Samstag, 5. August 2017

Fundstück zur Causa Müller


Kardinal Müller, Expräfekt der Glaubenskongregation, ist nach seiner "spontanen" Entlassung aus dem Amt nach wie vor in allen Medien präsent....so auch in der Badischen Zeitung, die ein Interview mit dem Vaticanexperten (u.a.) Ulrich Nersinger veröffentlicht hat.
Hier geht´zum Original:  klicken
Daß auch die notorische SZ ihr Müller-Bashing- gestützt auf die vorsintflutlichen WisiKi , deren vorsintflutliche Ansichten über Kirche und Glauben besagtes Journal für "progressiv" hält - fortsetzt verwundert nicht, immerhin lassen sie die positive Sicht auf den Kardinal in seiner früheren Regensburger Diözese nicht unter den Tisch fallen.
Gefunden haben wir das Interview bei charismatismus-wordpress. Hier: klicken

"Grundsätzlich sind die Personalentscheidungen des Papstes von sehr harten Schnitten gekennzeichnet – obwohl er doch eigentlich für Barmherzigkeit steht. Das hat möglicherweise auch mit seiner Spontanität zu tun, die einer seiner charakteristischen Wesenszüge darstellt. Das hat mitunter sehr angenehme Seiten, beispielsweise im persönlichen Umgang. Im offiziellen Agieren im Vatikan ist sie jedoch nicht unproblematisch, mitunter sogar kontraproduktiv. Mit der Spontanität des Papstes muss die Kurie jederzeit rechnen."

Quelle: Chrisltiches Forum, Felizitas Küble, Badische Zeitung, U.Nersinger

p.s.wie man an Father Hunwickes Loblied auf den Kardinal Müller sieht, entspricht der alte Satz, daß der Prophet im eigenen Lande nichts gilt der Wahrheit. Aber ganz besonders gilt es in D für den Kardinal wie zuvor schon für seinen Vorgänger im Amt und späteren Papst Benedikt XVI.

Father Hunwicke spricht...

vielmehr singt er ein Loblied auf Kardinal Müller, das sehr lesenswert ist.
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                                                      "MÜLLER"
"Seine Eminenz Gerhard Müller mag vom aktuellen Inhaber des Römischen Stuhls nicht gut behandelt worden sein ....aber er wurde vom exzentrischeren Flügel des Tradditums schon lange vorher schlecht behandelt.

Unter den Dingen, die ich an Müller am meisten bewundere, ist seine standfeste Verteidigung der hochwichtigen von Benedikt XVI etablierten und von der apostatischen Sektion der Deutschen Christenheit verachteten -Prinzipien, daß Bischofskonferenzen keinen theologischen Status haben.
Die Universale Kirche -in der der Römische Stuhl im Zentrum der Katholischen Gemeinde einen Status hat ebenso wie das hat die Ortskirche mit ihrem Bischof, Presbyterium, Diakonat und Laien hat. Aber Konferenzen- no way.
Wenn Sie das aus den Augen verlieren, werden Sie auf dem schlammigen Pfad der provinziellen Autonomie wandern, der die Einheit und Tradition der einst großen Anglikanischen Gemeinschaft zerstörte.
Die Universale Kirche hat in der Tat die Priorität über die Teilkirche, wie Ratzinger in seinen überaus höflichen aber zerstörerischen Verrissen des höhnischen und bösartigen Kaspers demonstriert hat.
Die gelehrte Klarheit des ersteren war der aalglatten und falschen Logik des letzteren mehr als ebenbürtig.

Die dümmeren Traddis haben davon nie wirklich Notiz genommen. Es war Müllers Standpunkt zu Amoris Laetitia, der sie am meisten irritiert hat. Ihnen sind die stiletto-scharfen Spitzen, mit denen er Amoris Laetitia aufgespießt hat, völlig entgangen. Seine Eminez hat Amoris Laetitia zwei Alternativen angeboten:

1. Amoris Laetitia hat nichts geändert; Familiaris Consortio und Caritatis Sacramentum gelten noch, o.k.
oder

2. Amoris Laetitia  hat die seit Menschengedenken geltende Praxis  und Lehre der Kirche geändert.

Die erste dieser These ist die einzig brauchbare Option. Auf breiter Basis wird sowohl von den Bewunderern des Papstes als auch von seinen Kritikern geargwöhnt, daß der Papst gehofft hatte, ein großes sumpfiges Areal von Zweideutigkeiten zu schaffen, in dem die Lösungen. die er wollte, hochkommen und sich schrittweise mit der Zeit selbst als Fakten etablieren würden. Wenn das stimmt, hat Müller seinen Bluff durchgebracht. Vielleicht mußte er deshalb gehen.

