Montag, 4. Januar 2016

A. Socci und die Besucherzahlen

Nicht nur die Besucherzahlen der Papstmessen, Generalaudienzen und beim Angelus haben im Verlauf des Jahres 2015 drastisch abgenommen - auch-und ganz im Gegensatz zum proklamierten Franziskus-Effekt und den jubelnd begrüßten "Schlangen vor den Beichtstühlen" die Zahlen der sonntäglichen Messeteilnahmen in ganz Italien: von über 30% zu Zeiten Benedikts XVI auf jetzt 28,8%. Wenn es nicht die Schlangen waren, die die jetzt Fehlenden verschlungen haben - so hat jedenfalls auch kein von so manchem deutschen Purpurträger ausgemachten Frühlingswind sie in die Kirchen geweht, trotz Maximal-Populismus päpstlicher Aussagen zum Glauben, aber besonders zur allgegenwärtigen, allesverzeihenden Barmherzigkeit.
Antonio Socci hat sich - wie immer - auf seinem blog Il Straniero und im Libero seine eigenen Gedanken gemacht:
Hier geht´s zum Original : klicken 


             "DIE GLÄUBIGEN AUF DER FLUCHT VOR BERGOGLIO"

"Die Medien-Seifenblase des Papstes existiert noch, besonders in den Salons der Nichtgläubigen. Aber bei den Katholiken war das Jahr 2015 eines des Schrumpfens, wie die verheerenden Zahlen zum Rückgang des Zustromes der Gläubigen zu seinen Begegnungen zeigen.

Sogar die Repubblica mußte - wenn auch diskret - zugeben, daß :"die vom Vatican veröffentlichten Zahlen zeigen, daß der Beginn des Jubiläumsjahres einen Rückgang der Zahlen der Pilger, die an den öffentlichen Begegnungen des Papstes teilnehmen, gebracht hat."

Mehr als 30% weniger in einem Jahr, das ist ein senkrechter Absturz. Der selbe Absturz für den Angelus des Papstes: von 390.000 auf 150.000.
An der Eröffnungszeremonie des Jubiläumsjahres am 8. Dezember nahm die Hälfte der vorgesehenen Gläubigen teil (50.000) - auch sie ein Flop.

Repubblica schreibt, daß viele Menschen beim Tag der Familie anwesend gewesen seien. Aber in diesem Fall waren die Zahlen durch einen außer-bergoglianischen Faktor "gedopt" worden: die massive Präsenz tausender Familien des Neokatechumenalen Weges (die selben, die den Platz vor San Giovanni in Laterano am vergangenen 20. Juni gefüllt hatten - beim Marsch der Familien)
Der Vatican ist in Wirklichkeit zunehmend alarmiert, weil man seit 2 Jahren eine wahre Flucht vor Bergoglio miterlebt.
Das Jubiläum ist genau deshalb geplant worden, um die Präsenz der Gläubigen im Vatican anzuheben und so zu zeigen, dass das Volk einig ist mit seiner Revolution ("el pueblo unido" mit der "revolucion")
Nach dem Plan des Förderes des Heiligen Jahres sollte es diesen Makel überschminken, aber der ist nur umso sichtbarer geworden, wenn man diese 3 Jahre zusammen betrachtet (als es noch nicht die Entschuldigung der Angst vor Attentaten gab, wie in diesem Dezember).


3 Jahre des Schwundes....
Bei den Besucherzahlen für die Papstaudienzen (zur 100. Bergoglio-Audienz),  die die Präfektur des Päpstlichen Hauses, wie es die Tradition ist, jedes Jahr herausgibt, ist das, was am klarsten hervorsticht, der Schwund innerhalb der ersten 3 Jahre seines Pontifikates: 1,5 Millionen bei den 30 Audienzen 2013,
1,19 MiIlionen bei den 43 Audienzen von 2014 und -Achtung! - 400.100 Anwesende bei den 27 Audienzen bis zum 26. August 2015.
Furchtbare Zahlen.
Die Tendenz wird auch durch die errechnete Durchschnittsteilnehmerzahl bei den Generalaudienzen bestätigt: in der Tat lag 2013 die durchschnittliche Beteiligung bei 51.617 Personen,  2014 bei 27.884 und 2015 bei 14.818 Personen.
Und betrachten wir die Gesamtzahl der Teilnehmer an öffentlichen Begegnungen waren es 2015 3.210.860 , das sind 45 % weniger als 2014 und weniger als die Hälfte von 2013.
Was das bedeutet? Dass dem anfänglichen Enthusiasmus der ersten Monate eine bittere Enttäuschung folgte, mit der Konsequenz der Flucht vor den päpstlichen Begegnungen.
Das ist ein Phänomen, das noch spekatulärer wird, wenn man die Propagandamaschinerie in Betracht zieht, die seit 3 Jahren das argentinische Pontifikat zum Mythos macht und auch heute noch vermeidet, über diese massive Entfremdung von Papst Bergoglio zu berichten.

In der Kirche antwortet man, daß sich der Glaube nicht nach Zahlen bemißt. Das ist wahr.
Aber die Zahlen werden im Gegenteil dann sehr wichtig, wenn ein Pontifikat vorgibt "den Katholizismus" zu revolutionieren und verspricht, so die Menschen zur Kirche zurück zu bringen.
Wenn man die immerwährende Lehre der Kirche abbaut und das verkündet, was die Welt hören will, weil - so sagen sie - man sich den Menschen von heute verständlich und annehmbar machen muß,  wird es Pflicht nachzuschauen, ob der "Mensch von heute" den Köder geschluckt hat.
Nun, es sieht so aus, als sei das Dementi durch die Tatsachen spektakulär. Die Zahlen, die ich erwähnte, zeigen ein totales Mißlingen.
Daß die Medien in der Folge damit fortfahren, die Ära Bergoglio in triumphalen Tönen zu präsentieren, macht es noch wichtiger, nachzuprüfen und die Dinge so zu sagen, wie sie wirklich sind.

