Freitag, 20. November 2020

Fundstück

In der Rubrik "5 vor 12" kommentiert Stefan Meetschen in "Die Tagespost" die derzeitige Lage der universalen Kirche-die an einen Auflösungsprozess denken lassen.
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unter dem Titel:

"DREI KATHOLISCHE NÄCHTE"

beginnt der Artikel so- ZITAT

Man kann in diesen Monaten den Eindruck haben, dass sich die Kirche an allen Ecken und Enden in einem Auflösungsprozess befindet. Wie soll das weitergehen?

Es sind starke Worte, die Tomasz Terlikowski, einer der bekanntesten konservativen Kirchen-Journalisten Polens zur aktuellen Lage der Kirche findet: Von einer „finsteren Nacht“ schreibt der 46-Jährige, und seine Äußerungen zielen nicht nur auf die durch Missbrauchsskandale durchgeschüttelte Kirche seines Landes, sondern auf die Kirche weltweit. Weitere Kirchen-Skandale sieht er am globalen Horizont aufziehen, „auch an Orten, die bisher als ruhig galten wie Afrika oder Asien“, so zitiert ihn die FAZ " (...)

Quelle: S.Meetschen, Die Tagespost

Donnerstag, 19. November 2020

McCarrick und (fast) kein Ende....

Marco Tosatti veröffentlicht bei Stilum Curiae einen Kommentar von Luca Del Pozzo zum McCarrick-Bericht und seinen Hintergründen- Hier geht´s zum Original: klicken

"WAS McCARRICK MIT DEM PÄPSTLICHEN PLACET ZU HOMOSEXUELLEN BEZIEHUNGEN VERBINDET" 

Liebe Freunde und Feinde von Stilum Curiae, Luca del Pozzo hat uns diese Überlegung zu zwei kürzlichen Ereignissen im Leben der Kirche geschickt. Wir danlen ihm für diesens ehr interessanten Beitrag, der eine Hilfe beim Lesen und Interpretieren der sicher nicht erhebenden Realität ist, in der wir uns befinden. Gemießn Sie die Lektüre. .

§§§

Der McCarrick-Bericht und die gleichgeschlechtlichen Ehen: das wahre Thema ist die Lehre zur Homosexualität.  

Auf den ersten Blick scheint es nichts Gemeinsames zwischen dem  sog. McCarrick-Bericht, dem umfangreichen Dossier, das die Taten und Missetaten des Seirentäters, der auch der ehemalige Kardinal Etrzbischof von Washington, Theodore McCarrick und der päpstlichen Unterstützung für gleichgeschlechtliche Beziehungen von vor einigen Wochen zu geben. 

Aber bei näherem Hinsehen scheinen diese beiden Dinge miteinander verbunden zu sein, weil sie das Problem betreffen, das vor allem in den vergangenen beiden Jahren eine Dimension angenommen haben, die keineswegs unwichtig ist. Offensichtlich sprechen wir über Homosexualität oder besser gesagt den Standpunkt der Kirche zu ihr. 

Was mit nicht zu leugnender Offensichtlichkeit erscheint- sogar in Gegenwart eines anderen (zumindest bis jetzt) Zugangs dazu, ob Homosexualität innerhalb und außerhalb der Kirche existiert, ist, daß es eine zunehmende Entkoppelung von Lehre und Praxis gibt. Wo Erstere formal bestätigt wird- um die Wahrheit zu sagen, manchmal mehr aus offizieller Pflicht als aus Überzeugung (das ist zumindest der Eindruck, der entsteht) wird Letztere seit einiger Zeit - auch auf Grund eines ungerechtfertigten und irreführenden Bedürfnisses nach Wiedergutmachung - durch eine derart bedingungslose (wörtlich: ohne Bedingungen) Akzeptanz homosexueller Menschen gekennzeichnet, die es in der öffentlichen Meinung  erzeugt hat, ganz zu schweigen von der Überzeugung in großen Teilen der Kirche, daß die Kirche Homosexualität jetzt ebenso wie Heterosexualität als einen absolut normalen Zustand betrachtet.

Und das ist genau der Aspekt des McCarrick-Berichts, der für die Ziele unserer gegenwärtigen Diskussion am beunruhigendsten ist, ist die Tatsache, daß - wie Riccardo Cascioli klar betotn hat.- daß die Alarmglocken    bzgl. des damaligen Prälaten und allem, was seiner Rückversetzzung in den Laienstand folgte, erst 2017 läuteten, als die ersten Beschuldigungen über seinen Mißbrauch eines Minderjährigen aufkamen,. Als ob das Problem nur der Aspekt der Päsophilei doer Ephebophilie in seiunem Verhalten warmund nicht auch die sein homosexuelles Verhalten, das er -im fraglichen Fall ä- seit Jahrzehnten praktizierte, (Wir würden auch hinzufügen, daß das primäre Problem das homosexuelle Verhalten ist, das wir in seinem kausalem Zusammenhang  in 8 von 10 Fällen bei klerikaler Pädophilie  finden. Aus einem anderenr Blickwinkel betrachtet, stellt es auch den besten Beweis dafür dar. daß die Krise der Berufungen nicht durch Abschaffung des Zölibats gelöstr wird, weil ein Homosexueller nicht wissen würde, was er tun solle, wenn er eine Frau heiraten dürfte.)

Mit anderen Worten, solange sich McCarrick selbst auf Sodomie beschränkte, war diese PRaxis sicher moralisch fragwürdig, aber "transeat" (lassen wir es ihm durchgehen) ; aber als McCArrick seine Aufmerksamkeit Minderjährigen zuwandte- dann nein- dann "basta". Ich ahne die Einwände: aber von Anbeginn der Zeit blüte Homosexualität unter den Männern Gottes, auch haben wir nicht erst jetzt entdeckt, daß die Kirche immer ein Auge- oder vielleicht beide Augen zugedrückt hat- gegenüber -sollen wir es "Schwäche" bei sexuellen Dingen des Klerus nennen. Aber in Wirklichkeit sind die Dinge nicht so. Vittorio Messori hat das in einem Interview erklärt, das mit ihm zu führen, ich vor einiger Zeit das Vergnügen hatte. Als ich ihn fragte, ob er glaube, daß es den Versuch gäbe. der Homosexualtiät in der Kirche freie Bahn zu geben- hat er Folgendes geantwortet: 

"Homosexualität ist immer von der Kirche, Schiffen, der Armee, Feuerwehr und vom Baugewerbe angezogen worden- und sogar heute ist das für einen großen Prozentsatz von Männern immer noch der Fall. DaS wußte jeder katholische Bischof und war wachsam,.bereit Anwärter aus dem Seminar zu entlassen, der sich als "schwul" herausstellte.- vielleicht sogar nachdem er die ersten Prüfungen bestanden hatte, wenn siche war, daß er diese Tendenzen hatte,. Dann  kam das Konzil und mit ihm drang das auoritäre und groteske Virus des "politische Korrekten"  in die Kirche ein. So also keine Diskriminieruzng mehr, offen Türen für jeden, Abweisung für jeden desssen Betragen "faschistisch" genannt wurde, Außerdem schämte sich in Ländern wie Deutschland oder England und auch den USA die Katholische Hierarchie dafür , sich nicht der Protestantischen Mehrheit angepaßt zu haben, bei der Schweule aks privilegiert akzeptiert wurden und werden und sogar Bischof werden können- vielleicht sogr mit dem Mann verheiratet, den sie lieben, Ohne in extremis zu gehen (jedenfalls bis jetzt) hat sich die Anwesenheit von Homosexuellen im Kagtholischen Klerus weit verbreitet.

