenleben zu gestalten.

Von den weltberühmten Seiten des Don Quijote, in denen Cervantes verkündete, dass »die Freiheit […] eines der kostbarsten Geschenke ist, die der Himmel den Menschen gegeben hat« (Don Quijote de la Mancha, II, 58), bis hin zur geistlichen Tiefe der heiligen Teresia von Ávila und von der großen spanischen Rechtstradition bis zur metaphysischen Unruhe Unamunos, der daran erinnerte, dass der Mensch »sich nicht damit abfindet, ganz zu sterben« (Vom tragischen Gefühl des Lebens, I), wusste Spanien stets, den Menschen als mehr als nur ein Rädchen im sozialen, wirtschaftlichen oder politischen Getriebe zu betrachten. Es hat ihn als ein Wesen anerkannt, das offen für die Wahrheit ist, mit Freiheit ausgestattet und von einem Durst nach Ewigkeit angetrieben, den nichts Zeitliches stillen kann; mit einem Wort: als jemanden, dessen Würde über jedem Nutzen steht und in dessen Dienst die Gesetzgebung steht.

Die Schule von Salamanca

„Man muss anerkennen, dass die Gesellschaft und auch die Kirche nicht immer den Einsichten gerecht wurden, die in ihrer eigenen christlichen Tradition Widerhall fanden“

Wenn wir heute also von der menschlichen Person sprechen, führt uns die Erinnerung natürlich nach Salamanca und zu dem Denken, das dort gereift ist. Die symbolische Präsenz der Könige Isabella und Ferdinand in diesem Saal verweist auf jene Zeit, in der Spanien vor einer historischen Verantwortung von universalem Ausmaß stand; wenige Jahre später sollte Salamanca mit einzigartiger Klarheit die ethische und rechtliche Reflexion übernehmen, die diese Situation erforderte. An jenem Universitätsstandort erkannten vor fünfhundert Jahren, als sich neue Welten auftaten und sich immense Möglichkeiten in den Beziehungen zwischen den Völkern eröffneten, einige Gelehrte, dass man sich nicht auf die Vernunft berufen konnte, um all das zu legitimieren, was Macht oder Eigeninteresse zweckdienlich erschien. So führten sie in die geschichtliche Unterscheidung die Frage nach dem unantastbaren Wert jedes Menschen und den ethischen Grenzen der Macht ein. Man muss anerkennen, dass die Gesellschaft und auch die Kirche nicht immer den Einsichten gerecht wurden, die in ihrer eigenen christlichen Tradition Widerhall fanden.

Allerdings eröffnete diese Frage einen intellektuellen und ethischen Horizont, der über den eigenen geschichtlichen Kontext hinausreichte. Die Vorstellung vom totus orbis, einer menschlichen Gemeinschaft, die größer ist als irgendeine einzelne Macht, ermöglichte es, die Existenz juridischer und ethischer Verbindungen zwischen den Völkern festzustellen. Von Spanien aus trugen die Überlegungen der Schule von Salamanca – und insbesondere die von Pater Francisco de Vitoria und anderen Dominikanern und Jesuiten – dazu bei, ein rechtliches und moralisches Bewusstsein zu formen, das daran erinnert, dass Autorität stets mit Verantwortung einhergeht und dass jeder Mensch als Träger von Rechten und Pflichten anerkannt werden muss. Dieses Anliegen ist auch heute noch aktuell: dass Würde, Gerechtigkeit und das Gemeinwohl der Maßstab der sozialen Beziehungen sein sollen, sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene.

„Würde, Gerechtigkeit und das Gemeinwohl sollen der Maßstab der sozialen Beziehungen sein“

Auf dem Weg ins Spanische Parlament

 

              

Sonntag, 7. Juni 2026

Papst Leo: Begegnung mit der Welt der Kultur,

 der Kunst, Wirtschaft und des Sports in der Movistar-Arena in Madrid

               

In illo tempore

Auch heute setzt OnePeterFive mit Lesungen aus dem römischen Offizium in der Fassung des Konzils von Trient seine Katechese zur Bedeutung der Liturgie für die Sonntage im Kirchenjahr fort.
Anmerkung der Redaktion:  Die folgenden Lesungen und Responsorien stammen aus dem römischen Offizium in der Fassung nach dem Konzil von Trient 1570.
Hier geht´s zum Original: klicken

       SONNTAG IN DER OKTAV VON FRONLEICHNAM 

II. Nokturn

V.  Herr, gewähre uns deinen Segen.
Segen.  Der allmächtige Vater sei uns gnädig und barmherzig. Amen.

Lesung 4
aus den Predigten des heiligen Johannes Chrysostomus, Patriarch von Konstantinopel.
60. Predigt an das Volk von Antiochia.
Sein Wort spricht: „Dies ist mein Leib.“ Dies bekennen und glauben wir und sehen wir mit geistigen Augen. Christus hat uns sich nicht in einer Gestalt hinterlassen, die wir sehen, hören, berühren, riechen oder schmecken könnten, und doch hat er sich uns in Dingen hinterlassen, die wir sehen, hören, berühren, riechen und schmecken können und die alle Menschen verstehen können. So ist es auch mit der Taufe durch Wasser, die die Menschen äußerlich wahrnehmen: Ihnen wird eine Gabe zuteil, die sie nur innerlich erfassen können, nämlich die Wiedergeburt. Hätten wir keine Körper, würden uns diese Dinge ohne äußere und sichtbare Zeichen zuteil. Da wir aber aus Seele und Leib bestehen, werden unserer Seele Gaben zuteil, die sie erfassen kann, in äußeren Zeichen, die unser Leib wahrnehmen kann. Wie viele sagen: „Ich möchte doch sein Angesicht, sein Antlitz, seine Kleider, ja, seine Schuhe sehen!“ Siehe, du siehst und berührst ihn, ja, du nährst dich von ihm. Und du möchtest seine Kleider sehen? Siehe, er hat dir nicht nur gegeben, sie zu sehen, sondern dich davon zu nähren, sie zu berühren und sie in dich aufzunehmen.
V.  Herr, erbarme dich unser.
R.  Dank sei Gott.


R.  Während sie aßen, nahm Jesus das Brot, segnete es, brach es und gab es den Jüngern und sprach:
„Nehmt, esst, das ist mein Leib.“
V.  Die Männer meines Zeltes sprachen: „O dass wir von seinem Fleisch hätten, wir können nicht satt werden!“
R.  Nimm, iss, das ist mein Körper

V.  Herr, gewähre uns deinen Segen.

Segen.  Christus schenke all seinem Volk, dass es ewig vor ihm lebe. Amen.

