Papst Leo XIV hat heute den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer in Audienz empfangen.
Mittwoch, 23. September 2026
Audienz
Die Katechese
Vaticannews veröffentlicht den Wortlaut der Katechese des Hl. Vaters bei der heutigen Generalaudienz.
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Liebe Brüder und Schwestern, guten Morgen und herzlich Willkommen!
Wenn wir unseren Weg durch die Pastoralkonstitution „Gaudium et Spes“ des Zweiten Vatikanischen Konzils fortsetzen, gelangen wir zum dritten Kapitel des ersten Teils, das einen ansprechenden Titel trägt: „das Menschliche Schaffen in der Welt“. Die grundlegende Frage lautet wie folgt: Welchen Wert hat das menschliche Handeln in der Welt und damit der technische, gesellschaftliche und wissenschaftliche Fortschritt? Wir können uns daran erinnern, dass weniger als vier Jahre nach Abschluss des Konzils, in der Nacht vom 20. auf den 21. Juli 1969, der Mensch zum ersten Mal den Mond betrat.
Dienstag, 22. September 2026
Was der Apostolische Nuntius in Frankreich ankündigt...
Vaticannews berichtet über die Pläne des Hl. VAters, während seiner Frankreichreise, Katechumenen und Neugetaufte zu treffen. Hier geht´s zum Original: klicken
Unter dem Titel:
"FRANKREICH: DIE WACHSENDE NACHFRAGE NACH ERWACHSENENTAUFEN WECKT DAS INTERESSE DES PAPSTES"
beginnt der Artikel so - ZITAT
Immer mehr Erwachsene in Frankreich interessieren sich für die Taufe und den christlichen Glauben. Diese Entwicklung habe bei Papst Leo XIV. großes Interesse geweckt, berichtet der Apostolische Nuntius in Frankreich, Erzbischof Celestino Migliore. Bei seiner bevorstehenden Frankreichreise will der Papst deshalb besonders Katechumenen und Neugetauften begegnen.
Die wachsende Zahl junger Menschen und Erwachsener, die in Frankreich den Weg zum christlichen Glauben suchen, wird auch bei der bevorstehenden Reise von Papst Leo XIV. eine Rolle spielen. Der Papst wolle die französischen Christen in ihrem Glauben bestärken und dabei insbesondere Menschen begegnen, die sich auf die Taufe vorbereiten oder erst vor kurzem getauft wurden. Das sagte der Apostolische Nuntius in Frankreich, Erzbischof Celestino Migliore, im Gespräch mit der italienischen Nachrichtenagentur SIR. Die steigende Nachfrage nach der Erwachsenentaufe habe bei Leo XIV. „großes Interesse, Bewunderung und Ermutigung“ hervorgerufen." (...)
Quelle: sir, vaticannews
Montag, 21. September 2026
Heute vor 350 Jahren,
am 21. September 1676 wurde Kardinal Benedetto Odesccalchi zum Papst gewählt. Unter dem Namen Innozenz XI wurde er ein bedeutender Pontifex. Nicola Scapin berichtet bei OnePeterFive über sein Wirken. Hier geht´s zum Original: klicken
Die feierliche Krönung am 4. Oktober im Petersdom war ein Moment außergewöhnlicher musikalischer Pracht. Wie Stefano Gizzi anmerkt, erklang während des Fußkusses und der Schlüsselübergabe die majestätische Motette „ Tu es Petrus“ , vermutlich von Giovanni Pierluigi da Palestrina (†1594), durch den Dom. Den musikalischen Höhepunkt der Feier bildete die Motette „ In Diademate Capitis Aaron“ von Felice Anerio (†1614) während des Offertoriums , während der abschließende Segen von der Loggia aus durch Palestrinas fünfstimmige Polyphonie „ Corona aurea super caput ejus“ geweiht wurde.
Das Pontifikat Innozenz’ XI., das über zwölf Jahre währte, hinterließ einen unauslöschlichen Eindruck in der Kirche. Drei Jahrhunderte später, im Jahr 1956, feierte Papst Pius XII. (†1958) die Seligsprechung des in Como geborenen Papstes und hob in einer leidenschaftlichen Radioansprache aus Castel Gandolfo hervor, wie „die Heiligkeit Innozenz’ XI. unmittelbar nach seinem Tod nicht nur von den katholischen Gläubigen, sondern auch von vielen Nichtkatholiken verkündet wurde.“
Trotz dieses sofortigen Rufs der Heiligkeit verzögerten andere Erwägungen seinen Weg zum Altar, die erst durch sorgfältige historische Forschung endgültig geklärt wurden.
Pius XII. hob die Tugenden hervor, die Odescalchi auszeichneten : Demut, Askese und Hingabe an die Armen. „Er lebte in Einfachheit, fernab jeglichen Luxus, und in seiner Demut suchte er nie im Mittelpunkt zu stehen“, bemerkte der Papst. „Er liebte die Armen und half ihnen mit väterlicher Zärtlichkeit und schonte weder seine Kraft noch seinen Besitz.“
Neben seiner persönlichen Askese war Innozenz XI. ein unermüdlicher Reformer. Er arbeitete daran, die Römische Kurie effizienter und nüchterner zu gestalten, bekämpfte Vetternwirtschaft und ernannte Bischöfe von vorbildlicher Tugend. Pius XII. erinnerte sich an ihn als einen Papst, der „die Würde und Effizienz der Römischen Kurie wiederherstellen wollte, Vetternwirtschaft bekämpfte und würdige und vorbildliche Bischöfe auswählte“
.Seine Entschlossenheit zeigte sich auch im Umgang mit politischen Mächten, insbesondere mit Ludwig XIV. (†1715) von Frankreich. Innozenz XI. widersetzte sich mutig den Ansprüchen des Absolutismus: „Er wehrte sich entschieden gegen die Anmaßungen absoluter Macht, nicht aus Rebellion, sondern aus Treue zum von Christus empfangenen Auftrag.“
Welche Normalität?
In seiner heutigen Kolumne für Monday at the Vatican stellt A.Gagliarducci sich die Frage, welche Normalität Papst Leo XIV anstrebt. Hier geht´s zum Original: klicken
"LEO XIV, WELCHE NORMALITÄT?"
Die Nachricht, daß Leo XIV beschlossen hat, die von Papst Franziskus angeordnete Gehaltskürzung für die Kardinäle zurückzunehmen, hat eine größere symbolische Wirkung erzielt, als man annehmen konnte.
Während der Covid-19-Pandemie und der Wirtschaftskrise hat Papst Franziskus die Gehälter der Kardinäle, den sog. Kardinalsteller- gekürzt und das hat Schlagzeilen gemacht.
Leo XIV bringt die Normalität zurück und das kann in der Diskussion nur zu zwei Rückschlüssen führen, entweder hat der Papst die Dinge zur Normalität zurückgebracht, nachdem die Krisensituation zu Ende ist, oder er widerruft das vorangegangene Pontifikat und stellt die Privilegien der Kardinäle wieder her.
Diese beiden Interpretationen erklären jedoch wahrscheinlich nicht ganz, was heute passiert.
Leo XIV ist kein Mann radikaler Veränderungen und er will sich sicher nicht als der PApst positionieren, der die Kontinuität zu seinen Vorgängern, insbesondere seinem unmittelbaren Vorgänger, Franziskus, unterbrochen hat.
Aber er zeigt als ein Papst mit eigenem Pragmatismus, der es ihm erlaubt, bestimmte Maßnahmen "anzupassen".
Franziskus hat tatsächlich nicht nur die Gehälter der Kardinäle gekürzt. Er ordnete zudem an, dass alle für die ihnen aufgrund ihres Amtes zugewiesenen Wohnungen eine marktübliche Miete zahlen müssen – womit er unmissverständlich signalisierte, dass er den Kardinälen ihre Privilegien entziehen und – auch in ihren Lebensumständen – nah bei den Menschen bleiben wollte.