Zu dem Punkt zu gelanbgen, an dem man dem die "offizielle Freigabe" , nach der verlanbgt wird, geben kann, erscheint schwierig, weil sowohl das Alte als auch das Neue Testanent an ihrer unbestreitbaren und strengen Verdammung beteiligt sind,  Allerdings wurde ein Trick angewendet, den viele  naive Katholiken nicht bemerkt haben, De facto wurde eine ganze Synode  organisiert, der es gelang niemals- ich wiederhole niemals die Worte  Homosexuelle oder Homosexualität  auszusprechen: Diese Synode beschränkte sich strikt darauf, die Pädophilie anzusprechen- den sexuellen Angriff auf Kinder. Aber das sigt eine sehr seltene Perversion- genau so wie es sehr selten ist. daß junge Kinder allein in der Sakristei oder der Kapelle sind. Laut der traurigen Statistik waren  und sind mehr als 80% der Verletzten oder zumindest Belästigten keine jungen Kinder sondern eher heranwachsende Jugendliche, junge Männer . Kurz gesagt, nicht Pädophilie sondern "normale " homosexuelle Päderastie. Aber das durfte nicht gesagt werden, um nicht die Verurteilung so vieler und mächtiger homosexueller Gentlemen auszulösen." 

Ich woillte Messoris vollständige Antwort bringen, weil sie zielgenau zutrifft. Das Ziele ist a) daß es nicht wahr ist, daß die Kirche in der Vergangenheit Fälle von Homosexualität zwischen Priestern oder Anwärtern auf das Priestertum ignoriert hat, b) die Veränderun g nach dem Konzil kam, als wegen einer flasch verstandnene "Öffnung" der Kirche zur Welt  (eine Öffnung, das muß gesagt werden, die man nicht dem Konzil als solchem zhuschrieben kann, was immer die Kritiker sagen- sondern der "progressiven" Lesart des Konzils- zumindest der "Schule von Bologna" in Italien -die sich selbst historische etabliert hat) sogar die Ausbildun g des Klerus sowie die Gesamtheit der Katholischen Sexualmoral ließ es zu, von den Sirenen der Moderne eingelullt zu wereden, Die Konserquenzen sind für jeden sichtbar. 

Wir haben gesagt, daß es zusätzlich zum McCarrick-Bericht die jetzt berühmte päsptliche Unterstützung für, gleichgeschlechtliche zivile Partnerschaften gibt, was wichtig ist, um zu verstehen wie die Kirche Homosexuelle heute sieht, (Dieses Statement - das muß sofort gesagt werden, um Verwirrung zu vermeiden, war in einem Intervie enthalten, das Franziskus 2019  der mexikanischen Vatican-Journalistin Valentina Alazraki gegebn wurde, dann aus der Radiofassung bei Televisa  herausgeschnitten wuirde und dann schließlich auf bis heute geheimnisvolle Weise im Dokumentarfilm "Francesco" wieder aufzutauchen, der beim Rom Film-Festivel präsentiert wurde.) 

Nach dem anfänglichen Aufschrei in den Medien und der Lawine an REkonstruktionen und Analysen in den Tagen die dem "Scoop" unmittelbar folgten,und die sich oft völlig widersprachen, ist es jetzt, nachdem der Staub sich gesetzt hat, möglich zumindest  zu einem Punkt Klarheit zu erlangen ( mit dem gebotenen Respekt für einen Brief , den das Staatssekretariat an alle Nuntiaturen der Welt geschickt hat,, der viele Fragen unbeantwortet ließ und einer Geschcihte, die von Anfang an undurchsichtige Umrisse hatte- gar bnicht zu sprechen von der Tatsache, daß diese Note volle zwei Wochen nach dem Start der Dokumentation vetrschickt wurde- ohne Unterschrift und ohne von den Vatican-Medien verbreitet zu werden- also mit nur geringem oder gar keinem Abdeckungsbereich, 

Bereits Stunden direkt nach dem vom Paäsptlichen Statement ausgelösten Tsunami "Was wir amchen müssen, ist ein Gesetz über zivile PArtnerscahften. Sie [die Homoseuxellen] haben das Recht auf juristischen Schutz , Ich habe das verteidigt...."haben sich die meisten Kommentatoren bemüht, jedermann - im offensichtlichen Versuch seine Wirkung zu dämpfen- zu überzeguen, daß das nicht bemerkenswert sei. daß die Lehre nicht geändert wurde, das Lehramt das slebe bliebe wie immer. ( Bis dahin zu sagen, daß "der Papst das nie gesagt habe" .

Kurz gesagt, diese Verteidiger behauptetenm daß die Familie eine Sache ist- die Verbiudnung zwischen einem Mann und einer Frau- und alles, was nicht Familie genannt werden kann, etwas anderes ist. Also- das wollen sie sagen. nichts Neues unter der Sonne.hier- außer einer weiteren Beteuerung. daß jetzt der Akzent -sozusgane- mehr auf das Hören auf die konkrten Bedürfnisse der Homsexuellen gelegt wird,  die willkommen zu heißen und mit ihnen zu dialogisieren. Aber in diesen Begriffen zu denken, bedeutet, den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen,

Das Grundmißverständnis (höchstwahrscheinlich  geschickt ermutigt, um Menschen abzulenken) bestand darin zu denken, daß das Problem tatsächlich nur die Doktrin über die Ehe war, ohne die andere Seite der Medaille, die Doktrin über Homosexualität, zu berücksichtigen. Nicht zufällig stellte Vito Mancuso, ein Theologe, dem niemals eine Rigidität in der Lehre vorgeworfen werden könnte, setzt  das, was der Papst sagte, in Bezug auf Paragraph 2357 des Katechismus, um zu betonen, wie „ ich im Lichte dieses Textes denke, daß die explosive Neuheit von Franziskus´ 'Worten, die besagen, daß homosexuelle Personen "das Recht auf eine Familie haben“, klar ist.

Eine Sache ist sicher: wenn die Lehre sich tatsäschlicht nicht geändert hat, nur die Sensibilität der Hirten, gibt es nur einen Weg diese beiden Dinge zusammen zu halten: indem man homosexuelle Partnerschaften als rein "platonisch" betrachtet- d.h. ohne jeglich sexuelle Beziehung., Wenn das nicht passiert, und wir haben den Eindruck, daß es das bei der großen Mehrheit der Fälle nicht tut- ist es schwer zu glauben, daß das Lehramt zur Homosexualität sich nicht geändert hat, wenn die Kirche bereit ist, zu akzeptieren, daß zwei homosexuelle Personen ihre PArtnerschaft physisch leben können, was sie objektiv in den Zustand der Todsünde versetzt, Oder haben wir irgendetwas verpaßt?  Falls de facto homosexuelle "Handlungen" nicht länger als das angesehen werden, als was der Katechismus sie wie die Dinge stehen zur Zeit betrachtet, Daher also die Frage - die selbe Frage, die sich durch die McCarrick-Affäre stellt_ betrachtet die Kirche homosexuelle HAndlungen noch als "in sich falsch? Ja oder nein? 

Wenn ja. und wenn alle sagen, daß die Doktrin sich nicht geändert hat, sollte vielleicht jemand A. Ribera darauf hingewisen haben (und wir bezweifeln, daß das passiert ist), der im Film Francesco auftritt und Sprecher der "Christlichen LGBT.Vereinigung Cammini di speranza ist, die u.a. am vergangenen 18. Juni ein Diskussions-Treffen veranstaltete -für das Buch "Kirche und Homosexualität, eine Untersuchung im Lichte des Lehramtes von Papst Franziskus" von einem wohlbekannten Journalisten, der für die ZEitung der Bischöfe schreibt, daß Leihmutterschaft unter jedem Aspekt eine unmoralische Praxis ist und daß wenn er und sein Partner "ihren" Kindern wirklich katholische erziehen wollten, das sehr schwer werden würde, weil sie objektiv im Zustand der Todsünde leben- wenn ihre Verbindung auch eine körperliche ist (nur für die Akten: wie erinnern an den zuvor erwähnten Rubera, der zusammen mit Herrn Dario Di Gregorio -durch Leihmutterschaft.- drei Kinder hat und über deren Mutter Herr De Gregorio während eines Fernsehinterviews die suggestive These aufsttellte,die nicht weiter kommentiert werden muß- "es gibt keine Mutter, die ist ein anthropologisches Konzept, es gibt sei nicht.")

