bzw. hat gestern bei liturgicalnotes über das Ableben von Rabbiner Lord Sacks gesprochen.
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"RABBI LORD SACKS"
"Die Nachricht vom plötzlichen Tod eines unserer vornehmsten Oberrabbiner hat mich tief getroffen. Lord Sacks war Engländer durch und durch. Er war ein Mann von hoher Kultur, der sich mit Leichtigkeit und Eleganz auszudrücken vermochte – eine seltene Fähigkeit. Weit über das billige Schlagwort vom "prominenten Intellektuellen“ hinaus war er ein Gelehrter.
Als einmal ein britisches Gericht sich anmaßte, eine Vorgabe des Jüdischen Gesetzes aufzuheben, das es als dem Gesetz dieses Landes untergeordnet betrachtete, formulierte er seinen Protest so: "Ein englisches Gericht hat diese Regelung als "rassistisch“ erklärt, und da es sich dabei um ein unverzichtbares Element des jüdischen Gesetzes handelt, erklärt es letzten Endes die jüdische Religion für rassistisch.“Juden sind oft heftig dafür angegriffen worden, daß sie die Religion über die Nation stellen. Was für ein verdrehtes Herangehen. Gott und den Glauben an die erste Stelle zu setzen ist im Gegenteil ein Imperativ, den wir mit ihnen gemeinsam haben; für uns ebenso wie für sie hat die Treue zu unserem Glauben Vorrang – und zwar immer, in guten Zeiten wie während einer Seuche – vor jeder irdischen Treue und Loyalität.
Im Stundengebet der Lateinischen Kirche lasen wir vor kurzem die Geschichte der Maccabäischen Brüder, die unter den Christen ebenso wie unter den Juden als Märtyrer angesehen werden und deren kostbare Reliquien wir im Zentrum des katholischen Rom verehren. Viele englische Priester werden gerade an diesem (Sonntag-)Vormittag bei ihrem Requiem für die Kriegsgefallenen die ebenso klare wie
schonungslose Lesung aus dem II. Buch der Makkabäer vorgetragen haben.
Wie uns diese Märtyrer durch ihr kostbares Zeugnis für das Gesetz der Torah, das zu ihrer Zeit noch nicht Fleisch geworden war, gelehrt haben, steht der Glaube und der Gehorsam, in dem er sich ausdrückt und Gestalt annimmt, über allen Verordnungen weltlicher Regierungen,
Quelle: liturgicalnotes, Fr. J. Hunwicke