Mittwoch, 31. Dezember 2025

Wortlaut der päptlichen Predigt bei der heutigen Vesper zum Ende des Hl. Jahres

Vaticannews veröffentlicht den Wortlaut der Predigt, die Papst Leo Xiv heute während der Ersten Vesper gehalten hat.Hier geht´s zum Original:  klicken

Predigt des Heiligen Vaters Papst Leo XIV während der Ersten Vesper des Hochfestes der Gottesmutter Maria mit dem festlichen Te Deum

Liebe Brüder und Schwestern!

Die Liturgie der Ersten Vesper des Hochfestes der Gottesmutter Maria besitzt einen ganz besonderen Reichtum. Er entspringt sowohl dem atemberaubenden Geheimnis, das gefeiert wird, als auch dem Platz genau am Ende des Kalenderjahres. Die Antiphonen der Psalmen und des Magnifikat betonen das paradoxe Ereignis eines Gottes, der von einer Jungfrau geboren wird – oder, umgekehrt gesagt, die göttliche Mutterschaft Mariens. Zugleich umfasst dieses Hochfest, das die Weihnachtsoktav abschließt, den Übergang von einem Jahr zum anderen und breitet darüber den Segen dessen aus, „der ist und der war und der kommen wird“ (Offb 1,8). Darüber hinaus feiern wir dies heute am Ende des Heiligen Jahres, im Herzen Roms, am Grab des Petrus. So will das Te Deum, das gleich in dieser Basilika erklingen wird, sich gleichsam weiten, um all den Herzen und Gesichtern eine Stimme zu verleihen, die unter diesen Gewölben und auf den Straßen dieser Stadt gepilgert sind.

In der Bibel-Lesung haben wir eine der staunenswerten Zusammenfassungen des Apostels Paulus gehört: „Als aber die Fülle der Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und dem Gesetz unterstellt, um die loszukaufen, die unter dem Gesetz standen, damit wir die Sohnschaft erlangen“ (Gal 4, 4-5). Diese Weise, das Mysterium Christi darzustellen, lässt an einen Plan denken – einen großen Plan für die Menschheitsgeschichte. Einen geheimnisvollen Plan, der jedoch ein klares Zentrum hat, wie ein hoher, von der Sonne erleuchteter Berg mitten in einem dichten Wald: Dieses Zentrum wird als „Fülle der Zeit“ beschrieben.

Und genau dieses Wort – „Mysterium (Sacramentum) - Geheimnis“ – ist auch im Hymnus des Epheserbriefes erklungen: „Er hat uns das Geheimnis seines Willens kundgetan, wie er es gnädig im Voraus bestimmt hat: Er hat beschlossen, die Fülle der Zeiten heraufzuführen, in Christus alles zu vereinen, alles, was im Himmel und auf Erden ist.“ (vgl. Eph 1, 9-10).

Schwestern und Brüder, in unserer Zeit spüren wir das Bedürfnis nach einem weisen, wohlwollenden und barmherzigen Plan. Nach einem Vorhaben, das frei ist und frei macht, das Friede verheißt und treu ist – so wie es die Jungfrau Maria in ihrem Magnifikat, ihrem Lobgesang, verkündet hat: „Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten“ (Lk 1, 50).

Andere Pläne jedoch beeinflussen heute wie gestern die Welt. Es sind leider Strategien, die darauf abzielen, Märkte, Gebiete und Einflussbereiche zu erobern. Bewaffnete Strategien, die sich in heuchlerische Reden verhüllen, ideologische Parolen und mit falschen religiösen Beweggründen.

Doch die Selige Mutter Gottes, die kleinste und zugleich die erhabenste unter den Geschöpfen, sieht die Dinge mit dem Blick Gottes: Sie sieht, dass der Höchste mit der Macht seines Armes die Pläne der Hochmütigen zerstreut, die Mächtigen vom Thron stürzt und die Niedrigen erhöht, die Hungrigen mit Gütern erfüllt und die Reichen leer ausgehen lässt (vgl. Lk 1, 51-53).

Die Mutter Jesu ist die Frau, mit der Gott in der Fülle der Zeit das Wort geschrieben hat, das das Geheimnis offenbart. Er hat es ihr nicht aufgezwungen, sondern es zuerst ihrem Herzen vorgelegt; und nachdem er ihr „Ja“ empfangen hatte, schrieb er es mit unaussprechlicher Liebe in ihr Fleisch. So hat sich die Hoffnung Gottes mit der Hoffnung Mariens verflochten, einer Tochter Abrahams nach dem Fleisch und mehr noch nach dem Glauben.

Gott liebt es, mit dem Herzen der Kleinen zu hoffen, und er tut dies, indem er sie in seinen Heilsplan einbezieht. Je schöner der Plan, desto größer die Hoffnung. Und tatsächlich schreitet die Welt so voran: getragen von der Hoffnung vieler einfacher Menschen, unbekannt, aber nicht Gott unbekannt, die trotz allem an ein besseres Morgen glauben, weil sie wissen, dass die Zukunft in den Händen dessen liegt, der ihnen die größte Hoffnung schenkt.

