Freitag, 5. Juni 2026

Madrid erwartet die Ankunft von Papst Leo XIV

Kielce Gussic berichtet für vaticannews über Madrid, die erste Station der morgen beginnenden Spanienreise Papst Leos XIV. Hier geht´s zum Original:  klicken

"MADRID ERWARTET DIE ANKUNFT PAPST LEOS UND EINE WIEDERBELEBUNG DES GLAUBENS" 

15 Jahre nach Papst Benedikts XVI Weltjugendtag in Madrid, reist Papst Leo XIV in eben diese Stadt, in der die Menschen auf Ermutigung und Wiederbelebung des GLaubens des Landes hoffen. 

Morgen wird die Stadt Madrid - die erste Station seiner Apostolischen Reise nach Spanien, Papst Leo XIV  begrüßen. In der Hauptstadt laufen letzte Vorbereitungen, Straßen werden blockiert, Blumenarrangements verkünden "Leo XIV" und die Fahnen des Vaticans säumen die Hauptstrassen der Stadt.

Weniger als 24 Stunden vor der Landung der päpstlichen Maschine sprach Professor Yago De la Cierva, der Gesamtkoordinator des Papstbesuchs in Spanien, mit vatican news darüber, warum diese apostolische Reise ein Zeichen der Hoffnung für die Menschen in Madrid und ganz Spanien darstellt.

Diese Hoffnung ist zweifacher Natur. Zum einen wird erwartet, dass die Anwesenheit des Papstes „das geistliche Leben der Christen und praktizierenden Katholiken stärken“ wird. Zum anderen soll der Papstbesuch ein Aufruf an all jene sein, die sich vielleicht vom Glauben entfernt haben oder nie eine religiöse Unterweisung erhalten haben: Sie sollen zur Kirche zurückkehren und erfahren, dass sie Frieden und Glück finden können, denn Gottes Wille ist es, dass sie glücklich sind.

Eine Wiederbelebung des Glaubens

Einst ein überwiegend katholisches Land, ist die Zahl der Gläubigen in den letzten Jahren stetig zurückgegangen. Während sich etwa 52 % der Spanier als Katholiken bezeichnen, sind nur rund 15 % praktizierende Gläubige. Prof. de la Cierva weist jedoch darauf hin, dass sich dieser Rückgang nicht auf Spanien beschränkt. „Ich glaube, der Glaube ist in Europa auf dem Rückzug“, merkt er an. „In Spanien begann dieser Rückgang zwar später, verläuft aber schneller – womöglich aus anderen Gründen.“

So ist beispielsweise die Zahl der getauften Kinder auf unter 50 % gesunken, und weniger als 20 % der Paare schließen die Ehe in der Kirche. Der Gesamtkoordinator warnt jedoch davor, sich allein auf die Statistiken zu konzentrieren.

„Angesichts dieser Zahlen könnte der Eindruck entstehen, alles sei düster und trostlos – doch das ist keineswegs der Fall“, betont Prof. de la Cierva. „Es gibt zahlreiche neue Institutionen, Gruppen und Bewegungen, die sehr aktiv sind, und auch viele Pfarreien zeigen großes Engagement.“

Dies zeige sich besonders in der Hauptstadt, erklärt er. In Madrid errichtet die Diözese derzeit zwölf neue Kirchen. Zudem blüht das christliche Leben in der Stadt auf; Prof. de la Cierva sieht darin einen der Gründe, warum der Papst Madrid als erste Station seines Besuchs ausgewählt hat. „Madrid nimmt eine Sonderstellung ein. Es ist eine der Regionen mit einem hohen Anteil praktizierender Katholiken … und das christliche Leben dort ist überaus lebendig.“


Darüber hinaus hinterlässt eine Papstreise stets einen bleibenden Eindruck – so auch in Madrid. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass jeder Besuch des Papstes – Johannes Paul II. kam fünfmal, Benedikt XVI. dreimal – zu einer Erneuerung des Glaubens führt“, unterstreicht der Generalkoordinator.

Von einer steigenden Zahl neuer Seminaristen über ein höheres Spendenaufkommen bis hin zu Eltern, die Religionsunterricht an den Schulen fordern: Eine apostolische Reise belebt die Gemeinschaft neu. „Das war zum Beispiel 2011 der Fall, und wir hoffen sehr, dass dies auch in diesem Jahr wieder geschieht“, so Prof. de la Cierva.

Die Politik und ´der Papst

Das Spanien, das der Papst morgen vorfindet, ist tief im Katholizismus verwurzelt. Über Jahrhunderte hinweg wurde das Land von katholischen Monarchen regiert, und der Katholizismus war als Staatsreligion etabliert.

Heute sind Kirche und Staat – wie in den meisten Ländern – getrennt, arbeiten jedoch in verschiedenen Bereichen und bei unterschiedlichen Themen zusammen. Prof. de la Cierva verweist beispielsweise darauf, dass sich die aktuelle Regierung und die Kirche darin einig sind, wie wichtig die Fürsorge für jeden in Spanien ankommenden Migranten ist.

Er betont, dass diese Reise in einen für das Land sehr bedeutsamen Moment fällt; man hofft, dass der Papst die Politiker dazu ermutigen wird, „zusammenzuarbeiten, sich für das Gemeinwohl einzusetzen und langfristig statt nur kurzfristig zu denken.“

In diesem Zusammenhang wird der Papst auch vor dem Parlament sprechen – ein Ereignis, das Seltenheitswert hat. Dass ein Papst vor gewählten Volksvertretern, dem Königspaar und weiteren Politikern spricht, sei ein „Zeichen der Hoffnung“ und verweise auf die Möglichkeit „einer neuen Hoffnung“, so der Professor. Ein Rückblick auf 15 Jahre: von 2011 bis 2026

Vor fünfzehn Jahren leitete Papst Benedikt XVI. den Weltjugendtag (WJT) in Madrid, an dem Millionen junger Menschen teilnahmen. Das damalige Leitthema lautete „In Jesus Christus verwurzelt und auf ihn gegründet, fest im Glauben“, und der deutsche Papst rief die jungen Pilger dazu auf, „Akteure der Neuevangelisierung“ zu sein."

Fast zwei Jahrzehnte später – mit einem neuen Papst und in einer zunehmend von Technologie geprägten Welt – sind junge Menschen erneut die Hoffnung für die Zukunft. Angesichts der rückläufigen Zahl praktizierender Katholiken zeigt eine wachsende Zahl junger Menschen Interesse am katholischen Glauben.

Prof. de la Cierva, der auch an der Organisation des Weltjugendtages 2011 mitwirkte, führt dieses Wiederaufleben auf die Suche junger Menschen nach Frieden und Glück zurück. Die Herausforderung für die Kirche besteht darin, für sie eine Gemeinschaft zu sein, in der sie willkommen sind.

„Doch das ist erst der Anfang. Die Herausforderung für die Kirche liegt darin, ihnen nicht nur zu helfen, in die Eingangshalle unseres Hauses [der Kirche] zu gelangen, sondern auch einzutreten, zu bleiben und die Kirche in ihrer ganzen Fülle kennenzulernen“, erklärt er.

Der Besuch von Papst Leo kann jene offene Tür sein, die junge Menschen zur Kirche zurückführt. Mehr noch: Er kann als Katalysator für eine Erneuerung der Kirche in ganz Spanien wirken."

Quelle: K. Gussic, vaticannews

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