Freitag, 4. August 2017

Kirchenhistorische Studien zum Friedenskuss

Father J.Hunwicke geht als studierter und begeisterter Historiker auf seinem blog liturgicalnotes der Geschichte des Vaterunsers und des Friedenskusses in der Liturgie der Kirche nach.
Hier kann man eine Schlußfolgerungen im Original lesen:  klicken.


                        "PAX DOMINI SIT SEMPER VOBISCUM"

"Es scheint einen Konsens darüber zu geben, daß es keine Beweise dafür gibt, daß das Vaterunser vor 350 irgendwo in der Christenheit in der Messe war.
Davor war es ein nicht-liturgisches Gebet, das vielleicht mehrmals am Tag gebetet wurde- privat oder in Gruppen von Gläubigen. Und es gibt Beweise, daß in dieser Periode die Christen, die das Vater-unser miteinander teilten, es mit einem Friedenskuss beendeten.
Das früheste Zeugnis, das ich dafrür kenne, findet sich bei Tertullian. Dann hatte sich die Sitte herausgebildet den Friedenskuss nach dem Vaterunser  auszulassen, wenn gefastet wurde.
Tertullian war damit nicht einverstanden, weil es eine Neigung entgegen Matthäus 6:16 öffentlich mit dem Fasten zu prahlen, offenbare.
Er nennt den Kuß das signaculum orationis: das Siegel (so wie ein Dokument besiegelt werden kann) oder Ende des Gebetes. Rhetorisch fragt er: "Welches Gebet ist vollständig, wenn ihm der Hl. Kuss entrissen wird? Wen hindert der Friedensgruß, wenn er gegenüber dem Herrn seine Pflicht tut? Welche Art Opfer ist es, von dem die Leute ohne Friedensgruß weggehen?
Und einige Paragraphen früher, in denen er über das Beenden von Gebeten spricht, benutzt er den Satz  "assignata oratione" - wenn das Gebet besiegelt ist.
Ebenso kommentiert Origenes den Friedenskuss und bezieht sich auf den Hl. Paulus, der ihn in Römer 16 und anderswo als "nach dem Gebet" beschreibt. Weil der Hl. Paulus nie näher definiert wo der Kuß gegeben werden soll,  Origenes´ "nach dem Gebet bezieht sich vermutlich darauf, daß er seine eigene Zeit hat.

Es ist sehr wahrscheinlich, was damals passierte. Als das Vater-unser in die Messe  eingeführt wurde brachte es das signaculum, den Friedenskuß mit sich. So ist das "pax" in der Liturgie in sich selbst nicht eine versöhnende Vorbereitung der Kommunion sondern das Siegel unter dem Vater-unser und dem Eucharistischen Hochgebet. Wir finden diese Situation im Brief von Papst Innocenz I an Bischof Gubbio aus dem Jahr 416 wiedergegeben. Unruhestifter in Gubbio hatten gesagt, daß es besser sei, die Gebräuche einer anderen Kirche zu befolgen als Dinge zu tun. die zu erwähnen mir nicht erlaubt ist, und die zeigen, daß die Leute allem, was in den Mysterien gestan und in der Kirche zelebriert wird, zugestimmt haben und um zu demonstrieren, daß die durch das signaculum nach dem Paxx beendet werden."
Die Tatsache, daß er den von Tertullian benutzten Terminus signaculum verwendet, läßt vermuten. daß wir es mit einem konventionellen Gebrauch zu tun haben, weitverbreitet genug, um in Rom und Nordafrika während einer Periode von mindestens 200 Jahren üblich gewesen zu sein.

Deshalb scheint die römische Position des Friedenskusses logisch und bedeutend gewesen zu sein, über die Einführung des Vater-unsers in die Messe hinaus. damals, als die Christen sich in kleinen Gruppen trafen um das Gebet der Herrn gemeinsam zu sprechen. Diese Logik war die allgemeine und gemeinsame Teilnahme des Gottesvolkes am Gebet des Herrn. Natürlich schließt das die Wahrnehmung des Friedensgrußes als Geste der Versöhnung unter denen, die als ein Leib, die kurz davor sind in der Eucharistie den einen Leib und den einen Kelch mit dem Blut des Erlösers zu empfangen, nicht aus. Das lassen die letzten Sätze des Gebetes, die die gegenseitige Vergebung betreffen, vermuten.

