Mittwoch, 22. Juli 2015

Pater Lombardis Nostalgie

Wie wir bei rorate caeli lesen konnten, veröffentlicht der National Geographic in seiner kommenden August-Ausgabe einen teilweise beunruhigenden Artikel über den aktuellen Stand der Dinge im Vatican und die Pläne und das Auftreten von Papst Franziskus. Autor Robert Draper hat einige seiner engeren derzeitigen und früheren Mitarbeiter, so z.B: den ehemaligen Pressesprecher von Kardinal Bergoglio, Federico Wals und den gegenwärtgien, Federico Lombardi befragt .Titel bei N.G: ist:
          "Wird der Papst den Vatican ändern? Oder wird der Vatican den Papst ändern?"
Alles zusammen gelesen, kommt das Bild eines spontanen, unorganisierten Gefühlsmenschen doch sehr ins Wanken, hinter vielem oder allem (?) Spontanen und wohl auch hinter dem Organisationschaos scheint ein präziser Plan zu stecken.
"Es entsteht das Bild eines Pontifikates, das ohne ausdrücklich Änderungen der Lehre anzukündigen, auf eine richtige Revolution innerhalb der Kirche hinarbeitet. Die Ausschnitte aus dem NG-Artikel enthüllen viel- nicht nur über die Pläne des Papstes, sondern auch über die nicht zu verkennende Macht und Kontrolle, die er im Vatican ausübt".

Hier geht´s zum Original: hier klicken  und hier klicken
Wir übersetzen einige Passagen aus dem Artikel.

              "EIN PAPST DER SORGFÄLTIG PLANT, WAS ER SAGT UND TUT"

"Als Federico Wals im letzten Jahr von Buenos Aires nach Rom reiste, um den Papst zu treffen, galt sein erster Besuch quasi seinem Berufskollegen, dem  langjährigen Vatican-Pressesprecher Pater Federico Lombardi. "Pater", fragte der Argentinier "wie fühlen Sie gegenüber meinen früheren Boss?"
Ein Lächeln zustande bringend, antwortete Lombardi: "Verwirrt."

Lombardi hatte Benedikt XVI als Sprecher gedient, einem Mann von deutscher Präzision. "Nach einem Treffen mit einem führenden Weltpolitiker wäre der erschienen und hätte eine ungeschönte Zusammenfassung heruntergespult" erzählt Lombardi mir mit fühlbarer Sehnsucht.
"Es war unglaublich. Benedikt war so klar. Er hätte gesagt :"Wir haben über diese Dinge gesprochen, ich stimme mit diesen Punkten überein, würde diese anderen Punkte bestreiten, Thema unserer nächsten Treffens wird das und das sein." Zwei Minuten und ich hatte volle Klarheit über den Inhalt des Treffens.
Bei Franziskus ....er ist ein weiser Mann, hat eine Menge Erfahrungen"

Dienstag, 21. Juli 2015

De Mattei: Vaticanum II und die Entstehung der Kasper-Kontroverse bei der Synode, Fortsetzung

Fortsetzung des Vortrages von Roberto de Mattei zur "Kasperkontroverse"

"Das rief große Verwunderung hervor, aber die Grundarbeit für dieses Konzil wurde sorgfältig und umsichtig über einen Zeitraum von insgesamt 3 Jahren getan. 
Im Frühjahr 1960 wurden die "consilia et vota" eingesammelt, die 2150 Antworten der Bischöfe aus aller Welt, die die von der kommenden Versammlung zu besprechenden Themen enthielten.
Dieses Material wurde 10 vom Papst ernannten Komitees übergeben, die unter der Leitung Kardinal Ottavianis, dem Präfekten des Sant´Ufficio, arbeiteten.
1962 wurde die ersten 7 Schemata der Konzilskonstitution dem Papst übergeben.
Diese Dokumente, an denen 10 Komitees 3 Jahre lang gearbeitet hatten, faßten das Beste der Theologie des 20. Jahrhunderts zusammen.
Es waren Texte, die ins Zentrum der Zeit führten und sie taten das in einer klaren und überzeugenden Sprache.
Johannes XXIII studierte sie aufmerksam und macht eigenhändige Anmerkungen, oft wiederholt sich "gut, exzellent"
Der Papst stimmte diesen Entwürfen zu und am 13. Juli, 3 Monate vor Eröffnung des Konzils,  veranlaßte er, daß sie allen Konzilsvätern als Diskussionsbasis der Generalversammlung zugeschickt wurden.

Eines der wichtigsten Schemata nannte sich "Skizze zu einer Dogmatischen Konstitition zu Keuschheit, Ehe, Familie und Jungfräulichkeit"
Die Autoren glaubten zu Recht, daß man über die Ehe nicht diskutieren könne, ohne die Keuschheit einzubeziehen.
Die Skizze bestätigte nicht nur das Prinzip der Einmaligkeit und Unauflöslichkeit der Ehe, sondern auch eine Hierarchie der Ziele der Ehe.
Der Text sagte, daß "das primäre Ziel der Ehe nur die Procreation und Erziehung von Kindern ist, sogar wenn eine spezielle Ehe unfruchtbar bleibt." (Sektion 11)
Das andere Ziel der Ehe, das aus ihrer Natur kommt, selbst aber sekundär ist, sind gegenseitige Hilfe und Trost der Gatten im gemeinsamen häuslichen Leben und was Concupiszenz (Begehren) genannt wird"

Unter den Irrtümern, die im Dokument (Sektion 14) verurteilt werden, sind "die Theorien, in denen durch eine Umkehr der natürlichen Ordnung der Werte, behauptet wird, daß diese primären Hauptziele der Ehe weniger wert sind und die biologischen, persönlichen Werte und die eheliche Liebe zum primären Zweck erklärt werden."

Im zweiten Kapitel, das den rechten Pflichten und Tugenden der christlichen Ehe gewidmet ist, wird im Entwurf - in einer Linie mit der traditionellen Lehre Augustinus´ von den 3 Gütern-zwischen dem bonum prolis ( dem Gut Kinder) dem bonum fidei ( dem Gut der Treue) und dem bonum sacramenti - unterschieden. Aus dem bonum proli leiten sich das Recht und die Pflicht der Gatten zur Procreation ab, künstliche Befruchtung ist ebenso verboten wie Empfängnisverhütung, therapeutische Abtreibung und viele andere Arten, eine Schwangerschaft zu beenden. 
Aus dem bonum sacramenti kommt die Unauflöslichkeit der Ehe. Wie das Dokument betont: "jene, die entgegen dem Gesetz der Kirche unter falschen Voraussetzungen und ungültig verheiratet sind, werden zu Recht als öffentliche Sünder betrachtet und die Kirche hat das Recht, sie offen des öffentlichen Sündigens zu bezichtigen und ihnen kanonische Strafen aufzuerlegen." (Sektion19)
Die zivile Scheidung wird verurteilt (Sektion 20), ebenso freie Liebe (Sektion 22) und der Standpunkt, "der behauptet, daß eine Ehe nur aus dem Grund mangelnder Liebe als ungültig oder aufgelöst erklärt werden kann" wird als falsch erklärt. 

Montag, 20. Juli 2015

Heute vor 112 Jahren,

am 20. Juli 1903 starb in Rom Papst Leo XIII
Vincenzo Gioacchino  Pezzi wurde am 2. März 1810 in Carpineto bei Rom geboren.
1835 promovierte er zum Dr. iur. utr.
1837 wurde der zum Priester geweiht
1843 Titularerzbischof von Dalmatia
1853 Kardinalserhebung
1877 Camerlengo der Hl. Römischen  Kirche unter Papst Pius IX
Nach dem Tod von Papst Pius IX hatte er die delikate Aufgabe, das erste Konklave nach dem Verlust des Kirchenstaates durchführen zu müssen. Er wählte dann nach einer alten Tradition die Sixtinische Kapelle, auch wenn frühere Konklaves auch macnhmal im Quirinal stattgefunden hatten.

am 19.2. 1877- wohl im dritten Wahlgang- wurde er selbst im Alter von 67 Jahren zum Papst gewählt und gab sich den Namen Leo XIII. Sein Pontifikat, in dem er 80 Enzykliken verfaßte, wurde eines der längsten der Kirchengeschichte.          

1900 im Heiligen Jahr weihte er den Erdkreis dem Heiligsten Herzen Jesu

am 20. Juli 1913 starb Papst Leo XIII- 93-jährig in Rom. Er wurde in der Lateranbasilika, der Kirche der Päpste, beigesetzt.
Von ihm gibt es die ersten bewegten Bilder eines Papstes.










Montag im Vatican- Legendenbildung und ihre Hintergründe

Im blog Monday in the Vatican befaßt sich A. Gagliarducci u.a. mit denen, die hinter den Mauern des Vaticans (the hidden vatican)  an der Konstruktion und Legende des Bergoglio-Pontifikates arbeiten und den "Enthüllungen" des kürzlich verstorbenen Jesuitenpaters Fausti zum Konklave 2005, dem Benedetto-Rücktritt und der Wahl Bergoglios 2013, die er in einen korrigierenden historischen Kontext stellt.
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"PAPST FRANZISKUS: WIE DIE GESCHICHTE UM IHN HERUM KONSTRUIERT WURDE"
Die jüngste Interpretation vom Rücktritt Benedikts XVI in den vergangenen Wochen, lieferte Pater Silvano Fausti, ein Jesuit, der der Beichtvater Kardinal Carlo M. Martinis gewesen war.
Kurz bevor er im letzten Monat starb, hat Fausti ein Video-Interview gegeben und erzählt, dass Kardinal Martini dem Papa emeritus bei ihrer letzten Begegnung  gesagt habe, daß die römische Kurie nicht verändert werden könne und daß es gut wäre, wenn er abdanke.
Nach Fausti sagte Martini das zu Papst Benedikt so, als erinnere er ihn an eine alte Übereinkunft zwischen ihnen beiden.
Dieser Rücktritt pflasterte den Weg für Papst Franziskus, den Pater Fausti bewunderte.

Aber diese Geschichte muß dechiffriert werden.
Es ist jetzt evident, daß man zum Konklave von 2005, zurückkehren muß, um die Gründe zu verstehen, aus denen dann Papst Franziskus gewählt wurde.
Während dieses Konklaves wurde Benedikt XVI gewählt, aber die Manöver hinter seinem Rücken haben nie aufgehört.
Das Pontifikat Benedettos war konstant und auf jeder Ebene unter Beschuss. Besonders die alten Seilschaften der Kurie konnten seine Regentschaft kaum ertragen.
Das Pontifikat wurde so schlecht ertragen, daß ein Kardinal, der am Konklave teilnahm, sogar sein Tagebuch der Ereignisse veröffentlichte- in der Kirchengeschichte bisher einmalig.
Nach dem Kardinals-Tagebuch erhielt bei diesem Konklave Kardinal Bergoglio, der dann beim folgenden Konklave zum Papst gewählt wurde, die zweitmeisten Stimmen. 

War das Bekanntwerden des Tagesbuches Teil einer 8-jährigen Kampagne für Bergoglio? Das kann niemand sagen.
Sicher haben Pater Faustis Enthüllungen- er starb am 24. Juni im Alter von 75 Jahren- eine Geschichte aufgebracht, die entziffert werden muß.
Nach Fausti traf sich der bereits schwer kranke Kardinal Martini am 2. Juni 2012 anläßlich des Weltfamilientages in Mailand mit Benedikt XVI . Kardinal Martini starb am 31. August  2012.
Als er den Papst traf, so Fausti,  sagte er zu ihm "Du kannst die Kurie nicht reformieren, du kannst nichts anderes tun, als aufzugeben."

Benedikt war im vorhergehenden März sehr erschöpft  von der Mexiko-und Kuba-Reise nach Rom zurück gekehrt. Während dieses Sommers begann er, zu seinen engsten Mitarbeitern von der Möglichkeit eines Rücktritts zu sprechen. Die versuchten, ihn davon abzubringen, diese Entscheidung  zu treffen.
Im Dezember 2012 berief er zur Ernennung von 6 neuen Kardinälen ein Konsistorium ein (kein Italiener, kein Europäer, kein Angehöriger der Kurie), um das Kardinalskollegium wieder auszubalancieren und am 11. Februar 2013 verkündete er öffentlich seine Absicht, auf die aktive Ausübung des Petrinischen Amtes zu verzichten.

Roberto de Mattei: Über die historischen Wurzeln der Kontroverse. Von Vaticanum II zur Synode.

Roberto de Mattei  erklärt in einem Vortrag, den er im Mai dieses Jahres in Rom gehalten hat, anhand der Kirchen- und Kulturgeschichte der letzten 50 Jahre, wie es zur Kontroverse zwischen den Kasperianern, die die Lehre der Kirche von Grund auf dem Zeitgeist ( für sie Ausdruck des Hl. Geistes) anpassen wollen und denen, die sie verteidigen, gekommen ist.
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"DIE HISTORISCHEN WURZELN DER KONTROVERSE: VOM II. VATICANISCHEN KONZIL ZUR  SYNODE"

"Die Vergangenheit hilft uns, die Gegenwart zu verstehen. Wenn wir die Gründe der aktuellen kulturellen und moralischen Krise verstehen wollen, müssen wir mindestens ein halbes Jahrhundert zurückgehen- zum Anfang der 60-er Jahre.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatte Europa zwei schreckliche Weltkriege erlebt und den Horror des kommunistischen und nationalsozialistischen Totalitarismus. Die Familien haben das mit Blut bezahlt, blieben aber ein starkes soziales und moralisches Bollwerk.