Lesung 5:
An diesem Tisch des Herrn soll sich niemand mit Ängstlichkeit oder Gleichgültigkeit nähern. Alle sollen feurig, alle heiß, alle begeistert sein. Den Juden wurde bezüglich des Passahlamms geboten: „So sollt ihr es essen: mit umgürteten Lenden, Schuhen an den Füßen und dem Stab in der Hand, und ihr sollt es in Eile essen; es ist das Passah des Herrn.“ (Exodus 12,11)

 Aber du musst wachsamer sein als sie. Sie wollten gerade von Ägypten nach Palästina reisen und gaben sich deshalb als Reisende aus, doch die Reise, die vor dir liegt, führt von der Erde zum Himmel. Darum ziemt es sich für dich, in allem auf der Hut zu sein, denn die Strafe für den, der unwürdig isst oder trinkt, ist keine leichte (1 Kor 11,27). Bedenke, wie empört du dich über den Verräter und die Kreuziger des Herrn bist, und achte darauf, dass auch du nicht „schuldig am Leib und Blut des Herrn“ wirst. Sie aber töteten seinen heiligsten Leib, doch du, nach allem, was er für dich getan hat, nimmst ihn in deine befleckte Seele auf. Aus Liebe genügte es ihm nicht, Mensch zu werden, geschlagen und gekreuzigt zu werden. Er hat sich auch mit uns vermischt, indem er uns zu seinem Leib gemacht hat, und das nicht allein durch den Glauben, sondern wahrhaftig und in Wahrheit.
V.  Herr, erbarme dich unser.
R.  Dank sei Gott.

R.  Jesus nahm nach dem Abendmahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut.
* Tut dies zu meinem Gedächtnis.
V.  Meine Seele gedenkt ihrer stets und ist in mir demütig.
R.  Tut dies zu meinem Gedächtnis.

V.  Herr, gewähre uns deinen Segen.
Segen.  Möge das göttliche Feuer des Geistes in unseren Herzen entzündet werden und leuchten. Amen.

Papst Leo unterwegs zur Hl. Messe

auf der Plaza de Cibeles  in Madrid

              

Samstag, 6. Juni 2026

Gebetsvigil mit Jugendlichen

 auf der Plaza Lima in Madrid

              

Besuch beim Sozialprojekt Cedia 24 Oras

 in Madrid

               

Die Rede des Papstes

Veröffentlicht bei vaticannews:  klicken

                               WORTLAUT DER REDE

"Majestäten, Königliche Hoheiten, verehrte Autoritäten und Mitglieder des Diplomatischen Korps, meine Damen und Herren, 

ich danke dem Herrn für diese Begegnung und bedanke mich für die Einladung zu dieser Apostolischen Reise nach Spanien: einer Reise in mehreren Etappen, von denen jede einen Aspekt des Facettenreichtums eines großen Landes zeigen wird, das seit fast zwei Jahrtausenden das Wort des Evangeliums angenommen hat. Die Tradition hat die erste Evangelisierung der Iberischen Halbinsel stets mit der Verkündigung des Apostels Jakobus des Älteren in Verbindung gebracht. Diese Verbindung ist von beachtlicher theologischer Bedeutung, denn sie drückt das Bewusstsein der Ortskirche aus, in Kontinuität mit der vom Pfingstereignis ausgehenden apostolischen Sendung zu stehen. Die uralte Verbindung zwischen dem christlichen Glauben und diesem Land beschreibt die vielgestaltige Identität eures Volkes zwar nicht vollständig, hat aber andererseits dessen Kultur tief geprägt und stellt eine Quelle der Hoffnung und Orientierung inmitten der Herausforderungen dar, denen wir uns heute als Menschheitsfamilie gemeinsam stellen müssen. Ich denke an die Ausdrucksformen der Volksfrömmigkeit, die in jeder Stadt und jedem Dorf eine wahre Dramaturgie der Erlösung im Rhythmus des Jahres und in den verschiedenen Lebenskontexten darstellen. Zusammen mit dem künstlerischen und musikalischen Erbe, mit den zahlreichen Bruderschaften und karitativen Vereinigungen zeugen sie von der fruchtbaren Begegnung zwischen Jesus Christus und eurem Volk. Es ist ein Volk voller Leidenschaft, das das Leben liebt und dies auch zeigt! 

„Ein Volk voller Leidenschaft, das das Leben liebt und das auch zeigt“ 

Ich bin zu euch gekommen, um die Gläubigen in ihrer Treue zum Evangelium zu bestärken, zu ermutigen und zu inspirieren und um eine tiefere Versöhnung und Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Kräften dieser Nation zu fördern. Denn eure eigene Geschichte zeigt, dass nicht die Kultur der Konfrontation, sondern die der Begegnung Stabilität und Wohlstand schafft. Genau betrachtet findet die Botschaft des Friedens, die in diesen Zeiten leider für manche naiv und für andere provokativ klingt, Anklang bei jenen, die sich nicht in vorgefertigte Ideologien verschließen, sondern offen für die Wahrheit sind. Wie uns Papst Franziskus gelehrt hat, besteht in der Tat »eine bipolare Spannung zwischen der Idee und der Wirklichkeit. Die Wirklichkeit ist etwas, das einfach existiert, die Idee wird erarbeitet. Zwischen den beiden muss ein ständiger Dialog hergestellt und so vermieden werden, dass die Idee sich schließlich von der Wirklichkeit löst. Es ist gefährlich, im Reich allein des Wortes, des Bildes, des Sophismus zu leben« (Evangelii gaudium, 231). So kommt er zu dem Schluss: »Die Wirklichkeit steht über der Idee« (ebd.). Die Wahrheit ist immer größer als wir selbst, und deshalb überrascht sie uns und bewegt sie uns zu Prozessen der Läuterung und Versöhnung, auf denen der Dialog mit den anderen – und mit dem Anderen mit großem A – grundlegend wird. 


                           „Unsere Zeit schreit in ihrem Innersten nach Frieden“

In diesem Zusammenhang möchte ich auf zwei Gestalten dieses Landes verweisen, die seit fünf Jahrhunderten das Leben der Kirche und die spirituelle Suche vieler Menschen bereichern, auch über ihre sichtbaren Grenzen hinaus. Es handelt sich um Johannes vom Kreuz und Teresa von Ávila, die aufgrund ihrer Leidenschaft für das göttliche Geheimnis zu Freunden wurden. Ihre Mystik ist eine Mystik mit offenen Augen, das heißt, sie steht der Geschichte nicht fern, sondern führt im Gegenteil zu den Wurzeln der Fragen, zum Kern der Wirklichkeit. Insbesondere das Thema der Nacht, das dem heiligen Johannes vom Kreuz – den wir in diesem Jahr besonders feiern –  so am Herzen lag, hilft uns dabei, die Veränderungen zu deuten und die Spannungen zu ertragen, die unsere Zeit so sehr verdunkeln. In seiner Sehnsucht nach dem Licht lernte er paradoxerweise, die Dunkelheit zu schätzen – »die selige Nacht« (Die dunkle Nacht, 3) – als jene Zeit, in der sich die Seele von dem befreit, was sie zu kennen und zu besitzen glaubt. Auch heute noch ist es das Unbekannte, das uns am meisten Angst macht, das bei vielen die Vernunft verdunkelt und die Gefühle aufwühlt. Angesichts dessen überwiegt oft das Gefühl, sich nicht mehr zurechtzufinden, die Orientierungslosigkeit. Deshalb braucht es auch im öffentlichen Leben Männer und Frauen, die in der Dunkelheit das Licht erahnen; im Ende einen möglichen Anfang, gleichsam das Hereinbrechen einer Wahrheit als Licht, das noch blendet, uns aber – wenn wir vertrauen und Frieden finden – behutsam an sich heranführt: »Oh Nacht, die mich lenkte! O Nacht, holder als das Frührot! O Nacht, die den Geliebten mit der Geliebten vereinte, die Geliebte in den Geliebten wandelte« (ebd., 5). 