Wenn dagegen die Antwort Nein lautet, ist es notwendig, von Taten zu Worten überzugehen und dies offen und formal zu sagen, wobei klar zu verkünden ist, daß homosexuelle Handlungen für die Kirche nicht länger sündig sind. Was viele der Gläubigen beunruhigt und verbittert, ist sicherlich die Verwirrung, die Kirche mit ihren Füßen in zwei Steigbügeln zu sehen, dank der extravaganten theologischen und pastoralen Akrobatik der Lehre „Ja, aber“, die nichts mit dem evangelischen Gebot zu tun hat: „Lass ihr Ja ein Ja sein und ihr Nein ein Nein. Alles andere stammt vom Bösen. “(Und um ehrlich zu sein, es gibt nicht nur zwei Steigbügel, da man aus einer Entfernung von einer Meile sehen kann, auf welche Seite die Nadel zwischen Lehre und "Hirten sein “kippen soll.). Zusammen mit dem erschwerenden Umstand, daß sie nicht einmal berücksichtigen, daß die Kirche auf diese Weise, um ein wenig billiger Barmherzigkeit willen, ihnen nicht nur nichts Gutes tut, sondern selbst homosexuelle Personen in  Risikosituationen  bringt, indem sie sie täuscht, daß wenn jemand seine Homosexualität physisch ausübt, dies schließlich nur ein vernachlässigbares Detail ist, auch wenn es nicht gerade legal ist.

Die Situation wird unter anderem durch die Tatsache verschärft, daß in der katholischen Sphäre die These anscheinend an Boden gewinnt, daß Homosexualität ein angeborener Zustand ist, ein biologisches Datum, das in die Gene eines Menschen eingeschrieben ist, obwohl dies keineswegs bewiesen ist und im wissenschaftlichen Bereich und nicht nur dort stark umstritten ist. Das ist für viele gleichbedeutend mit einer Art „frei für alle“, was bedeutet, daß Homosexualität, da sie etwas Natürliches und damit Irreversibles ist, nichts anderes tun muss, als sich dessen bewusst zu sein und so zu leben, daß man so glücklich wie möglich ist. Wer das nun auf diese Weise begründet, scheint das nicht triviale Detail zu übersehen, das sogar zugibt aber nicht für erwiesen ansieht, daß Homosexuelle auf diese Weise geboren wurden. Das macht diese Menschen nicht weniger frei und daher weniger verantwortlich für ihre Handlungen. Anders gesagt: man kann immer noch so oder so sündigen, ob heterosexuell oder homosexuell, unabhängig davon, wie man geboren wird. Wie? Einfach indem man seine Sexualität auf eine Weise auslebt, die nicht keusch ist oder vielmehr auf eine Weise, die nicht dem Willen Gottes entspricht. Die Tatsache, daß dies in der Praxis bedeutet, daß eine homosexuelle Person, die auf christliche Weise leben möchte, auf jede Art von Beziehung verzichten muss, da homosexuelle Beziehungen nicht lebensnah und fruchtbar sein können, was eine sekundäre Tatsache ist, die man mögen kann oder nicht, die mehr oder weniger belastend sein mag, die aber sicherlich nichts an der Realität ändert.

Zu oft vergessen wir, daß das Gut für jemanden zu wollen,  nicht unbedingt bedeutet, ihm Gutes zu tun. Nicht zufällig sagte der Heilige Alphonsus Maria de'Liguori, daß Barmherzigkeit mehr Seelen in die Hölle schickt als göttliche Gerechtigkeit. Dieser ärgerlich „realistische“ Ansatz, dieser Wunsch, sich fast vor dem „wirklichen Leben“, dem wahren Leben, der konkreten Existenz von Personen [im Namen der „Seelsorge“] zu verbeugen, erscheint nicht nur dramatisch kurzsichtig, sondern sogar die meiste Zeit durch ein Gefühl verdorben, das letztendlich mehr auf den Skandal des Kreuzes als auf einen echten evangelischen Blick zurückzuführen ist. Und nicht nur das, sondern so paradox es auch scheinen mag (was aber überhaupt nicht paradox ist), es ist nicht schwer, hinter jedem Ansatz, der so wohlwollend und so aufmerksam für das „Wahre“ ist, die Grundlage für pilatusähnliche Selbstsucht zu erkennen, die Realität “von Personen, die ihre Freiheit so respektieren - so respektvoll, daß sie das Böse tun können, indem sie sich weigern, das wahre Gute, das Christus ist, anzubieten und anzukündigen. Als ob "Realität“ - wahrscheinlich auch aufgrund einer ungefähren Theologie der Menschwerdung - an sich etwas Heiliges und Unverletzliches hätte. Es ist wie bei einer Mutter, die ihr Kind gefährlich am Rand eines Abgrunds laufen sieht und anstatt alles zu tun, um zu verhindern, daß ihr Kind fällt, sich darauf beschränkt zu sagen: "Willst du am Rand der Schlucht gehen? Sei ruhig, fühle dich frei, es ist dein Leben. " Oder wie ein Arzt, der sich darauf beschränkte, die Wunden zu heilen, ohne sich auch (und in erster Linie) um das Wichtigste zu kümmern, daß sich die kranke Person nicht mehr selbst verletzt. Oder glauben wir nicht mehr, daß Gott die Kraft hat, das menschliche Herz zu verändern? Aber es heißt: "Die Zeiten ändern sich und die Gesellschaft mit ihnen, und die Kirche sollte mit der Zeit Schritt halten." Wahr. Wir sind uns jedoch nicht sicher, ob "im Einklang mit der Zeit sein“ notwendigerweise zu einer einfachen "Anerkennung“ führen sollte, bei der jedes Urteil über Geschichte und Realität ausgesetzt wird, als ob Veränderung an sich eine positive Sache ist (und wenn man bedenkt, wie sich die Dinge in der letzten Hälfte des Jahrhunderts entwickelt haben) würde ich sagen, daß es viele Beweise gibt, die einen daran zweifeln lassen. So wie wir nicht sicher sind, ob ein einfaches "Willkommen“ von wem auch immer es kommen mag, einfach jemanden mit einer "Umarmung voller Barmherzigkeit“ ohne einen kontextuellen Aufruf zur Bekehrung (natürlich von Herzen) zu begegnen, gleichbedeutend mit wahrer Nächstenliebe ist. Es ist ein kurzer Schritt, um aus dem "Seht und kostet“ des Christentums mit einem Hauch von Historismus faszinierender und das Evangelium zu einer Sache zu machen, die xich am Menschen misst.

Das bringt uns direkt zu der entscheidenden Frage: ob die Kirche immer noch glaubt, daß ihr oberstes Gesetz die Errettung der Seelen ist, oder etwas anderes. "Der gute Gott“, wie Bernanos sagte, "hat nicht geschrieben, daß wir der Honig der Erde sind, mein Junge, sondern das Salz. Salz brennt, wenn es die Haut berührt. Aber es verhindert auch, daß es verfault. “ Die Wahl, die die Kirche heute wie gestern hat, liegt zwischen Aaron und Moses, zwischen dem der Welt ein wenig Honig geben und ihr zu sagen, was die Welt hören will, selbst wenn man , was Gott nicht gefällt; oder wieder Salz werden, Salz, das die Haut verbrennt und der Welt sagt, was Gott gefällt, auch wenn das, was es sagt, der Welt nicht gefällt.oder ob man wieder Salz wird, Salz, das auf der Haut brennt, und der Welt sagt, was Gott gefällt, sogar wenn es der Welt nicht gefällt. "

Luca Del Pozzo

Quelle" Stilum Curiae, M.Tosatti, L.Del Pozzo


 

George Weigel: Ein narzisstischer, pathologischer Lügner wird entlarvt

Der Biograph der Hl. Johannes Paul II, George Weigel kommentiert den McCarrick-Bericht, analysiert die Persönlichkeit des wie er ihn nennt " narzisstischen pathhologischen Lügners" und entlarvt die durchsichtigen Versuche von interessierter Seite Karol Wojtyla zum Sündernbock für die Missetaten den Ec-Kardinals zu machen. 