Obwohl diese Entscheidungen ein erhebliches Medienecho hervorriefen, offenbarten sie auch die Tendenz, die Führungskräfte der Kirche zu Sündenböcken für alle Übel zu machen.
Das vatikanische System wurde nämlich nicht geschaffen, um Einzelne zu bereichern oder Privilegien zu verteilen. Vielmehr sollte es allen, die im Vatikan arbeiten, ein würdevolles Leben ermöglichen. Die Gehälter im Vatikan sind nicht besonders hoch; das gilt auch für die Bezüge der Kardinäle.
Sonntag, 20. September 2026
Angelus
auf dem Petersplatz
vaticannnews veröffentlicht den Wortlaut der Katechese. Hier geht´s zum Original: klicken
Liebe Brüder und Schwestern, einen schönen Sonntag!
Durch den Mund des Propheten Jesaja gibt uns der Herr in der heutigen Liturgie einen bedeutenden Grund zur Hoffnung, wenn er uns sagt, dass seine Gedanken nicht unsere Gedanken und seine Wege nicht unsere Wege sind (vgl. Jes 55,8). Ja, Gottes Pläne sind unendlich viel größer und, sagen wir ruhig, „menschlicher“ als das, was wir von der Sünde gezeichnete Männer und Frauen begreifen und realisieren können. Deshalb ergeht an uns der Aufruf des Propheten, der heute aktueller ist denn je: unsere verkehrten Wege zu verlassen und umzukehren zum Herrn, der Barmherzigkeit und Vergebung ist .
Im Evangelium beschreiben die Gleichnisse Jesu das Neue, das Gott für uns bereithält, aber oft zeigen sie auch unseren Widerstand gegen eine großzügigere Gerechtigkeit und eine größere Liebe. Heute etwa hören wir die Geschichte von den Arbeitern, die zur Arbeit in den Weinberg gerufen werden (vgl. Mt 20,1-16): die einen für den ganzen Tag, die anderen nur für ein paar Stunden, wieder andere erst kurz vor Sonnenuntergang. Doch die zentrale Stelle des Gleichnisses ist der Augenblick der Entlohnung, als der Gutsherr gegenüber den Arbeitern der ersten Stunde Wort hält und sie wie vereinbart bezahlt, aber möchte, dass sie seine Güte erkennen, und die Letzten – vor ihren Augen – genauso behandelt wie sie
Ein Detail dürfen wir nämlich nicht übersehen. Der Herr gibt dem Verwalter eine genaue Reihenfolge vor: Die Arbeiter sollen »angefangen bei den Letzten, bis hin zu den Ersten« bezahlt werden (Mt 20,8). Die ablehnende Reaktion derer, die den ganzen Tag gearbeitet hatten, hätte also leicht vermieden werden können, doch sie ist beabsichtigt, denn die Offenbarung der Güte Gottes gilt für alle, nicht nur für einige
„Wir alle gewinnen jedoch an Freude, Verständnis und Zukunft, wenn das Gesetz der Liebe das Gesetz des Kalküls aufbricht“
Gott hat andere Wege und neue Gedanken auch für jene, die sich für die Ersten halten und glauben, sie hätten das, was sie sind, verdient und das erreichte Ergebnis stünde ihnen zu. Wir alle gewinnen jedoch an Freude, Verständnis und Zukunft, wenn das Gesetz der Liebe das Gesetz des Kalküls aufbricht, wenn die Erfahrung des Erbarmens die des Verdienens weitet, wenn das Geschenk des Friedens Rivalitäten aufhebt und uns in Dankbarkeit einander näherbringt.
Brüder und Schwestern, es ist eine Gnade, Mitarbeiter Gottes zu sein, in seinem Weinberg zu arbeiten, seinem Reich der Gerechtigkeit und des Friedens zu dienen! Dort, wo das Neue hereinbricht, das Gott für uns bereithält, ist kein Platz für Neid und Spaltung. Lasst uns also den Herrn suchen, solange er sich finden lässt, lasst uns ihn anrufen, solange er nahe ist; und verlassen wir unsere verkehrten Wege und unsere ungerechten Gedanken (vgl. Jes 55,6-7)!
Blicken wir auf unsere heilige Mutter: Sie ist ein Geschöpf wie wir, aber ohne Makel; deshalb hilft sie uns, auf Gott zu hoffen und uns seiner Barmherzigkeit anzuvertrauen, damit seine Wege zu unseren Wegen und seine Gedanken zu unseren Gedanken werden."
Quelle: vaticannews
In Illo Tempore
Fr. John Zuhlsdorf setzt bei OnePeterFive seine Katechese zur Bedeutung der Liturgie für die Sonntage im Kirchenjahr fort. Hier geht´s zum Original: klicken
"IN JENER ZEIT: DER 17. SONNTAG NACH PFINGSTEN"
Der September galt als der alte „siebte Monat“, und in Rom stand die Ernte im Mittelpunkt des kirchlichen Gebets. Die Felder werden eingebracht, das Jahr neigt sich dem Ende zu, und die Liturgie nimmt jene herbstlichen Töne an, die mit jedem Sonntag stärker in den Vordergrund treten: Gericht, Beharrlichkeit, das Ende der Zeit, die Sammlung des Volkes Gottes. Der 17. Sonntag nach Pfingsten folgt im traditionellen römischen Kalender unmittelbar auf die Quatembertage im Herbst, jene alten Tage des Fastens, des Gebets, des Dankes und der Ordination, die den Wechsel der Jahreszeiten heiligen.
Vor diesem Hintergrund beginnt der Introitus mit Psalm 118: „ Iustus es, Domine, et rectum iudicium tuum … Du bist gerecht, Herr, und dein Urteil ist richtig“, und der Psalmvers fügt hinzu: „ Beati immaculati in via … Wohl denen, die unbefleckt auf dem Weg sind.“ Ein Weg ist vor uns. Wir sollen ihn unbefleckt beschreiten.
Dann folgt eines jener knappen römischen Kollekten, die mit wenigen Worten eine ganze Theologie eröffnen können:
Da, quaesumus, Domine, populo tuo
diabolica vitare contagia:
et te solum Deum pura mente sectari.
Gewähre, wir bitten Dich, o Herr, Deinem Volk,
dass es sich von teuflischer Verunreinigung fernhalte
und Dir, dem einzigen Gott, mit reinem Herzen folge.
S^^ o dicht. So römisch.
Der Dreh- und Angelpunkt liegt in diesen beiden gegensätzlichen Bewegungen, vitare und sectari . Vitare bedeutet „meiden, ausweichen, fliehen“. Sectari , ein Deponensverb mit aktiver Bedeutung, bedeutet „eifrig folgen, verfolgen, begleiten“. Das christliche Leben hat somit eine Richtung. Etwas muss gemieden und jemandem muss gefolgt werden. Dazwischen steht der Zustand der Seele: Ansteckung auf der einen Seite, Reinheit auf der anderen.
Contagio kann einfaches „Kontakt“ bedeuten, dann aber auch „Infektion, Verunreinigung, Kontamination“ oder sogar „verderbliche Gemeinschaft“. Purus bedeutet „rein, unvermischt, unbefleckt“. Mens ist vielschichtiger als unser deutsches „mind“ (verstanden). Im Kontext kann es „Intellekt, Veranlagung, Herz, Seele, das Innere des Menschen“ umfassen. Die Bitte erbittet Gott, sein Volk zu befähigen, alles zu meiden, was das innere Leben verunreinigt, und sich ihm allein, ganz und ungeteilt, anzuschließen.