Aber ich frage mich, ob es eine etwas andere Sichtweise gibt, die hier gültig sein könnte. Könnte sich die Passage aus Tertullian, die ich zitiert habe, sich nicht auf den außerliturgischen Gebrauch des Gebetes der Herrn unter Christen bezogen sondern auf seine Benutzung innerhalb der Messe?
Er scheint über etwas gemeinsameres zu sprechen als nur eine halbprivate Gebetsgruppe. Und bedenken Sie den Satz "was für ein Opfer...?"  und dann gibt es in der Nähe einen Paragraphen, in dem er den Brauch kritisiert, sich nach dem "Pax" hinzusetzen, wenn der Friedenskuss einfach nur eine kleines Gebetstreffen beendet, sollte es den Teilnehmern nicht erlaubt sein, sich hinzusetzen, wenn es einmal vorbei war?

EIn anderes "und" ....Nachdem er seine Mitchristen kritisierte, weil sie mit der Tatsache prahlen, daß sie fasten, fährt er fort "am Paschafest, an dem die Vorschrift allen das Fasten







Another And ... Having criticised his fellow Christians for witholding the Kiss so as publicly to flaunt the fact that they had been fasting, he goes on ' ... on the day of the Pasch, on which there is a rule of fasting which is common to all and as it were public, we rightly drop the kiss, because we don't care about hiding the thing [i.e. fasting] which we are doing with everybody else'. Those familiar with the traditional Roman Rite will recall that, to this day, we do not exchange the Sign of Peace at the Good Friday Mass of the Presanctified, nor at the Mass of the Easter Vigil (even though the celebrant has said the words). This is because we are all deemed to have been fasting.

Questions arise: if the Our Father was within the Mass as early as the time of Tertullian, what does this do to our understanding of the early history of the Liturgy? How are we to fit in the apparently second century evidence for the Peace coming at an earlier point in the Mass? Why should those fasting consider it appropriate to withold the Kiss? What is the relevance of all this to the Eucharistic Fast, first witnessed in North Africa at the end of the fourth century? And does the evidence we have considered derive support from Dom Gregory Dix's compelling theory about the Mass of the Presanctified (i.e., that the third century practice of Christians communicating themselves privately on weekdays from the Host which they had reserved at the Sunday Mass, and blessing by the recitation of the Lord's Prayer and then drinking a cup of wine as an 'antitype' of the Blood of Christ, is found as the Communion Rite of the traditional Roman Good Friday liturgy, simply transferred from the private to the communal context)?

I never cease to be surprised at what I find whenever I delve back into the history of the venerable and wonderful Roman Rite.

Die eindrucksvolle Zunahme der Zahl der Christen im Mittleren Osten

Giorgio Bernardelli bei berichtet bei LaNuovaBussolaQuotidiana über die zahlenmäßige Zunahme der Christen trotz aller Verfolgung in Mittleren Osten....wobei man die Zunahme christlicher "Gast"arbeiter in den Emiraten und Saudi-Arabien vielleicht anders bewerten muß, was aber nicht ausschließt, daß ihre ständig wachsende Anwesenheit auf Dauer zu Änderungen führen kann.
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"STÄRKER ALS DIE ETHNISCHE SÄUBERUNG DER DJIHADISTEN: DAS BEEINDRUCKENDE ANWACHSEN DER ZAHL DER CHRISTEN UM MITTLEREN OSTEN"

Trotz der durch ISIS erlittenen Verfolgungen und anderer, in diesen letzten Jahren erlebten Prüfungen hält sich die Zahl der Christen im Mittleren Osten. Und wenn sich ihre Anwesenheit von ihrem historischen Ort auch in Richtung Persischer Golf  ausweitet, erkennen wir, daß sie mehr werden.
Das ist das überraschende Bild, das ein neuer Bericht, den die Cnewa- Catholic Near East Welfare Association, Vereinigung päpstlichen Rechts, liefert, in dem unter den wichtigsten Bezugspunkten weltweit die Nähe und Solidarität in den Kirchen des Orients ist.

Die Cnewa stellt eine Reihe von Daten vor, die verschiedene Quellen aus eigener Erfahrung anbieten, die jedes der neun Länder betreffen,in denen diese Religion aktiv ist (von Ägyypten bis Syrienm Von Israel bis in den Irak, von Jordanien zum Libanon) - einige Schätzungen zur Anwesenheit der Christen, die 2017 aktualisiert wurden. Sie vergleichen diese Daten mit einer Umfrage, die im Jahr 2010 durchgeführt wurde, dem Jahr vor dem Arabischen Frühling.
Ergebnis ist, daß in diesen Ländern im Nahen Osten, in denen es die Ortskirchen seit den Tagen der Apostel ohne Unterbrechung gibt, heute 14.525.880 Christen leben. also nur 213.780 (1,45%) weniger als vor sieben Jahren.

