Stefan von Kempis berichtet bei vaticannews über den kurzen Überraschungsbesuch Papst Leos in Assisi und den dort versammelten Italienischen Biaxhöfen. Hier geht´s zum Original: klicken
LEO XIV: EIN KURZBESUCH IN ASSISI
Papst Leo XIV. hat am Donnerstag Vormittag Assisi besucht, die Stadt des Hl. Franziskus. Bei einer Begegnung mit den italienischen Bischöfen skizzierte er dort seine Vorstellungen von einer „wirklich geeinten“, synodalen Kirche.
Assisi sei ein Ort des Glaubens, der Geschwisterlichkeit und des Friedens, so Leo XIV. Die Welt brauche die Botschaft, die Assisi übermittle, dringend. Zur Botschaft dieser Stadt gehöre auch, Christus in den Mittelpunkt zu stellen, so wie der hl. Franz das getan habe. „Auf Jesus schauen – das ist das Erste, wozu auch wir aufgerufen sind… In einer Zeit starker Fragmentierung ist es nötig, wieder zu den Grundlagen unseres Glaubens zurückzukehren, zum Kerygma.“
Auf Christus schauen bedeute auch, unsere Mitmenschen mit ihren Sorgen und Nöten in den Blick zu nehmen und ihnen Frieden zu bringen. „Wir leben in einer Zeit der Brüche, auf nationaler wie internationaler Ebene; Botschaften und ein Tonfall der Feindseligkeit und der Gewalt sind weit verbreitet; das Rennen um Effizienz lässt die Schwächsten zurück; die technologische Omnipräsenz bringt die Freiheit in Bedrängnis… Doch die Schrift und der Heilige Geist drängen uns, als Handwerker der Freundschaft, der Geschwisterlichkeit, der authentischen Beziehungen in unseren Gemeinschaften zu arbeiten.“
Für eine „kollegiale Kirche“
Nach diesen Überlegungen fasste Papst Leo XIV. den synodalen Prozess der italienischen Kirche ins Auge. Er wünsche sich den „Einsatz aller“, damit wirklich eine „kollegiale Kirche“ Gestalt annehme. „Angesichts der Herausforderungen der Evangelisierung und der Veränderungen der letzten Jahrzehnte, u.a. im demografischen Bereich, dürfen wir beim Thema der Zusammenlegung von Diözesen nicht zurückrudern! … Wir müssen angesichts der Anforderungen der christlichen Verkündigung bestimmte territoriale Grenzen überwinden und unsere religiöse und kirchliche Identität offener gestalten.“
„Auf die Laien hören“
Entscheidend sei, „dass wir in diesem synodalen Stil lernen, zusammenzuarbeiten und in den Ortskirchen offene, gastfreundliche christliche Gemeinschaften aufzubauen“. Dabei sei auch das „aufmerksames Hinhören“ auf die Beiträge der Laien wichtig. „In diesem Sinne muss die Koordinierung zwischen dem Dikasterium für die Bischöfe und der Apostolischen Nuntiatur im Sinne einer gemeinsamen Verantwortung eine stärkere Beteiligung von Personen an der Konsultation zur Ernennung neuer Bischöfe fördern, zusätzlich zum Anhören der amtierenden Ortsbischöfe…“
Wenn Bischöfe nicht loslassen können
Eine synodale Kirche müsse sich, so fuhr der Papst fort, beständig erneuern. „Es muss vermieden werden, dass trotz guter Absichten Trägheit die notwendigen Veränderungen verlangsamt. In diesem Zusammenhang müssen wir alle die innere Haltung pflegen, die Papst Franziskus als ‚Abschied nehmen lernen‘ bezeichnet hat – eine wertvolle Haltung, wenn man sich darauf vorbereiten muss, sein Amt niederzulegen. Es ist gut, dass die Regel des 75. Lebensjahres für das Ausscheiden der Ortsbischöfe in den Diözesen eingehalten wird, und nur im Falle der Kardinäle kann eine Fortsetzung des Dienstes gegebenenfalls für weitere zwei Jahre in Betracht gezogen werden.“
Schließlich hatte Papst Leo für „seine“ italienische Kirche auch noch ein paar Worte der Ermunterung. Ihr Engagement in der Gesellschaft sei auch künftig gefragt. Das sagte er übrigens auch mit Blick aufs Digitale: „Seelsorge kann sich nicht darauf beschränken, Medien zu nutzen; sie muss auch zu Menschlichkeit in der digitalen Welt erziehen und beitragen, bei der die Wahrheit nicht in der Vervielfältigung der Verbindungen abhanden kommt…“
Im Kampf gegen Missbrauch nicht müde werden
Ausdrücklich forderte der Papst die Bischöfe dazu auf, sich für eine „Kultur der Prävention von Missbrauch“ zu engagieren. „Die Aufnahme und das Zuhören gegenüber den Opfern sind das authentische Merkmal einer Kirche, die in der gemeinschaftlichen Bekehrung die Wunden erkennt und sich bemüht, sie zu lindern, denn wo der Schmerz tief ist, da muss die Hoffnung, die aus der Gemeinschaft entsteht, noch stärker sein.“ Er danke für das bisher auf diesem Feld Geleistete und setze darauf, dass das Engagement für den Schutz von Minderjährigen und schutzbedürftigen Erwachsenen nicht erlahme.
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