Dieses „allein“ zählt. Te solum Deum . Das Gebet klingt wie das erste Gebot und das Schma Jisrael (vgl. Dtn 6). Es bereitet uns auch auf das Evangelium vor, in dem der Gesetzeslehrer Christus um das größte Gebot bittet und die Antwort erhält: Liebe Gott von ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken und liebe deinen Nächsten wie dich selbst.
Über das Wirken der Bischöfe in der Gegenwart...-
Mario Galgano berichtet bei Vatican News über ein Schreiben, mit dem sich Papst Leo an die Bischöfe Südamerikas und der Karibik gewandt hat. Hier geht´s zum Original: klicken
Unter dem Titel:
"LEO ZIEHT LEHREN AUS DEM INGRESSRITUS FÜR DEN BISCHÖFLICHEN DIENST"
beginnt der Bericht so-ZITAT
"Anlässlich des dreihundertsten Jahrestages der Heiligsprechung des heiligen Turibio von Mogrovejo hat Papst Leo XIV. ein Schreiben an die Bischöfe Lateinamerikas und der Karibik gerichtet. Darin nutzt das Oberhaupt der katholischen Kirche die einzelnen Stationen des Ingresses (auch Possessio genannt) – des feierlichen Empfangs eines Bischofs an der Tür seiner Kathedrale – als metaphorischen und praktischen Leitfaden für das bischöfliche Wirken in der Gegenwart." (...)
Quelle: M. Galgano, vaticannews
Samstag, 19. September 2026
Weniger und mehr
Vaticannews berichtet weiterhin über das Treffen des Hl. Vaters mit den Priestern seiner römischen Diözese. Hier geht´s zum Original: klicken
PAPST RUFT DIE DIÖZESE ROM ZUR PASTORALEN EVALUIERUNG AUF: "MACHT WENIGER UND MACHT ES BESSER:"
Zum Auftakt des neuen Pastoraljahres der Diözese Rom ruft der Papst zu einem gemeinsamen Prozess der pastoralen Evaluation auf, der die Begegnung mit Christus, die Gemeinschaft und den Dienst an der Stadt in den Mittelpunkt stellt.
Papst Leo XIV. hat das Bistum Rom dazu aufgerufen, das neue Pastoraljahr mit einer Phase des Zuhörens, der Reflexion und der Bewertung der eigenen Aktivitäten zu beginnen, anstatt einfach neue Initiativen zu starten.
In seiner Ansprache vor der Diözesanversammlung in der Lateranbasilika am Freitag erklärte der Papst, er präsentiere kein neues Pastoralprogramm, sondern schlage eine gemeinsame Methode der „Pastoral Evaluation“ vor.
Der Prozess, so erklärte er, bedeute, innezuhalten, das Geschehene noch einmal zu betrachten, die Früchte der Arbeit zu würdigen, zu verstehen, was nicht funktioniert hat, und gemeinsam nach den Gründen dafür zu suchen. Er solle die gesamte kirchliche Gemeinschaft einbeziehen und, wo immer möglich, auch jene anhören, die nicht regelmäßig am kirchlichen Leben teilnehmen.
„Warum eröffnen manche Initiativen neue Wege, während andere isoliert bleiben?“
„Warum weinst du? Wen suchst du?“ Papst Leo begann seine Betrachtung mit der Evangeliumserzählung von Maria Magdalena am leeren Grab am Ostermorgen. Er legte Jesu Fragen an sie – „Warum weinst du? Wen suchst du?“ – als Fragen an die Kirche und die Stadt Rom dar.
Er hob die bereits vorhandene Lebendigkeit in der Diözese hervor, darunter Pfarreien, Vereine, Bewegungen und andere kirchliche Einrichtungen, die sich der Evangelisierung, der Nächstenliebe und dem Gebet widmen. Gleichzeitig räumte er ein, dass die Fülle an Aktivitäten dazu führen kann, dass Gemeinden ihren evangelischen Kern aus den Augen verlieren.
Der Papst sagte, pastorales Handeln solle daher nicht einfach mit der Frage beginnen, was zu tun sei, sondern mit der Frage, wem und wie man begegnen solle.
Wenn Maria Jesus ihren Namen rufen höre, so sagte er, erkenne sie ihn. Ebenso sollten Menschen in kirchlichen Gemeinschaften nicht anonym oder unsichtbar bleiben, sondern gesehen, erkannt und mit Namen angesprochen werden. Eine authentische Begegnung mit Christus wird dann zur Quelle missionarischer Freude.
Die Kirche existiert nicht für sich selbst, sondern um jeden Menschen zur Begegnung mit dem Herrn zu führen.“
Quelle: vaticannews
Arroganz? Spalter-Gen? Gender-Ideologie versus Katholische Lehre?
Mittlerweile hat sich die Unbeugsamkeit des Hamburger Erzbischofs und seiner Mitarbeiter gegenüber den Wünschen Roms, auf die sagen wir mal kontroverse Richtlinie für die Katholischen Schulen zur Sexualkunde zu verzichten oder sie zumindest abzuändern, bis zu den katholischen Medien herumgesprochen. Nico Spuntoni kommentiert für La Nuova Bussola Quotidiana. Schon der Titel läßt keine Zweifel zu. Hier geht´s zum Original: klicken
Über dem Artikel steht : "ARROGANZ"
"Zwei Briefe der Diözesanleitung, die La Bussola vorliegen, versuchen, Familien zu diskreditieren, die gegen die umstrittenen Richtlinien für den Sexualkundeunterricht an katholischen Schulen protestieren, und fordern sie auf, diese sowie die Warnungen des Vatikans zu ignorieren.
"HAMBURG: DIE PRO-GENDER ERZDIÖZES IGNORIERT ROM UND BELEIDIGT DIE FAMILIEN"
Das Erzbistum Hamburg hat seine Geheimhaltung aufgegeben und seinen fünfzehn Schulen Richtlinien für den Sexualkundeunterricht auferlegt, die mit katholischer Moral unvereinbar sind. Dieses Dokument, wie wir bereits erläutert haben, basiert selbst auf einem anderen Dokument, das im Rahmen des deutschen Synodalprozesses erstellt wurde. Trotz aller wohlklingenden Worte über Synodalität, die Zuhören und Dialog bedeutet, hat die Leitung des Erzbistums Hamburg nun die Schulen angewiesen, die Meinungen der Eltern zu ignorieren, die gegen die gendergerechten Richtlinien protestieren.
Dies geht aus einer E-Mail hervor, die Generalvikar Sascha-Philipp Geissler an die Mitarbeiter der Erzdiözese schickte und die der Zeitung „La Nuova Bussola“ vorliegt. In der Nachricht warnt der enge Vertraute von Erzbischof Stefan Heße seine Mitarbeiter vor den Aktivitäten des Elternnetzwerks für Kinderschutz und Prävention, dem rund hundert besorgte Familienmitglieder angehören, die die Einführung der Richtlinien kritisch sehen. Dies steht im krassen Gegensatz zu der von der deutschen Synode befürworteten Einbindung von Laien: Geissler empfiehlt ausdrücklich, nicht auf die E-Mails der Eltern zu antworten oder sich an Diskussionen darüber zu beteiligen. Die berechtigten Sorgen der Familien über die Gefahr einer frühen Sexualisierung von Kindern und die Einführung einer Sexualerziehung, die der christlichen Anthropologie widerspricht, werden vom Generalvikar als „Versuch, Unsicherheit und Zwietracht“ in den Schulgruppen zu säen, abgetan.