Erste Reden...

Stefan von Kempis berichtet bei vaticannews :  klicken

"PAPST IN SPANIEN:  NEIN ZUR POLARISIERUNG, JA ZUM FRIEDEN"

Leo XIV. hat Politik und Gesellschaft in Spanien dazu aufgerufen, der „Kultur der Konfrontation“ eine Absage zu erteilen. Zugleich lobte er den Einsatz Spaniens für Frieden und Völkerrecht.

Samstagmittag im „Palacio Real“, dem Königspalast von Madrid: Kurz nach seiner Ankunft in Spanien, das er bis zum 12. Juni bereisen will, trifft der Papst auf die politische und gesellschaftliche Elite des Landes sowie auf Diplomaten. In seiner ersten großen Rede im Beisein von König Felipe VI. und dem sozialistischen Regierungschef Pedro Sánchez erinnert der Gast aus Rom zunächst an „die uralte Verbindung zwischen dem christlichen Glauben und diesem Land“. Und er lobt seine Gastgeber: „Es ist ein Volk voller Leidenschaft, das das Leben liebt und dies auch zeigt!“

Für „Prozesse der Läuterung und Versöhnung“

Doch schon im zweiten Absatz seiner Rede wirbt Leo „um eine tiefere Versöhnung und Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Kräften“ in Spanien, spricht von nötigen „Prozessen der Läuterung und Versöhnung“, vom Imperativ des Dialogs. Er beklagt die Orientierungslosigkeit vieler Menschen angesichts der Umbrüche unserer Epoche und stellt fest: „Unsere Zeit, die scheinbar von schrecklichen Ungleichgewichten und Konflikten erschüttert wird, schreit in ihrem Innersten nach Frieden...“

„Heute scheint die Versuchung, durch das Schüren von Polarisierungen an Popularität zu gewinnen, eher zu wachsen als abzunehmen; die Menschenwürde wird weiterhin verletzt. Deshalb brauchen wir Kultur, Innerlichkeit, eine freie und qualitativ hochwertige Bildung, wir brauchen Transzendenz. … Die katholische Kirche steht im Dienst dieses Verlangens des menschlichen Herzens. Nicht aufdringlich, sondern indem sie das Evangelium bezeugt...“

„Wir müssen jenen identitären Ansätzen entfliehen, die alles zu erklären scheinen, aber die Welt mit Gespenstern und Feinden bevölkern“

Papst Leo ruft die Spanier dazu auf, „die spaltenden und polarisierenden“ Debatten, die ihr öffentliches Leben kennzeichnen, zu überwinden und sich speziell in den sozialen Medien vor „Vorurteilen“ und „tödlichen Impulsen“ zu hüten. Es gelte etwa beim Blick auf die spanische Geschichte, „von fruchtlosen Vereinfachungen zu einer fruchtbaren Anerkennung ihrer Komplexität zu gelangen“  „Vorurteilen“ und „tödlichen Impulsen“ zu hüten. Es gelte etwa beim Blick auf die spanische Geschichte, „von fruchtlosen Vereinfachungen zu einer fruchtbaren Anerkennung ihrer Komplexität zu gelangen“.

„Ich sehe hier eine besondere Berufung für Europa, bei der Spanien eine grundlegende und wichtige Rolle spielt", erklärte der Papst. Mit Blick auf die Versuchung rechtsextremer Politik, die in Gestalt der Partei Vox auch in Spanien seit etlichen Jahren im Aufwind ist, fügte er hinzu: „Die Vielschichtigkeit schätzen und ergründen, lernen, sie nicht zu leugnen und sie als Segen anzunehmen, jenen identitären Ansätzen entfliehen, die alles zu erklären scheinen, aber die Welt mit Gespenstern und Feinden bevölkern: Darin besteht die Aufgabe derer, die eine große Geschichte hinter sich haben.“

Sicherheit kommt nicht von Waffen und Mauern


Der Gast aus Rom fordert mehr Investitionen in Schulen, Hochschulen und Forschung, in lokale Gemeinschaften und zur Stärkung der Zivilgesellschaft. „Sicherheit, von der wir uns allzu oft einbilden, sie käme von Waffen und Mauern, entsteht vielmehr dadurch, dass wir lernen, gemeinsam mit anderen voranzugehen, gemeinsam zu wachsen, Seite an Seite. Eure eigene Geschichte bezeugt dies. Die Präsenz des Islam auf der Iberischen Halbinsel beispielsweise war eine langjährige politische, kulturelle und religiöse Gegebenheit. In dieser Zeit gab es nicht nur Konfrontation, sondern man versuchte auch, einen Raum für Begegnung, Gespräch und Dialog zwischen Christen, Muslimen und Juden über Sinn und Wahrheit zu schaffen.“


Leo erinnert in seiner Rede an einige große Gestalten Spaniens: die Heiligen Johannes vom Kreuz, Teresa von Ávila und Ignatius von Loyola, aber auch an die mittelalterlichen Philosophen Averroes (1126–1198), der Muslim, und Maimonides (1138–1204), der Jude war. Am Ende seines Auftritts fasst der Papst seine Erwartungen an Spanien noch einmal bündig zusammen.


Papst erwähnt Philosophen aus dem islamischen Spanien des Mittelalters


„Majestäten, Königliche Hoheiten, meine Damen und Herren, ich danke Ihrem Land für seine Treue zum Völkerrecht und zum Multilateralismus, die sich in einem aktiven Engagement für den Frieden und die Solidarität unter den Völkern niederschlägt. Gleichzeitig ermutige ich Sie, auch in Ihrem Land den Dialog und die soziale Freundschaft zu pflegen, die Perspektiven der Armen und der Jugendlichen bei der Gestaltung der Zukunft zu berücksichtigen, die Forderungen nach Autonomie und Einheit in Einklang zu bringen und den Prozess der europäischen Einigung voranzutreiben – nicht im Gegensatz zu anderen Mächten, sondern als ein Geschenk für die ganze Menschheitsfamilie. Gott segne Spanien!“

König spricht Thema Missbrauch an


König Felipe VI. hatte den Papst in einer kurzen Ansprache im Säulensaal seines Palastes willkommen geheißen. Dabei würdigte er die christliche Prägung Spaniens und die „immense soziale Arbeit“, die die Kirche leiste. Dazu stünden die Missbrauchsskandale – „die allerdings nicht representativ für die ganze kirchliche Gemeinschaft sind“ – in starkem Kontrast, so der Monarch. „Ihre Klarheit und Stärke sind wesentlich für einen Prozess der Heilung und der Entschädigung für den entstandenen Schaden; sie sind es für die Opfer, für die Gläubigen, für die Kirche und auch für die Gesellschaft als ganze.“

Es ist die neunte Reise eines Papstes nach Spanien, und die erste seit anderthalb Jahrzehnten. Außer Madrid wird Leo auch Barcelona und die Kanarischen Inseln besuchen."