"HARTE LEHREN AUS DEM McCARRICK-BERICHT"

Von dem Tag an, als angekündigt wurde, daß der Vatican die Karriere des früheren Kardinal-Erzbischofs von Washington, Theodore McCarrick (der dann gezwungen wurde auf sein Kardinalsamt zu verzichten und in der Folge wg. sexuellen und -Machtmißbrauchs laisiert wurde) zu untersuchen, erschien es unwahrscheinlich, daß der McCarrick-Bericht allen gefallen würde. Dieses Gefühl verfestigte sich in den folgenden zwei Jahren und ich kam auch zu der Überzeugung, daß -was der Bericht auch immer an Details berichten würde. nichts die Grundumrisse dieser geschmacklosen Geschichte ändert: Theodore McCarrick ist ein narzisstischer, pathologischer Lügner; pathologische Lügner täuschen Leute; Theodore McCarrick hat viele Leute getäuscht. 

Der McCarrick-Report hat- wie sich zeigt- nicht jedem gefallen, sogar als die Weltpresse ihn seltsam in einen Angriff auf Johannes Paul II verdrehte. Aber dadurch wurde sicher unterstrichen, daß McCarrick ein einzigartig vollendeter Betrüger ist. 

Unter denen, die er getäuscht hat, waren viele sehr intelligente Menschen, mehr als nur einige heilige Menschen und viele aus der Welt der progressiven US-Katholiken, für die er sowohl ein Held als auch Fund-Raiser war- ganz so, wie der auf ähnliche Weise in Ungnade gefallene Marcial Maciel jahrzehntelang viele der Tradition zugeneigte Katholiken getäuscht hatte. Es gibt keinen sicheren Hafen im Spektrum der Katholischen Meinungen, in dem die eigenen Wahrnehmungen und Urteile gegen Betrüger gewappnet sind. Weil ihre Boshaftigkeit eine Manifestation der Arbeit des Großen Betrügers ist, den der Hl. Johannes als den "Betrüger der ganzen Welt"beschreibt. (Offenbarung 12:9) Es wäre gut, diese allgemeine Verletzbarkeit durch Betrug in Zukunft im Gedächtnis zu behalten und wie manche- leider- versuchen, den McCarrick-Bericht als Munition bei den divesen internen Katholischen Kämpfe zu benutzen. Die schändliche Geschichtre von Theodore McCarrick illustriert jedoch mehr als nur die dämonische Kraft des Betruges. McCarricks Täuschungen funktionierten innerhalb einer kulturellen Matrix, die es ihm ermöglichte, den Konsequenzen seiner jahrzehntelangen Verwüstung zu entgehen. 

Riccardo Cascioli: Der McCarrick-Bericht wird zum Angriff auf den Hl. Johannes Paul II benutzt.

Riccardo Cascioli, Chefredakteur von La Nuova Bussola Quotidiana betritt mit einem Artikel zur Verteidigung des Hl. Johannes Pauls II gegen die durchsichtigen Manöver der Schuldverlagerung in der McCarrick-Affäre das Feld und wartet mit Details aus der Geschichte und aus dem McCarrickbericht auf, die seine Sichtweise stützen. 
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"ANGRIFF AUF JOHANNES PAUL II: DAZU DIENT DER McCARRICK-BERICHT"

Vom National Catholic Reporter bis zur NYT hat eine Kampagne zur Diskreditierung des H. Johannes Paul II und der Infrage-stellung seiner Heiligkeit begonnen. In Wirklichkeit wurde der Fehler der Ernennung McCarricks zum Erzbischof von Washington -mangels Beweisen, die den Gerüchten Substanz verliehen, im selben Bericht durch die Aussagen zweier vertrauenswürdeiger Berater ermöglicht. Aber dieser Umstand wurde in der Zusammenfassung des McCarrick-Berichts seltsamerweise ignoriert. Auf diese Weise erleichtert der Vatikanbericht die kulturelle Operation gegen Johannes Paul II.

- Kardinal Gulninowicz- ohne Gnade verurteilt - von Wlodimierz Redzioch 

- Nichols soll zurücktreten, die englische Kirche in stürmischer Lage von Nico Spuntoni 

Begonnen hat der National Catholic Reporter am 13. November  "Amerikanische Bischöfe, bitte beendet den Kult des Hl. Johannes Pauls II".  Ein Echo davon erschien einen Tag später in der New York Times  in einem investigativen Artikel mit dem berechnetem Ergebnis. daß Johannes Paul II zu schnell heilig gesprochen worden sei und es besser wäre, zu den alten Zeiten zurück zu kehren, als 50 Jahre vergehen mußten, bevor ein Heiligsprechungsprozess beginnen konnte. Zur selben Schlußfolgerung kam auch der Vaticanist von Reuters, Philip Pullela. Und dann folgten viele andere blogs, Kommentatoren, Diskussionen in den sozialen Netzwerken, Der direkte Angriff auf Johannes Paul II hat also begonnen. Nachdem man sein ganzes Lehramt Stück für Stück demontiert hat, kann nun die damnatio memoriae beginnen. 

Mittwoch, 18. November 2020

Fundstück

Petra Lorleberg  veröffentlicht bei kathnet. die Stellungnahme der Universität Lublin zu den Anschuldigungen der Verteidiger McCarricks; alle anderen- so auch Papst Johannes Paul II- seien am Mißbrauch schuld.
Wir empfehlen sie domradio .de (wo sofort nach Erscheinen des McCarricks-Reports  die Heiligsprechung von Johannes Paul II in Frage gestellt wurde) und katholisch.de zur Lektüre.
Hier geht´s zum Original:  klicken

Unter dem Titel- ZITAT: 

"KATHOLISCHE UNIVERSITÄT LUBLIN: THESEN DIE JOHANNES PAUL II VERLEUMDEN,  SIND UNBEGRÜNDET" 

beginnt der Beitrag so: 

"Es gibt keine Fakten oder objektiven Erkenntnisse hinter den subjektiven Thesen, die Johannes Paul II. verleumden. Der polnische Papst war derjenige, der den Kampf gegen Täter von Handlungen gegen die Grundwürde der Schwächsten begann und das Prinzip der „Null Toleranz gegenüber Pädophilie“ einführte, betont das Rektorenkolleg der Katholischen Universität Johannes Paul II. von Lublin." (...)

Quelle: P.Lorleberg, kathnet

Fr. Hunwicke spricht...

bei Liturgicalnotes über ein Ereignis, das heute vor 451 Jahren stattfand, eine Geschichte aus der Zeit der Religionskämpfe im England des 16. Jahrhunderts, die bis ins Heute nachwirken, und er fragt sich, in welchem Verhältnis die damals gegen Katholiken verhängten Strafen zu denen stehen, die heute in England den Priestern drohen, die entgegen den Lock-down-Vorschriften öffentliche Messen feiern.
Hier geht´s zum Original:  klicken 

"RESTAURATION IN RIPON MINSTER" 

Auf dem Marktplatz von Ripon versammelten sich am 18. November 1569  1500 Reiter unter der Fahne mit (fast sicher) den Waffen Christi: den fünf WUnden unseres Erlösers. Sie war von einer Tochtert des Sheriffs von Yorkshire ´Old Nortton`bestickt worden. Die Männer seiner Familie waren für die Ereignisse, die dem vorausgingen und folgten, berühmt. 

Einer der Anwesenden war an den Plänen beteiligt,  Ihre Majestät die KÖnigin von Schottland, die im nahen Bolton Castel gefangen war, zu befreien. 

Die Aufständischen marschierten los und nahmen Barnard Castle ein, etwas später wurde die Alte Religion in der Kathedrale von Durham glorreich wieder eingeführt. Aber das alles endete mit Tränen; Die "Blutige Bess" (Elizabeth I) erließt den Befehl "in Ripomn imd Tadcaster deutliche Exempel zu statuieren" und zwei Nortons erlitten in Tyburn das Martyrium.

