Rudolf Gehrig hat bei ewtn den Apostolischen Nuntius im Baltikum, Erzbischof Georg Gänswein u.a. zum Thema "Synodaler Weg" interviewt. CNA berichtet. Hier geht´s zum Original: klicken
"HOFFE, DASS DIESER IRRWEG BALD EIN ENDE HAT" ERZBISCHOF GÄNSWEIN ZUM SYNODALEN WEG"
Ehemaliger Privatsekretär kritisiert Zustand der Kirche in Deutschland und begrüßt Rückkehr der „Normalität“ im Vatikan
In einem exklusiven Interview mit EWTN News hat Erzbischof Georg Gänswein den deutschen „Synodalen Weg“ stark kritisiert und vor einer „Verwässerung des Glaubens“ gewarnt.
Fast 20 Jahre lang war Gänswein Privatsekretär zunächst von Kardinal Joseph Ratzinger und dann ab 2005 von Papst Benedikt XVI. Nach Benedikts Rücktritt im Jahr 2013 kümmerte sich Gänswein bis zum Tod des Papa Emeritus weiter um ihn und wurde schließlich 2024 von Papst Franziskus als Apostolischer Nuntius für die baltischen Staaten nach Vilnius in Litauen geschickt.
Dort, an seiner neuen Wirkungsstätte, sprach Erzbischof Georg Gänswein mit EWTN-Romkorrespondent Rudolf Gehrig über die zurückgekehrte „Normalität“ im Vatikan, den Zustand der Kirche in Deutschland und die „Brandmauer“ gegen falsche Reformansätze.
Erzbischof Georg Gänswein, Sie sind jetzt seit fast zwei Jahren als Apostolischer Nuntius in Vilnius. Wir können außerdem zurückblicken auf neun Monate mit Papst Leo XIV. Wenn Sie auf das bisherige Pontifikat zurückblicken und ein erstes Zwischenfazit ziehen: wie fällt das aus?
Im Juni war ein Treffen aller Nuntien in Rom. Da gab es die Möglichkeit einen ersten Kontakt mit Papst Leo aufzunehmen. Und vor vier Wochen, Mitte Dezember, hatte ich Audienz bei ihm in Rom. Beide Eckpunkte waren sehr, sehr gut. Und die Zwischenzeit, die hat doch mir sehr deutlich vor Augen geführt, dass – um es einmal etwas eigenwillig zu sagen – jetzt langsam wieder Normalität einkehrt. Vor allem hat sich auch atmosphärisch eine Änderung zum Guten gezeigt, die meines Erachtens wichtig ist, weil die Schwierigkeiten, die da waren, durch den Pontifikatswechsel wirklich eine ganz neue positive Auswirkung bekommen haben. Das halte ich für hilfreich. Und es ist auch für mich selber ein Zeichen, dass der Glaube und dass der Heilige Geist tatsächlich auch wirkt und am Ball bleibt.
Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Änderungen gewesen?
Ich habe den Begriff der Normalisierung gebraucht. Für mich ist zumindest einmal optisch und akustisch wichtig zu sehen, dass Papst Leo einfach einige Akzente gesetzt hat, die nicht neu sind, die aber in den letzten Jahren völlig unter den Tisch gefallen sind. Und dann hat er natürlich eine klare Linie, sowohl was die Verkündigung betrifft. Wenn man seine Katechesen oder die Predigten nachliest, kann man spüren, dass hier ein Mann tätig ist, der das auch aus dem augustinischen Geist heraus lebt und verkündet. Und das sieht man auch bei den beiden genannten Texten, dass eben hier sehr viel Augustinus zitiert wird, das heißt ein Geist, ein Mann, der aus dem Geist seines Ordensvaters lebt und der nun in der Aufgabe des Bischofs von Rom, des Obersten Hirten der Kirche, weltweit die erste Rolle spielt und tatsächlich das Wort Gottes freudig und überzeugend verkündet.