Der Geistliche verspottet auch den Heiligen Stuhl, der – wie uns ein Schreiben des Dikasteriums für Kultur und Bildung zugespielt wurde – den Eltern implizit zustimmte. Er bezog sich dabei auf die Position in dem 2019 von dem damaligen Präfekten Giuseppe Versaldi unterzeichneten Dokument mit dem Titel „Als Mann und Frau schuf er sie. Für einen Weg des Dialogs zur Geschlechterfrage in der Bildung“. Dieses Dokument verurteilt den Ansatz der Richtlinien des Erzbistums Hamburg. Kardinal Versaldi griff das Thema auch in seinem Buch „Kirche und Geschlechteridentität: Eine Methode für den Dialog zwischen Glaube und Vernunft“ (San Paolo Edizioni) erneut auf und bekräftigte die Position des Heiligen Stuhls gegen die Genderideologie, die „die Verschiedenheit und die natürliche Wechselbeziehung zwischen Mann und Frau leugnet, eine Gesellschaft ohne Geschlechterunterschiede anstrebt und die anthropologische Grundlage der Familie untergräbt“.
Papst Leo XIV an die Priester seines Bistums
Wie Stefan von Kempis für vaticannews berichtet, hat Papst Leo XIV gestern Abend "sein Bistum Rom dazu aufgefordert, seine Seelsorge stärker auf die Begegnung der Menschen mit Christus auszurichten. „Manchmal häufen sich die Vorschläge, Aktivitäten und Begegnungen, und man verliert den Kern, den evangeliumsgemäßen Sinn dessen, was man tut, aus den Augen.“
"LEO XIV: "PASTORAL AUF BEGEGNUNG MIT CHRISTUS AUSRICHTEN"
Das sagte er an diesem Freitagabend bei einer römischen Diözesanversammlung in der Lateran-Basilika, seiner bischöflichen Kathedrale. Man treffe Christus, wenn man sich von ihm beim Namen gerufen fühle, „auf welche Weise das auch immer geschehen mag“. Von hier müsse jede pastorale Aktion neu ausgehen: „Sich nicht so sehr fragen, was man tun soll, sondern eher, wem man begegnen will, und wie.“
Leo lobte bisherige Reformprozesse im Bistum; die Beschäftigung mit „geistlichen Krankheiten“ habe gezeigt, was im kirchlichen Leben korrigiert werden müsse, und die synodale Orientierung führe zu einer breiteren Mitverantwortung von Laien. Wichtig sei ihm allerdings eine dritte Dimension, nämlich eine Überprüfung der Seelsorge.
Die Seelsorge überprüfen
„Im Licht des Heiligen Geistes zu überprüfen bedeutet, innezuhalten, das Geschehene noch einmal zu betrachten, zu erkennen, was Früchte getragen hat, zu verstehen, was nicht funktioniert hat, und gemeinsam nach den Gründen dafür zu suchen. Es bedeutet, kurz gesagt, der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Ich lade euch ein, diese Überprüfung unter Einbeziehung der gesamten Gemeinschaft durchzuführen und dabei, soweit möglich, auch Menschen zuzuhören, die nicht zur Gemeinschaft gehören und die Dinge sozusagen von außen betrachten.“„Förderung unsere Aktivitäten das Wachstum im Glauben?“
Für die gewünschte Überprüfung zählte Papst Leo mehrere Kriterien auf: Die Begegnung mit Christus ermöglichen; Gemeinschaft bilden; und der Stadtgemeinschaft dienen. „Zu diesen drei Prüfkriterien kommt ein viertes hinzu, das alle anderen durchzieht: die Bildung des Volkes Gottes. Fördern unsere Aktivitäten das Wachstum im Glauben? Bilden sie missionarische Jünger aus? Tragen sie dazu bei, kirchliche Verantwortung zu entwickeln? Führen sie zu einem reifen Glauben, der sich in konkreten Entscheidungen im Leben und im Dienst niederschlägt?“
Das Herzstück der Methode, die er hier vorschlage, bestehe in dem einfachen Wörtchen „wozu“. „Es geht darum, gemeinsam innezuhalten und sich bei allem, was wir tun, zu fragen: Warum tun wir das? Welche evangelische Absicht bewegt uns, auf welches tatsächliche Bedürfnis wollen wir eingehen, inwiefern entspricht diese Entscheidung dem Auftrag der Kirche? Dann der zweite Schritt: Warum erzielen wir diese Ergebnisse und keine anderen? Warum führen manche Initiativen zu neuen Wegen, während andere isoliert bleiben? Warum beteiligen sich manche Menschen, während andere am Rande stehen bleiben?“
Niemand trägt seine Last allein
Der Papst bedankte sich ausdrücklich bei allen geweihten Amtsträgern in seinem Bistum: Das sei „nicht bloß eine Formalität“. Er wisse, dass der pastorale Dienst heute anstrengender sei als früher; darum ermutige er dazu, die Last nicht allein zu tragen. „Niemand ist dazu berufen, alles allein zu machen. Das Presbyterium ist nicht die Summe der Priester, die sich aus organisatorischen Gründen treffen, sondern eine brüderliche Gemeinschaft.“
Quelle: S.v.Kempis, vaticannews
Freitag, 18. September 2026
Veni Creator Spiritus
Eröffnung des Kirchenjahres der Diözese Rom in San Giovanni in Laterano in Anwesenheit des Hl. Vaters
Späte Einsicht
Wie der Lambeth Palace des Erzbistums Canterbury auf seiner offiziellen Website bekannt gibt, hat Erzbischöfin Sarah entschieden, den Hubert-Walter-Preis für Versöhnung und interreligiöse Zusammenarbeit, mit dem sie Imam Maulana Hafiz M.T.M. Asrafi,am 11.9. ausgezeichnet und damit viel Aufsehen erregt hat, zurückzuziehen. Hier geht´s zum Original: klicken
Quelle: Lambeth Palace Archibishopry of Canterbury
Donnerstag, 17. September 2026
Was Papst Benedikt XVI über den Hl. Robert Bellarmin sagte
Bei seiner Katechese während der Generalaudienz am 23. Februar 2011 sprach Papst Benedikt XVI über den Hl. Robert Bellarmin. La Santa Sede hat die Katechese dokumentiert, Hier geht´s um Original: klicken
" Liebe Brüder und Schwestern! "
Der hl. Robert Bellarmin, über den ich heute zu euch sprechen möchte, bringt uns in Gedanken zurück in die Zeit der schmerzlichen Spaltung der abendländischen Christenheit, als eine schwere politische und religiöse Krise die Loslösung ganzer Nationen vom Apostolischen Stuhl hervorrief.
Er wurde am 4. Oktober 1542 in Montepulciano bei Siena geboren und war mütterlicherseits Neffe von Papst Marcellus II. Er erhielt eine ausgezeichnete humanistische Ausbildung, bevor er am 20. September 1560 in die Gesellschaft Jesu eintrat. Die philosophischen und theologischen Studien, die er am »Collegio Romano«, in Padua und in Löwen absolvierte und in deren Mittelpunkt der hl. Thomas sowie die Kirchenväter standen, waren für seine theologische Ausrichtung entscheidend. Er wurde am 25. März 1570 zum Priester geweiht und war einige Jahre lang Theologieprofessor in Löwen. Danach wurde er nach Rom als Professor am »Collegio Romano« berufen, wo ihm der Lehrstuhl für »Apologetik« anvertraut wurde.
In den zehn Jahren, in denen er dieser Aufgabe nachging (1576–1586), erarbeitete er eine Vorlesungsreihe, die später in die Kontroversen einfloß, ein Werk, das sofort Berühmtheit erlangte wegen der Klarheit und des Reichtums seiner Inhalte und wegen seiner vorwiegend historischen Ausrichtung. Das Konzil von Trient war gerade beendet, und die katholische Kirche mußte ihre Identität neu stärken und festigen, auch gegenüber der protestantischen Reformation. Bellarmins Wirken fügte sich in diesen Zusammenhang ein. Von 1588 bis 1594 war er zunächst geistlicher Leiter der Jesuiten, die am »Collegio Romano« studierten – unter ihnen traf und leitete er den hl. Aloysius Gonzaga –, und dann ihr Oberer im Ordensleben. Papst Clemens VIII. ernannte ihm zum Päpstlichen Theologen, Konsultor des Heiligen Uffiziums und Rektor des Kollegs der Pönitentiare der Petersbasilika. In den Jahren 1597 bis 1598 entstand sein Katechismus, Dottrina christiana breve, sein am weitesten verbreitetes Werk.