Einer, der vergleichsweise glimpflich davonkam, war Sir Thomas Blackburn, ein Pfarrer in Ripon Minster (laut der Dokumente in der Zeit von 1540 -1570), was ihn zu einer Art Parallel-Figur zu Duffys Parson Tirckay machen, Er gehörte zu denen, die bei der Thronbesteigung von Elizabeth Tudor 49 Katholische Liturgiebücher soregfältig in einem Gewölbe versteckte. Er verstekte -zusammen mit vier anderen Vikaren des Münsters aufh Altarsteine und eine Anzahl von englischen Alabaster-Tafeln (einschließlich der Auferstehung und der Krönung Unserer Lieben Frau), die Teil des Altarbildes gewesen sein müssen. 

Vor dem Aufstand hatte er Problemet, weil er versäumt hatte, die Altarsteine "wegzunehmen" und zugab, Katholische Sakramente -  und Dankmnessen zelebriert zu haben. Er weigerte sich ausdrücklich., idolatrische Objekte aus der Kirche zu entfernen: seine Protestaktionen geschahen wahrcheinlich mit einem guten Gewissen, weil er sie nicht entfernt sondern sorgfältig vergraben hatte, Nach dem Aufstand, 1570, wurde er für schuldig befunden, das Allerheilgste Sakrament bei der Messe verteilt zu haben sowie wegen anderer liturgischer Aktivitäten. Er mußte Zehn Mark (6 Pfund, 13 Schilling und 4 cents) bezahlen und wurde zu öffentlicher Buße in einem weißen Laken verurteilt. Ich frage mich, welchem heutigen Wert eine Strafe von zehn Mark den heutigen Strafen der aktuellen REgierung für jene, die öffentliche Messen feiern, entsprechen würde. 

Trickay in Devon, Tregear in Cornwall, Blackburn in Yorkshire...wie viele hundert andere---Kleriker und Laien...die guten männer, die nicht unter den Märtyrern waren. Sie haben nur ihr Bestes getan, die Finger gekreuzt und auf besedere Zeiten gehofft. Sie sind eine besonderer Kategorie, die sicher nicht vergessen werden sollte (besonders in den Ordinariaten).

WIe Sir John Henry es ausdrückt : " Es hat lange gedauert um [die Reformation] gründlich durchzuführen; vile Zeit, viel Nchdenken, viel Arbeit, große Kosten- aber am Ende wurde es gemacht...Was für ein Martyrium das zu erleben und zu sehen, wie die klare Form der moralischen und materiellen Moral- zerhackt wurde, jedes Glied und Organ verschleppt , im Feuer verbrannt  oder in die Tiefe geschleudert wurde!  Aber am Ende war die Arbeit getan und die Wahrheit vergraben....." 

Quelle: liturgicalnotes, Fr. J.Hunwicke 

Magister: Ratzingers Erklärung zum Kommunionsempfang von 2004 ist immer noch aktuell

Sandro Magister veröffentlicht  bei Settimo Cielo eine Erklärung Joseph Ratzingers zum Kommunionsempfang und eine Mitteilung an den damaligen Kardinal McCarrick nachdem dessen Fehlverhalten in Rom bekannt geworden war.
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"DIESE NACHRICHT VON JOSEPH RATZINGER, DIE McCARRICK GEHEIM HALTEN WOLLTE: IMMER NOCH AKTUELL"

Der am 10. November vom Staatssekretariat veröffentlichte Bericht über den Fall des früheren Kardinals Theodore McCarrick sieht wie eine präzendenzlose Neuerung aus, mit starker Auswirkung auf die Gegenwart aber auch auf die Zukunft des Vatican-Kommunikation.

Der Bericht, der Geschichte macht, ist ein  Präzedenzfall, hinter den der Vatican nicht zurück kann

Nie zuvor hat der Hl. Stuhl bei einem heißen Thema im Kirchenleben der höchsten Ebene- in das noch lebende und aktive Personen verwickelt sind- den Schleier von so vielen vertraulichen Vorgängen und Dokumenten gelüftet- plus hundert ad-hoc abgegebene Zeugenaussagen, einschließlich des amtierenden Papstes veröffentlicht. 

Der Autor -oder die Autoren.- eines solchens Unternehmen stellen ebenfalls einen Bruch dar. Sie gehören sicher nicht zu den derzeitigen Informations-Maklern, die klar ungeschickt sind, sondern muß/müssen jenseits  des Atlantiks gesucht werden- bei Rechtsanwalt Jeffrey Lena und seinem Team. Lena lebt in Berkeley und hat den Hl. Stuhl erfolgreich gegen die Drohung der strafrechtlichen Haftung für den von us-amerikanischem katholischen Klerikern  begangenen sexuellen Mißbrauch verteidigt.

Ergebnis ist, daß dieser Bericht auch eine reiche Sammlung von Geschichten ist- für diejenigen, die ihn erkunden möchten. Und von Geschichten, die überraschend mit aktuellen Ereignissen in Verbindung stehen.

Es genügt hier eine von ihnen zu erwähnen- beginnend mit einem"nebenbei"  McCarricks in einer Fußnote auf Seite 276 des Berichts.

Wir sind im Jahr 2008 - Kardinal McCarrick war seit 2 Jahren nicht mehr Erzbischof von Washington. Er war "spontan" zurückgetreten- in WIrklichkeit auf Druck von Benedikt XVI, der ihn auch aufforderte "zurückgezogen zu leben und seine Reisen auf ein Minimum zu reduzieren" Und das wegen seiner fortdauernden homosexuellen Aktivitäten mit Seminaristen und jungen Priestern, auf die die vaticanischen Autoritäten aufmerksam geworden waren. 

McCarrick jedoch reiste weiterhin pausenlos und hielt Konferenzen ab, gab Interviews, leitete Zeremonien, nahm Auszeichnungen an, besetzte wichtige Ämter, zelebrierte öffentliche Messen und konzelebrierte. 

Und was sagte er zu einem Paar aus New York, das ihn bat, sie zu trauen?"Ja, das würde er sehr gern tun, aber ohne daß der Erzbischof der Stadt das herausfindet und indem er den Empfang nur kurz besuchte- in Übereinstimmung mit der Aufforderung Roms, daß er nicht in der Öffentlichkeit erscheinen solle- weil" wie er erklärte- "Papst Benedikt ihm wegen der Frage der Kommunion nie verziehen habe und ihn jetzt praktisch in den Ruhestand geschickt habe." 

Die "Frage der Kommunion" war keineswegs der wahre Grund für die Maßnahmen gegen ihn,.Aber McCarrick hatte leichtes Spiel damit, das Opfer zu spielen. Um den Grund dafür zu finden, muß man auf Seite 197 ff. zurückgehen und dem Bericht folgen. 

Jetzt sind wir im Jahr 2004 als McCarrick auf dem Höhepunkjt seiner Karriere war. Er ist Erzbischof von Washington und Kardinal und sitzt der Kommission für "Landespolitik" der US-Bischofskonferenz vor. Eine Schlüsselrolle, weil 2004 auch das Jahr der Präsidentenwahl ist und der Präsidentschafts-Kandidat der Demokratischen Partei John Kerry, ein praktizierender Katholik- ist, aber auch ein entschiedener Unterstützer der Abtreibung als Verfassungsrecht.

Aus diesem Grund hatten einige Bischöfe- einschließlich des damaligen Erzbischofs von St. Louis, Raymond Burke, argumentiert, daß Kerry die eucharistische Kommunion verweigert werden sollte. Es entwickelte sich eine erhitzte Diskussion- wobei die Mehrheit der Bischöfe dafür war, ihm die Kommuniuon zu spenden und dieser Aufruht erreichte sogar Rom und die Aufmerksamkeit des damaligen Präfekten der Glaubenskongregation Kardinal Joseph Ratzingers.

