Sonntag, 8. Februar 2026

Angelus

 auf dem Petersplatz....Silvia Kritzenbeger berichtet für vaticannews

           "PAPST: DIE LEISE KRAFT DES GLAUBENS"

Die Seligpreisungen beschreiben eine Haltung, die Leben verändert. Wahre Freude entsteht dort, wo Menschen sich für Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Einfachheit entscheiden - und in unscheinbaren Gesten eine Kraft wirken lassen, die die Dunkelheit vertreibt und Wunden heilt. Daran erinnerte Papst Leo XIV. bei seinem Angelusgebet am 5. Sonntag im Jahreskreis.

Bei seinen Überlegungen ging der Papst von der Passage im Matthäusevangelium aus, in der Jesus jene, die die Seligpreisungen leben, als „Salz der Erde“ und „Licht der Welt“ beschreibt (5,13-14).

„Jesus sagt, dass die Erde dank ihnen nicht mehr dieselbe ist und sich die Welt nicht mehr in Dunkelheit befindet. Tatsächlich ist es die wahre Freude, die dem Leben Geschmack verleiht und das ans Licht bringt, was zuvor verborgen war. Diese Freude kommt von einem Lebensstil, einer Art, die Erde zu bewohnen und miteinander zu leben, die man wollen und für die man sich entscheiden muss,“ stellte der Pontifex fest. „Nachdem man Jesus begegnet ist, erscheint alles fade und trüb, was sich von seiner Armut vor Gott, seiner Sanftmut und Einfachheit des Herzens, seinem Hunger und Durst nach Gerechtigkeit entfernt, die Barmherzigkeit und Frieden als Dynamiken der Verwandlung und Versöhnung in Gang setzen.“

Tätige Nächstenliebe: Licht und Heilung

Der Prophet Jesaja übersetze diese Haltung in konkrete Taten, führte Papst Leo weiter aus: das Brot teilen, Obdachlose aufnehmen, Nackte bekleiden, Verantwortung für die Menschen in unserer Nähe übernehmen. Wo Ungerechtigkeit auf diese Weise überwunden werde, da breche Licht hervor „wie das Morgenrot“, und „Wunden beginnen zu heilen“.

Doch Jesus kenne auch die Gefahr des Verlustes. Salz kann seinen Geschmack verlieren, Licht verdeckt werden, gab der Pontifex zu bedenken. Und Jesus erinnere daran, dass das Salz, „das seinen Geschmack verloren hat“ zu nichts mehr tauge, außer „weggeworfen und von den Leuten zertreten zu werden.

Wörtlich sagte der Papst:

„Wie viele Menschen – vielleicht ist es auch uns schon so gegangen – fühlen sich „zum Wegwerfen“, gescheitert. Es ist, als sei ihr Licht verdeckt worden. Jesus verkündet uns jedoch einen Gott, der uns niemals verwerfen wird, einen Vater, der unseren Namen, unsere Einzigartigkeit bewahrt. Jede Wunde, auch wenn sie tief ist, wird heilen, wenn wir das Wort der Seligpreisungen annehmen und uns wieder auf den Weg des Evangeliums begeben.“

Die unscheinbaren Gesten der Aufmerksamkeit

Und diese Erneuerung geschehe durch einfache, oft unscheinbare Gesten der Aufmerksamkeit und Offenheit – die aber oft bedeuteten, gegen den Strom schwimmen zu müssen, gab der Papst zu bedenken. Auch Jesus sei in der Wüste versucht worden, habe der Versuchung von Macht und Glanz jedoch nicht nachgegeben, sondern sei dem „geschenkten Leben, der Liebe, die keinen Lärm macht“, treu geblieben.

„Brüder und Schwestern, lassen wir uns von der Gemeinschaft mit Jesus nähren und erleuchten. Ohne jede Zurschaustellung werden wir dann wie eine Stadt auf einem Berg sein, die nicht nur sichtbar, sondern auch einladend und gastfreundlich ist: die Stadt Gottes, in der letztlich alle wohnen und Frieden finden möchten,“ so der abschließende Denkanstoß von Papst Leo am 5. Sonntag im Jahreskreis."

Quelle: S. Kritzenberger, vaticannews

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