Am 3. März 1599 wurde er von Papst Clemens VIII. zum Kardinal kreiert, und am 18. März 1602 wurde er zum Erzbischof von Capua ernannt. Am 21. April desselben Jahres empfing er die Bischofsweihe. In den drei Jahren, in denen er Diözesanbischof war, zeichnete er sich aus durch seinen Eifer als Prediger in seiner Kathedrale, durch den Besuch, den er wöchentlich den Pfarreien abstattete, durch die drei Diözesansynoden und das Provinzialkonzil, die er ins Leben rief. Nachdem er an den Konklaven teilgenommen hatte, die Leo XI. und Paul V. zum Papst wählten, wurde er nach Rom zurückberufen, wo er Mitglied der Kongregationen des Heiligen Uffiziums, des Index, der Riten, für die Bischöfe und für die Glaubensverbreitung war. Er hatte auch diplomatische Aufträge bei der Republik Venedig und in England, zur Verteidigung der Rechte des Apostolischen Stuhls. In seinen letzten Lebensjahren verfaßte er mehrere Bücher zur Spiritualität, in denen er die Frucht seiner jährlichen geistlichen Exerzitien zusammenfaßte. Ihre Lektüre dient dem christlichen Volk noch heute zur großen Erbauung. Er starb am 17. September 1621 in Rom. Papst Pius XI. sprach ihn 1923 selig, 1930 heilig und erklärte ihn 1931 zum Kirchenlehrer.
Hl. Roberto Bellarmino
Heute feiert die Kirche den Kirchenlehrer, den Hl. Roberto Bellarmino.
HL. ROBERTO BELLARMINO BITTE FÜR UNS !
Der 1542 geborene Roberto Bellarmino, Mitglied des Jesuiten-Ordens, war er Groß-Inquisitor im Prozess gegen Giordano Bruno und bereitete das Verfahren gegen Galileo vor. Im Rahmen der Gegenreformation verfasste er den Katechismus Christianae doctrinae explicatio .
Sein 1581 in Rom erschienenes Hauptwerk ist Disputationes de controversiis christianae fidei adversus hujus temporis haereticos, das lange Zeit die vornehmste Verteidigungsschrift des römischen Katholizismus war, an der sich dann zahlreiche protestantische Autoren abarbeiteten.
Kardinal Bellarmino starb am 17.9. 1621 in Rom.
Papst Pius XI sprach ihn 1923 selig und am 29. Juni 1930 heilig. 1931 wurde der Hl. Roberto Bellarmino zum Kirchenlehrer erhoben.
Mittwoch, 16. September 2026
Generalaudienz
auf dem Petersplatz
Brüder und Schwestern, guten Tag und herzlich willkommen!
Das 2. Kapitel der Konzilsverfassung „Gaudium et spes“ (GS), gewidmet der menschlichen Gemeinschaft, lädt dazu ein, die „Zunahme der gegenseitigen Verflechtungen unter den Menschen“ als einen der „charakteristischsten Aspekte der heutigen Welt“ zu betrachten (Nr. 23). Diese Realität muss jedoch „grundlegender in jener Gemeinschaft von Personen,“ ihre Erfüllung finden, wofür „eine gegenseitige Achtung der allseits erfaßten geistigen Würde“ unerlässlich ist (ebd.).
Es handelt sich um Aussagen, die in unserer Zeit noch dringlicher geworden sind. Einerseits eröffnen nämlich der technologische Fortschritt, die Verbreitung der Massenmedien und der sozialen Medien sowie der stetig wachsende Einsatz künstlicher Intelligenz neue Möglichkeiten und überwinden Grenzen und Entfernungen; andererseits tendieren Beziehungen so dazu, immer unpersönlicher, immer virtueller zu werden, und man riskiert, sich daran zu gewöhnen, Entscheidungen an Algorithmen zu delegieren, obwohl sie allein dem menschlichen Gewissen obliegen. Dafür zu sorgen, dass soziale Beziehungen echte Bedeutung und persönliche Tiefe haben, ist in dieser Hinsicht der Beitrag, den die christliche Gemeinschaft anbietet.
Das Konzil lädt dazu ein, Kriterien und Kraft aus dem Schöpfungsplan Gottes zu schöpfen, der gewollt hat, dass „alle Menschen eine Familie bilden und einander in brüderlicher Gesinnung begegnen“; deshalb ist „die Liebe zu Gott und zum Nächsten das erste und größte Gebot“, das in Christus seine volle Offenbarung und seine vollkommene Verwirklichung gefunden hat (vgl. GS, 24).
Die Vervollkommnung des Menschen und die Entwicklung der Gesellschaft müssen als eng miteinander verknüpft betrachtet werden: Sie einander entgegenzusetzen oder voneinander zu trennen, hieße, sie zunichte zu machen. Die Geschichte, auch die jüngste, bestätigt diese Wahrheit klar und daher darf man nicht müde werden, gemeinsam mit den Vätern des Zweiten Vatikanischen Konzils zu bekräftigen, dass aufgrund der „gesellschaftlichen Natur des Menschen, der Fortschritt der menschlichen Person und das Wachsen der Gesellschaft als solcher sich gegenseitig bedingen.“ (GS, 25).
Dienstag, 15. September 2026
Und immer grüßt die Synodalität
Gudrun Sailer berichtet für u.a. für vaticannews über das Treffen „Shaping Synodality in Europe. From Vision to Roadmap“ , bei dem das weitere Vorgehen bei der Umsetzung der angestrebten Synodalität diskutiert wird. Hier geht´s zum Original: klicken
Unter dem Titel:
"SYNODALITÄT IN EUROPA: HÖREN AUF WUNDEN UND HOFFNUNG"
beginnt der Bericht so- ZITAT:
"Bei der Tagung „Shaping Synodality in Europe“ in Wels haben sich die 180 Teilnehmenden am Dienstag über Säkularisierung, Krieg, Migration, Polarisierung, Ökumene und digitale Pastoral ausgetauscht. In Vorträgen, regionalen Statements und Arbeitsgruppen ging es um die Frage, wie die Kirche das Evangelium unter den gesellschaftlichen Bedingungen Europas heute leben kann.
Der zweite Arbeitstag begann mit einer Messe in litauischer und englischer Sprache. CCEE-Präsident Erzbischof Gintaras Grušas betonte in seiner Predigt, die Umsetzung der Weltsynode dürfe nicht auf Strukturen und Verfahren reduziert werden. Entscheidend seien Umkehr und die Orientierung an Christus, sagte der in den USA aufgewachsene Erzbischof von Vilnius. Zugleich müssten die Ortskirchen den synodalen Weg entsprechend ihrer jeweiligen kulturellen und pastoralen Situation gestalten." (...)
Quelle: G. Sailer, vaticannews
Montag, 14. September 2026
Ein geburtstäglicher Besuch in der Apostolischen Bibliothek
An seinem heutigen 71. Geburtstag hat Papst Leo XIV die Apostolische Bibliothek des Vaticans besucht - Stefan Kempis berichtet für vaticannews. Hier geht´s zum Original: klicken
LEO XIV BESUCHT DIE APOSTOLISCHE BIBLIOTHEK
Ihre Wurzeln reichen ins vierte Jahrhundert nach Christus zurück, in ihrer heutigen Form besteht sie seit 1475: die Apostolische Bibliothek des Vatikan. An diesem Montag – übrigens seinem 71. Geburtstag – hat Papst Leo sie besucht.