Die Ehe war ein unauflöslicher Bund zwischen Mann und Frau. Ehebruch war eine Sünde, die sozial mißbilligt und sogar im Strafgesetz sanktioniert wurde.
Die große Mehrheit der Frauen waren Jungfrau, wenn sie heirateten. Sie träumten davon, eine Familie zu gründen und hatten einen ausgeprägten Sinn für Bescheidenheit und Opferbereitschaft.
Es wäre nicht richtig, diese Situation zu idealisieren.
Wenn alles perfekt gewesen wäre, hätte es sich nicht so schnell geändert.
Heuchelei war weit verbreitet: der offizielle Respekt für die Familie verbarg die Praxis, die zur freien Liebe tendierte. Es war diese Kluft zwischen angeblicher Moral und der gelebten Praxis, die den Boden für die Kulturelle Revolution der 60-er Jahre bereitete.

Die Revolution von 1968
Der große Wechsel kam 1968 . 1968 war eine Kulturrevolution, die tiefere Auswirkungsn hatte als jede politische Revolution.
Sie präsentierte sich selbst als Revolution der häuslichen Belange, und zielte darauf ab, die Instinkte des Einzelnen und der Massen vom jahrhundertealten Joch von Kultur und Zivilisation zu befreien.

Die Slogans von 1968 drückten einen radikalen Hass auf die Familie aus, die beschuldigt wurde, die Werte weiterzugeben, die der kommunistischen Sozialrevolution im Wege standen.
Es wurde gesagt, daß die Arbeiter in der Fabrik Revolutionäre seien, in der Familie aber Reaktionäre.
Die Revolution mußte aus den Fabriken in die Familien verlagert werden.
1968 war der Versuch, das Revolutionskonzept aus dem sozio-politischen Umfeld ins Privatleben zu bringen, also von der Gesellschaft zum Menschen selbst.

Sonntag, 19. Juli 2015

Abtreibungsbefürworter Jeffrey Sachs, Illusionist und Co-Autor von "Laudato Si´" kehrt in den Vatican zurück.


Elizabeth Yore schreibt in The Remnant über die Rolle, die Jeffey Sachs im Vatican spielt.
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"DAS NACHHALTIGE ENTWICKLUNG GENANNTE  NUSSCHALENSPIEL DER UNO"

"Das wahre Geheimnis der Magie liegt in der Darbietung“
 David Copperfield


Er ist zurück!

Jeffrey Sachs, Mr. Nachhaltige Entwicklung der UNO, kehrt zur 6. Wiederholung seiner Umwelt-Vorstellung in die Päpstliche Akademie für Soziale Wissenschaften in den Vatican zurück-als Meister-Illusionist des Nußschalenspiels der UNO "Nachhaltige Entwicklung",

Am 22 Juli wird Sachs seine Magie beim neuesten Zusammentreffen radikale, linker Politiker im Vatican vorführen. Dabei sein werden z.B der Bürgermeister von New York, Bill de Blasio (ein Freund von Sachs) und Gouverneur "Mondkalb" Brown. Auch mehrere andere US-Bürgermeister werden bei diesem politischen Theater erwartet -bei dem der Vatican den Zielen der UN seinen finalen Segen erteilen wird.

Wie in den vorhergehenden Vaticanauftritten wird Sachs seine Vorstellung mit harschen Umweltwarnungen beginnen. Vielleicht wird er einen seiner Favoriten abstauben- "die Gefahr, die überall auf dem Planeten evident ist".
Ängstigen Sie ihr Publikum, das wirkt immer!

Wie ein kluger Illusionist - wird Sachs den Ton so wählen, wie er es bei vorigen Auftritten getan hat, indem er globale Klimakatastrophen voraussagt, voller steigender Meerespiegel, Hitzewellen, und Hurrikane.

Hören Sie aufmerksam zu, wenn Sachs auf ein häufig angesprochenes Thema zurückkommt, wenn er unter die neuen CFL-Jupiterlampen in die hoffentlich nicht klimaanlagen- gekühlte Päpstliche Akademie schreitet (Nr. 55 der Enzyklika) und in einer ahnungsvollen Kommandostimme warnt: "Ich will beschreiben, was ich für das Kerndrama unserer Zeit halte. Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Die Geschichte unserer Generation ist die drohende globale Umweltkatstrophe, wie die Welt sie noch nicht erlebt hat"

"Der tapfere Kardinal Pell bestreitet das Papst-Dogma vom Klimawandel"

So überschreibt Damian Thompson im "Spectator" seinen Artikel über den wackeren australischen Kardinal, den Helden der vergangenen Familien-Synode.  Hier geht´s zum Original  klicken

"DER TAPFERE KARDINAL PELL GREIFT DAS PAPST-DOGMA VOM KLIMAWANDEL AN"

