Samstag, 11. März 2017

Fundstück: Das Schiff ohne Ruder

Jean Pierre Snyers spricht in der Tribune  überzeugend Klartext über den durchaus für jeden wahrnehmbaren Zustand der Kirche. Der herausragende Satz, dem man sich nur anschlißen kann, ist: "wenn Papst und Klerus glauben, daß die Kirche bis zum II.Vaticanischen Konzil Falsches weiter gegeben hat, dann sollen sie uns das klar und offen sagen"
Hier geht´s zum Original, das wir bei BenoîtXVI-et-moi (merci!) gefunden haben:  klicken


                        

                              "OHNE RUDER"
"Wir leben in einer instabilen Welt. Sicher, es hat immer solche Umwälzungen wie die, die wir seit rund 50 Jahren am gesellschaftlichen und religiösen Plan der Kirche feststellen und die bezüglich unserer Vergangenheit eine immer größere Ruptur zeigen.
Wer hätte sich noch vor wenigen Jahrzehnten vorstellen können, daß solche Realitäten wie Abtreibung, HS-Ehe, Euthanasie und allgemeiner gesagt, die Aufgabe unseres jüdisch-christlichen Erbes das Tageslicht erblicken würden?
Gleiches auf kirchlicher Ebene. Stabil als ich Kind war (ich wurde zur Zeit von Pius XII geboren) war - ist sie jetzt eine immer wirrer und gespaltener werdende Organisation, in der es so viele Doktrinen und Liturgien wie Pfarrer gibt. Jeder Priester kleidet sich wie er will, sagt und zelebriert was er will. Es ist normal, daß die bescheidenen Gläubigen sich darin nicht mehr wiederfinden und sich abwenden.
Schon durch die Instabilität der Welt desorientiert, müssen die, die hofften, im Katholischen Glauben ein Fundament zu finden, auf eigene Kosten erfahren, wie sehr diese vom Relativismus erobert worden ist. 
Sie entmutigt und kritisiert die, die sie "rigide" "Konservative" oder "Identitäre" nennt, während sie dabei der Welt hinterherläuft, so endet die Kirche dabei, ihr zu ähneln, so daß man sich legitimerweise fragen kann, was noch ihre Daseinsberechtigung ist.



Wenn sie nicht mehr auf der Welt ist, um zu uns zu sprechen. uns zu helfen, uns auf die Ewigkeit vorzubereiten, wenn alles, was sie uns zu sagen hat, sich auf ein "zusammen leben" hier unten beschränkt, während sie sich damit begnügt, sich in den NGOs oder humanitären Projekten, die darüber hinaus sehr nützlich sind, zu engagieren: dafür muß man nicht katholisch sein.
Kurz, wenn der Papst, die Bischöfe und die Priester schätzen, daß ihre Institution sich 2000 Jahre lang getäuscht hat, in dem sie uns bis zum II.Vaticanischen Konzil Schwindeleien erzählt hat und daß die Tradition dem Vergessen anheim gegeben werden muß, dann sollen sie uns das klar und offen sagen.
Hélas- die Klarheit und Transparenz waren nie die primären Qualitäten dieses Milieus, die Mehrdeutigkeit wird zweifellos weitergehen und die Instabilität unterhalten, die ein Schiff ohne Ruder charakterisiert.

Quelle: Tribune, BenoîtXVI-et-moi, J-P. Snyers

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