180.000 Manuskripte, mehr als anderthalb Millionen gedruckte Bücher, 9.000 Inkunabeln, 300.000 Münzen und Medaillen, 200.000 Fotografien: Die Apostolische Bibliothek gehört zu den wichtigsten der Welt. Leo XIV. machte bei seiner Visite klar, worin er ihren Daseinsgrund sieht: „im Dienst an der Entwicklung und Verbreitung der Kultur, zum Besten der Kirche und der ganzen Menschheit“.
Papst-Mutter war Bibliothekarin
Es war sein erster Besuch seit seiner Papstwahl in der Bibliothek. Leo eröffnete dort auch eine Ausstellung zum Thema „Wasser“, in der die Werke zeitgenössischer Künstler mit Kostbarkeiten aus den Tiefen der Bibliothek in Dialog treten.
Der Papst, der an diesem Montag seinen 71. Geburtstag feiert, startete mit einer persönlichen Anmerkung: „Viele von euch wissen vielleicht nicht, dass meine Mutter Bibliothekarin war! Und heute, an meinem Geburtstag, bin ich also hier, um euch alle zu grüßen."
Vor allem aber nutzte der Papst seinen Besuch, um ein paar grundsätzliche Dinge zum Thema Bibliothek vorzubringen.
Papst ordnet Erweiterung von Archiv und Bibliothek im Vatikan an
Wie einst der heilige Augustinus.„Wenn man an eine Bibliothek denkt, stellt man sich einen ruhigen, beschaulichen Ort vor. Tatsächlich sind Bücher still und verlangen nach Stille. Doch während ein Buch einerseits beruhigt, weckt es andererseits Unruhe, nährt die Sehnsucht und den Mut zur Suche.“
Damit war Leo, ein früherer Prior des Augustinerordens, bei seinem Lieblingsheiligen, dem Kirchenlehrer Aurelius Augustinus, angelangt.„Der heilige Augustinus ist ein Symbol für diese Dynamik. Voller Leben und Qualen aufgrund starker Kräfte, die in ihm aufeinanderprallten – wie er schreibt – ‚stieß er jahrelang verzweifelte Schreie aus‘ (Confessiones, VIII,12,28), bis eine Kinderstimme zu ihm drang, die summte: ‚Nimm und lies, nimm und lies‘. Daraufhin nahm er ein Buch aus den Händen eines Freundes, den Römerbrief des heiligen Paulus, las darin und ‚ein Licht, fast wie Gewissheit, drang in sein Herz ein, und alle Finsternis des Zweifels löste sich auf‘ (vgl. Confessiones, VIII,12,29). Der Zweifel erlosch, nicht jedoch der Wunsch, der vielmehr noch stärker wurde und ihn dazu trieb, die gesamte Breite und Tiefe der Heiligen Schrift zu durchforsten.“
Glückwünsche
Mario Galgano gratuliert bei vaticannews Papst Leo zum 71. Geburtstag.
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Unter dem Titel:
"PAPST LEO XIV BEGEHT SEINEN 71. GEBURTSTAG IM DIENST - GLÜCKWÜNSCHE"
beginnt der Artikel so - ZITAT
"Zum 71. Geburtstag von Papst Leo XIV. treffen Schreiben und Glückwunschbekundungen aus aller Welt im Vatikan ein. Der Papst-Geburtstag am 14. September ist von Arbeitsterminen geprägt, darunter ein Besuch der Apostolischen Bibliothek zur Eröffnung der Ausstellung „Aqva. Catastrofe e meraviglia“. (...)
Quelle: M. Galgano, vaticannews
Leo XIV und die Reformen
In seiner heutigen Kolumne für Monday at the Vatican befaßt sich A. Gagliarducci mit den anstehenden Umstrukturierungen und Reformen der Kurie und möglichen oder empfundenen Verzögerungen dieser Reformen. Hier geht´s zum Original: klicken
"LEO XIV: DAS RISIKO DER BÜROKRATISIERUNG DER KIRCHE."
"Der Plan Leos XIV, die Harmonie innerhalb der Kirche wiederherzustellen, war von Anfang an klar. Sein bischöfliches Motto -In Illo Uno Unum - besagt das. Sein bisheriges Handeln, mit dem er immer versucht hat. nicht zu spalten, sondern eher Spannungen zu absorbieren, spricht ebenfalls Bände.
Nach 16 Monaten jedoch warten wir immer noch auf viele notwendige Dimge.
Wir erwarten das erste Konsistorium Leos XIV. Wir erwarten eine Reihe von Ernennungen, die mindestens fünf Spitzenpositionen in der Kurie betreffen werden. Wir erwarten Leos „Korrekturen“ einiger Reformen von Papst Franziskus.
Doch Leo XIV. scheint sich nicht um die Erwartungen zu scheren.
Wir wissen bereits, dass Menschen auf allen Seiten der verschiedenen Gräben innerhalb der Kirche enttäuscht sein werden.
Die traditionalistische Welt erwartete eine plötzliche und klare Aufhebung der Ausgrenzung während des Pontifikats von Franziskus und ist ungeduldig geworden (wahrscheinlich in Erwartung einer Maßnahme, die nie erfolgen wird). Die progressive Welt, quasi das fotografische Negativ der traditionalistischen Welt, hat intellektuelle Verrenkungen vollzogen, um alles, was Leo getan hat, in Kontinuität mit seinem unmittelbaren Vorgänger zu interpretieren, und diese Verrenkungen werden die Enttäuschung nur eine gewisse Zeit hinauszögern können.
Leos XIV. Vision für die Kirche trat am 10. September noch deutlicher hervor, als er mit einer Gruppe neu ernannter Bischöfe zusammentraf, die für den alljährlichen, in Rom stattfindenden Einführungskurs für neue Bischöfe angereist waren.
Der Papst forderte sie auf, väterlich zu handeln – so wie er es bereits am 4. September bei einer Audienz mit den Bischöfen der Lateinischen Bischofskonferenz der arabischen Regionen getan hatte. Diese Väterlichkeit speist sich aus der Jüngerschaft und steht ganz im Einklang mit dem augustinischen Charisma sowie seinem eigenen persönlichen missionarischen Charisma. Leo XIV. betonte, er wünsche sich eine Kirche mit Hierarchie, die jedoch eine starke Gemeinschaft und ausgeprägte Kollegialität wahrt. Gemeinschaft bedeutet einen „entwaffneten und entwaffnenden Frieden“ – so die berühmte Formulierung, die der Papst bei seinem ersten öffentlichen Auftreten nach der Wahl gebraucht hatte –, während Kollegialität die Teilhabe aller an der Leitung oder zumindest an den Beratungen impliziert.
Auch aus diesem Grund hat Leo XIV. den synodalen Prozess nicht abgebrochen, sondern dazu aufgerufen, in der Frage der Synodalität voranzuschreiten. Die Arbeitsgruppen, die sich nach der Synode von 2023 gebildet hatten, tagten weiterhin, veröffentlichten Dokumente und unterbreiteten Vorschläge. Doch genau in diesem Prozess liegt eines der großen Risiken dieses Pontifikats.
Das Risiko dieses Vorgehens besteht darin, dass die bereits laufenden Prozesse – aus dem Wunsch heraus, sie nicht zu beenden – zu rein bürokratischen Vorgängen werden. Kurz gesagt: Es besteht die Gefahr einer Bürokratisierung der Kirche. Die Berichte der Gruppen 6 und 7 des synodalen Weges sind hierfür ein anschauliches Beispiel.