Es handelt sich um eine Zahl,  die eine beeindruckende Bindung an die eigenen Wurzeln ausdrückt, wenn man daran denkt, wieviele Gründe für einen Massenexodus sprechen würden ebenso wie die ethnische Säuberung durch die Djihadisten
Man muß zugeben, daß wenn man die Daten im Detail analysiert, man die Wunden mit bloßem Auge sieht. Das Gros wird in der Tat von den ägyptischen Christen gebildet. den Kopten, der mitgliederstärksten der Christlichen Gemeinden des Orients- die von 2010 bis 2017 von 8,1 auf 9,4% angewachsen ist; ein Anwachsen, das dem örtlichen Bevölkerungswachstum entspricht, was den Anteil der Christen im Land bei cirka 10% hält.
Ein Faktum, das normalerweise nicht erwähnt wird, wenn man daran denkt, was nach dem Sieg der Muslimbrüder bei der Wahl 2012 in Kairo passiert ist.


Das dritte Geheimnis von Fatima und das II. Vaticanische Konzil....

Roberto de Mattei  hat sich bei Corrispondenza  Romana Gedanken über das jüngste Interview Bischof Athanasius Schneiders und den möglichen Zusammenhang des II.Vaticanischen Konzils mit der 3. Prophezeiung von Fatima gemacht.
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"DAS ZWEITE VATICANISCHE KONZIL UND DIE BOTSCHAFT VON FATIMA" 

Roberto de Mattei, Rorate CoeliCorrispondenza Romana und andere katholische Zeugen waren Gastgeber eines bemerkenswerten Interviews von Msgr. Athanasius Schneider zur "Interpretation des II. Vaticanischen Konzils  und seiner Beziehung zur aktuellen Krise der Kirche." Nach Ansicht des Weihbischofs von Astana war das II. Vaticanische Konzil ein pastorales und seine Thesen sollten im Licht der immerwährenden Lehre der Kirche gelesen und beurteilt werden.
In der Tat,  "von einem objektiven Standpunkt aus haben die Äußerungen des Lehramtes (Päpste  und Konzile) mit definitivem Charakter mehr Wert und Gewicht als pastorale Aussagen, die natürlich von veränderlicher und zeitlicher Art sind- je nach den historischen Umständen oder die auf pastorale Situationen einer bestimmten Zeitperiode antworten, wie es für den größten Teil der Aussagen des II.Vaticanums zutrifft."
Dem Artikel von Msgr. Schneider folgte am 31. Juli ein ausgewogener Kommentar von Don Angelo Citati FSSPX,  nach dem die Position des deutschen Bischofs sehr an jene erinnert, die von Msgr. Marcel Lefebvre ständig bekräftigt wurde: "Zu sagen, daß wir die Konzilsdokumente "im Licht der Tradition werten" soll offensichtlich 3 Dinge bedeuten, die untrennbar sind: daß wir jene akzeptieren, die mit der Tradition konform gehen, daß wir die, die  zweideutig sind, nach in Übereinstimmung mit der Tradition interpretieren und daß wir die, die gegen die Tradition sind, zurückweisen."(Msgr. M.Lefebvre, "Ich übergebe euch, was ich empfangen habe. Immerwährende Tradition und Zukunft der Kirche" in der Edition von Alessandro Gnocchi und Mario Palmaro, Sugarco Edizioni, Mailand 2010, S. 91)


Donnerstag, 3. August 2017

Fundstück: Manfred Lütz und das "gesunde" Sterben

gefunden bei katholisch.de:

"AUCH WER GESUND STIRBT, IST DEFINITIV TOT"


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Father Hunwicke spricht....

Father J. Hunwicke kommentiert auf seinem blog liturgicalnotes die Gerüchte über angebliche päpstliche Pläne, Summorum Pontificum zu widerrufen.
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                  "SUMMORUM PONTIFICUM?"
"Es war wegen der Gerüchte, daß das aktuelle päpstliche Regime Summorum Pontificum rückgängig machen könnte, daß ich meine kürzliche Serie zur Konzelebration in den Römischen Kollegien geschrieben habe. Ich denke, ich muß lernen, daß die Leute nicht alles lesen, was man schreibt und oft dabei versagen, zu verstehen, worauf man wirklich abzielt.

Ich werde meine Meinung jetzt so einfach ausdrücken, wie ich kann.

Ich denke  nicht, daß es der Stil des Hl. Vaters ist, Dinge auf eine unnötig und offwn konfrontative Weise zu tun.

Es gibt sicher gruselige Individuen in der Nähe- wie Andrea Grillo- die hoffen, daß summorum Pontificum ausgeweidet wird. Das -so hoffen sie- könnte man dadurch erreichen, daß man die Subsidiarität aufhebt, nach der alle Priester die Außerordentliche Form zelebrieren können, ohne eine Erlaubnis zu benötigen.

Aber ich denke nicht, daß der Hl. Vater Summorum Pontificum einfach aufheben wird, sicher nicht zu Lebzeiten seines Vorgängers.

