Samstag, 8. Juli 2017

Gilt die Sozialdoktrin der Kirche auch für ihre Mitarbeiter?

Marco Tosatti kommentiert bei Stilum Curiae die Umstände der Nichtverlängerung des Mandates als Präfekt der Glaubenkongregation von Kardinal Müller und schreibt eine Würdigung für den verstorbenen Alterzbischof von Köln, Joachim Meisner.
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"MÜLLER KRITISIERT DIE ART WIE ER ENTLASSEN WURDE. "DIE SOZIALLEHRE DER KIRCHE SOLLTE AUCH IM VATICAN GELTEN."

                                           

Das Geschehen um Charlie Gard hat uns in den letzten Tagen daran gehindert, uns mit dem Fall Müller und dem Verschwinden dieses stillen Riesen der Kirche, der Kardinal Joachim Meisner war, zu befassen. Das tun wir heute- verspätet-und beziehen uns auf einen interessanten Artikel des Passauer Neuen Presse, der beide Themen behandelt.

                                 
                                      

Anlass für das Interview der PNP mit Kardinal Müller war der Tod Kardinal Joachim Meisners, der 83-jährig in Bad Füssing verstarb.
Müller hatte noch am Vorabend seine Todes mit dem Alterzbischof von Köln telefoniert und die Nichtverlängerung seines Mandats angesprochen, Meisner soll sich "zutiefst betroffen" von der Entlassung gezeigt haben."Diese Tatsache hat ihn persönlich getroffen und verletzt und er betrachtete sie als Schaden für die Kirche"- so hat der Kurienkardinal die Reaktion Meisners beschrieben.





Kardinal Gerhard L.Müller hat offen die Art und Weise in der er entlassen wurde kritisiert, in einem Interview mit der Passauser Neuen Presse  hat er erklärt, daß Papst Franziskus ihm am letzten Tag seiner Amtszeit seine Entscheidung, sein Mandat als Präfekt der Glaubenskongregration nicht zu verlängern, innerhalb weniger als einer Minute mitgeteilt habe. Auch wurde ihm kein Grund angegeben. "Ich kann so einen Stil nicht akzeptieren" hat Müller betont, als er sich klar vom Tun des Papstes distanzierte.
"Die Sozial-Doktrin der Kirche sollte auch in Rom im Verhältnis zu den Mitarbeitern gelten."

Trotz der Kritik an dieser Art zu handeln, hat Müller Franziskus seine Loyalität zugesichert.
Der frühere Bischof von Regensburg hat in dem Interview erklärt, er werde nicht "im Namen irgendwelcher Aktionen" handeln. Und hinzugefügt, "es gibt einige, die glauben, sie könnten mich vor den Karren einer papstkritischen Bewegung spannen". Aber als Kardinal "habe er weiterhin die Verantwortung, sich um die Einheit der Kirche zu kümmern und so gut wie möglich Polarisationen zu vermeiden."
Er sei "dem Papst gegenüber immer loyal gewesen" und habe die Absicht, das auch in Zukunft zu bleiben- als Kathiolik, Bischof und Kardinal, wie er es vorher gewesen sei,"

Es ist bemerkenswert, daß der deutsche Purpurträger entlassen wurde- was seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts in der Kirchengeschichte nicht mehr vorgekommen ist-  genau so wie vor einigen Monaten drei  Priester seiner Kongregation entlassen worden waren.
Durch einen imperialen Akt des Pontifex, ohne Grund oder Erklärung. Zeichen für einen Regierungsstil, der sich nur sehr schwer als kollegial oder dialogisierend definieren läßt, sondern eher zu ganz anderen Kategorien paßt. Die wirkliche Befolgung der Sozialdoktrin.
Dem kann man sich nur anschließen: das sollte auch für gute Manieren- sei es beim Klerus oder bei Laien- der Fall sein."

Quelle: Stilum Curiae, M.Tosatti


 

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