vaticannews veröffentlicht den Text der Predigt, die der Hl. Vater heute Abend im Borgo Laudato Si´ anläßlich des Weltgebettages für die Bewahrung der Schöpfung gehalten hat.
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"Liebe Brüder und Schwestern,"
in den Lesungen, die für die heutige Liturgie, den Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung, ausgewählt worden sind, werden wir zweimal eingeladen, über die Werke des Herrn nachzudenken – etwas, das uns inmitten dieser wunderschönen Gärten sicherlich nicht schwerfällt.
Das Buch der Weisheit fordert uns dazu auf, die Schönheit und die Gewaltigkeit der Schöpfung zu betrachten, um ihren Schöpfer würdigen zu können (vgl. Weish 13,1-9). Es ist oberflächlich, sich mit der Betrachtung des Feuers, des Windes, des stürmischen Wassers oder der Sterne am Himmel zu begnügen, ohne dabei zum Schöpfer all dieser Wunder zurückzugehen.
„Man darf sich nicht mit der Betrachtung des Feuers, des Windes, des stürmischen Wassers oder der Sterne am Himmel begnügen“
Der Psalm 19 spornt uns dazu an, den Blick zu erheben, um den Himmel zu betrachten, der von der Herrlichkeit Gottes erzählt, und das Firmament, das das Werk seiner Hände verkündet. Die ganze Schöpfung spricht zu uns von der Erhabenheit des Schöpfers, sofern unser Blick und unser Herz für dieses große Geheimnis offen sind.
Auch der Text des Matthäusevangeliums (vgl. Mt 6,24-34) lädt uns zur Betrachtung der Schöpfung ein und unterstreicht dabei die besondere Liebe des Herrn zum Menschen. Wenn wir voller Staunen die Vögel des Himmels und die Lilien auf dem Feld bewundern, die in den Augen des Schöpfers so wertvoll sind, dann verstehen wir, wie groß die Liebe Gottes zu uns ist. Wenn es der Herr nämlich nicht versäumt, Pflanzen und Tieren üppige Schönheit zu verleihen und für alles Nötige zu sorgen, um wie viel mehr wird er dann auf die Bedürfnisse seiner geliebten Söhne und Töchter achten!
„Lasst uns heute und an den kommenden Tagen ein paar Minuten Pause vom Trubel des Alltags einlegen“
Während wir heute Abend der Einladung folgen, innezuhalten und vor den Werken Gottes nachzudenken, beginnen wir die „Schöpfungszeit“, einen fünfwöchigen Zeitraum, der dem Gebet und dem Engagement für die Bewahrung unseres „gemeinsamen Hauses“ gewidmet ist. Lasst uns daher heute und an den kommenden Tagen ein paar Minuten Pause vom Trubel des Alltags einlegen, um die große Harmonie zu genießen, deren Teil wir sind. Stellen wir für all die Geräusche menschlicher Werke die „Stummschaltung“ ein, um der wohlklingenden Stimme der Schöpfung zu lauschen, durch die Gott, der Schöpfer aller Dinge, zu uns spricht.
Diese kontemplative Übung, die die Begegnung mit dem Herrn begünstigt, ist ein erster Schritt hin zu »einer echten ökologischen Umkehr, wo die Auswirkungen unserer Begegnung mit Jesus Christus in unserer Beziehung zur uns umgebenden Welt deutlich sichtbar werden« (Botschaft zum 11. Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung).
„Es ist noch nicht zu spät, und die Schöpfungszeit ruft uns zu einer tiefgreifenden Umkehr auf“
Aus der Betrachtung der Schöpfung und aus der Begegnung mit dem Schöpfer entsteht das Bewusstsein für unseren besonderen Platz innerhalb des wunderbaren Plans Gottes und für unsere persönliche und gemeinschaftliche Verantwortung für die Bewahrung der ursprünglichen Harmonie. So entsteht aus dem Bewusstsein unserer Unzulänglichkeiten und Fehler ein neues Engagement, um die Beziehungen unter den Geschöpfen nach dem Willen ihres Schöpfers wiederherzustellen.
Deshalb wiederholt die Botschaft zum heutigen Tag »de[n] prophetische[n] Aufruf, „Schwerter zu Pflugscharen umzuschmieden“ (Jes 2,4), […], Leid in Leben zu verwandeln«. Es ist noch nicht zu spät, und die Schöpfungszeit ruft uns zu einer tiefgreifenden Umkehr auf: »Was zur Zerstörung genutzt wurde, kann nun für das Leben eingesetzt werden, zur Sorge für die Armen, zur Ernährung der Hungernden und zur Bewahrung der Schöpfung« (Botschaft zum 11. Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung).
Der Zeitraum, den wir heute eröffnen, endet am kommenden 4. Oktober, dem Tag, an dem wir den 800. Jahrestag des Transitus des heiligen Franz von Assisi begehen werden. Papst Franziskus hat sich insbesondere von ihm inspirieren lassen, als er seine Enzyklika Laudato si’ verfasste und als er dieses Dorf ins Leben rief, in dem wir uns nun befinden.
„Gelobt seist du, mein Herr, mit allen deinen Geschöpfen“
Verbinden wir uns also im Geiste mit dem „Poverello“ von Assisi und machen wir uns seinen Lobgesang zu eigen:
»Gelobt seist du, mein Herr, mit allen deinen Geschöpfen,
besonders dem Herrn Bruder Sonne, […].
Gelobt seist du, mein Herr, für Schwester Mond und die Sterne. […].
Gelobt seist du, mein Herr, für Bruder Wind, […].
Gelobt seist du, mein Herr, für Schwester Wasser. […].
Gelobt seist du, mein Herr, für Bruder Feuer, […].
Gelobt seist du, mein Herr, für unsere Schwester Mutter Erde, die uns erhält und lenkt.«
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