Gruppe 6 untersucht die Beziehungen zwischen den Bischöfen, dem geweihten Leben und kirchlichen Gemeinschaften. Gruppe 7 erörtert Wesen und Ablauf der „Ad-limina-Apostolorum“-Besuche – also jener regelmäßigen Besuche, die die Bischöfe der einzelnen Länder in Rom absolvieren müssen.
Bei den Berichten handelt es sich um Vorschläge an den Heiligen Vater, über die dieser frei entscheiden kann. Kurz gesagt: Es sind keine Beschlüsse; selbst wenn der Papst eine Entscheidung träfe, müssten diese Vorgaben unter Einbeziehung der zuständigen Stellen erst noch in konkrete Richtlinien umgesetzt werden.
Warum besteht die Gefahr, dass der Prozess bürokratisch wird?
Ganz zu schweigen von der Sprache.
Hinsichtlich des Verhältnisses zwischen Diözesen und Ordensgemeinschaften spricht der Bericht von einer „Umkehr der Beziehungen“ und fordert eine Überwindung „rein hierarchischer“ Verhältnisse. Zudem verlangt das Dokument mehr Klarheit über die theologischen und rechtlichen Kriterien für die Anerkennung neuer Ordensgemeinschaften und neuer Formen des geweihten Lebens.
Es werden sogar verbindliche Vereinbarungen oder Absichtserklärungen zwischen Diözesen und Ordensgemeinschaften vorgeschlagen, in denen die eingegangenen Verpflichtungen, die finanziellen Aspekte, die Verwaltung der Einrichtungen sowie die gegenseitigen Verantwortlichkeiten klar geregelt sind.
Diese Vorschläge entspringen konkreten Problemen: übermäßigem Autoritarismus oder Zentralismus sowie einem mangelnden Verständnis für die Gestaltung der Beziehungen zwischen Diözesen und Ordensgemeinschaften. Doch das Problem liegt nicht im Modell an sich. Vielmehr liegt es bei den Menschen und der Art und Weise, wie sie Autorität ausüben.
Diese Vorschläge entspringen konkreten Problemen: einem Übermaß an Autoritarismus oder Zentralisierung sowie einem mangelnden Verständnis dafür, wie Diözesen und religiöse Institutionen ihre Beziehungen gestalten. Doch das Problem liegt nicht in der Struktur an sich. Vielmehr liegt es bei den Menschen und der Art und Weise, wie sie Autorität ausüben.
Leo XIV. ist sich dessen bewusst, und wahrscheinlich beharrt er deshalb so sehr auf dem Aspekt der Väterlichkeit. Gleichzeitig ließ er jedoch die synodale Debatte – mit ihrem langsamen und schwerfälligen Verfahren, kurz: ihrer Bürokratie – endlos weiterlaufen, ohne auch nur die praktischen Fragen zu klären: nämlich, dass die Synode kein beschlussfassendes Gremium sein kann und dass sie kein kleines Parlament darstellt.
Es gibt vorbildliche Beispiele.
In Norwegen berief Bischof Fredrik Hansen von Oslo die erste Diözesansynode der Geschichte ein und erklärte dabei offen, dass es sich nicht um eine Synode zur Änderung der kirchlichen Lehre handele, da sie kein Parlament sei. Er verwies sogar auf die Synoden des heiligen Karl Borromäus – des Kardinalerzbischofs von Mailand zur Zeit der Gegenreformation – als Vorbild.
In den Niederlanden übte Weihbischof Rob Mutsaerts scharfe Kritik an der Synode und forderte, pastorale Erfahrungen anhand konkreter Indikatoren zu bewerten, etwa im Hinblick auf Berufungen, den Besuch der Heiligen Messe und die Verbreitung der Beichtpraxis.
Doch die Entscheidung von Leo XIV., die Debatte ohne ein klares Wort zur Lage laufen zu lassen, birgt die Gefahr, nicht nur Verwirrung zu stiften, sondern auch den Boden für eine weitere Bürokratisierung der Kurie zu bereiten.
Es mag wie ein vages Thema erscheinen, ist es aber nicht.
Papst Franziskus läutete die Ära der Kommissionen ein – für Kommunikationsreformen, Wirtschaftsreformen und Kurienreformen. Dies sorgte zwar für einen Effizienzschub, schuf aber zugleich eine Bürokratie, die alles andere als effizient war. Ein konkretes Beispiel hierfür ist die Reform der vatikanischen Wirtschaft: Innerhalb weniger Monate wurden der Verwaltung des Apostolischen Stuhls Kompetenzen entzogen und anschließend wieder übertragen. Auch die Reform des Staates der Vatikanstadt ist ein solcher Fall; innerhalb kürzester Zeit wurden drei Entwürfe für das Grundgesetz des Vatikans vorgelegt.
Was hat Leo XIV vor?
Einerseits bedarf der Heilige Stuhl einer besseren Organisation. Andererseits braucht er fähige Persönlichkeiten mit gesundem Menschenverstand, denen sein Wohl am Herzen liegt und die in der Lage sind, eine komplexe Struktur professionell und logisch zu führen.
Zudem besteht Bedarf an Führungskräften.
Vorerst hat Leo XIV. mit Montse Alvarado eine Managerin ausgewählt, um das Dikasterium für die Kommunikation zu leiten und im Vorstand der „Bruder-Sonne-Stiftung“ (Brother Sun Foundation) zu sitzen. Doch seine Generäle, Bischöfe und Kardinäle, die ihn bei der Amtsführung unterstützen sollen, hat er noch nicht ernannt. Bislang stützt er sich auf eine Struktur, mit der er zwar nicht in Konflikt geraten ist, die jedoch unter Franziskus vor allem zahlreiche Absichtserklärungen sowie ein Kirchenbild hervorbrachte, das eher eine demokratische, parlamentarisch anmutende Partizipationsstruktur widerspiegelt als eine Gemeinschaft der Gläubigen.
Während Leo sich nur langsam an die Zusammenstellung seines eigenen Teams macht, lässt sich sein Pontifikat mangels greifbarer Anhaltspunkte noch nicht beurteilen. Irgendwann jedoch werden Nicht-Entscheidungen selbst zu Entscheidungen. Die von Papst Franziskus eingeleitete Bürokratisierung wird ihren Lauf nehmen und jegliche Dynamik zermalmen, die ein Wechsel an der Spitze des Papsttums eigentlich hätte freisetzen können.
Vielleicht nutzte Papst Franziskus paradoxer Weise die Bürokratisierung, um sicherzustellen, dass er der alleinige Entscheidungsträger blieb, während er gleichzeitig den Eindruck erweckte, allen zuzuhören.
Leo XIV. hat hier eine Chance, doch das Zeitfenster schließt sich."
Quelle: A. Gagliarducci, Mondax-at-the Vatican
Auguri Santo Padre!
Sonntag, 13. September 2026
Angelus & Katechese
Vaticannews veröffentlicht den Wortlaut der Ansprache des Hl. Vaters beim heutigen Angelus auf dem Petersplatz. Hier geht´s zum Original: klicken
"DIE ANSPRACHE DES HL. VATERS BEIM ANGELUS IM WORTLAUT"
Heute geht es im Evangelium (vgl. Mt 18,21-35) um einen grundlegenden Wert des christlichen Lebens: die Vergebung. Jesus hat sie gelehrt und bis zum Kreuz bezeugt, wo er mit den Worten, die wir alle kennen, zum Vater für seine Verfolger gebetet hat: »Vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun« (Lk 23,34)
In der heutigen Schriftstelle befragt Petrus den Meister eben zu diesem Thema: »Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er gegen mich sündigt? Bis zu siebenmal?« (Mt 18,21). Seine Worte zeigen ein großzügiges Herz: Die Zahl sieben symbolisiert in der Bibel nämlich die Fülle, und „siebenmal vergeben“ bedeutet, sehr großzügig zu vergeben. Die Antwort Jesu geht aber noch darüber hinaus: »Ich sage dir nicht siebenmal, sondern bis zu siebzigmal siebenmal« (V. 22), das heißt über jedes Limit hinaus, ohne Maß.