Das Jubiläum (ein sehr seltsames Jubiläum, bei dem man nicht einmal von Ablässen spricht, um den Protestanten die Peinlichkeit zu ersparen)  ist gewollt - wie ich sagte - um die Massenflucht zu übertünchen.
Deshalb, um die Leute anzuziehen, hat man auch einige unverständliche Ereignise erfunden, wie die Ausstellung des Körpers von Pater Pio in Rom, aber auch die Heiligsprechung von Mutter Theresa (zwei Heilige die Antipoden des Papstes der Befreiungstheologie sind)
Aber der Flop des dem Bergoglio-Effekt zugeschriebenen Frühlings bleibt. So sehr, daß man ihn auch in der sonntäglichen Praxis der Pfarreien in Italien beobachtet, nach den von ISTAT herausgegebenen Zahlen für das Jahr 2014, das zweite Jahr des Bergoglio-Pontifikates,

Es gibt ihn also den Bergoglio-Effekt, aber umgekehrt:  er zieht nicht die Weitentfernten an, sondern er läßt die Nahestehenden fliehen.
Warum? Was ist es, was an der Botschaft Bergoglios nicht geht?
Die Liste der Dinge, die nicht gehen, würde sehr lang sein, besonders bei Themen der Doktrin und Pastoral. 
Aber es gibt ein sehr sensibles Thema, das die Leute (und sogar die Christen) gegen Bergoglio eingenommen hat: die Immigration.

Antonio Negri...*
In seiner Predigt zum Neuen Jahr hat der argentinische  Papst wieder - zum zigsten mal von der Immigration gesprochen, wie er es seit 3 Jahren, seit der unglücklichen Rede von Lampedusa tut, indem der die Immigrationswelle wie eine menschliche Flut präsentiert, die man nicht aufhalten kann und soll, gegen die man keine Deiche bauen und die man nicht regulieren soll.
Hört man Bergoglio zu, scheint es als müssten wir unsere Grenzen, unsere nationale Identität und die Staatsfinanzen über den Haufen werfen.
Der südamerikanische Papst hat erneut die Kategorie der "Menge" gebracht, die es in der Lehre der Kirche nicht gibt, die sich dafür aber im Denken Antonio Negris findet, bei dem diese neue Kategorie die alte Arbeiterklasse ersetzt hat.
Die "Menge" schrieb er in seinem Buch "Impero" ist die neue politische Subjkektivität, mit dem größten revolutionären Potential gegen das "Imperium".
Bergoglio bricht mit der traditionellen Lehre der Kirche, die immer Wert auf die Unterscheidung der Rollen der Kirche (die Barmherzigkeit und Nächstenliebe leben muß) und des Staates (der Stabilität, Ordnung und das Wohlbefinden seines Volkes garantieren muß) 
Im Gegenteil - in der Vision von Franziskus - schreibt Sandro Magister - scheint die Unterscheidung zwischen Kirche und Staat zu verschwinden.  Die "tranquillitas ordninis" - die seinen Bürgern zu garantieren, der Staat verpflichtet ist, wird allein durch die der Kirche zugehörigen Barmherzigkeit  absorbiert und beurteilt.

Besser wäre Mattarella 
Der Bruch Bergoglios mit der Tradition der Kirche ist so radikal, daß - wie Magister unterstreicht - selbst der Präsident der  Republik Italien, Mattarella, der dem katholischen Progressismus entstammt, in seiner Silvesterrede Vorschläge zur Immigration gemacht hat, die im Gegensatz zu denen Bergoglios stehen.
Im Endeffekt "läßt sich für Papst Bergogolio alles in einem einzigen Wort zusammenfassen: Aufnahme" 
Und in der Mißbilligung all jener, einschließlich der öffentlichen Institutionen, die nicht völlig damit konform gehen." (Magister).
Matarella hat im Gegenteil bekräftigt, daß man das Migrationsphänomen steuern muß.
Der Präsident hat erklärt, daß man zwischen Flüchtlingen, die vor Krieg und Verfolgung fliehen und anderen Migranten, die man im Gegenteil - bei würdevoller Behandlung in ihre Ursprungsländer zurückschicken - repatriieren- muß, unterscheiden muß."
Für Matarella gehört zur Aufnahme auch Strenge, weil die, die in Italien sind, die Gesetze und die Kultur unseres Landes respektieren müssen. ...Jene Immigranten, die dagegen Straftaten begehen, müssen verhaftet und bestraft werden wie alle anderen Gesetzesbrecher auch. Die, die gefährlich sind, müssen ausgewiesen werden. Die ausländischen Gemeinschaften in Italien werden aufgerufen, mit den Institutionen gegen Hassprediger und Gewalttäter zusammen zu  arbeiten."

Aber die Immigration ist nur einer der Gründe, aus dem das christliche Volk sich von Bergoglio entfernt.

Und nicht einmal der schwerwiegendste. 2016 wird das Jahr der Wahrheit."

 Quelle: Il Foglio, Libero, A.Socci

*  Ital. Politologe, Politiker und Universitätsdozent, dem eine Nähe zu den Roten Brigaden nachgesagt wurde








Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen