Donnerstag, 14. September 2017

Kardinal Caffarra: "Die Dubia-Kardinäle werden überwacht"

Maike Hickson berichtet bei OnePeterFive von einem Gespräch, in dem der jüngst verstorbene Kardinal Caffarra  dem Journalisten Gabriel Ariza von infovaticana u.a. sagte, daß die vier Dubia-Kardinäle überwacht würden (Telephonate mitgehört, e-mails mitgelesen, dokumentiert, wer sie wie lange besuche etc). Ganz neu sind solche Feststellungen nicht.
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"KARDINAL CAFFARRA SAGTE EINEM JOURNALISTEN; DASS DIE DUBIA-KARDINÄLE ÜBERWACHT WÜRDEN"
"Heute, 12. 9. hat die spanisch-sprachige, katholische website  Infovaticana einen wichtigen Bericht über Kardinal Caffarra veröffentlicht.
Er ist so bedeutend, daß Giuseppe Nardi, Vaticanist der deutschen website Katholisches.info
schon über diese Geschichte berichtet hat, die bestätigt, daß die Dubia-Kardinäle regelmäßig überwacht werden.

Gabriel Ariza, der Journalist, der für Infovaticana schreibt, berichtet, wie er vor einigen Monaten den kürzlich verstorbenen dubia-Kardinal Carlo Caffarra in seiner Wohnung in Bologna besuchte.
Zuerst beschreibt er die bescheidene Wohnung, in der Kardinal Caffara seit seinem Ruhestand vom Amt des Erzbischofs von Bologna 2015 lebte:

 "Ich muß sagen, daß ich tief bewegt war von der Einfachheit in der der Kardinal lebte,  Caffarra  bewohnte eine der kleinen Wohnungen im Seminar von Bologna. Eine Wohnung,  die eine gute  Renovierung nötig hatte, mit Wänden voller Löcher und heraushängenden  Leitungen und einer  mehr  als unzureichenden Heizung. In Bologna, einer kalten Stadt,  verbrachte Caffarra seine Stunden, umgeben von Büchern, Briefen und Papieren und er  hat jeden Brief oder jede e-mail, die er aus aller  Welt bekam, beantwortet."

Bei diesem Besuch sprach Kardinal Caffarra mit Ariza über viele wichtige Themen, einschließlich der Ehe und Familie betreffenden Botschaft von Schwester Lucia von Fatima, sowohl über die von Amoris Laetitia ausgelöste Krise als auch über die folgende Veröffentlichung der dubia.
Während er sagte, er würde lieber verdächtigt werden, "eine Affäre mit einem anderen Mann zu haben als als Feind des Papstes" betrachtet zu werden, machte Kardinal Caffarra klar, daß es in den letzten Jahrzehnten- seit Papst Paul VI- einige unglückliche Entwicklungen im Hinblick auf das Papsttum gegeben habe.

Ariza berichtet wie folgt:

 "Eines der Dinge, die ihn [Caffarra] am meisten beunruhigten, war die Wahrnehmung, die  manche vom Papsttum haben. Ich erinnere, daß er bei zwei Symptomen ins Detail ging:
 das erste war, als Pius XII die Disziplin der Eucharistiefeier ändern wollte, bat er die  Theologenkommission nicht zuerst darum, die Änderung zu untersuchen, sondern ihm  zuerst zu  sagen, ob er zu dieser Änderung legitimiert sei.
 Das war das Gefühl daß Papst Pacelli im Hinblick auf sein eigenes Kleinsein als Pontifex  Maximus  hatte.
 Das zweite Symptom war der Eid der Kardinäle. Caffarra sagte, daß die Kardinäle bis zu  Paul VI  schworen, immer die Wahrheit zu sagen und nicht "was der Papsst hören will".
 Seit den Reformen Montinis schwören die Kardinäle jetzt, den Papst mit ihrem Blut zu  verteidigen." 





