fand- wie Gudrun Sailer für vaticannews berichtet, gestern während der Generalaudienz auf dem Petersplatz statt. Das Salzburger Jugendorchester und die 10-jährige ShuXuan Jin.spielten Werke von Mozart und dabei sowie bei späteren Aufnahmen bei Radio Vatica kam Mozarts Konzertvioline zum Einsatz. Hier geht´s zum Original: klicken
"DAS SALZBURGER JUGENDORCHESTER SPIELTE MIT MOZRATGEIGEN IM VATIKAN"
Mozarts „Kleine Nachtmusik“ klang über den Petersplatz und verzauberte die Gäste bei der Generalaudienz. Es kam zu einer Begegnung mit Papst Leo XIV. Später am Tag zeichnete das Salzburger Jugendorchester „Bella Musica“ im historischen Aufnahmesaal von Radio Vatikan in den Gärten ein Konzert mit den beiden originalen Mozartgeigen auf, die nach Rom mitgereist waren.
Es war ein verrückt intensiver und zugleich selten beglückender Tag für die jungen Musiker und Musikerinnen. Die Vatikan-Etappe im Zug ihrer Italientournee auf den Spuren Wolfgang Amadeus Mozarts hatte sich recht kurzfristig ergeben. Und dann dieses spontane Geschenk: Am Ende der Generalaudienz nahm Papst Leo XIV. selbst eine der beiden originalen Mozart-Geigen in die Hände – die Dalla-Costa-Geige, Mozarts Konzertvioline aus seiner Wiener Zeit. Die Stiftung Mozarteum, der sie gehört, hatte sie gemeinsam mit Mozarts Kindergeige nach Rom gebracht.
Foto: ANSA
„Es ist ja so eine Art Heimkehr Wolfgang Amadé Mozarts nach Rom nach über 250 Jahren“
Linus Klumpner, Geschäftsführer der Stiftung Mozarteum: „Das war eine spontane Reaktion. Viele fühlen sich nicht wohl, wenn sie so ein Instrument in die Hand nehmen, das ja sehr, sehr fragil ist. Aber der Papst war da ganz offen, hat die Geige sofort genommen. Es ist natürlich für uns auch eine große Ehre, diesen historischen Brückenschlag zu haben. Denn es ist ja so eine Art Heimkehr Wolfgang Amadé Mozarts nach Rom nach über 250 Jahren.“ Tatsächlich spielte der 14jährige Mozart 1770, auf seiner ersten Italienreise mit Vater Leopold, dem beeindruckten Papst Clemens XIV. vor.
Begonnen hatte der außergewöhnliche Tag für das Ensemble Bella Musica des Pre-College der Universität Mozarteum in Salzburg nach einer extrem kurzen Nacht: Wegen einer Autobahnsperre waren die jungen Musiker und Musikerinnen, alle unter 23 Jahre alt, vom vorherigen Tournee-Stopp in Arezzo erst um halb drei Uhr nachts in Rom angekommen. Wenige Stunden später spielte das Jugendorchester auf dem Petersplatz beim Einzug des Papstes Mozarts „Kleine Nachtmusik“. Das ist Einsatz. Aber einer, der eben auch belohnt wird, wie Klumpner anmerkt: „Für uns war das besonders und herausragend, weil gerade Papst Leo XIV. eine Persönlichkeit ist, die sehr viel Wert darauf legt, die Jugend einzubinden. Sehr bewegend für uns.“
Am Nachmittag dann die Konzertaufzeichnung von Radio Vatikan. Eigens organisierte Shuttle-Busse brachten das Ensemble und eine Handvoll mitgereister Sponsoren, unter anderem von Rotary, den grünen Vatikan-Hügel hinauf. Dort liegt in einem historischen Gebäude mit Turm, in dem früher die päpstliche Sternwarte residierte, der Saal, den der 1929 gegründete Sender Radio Vatikan für seine Konzertaufnahmen nutzt. Ebenfalls anwesend war an diesem Mittwoch durch glückliche Umstände und in privater Form auch der Erzbischof von Wien, Josef Grünwidl, ein ausgebildeter Organist.
Geprobt wurde in sommerlicher Alltagskluft, danach: alle umziehen, denn Profis präsentieren sich selbst bei Konzertaufnahmen in Konzertkleidung. Unter dem sicheren Dirigat von Stefan David Hummel, dem künstlerischen Leiter des Ensembles Bella Musica, erklang ein exquisites Programm hauptsächlich von Mozart, das von der „Così fan tutte“-Ouvertüre über die Jupitersymphonie bis zum „Ave Verum“ reichte.