Einer dieser Menschen war Simon, ein Fischer aus Galiläa, den Jesus Petrus nannte. Gott der Vater hat ihm einen so aufrichtigen und großzügigen Glauben geschenkt, dass der Herr darauf seine Gemeinschaft bauen konnte (vgl. Mt 16,18). Und wir sind noch heute hier, um an seinem Grab zu beten, wohin Pilger aus allen Teilen der Welt kommen, um ihren Glauben an Jesus Christus, den Sohn Gottes, zu erneuern. In besonderer Weise ist dies während des Heiligen Jahres geschehen, das nun zu Ende geht.

Das Heilige Jahr ist ein großes Zeichen einer neuen Welt, erneuert und versöhnt nach dem Plan Gottes. Und in diesem Plan hat die Vorsehung dieser Stadt Rom einen besonderen Platz vorbehalten. Nicht wegen ihrer Ruhmestaten, nicht wegen ihrer Macht, sondern weil hier Petrus und Paulus und viele andere Märtyrer ihr Blut für Christus vergossen haben. Deshalb ist Rom die Stadt des Heiligen Jahres.

Was können wir Rom wünschen? Dass es seinen Kleinen gerecht werde: den Kindern, den einsamen und gebrechlichen Senioren, den Familien, denen das Weitergehen schwerfällt, den Männern und Frauen, die von weit her gekommen sind in der Hoffnung auf ein menschenwürdiges Leben.

Heute danken wir Gott, liebe Brüder und Schwestern, für das Geschenk des Heiligen Jahres, das ein großes Zeichen seines Plans der Hoffnung für den Menschen und für die Welt gewesen ist. Und wir danken all jenen, die in den Monaten und Tagen des Jahres 2025 im Dienst an den Pilgern gearbeitet und dazu beigetragen haben, Rom gastlicher zu machen. Das war vor einem Jahr der Wunsch des geschätzten Papstes Franziskus. Ich möchte, dass es auch weiterhin so bleibt – ja, mehr noch nach dieser Zeit der Gnade. Möge diese Stadt, beseelt von der christlichen Hoffnung, im Dienst des Liebesplans Gottes für die Menschheitsfamilie stehen. Dies möge uns auf die Fürsprache der Allerseligen Mutter Gottes, der Salus Populi Romani zuteilwerden."

Quelle: vaticannews

Vesper und Tedeum

     im Petersdom     

              

Päpstliche Jahresbilanz 2025

Mario Galgano berichtet bei vaticannews über die Jahresbilanz, die Papst Leo XIV für dasHeilige Jahr 2025 gezogen hat. Hier geht´s zum Original:  klicken

PAPST LEO XIV ZIEHT DIE BILANZ EINES BESONDERS HEILIGEN JAHRES

Am letzten Tag des Kalenderjahres und kurz vor dem Ende des Heiligen Jahres 2025 hat Papst Leo XIV. bei der Generalaudienz Bilanz gezogen. Zwischen dem Gedenken an Papst Franziskus und dem Gebet für die Krisenherde der Welt rief er dazu auf, das „Ja“ zu Gott in tätige Nächstenliebe zu verwandeln.

Es war eine besondere Generalaudienz: An diesem Mittwochmorgen versammelten sich Tausende Gläubige zum letzten Mittwochs-Rendezvous des Heiligen Jahres 2025. Papst Leo XIV. nutzte diesen Moment am Silvestertag, um auf ein Jahr zurückzublicken, das die Kirche geprägt hat. Er erinnerte an die freudigen Pilgerströme des Jubiläums ebenso wie an die schmerzlichen Zäsuren – allen voran den Tod seines Vorgängers Papst Franziskus im April sowie die anhaltenden Kriege auf dem Planeten.In seiner Katechese betonte das katholische Kirchenoberhaupt, dass das Ende eines Jahres mehr als ein Kalender-Wechsel sei; es sei eine Einladung zur „einfachen und ehrlichen Gewissensprüfung“. Vor dem traditionellen Gesang des Te Deum am Silvesterabend mahnte der Papst, weltliche Dankbarkeit nicht mit christlichem Lobpreis zu verwechseln. Während weltliche Hoffnung oft nur das eigene Interesse im Blick habe, öffne die Liturgie den Raum für „Lob, Staunen und echte Dankbarkeit“.

In seiner Katechese betonte das katholische Kirchenoberhaupt, dass das Ende eines Jahres mehr als ein Kalender-Wechsel sei; es sei eine Einladung zur „einfachen und ehrlichen Gewissensprüfung“. Vor dem traditionellen Gesang des Te Deum am Silvesterabend mahnte der Papst, weltliche Dankbarkeit nicht mit christlichem Lobpreis zu verwechseln. Während weltliche Hoffnung oft nur das eigene Interesse im Blick habe, öffne die Liturgie den Raum für „Lob, Staunen und echte Dankbarkeit“.

