Samstag, 20. Dezember 2014

Auch Le Figaro interviewt Kardinal Burke

Genauer gesagt der Vaticanist des Figaro, Jean Marie Guénois für das Figaro-Magazin:    klicken
Hier geht´s zur englischen Übersetzung des französischen Originals von rorate caeli:   klicken

Titel:                         "Der heimliche Krieg im Vatican" 
                                "Wie Papst Franziskus die Kirche erschüttert"

Frage: "Kann ein Kardinal  uneins mit dem Papst sein?"

Kardinal Burke: "Es ist sicher möglich, daß ein Kardinal mit dem Papst bzgl. des Procedere oder einer bestimmten pastoralen Ausrichtung uneins ist. Andererseits ist es unmöglich, daß es eine Divergenz in Dingen der Doktrin und Disziplin der Kirche gibt. Das bedeutet, daß ein Kardinal -in bestimmten Situationen- die Pflicht hat, dem Papst zu sagen, was er wirklich denkt. Natürlich muß er sich immer respektvoll ausdrücken, weil der Papst das Petrinische Amt repräsentiert. Aber wenn der Papst Kardinäle um sich hat, ist es völlig in Ordnung, ihm Ratschläge zu erteilen."

"Ist den Differenzen bei der Synode zu viel Aufmerksamkeit gewidmet worden?"

"Was dabei seltsam ist, ist dass die, die das unterstützen, was die Lateinische Kirche schon immer gelehrt hat, beschuldigt wurden, gegen den Hl. Vater und nicht im Einklang mit der Kirche zu sein...
Das ist erstaunlich! So, nachdem das gesagt ist: die Kirches hat immer theologische Dispute und starke Konfrontationen gekannt, in denen Theologen und Kardinäle ihre Meinungen vertraten. Wenn ich also mit anderen Kardinälen eine Studie veröffentlicht habe, um meine Meinung zu diesem Thema zu artikulieren, geschah das im Geist einer wahren theologischen Diskussion mit dem Ziel.die Wahrheit zu erreichen."

"Waren Sie über das, was bei der Synode passierte, geschockt?"

"Die Synode war eine schwierige Erfahrung. Da gab es die Linie von Kardinal Kasper, man könnte sagen, hinter die sich jene stellten, die die Synode leiteten. Tatsache ist, dass die Relatio post disceptationem bereits vor den Wortmeldungen der Synodenväter geschrieben worden ist. Und das einer bestimmten einzelnen Meinung folgend, die die Kasper-These favorisierte....
Die Frage der Homosexualität wurde auch eingeführt, die in keinerlei Verbindung zur Ehefrage steht, um nach möglichen positiven Elementen zu suchen. Ein anderer sehr verstörender Punkt ist, dass die Relatio post disceptationem keinerlei Bezug zur Heiligen Schrift, zur Tradition der Kirche und zur Lehre Johannes Pauls II über die ehelichen Liebe hat. Sie war daher sehr demotivierend. Genau wie die Tatsache, daß in der Relatio Synodi Paragraphen zur Homosexualität und den wiederverheirateten Geschiedenen verblieben sind, die keineswegs die erforderliche Stimmenmehrheit der Bischöfe erreicht hatten."

"Was steht auf dem Spiel in dieser Kontroverse?"

"In einer Zeit voller Konfusion, wie wir sie z.B. in der Gender-Theorie sehen, brauchen wir die Lehre der Kirche zur Ehe. Dennoch werden wir im Gegenteil in Richtung der Zulassung der wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion gedrängt. GAr nicht zu reden von dieser Obsession zur Erleichterung der Ehe-Annullierung. Alles das wird zu einer Art "katholischen Scheidung" führen und der Schwächung der Unauflöslichkeit der Ehe, deren Prinzip nichtsdestoweniger bestätigt wird. Aber die Kirche muß die Ehe verteidigen und sie nicht schwächen. Die Unauflöslicheit der Ehe ist keine Strafe, kein Leid. Sie ist etwas sehr Schönes, für die, die sie leben und ein Quell der Freude. Ich bin deshalb sehr verwirrt, und rufe die Katholiken, Laien, Priester und Bischöfe auf, sich von jetzt an bis zur kommenden Synode einzumischen, um die Wahrheit über die Ehe zu beleuchten."
Quelle: rorate caeli, Le Figaro magazine, J.M. Guénois


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