Quelle: S.v.Kempis, vaticannews

Willkommenszeremonie

 

              

Die Ankunft

       in Madrid

               

Unterwegs


Die Spanienreise

 - es geht los....

              

Freitag, 5. Juni 2026

Madrid erwartet die Ankunft von Papst Leo XIV

Kielce Gussic berichtet für vaticannews über Madrid, die erste Station der morgen beginnenden Spanienreise Papst Leos XIV. Hier geht´s zum Original:  klicken

"MADRID ERWARTET DIE ANKUNFT PAPST LEOS UND EINE WIEDERBELEBUNG DES GLAUBENS" 

15 Jahre nach Papst Benedikts XVI Weltjugendtag in Madrid, reist Papst Leo XIV in eben diese Stadt, in der die Menschen auf Ermutigung und Wiederbelebung des GLaubens des Landes hoffen. 

Morgen wird die Stadt Madrid - die erste Station seiner Apostolischen Reise nach Spanien, Papst Leo XIV  begrüßen. In der Hauptstadt laufen letzte Vorbereitungen, Straßen werden blockiert, Blumenarrangements verkünden "Leo XIV" und die Fahnen des Vaticans säumen die Hauptstrassen der Stadt.

Weniger als 24 Stunden vor der Landung der päpstlichen Maschine sprach Professor Yago De la Cierva, der Gesamtkoordinator des Papstbesuchs in Spanien, mit vatican news darüber, warum diese apostolische Reise ein Zeichen der Hoffnung für die Menschen in Madrid und ganz Spanien darstellt.

Diese Hoffnung ist zweifacher Natur. Zum einen wird erwartet, dass die Anwesenheit des Papstes „das geistliche Leben der Christen und praktizierenden Katholiken stärken“ wird. Zum anderen soll der Papstbesuch ein Aufruf an all jene sein, die sich vielleicht vom Glauben entfernt haben oder nie eine religiöse Unterweisung erhalten haben: Sie sollen zur Kirche zurückkehren und erfahren, dass sie Frieden und Glück finden können, denn Gottes Wille ist es, dass sie glücklich sind.

Eine Wiederbelebung des Glaubens

Einst ein überwiegend katholisches Land, ist die Zahl der Gläubigen in den letzten Jahren stetig zurückgegangen. Während sich etwa 52 % der Spanier als Katholiken bezeichnen, sind nur rund 15 % praktizierende Gläubige. Prof. de la Cierva weist jedoch darauf hin, dass sich dieser Rückgang nicht auf Spanien beschränkt. „Ich glaube, der Glaube ist in Europa auf dem Rückzug“, merkt er an. „In Spanien begann dieser Rückgang zwar später, verläuft aber schneller – womöglich aus anderen Gründen.“

So ist beispielsweise die Zahl der getauften Kinder auf unter 50 % gesunken, und weniger als 20 % der Paare schließen die Ehe in der Kirche. Der Gesamtkoordinator warnt jedoch davor, sich allein auf die Statistiken zu konzentrieren.

„Angesichts dieser Zahlen könnte der Eindruck entstehen, alles sei düster und trostlos – doch das ist keineswegs der Fall“, betont Prof. de la Cierva. „Es gibt zahlreiche neue Institutionen, Gruppen und Bewegungen, die sehr aktiv sind, und auch viele Pfarreien zeigen großes Engagement.“

Dies zeige sich besonders in der Hauptstadt, erklärt er. In Madrid errichtet die Diözese derzeit zwölf neue Kirchen. Zudem blüht das christliche Leben in der Stadt auf; Prof. de la Cierva sieht darin einen der Gründe, warum der Papst Madrid als erste Station seines Besuchs ausgewählt hat. „Madrid nimmt eine Sonderstellung ein. Es ist eine der Regionen mit einem hohen Anteil praktizierender Katholiken … und das christliche Leben dort ist überaus lebendig.“

Papst Leo vor deutschen Studenten: "Ich bin ein Ausländer"

Papst Leo XIV beweist auch auf Deutsch seinen Humor!  

Von Mitgliedern der deutschen katholischen Studentenvereinigungen, die sich in der Audienzhalle Paul VI. versammelt hatten, wurde Leo XIV. mit großer Begeisterung empfangen. Er überraschte die Anwesenden, indem er seine Rede spontan begann.  

Anne Preckel berichtet für Vaticannews: klicken

"LEO LEGT DEUTSCHEN STUDENTENBEWEGUNGEN DEN CHRISTLICHEN HUMANISMUS ANS HERZ"

"Für katholische Werte in der Gesellschaft und das menschliche Gemeinwohl einzutreten – dazu hat Leo XIV. an diesem Freitag Mitglieder katholischer Studentenbewegungen aus Deutschland aufgerufen. Dabei gehe es nicht darum, ein Parteidenken zu vertreten, verdeutlichte der Papst. In seiner Rede zitierte er unter anderem Papst Benedikt, der selbst Mitglied einer katholischen Studentenverbindung war. Sich selbst nannte Papst Leo, scherzhaft, einen Ausländer.

Ein paar deutsche Wörter waren an diesem Freitag aus dem Munde des US-amerikanischen Papstes zu hören. Leo XIV., der laut Angaben seines Bruders derzeit seine Deutschkenntnisse ausbaut, empfing im Vatikan Mitglieder verschiedener katholischer Studentenbewegungen aus Deutschland und begrüßte sie mit einem „Herzlich willkommen!

 „Man sagt mir, die Deutschen seien sehr pünktlich! - Ich bin ein Ausländer...", so Leo XIV. scherzhaft, der sich für sein Zuspätkommen entschuldigte.  

In seiner auf Englisch gehaltenen Rede erinnerte Leo XIV. an die Bedeutung des christlichen Humanismus und den Einsatz für Gerechtigkeit und Gemeinwohl. Dabei verwies er auf die Grundsätze der katholischen Studentenverbindungen, die ein Bekenntnis zum Glauben enthalten: religio, scientia, amicitia und patria - übersetzt: Religion, Wissenschaft, Freundschaft und Heimat.

Ein christlicher Lebensstil wirkt in der Gesellschaft

In Zeiten des „Despotismus und der Ideologien“ sei der christliche Glaube keine „Fassade“, sondern „Lebensstil“ gewesen, nahm der Papst auf die bewegte deutsche und europäische Geschichte Bezug. In der Gegenwart gelte es, „Verheißungen und Täuschungen der heutigen Zeit“ zu erkennen und eine gerechte und friedliche Gesellschaft aufzubauen, unterstrich er. Dazu könnten Vernunft wie auch der Glaube dienen, griff Leo XIV. ein Lieblingsthema des deutschen Papstes Benedikt XVI. auf. 