Das Erbe des Weges

Papst Leo reflektierte über das zentrale Symbol des vergangenen Jahres: den „Weg“. Die Millionen Pilger, die an das Grab des Apostelfürsten Petrus gekommen seien, erinnerten daran, dass das ganze menschliche Leben eine Reise sei, deren Ziel „Raum und Zeit übersteigt“.


Ein weiteres starkes Zeichen sei das Durchschreiten der Heiligen Pforte gewesen. Für den Papst ist dies nicht nur ein ritueller Akt, sondern ein persönliches „Ja“ zu einem neuen Leben aus der Gnade. Dieses „Ja“ müsse sich in der Liebe zum Nächsten beweisen. Er zitierte hierbei den heiligen Paul VI.: „In diese Definition ist jeder Mensch eingeschlossen, der Hilfe braucht – auch wenn er uns lästig oder feindlich gesinnt ist.“

Ein Aufruf zur Freude

Trotz der „Kriegsszenarien“, die das Jahr erschüttert haben, schloss der Papst mit einer Botschaft der Freude und des Trostes. Er griff die Worte des heiligen Leo des Großen auf, wonach sich an Weihnachten der Heilige über seinen Lohn freuen dürfe, der Sünder über die angebotene Vergebung und der Schwache über die Kraft, die Gott ihm schenke.


Zum Abschluss des Heiligen Jahres, das Papst Franziskus unter das Motto der Hoffnung gestellt hatte, fasste sein Nachfolger die Kernbotschaft in einem einzigen Wort zusammen: Liebe. „Gott hat auf mich gewartet, und ich habe ihn wiedergefunden! Gott ist Barmherzigkeit, Gott ist Vergebung“, rief er den Gläubigen zu. Diese Gewissheit solle die Menschen nicht nur über die Schwelle zum Jahr 2026, sondern durch ihr ganzes Leben begleiten."





Quelle: M. Galgano, vaticannews



Hl. Messe für Benedikt XVI

Kardinal Müller während der heutigen Hl. Messe zum Todestag Benedikts XVI

"Was ist eine Kirche Jesu Christi? Sie ist keine menschengemachte ORganisation mit einem großen ethischen und sozialen Programm und jetzt keine NGO. Die Kirche Christi ist eine Geeiscnschaft seiner Jünger , die von sich selbst und vor der Welt bezeugen, daß sie seine Glorie gesehen haben, die Glorie des einzigen Sohnes des Vaters, voller Gnade und Wahrheit-" 

Ein unerklärter Krieg, Pazifismus und die schwindende Identität Europas

Roberto de Mattei hat bei Corrispondenza Romana eine Vorschau auf das beginnende neue Jahr veröffentlicht. Hier geht´s zum Original:  klicken

          DER WÜTENDE BEGINN DES NEUEN JAHRES

"Der düstere Morgen des Jahres 2026 bricht über einem Europa an, das sich im Krieg befindet und es nicht ahnt. Selbst diejenigen, die es wissen, diejenigen, die diesen Krieg begonnen haben, vermeiden es sorgfältig, dies auszusprechen, und sprechen weiterhin von Frieden. Denn, wie der heilige Augustinus lehrt, wünschen sich selbst diejenigen, die Kriege befürworten, nichts sehnlicher, als durch den Sieg Frieden zu sichern ( De Civitate Dei , Buch XIX, Kap. VII). So bekräftigte Putin in seiner Marathon-Konferenz zum Jahresende seinen Friedenswunsch, jedoch auf der Grundlage der Achtung jener Prinzipien, die ihn nicht in den Krieg, sondern zu einer „Sonderoperation“ in der Ukraine geführt hatten. Der Krieg betrifft mittlerweile nicht nur die Ukraine, sondern ganz Europa und den Westen. Es handelt sich um einen nicht erklärten, aber realen Krieg, der im heutigen Sprachgebrauch als hybride Kriegsführung bezeichnet wird . Geändert hat sich nicht die Natur des Konflikts, sondern seine Formen, seine Mittel und vor allem die Schwelle politischer Sichtbarkeit, ab der ein Staat bereit ist, einen Kriegszustand einzugestehen. Er wird durch Geheimdienstoperationen , Sabotage feindlicher Infrastruktur, Drohnen, Schiffe ohne Flagge und getarnte U-Boote geführt, während gleichzeitig die Aufrüstung in Vorbereitung auf einen offiziellen Krieg weitergeht, den zwar alle beschwören, aber niemand erklärt. 
Stromnetze brechen aufgrund mysteriöser „technischer“ Störungen zusammen, Computersysteme brechen unter „anonymen“ Angriffen zusammen, Luft- und Handelswege werden unsicher, Desinformationskampagnen verwirren die Öffentlichkeit so sehr, dass sie Angreifer und Verteidiger nicht mehr unterscheiden kann. Doch trotz alledem merkt niemand, dass sie sich im Krieg befinden. Sie kämpfen in einer permanenten Grauzone, in der Krieg herrscht, aber gleichzeitig von ihm geleugnet wird. 