Ich denke, daß der aktuelle Papst seine Ziele mit subtileren und verwinkelteren Mitteln erreicht.

Ich habe den Verdacht, daß das Entwurf-Papier, das ich so ausführlich kommentiert habe, ein Versuch von Papst Bergoglio oder-wahrscheinlicher- eines seiner Vertrauten, wie den Präfekten der Kleruskongregation sei, die priesterliche Kultur, die Summorum Pontificum befördert, zu zerstören.
Das ist mehr sein Stil.

Auf alle Fälle war es Benedikt XVI- nicht der dümmste Mensch-der zuerst  intervenierte, indem er klar machte, daß es für jeden Papst "ultra vires" (außerhalb seiner Macht) wäre, den klassischen Römischen Ritus auszulöschen.

Erinnern wir uns auch, daß es historisch die Position der SSPX ist, die in einem privaten Ghetto nicht um Erlaubnis nach dem Älteren Ritus zu zelebrieren gebeten haben- sondern zu Recht auf dieser fundamentalen Freiheit bestanden, die nie gesetzmäßig abgeschafft wurde und jedem Priester der Lateinischen Kirche zugesichert ist. Trotz Bischof Williamsons Mißtrauen gegenüber einen früheren Kollegen, glaube ich nicht, daß die Gesellschaft bei einem so wichtigen Prinzip widerrufen würde.

Quelle: LiturgicalNotes, Father J. Hunwicke

Mittwoch, 2. August 2017

Heute vor 75 Jahren

wurde Schwester Benedicta vom Kreuz im Echter Carmel verhaftet und deportiert. rorate caeli berichtet über die damaligen Ereignisse in den Niederlanden.
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"VOR 75 JAHREN, AM 2. AUGUST 1942, WURDE SCHWESTER BENEDICTA ZUSAMMEN MIT IHRER SCHWESTER VERHAFTET. IHR LETZTER BRIEF: "SCHICKT MIR DEN NÄCHSTEN BAND DES BREVIERS"

Vor 75 Jahren reichte die Jagd auf  Katholiken jüdischer Herkunft bis tief ins Innere der stillen Wände des Carmels von Echt (Limburg in den Niederlanden, unter deutscher Besatzung). Die neue Welle der Verfolgung war die prompte Antwort der Besatzungsmacht auf die öffentliche Verlesung des Hirtenbriefes der Holländischen Bischöfe.
                       
Teresa Benedicta vom Kreuz, O.C.D. (in ihrem Carmel einfach als Schwester Benedicta bekannt) hatte auf mutige und christliche Weise  sich selbst und ihre Schwester, die ihr nach Echt gefolgt war, vor dem, was unausweichlich erschien, zu schützen versucht- es war ihr bereits gelungen, ihnen einen Platz in Carmeliter-Häusern in der Schweiz zu sichern. Aber der Lauf der Ereignisse überholte ihre Pläne.

Aus der Biographie, die das General-Haus der Unbeschuhten Carmeliter bereitstellt:

  "Das Kreuz stand im Zentrum von Ediths gesamten spirituellen Leben. Aber besonders als die               Verfolgung der Juden täglich an Intensität zunahm, stellte sie im Carmel von Echt
    sich selbst zur Verfügung, um sich "dem Hl. Herzen als Sühneopfer für den wahren Frieden                 aufzuopfern".
    Am 9. Juni hat sie ihr letztes Testament geschrieben, das mit den Worten endet: "Von jetzt an               nehme ich den Tod an, den Gott für mich bereithält, mit Freude und mit völliger Hingabe an
    Seinen allerheiligsten Willen. Ich werde zum Herrn beten, mein Leben und meinen Tod zu
    seiner Ehre und zu seinem Lobpreis anzunehmen....als Sühneopfer für den Unglauben des
    Jüdischen Volkes.".....

Ausgelöst wurden die plötzliche Hassexplosion und der Plan, die holländischen Juden auszulöschen durch den Hirtenbrief von Erzbischof Jong von Utrecht, der am 26. Juli 1942 in allen Kirchen Hollands vorgelesen wurde. Er gab dem Protest der Kirche gegen die Deportation der Juden Ausdruck. Die Reaktion der SS kam prompt. Alle getauften Juden, Priester und Nonnen jüdischen Ursprungs wurden verhaftet und ins Konzentrationslager geschickt. Unter ihnen waren Edith Stein und Rosa. Zwei SS-Offizielle erschienen im Kloster von Echt und gaben Schwester Benedicta nur 5 Minuten Zeit, um sich bereit zu machen......