Also schickte Ratzinger Mitte Juni, als die Bischofs-Konferenz der USA sich in Denver zu seiner Vollversammlung traf, dem damaligen Vositzenden der Konferenz Wilton Gregory, genau dem, den Papst Franziskus 2019 in Washington einsetzen sollte und 2020 zum Kardinal machen wird- und McCarrick, dem Vorsitzenden der Kommission für "Inlandspolitik" eine Notiz zu "allgemeinen Prinzipien" , die zur Verweigerung der Kommunion für katholische Politiker führen würden, die systematisch für Abtreibung werben. 

Diese Notiz kollidierte mit den "Interims-Überlegungen", die der Vollversammlung der Bischöfe von der von McCarrick geleiteten "Task-force" vorgelegt worden war. Der teilte vor der Versammlung gegen jene aus, die "die Heilige Natur der Eucharistie in ein parteiisches politisches Schlachtfeld verwandelt."

Aber das Schlußdokument über "Katholiken im politischen Leben", dem die Versammlung zustimmte, das Raum für ein "vorsichtiges Urteil"  zur Spendung oder Verweigerung der Kommunion ließ, erlaubte Ratzinger in einem folgenden Brief vom 9. Juli zu schreiben, daß das "in voller Harmonie " mit den allgemeinen Prinzipien sei, an die er in seiner Notiz erinnert hatte- innerhalb der Grenzen, deren vorsichtige Beurteilung noch ausgearbeitet werden müsse.

Aber was war inzwischen aus der Erklärung Ratzingers geworden? McCarrick tat alles, was möglich war, um sie geheim zu halten. Sie wurde in der Versammlung vorgelesen, aber nicht verteilt oder dokumentiert oder später durch die US-amerikanische Bischofskonferenz oder den Hl. Stuhl veröffentlicht. Die Bischöfe, die den Text besaßen, konnten an den Fingern einer Hand abgezählt werden. Aber einer von ihnen schickte ihn an Settimo Cielo und seinen Zwillingsblog "www.chiesa" , der ihn am 3. Juli vollständig sowohl in Italienisch als auch Englisch veröffentlichte

Dienstag, 17. November 2020

Fundstück

In "Die Tagespost" erinnert sich der emeritierte Bischof von Bamberg an die Deutschlandreise von Papst Johannes Paul II vor 40 Jahren  und spricht über dessen besonderes Charisma als "Meister des 
Betens."
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Unter dem Titel:

"BAMBERGER ALTBISCHOF BRAUN: JOHANNES PAUL II WAR "MEISTER DES BETENS" 

beginnt der Artikel so- ZITAT: 

"Im Charisma des Betens liege die Antwort auf das Geheimnis des polnischen Papstes, meint der emeritierte Bamberger Erzbischof Karl Braun. Der Deutschland-Besuch Johannes Pauls II. vor 40 Jahren habe auch geistige Früchte hinterlassen.

Für den emeritierten Bamberger Erzbischof Karl Braun liegt die Faszination für Johannes Paul II. in dessen „Charisma des Betens“ begründet. Der polnische Papst sei ein regelrechter „Meister des Betens“ gewesen, erklärt Braun im Gespräch mit der Tagsepost. So sei er letztlich nur von innen her zu verstehen gewesen." (...)

Quelle: Die Tagespost

Fr. Hunwicke spricht....

bzw. sprach gestern bei liturgicalnotes über seine Erfahrungen mit Mißbrauch und der Manipulation in der Mißbrauchsdiskussion....
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"MISSBRAUCH, WESTMINSTER UND MANIPULATION" 

Am vergangenen Sonntag Morgen - das Sonntagsprogramm, moderiert von Ed Stourton (aus einer alten Rebellenfamilie . er hat in Brompton Oratory geheiratet, heiratete aber später eine Kollegin der BBC (Beeb) ,,,ich hörte ihn einmal sagen, daß er die Lehre der Kirche auf nuancierte Weise befolge). 

Sie haben natürlich den Bericht über den Mißbrauch in der Katholischen Kirche in England diskutiert, Und natürlich gab es den unvermeidlichen Ruf nach dem Rücktritt von Vincent Nichols. 

Ich kann nur sagen, wie glücklich ich bin, daß PF Nichols gebeten hat, nach seinem 75. Geburtstag weiterzumachen, Und daß ich denke, daß es dem Kardinal hoch anzurechnen ist, daß er gewillt ist, das zu tun. Er verdient Lob, Gebete und Unterstützung. Keine Verleumdung. 

Wir alle denken. daß wir wissen, wie manipulativ Mißbraucher sind....aber vielleicht haben nicht viele von Ihnen das aus erster Hand erlebt, wie ich es traurigerweise habe. Wenn Sie das nicht haben, können Sie sich einfach nicht vorstellen, wie listig und raffiniert diese Manipulation ist.

Einen Blick darauf können Sie im McCarrick-Bericht erhaschen. Meine Erfahrung bzgl. des anglikanisch-episkopalen  Mißbrauchers Peter Ball...und McCarrick haben mir Balls Manipulationen wieder ins Gedächtnis gerufen.

1982 bekam er eine Verwarnung durch die Polizei (d.h.er plädierte "schuldig", um nicht angeklagt zu werden). Das wurde auf breiter Basis berichtet und eine Zeitung brachte ausführlich dokumentierte Berichte (einschließlich seiner Briefe) über seine Mißbrauchskarriere. Ich habe damals Kopien dieses Materials im College-Archiv untergebracht.

Die Intrigen und Machenschaften seiner Bewunderer für seine Rehabilitierung begannen mehr oder weniger am Tag nach seinem Schuldeingeständnis. 

Ich informierte den Direktor des College, dem Ort, zu dem Ball eine enge Beziehung unterhielt, was ich in den Archiven untergebracht hatte.

Es folgte eine lange Stille. 

Dann sagte er: "Ich glaube das war unangemessen" Ich antwortete "Im Gegenteil - das war sehr angebracht." Nach einer weiteren Pause  fügter er hinzu: "John, ich denke, Sie sollten wissen, daß Bischof Peter nur deshalb "schuldig" plädierte, um einen öffentlichen Prozess, der den Ruf der Kirche geschädigt hätte, zu vermeiden."

Als der Diözesan-Bischof, der Ball (einen Kirchenrechtler mit juristischer Erfahrung) zuerst für das Bischofsamt nominierte, 2005 seine Memoiren veröffentlichte, beschrieb er die Ereignisse darin so: "Obwohl das damals nicht erkannt wurde, waren die Umstände. die zu diesem frühen Rücktritt führten das Werk von Unruhestiftern. Das war ein sehr trauriges Ende dieses Dienstes und dieser Rücktritt war ein wirklicher Verlust für die Kirche. was- zweifellos- von denen, die ihn herbeiführten, geplant war." 

Aber das war mitnichten das Ende der Amtszeit von Ball.

A. Socci : Benedikt XVI, der Antichrist und die Diktatur "humanistischer" Ideologien

A. Socci befaßt sich in einem Artikel für "Libero" mit den Gedanken Benedikts XVI über die Bedrohung des Christentums durch den Antichrist und die neue Diktatur sich humanistisch gebender Ideologien.
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"DIE DRAMATISCHEN WORTE BENEDIKTS XVI: " DIE BEDROHUNG KOMMT VON DER UNIVERSALEN DIKTATUR DER HUMANISTISCHEN IDEOLOGIEN...VOR DIESEN SPIRITUELLEN MÄCHTEN DES ANTICHRIST ANGST ZU HABEN, IST NUR ZU NATÜRLICH." 

Im Mai gab es Kontroversen über die Vorwegnahme einiger Erklärungen Benedikst XVI gegenüber Peter Seewald, die in seiner Biographie veröffentlicht wurden, die in Deutschland vor der Veröffentlichung stand, Jetzt ist dieses Buch ins Italienische übersetzt worden-  mit dem Titel: "Benedikt XVI. Ein Leben" (Garzanti) wir haben also die Möglichkeit, die Worte des Papstes besser zu verstehen.

