Samstag, 6. Mai 2017

Roberto de Mattei: "Die Sekten links von Luther"

Marco Tosatti hat für corrispondenza romana das neue Buch von Roberto de Mattei über Luther und die Folgen besprochen. Man kann nur hoffen, daß es auch ins Deutsche übersetzt wird.
Hier geht´s zum Original:  klicken

"LINKS VON LUTHER. EIN BUCH ZUM BESSEREN VERSTEHEN DER KIRCHE, DER KIRCHEN UND DER GESELLSCHAFT, IN DER WIR LEBEN"

"Wie Sie sicher wissen, gedenken wir in diesem Jahr der 500 Jahre seit den Ereignissen, die zum Schisma des Westens führten und zur Geburt zahlreicher Kirchen der Reformation.
Luther ist natürlich die Hauptperson dieser Serie von Ereignissen, zusammen mit Calvin und Zwingli.
Aber nicht nur: ein schönes Buch des Historikers Roberto De Mattei  richtet die Aufmerksamkeit auf die ganze Welt, die durch diese Bewegungen und Fragmente durchdrungen wurde und sich als Teil der protestantischen Galaxie gegen die "institutionalisierten" reformierten Komfessionen stellte und stellt.

"Links von Luther. Die Sekten des 16. Jahrhunderts" heißt das vom Verlagshaus Solfanelli herausgegebene Buch, das wir schon aus verschiedenen Gründen gelobt haben.
Der erste Grund: weil es nicht so dick ist, (227 Seiten) und uns hilft, eine Wissenslücke zu füllen und uns verstehen läßt, wie unterschiedlich und komplex diese Welt war und ist.

Zweitens weil es uns verstehen läßt, wieviel Gewalt - allzu oft verschwiegen oder ignoriert, in der Folge dieses Schismas entfesselt wurde; nicht nur von Katholiken zu verantworten -wie bestimmte in der Aufklärung entstandene Legenden glauben machen wollen.

Auch in diesen Bewegungen der "Erwählten" hat man sich besonders und gern der Gewalt und Plünderungen bedient, Polygamie und freie Liebe praktiziert und jene durch Enthauptung bestraft, die sich dem Gesetz des "Neuen Jerusalems" entgegenstellten, das im Norden Europas entstanden war.

Außerdem finden wir dieses Werk auch aus einem anderen Grund wertvoll, Weil es versucht, die Verbindungen zwischen antiken Abweichungen vom "mainstream"Christentum , jahrhunderte alt wenn nicht mehr als ein Jahrtausend, aufzuzeigen- mit den minoritären Früchten der "Reformation".
Und -ein letzter Schritt- als theologische, ideologische und kulturelle Basis dieser magmatischen und konfliktreichen Welt, die dann in einem Modell der modernen Geschichte mündeten, wie der Freimaurerei, der Theosophie, dem Relativismus-Prinzip unserer aktuellen Gesellschaft, deren Samen die Französische Revolution legte, mit einigen Spritzern Okkultismue- und- warum nicht- dem Lobpreis der Islams.

Was das Christentum angeht. finden wir in diesem Gebinde über die üblichen Gleichsetzungen des Papstes mit dem Antichrist und der Definition Roms als Neues Babylon hinaus, das Konzept, nach dem die Barmherzigkeit und nicht die Wahrheit die Quelle des Glaubens ist, eine Idee, der immer mehr zugestimmt zu werden scheint, auch wenn es nicht ausdrücklich gesagt wird und ausgelassen wird, ein bißchen unterschwellig, eine Idee eines Christentums ohne Übernatürlichkeit, auf das Immanente konzentriert.
Schließlich hilft uns das Buch auch. die Zeit und die Kirche, in der wir leben, zu lesen.


                             

Quelle: corrispondenza romana, M. Tosatti

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