„Genau wie der Gebrauch der Vernunft klärt auch das Licht des Glaubens die Verheißungen und Täuschungen der heutigen Zeit auf und fordert jeden Einzelnen heraus, sein Bestes zu geben, um zum Aufbau einer gerechten und friedlichen Gesellschaft beizutragen.“

Dass christliche Überzeugungen über die Studentenbewegungen in Wissenschaft, Politik, Berufswelt und Gesellschaft ausstrahlten, „kommt nicht nur eurem Land zugute, sondern ganz Europa, in dessen Mitte Deutschland liegt“, zeigte sich der US-amerikanische Papst überzeugt. 

„In seiner hintergehbar männlichen oder weiblichen Gestalt ist der Mensch in der Tat stets relational und begrenzt.“

Mit Blick auf die Herausforderungen der technologischen Revolution betonte der Papst - wie auch in seiner jüngsten Enzyklika „Magnifica humanitas - die Zentralität des Menschen. Er rief die Studierenden dazu auf, „der Erforschung und Förderung unseres gemeinsamen Menschseins“ besondere Aufmerksamkeit zu widmen. „In seiner unhintergehbar männlichen oder weiblichen Gestalt ist der Mensch in der Tat stets relational und begrenzt und deshalb dazu gerufen, sich selbst zur Aufgabe zu werden und den anderen zu einem Geschenk.“ 

Die Kirche vertritt keine Partei

„Weil ihr alle Christus, dem einzigen Herrn und Meister des Lebens, nachfolgt, vertretet ihr die katholischen Werte in der Gesellschaft nicht als Parteigänger, sondern als Verfechter des Gemeinwohls der Menschheit.“

Christen träten für menschliches Gemeinwohl ein – jenseits von Parteidenken, Moden und Individualismus – , erinnert Leo XIV. weiter, und er rief zu einer „Evangelisierung der Kultur“ auf.

„Da ihr alle Christus, dem einzigen Herrn und Meister des Lebens, nachfolgt, vertretet ihr die katholischen Werte in der Gesellschaft nicht als Parteigänger, sondern als Verfechter des Gemeinwohls der Menschheit. In Deutschland, in Italien und auf der ganzen Welt stärkt derselbe katholische Glaube unsere Zusammenarbeit, ohne Kompromisse mit dem Zeitgeist einzugehen und ohne individualistische Vorlieben über die gemeinsame Tradition der Kirche zu stellen.“

Christlicher Humanismus statt Karrierismus

Papst Leo nahm auf das Motto der Studentenverbindungen Bezug: „In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas“ – übersetzt etwa „Im Notwendigen Einmütigkeit, im Zweifel Freiheit, in allem aber Nächstenliebe“. Die Mitglieder rief er zum engagierten Studium auf, ohne dem Karrierismus zu verfallen. 

„Dadurch dass wir unser Bestes geben, werden wir zu Verantwortungsträgern in der Gesellschaft, ohne uns zu Karrieren verführen zu lassen, in denen es vor allem ums Geld geht. Erkennen wir vielmehr, dass Kultur das Gut der Menschheit ist: Die Wahrheit macht uns frei, während die Unwahrheit Namen und Dinge verfälscht.“

In diesem Zusammenhang unterschied Leo zwischen „Beruf“ und „Berufung“ und flocht erneut deut 

„Angesichts dessen, was den Menschen entmenschlicht – insbesondere die Kleinen, Armen oder Kranken –, bitte ich euch, Zeugen des christlichen Humanismus zu sein“

Wesentlich sei Sorge vor allem um die Schwächsten, betonte der Papst weiter: „Angesichts dessen, was den Menschen entmenschlicht – insbesondere die Kleinen, Armen oder Kranken –, bitte ich euch, Zeugen des christlichen Humanismus zu sein.“

Benedikts Bundestagsrede vertiefen. Beim christlichen Humanismus gehe es um eine kohärente und integrale Ökologie des Menschen, führte Leo weiter aus. Und er lud dazu ein, die Rede des deutschen Papstes Benedikt XVI. im Deutschen Bundestag (Ansprache vom 22.9.2011) hierzu zu vertiefen. Auch Papst Franziskus‘ Enzyklika „Laudato sì“ von 2015 (vgl. 10-11, 62) schlage eine ganzheitliche Vision des Menschen und seiner Umwelt vor, erinnert Papst Leo.

„Auf die Fürsprache des heiligen Bonifatius, des Apostels Deutschlands, möget ihr Zeugen dieser Weisheit des Evangeliums in der deutschen und europäischen Gesellschaft sein“, legte er seinen Gästen ans Herz. „Mit Wertschätzung für eure Verbindungen erteile ich euch und euren Angehörigen gern meinen Apostolischen Segen", so Leo, der sich mit einem „Danke sehr!“ auf Deutsch verabschiedete.

Mehr als 120 Studentenverbindungen

Der Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen besteht nach eigenen Angaben aus mehr als 120 Verbindungen bundesweit. Mitgliedsverbände gibt es aber auch in der Schweiz, Italien und Polen. Neben etwa 4.000 Studenten sind in den Verbindungen auch viele Berufstätige aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik organisiert. Erkennungsmerkmal sind Stoffbänder in verschiedenen Farbkombinationen, die die Mitglieder quer über den Oberkörper tragen. Darin unterscheidet er sich auch vom deutlich kleineren Kartellverband katholischer deutscher Studentenvereine, dem nur nichtfarbentragende Verbindungen angehören.

Die Studentenbewegungen versammeln sich in diesen Tagen erstmals außerhalb von Deutschland zu einer sogenannten Cartellversammlung. Dabei handelt es sich um das höchste beschlussfassende Organ des Cartellverbandes der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV). Bei der Papstaudienz waren auch zahlreiche Ehefrauen, Partnerinnen und weitere Familienangehörige der Verbandsmitglieder mit dabei. 

Quelle: A. Preckel, vatucannews


 

Magnifica Humanitas und das Sprachgewirr

Stefano Fontana kommentiert und interpretiert in La NUova Bussola Quotidiana die vielen gegensätzlichen Reaktionen auf Papst Leos erste Enzyklika "Magnifica Humanitas"  
Hier geht´s zum Original:  klicken

"MAGNIFICA HUMANITAS: TAUSEND INTERPRETATIONEN UND EINE SPRACHBARRIERE"

Leos XIV  Enzyklika „ Magnifica humanitas “ wurde unterschiedlich aufgenommen. Einige Beispiele: Bischof Joseph Strickland interpretierte sie sehr negativ. Der Kommentator Larry Chapp hingegen sprach im Catholic World Report von einem „Schlag in die Magengrube, scharfsinnig und prophetisch“. The Catholic Thing nahm eine gemäßigte Haltung ein. Leonardo Boff begrüßte sie in Religion Digital wegen ihres „neuen, zeitgemäßen Argumentationsstils“ . Manche warfen ihr übertriebenen Humanismus vor, andere lobten sie für die Wiederaufnahme der Diskussion über Christus. Einige äußerten Kritik an einzelnen Punkten; so stellten beispielsweise Gerald Murray und Michael Haynes die Revision der katholischen Lehre vom gerechten Krieg in Frage. Tommaso Scandroglio begrüßte in der Nuova Bussola die Rückkehr der Metaphysik in die Diskussion um die Menschenwürde, während Roberto de Mattei das Fehlen einer metaphysischen Perspektive auf die Menschenwürde selbst beklagte. Der traditionalistische Blog OnePeterFive argumentierte sogar, dass die Rückkehr der thomistischen Architektur in der Enzyklika zu begrüßen sei.