Die wichtigste Frage Seewalds an Ratzinger ist folgende: "Ein Satz aus Ihrer ersten Predigt als Papst ist als besonders eindrucksvoll im Gedächtnis geblieben.: "Betet für mich, daß ich nicht ängstlich vor den Wölfen fliehe." Haben Sie vielleicht vorhergesehen, was Sie erwartete? 

Der Papst antwortet, daß das keine Anspielung auf die Probleme im Vatican (Typ Vatileaks) war, wie viele dachten. "Die wahre Bedrohung für die Kirche -und also für das Petrus-Amt" erklärt Benedikt XVI "kommt nicht von dieser Art Ereignissen: sie kommt aus der universalen Diktatur der offensichtlich humanistischen Ideologien, die einen Konsens in der Gesellschaft ausschließen. Vor 100 Jahren hätte es jeder für absurd gehalten, von einer homosexuellen Ehe zu sprechen. Heute werden die, die sich dem widersetzen sozial ausgegrenzt. Das selbe gilt für die Abtreibung und die Produktion menschlicher Wesen im Labor. Die moderne Gesellschaft möchte ein antichristliches Credo formulieren; wer das bestreitet, wird mit sozialer Exkommunizierung bestraft. Angst vor dieser spirituellen Macht des Antichrist zu haben, ist nur allzu natürlich und es scheint so, daß die Gebete ganzer Diözesen und der Universalen Kirche zu Hilfe kommen müssen, um ihnen zu widerstehen." 

Die Medien haben das alles auf oberflächliche Weise vereinfacht und die Polemik über diese Beispiele entfacht. Aber das ist nicht der Kern der Argumentation Benedikts XVI, der einen ganz anderen Atem hat. Er spricht von der "Bedrohung " die von einer "universalen Diktatur der anscheinend humanistischen Ideologien ausgeht."

Das ist der Punkt. Daß ein Mann von großer Kultur, profunder Spiritualität  und anerkanntem Renommé von der Drohung einer universalen Diktatur spricht, kann niemanden unberührt lassen. 

Montag, 16. November 2020

Fundstück

Stefan Baier kommentiert in der Rubrik "5 vor 12" für die  "Die Tagespost" das Umschwenken der österreichsichen Bischöfe in der Frage öffentlicher Hl. Messen im zweiten lock-down. 
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Unter dem Titel: 

"BISCHÖFLICHE ERKLÄRUNGEN MIT VERFALLSDATUM"

Die bischöfliche Verteidigung öffentlicher Gottesdienste hielt gerade 30 Stunden stand.

beginnt der Artikel so: 

"Sicher, Bischofskonferenzen verkünden keine Dogmen, und das ist auch gut so. Dennoch sollten ihre Erklärungen eine Orientierung bieten, die länger als ein paar Stunden währt. Bei ihrer Online-Herbstvollversammlung nahmen Österreichs Bischöfe in der Vorwoche zur „christlichen Verantwortung im zweiten Lockdown“ Stellung. In einer Erklärung verteidigten sie öffentliche Gottesdienste als „unverzichtbare Grundvollzüge des Glaubens“. (...)

Quelle: S.Baier, Die Tagespostz 

 
 

Gagliarducci: Der McCarrick-Bericht und die Folgen

In seiner montäglichen Kolumne in Monday in the Vatican kommentiert A. Gagliarducci den McCarrick-Bericht und vergleicht die derzeitige Lage der Kirche mit der im Jahr 2010.
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"PAPST FRANZISKUS VOR EINEM 2010 - 2.0 ?"

Die Veröffentlichung des McCarrick-Reports hätte zu keiner unpassenderen Zeit kommen können. Der 416-Seiten Bericht, der die Beurteilungsfehler, Oberflächlichkeiten und großen Fehler bei der Auswahl von Bischöfen dokumentiert, kam einen Tag nachdem in Polen eine kritische Dokumentation über Kardinal Dziwicz gesendet wurde, heraus. Die Dokumentation hat am Morgen des 10. Novembers Dziwicz wegen angeblicher Vertuschung von MIßbrauch angegriffen. Als der McCarrick-Bericht veröffentlicht wurde, schaffte es ein weiterer Bericht, der sich auf Kardinal Nichols, Erzbischof von Westminster wegen fehlerhafter Handhabung von Mißbrauchsfällen in der Vergangenheit bezieht, bis in die Nachrichten. Am Abend des 10. Novembers begann in Frankreich der Prozess gegen den päpstlichen Nuntius Erzbischof Luigi Ventura: Ventura wird sexueller Übergriffe beschuldigt. 

Am Ende ist der McCarrick-Bericht nur ein Thema in einem breiteren Rahmen. Es scheint unausweichlich, daß weitere Anschuldigungen- eine nach der anderen- auftauchen werden, weil die Angriffe auf die KIrche sicher noch nicht beendet sind. 

Ohne in Verschwörungstheorien zu verfallen, scheint es offensichtlich zu sein, daß da einige Manöver stattfinden, die in der Öffentlichen Meinung ein negatives Bild von der Kirche verbreiten wollen. Das geschah 2010, dem annus horribilis der Kirche wegen der Mißbrauchskrise. Und das kann jetzt wieder passieren. 

Warum ist 2020 2010 so ähnlich und welches sind die Unterschiede? 

Die Ähnlichkeiten finden sich hauptsächlich in den Angriffen gegen die Kirche. Es sind Beschuldigungen wg. Mißbrauchs und Vertuschung, oft anonym, die sich auf Ereignisse beziehen, die viele Jahre zurück liegen. Die Fälle der Kardinäle Philippe Barbarin und George Pell waren in diesem Schema gefangen - sie wurden beide von allen Vorwürfen freigesprochen. 

Das Ziel scheint jetzt Kardinal Stanislaw Dziwicz zu sein- und durch ihn Johannes Paul II. Es sieht wie die systematische Zerstörung des Pontifikats von Johannes Paul II aus. Davor sah sich auch Papst Franziskus mit dem Fall Chile Mißbrauchsfällen gegenüber. Am Anfang ignorierte der Papst die  Berichte, dann sandte er einen Spezialbeauftragten nach Chile und berief zweimal die Chilenischen Bischöfe nach Rom ein - und alle traten zurück.

Sogar Papst Franziskus könnte  in einige alte Fälle verwickelt werden. Manche sagen, daß er - als Erzbischof von Buenos Aires-einen Mißbrauchsfall nicht ordnungsgemäß handhabte- John Allen hat darüber gesprochen.  Darüber hinaus  ist jetzt Erzbischof Gustavo Zanchetta, den der Papst zum Assessor der APSA ernannte, in einen Prozess in Argentinien verwickelt. Es hat auch Mißbrauchsvorwürfe gegen enge Mitarbeiter von Papst Franziskus gegeben, 

So scheint der Rückblick auf die Jahre von Johannes Paul II nicht der Weg zu sein,  auf die Gegenwart zu schauen. Es ist jedoch keine Belagerung gegen den Papst, wie manche irrtümlich denken. Es ist das Papsttum, das belagert wird. Es wurde unter Benedikt XVI angegriffen, unter Papst Franziskus wird es noch mehr attackiert, weil Papst Franziskus individuelle Themen vor institutionelle Themen stellt. 

Für die Zeit vor Papst Franziskus könnte es verführerisch sein, zu sagen daß eine vaticanische Realpolitik das Veröffentlichen von Mißbrauchsfällen verhinderte. Das ist aber nicht richtig, Es viel richtiger, zu sagen, daß auch Papst Franziskus eine Realpolitik hat. Franziskus´ Realpolitik verteidigt jedoch nicht die Kircheninstitutionen oder das Papsttum sondern eher sein Pontifikat. 

Wer ist unser Nächster? Wer ist unser Bruder?

M. Tosatti hat bei Stilum Curiae die Überlegungen des Biblizisten Don Sandro Carbone zu den Begriffen "Nächster" und "Bruder" in der Bibel veröffentlicht.
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"WER IST DER NÄCHSTE, WER IST DER BRUDER IM EVANGELIUM. MEHR SEIN ALS TUN..." 

