vaticannews veröffentlicht den Wortlaut der Katechese des Hl. Vaters beim heutigen Angelus auf dem Petersplatz in Rom. Hier geht´s zum Original: klicken
"Liebe Brüder und Schwestern, einen schönen Sonntag!"
Heute, am ersten Fastensonntag, berichtet uns das Evangelium von Jesus, der, vom Heiligen Geist geleitet, in die Wüste geht und vom Teufel versucht wird (vgl. Mt 4,1-11). Nachdem er vierzig Tage gefastet hat, spürt er die Bürde seiner Menschheit: auf physischer Ebene den Hunger und auf moralischer Ebene die Versuchungen des Teufels. Er erlebt die gleiche Mühsal, die wir alle auf unserem Weg erfahren, und indem er dem Dämon widersteht, zeigt er uns, wie wir seine Täuschungen und Nachstellungen überwinden können
Foto: ANSA
„Die Fastenzeit als einen Weg des Lichts betrachten“
Die Liturgie lädt uns mit diesem Wort des Lebens ein, die Fastenzeit als einen Weg des Lichts zu betrachten, auf dem wir durch Gebet, Fasten und Almosen unsere Zusammenarbeit mit dem Herrn bei der Verwirklichung des einzigartigen Meisterwerks unseres Lebens erneuern können. Es geht darum, ihm zu erlauben, die Flecken zu entfernen und die Wunden zu heilen, die die Sünde darin verursacht haben mag, und uns zu bemühen, es in seiner ganzen Schönheit zur bis zur Fülle der Liebe erblühen zu lassen, der einzigen Quelle des wahren Glücks.
Natürlich ist dies ein anspruchsvoller Pfad und es besteht die Gefahr, dass wir uns entmutigen lassen oder uns von weniger anstrengenden Wegen zur Zufriedenstellung wie Reichtum, Ruhm und Macht verführen lassen (vgl. Mt 4,3-8). Diese Versuchungen, denen auch Jesus ausgesetzt war, sind jedoch nur armselige Ersatzmittel für die Freude, für die wir geschaffen sind, und lassen uns letztlich zwangsläufig und auf ewig unzufrieden, unruhig und leer zurück.
(ANSA)
„Geben wir der Stille Raum; lassen wir die Fernsehgeräte, die Radios und die Smartphones ein wenig schweigen“
Aus diesem Grund lehrte der heilige Paul VI., dass die Buße, weit davon entfernt, unsere Menschlichkeit zu verarmen, sie bereichert, reinigt und stärkt auf ihrem Weg zu einem Horizont, dessen »Ziel die Liebe und die Hingabe an den Herrn ist« (Apostolische Konstitution Paenitemini, 17. Februar 1966, I). In der Tat macht uns die Buße zwar unsere Grenzen bewusst, gibt uns aber auch die Kraft, sie zu überwinden und mit Gottes Hilfe eine immer intensivere Gemeinschaft mit ihm und untereinander zu leben.
In dieser Zeit der Gnade wollen wir sie großzügig praktizieren, zusammen mit dem Gebet und den Werken der Barmherzigkeit: Geben wir der Stille Raum; lassen wir die Fernsehgeräte, die Radios und die Smartphones ein wenig schweigen. Betrachten wir das Wort Gottes, empfangen wir die Sakramente; hören wir auf die Stimme des Heiligen Geistes, der in unserem Herzen zu uns spricht, und hören wir einander zu, in unseren Familien, an unseren Arbeitsplätzen, in unseren Gemeinschaften. Widmen wir unsere Zeit denen, die allein sind, insbesondere den Älteren, den Armen, den Kranken. Verzichten wir auf das Überflüssige und teilen wir das, was wir einsparen, mit denen, denen es am Nötigsten mangelt. Dann wird, wie der heilige Augustinus sagt, »unser Gebet, das in Demut und Nächstenliebe, in Fasten und Almosen, in Mäßigung und Vergebung, im Geben von Gutem und Nicht-Vergelten des Bösen, im Sich-Abwenden von dem Bösen und im Tun des Guten« (Sermo 206, 3) gesprochen wird, den Himmel erreichen und uns Frieden schenken.
Der Jungfrau Maria, der Mutter, die ihren Kindern in der Prüfung immer beisteht, vertrauen wir unseren Weg in der Fastenzeit an."
Quelle: vaticannews
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