Der nicht erklärte Krieg ist keine Erfindung unserer Zeit, sondern ein wiederkehrendes Phänomen der internationalen Geschichte, auch wenn seine heutige Form neu ist. Ein Paradebeispiel dafür sind die Vereinigten Staaten zwischen 1940 und 1941. In Europa donnerten die Kanonen, und Präsident Franklin D. Roosevelt war überzeugt, dass ein Sieg Nazideutschlands die amerikanische Sicherheit bedrohen würde. Doch die öffentliche Meinung in seinem Land war mehrheitlich gegen den Krieg. Entschlossen zum Eingreifen, obwohl der für eine Kriegserklärung notwendige Konsens fehlte, begann Roosevelt einen von vielen Historikern als „unerklärten Krieg“ bezeichneten Krieg gegen Deutschland. Dieser Krieg wurde durch eine Reihe militärischer, logistischer und politischer Aktionen geführt, die die Vereinigten Staaten immer näher an eine direkte Konfrontation mit dem Dritten Reich brachten. Das Herzstück dieses nicht erklärten Krieges war der Atlantik. Amerikanische Schiffe begannen, britische Konvois mit Nachschub zu eskortieren, wohl wissend, dass sie sich dadurch deutschen U-Boot-Angriffen aussetzen würden. 

Im September 1941, nach dem Zwischenfall der USS Greer , eines amerikanischen Zerstörers, der mit einem deutschen U-Boot kollidierte , verkündete Roosevelt die „ Schießbefehl “-Politik: Deutsche Schiffe, die in atlantischen Sicherheitszonen gesichtet wurden, durften ohne Vorwarnung angegriffen werden. Gleichzeitig unterstützte Washington die britischen Kriegsanstrengungen durch das Leih- und Pachtgesetz , das die Lieferung von Waffen und Material an Länder im Krieg gegen die Achsenmächte ermöglichte. De facto hatte der Krieg bereits begonnen, auch wenn ihn niemand so nannte. Diese Strategie rief heftige Kritik vom America First Committee hervor , der größten isolationistischen Bewegung in der amerikanischen Geschichte. Das Komitee warf Roosevelt vor, das Land durch Missachtung des Volkswillens in den Konflikt hineingezogen zu haben. Die Wunden des Ersten Weltkriegs waren noch frisch, und Millionen Amerikaner befürchteten, eine neue militärische Intervention in Europa würde nur Tod, Schulden und innere Instabilität zur Folge haben. 

Generalaudienz

 auf dem Petersplatz

            

Dienstag, 30. Dezember 2025

Über das Filioque

Fr. Romano Tommasi  bafaßt sich bei OnePeterFive mit der Katholischen Sicht des Filioque.  
Hier geht´s zum Original:  klicken

    EINE KATHOLISCHE EINFÜHRUNG IN DAS FILIOQUE

Es gibt viele Vorwürfe gegen das Filioque , und sie können verwirrend sein. Lassen Sie uns einige Anschuldigungen auflisten:

  1. Neue Glaubensbekenntnisse und Zusätze zum Nicäischen Glaubensbekenntnis waren in der Antike verboten.
  2. Dies liegt daran, dass das Ökumenische Konzil von Ephesus (431 n. Chr.) neue Glaubensbekenntnisse verboten hat.
  3. Das Glaubensbekenntnis der ungeteilten Kirche kannte kein Filioque.
  4. Der Zusatz „und vom Sohn“ im Glaubensbekenntnis wurde von Rom hinzugefügt.

Ich meinerseits plane Folgendes zu zeigen:

  1. Die gegenwärtige Verwendung des Filioque im Nicäischen Glaubensbekenntnis durch die römisch-katholische Kirche spiegelt einige der frühesten Fassungen des Nicäischen Glaubensbekenntnisses wider.
  2. Das Konzil von Ephesus verbot die Abfassung neuer Glaubensbekenntnisse durch Privatpersonen, um sicherzustellen, dass Konvertiten nicht in die Irre des Arianismus geführt werden.
  3. Die ungeteilte Kirche kannte an verschiedenen Orten zahlreiche Zusätze zum Nizäischen Glaubensbekenntnis, die von den heutigen orientalischen und orthodoxen Kirchen akzeptiert werden.
  4. Rom hat das Filioque nie hinzugefügt , sondern dessen Orthodoxie akzeptiert, so wie es die Kirchen im Osten schon Jahrhunderte vor dem Einsetzen der Einsprachigkeit in Byzanz getan hatten.

1. Wurden seitdem Zusätze zum Glaubensbekenntnis durch ein Ökumenisches Konzil verboten?

Wir betrachten zunächst die Fakten und ziehen dann daraus Schlussfolgerungen. Heutige Veröffentlichungen und archäologische Funde erlauben uns mehr als je zuvor in der Geschichte, über das Nizäische Glaubensbekenntnis zu sagen. Beginnen wir mit einigen grundlegenden Fakten, in denen sich Gelehrte und vermutlich die meisten offiziellen Vertreter der von Rom getrennten Ostkirchen einig wären:

A. Das Nicänische Glaubensbekenntnis ist kürzer als die heute von allen katholischen und östlichen Kirchen verwendeten Glaubensbekenntnisse – die heutigen Kirchen fügen nach 325 n. Chr. Vokabeln und ganze Phrasen hinzu.