„Alles wird uns von Gott aus reiner Liebe geschenkt, und keiner von uns kann von sich behaupten, dieser großen Güte vollkommen gerecht zu werden“
Um diesen Gedanken noch zu verdeutlichen, erzählt der Erlöser das Gleichnis von einem Knecht, der bei seinem Herrn so große Schulden hatte, dass er praktisch zahlungsunfähig war. Nachdem ihm diese Schuld aus reiner Barmherzigkeit erlassen worden war, hatte er seinem Mitknecht gegenüber nicht dieselbe Barmherzigkeit gezeigt und wurde deshalb zurechtgewiesen und streng bestraft (V. 23–30).
Mit diesen Worten erinnert uns Jesus daran, dass Gabe und Vergebung das Fundament unseres Daseins bilden. Alles wird uns von Gott aus reiner Liebe geschenkt, und keiner von uns kann von sich behaupten, dieser großen Güte vollkommen gerecht zu werden. Deshalb ist die freie Gabe, der wir selbst unser Leben verdanken, auch die beste Regel für unser Zusammenleben. Das erfahren wir jeden Tag. Vergebung ist unverzichtbar, und wenn sie fehlt, kann man nicht in Frieden leben: Früher oder später entstehen im Herzen und zwischen den Menschen Konflikte, Vorwürfe, Groll und Rache, welche Beziehungen zerstören, Familien spalten und Kriege auslösen.
„Immer, auch wenn es schwerfällt, den ersten Schritt tun“
Nur die Vergebung befreit und bringt wieder neues Licht, auch dort, wo die materielle und moralische Armut des Menschen für einen Moment den Horizont verdunkelt und den Weg unsicher gemacht hat. Die Vergebung vertreibt wie ein günstiger Wind selbst die dichtesten Wolken bis die Sonne wieder zum Vorschein kommt. Der heilige Petrus hat dies in seinem Leben selbst mehrmals erlebt; insbesondere als er, nachdem er Jesus während der Passion verleugnet und verlassen hatte, dem Auferstandenen am Ufer des Sees begegnete und von ihm nur eine Frage zu hören bekam: »Simon […], liebst du mich?« (Joh 21,15), verbunden mit einer Aufforderung: »Folge mir nach!« (V. 19). Genau wie am Anfang, am Tag ihrer ersten Begegnung, fast so, als wäre nichts geschehen. Und diese Liebe, die vergibt und heilt, wird für den Ersten unter den Aposteln zur Bestätigung seiner Sendung.
Bitten wir daher die Jungfrau Maria, die Mutter der Barmherzigkeit, sie möge uns helfen zu vergeben und immer, auch wenn es schwerfällt, den ersten Schritt zu tun und mit Mut und Ausdauer das heitere und heilende Licht der Liebe zu verbreiten, das den Hass besiegt und jeden Groll entwaffnet.“
Quelle vatinannews
In Illo Tempore
Auch heute erklärt Father John Zuhlsdorf bei OnePeterFive die Bedeutung der Liturgie für die Sonntage im Kirchenjahr. Hier geht´s zum Original: klicken
"IN JENER ZEIT: 16. SONNTAG NACH PFINGSTEN"
Es war der Stolz, der Satan und die anderen abtrünnigen Engel zu Fall brachte. Es war der Stolz, der die Menschheit seit unseren ersten Eltern ins Verderben stürzte. Stolz verwandelte Engel in Teufel und das Paradies in dieses Jammertal. Bernhard von Clairvaux nannte den Stolz „ initium omnis peccati … den Anfang jeder Sünde“ ( De gradibus humilitatis et superbiae , 10.28). Stolz zerstört die Tugenden, weil er sich Gottes Gaben aneignet und den Geschöpf davon überzeugt, dass Gott deren Quelle ist.
Gibt es ein Laster, das Gott mehr hasst als Stolz?
Was bewirkt Stolz im Inneren unserer Seele? Der ehrwürdige Baltimore-Katechismus sagt, dass Stolz „sündhaften Ehrgeiz, Eitelkeit, Anmaßung und Heuchelei“ hervorbringt. Stolz kann sich von Gebet, Buße, Bildung, Orthodoxie, liturgischer Andacht und guten Werken nähren. Er kann sich in heilige Gewänder hüllen und den Ehrenplatz einnehmen, während er vorgibt, die Sitzordnung zu verteidigen.
Am 16. Sonntag nach Pfingsten gemäß dem Kalender des Vetus Ordo stellt sich die Kirche dieser spirituellen Krankheit durch einen Mann entgegen, dessen Körper zum sichtbaren Abbild der stolzen Seele geworden ist.
In Lukas 14 geht Christus zum Sabbatmahl in das Haus eines Pharisäerführers. Unter den Anwesenden sind Pharisäer und Gesetzeslehrer . Solche Mahlzeiten in den Häusern angesehener Männer waren oft halböffentliche Anlässe. Die Leute kamen, hörten zu und beobachteten. Bei dieser Gelegenheit beobachten die Beobachter einen ganz bestimmten Gast.
Lukas sagt: „Sie beobachteten ihn“ (Lukas 14,1). Der griechische Text lautet: „ kaì autoì êsan parateroúmenoi autón … und sie beobachteten ihn genau.“ Das Partizip stammt von „parateréo “, einem Verb, das genaue, ja sogar feindselige Beobachtung bezeichnen kann. Die peniblen Gesetzesbefolger hatten ihre Befolgung des Gesetzes in die Überwachung des Gesetzgebers umgewandelt. Sie prüften jedes Wort und jede Geste Christi, um etwas gegen ihn zu finden.
„Und siehe, da war ein Mann vor ihm, der Wassersucht hatte“ (Lukas 14,2).
Vielleicht kam der Mann, weil er wusste, dass Christus dort sein würde. Wahrscheinlich hatten die Pharisäer sein Erscheinen arrangiert, da sie wussten, dass Christus genau das tun könnte, was er tat: am Sabbat heilen:
Christus ging in die Falle, löste sie aus und ließ sie über den Köpfen derer zuschnappen, die sie gestellt hatten.Wassersucht, auch Hydropsie genannt, ist ein Ödem, eine abnorme Flüssigkeitsansammlung im Körpergewebe. Sie kann zu starken Schwellungen der Gliedmaßen und des Gesichts führen. Eine mögliche Ursache ist Herzinsuffizienz. Das geschwächte Herz kann das Blut nicht ausreichend zirkulieren lassen, und Flüssigkeit tritt in das umliegende Gewebe aus.
Die Kirchenväter und spätere geistliche Autoren sahen in solch einem aufgeblähten Körper ein Zeichen von Stolz. Der ödematöse Körper wird zum äußeren Ausdruck der inneren Krankheit, die die Männer am Tisch befällt. Stolz bläht das Herz auf und schwächt gleichzeitig seine Fähigkeit, die Gnade Gottes zu empfangen und weiterzugeben. Der Durst des Ödematösen wächst mit jedem Schluck. Das Verlangen des Stolzen nach Anerkennung wächst mit jeder Befriedigung. Lob verlangt nach mehr Lob. Einfluss strebt nach mehr Einfluss, und der Ehrenplatz scheint nie:
Eine solche Krankheit erfordert mehr als einen Kardiologen. Sie erfordert einen Arzt, der sich ganz dem Thema Herz Jesu widmet. Wenn wir in die Notaufnahme eilen, sobald ein Organ versagt, wie schnell sollten wir dann die Beichte aufsuchen, wenn das Herz unserer Seele versagt?