An diesem Punkt, im Kontext dieses sehr wichtigen Unterschiedes - nahm Kardinal Caffarra in all seiner Gelehrtheit und Lebenserfahrung- unerwartet Bezug auf die Arbeit von Professor Josef Seifert, eben jenem Professor, der gerade von seinem Dietrich-von-Hildebrand-Lehrstuhl  an der Internationalen Akademie für Philosophie in Granada entlassen wurde, weil er einige höfliche aber scharfe Kritiken zum päpystlichen Dokument Amoris Laetitita geschrieben hatte. 
Wie Ariza sagt: "An diesem Punkt empfahl er mir einen großen Intellektuellen : Josef Seifert zu lesen:"

Gabriel Ariza enthüllt auch einen wichtigen Teil seiner Unterhaltung mit Kardinal Caffarra , in dem der Kardinal Gerüchte bestätigt, daß die vier dubia-Kardinäle überwacht werden.

Ariza schreibt:

 "Ich sagte ihm, daß ich gehört hätte, daß er überwacht und seine Kommunikation abgehört  würde. Er antwortete mir, daß er wisse, daß die vier Kardinäle, die die dubia      .    veröffentlichten, überwacht und daß ihre Gespräche abgehört werden und daß sie wenig  mehr tun könnten, als sichere Kommunikationswege zu suchen. 
 Es war offensichtlich, daß die Tatsache, daß einige Mitglieder der Kurie die intimsten  Geheimnisse ihrer Unterhaltungen erfahren würden,  ihm nicht den inneren Frieden raubte, 
 Weil er ein Mann Gottes war, und es jedes mal Jesus Christus war, wenn er sprach."

 Ariza selbst weist dann auf einen früheren Artikel von Edward Pentin, den Rom-Korrespondenten  des National Catholic Register hin, der selbst über ein solches Überwachungsphänomen berichtet  hatte. Ariza faßt Teile von Pentins Artikel zusammen:


Pentin gibt z.B. wieder, wie Offizielle der obersten Ebene es vermeiden, über Details ihrer Arbeit am Telephon zu sprechen, wie sie im Büro über nichts sprechen oder wie sie ihr Handy immer, wenn sie ein vertrauliches Treffen haben, außerhalb des Raumes lassen. Die IT-Techniker des Vaticans können de-facto Zugang zum Computer jedes Kurienmitglieds erlangen, weil Vatican-Stadt kein Musterbeispiel für garantierte Sicherheit ist und die Vatican-Gendarmerie dieses System benutzen kann, ohne erst einen Gerichtsbeschluss erwirken zu müssen.

Gabriel Ariza selbst bestätigt diese Art Bericht, indem er sagte, daß er selbst schon bei einer Gelegenheit miterlebte "wie ein Motorradfahrer die Haustür eines wichtigen Kardinals beobachtete und notierte, wer ihn besuchte und wieviel Zeit er zusammen mit dem Kardinal verbrachte."
Schon im Dezember 2016 hatte Steve Jalsevac für LifSiteNews über ähnliche Berichte geschrieben, die ihn und seine Kollegen aus Rom erreichten.

"Weil ich selber einige Jahre mit verschiedenen Mitgliedern der Römischen Kurie gearbeitet hatte, kann ich aus eigener Erfahrung - und aus persönlichen Berichten, diemir von hochrangigen Prälaten zukamen, daß solche Überwachung regelmäßig stattfindet. In meinem eigenen Fall konnte ich von meiner e-mail-Adresse plötzlich bestimmte Vatican-Adressen nicht mehr erreichen und das war kurz nachdem ich einige progressive Kurienmitglieder kontaktiert und dann einen kritischen Bericht über ein Vatican-Ereignis geschrieben hatte. 
In einigen Fällen mußte ich meine Korrespondenz auf meine Privat-e-mail umschalten. 
Bei anderen Gelegenheiten wurde mein Telephongespräch mit einem Vatican-Kleriker versehentlich unterbrochen und unser vorheriges Gespräch mir hörbar und wiederholt wieder vorgespielt wurde. (Einige dieser Überwachungsformen könnten sehr gut auch Aktivitäten fremder Geheimdienste einschließen)."

Das sind einschüchternde Dinge und Probleme des Augenblicks. Aber folgen wir -wenn wir können- dem mutigen Beispiel von Kardinal Carlo Caffarra. Aber wir haben nichts Schuldhaftes zu verbergen und so offen und loyal für Christus arbeiten.

Quelle: OnePeterFive, Dr.Maike Hickson 

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