Um die Gründe für diese unterschiedlichen Einschätzungen zu verstehen, ist es hilfreich, die Frage der Sprache zu untersuchen. Die Enzyklika beginnt mit dem Verweis auf den Turmbau zu Babel, und wir müssen anerkennen, dass auch innerhalb der Kirche ein gewisses „Sprachgewirr“ existiert. Dies ist gewiss kein neues Problem; wir setzen uns seit mindestens sechzig Jahren damit auseinander. Die Ursachen sind vielfältig, und offensichtlich ist auch die Sprache Leos XIII. davon betroffen. Das Sprachproblem hielt mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil offiziell Einzug in die Kirche. Die Hinwendung zu einer existentiellen, erfahrungsbezogenen und narrativen Sprache anstelle einer metaphysischen und definitorischen Sprache rührt vom bedeutenden Einfluss der existentialistischen Philosophie auf die katholische Theologie her. Die katholische Theologie akzeptierte auch unhinterfragt die sogenannte „linguistische Wende“ in der modernen Philosophie, vor allem die Werke Wittgensteins und Heideggers. Unter dem Pontifikat von Franziskus haben wir eine bedeutende Wiederbelebung dieser sprachlichen Verlagerung von der Natur zur Geschichte erlebt, während das Lehramt nun bestrebt ist, Zweifel zu säen, Gewissheiten in Frage zu stellen und Fragen aufzuwerfen, anstatt Antworten zu geben.

Das Thema Sprache ist daher sehr umfassend, aber wir können die Diskussion auf eine kurze Untersuchung der Magnifica humanitas beschränken und fragen, ob es darin Ausdrücke gibt, die zu anderen Urteilen geführt haben könnten.

Zunächst einmal muss man bedenken, dass bestimmte Ausdrücke heute ganz andere Bedeutungen haben. Johannes Paul II. und Leo XIV. ordnen die Soziallehre der Kirche beide der „Moraltheologie“ zu, obwohl der eine sie als „Lehrkorpus“ und der andere als „gemeinschaftliche Unterscheidung“ bezeichnet. Die Moraltheologie hat sich jedoch seit Veritatis Splendor deutlich gewandelt , sodass die Bedeutung dieser Einteilung unklar ist. Auf welche Moraltheologie beziehen wir uns?

Das alte“ Johannes-Paul-II.-Institut oder das neue ? Inwieweit hat das neue Konzept der „Unterscheidung“ Leos XIV. Definition der kirchlichen Soziallehre beeinflusst ? Inwieweit wurde der neue Ausdruck „gemeinschaftliche Unterscheidung“ durch diesen Wandel geprägt? Tragen die Begriffe „Natur“ und „natürlich“ die Bedeutung des heiligen Thomas von Aquin oder Heideggers?

Vor der Spanienreise

Vaticanist Stefan von Kempis veröffentlicht bei vaticannews eine Vorausschau auf die bevorstehende Spanienreise von Papst Leo XIV..  Hier geht´s zum Original:  klicken

Unter dem Titel:

"DAS ERWARTET SICH DER VATICAN VON LEOS SPANIEN-REISE"

beginnt der Beitrag so- ZITAT

"2.500 Kilometer, 22 Ansprachen beziehungsweise Predigten, drei größere Etappen – das ist das Profil der Visite. Leo wird Madrid, Barcelona und die Kanarischen Inseln besuchen. „Man muss wohl kaum erwähnen, dass die Erwartungen groß sind“, erläutert Vatikansprecher Matteo Bruni im Pressesaal des Heiligen Stuhls.

„Der Papst besucht ein Land von alter christlicher Tradition, das im Mittelalter ein Labor des Dialogs zwischen ganz unterschiedlichen Welten war. Hier trafen, in der Schule von Salamanca, scholastische Theologie und internationales Recht aufeinander, wovon das Nachdenken über die Rechte und die Würde jeder menschlichen Person ihren Ausgang nahm. Ein Land großer Heiliger zudem, wie des Hl. Johannes vom Kreuz und der Hl.Teresa von Avila.“(...)

Quelle: S.v.Kempis, vaticannews

Und hier gibt es noch einen Bericht über die Vorfreude auf den päpstlichen Spamiembesuch  klicken

Donnerstag, 4. Juni 2026

Traditionelle Fronleichnams-Prozession

 in Toledo

              

Corpus Domini

Wie Vaticannews berichtet,  hat der Hl.Vater bei der gestrigen Generalaudienz das Hochfest Corpus Domini und die dazugehörige Prozession erklärt.: Hier geht´s zum Original:  klicken

"PAPST ZU FRONLEICHNAM: DEN GLAUBEN ÖFFENTLICH BEZEUGEN"

Papst Leo XIV. hat dazu ermutigt, die Fronleichnamsprozessionen als öffentliches Zeichen des Glaubens lebendig zu halten. Bei der Generalaudienz an diesem Mittwoch erinnerte er an das Hochfest des Leibes und Blutes Christi.

„In dieser Woche wird das Hochfest des heiligsten Leibes und Blutes Christi gefeiert, oder, nach der bekannteren lateinischen Bezeichnung, das Hochfest Corpus Domini“, sagte der Papst. „In der Eucharistie betrachten wir Jesus als Brot, das gebrochen und für jeden von uns hingegeben wird.“

Das im Mittelalter entstandene Fest feiert die Gegenwart des auferstandenen Christus in den Gaben von Brot und Wein in der Eucharistiefeier. Papst Urban IV. führte Fronleichnam 1264 als allgemeines Kirchenfest ein. Der offizielle Termin ist der zweite Donnerstag nach Pfingsten. In manchen Ländern, darunter Italien und Spanien, wird das Hochfest liturgisch am darauffolgenden Sonntag gefeiert.

Prozession als Zeichen der Gegenwart Christi

Zu Fronleichnam bezeugen Katholiken ihren Glauben an diese bleibende Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie. Bei den Prozessionen wird das Allerheiligste, Christus in Gestalt einer konsekrierten Hostie, in einer Monstranz durch die Straßen getragen.

In Rom hatte Papst Johannes Paul II. auch aufgrund seiner Erfahrung in Polen der Fronleichnamsprozession als öffentlicher Glaubenskundgebung besonderes Gewicht gegeben. 1982 feierte er die Messe erstmals am frühen Donnerstagabend vor der Lateranbasilika und trug die Monstranz anschließend persönlich zur Basilika Santa Maria Maggiore. Später wurde dafür ein umgebauter Pritschenwagen verwendet, auf dem der Papst vor der Monstranz kniete.