"Die Kirche hat vom Herrn kein Mandat bekommen, sich zu Wissenschaftsthemen zu äußern," sagte er.
Mit diesem einen Satz legt Kardinal Pell seinen Finger auf das, was an Laudato Si´, der Umweltenzyklika von Papst Franziskus falsch ist.
In diesem Text hat sich Franziskus in einen Streit über Klimawandel und Umwelt eingemischt und Partei ergriffen. Mehr noch - er machte dabei den Eindruck, für alle Katholiken zu sprechen, als er das tat. Und falls das aus irgendeinem Grund nicht so sein sollte, sollten sich irrende Gläubige seiner Linie anschließen. In einem Interview mit der Financial Times vom vergangenen Donnerstag verließ der Präfekt des Wirtschaftssekretariates diese Linie. Es war ein mutiger Schritt, das zu tun.
Pells gesamte Reform der Vatican-Finanzen hat ihm viele Feinde eingebracht und jetzt ist er für Angriffe noch verletzlicher geworden.

Warum dieses Risikos auf sich nehmen? Ich vermute, daß Kardinal Pell "Laudato si´" für die schlechteste Enzyklika der modernen Zeit hält. Wie der Kolumnist der NYT, Ross Douthard es ausdrückte: "sie ist "katastrophistisch" - nicht nur in ihrer Klima-Wissenschaft sondern auch in ihrer Haltung zu modernen Technologien im Allgemeinen:

" ....ihr Katastrophismus macht diesen Papst für empirische Kritik anfälliger. Z.B. setzte er sich nicht ausreichend mit der Tatsache auseinander, daß weltweit die Armen unter genau jenem Weltsystem, das er beklagt - immer weniger arm geworden sind. Eine Tatsache, die die Bedingungen des Environmentalismus erschwert haben"

Aber bleiben wir beim Klimawandel. Wir haben uns glücklicherweise vorwärts bewegt seit den Tagen, als Klimaskeptizismus von statistisch ahnungslosen Kulturkriegern von rechtsaußen repräsentiert wurde, denen auf der anderen Seite wissenschaftliche Zeloten gegenüberstanden, die glücklich waren, ihre unpassenden Daten verbergen zu können, um ihre Sache zu beweisen. Aber die Wissenschaft ist nicht erweisen. Es ist nur, daß die Debatte raffinierter geworden ist.

Florenz: San Marco darf nicht sterben.

Schreibt Sandro Magister im L´Espresso.
Es ist das berühmteste dominikanische Kloster der Welt. Von Florenz aus war es für Jahrhunderte ein Leuchtturm der Heiligkeit, Kunst  und Kultur. Aber jetzt steht es davor aufgehoben zu werden - von niemand anderem als dem Orden des Heiligen Dominikus.
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                                              "SAN MARCO DARF NICHT STERBEN"

 

Annunciation San Marco Museum, Florence
Bildquelle: carulmare via Wikimedia commons


"Der endgültige Beschluss kann auch während der sommerlichen Ablenkung jeden Augenblick kommen.

Und er wird über Leben oder Tod des berühmtesten Dominikaner-Klosters der Welt entscheiden, des Klosters San Marco in Florenz.
Es ist unglaublich, was auf dem Spiel steht.
Etwa so, als wollten die Franziskaner das Kloster von Assisi schließen.

Und dennoch kann genau das passieren, auf Betreiben des Ordens des Hl. Dominicus selbst, wenn der Ordensgeneral Pater Bruno Cadoré den Beschluss des Kapitels der Ordensprovinz Zentralitalien, die sich nach der Hl. Catharina von Siena benennt, im Herbst 2013 getroffen hat, -in die Tat umsetzt: das heißt den Beschluss das Haus - also das Kloster San Marco- in Florenz zu still zu legen.

Der Ordensgeneral hat sich Zeit gelassen. Im März des letzten Jahres besuchte er das Kloster, das vor der Schließung steht. Dann schrieb er einen Brief an die Dominikaner der fraglichen Ordensprovinz und bat sie darum, die Frage mit Hilfe von Experten von Grund auf neu zu überdenken. Ohne Erfolg.
Die Väter der Provinz der Hl. Catharina von Siena trafen sich Ende Juni erneut zu einem Kapitel und erneuerten den Antrag an den Ordensgeneral, das Kloster San Marco aufzuheben.

Wenn das passieren sollte, werden im Kloster und den von Fra Angelico so wunderbar freskierten Zellen (s.o.die Verkündigung) nicht länger Mönche leben, um zu beten. Aus der 1441 von Michelozzo entworfenen Bibliothek, der ersten der Neuzeit, die für das Publikum offen war, würden die Roben der Gelehrten verschwinden. Was für Jahrhunderte ein Zoenakulum gelehrter Männer, Künstler, Bischöfe und Heiliger war, würde einem trivialen Gästehaus weichen.