B. Die sehr spät in das Nicänische Glaubensbekenntnis eingefügten Formulierungen, die vom Ökumenischen Konzil von Konstantinopel (381 n. Chr.) inspiriert sind, betreffen hauptsächlich die Gleichheit des Heiligen Geistes mit dem Vater und dem Sohn im Gegensatz zum Ketzer Macedonius.

C. Diese von Konstantinopel I. inspirierten Formulierungen wurden nach langen Diskussionen auf dem Ökumenischen Konzil von Chalcedon im Jahr 451 n. Chr. offiziell in das weltweite Glaubensbekenntnis aufgenommen.

Als Erstes fällt auf, dass sich kein Gelehrter, Historiker oder offizieller Vertreter der Ostkirchen in ihren Verhandlungen mit der katholischen Kirche dogmatisch dazu verpflichtet hat, die oben genannten Buchstaben AC abzulehnen. Zweitens bestätigen Historiker unterschiedlichster Fachrichtungen, dass Chalcedon für das sogenannte Nicäisch-Konstantinopolitanische Glaubensbekenntnis verantwortlich ist. Was bedeutet das? Um das zu verstehen, müssen wir das kurze Glaubensbekenntnis von Nicäa vor seiner Erweiterung betrachten. Dieses Glaubensbekenntnis sieht in der besten englischen Fassung folgendermaßen aus:

Das Glaubensbekenntnis der 318 Väter

Wir glauben an den einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer alles Sichtbaren und Unsichtbaren. Und an den einen Herrn Jesus Christus, den Sohn Gottes, den Eingeborenen vom Vater, das heißt aus dem Wesen des Vaters , Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch den alles entstanden ist, sowohl das Himmlische als auch das Irdische; für uns Menschen und zu unserem Heil ist er herabgestiegen, hat Fleisch angenommen, ist Mensch geworden, hat gelitten und ist am dritten Tage auferstanden, ist aufgefahren in den Himmel und wird wiederkommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Und an den Heiligen Geist.

Und diejenigen, die sagen „es gab einst, da war er nicht“ und „ehe er gezeugt wurde, war er nicht“, und dass er aus etwas entstanden sei, das nicht war, oder aus einer anderen Hypostase oder Substanz, und behaupten, der Sohn Gottes sei veränderlich oder wandelbar – diese verurteilt die katholische und apostolische Kirche (Hervorhebung hinzugefügt). [1]

Montag, 29. Dezember 2025

Papst Leo ist mit kurzen Botschaften auf Roms Strassen präsent

Mario Galgano berichtet bei vaticannews, daß Papst Leo in Roms Strassen und Plätzen auf Großbildschirmen mit Fotos und kurzen Botschaften präsent ist.
Hier geht´s zum Original: klicken

"DIGITALER SEGEN: PAPST-BOTSCHAFTEN ERLEUCHTEN ROMS PLÄTZE UND SOZIALE NETZWERKE"

"Eine besondere Weihnachtsinitiative des Vatikans bringt die Worte von Papst Leo XIV. in den öffentlichen Raum. Auf riesigen Leinwänden rund um den Petersplatz begegnen Pilger und Touristen in diesen Tagen den Botschaften des katholischen Kirchenoberhauptes – und teilen diese millionenfach im Netz

Wer in diesen Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr durch die Straßen rund um den Vatikan spaziert, begegnet dem Oberhaupt der katholischen Kirche nicht nur im Petersdom, sondern auch auf hochmodernen LED-Großbildschirmen. In Zusammenarbeit mit dem Projekt „Selfiestreet“ hat der Heilige Stuhl eine Initiative gestartet, die Bilder und Kernbotschaften des Papstes direkt in das geschäftige Treiben der Ewigen Stadt trägt.

An zentralen Knotenpunkten wie der Piazza Risorgimento, der Via Ottaviano und der Via Tunisi bleiben derzeit zahlreiche Gläubige und Pilger stehen, um die Projektionen zu betrachten. Die großformatigen Anzeigen zeigen Porträts des Papstes sowie kurze Texte, die zu Frieden, Hoffnung und Geschwisterlichkeit aufrufen.

Das Smartphone als Gebetsbuch

Beobachter berichten von einer tiefen Anteilnahme der Passanten. Viele dokumentieren die Begegnung mit der digitalen Botschaft per Smartphone. In den sozialen Netzwerken verbreiten sich die Aufnahmen unter den Hashtags der Weihnachtszeit rasant; Bilder der leuchtenden Botschaften werden geteilt und millionenfach kommentiert. Für den Vatikan ist dies ein Zeichen dafür, dass die christliche Botschaft im öffentlichen Raum weiterhin Relevanz besitzt und Menschen emotional berührt.