„Das fühlt sich an, als wäre ich Mozart“
Erst zehn Jahre alt ist die Solistin Shuxuan Jin, die im Vatikan auf Mozarts Kindergeige fulminant den ersten Satz seines Violinkonzerts KV 216 in G-Dur spielte. Wie es ist, auf diesem einzigartigen Instrument zu spielen?, wollten wir von der Solistin wissen. „Also das fühlt sich an, als wäre ich Mozart. Ich genieße es sehr und habe jedes Mal eine ganz große Freude. Und jeder Ton fühlt sich einfach wunderbar an.“ Wenig überraschend, spielt die in Shanghai geborene Shuxuan, die zu Hause jeden Tag bis zu vier Stunden übt, am liebsten Mozart. Ihre Mutter begleitet die Tochter auf der Tournee, sie ist selbst ausgebildete Pianistin.
Ganz Profi, zeigte sich die junge Solistin wenig beeindruckt davon, im Vatikan zu spielen, was schließlich nicht allen Musikern und Musikerinnen in ihrer Laufbahn vergönnt ist. „Also, es fühlt sich einfach normal an. Es ist, wie wenn ich zu Hause im Wohnzimmer übe, und fertig.“
Ida Gillesberger, 19 Jahre alt, spielte auf der Dalla-Costa-Geige Mozarts Violinkonzert KV 219, dritter Satz. „Natürlich war ich da sehr nervös, das gehört nochmal dazu“, verriet sie uns – gehört hat man es nicht. „Aber ich habe es trotzdem sehr genießen können, da es mit diesem Ensemble so toll ist zu spielen. Und ich bin total dankbar für die Gelegenheit, hier sozusagen ein Riesenkonzert spielen zu dürfen, das ja in ganz Europa ausgestrahlt werden wird“, sagte sie uns. In der Tat bietet Radio Vatikan, Gründungsmitglied der Europäischen Rundfunkunion, über diese Plattform die Konzertaufzeichnung ab Mitte September sämtlichen Partnersendern zur Wiederausstrahlung an. Auf diese Weise wird das Ensemble Bella Musica ein Millionenpublikum erreichen.
Eigens für den Vatikan und deshalb kurzfristig, hatte Bella Musica noch ein Stück einstudiert, das beileibe nicht jedes klassische Ensemble im Repertoire hat: den Titelsong aus „The Sound of Music“ – als Hommage an den Hausherrn Papst Leo, dessen erklärter Lieblingsfilm dieser US-amerikanische Streifen ist. „Er selber ist ja offensichtlich auch mit diesem Film groß geworden“, so Linus Klumpner. „Das muss ja fast so sein, weil er in den Vereinigten Staaten einfach wirklich ein ikonisches Moment mit sich bringt. Aber es macht den Papst auch nahbar.“
„Wenn man die Musik ernst nimmt, dann kann es nur schön werden“
„The Sound of Music“, auf Deutsch: „Meine Lieder, meine Träume“, erschien 1965 mit Julie Andrews in der Hauptrolle. Der Musikfilm spielt in Salzburg, zeigt eine singende Großfamilie mit viel Gebirge im Hintergrund und prägt bis heute das Österreich-Bild der US-Amerikaner, in Österreich selbst kennt man ihn kurioserweise kaum. Und nein, es ist kein Stilbruch, einen Auszug aus diesem bunten amerikanischen 60er-Jahre-Streifen in einem klassischen Konzert im Vatikan zu spielen, betont Ida Gillesberger: „Egal, welche Musik man spielt: Wenn man jede Musik ernst nimmt, egal ob moderne, egal ob Klassik, Romantik oder was das auch immer sein mag, wenn man die Musik ernst nimmt, dann kann es nur schön werden.“
Der intensive Tag war nach Generalaudienz und Radioaufnahme noch nicht vorbei. Am Abend spielte das Ensemble Bella Musica in der deutschsprachigen Kirche Santa Maria dell’Anima in Rom – ein hinreißendes Konzert, erneut mit den historischen Mozart-Geigen. So schloss sich der Kreis eines Tages, der wenig Schlaf, viel Mozart und einen seltenen historischen Moment bereithielt: Mehr als 250 Jahre nach Mozarts eigener Romreise lag eine seiner Geigen wieder in den Händen eines Papstes.
Quelle: G. Sailer, vaticannews
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