Samstag, 18. Juli 2015

Sandro Magister über die päpstliche Kommunikation. Man kann es auch Hermeneutik nennen.

Sandro Magister befaßt sich im L´Espresso mit der Kommunikationspraxis des Papstes und der Aufgabe, des neu geschaffenen Sekretariates für Kommunikation, die Zweideutigkeiten und Unklarheiten in päpstlichen Wortmeldungen zu glätten und zu erklären-. Er tut das anhand des aktuellen Artikels des Präfekten dieses Sekretariates im Osservatore Romano.
Dabei vergißt Präfekt Viganó, den peinlichen Fehler des Papstes zu erwähnen oder zu erklären, der den Präsidenten Paraguays fälschlicherweise und öffentlich beschuldigte,  einen Andersdenkenden gefangen zu halten, der aber seit über einem Jahr Gefangener einer linksextremen Terrororganisation ist, und um dessen Freilassung sich zu bemühen, die Menschen den Papst gebeten hatten.
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"VIGANO MACHT DIE HERMENEUTIK DES PAPSTES, VERGISST ABER DEN KOLOSSALEN PATZER"

Bei der Pressekonferenz auf dem Rückflug von Equador benutzte Franziskus ein für ihn ungewohntes Wort: "Hermeneutik".
Innerhalb einiger Minuten hat er es 11-mal wiederholt und aufgefordert, es auch auf ihn selbst anzuwenden und auf seine Worte, die häufig zu zwei-oder vieldeutigen Interpretationen Anlass geben.

                                     FRANZISKUS IM GLOBALEN DORF
Und siehe da- pünktlich, zwei Tage später-, erscheint im Osservatore Romano die erste öffentliche Erklärung von Msgr. Dario Viganó in seiner neuen Rolle als Präfekt des neuen Vaticansekretariates für Kommunikation, das zur Gänze mit dem "Kommunikationsstil Bergoglios zwischen Oralität und Konkretisierung" betraut ist.
Als Grundlage seiner Etüde zum Kommunikationsstil von Franziskus  nimmt er die Rede, die der Papst am Abend des 12. Juli vor der Jugend Paraguays gehalten hat: eine Stegreifrede- nachdem er den vorbereiteten Text verlassen hatte.

Viganó schreibt
"Ich glaube, dass der Schlüssel zum Verständnis der Kommunikationspraxis von Papst Franziskus im klassischen Studium der Beziehung von Oralität zum Geschriebenen zu finden ist.

Wenn Väter ihren Kindern peinlich sind...


Donald Trump und Papst Franziskus.... darüber hat sich John Zmirak in der National Review Gedanken gemacht. Hier geht´s zum Original    klicken

"DONALD TRUMP UND PAPST FRANZISKUS- WENN VÄTER IHREN KINDERN PEINLICH SIND"
Jedes mal, wenn Donald Trump den Mund aufmacht, um etwas Barsches und Provokatives zu sagen, dessen Scharfkantigkeit von dem kleinen Körnchen Wahrheit ablenkt, das er vielleicht begriffen haben könnte, stelle ich mir vor, wie seine Kinder sich fühlen müssen.
Zucken sie bei jedem Wort zusammen oder zwinkern sie und schauen weg?
Erklären sie ihren Freunden die Zitate und sagen, daß sie aus dem Zusammenhang gerissen oder wahrscheinlich falsch weiter gegeben wurden?

Ich brauche hier keinen Mitleids-Run, weil ich ganz genau dasselbe fühle. Jedesmal wenn Papst Franziskus über politische oder wirtschaftliche Themen spricht.
Meine Freunde hier werden einspringen und sagen, daß ich sowohl Franziskus als auch Trump gegenüber unfair bin- das hängt vom jeweiligen Freund ab, aber die Analogie stimmt genau.

Wie eines von Trumps Kindern fühle ich bis ins Mark eine tiefe Aversion dagegen, den Papst anzugreifen. Sogar dann, wenn ich feststelle, daß er sein Wissen und seine Autorität überschreitet.
Ich sorge mich um die Glaubwürdigkeit seines Amtes, das vor ihm weisere Männer innehatten und eines Tages erben werden.
Ich denke an alles das, was ich von früheren Päpsten gelernt habe und erinnere mich daran, daß der Respekt vor Vätern (spirituellen und leiblichen ) eine tiefgehende und heilige Sache ist.
Einer der ersten Flüche in der Bibel wird Ham aufgelegt, weil er sich über seinen Vater Noah lustig machte, der betrunken war  und nackt über das Feld lief.
Seither ist die "Nacktheit Noahs" immer ein Begleitwort der Pflicht der Kinder geblieben, die Würde ihrer Eltern zu beschützen, sogar wenn sie etwas Lächerliches sagen oder tun.
Man soll so handeln wie Shem und Japheth und den Vater still bedecken.