Liebe Freunde und Feinde von Stilum Curiae, wir müssen Don Sandro Carbone, von Herzen danken, der uns diese Überlegung  eines Biblisten zu den Worten "Nächster" und "Brüder", die in dieser Zeit sicher sehr häufig gebraucht werden und das, wie Sie nach der Analyse von Don Sandro sehen und verstehen werden, nicht selten unsinnig. Aber lesen wir diese kleine Dissertation. Gute Lektüre. 

                                                                    §§§

                                                       "NÄCHSTE UND BRÜDER "

Im hebräischen Alten Testament (AT) stimmen die Begriffe Nächster ( rea´) und Bruder (ách) praktisch überein,. Der Begriff Nächster bedeutet "der, der dir nahe steht" und ist insgesamt ein Mensch, mit dem man zu tun hat, ohne daß das eine nahe Verwandtschaft impliziert. Er kann der Nachbar sein (Es 11,2),der Nächste (Es 2,13, At 7,27), der Ähnliche (Pr 6,1) oder einfach nur der Andere. Sie alle leben aber im Inneten des Bundes mit JHWH. 

Auch das Liebesgebot "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" (Lv 19,18) betrifft die Mitglieder des eigenen Volkes Gottes. Die Überlegung über den Fremden in Levithikus Kap. 19 wird erst am Ende der Rede hinzugefügt.

Bruder aber weist im gesamten AT immer und einfach nur auf ein Mitglied des Auserwähtlen Volkes hin, der Begriff "Nächster" dagegen, erfährt semantische Entwicklung vom universalen Typ, der seinen Mitmenschen im Allgemeinen und den Proselyten im Besonderen- d.h. jeden Menschen als mögliches Ziel einer Bekehrung betrifft, besonders in der LXX (der ältesten griechischen Übersetzung des Alten Testaments aus dem 3.Jahrhundert v. Chr.) 

Der Ausdruck "Bruder" bleibt dagegen strikt an die Grenzen des Bundes und die Zugehörigkeit zum auserwählten Volk gebunden. 

Das ändert sich auch im Neuen Testament (NT) nicht, das immer und einzig die Begriffe des AT (besonders durch die Akzeptanz der von der LXX angebotenen) ohne je ihre Bedeutung zu ändern- mit Ausnahme wenn sie direkt von Jesus vorgenommen wird. Die terminologische Treue der Hagiographen des NT und ebenso der Kirchenväter und der ersten sieben Ökumenischen Konzile, die sich in ihren dogmatischen Definitionen niemals erlauben, Begriffe zu benutzen, die nicht bereits in der Hl. Schrift enthalten sind. 

Jesus gestattet sich die Bedeutung dieser Begriffe ein bißchen zu verändern, beginnend mit Ihm selbst persönlich. Wer ist der Nächste im Gleichnis vom Guten Samariter? "Jener., der Mitleid mit ihm hatte"  liest man im Text von Lk 10,37. Jetzt wird der Ausdruck "jener,der Mitleid hatte..:" im Lukas-Evangelium nur benutzt, um die Nähe Jesu zu den Menschen darzustellen. Und was bedeutet in der Tradition der Evangelien der Begriff "Samariter"? Wieder Jesus (Jh. 8,48) - nur Jesus ist de facto in der Lage. die Hindernisse des jüdischen Rechts zu überwinden und dem armen Heiden entgegen zu gehen, der von Dämonen angegriffen und auf der Straße von Jerusalem nach Jericho halb tot liegen gelassen wurde. Er allein kann durch die Versöhnung, die er am Kreuz herbeigeführt hat, die Trennmauer zwischen den beiden Völkern niederreißen (vgl. Eph 2,14-18).

Zusammenfassend wird der Jünger jemandes Nächster, wenn er sich wie Jesus um ihn kümmert, im Sinne einer Nachahmung nicht nur der Handlung, sondern auch der Wirkungsweise, die wir in ihrer Komplexität hier nicht untersuchen, die aber immer den Versuch beinhaltet, eine Antwort des Glaubens oder des Selbstvertrauens zu finden. 

"Geh auch du und tu das selbe" (Lk 10, 37) was bedeutet, daß der Christ für jeden, auf den er auf seinem Weg stößt, wie Jesus sein muß. Dieser ist sein Nächster, der universaler Empfänger der Botschaft Jesu, deren Träger er ist.

Sonntag, 15. November 2020

Fundstück

domradio-de. hat den Adelsexperten Helmut Pathe zur Rede des britischen Thronfolgers zum Volkstrauertag im Bundestag interviewt.

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Unter dem Titel: 

"FÜR EINE BESSERE ZUKUNFT STREITEN" 

beginnt der Beitrag so- ZITAT: 

 "Anlässlich des Volkstrauertags hielt der britische Thronfolger Prinz Charles eine Rede im Bundestag. Die Verbundenheit zwischen Deutschland und Großbritannien stand im Zentrum - aber auch die Frage, wie es nach dem Brexit weitergeht." (...)

Quelle: domradio. H.Pathe

Kardinal Pell - über die Letzten Dinge

Kardinal George Pell hat bei First-things-first Überlegungen zu den "letzten Dingen" die bei vielen Gläubigen in Vergessenheit geraten sind, veröffentlicht.
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                                 "LETZTE DINGE"

"1972 habe ich in einer Regierungs-Hochschule im ländlichen Australien an einer Christlichen Podiumsdiskussion vor Studenten teilgenommen. Hinterher kam ein Student zu mir, um unsere Katholischen Forderungen zu diskutieren. Er war ein Nichtgläubiger, der auch bei einer kleinen protestantischen Gruppe nach Antworten gesucht hatte. Ich hatte verloren, als ich sagte, daß die Katholische Kirche nicht lehrt, daß er in die Hölle käme, wenn er sich weigerte, Katholik zu werden, Seine protestantische Sekte war ganz klar darin, daß die Verdammung folgen würde, wenn er sie zurückwies.

Während meiner kürzlichen Probleme mit dem Gesetz, schrieb dieser ehemalige Student mir, um mich zu trösten. Er dankte mir auch dafür, daß ich seine Autonomie repektiert hatte. Weder widerrufe noch bedaure ich den Rat, den ich ihm 1972 gegeben habe. Aber ich bedaure, daß ich ihm keine größere Dringlichkeit bzgl. der Wichtigkeit seiner Suche und Entscheidung vermittelt habe. 

Dieser Student, der daran dachte katholisch zu werden, war ungewöhnlich, weil die Reise meistens in die entgegengesetzte Richtung ging. Seit dem II. Vaticanischen Konzil  hat jede westliche Gesellschaft einen Exodus von Kirchenmitgliedern und ein reduziertes Praktizieren erlebt. Die Katholischen Gemeinden in Belgien und Holland z.B. sind fast verschwunden. 

Die "Propheten der Finsternis", die vom Konzil ausdrücklich abgelehnt wurden, sind unglücklicherweise und unerwartet durch eine Serie von brutalen Kehrtwenden auf breiter Front bestätigt worden. Die vier letzten Dinge- Himmel und Hölle, Tod und Gericht- liegen vielleicht nicht überall auf dcm Müllhaufen, aber wo sie nicht zurückgewiesen werden, werden sie oft ignoriert oder verborgen.

Hat die Drohung mit der Hölle, die Angst vor einer überdímensionalen Bestrafung nach dem Tod eine Rolle beim Niedergang der Kirche gespielt?  Vor 45 Jahren gab es in den Australischen Gemeinden regelmäßig reuige Sünder, die von Ängsten geplagt wurden. Diese Skrupelhaftigkeit erzeugte viel Leid, so daß eine Reaktion darauf nicht überrascht. Aber gibt es auch eine andere Seite der Medaille? Hat unser Schweigen über Belohnung und Bestrafung nach dem Tod die Indifferenz gegenüber der Zerstörung von zwei unserer wichtigsten Lehrinhalte verschlimmert? 

Alle fragen sich, ob es ein Leben nach dem Tode gibt und die meisten Menschen in der Geschichte haben an etwas wie die Unsterblichkeit der Seelen geglaubt.