Die Präsenz des päpstlichen Wortes im Stadtraum soll ein sichtbares Zeichen spiritueller Nähe in der Weihnachtszeit sein. Die Aktion fungiert als modernes „Fenster des Papstes“, das den Dialog mit der Welt dort sucht, wo sich die Menschen im Alltag bewegen.


Die Projektionen sind noch bis zum Silvesterabend, dem 31. Dezember, zu sehen und bilden den medialen Begleitchor zum Abschluss des Kalenderjahres in Rom."


Quelle: M. Galgano, vaticannews

Weihnachten 2025

                                         Jesus Christus und sein Stellvertreter auf Erden



Audienz für spanische Pilger....

Stephanie Stahlhofen berichtet bei vaticannews über die Audienz, zu der Papst Leo  XIV heute eine Gruppe spanischer PIlger empfangen hat. Hier geht´s zum Original:  klicken

PAPST AN SPANISCHE PILGER: TALENTE IN DEN DIENST ALLER STELLEN

Diesen Montag hat Papst Leo XIV. eine Pilgergruppe aus Spanien, die zum bald endenden heiligen Jahr angereist ist, in Audienz empfangen. Den Wallfahrern empfahl das katholische Kirchenoberhaupt den heiligen Thomas von Villanueva als Vorbild.

„Eure Pfarrei steht unter dem Patronat des heiligen Thomas von Villanueva, eines spanischen Augustinermönchs, der offen war für das Wirken Gottes in seinem Leben und dessen Verfügbarkeit ihn dazu brachte, viel Gutes für die Kirche und die Gesellschaft seiner Zeit zu tun. Ihr kennt seine Biografie gut, und die Stadt Alcalá de Henares, in der Sie leben, bewahrt bedeutende Spuren seines irdischen Wirkens“, betonte Papst Leo bei seiner auf Spanisch gehaltenen Rede an die Pilger.

                  „Unermüdliches Streben nach ständigem Gebet“

Er ging dann ausführlicher auf einige besondere Eigenschaften des Heiligen ein: „In seinem Leben und in seinen Schriften offenbart er uns ein unermüdliches Streben nach ständigem Gebet, das heißt nach einer heiligen Unruhe, jeden Augenblick in der Gegenwart Gottes zu sein. Dies setzt eine tiefe Innerlichkeit voraus, bedeutet, sich selbst zu von allem zu befreien, um zuzuhören und den Herrn wirken zu lassen“, führte der Papst aus. Leo XIV. würdigte Thomas von Villanueva zudem als besonders fleißig:


„Die Talente, die wir erhalten haben, anerkennen und mit Fleiß und Hingabe in den Dienst der Gemeinschaft stellen, damit sie sich zum Wohle aller vermehren“

„Diese Eigenschaft fordert uns in einer Welt heraus, die uns alles immer schneller, einfacher, zu bieten scheint. Seine Nüchternheit und Einfachheit, seine selbstlose Arbeit – vor allem im universitären Bereich – und sein apostolischer Eifer lassen uns erkennen, dass wir die Talente, die wir erhalten haben, anerkennen und sie mit Fleiß und Hingabe in den Dienst der Gemeinschaft stellen müssen, damit sie sich zum Wohle aller vermehren", gab der Papst den rund 150 Pilgern aus Spanien mit.


Der heilige Thomas von Villanueva wirkte nicht nur an der Universität, sondern machte sich auch für die Armen stark. Auch auf diesen Aspekt ging der Papst bei der Audienz für die Heilig-Jahr-Pilger ein: 


„Abschließend möchte ich seine Liebe zu den Armen hervorheben, die ihm den Titel ,Almosensammler Gottes` einbrachte. Man hat mir berichtet, dass dieser Aspekt in eurer Pfarrei in konkreten Gesten und Taten sehr präsent ist. Der Bischof kann mir später sagen, ob das wahr ist oder nicht",  scherzte Papst Leo. Dann dankte er der Gruppe jedoch aufrichtig für die Hilfe:


„Ich danke euch für diese Sensibilität, denn der Arme ist ,nicht nur ein Mensch, dem geholfen werden muss, sondern die sakramentale Gegenwart des Herrn` (Apostolisches Schreiben Dilexi te, 44)."


Papst Leo ermutigte die Heilig-Jahr Pilger, weiter in den Fußstapfen Christi zu wandeln. Das Heilige Jahr 2025 hatte Leos Vorgänger, Papst Franziskus, ausgerufen. Es ist der Hoffnung gewidmet und endet am 6. Januar 2026 mit der Schließung der Heiligen Pforte im Petersdom durch Papst Leo XIV. "


Quelle: S. Stahlhofen, vaticannews 

Ein Ende und die Anfänge

In seiner heutigen Kolumne füt Monday at the Vaticsn kommentiert A. Gagliarducci die Entwicklung des Prevost-Pontifikates. Hier geht´s zum Original:  klicken 

            LEO XIV: ABSCHIEDE UND ANFÄNGE

Die Christmette im Petersdom war von einer Reihe von Symbolen geprägt, die allesamt den unaufhaltsamen Übergang zu Papst Leos XIV. aufzeigten, der unmittelbar nach dem Ende des Heiligen Jahres beginnen soll.
Eie enthielt eine Reihe von Symbolen, die allesamt zeigten, wie Papst Leo XIV. mit großen Schritten auf einen endgültigen Übergang zusteuert, der unmittelbar nach dem Ende des Jubiläums beginnen soll.
Insbesondere drei kleine Hinweise sind bemerkenswert.