Laudato No : Preise nicht Papst Franziskus´ krude Ökonomie!  Wenn das unser einziger Imperativ wäre, könnten wir nur darauf hinweisen, daß das, was unsere Väter sagten, wahr ist.

Nicht so die Gottlosen, nicht so!

Psalm 1

Selig der Mann, der nicht folgt dem Rat der Bösen,
der nicht auf dem Weg der Sünder geht,
noch sitzt im Kreis der Spötter;
Der aber Freude hat am Gesetz des Herrn
und sinnt darüber bei Tag und bei Nacht.
Er gleicht einem Baum, gepflanzt am Rande der Wasser,
der Früchte trägt zu der Zeit und dessen Blätter nicht welken:
ja, alles gelingt ihm.
Nicht so die Gottlosen, nicht so!
Sie sind wie Spreu, die im Wind verweht.
So werden die Gottlosen nicht bestehen im Gericht
noch die Sünder in der Gemeinde der Frommen.
Denn der Herr  behütet den Weg der Gerechten,
doch der Weg der Sünder führt in den Abgrund.

Freitag, 17. Juli 2015

Pater Hunwicke und das nächste Pontifikat

Im blog "Liturgical Notes" hat sich Pater John Hunwicke Gedanken über das nächste Pontifikat gemacht. Dabei geht er auch auf die Gefahren ein, die sich daraus ergeben, daß sich besonders die Kirchenfeinde aller Art des aktuellen Pontifikates bemächtigt haben, um die Kirche -möglichst für immer-auf ihr Niveau herunterzubringen.
Hier geht´s zum Original:    klicken

                                   "DAS NÄCHSTE PONTIFIKAT"
"Um ehrlich zu sein, es gibt Elemente im öffentlichen Auftreten von Papst Franziskus, die nicht so nach meinem persönlichen Geschmack sind, wie es der (sehr unterschiedliche) Stil seiner beiden Vorgänger war.

Aber mein Geschmack ist irrelevant. Kein Papst ist je nach jedermanns Geschmack; und Katholiken sind nicht dazu gezwungen,  herumzugehen und etwas anderes vorzuspielen.

Die Katholische Kirche ist keine stalinistische Diktatur, in der welcher auch immer gerade regierende Parteigeneralsekretär bedingungslos zum Idol gemacht werden muß, wo alle alten Fotographien retuschiert wurden und selbst Clio*  eine Gesichtstransplantation hatte.

Was mich beunruhigt ist etwas Substantielleres.

Erinnern Sie sich daran, was nach dem II. Vaticanischen Konzil passierte?
Eine Idee vom Konzil erstand, manchmal "Geist des Konzils" genannt. Diese Idee hatte wenig- nein Korrektur- hatte keine Beziehung zu dem, was das Konzil wirklich gelehrt und beschlossen hatte.
Aber es gibt Leute, es gibt Journalisten, die die Akten den Konzils niemals gelesen haben- die etwas anderes glauben.
Vor Kurzen informierte das Wallstreet-Journal, daß das Konzil gelehrt habe, daß der Alte Bund nicht durch Christus nicht ersetzt worden sei. Einfache Katholiken werden Ihnen erzählen, daß die Anbetung in der Landessprache stattfinden müsse und die Heiligen Stätten neu organisiert werden müssen und derlei mehr.

Hat der Vatican die Lehre Johannes Pauls II schon vergessen?

das fragt George Weigel in der National Review. Hier geht´s zum Original :   klicken

Dieser partielle Kurzzeitgedächtnisverlust im Vatican fällt besonders auf, wenn man den Bolivien-Besuch von Papst Franziskus mit den Polenreisen des Hl. Johannes Pauls II in den Jahren 1979 und 1983 vergleicht.
Da möchte man Psalm 137 intonieren.

       "HAT DER VATICAN DIE LEHRE JOHANNES PAULS II SCHON VERGESSEN?"
"Es liegt vielleicht daran, daß ich in den letzten zweieinhalb Wochen in der Stadt, die Johannes Paul II "mein geliebtes Krakau" nannte, gelebt habe, aber es verblüfft mich (und nicht nur mich), daß der gegenwärtige Vatican einige der fundamentalen Lektionen der Lehre und Diplomatie des Heiligen vergessen hat, der aus Krakau nach Rom kam und dessen Pontifikat das folgenreichste der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde.

