Nico Spuntoni nimmt in La Nuova Bussola Quotidiana bei seiner Kritik am deutschen "Synodalen Weg" kein Blatt vor dem Mund. Hier geht´s zum Original: klicken
"DIE ELITE DER DEUTSCHEN SYNODE FORDERT PAPST LEO HERAUS"
Der jüngste Vorschlag der deutschen Synoden-Elite zielt darauf ab, die kirchliche Hierarchie umzugestalten und die Lehre neu zu erfinden, und stellt damit die stillschweigende Missbilligung Roms offen in Frage. Es ist nun am Heiligen Stuhl, diesem Spiel, das zu weit gegangen ist, ein Ende zu setzen.
Am Samstagmorgen legte der Apostolische Nuntius in Deutschland, Monsignore Nikola Eterović, sein Rücktrittsschreiben in der Privatbibliothek des Apostolischen Palastes nieder. Heute wird der Diplomat seinen 75. Geburtstag mit etwas Erleichterung feiern, vielleicht in der Hoffnung, dass Leo XIV. ihn nicht zum Bleiben auffordert. Die deutsche Kirche steht kurz vor dem Ausbruch.
Im Februar findet die mit Spannung erwartete Vollversammlung der Bischofskonferenz statt, die zu den Statuten der Synodalkonferenz Stellung nehmen soll. Diese wurden am 29. November vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken gebilligt. Die am 22. November 2025 in Fulda vom Synodalkomitee verabschiedeten Statuten setzen die umstrittene Synodalkonferenz in Kraft. Laut dem Abschlussdokument der Bischofssynode zur Synodalität soll die Konferenz „in Kontinuität mit den Zielen des Synodalen Weges“ stehen und „Bischöfe und andere Gläubige“ gleichstellen. Dies gibt bestimmten Laien die Macht, über wichtige Fragen des kirchlichen Lebens von überdiözesaner Bedeutung zu beraten und Entscheidungen zu treffen.
Kurz gesagt: Die Mehrheit der deutschen Bischöfe und der organisierten Laien hat erneut die Warnung Roms in einem Brief an die Bischofskonferenz vom 16. Februar 2024 ignoriert, in dem Kardinal Robert Prevost darauf hinwies, dass das Synodalkonzil nicht mit dem Kirchenrecht vereinbar sei. Die Statuten der Konferenz, die eine Umgestaltung der Kirche und sogar die Aufgabe der Doktrinänderung anstreben, fordern „Geschlechter- und Generationengleichheit“ sowohl in ihrer Zusammensetzung als auch in ihrem Vorsitz. Die Abwertung der Rolle der Bischöfe in diesem Projekt zeigt sich nicht nur darin, dass sie gegenüber bestimmten Laien in der Minderheit sein werden, sondern auch in der Aussage, dass sie, falls sie einen Beschluss nicht umsetzen können, ihre Gründe dem Vorsitz der Synodalkonferenz unter Beachtung der Datenschutzbestimmungen darlegen müssen.
Dies widerspricht der Erklärung des Heiligen Stuhls vom 21. Juli 2022 zum Synodalen Weg in Deutschland, wonach dieser „keine Befugnis hat, Bischöfe und Gläubige zur Annahme neuer Regierungsformen und neuer Ansätze in Lehre und Moral zu verpflichten“. Die Lektüre des bald zu verabschiedenden Statuts legt jedoch nahe, dass genau dies geschehen ist. Rom missbilligt dies stillschweigend, und Papst Leon XIV., dem das Dossier aus seiner Zeit als Präfekt des Dikasteriums für die Bischöfe bekannt ist, erkennt die Ernsthaftigkeit der Lage.
Das Problem besteht darin, dass die Deutschen offenbar zu weit gegangen sind und ein entschlossenes Vorgehen nötig sein wird, um den nun in Gang gesetzten Prozess zu stoppen. Die synodale Agenda in Deutschland begann mit dem Synodalen Weg, wurde an den Ausschuss weitergeleitet und ist nun für die Konferenz bestimmt. Sie zielt offen darauf ab, die katholische Lehre zu missachten. Zu den theologischen Zielen gehören die Demokratisierung der Kirche durch die Gleichstellung von Ordensleuten und Laien, die Infragestellung des kirchlichen Zölibats und die Förderung der Frauenordination. Im moralischen Bereich wurde das Dokument, das diesen Wandel symbolisiert, kurz nach dem Tod von Papst Franziskus von der gemeinsamen Konferenz der Bischofskonferenz und des Zentralkomitees veröffentlicht. Es handelt sich um eine Sammlung liturgischer Richtlinien für die Segnung von Partnerschaften jeglicher Art. Im Bereich der Anthropologie übernahm die Veröffentlichung der Richtlinien der Bildungskommission der Bischofskonferenz im vergangenen Oktober dieselbe symbolische Funktion; diese Richtlinien integrierten de facto die Gender-Ideologie.
Kürzlich veröffentlichte die „Tagespost“, eine Zeitung, die sich an vorderster Front für die Verteidigung traditioneller katholischer Lehren einsetzt, die Ergebnisse einer Umfrage. Diese zeigt, dass sich die Mehrheit der deutschen Katholiken vom Synodalen Weg nicht vertreten fühlt. Diese Minderheit läuft jedoch Gefahr, sich der Mehrheit durch komplizierte Entscheidungsprozesse aufzuzwingen, die darauf abzielen, eine Laienelite zu begünstigen.
Angesichts all dessen muss Rom diesem Spiel, das schon viel zu lange andauert, ein Ende setzen. Geschieht dies nicht, werden die drei Bischöfe – Rudolf Voderholzer, Stefan Oster und Rainer Maria Woelki –, die seit Jahren wegen ihrer Opposition gegen die Agenda des Synodalen Weges angegriffen werden, als Erste die Konsequenzen tragen."
Quelle: N. Spuntoni, LNBQ
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