Benedikt XIV. führte diese Tradition fort. Papst Franziskus verzichtete seit Beginn seines Pontifikats auf diese Mitfahrt. 2017 verlegte er Messe und Prozession vom Donnerstag auf den folgenden Sonntag, um mehr Gläubigen die Teilnahme zu ermöglichen und den römischen Werktagsverkehr zu entlasten. In den Folgejahren feierte er Fronleichnam auch außerhalb - unter anderem in Ostia und im römischen Stadtteil Casal Bertone.

„Ausdruck der eucharistischen Volksfrömmigkeit sind die Prozessionen mit dem Allerheiligsten Sakrament“

Papst Leo XIV. nahm die römische Fronleichnamsprozession im vergangenen Jahr wieder auf. Nach der Messe vor der Lateranbasilika trug er die Monstranz zur Basilika Santa Maria Maggiore und spendete dort den eucharistischen Segen.

Bei der Generalaudienz knüpfte Leo XIV. nun erneut an die Bedeutung der Fronleichnamsprozessionen an, „die durch die Straßen vieler Orte ziehen“.  Sie seien ein „Ausdruck der eucharistischen Volksfrömmigkeit“, sagte er. „In diesem Zusammenhang ermutige ich dazu, diese schöne Form des öffentlichen Zeugnisses des Glaubens lebendig zu halten.“

2026 Fronleichnamsprozession in Spanien

Papst Leo XIV. wird Fronleichnam in diesem Jahr während seiner Spanienreise begehen. Nach dem offiziellen Programm seiner Apostolischen Reise vom 6. bis 12. Juni feiert er am Sonntag, 7. Juni, in Madrid eine Messe auf der Plaza de Cibeles; daran schließt sich die Fronleichnamsprozession an."

Quelle: vaticannews

 ALLEN EIN GESEGNETES HOCHFEST FRONLEICHNAM

Mittwoch, 3. Juni 2026

Richtigstellung zu falschen Darstellungen der Hl. Johanna von Orleans

Christina Siccardi veröffentlicht bei Corrispondenza Romana eine Richtigstellung zu einigen falschen Darstellungen der Heiligen Johanna von Orleans. Hier geht´s zum Original:  klicken

"DIE HISTORISCHE WAHRHEIT ÜBER DIE HEILIGE JOHANNA VON ORLEANS - IM GEGENSATZ ZU FAKE NEWS"

Die Europäische Union und die sogenannten „Designermedien“ drängen uns oft und bereitwillig dazu, Nachrichten schnell zu überprüfen, um nicht in die Falle von Falschmeldungen zu tappen – obwohl sie selbst diejenigen sind, die diese massenhaft verbreiten. Das jüngste Beispiel ist der Artikel der Nachrichtenagentur AGI vom 28. Mai mit dem Titel „ Johanna von Orleans, die erste Feministin der Geschichte “ . 

Um es ganz klar zu sagen: Keine Heilige der katholischen Kirche kann als Feministin bezeichnet werden, und auch keine Frau, die sich zum Katholizismus bekennt, kann Feministin sein. Vorbild und Leitstern jeder Frau, die an die Heilige Dreifaltigkeit glaubt, ist die allerseligste Jungfrau Maria, die nichts mit einer Ideologie zu tun hat, die nicht nur gegen Gottes Gesetze, sondern auch gegen die Naturgesetze verstößt. Feminismus ist eine politische und kulturelle Fehlentwicklung, die in Frankreich ihren Ursprung hat, jedoch erst drei Jahrhunderte nach Jeanne d’Arc, während der Französischen Revolution.

Angesichts dieser heidnischen Lügen, die Gestalten wie die Heiligen für ideologische Zwecke missbrauchen, können wir uns nur, gestützt auf historische Quellen, daran erinnern, wer sie wirklich waren. Keine Interpretationen, nur Fakten und Daten. 

Der liturgische Gedenktag der sogenannten Jungfrau von Orléans fällt auf den 30. Mai, ihren Geburtstag . Bereits im Alter von dreizehn Jahren wurde sie von Gott auserwählt und mit einer religiösen und politischen Mission von höchster Verantwortung betraut: Frankreich im Namen Gottes von englischer Arroganz zu befreien.

Zu jener Zeit durchlebte die Kirche die tiefe Krise des Großen Abendländischen Schismas, das fast 40 Jahre angedauert hatte. Als Katharina von Siena (1347–1380) starb, gab es einen Papst und einen Gegenpapst; als Johanna im Januar 1412 geboren wurde (angeblich am Dreikönigstag, die Chronologie ist jedoch unsicher), gab es einen Papst und zwei Gegenpäpste. Neben dieser inneren Spaltung der Kirche gab es ständige Bruderkriege zwischen den Völkern Europas, der dramatischste davon war der Hundertjährige Krieg zwischen Frankreich und England, der 1337 begann und – mit Unterbrechungen – 1453 endete.

Kriege, Hungersnöte, Seuchen und Ketzereien verwüsteten Europa. Es war eine Zeit der Alpträume, in der sich in der kollektiven Vorstellung authentische mystische Erscheinungen mit Magie und Hexerei vermischten, die reale Welt des Leidens und des grausamen Todes mit dämonischen Fantasien voller Monster und makabrer Tänze verschmolz. In diesem Klima der Unterdrückung, der Verschwörungen und der Usurpatoren sowie der Verwirrung in Kirche und Nationen schrieb die Analphabetin Jeanne, geboren in Domrémy (heute Domrémy-la-Pucelle) in den Vogesen Lothringens, am 22. März 1429, Dienstag der Karwoche, einen leidenschaftlichen Brief :

Jesus , Maria! König von England, und du, Herzog von Bedford, der du dich Regent des Königreichs Frankreich nennst; du, Wilhelm von La Poule, Graf von Suffolk; Johann, Herr von Talbot; und du, Thomas, Herr von Scales, der du dich Leutnants des Herzogs von Bedford nennst, verschafft dem König des Himmels Gerechtigkeit. Gebt der Jungfrau, die von Gott, dem König des Himmels, hierher gesandt wurde, die Schlüssel all der guten Städte zurück, die ihr in Frankreich erobert und geschändet habt. Sie ist von Gott gekommen, um das königliche Blut zu erflehen. Sie ist bereit, Frieden zu schließen, wenn ihr ihr Gerechtigkeit widerfahren lassen wollt, vorausgesetzt, ihr gebt ihr Frankreich zurück und bezahlt für dessen Besitz. Und ihr, Bogenschützen im Krieg, und ihr anderen, die ihr unter der Herrschaft der Stadt Orléans steht, kehrt im Namen Gottes in euer Land zurück; und wenn ihr es nicht tut, erwartet Nachricht von der Jungfrau, die euch bald in großem Unglück sehen wird. König von England, wenn Ihr nicht einwilligt, bin ich Euer Anführer, und wo immer ich Euer Volk in Frankreich erwarte, werde ich es vertreiben, ob es will oder nicht. Und wenn es nicht gehorchen will, werde ich es alle töten lassen; ich bin von Gott, dem König des Himmels, gesandt, um Euch aus ganz Frankreich zu vertreiben. Und wenn es gehorchen will, wird es in meiner Gunst stehen. Und glaubt nicht anders, denn Ihr werdet das Königreich Frankreich nicht von Gott, dem König des Himmels, dem Sohn der heiligen Maria, erhalten, sondern König Karl, der wahre Erbe, wird es erhalten, weil Gott, der König des Himmels, es will […] “ (AA.VV., Geschichte der Heiligen und der christlichen Heiligkeit , herausgegeben von André Vauchez, Universität Paris X – Nanterre, Bd. VII, S. 145).