Beginnen wir mit der Diplomatie- oder besser gesagt- mit dem Bischof von Rom als dem führenden öffentlichen Zeugen der Katholischen Kirche.
Die pastorale Pilgerreise von Johannes Paul  II nach Polen 1979 wird zu Recht als einer der Schlüssel zur Wende im Kalten Krieg angesehen, weil er die Revolution der Gewissen auslöste, die die Revolution von 1998 in ihrer einzigartigen Form ermöglichte.

Aber hier in Krakau haben viele  auch noch lebhafte Erinnerungen an Johannes Pauls zweiten Pastoralbesuch in seinem Heimatland 1982, der unter sehr schwierigen Bedingungen stattfand.
Es herrschte Kriegsrecht, der polnische Staat unter General Jaruzelski benahm sich weiterhin wie eine Besatzungsarmee, die die polnische Zivilgesellschaft knebelte, die große Hoffnung auf die "Solidarität", eine Bewegung zugleich der nationalen als auch der gewerkschaftlichen  Erneuerung  schien in Schutt und Asche zu liegen.
Als Johannes Paul II am 16. Juni 1983 in Polen ankam, umarmte er weder General Jaruzelski noch irgendeine andere polnische Staatsautorität, sondern- hatte während der gesamten Begrüßungszeremonie den Blick gesenkt, Kummer und Sorgen auf seinem ausdrucksvollen Gesicht.
Eine ältere Frau, die ihn so sah, sagte: "Sehen Sie? Er versteht. Er ist traurig."
Als Johannes Paul II sich unter 4 Augen mit Jaruzelski traf, hörten die, die vor der Tür warteten-wie sie später berichteten- eine Faust, die auf den Tisch zwischen den beiden Männern schlug.
Johannes Paul eröffnete- wie berichtet wurde- die Unterhaltung mit dem Satz: "Ich habe den Eindruck, daß dieses Land ein großes Konzentrationslager ist" ( eine Anspielung auf die Polnische Erfahrung unter der Nazibesatzung, die sehr einschneidend gewesen war) .

Dann gab es die päpstlichen Reisen nach Chile 1987 und Paraguay 1988.
Zwei kulturell katholische Länder, besetzt von Militärdiktatoren.
Die Konfrontationen mit General Pinochet und General Arturo Stroessner fanden hinter verschlossenen Türen statt.
Aber weniger als 2 Jahre nach dem Besuch des Papstes stimmte Pinochet einem Plebiszit zu, in dem sein Volk ihn von der Macht abwählte. In Paraguay ging die Entwicklung sogar noch schneller. als Stroessner , zu der Zeit der langlebigste Diktator der Welt- 1989 nach 35 Jahren der Herrschaft die Macht verlor.

Diese demokratische Verschiebung- hatte- wie alle derartigen Ereignisse- komplizierte Gründe.
Aber es machte sicher einen Unterschied, daß Johannes Paul II bei seinen Besuchen die Unausweichlichkeit autoritäter Herrschaft nicht anerkannte (Pinochet gegenüber bestand er darauf, daß  das Volk ein  Recht auf Freiheit habe, sogar wenn sie diese mißbrauche).
Und vielleicht noch wichtiger, er handelte so, daß er in beiden Ländern der demokratischen Opposition neuen Mut und neue Hoffnung gab.

Schönes zur Ehre Gottes

         
                                            GLORIA IN EXCELSIS DEO

                      

Donnerstag, 16. Juli 2015

Getroffen! Oder unser Beitrag zur Inklusion

Unser vorgestriger Beitrag "Noch´n Fundstück. Die Erde ist keine Scheibe" hat in den Kreisen der angesprochenen Ecclesiophobiker eingeschlagen wie die sprichwörtliche Bombe.
Sie haben sich daraufhin zusammengesetzt und- viribus unitis- in kollektiver Anstrengung ihrer Pool-Intelligenz einen Kommentar dazu verfaßt und gepostet, den wir hier gern veröffentlichen wollen, weil wir ehrliches Bemühen immer für anerkennungswürdig erachten und überdies Anhänger der Inklusion sind.
Daß Ausdrucksvielfalt nicht unbedingt zu ihren Stärken gehört, sollten wir ihnen nachsehen, zumal zu hohe Ansprüche leicht zu Überforderung führen.
Wir halten es also nicht wie eine unserer liebsten Mit-Bloggerinnen, die angesichts ähnlicher Fan-Post schrieb: "Haltet die Einzeller von den Tastaturen fern!"- auch wenn wir sie verstehen können.
Auf der nächsten Seite nun-als ein Beipiel für alle- das poetische Sammelwerk  aus der Troll-& Ecclesiophobiewerkstatt zum Thema "Die Erde ist keine Scheibe" :