In der Nacht vom 2. auf den 3. August kamen die Schwestern im Sammellager von Amersfort an. Dann, während  der Nacht vom 3.-4. August, wurden die Gefangenen mit vielen anderen ins -Deportations-Lager Westerbork gebracht, das in einem unbewohnten Teil im Norden der Niederlande liegt.  Von hier aus konnte Edith durch die Mutter Oberin einer religiösen Schwester, die mit Gepäck für ihre Tochter ins Lager gekommen war,  eine Notiz an die Priorin von Carmel Echt zu schicken. Der am 6. August datierte Brief war eine kurze Bitte um Wollstrümpfe, zwei Decken und etwas Wollkleidung für Rose.
Besonders bedeutungsvoll ist der Schlußsatz : "Morgen wird ein Konvoi (nach Schlesien oder in die Tschechoslowakei ??) abgehen.

Die letzten Briefe, die Schwester Benedicta geschrieben hat, zeigen ihre Sorgen in den letzten Wochen ihres Lebens, einschließlich der Gefangenschaft im Deportationslager in den Niederlanden.

Brief an die Priorin von Carmel Le Paquier, Schweiz

Echt, 24. Juli 1942

Meine liebe, verehrte Mutter,
Heute haben wir Ihren gütigen Brief bekommen, Ich danke Ihnen von ganzem Herzen dafür, daß Sie willens sind, mich als Mitglied Ihrer lieben Familie anzunehmen- und alle meinen lieben Schwestern. Ich bin nicht in der Lage, Ihnen zu sagen, wie gerührt ich von ihrer Güte bin und mehr noch von der des Guten Gottes. Sie werden das noch besser verstehen, wenn Sie die Geschichte unserer Leben und unserer Familien gehört haben. Wir werden jetzt sehen, ob es möglich ist, die Erlaubnis zu bekommen, die Niederlande zu verlassen. Aber das wird sicher viel Zeit benötigen- Monate nehme ich an. Ich werde mit dem Versprechen zufrieden sein müssen.

Unsere liebe, ehrwürdige Mutter und meine Schwester Rosa werden einige Zeilen hinzufügen. Noch einmal tausend Dank, liebe ehrwürdige Mutter, mit dem Ausdruck meiner respektvollen Liebe- 
in Jesus Christus.

Ihre sehr kleine, demütige, unwürdige 
Sr. Teresa Benedicta a Cruce, OCD

(....)

Brief an ihre Priorin in Echt Carmel
JM
Dronte-Westerbork, Barracks 36, 
6. August 1942

Liebe Mutter,
Eine Mutter Oberin aus einem der Klöster ist gestern Abend mit Koffern für ihr Kind angekommen und bietet jetzt an, einige kurze Briefe mit zurück zu nehmen. Morgen früh geht ein Transport ab (Schlesien oder Tschechoslowakei??)

Was wir am nötigsten brauchen : Wollstrümpfe, zwei Decken,, Für Rosa alle warme Unterwäsche und was immer in der Wäsche war; für uns beide Handtücher und Waschzeug. Rosa hat auch keine Zahnbürste, kein Kreuz und keinen Rosenkranz. Ich hätte gern den nächstzen Band des Breviers (bisher konnte ich glücklicherweise beten) Unsere Ausweise, Registrierkarten und Lebensmittelkarten.

Tausend Dank und Grüße an alle
Ihr dankbares Kind B.

P.S. 1 Habit und Schürzen, einen kleinen Schleier.

Das war Schwester Benedictas letzter Brief.

Quelle: rorate caeli



Nach der Exkommunikation von José Galat: eine Warnung an Papstkritiker.....

Der kolumbianische Episkopat ist, was Kritik am amtierenden Potifex angeht besonders rigoros, um nicht rigide zu sagen, bei der Bestrafung der Urheber, gehören sie dem Klerus an, werden sie schon mal mit einer dimissio a divinis sanktioniert, oder wenn sie Laien sind, exkommuniziert. Das ist gerade Professor José Galat nach einer Sendung des von ihm gegründeten Senders "Teleamiga" passiert. Weit und breit kein "who am I to judge" oder eine alles umfassende Barmherzigkeit.
Steve Skojec kommentiert das bei OnePeterFive.
Hier geht´s zum Original:    klicken

"DER FALL GALAT: EINE LEKTION IN VORSICHT FÜR   PAPST-KRITIKER"

Der gestrige Artikel über die Exkommunikation des Papstkritikers Professor José Galat, des früheren Direktors der Gran Colombia Universität und Gründers des spanisch-sprachigen TV-Senders Teleamiga hat einen wahren Feuersturm im Kommentarbereich entfacht. Und das nicht ohne Grund.

Galat ist allerdings nicht nur ein Papstkritiker. Wie Maike Hickson berichtete, führt er seine Kritik bis zu unbewiesenen Schlußfolgerungen fort.

