Montag, 17. April 2017

Antonio Socci zum 90. Geburtstag des Emeritus

Antonio Socci macht sich anläßlich des 90. Geburtstages des Papa emeritus Gedanken über ein gemeinsames Pontifikat des aktiv regierenden Pontifex und des kontemplativen Papa emeritus.
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"DIE 90-JAHRE BENEDIKTS XVI UND DIE MISSION, DIE IHN (VIELLEICHT) NOCH ERWARTET"

                               

"Das Urteil der Zeitungen zählt nicht, sondern das des lieben Gottes, das sagte Benedikt XVI vor kurzem. Aber wie es aussieht, nimmt sich Gott bei ihm noch Zeit.
Die 90 Jahre, die der Papa emeritus heute vollendet- was mit Ostern zusammenfällt (und sogar mit dem Ostern aller christlichen Konfessionen) - widerlegen das verbreitete Motiv für den Amtsverzicht (in der Tat ist er äußerst klar) und weil er in einem unerwarteten Alter ist (das zu erreichen, Ratzinger nicht erwartete) kommt er vielleicht darauf, zu denken.das sein "Chef" für ihn noch eine Aufgabe vorgesehen hat.
Könnte es für diesen bescheidenen und tiefsinnigen Mann im Buch Gottes noch ein Kapitel geben? Die Märchenerzähler lehren, daß das Ende den Sinn eines Lebens offenbart.

KAMPF MIT GOTT
Im Falle Joseph Ratzinger hat man das Gefühl, daß es einen eisernen Arm gab, wie in einer dieser grandiosen Erzählungen der Bibel, die die großen Patriarchen wie Abraham,Jakob und Moses mit Gott kämpfen sahen.
Im Kampf ging es darum, wer wie und wann das Wort "Ende" schreiben sollte. Benedikt XVI hat versucht das am 11. Februar 2013 zu tun, durch schwierigste Situationen bedrückt, die ihn sich in einem ungleichen Krieg fühlen ließen, der gegen ihn entfesselt worden war.
Er entschied sich, "für die Welt zu sterben" und sich in eine Eremitage des Gebetes zurückzuziehen. Aber eine andere mächtige Stimme- in seinem Gewissen muß sich wenige Tage später- hören lassen haben, sodaß er eine andere, entgegengesetzte Entscheidung traf.
De facto -ein einzigartiger Fall in der Kirchengeschichte- kehrte er nicht in den Bischofsstatus zurück, sondern wurde "Papst emeritus", behielt den Titel und trägt den päpstlichen Habit.




In seiner letzten Rede, am 27. Februar 2013, sagte er über das Petrus-Amt:"das immer ist auch ein "für immer" und es gibt keine Rückkehr ins Private mehr. Mein Entschluss auf die aktive Ausübung des Amtes zu verzichten, widerspricht dem nicht."
Was bedeutet da alles? Wenige stellen sich diese Frage.
Aber das dahinter ein großes Geheimnis steckt, versteht man.
Und in der Tat- auch wenn wir 3 Jahre warten mußten- am Ende hat sein Sekretär, Msgr. Georg Gänswein, es im Mai 2016 in einer durchschlagenden Pressekonferenz in der Päpstlichen Gregoriana-Universität erklärt.

EXPLOSIVE WORTE
Unter den anderen von den Medien vorsätzlich ignorierten Dingen, erklärt er, daß es im Konklave 2005 einen dramatischen Kampf zwischen der sog. "Partei des Salzes des Erde", in der die Kontinuität mit Johannes Paul II in Ratzinger ihren Kandidaten hatte und der "sog. St. Gallen-Gruppe" um die Kardinäle Danneels, Martini, Silvestrini oder Murphy-O´Connor", der Partei der "Modernisten" gab, die Bergoglio wählen wollte.
Der Schlüssel zu dieser Konfrontation - unterstrich Gänswein- wurde von Ratzinger selbst geliefert und betraf den Kampf zwischen Christus selbst und einer "Diktatur des Relativismus. der nichts als definitiv anerkennt."
2005 obsiegte das Katholische und Ratzinger wurde gewählt. Der dann aber nach Jahren des Krieges unter dramatischen Umständen die Waffen zu strecken schien, aber Gänswein spricht nicht von einem Abgang von der Bühne, wohl aber um einen überlegten Schritt von tausendjähriger Bedeutung, den Benedikt XVI getan hat."
Er erinnerte an diesen Blitzeinschlag in die Kuppel von St.Peter an jenem 13. Februar 2013 und fügte hinzu: "Selten hat der Kosmos auf dramtischere Weise eine historische Wende begleitet."
Für Gänswein hat Benedikt XVI mit seiner Geste, "das Papstamt tiefgehend und dauerhaft durch sein Ausnahmepontifikat transformiert, weil er in die Kirche die neue Institution des Papa emeritus eingeführt hat, als er erklärte, daß seine  Kräfte nicht mehr ausreichten, um das Petrinische Amt auf angemessene Weise auszuüben."
Noch einmal wird vom Verzicht auf die Ausübung des Petrus-Amtes gesprochen. nicht den Verzicht darauf. "Vor und nach seinem Rücktritt" erklärt Gänswein" hat Benedikt seine Aufgabe verstanden und versteht sie als Teilnahme an einem solchen"Petrus-Amt". Er hat den pontifikalen Thron verlassen und noch mehr, mit seinem Schritt vom 11.Februar 2013 hat er dieses Amt nicht verlassen.
Er hat dagegen das persönliche Amt mit einer kollegialen und synodalen Dimension integriert, quasi ein Gemeinschaftsamt."

Dann sagte Gänswein:"Seit der Wahl seines Nachfolgers Franziskus am 13. März 2013 gibt es also nicht zwei Päpste, sondern de facto ein erweitertes Amt- mit einem aktiven Mitglied und einem kontemplativen. Deshalb hat Benedikt XVI weder auf einen Namen noch auf den weißen Talar verzichtet. Deshalb ist die korrekte Anrede, in der man sich auch heute an ihn wendet "Heiligkeit" und deshalb hat er sich darüber hinaus nicht in ein isoliertes Kloster sondern im Inneren des Vaticans zurück gezogen- so als ob er einen Schritt zur Seite gemacht habe, um Platz für seinen Nachfolger zu machen und für eine neue Etappe in der Geschichte des Papsttums, das er-mit diesem Schritt- bereichert hat.

MASSGEBLICHE BESTÄTIGUNG
Im vergangenen Oktober hat Kardinal Gerhard L. Müller, Präfekt des ehemaligen Sant´ Uffizio in einem Interview mit der deutschen Sektion von Radio Vatican sich dieser "Version" der Dinge angeschlossen. "Zum ersten mal in der Geschichte der Kirche haben wir den Fall zweier legitimen lebenden Päpste. Sicher ist nur Papst Franziskus der Papst, aber Benedikt ist der emeritierte, weswegen er auf eine Weise noch an das Papsttum gebunden ist. Diese bisher ungekannte Situation muß theologisch und spirituell angegangen werden."
Trotz des Sperrfeuers der Bergoglianer hat Benedikt XVI selbst auch im Interviewbuch mit Seewald ("Ich bin ´Vater´ und bleibe das für immer") bestätigt, wie er es auch schon in der Rede vom 27. Februar 2013 getan hatte.
Also überläßt es Papst Benedikt Gott, das Ende seiner Geschichte zu schreiben. Das könnte wirklich sehr überraschend werden."

Quelle: LoStraniero, Antonio Socci, 



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