Erstens: Leo XIV. wollte die Menschen auf dem Petersplatz vor der abendlichen Feier persönlich begrüßen und ihnen danken.
Es ist eine Geste, die er gerne zeigt und seit seinem Amtsantritt als Papst oft wiederholt hat. Doch zum ersten Mal trug der Papst die weiße Schärpe mit seinem bischöflichen Wappen. Bis dahin war das Wappen nicht zu sehen gewesen, und viele interpretierten dies als praktisches Zeichen der Kontinuität mit dem Pontifikat von Franziskus, genauer gesagt mit der Dekonstruktion von Symbolen, die unter Papst Franziskus stattgefunden hatte.

Dass die Schärpe mit dem gestickten Wappen nun tatsächlich wieder auftauchte, widerlegt diese Deutung jedoch.

Das zweite Zeichen liegt in den Worten Leos XIV.

Seine Predigt am Heiligen Abend wies zwei Besonderheiten auf: Er zitierte die letzte Weihnachtspredigt Benedikts XVI. als Papst und die letzte Weihnachtspredigt von Papst Franziskus.

Im Wesentlichen griff Leo XIV. auf das Erbe seiner beiden Vorgänger zurück, übernahm das Beste von beiden und versuchte, es in Einklang zu bringen. Damit signalisierte er aber auch, dass er ein anderer Papst sei, einer, der die guten Dinge der Vergangenheit nicht verwerfen, aber auch seinen eigenen Weg gehen wird. Dies ist ein anderes Pontifikat.

Das dritte Zeichen zeigte sich bereits einige Tage zuvor, in Leos Weihnachtsansprache an die Römische Kurie am 22. Dezember.

Die Reden von Papst Franziskus an die Römische Kurie waren ein mit Spannung erwartetes Ereignis, weil der Papst sie nutzte, um die Kurie scharf zu kritisieren. Niemand hat seine Rede über die fünfzehn Krankheiten der Kurie und die darauffolgenden Lösungsansätze für diese Krankheiten vergessen.

Leo XIV. machte jedoch von Anfang an deutlich, dass er weder den Plan hatte noch die Absicht hegte, die im Vatikan Tätigen anzugreifen.

Er erklärte gleich zu Beginn: „Päpste kommen und gehen, die Kurie bleibt“, und brachte damit seine Wertschätzung für die Arbeit zum Ausdruck, die so viele von ihnen im Hintergrund leisten. Der Ton seiner Rede war daher nicht anklagend.
Stattdessen hob Leo XIV. ein Thema hervor: die Gemeinschaft. Er schloss mit der Bitte, dass auch innerhalb der Römischen Kurie Freundschaft herrschen und Feindschaft nicht geduldet werden dürfen.

Sonntag, 28. Dezember 2025

Heilige Pforte von San Paolo fuori le Mura geschlossen

Vaticannews berichtet über das Schließen des Hl. Pforte in San Paolo fuori le Mura, der dritten der vier Papst-Basiliken. Hier geht´s zum Original:  klicken

"HEILIGE PFORTE IN SANKT PAUL VOR DEN MAUERN GESCHLOSSEN"

Am Sonntag ist in Rom auch die dritte Heilige Pforte an den vier Papstkirchen geschlossen worden. Mit dem feierlichen Ritus, den Kardinal James Harvey am Sonntag in der Basilika Sankt Paul vor den Mauern vollzog, rückt das Ende des Heiligen Jahres näher.

Bei der Zeremonie am Sonntag in der zweitgrößten Kirche Roms kniete Kardinal Harvey, Erzpriester von Sankt Paul vor den Mauern, nach einem Gebet auf der Schwelle der Heiligen Pforte nieder. Nach kurzer Stille erhob er sich und zog die beiden Flügel der schweren Bronzetür von außen zu. Anschließend zog er in einer feierlichen Prozession durch das mittlere Portal in die Kirche, um die Messe zu feiern.

Gegen Krieg, Ungerechtigkeit, Verzweiflung

In seiner Predigt sagte Harvey, die Heilige Pforte sei eine „spirituelle Schwelle" gewesen, ein Aufruf an die Menschen, das Belastende hinter sich zu lassen und in den Raum der Barmherzigkeit einzutreten. „In der heutigen Welt, geprägt von Kriegen, Krisen, Ungerechtigkeit und Verzweiflung, hat die Kirche bekräftigt, dass die christliche Hoffnung weit entfernt ist von jeder Flucht vor der Geschichte und sich in der Fähigkeit ausdrückt, ihr mit auf Christus gerichtetem Blick zu begegnen", so Harvey.