In seiner eigenen Fernseh-Show hat Galat vor kurzem selbst behauptet, indem er die "Sankt Gallen Mafia" zitierte, zu deren bekanntesten Mitgliedern der belgische Kardinal Godfried Danneels gehört, daß Papst Franziskus widerrechtlich gewählt wurde. Er hat auch behauptet, daß Papst Franziskus viele Aspekte der fundamentalen Lehre der Katholischen Kirche verdreht.

Was die Existenz der sogenannten "Sankt Gallen Mafia" angeht, von der man sagt, sie habe konspiriert um Jorge Bergoglio zum Papst zu wählen, steht nicht in Frage. Nach dem Zugeständnis einiger ihre Mitglieder gab es diese Gruppe. Auch andere Details über internationalen Druck auf Papst Benedikt XVI zurückzutreten, sind ans Licht gekommen. Auch stellen sich Fragen über mögliche kanonische Unregelmäßigkeiten bei der Wahl von Papst Franziskus.

Auch die Behauptung, daß Franziskus die Lehre der Kirche entstellt, ist nicht in Frage zu stellen. Von signifikanten Teilen von Amoris Laetitia und gewissen Segmenten von Evangelii Gaudium bis zu seinen weniger gut bekannten viele Äußerungen, die dem entgegen zu stehen scheinen, was die Kirche immer gelehrt hat, hat dieser Papst den Gläubigen in ihrer Fähigkeit die authentische Katholische Lehre zu verstehen und zu akzeptieren, schweren Schaden zugefügt.

Was auch immer man über all dieses denkt. scheint es mir im Rahmen vernünftiger Parameter Raum für ein gewisses maß an Skepsis zu geben. Skepsis zum Amtsverzicht, Skepsis zur Wahl, Skepsis darüber, ob eine materielle Häresie die Grenze zur formalen Häresie überschritten hat usw.
Es scheint, daß kein ehrlicher Katholik sich heute über vieles sicher fühlt, außer daß wir es mit einer Krise der Papsttums von präzedenzlosen Ausmaßen zu tun haben.

Marco Tosatti macht einen Vorschlag

Vorsicht: schwer politisch unkorrekt ! 
Marco Tosatti hat auch eine Satire-website - die Romana Vulneratus Curia  (RVC), dort hat er sich überlegt, daß nach neuer Lesart man die leiblichen Werke der Barmherzigkeit von sieben auf fünf reduzieren könnte. Hier geht´s zum Original:   klicken

"RVC: DIE SIEBEN LEIBLICHEN WERKE DER BARMHERZIGKEIT WERDEN AUF FÜNF REDUZIERT. UND WERDEN SEHR ÖKOLOGISCH UND MIGRANTISCH."

Achtung Stilum-Curiae - es naht eine Ferienwoche für Euren Amphitrion. Die mehr oder weniger am kommenden Dienstag beginnen; und ich weise Sie darauf hin, daß ich den Computer zu  Hause lasse, um zu versuchen, wirklich abzunehmen.
In der Zwischenzeit lade ich Sie dazu ein, angenommen, daß die wirklichen Nachrichten alle eher schlecht sind, wenn auch nicht zu lachen, mindestens zu lächeln  und zu lesen, was die Romana Vulneratus Curia in ihren vertraulichen Gesprächen mit den virtuellen Spionen der angenommenen Revision der katholischen Doktrin erfahren haben.

Die sieben leiblichen Werke der Barmherzigkeit  waren:            

- Den Hungernden zu essen zu geben

- Den Durstenden zu trinken zu geben

- Die Nackten bekleiden

- Den Pilgern Obdach geben

- Die Kranken heilen

- Die Gefangenen besuchen

- Die Toten begraben

Die neuen sieben Werke der Barmherzigkeit könnten auf nur fünf beschränkt werden:

LACHEN VERBOTEN
                             
- Den Zigeunern zu essen, zu trinken und  Almosen geben

- Die Migranten unterbringen, kleiden und ihnen Arbeit geben

- Die kranken, jungen und starken Migranten heilen, die Behandlung der "unheilbaren" Alten und         Neugeborenen aufgeben

- Die Gefangenen befreien, außer denen, die Vergehen gegen die Umwelt schuldig sind und ein             Hindernis für die Immigration

- Die Verstorbenen verbrennen anstatt sie zu begraben, damit sie nicht den Unterboden                           verschmutzen.

Quelle: RVC , M.Tosatti 

Humor im Kloster....


            

Dienstag, 1. August 2017

Reformen oder Revolution? A. Gagliarducci zum Stand der Dinge bei der Römischen Kurienreform....