Die Katechese

bei der heutigen Generalaudienz, veröffentlicht von vaticannews klicken

"WORTLAUT: PAPST LEO XIV BEI DER GENERALAUDIENZ" 

Der Ritus, das Zeichen, das Symbol

Liebe Brüder und Schwestern,

Im Rahmen unserer Katechesen zur Konzilskonstitution Sacrosanctum Concilium (SC) möchten wir uns nun mit einigen grundlegenden Elementen der heiligen Liturgie befassen, wie dem Ritus, dem Zeichen und dem Symbol.

Das Zweite Vatikanische Konzil hat, indem es die wertvolle Arbeit der Liturgischen Bewegung aufgriff, dazu beigetragen, eine Wahrheit wiederzuentdecken, die im Bewusstsein der alten Kirche und in der Lehre der Kirchenväter sehr lebendig war. Die Riten der christlichen Liturgie sind keine äußere Hülle des sakramentalen Geheimnisses, keine Ansammlung willkürlicher Zeremonien, sondern die kirchliche Vermittlung, durch die das göttliche Geschenk uns erreicht. Genau aus diesem Grund lädt das Konzil dazu ein, das Mysterium fidei zu verstehen, das sich in der Liturgie durch die Riten und Gebete verwirklicht (vgl. SC, 48).

„Der Ritus gibt der liturgischen Handlung und durch sie unserem Leben Gestalt“

Der Ritus gibt der liturgischen Handlung und durch sie unserem Leben Gestalt und weckt in uns eine spirituelle Sensibilität, die uns befähigt, die Gegenwart Gottes durch Jesus Christus zu erfahren. Das geschieht natürlich nur, wenn wir der Liturgie gegenüber nicht fremd oder stumme Zuschauer bleiben (vgl. ebd.), sondern mit unserem ganzen Selbst – Körper, Verstand und Herz – daran teilnehmen, im Gehorsam gegenüber dem Gebot des Herrn. Durch den heiligen Ritus werden wir so zum Hören auf das Wort Gottes, zur Danksagung und Anbetung, zum brüderlichen Miteinander und zur kirchlichen Gemeinschaft erzogen. Wir entdecken, dass wir eine Gemeinde mit vielen Gesichtern sind, vereint durch denselben Glauben.

Der Ritus führt uns in eine klar definierte Abfolge von Gesten und Gebeten ein, die manchmal unserer individuellen Neigung zur Spontaneität entgegenstehen kann. Seine Logik besteht jedoch nicht darin, die Freiheit in Schemata zu zwängen. Im Gegenteil: Mit der feierlichen Nüchternheit seiner Rhythmen unterbricht der Ritus hektische Aktivitäten und führt uns zurück zum Wesentlichen.

„Eine Pause, die das Herz erneuert“

So entdecken wir eine andere Dimension des Handelns, die nicht von produktiven Überlegungen geleitet ist, und eine andere Erfahrung von Zeit und Raum. Im Ritus erleben wir eine Logik der Unentgeltlichkeit, finden wir eine Pause, die das Herz erneuert, erkennen wir, dass uns die göttliche Gnade vorangeht, und lernen wir, in einem vom Heiligen Geist erfüllten Rhythmus zu leben.

Die Grammatik des Ritus ist durchdrungen von den Zeichen und Symbolen der Liturgie. In ihr wird, so bekräftigt das Konzil, „durch sinnenfällige Zeichen die Heiligung des Menschen bezeichnet und in je eigener Weise bewirkt“ (SC, 7). Der Katechismus der Katholischen Kirche vertieft die Bedeutung dieser Zeichen und erinnert daran, dass „ihre Bedeutung, gemäß der göttlichen Heilspädagogik, im Schöpfungswerk wurzelt und in der menschlichen Kultur. Sie tritt jedoch in den Ereignissen des Alten Bundes deutlicher zutage und offenbart sich vollständig in der Person und im Werk Christi“ (Nr. 1145). Sinnbildlich ist das Zeichen des Wassers: von den Anfängen der Schöpfung bis zur Sintflut, vom Durchzug durch das Rote Meer bis zum Jordan, bis hin zum Wasser, das aus der Seite Christi fließt und zum sakramentalen Zeichen der Eintauchung in seinen Tod und seine Auferstehung wird.

„Symbole schaffen Zugehörigkeit, berühren Herz und Verstand"  

„Zeichen“ und „Symbol“ sind Begriffe, die oft synonym verwendet werden. Tatsächlich ist ein Zeichen symbolisch, wenn es nicht nur auf eine Idee, sondern auf ein ganzes System von Bedeutungen und Werten verweisen kann. So wird beispielsweise, wenn wir mit Weihwasser besprengt werden, in uns das Bewusstsein für das bei der Taufe empfangene Geschenk und unsere Zugehörigkeit zum neuen Leben in Christus wiederbelebt. Zweitens haben Symbole im Wesentlichen einen praktischen Charakter, da sie in erster Linie Handlungen sind: einfachere und alltägliche wie das Niederknien und der Friedensgruß oder anspruchsvollere wie die konstituierenden Handlungen jedes Sakraments. Vor allem aber haben Symbole eine einzigartige performative und verwandelnde Dimension, sowohl gegenüber den materiellen Elementen, aus denen sie bestehen, als auch gegenüber denen, die mit ihnen in Berührung kommen: Sie schaffen Zugehörigkeit, berühren Herz und Verstand und wecken authentische kirchliche Beziehungen.

In dem Apostolischen Schreiben „Desiderio desideravi“ hat Papst Franziskus, indem er sich eine Aussage von Romano Guardini zu eigen machte, „die erste Aufgabe der liturgischen Ausbildung“ benannt: „der Mensch muss wieder symbolfähig werden“ (Nr. 44). Wir müssen uns von den Riten der Liturgie erziehen lassen, indem wir mit Feingefühl und ohne Willkür auf die Schönheit unserer Feiern achten und uns einer authentischen Mystagogie widmen. Die Erfahrung einer lebendigen und andächtigen Liturgie, begleitet von einer angemessenen mystagogischen Katechese, ist die beste Ressource, um in allen jene Offenheit für die Begegnung mit Gott zu wecken, die im Sinne der Menschwerdung nur unter Einbeziehung des ganzen Menschen – Geist, Seele und Leib – stattfinden kann (vgl. 1 Thess 5,23)."


                                                                    Foto: vatican Media

Quelle: vaticannews