In seiner wöchentlichen Kolumne Monday in The Vatican fragt sich A. Gagliarducci nach den Zielen die Papst Franziskus -unabhängig von den Wünschen seiner Großwähler- mit der Kirche hat.
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"PAPST FRANZISKUS: REFORMIEREN BEDEUTET NICHT DIE VERGANGENHEIT ABZUSCHNEIDEN."
Seit Franziskus Papst geworden ist, steht die Lesart, daß er gewählt wurde um alles in der Kirche zu verändern. Die alten Traditionen abzuschaffen. Die Kirche auszuleeren, um sie für die Armen arm zu machen. Sogar um- zum Wohl einer spirituelleren Kirche- alle jene Institutionen abzuschaffen, die Teil des Hl. stuhls und des Vatican-Staates waren.  Der Papst aus der Peripherie war auch aufgerufen, die Regierung der Kirche zu denzentralisieren, den Ortskirchen mehr Gewicht zu geben und eher mehr Wert auf die pastorale Arbeit zulegen als auf die Doktrin. 

Sind das wirklich die Ziele des Pontifex. Oder ist ein Papst aufgerufen auf die Zeichen der Zeit zu achten ohne das Erbe aufzugeben, das die Kirche für zwei Jahrtausende bewahrt hat?

Von außen gesehen erscheint es notwendig, mit der Vergangenheit zu brechen, weil viele Traditionen nutzlos erscheinen. Wahr ist, daß jene, die keinen Sinn für die Römische Tradition haben, die Kirchentraditionen überhaupt nicht verstehen können. Ohne ein Verstehen der Kirchentraditionen können die den Sinn der Romanitas an der Basis der Wahrnehmung der Römischen Katholischen und Apostolischen Kirche nicht erfassen.

Am 26. Juli, dem Tag der Hl. Anna, hat die Erzbruderschaft der Palafrenieri - die sich nach den Reitknechten nennt, ihren Festtag mit einer Messe in der ihnen anvertrauten Kirche, Santa Caterina della Rota in Rom gefeiert.

Ihre Pflichen haben sich geändert: in alter Zeit gehörten sie zu den ersten Beratern des Papstes und standen dem Pontifex sehr nahe. Heute- so erklärt die website der Erzbruderschaft- "ist der Geist der alten Zeit durch eine neue Form der Aufmerksamkeit ersetzt worden, die nach dem II. Vaticanischen Konzil  als Gemeinschaftsmission der Laien geschaffen wurde, die in der säkularen Welt mit zeitlichen Dingen umgehen, aber ihnen nach der Kirchenlehre eine Ordnung geben und  sie als Zeugnis eines Lebens zeigen, das die Tradition respektiert, die die Bruderschaft mehr als 6 Jahrhunderte gekennzeichnet hat."


Tweet vom Tage


Alessia Giuliani. Fotografin von Catholic Press Photo hat den Papa emeritus besucht und ihm einen Fotoband überreicht.

Gilt die Sozialdoktrin der Kirche auch für ihre Mitarbeiter?

Marco Tosatti kommentiert bei Stilum Curiae die Umstände der Nichtverlängerung des Mandates als Präfekt der Glaubenkongregation von Kardinal Müller und schreibt eine Würdigung für den verstorbenen Alterzbischof von Köln, Joachim Meisner.
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"MÜLLER KRITISIERT DIE ART WIE ER ENTLASSEN WURDE. "DIE SOZIALLEHRE DER KIRCHE SOLLTE AUCH IM VATICAN GELTEN."

Das Geschehen um Charlie Gard hat uns in den letzten Tagen daran gehindert, uns mit dem Fall Müller und dem Verschwinden dieses stillen Riesen der Kirche, der Kardinal Joachim Meisner war, zu befassen. Das tun wir heute- verspätet-und beziehen uns auf einen interessanten Artikel des Passauer Neuen Presse, der beide Themen behandelt.

Anlass für das Interview der PNP mit Kardinal Müller war der Tod Kardinal Joachim Meisners, der 83-jährig in Bad Füssing verstarb.
Müller hatte noch am Vorabend seine Todes mit dem Alterzbischof von Köln telefoniert und die Nichtverlängerung seines Mandats angesprochen, Meisner soll sich "zutiefst betroffen" von der Entlassung gezeigt haben."Diese Tatsache hat ihn persönlich getroffen und verletzt und er betrachtete sie als Schaden für die Kirche"- so hat der Kurienkardinal die Reaktion Meisners beschrieben.


Interview mit dem Bischof von Bagdad Sleiman

Der Bischof von Bagdad, Jean Benjamin Sleimann, hat Martin Ploderer im Kloster Stift Heiligenkreuz ein Interview über die Situation der Christen im Nahen und Mittleren Osten gegeben.