Der Weg der Umkehr und Hoffnung bleibt offen

Auch nach Schließung der Heiligen Pforte bleibe der Weg der Umkehr und der Hoffnung, den diese Zeit hervorgebracht habe. „An diesem ehrwürdigen Ort, der dem Andenken des Apostels Paulus gewidmet ist, hören wir den kraftvollen Nachhall der Worte, die das gesamte Heilige Jahr begleitet haben: Die Hoffnung enttäuscht nicht", sagte er mit Blick auf das Motto des Heiligen Jahres, „Pilger der Hoffnung".


Bereits in den vergangenen Tagen waren die Heiligen Pforten in Santa Maria Maggiore und der Lateranbasilika geschlossen worden. Sankt Paul vor den Mauern im Süden Roms wurde der Überlieferung nach über dem Grab des Apostels Paulus errichtet. Die Schließung der Heiligen Pforte am Petersdom durch Papst Leo XIV. am 6. Jänner markiert dann den offiziellen Abschluss des kirchlichen Festjahres.


Laut Vatikan-Schätzungen werden bis dahin deutlich mehr als die vorausgesagten 32 Millionen Menschen die Heilige Pforte am Petersdom durchschritten haben. Die großen Bronzeportale an den vier Papstkirchen sind nur während der Heiligen Jahre der katholischen Kirche zugänglich, also in der Regel alle 25 Jahre."


Quelle:  vaticannews

Angelus

vaticannews gibt den Wortlaut der Ansprache des Hl. Vaters beim heutigen Angelus-Gebet wieder.      Hier geht´s zum Original:  klicken

"WORTLAUT DER ANSPRACHE PAPST LEOS BEIM ANGELUS AM 28. 12. 2025"

Liebe Brüder und Schwestern, einen schönen Sonntag!

Heute feiern wir das Fest der Heiligen Familie und die Liturgie legt uns die Erzählung von der „Flucht nach Ägypten“ vor (vgl. Mt 2,13-15.19-23).

         Foto: ANSA

Es ist eine Zeit der Prüfung für Jesus, Maria und Josef. Auf das strahlende Bild von Weihnachten fällt nahezu unvermittelt der beunruhigende Schatten einer tödlichen Bedrohung, die ihren Ursprung im unruhigen Leben des Herodes hat, eines brutalen und blutrünstigen Mannes, der wegen seiner Grausamkeit gefürchtet wird, aber gerade deshalb zutiefst einsam und von der Angst besessen ist, entthront zu werden. Als er von den Sterndeutern erfährt, dass der „König der Juden” geboren ist (vgl. Mt 2,2), fühlt er sich in seiner Macht bedroht und ordnet die Ermordung aller Kinder in Jesu Alter an. In seinem Reich vollbringt Gott das größte Wunder der Geschichte, in dem alle alten Heilsverheißungen ihre Erfüllung finden, doch er kann dies nicht sehen, geblendet von der Angst, seinen Thron, seinen Reichtum und seine Privilegien zu verlieren. In Betlehem herrscht Licht und Freude: Einige Hirten haben die himmlische Verkündigung empfangen und vor der Krippe Gott verherrlicht (vgl. Lk 2,8-20), aber nichts davon dringt durch die abgeschotteten Verteidigungsanlagen des Königspalastes, außer als verzerrtes Echo einer Bedrohung, die mit blinder Gewalt erstickt werden muss.

Gerade diese Hartherzigkeit unterstreicht umso mehr den Wert der Gegenwart und der Sendung der Heiligen Familie, die in der despotischen und gierigen Welt, die der Tyrann repräsentiert, das Nest und die Wiege der einzig möglichen Antwort auf die Erlösung ist: die Antwort Gottes, der sich den Menschen völlig ungeschuldet, vorbehaltlos und ohne Ansprüche schenkt. Und die Geste Josefs, der gehorsam der Stimme des Herrn folgt und Ehefrau und Kind in Sicherheit bringt, offenbart sich hier in ihrer ganzen erlösenden Bedeutung. In Ägypten wächst nämlich die Flamme der häuslichen Liebe, der der Herr seine Gegenwart in der Welt anvertraut hat, und gewinnt an Kraft, um der ganzen Welt Licht zu bringen.

Während wir mit Staunen und Dankbarkeit auf dieses Geheimnis blicken, denken wir an unsere Familien und an das Licht, das auch von ihnen auf die Gesellschaft, in der wir leben, ausgehen kann. Leider gibt es in der Welt immer wieder "Herodes“-Figuren, mit ihrem Erfolgsmythos um jeden Preis, mit skrupelloser Macht, leerem und oberflächlichem Wohlstand, und oft zahlen sie dafür mit Einsamkeit, Verzweiflung, Spaltungen und Konflikten. Lassen wir nicht zu, dass diese Trugbilder die Flamme der Liebe in den christlichen Familien ersticken. Im Gegenteil, wir wollen in ihnen die Werte des Evangeliums bewahren: das Gebet, den Sakramentenempfang – insbesondere die Beichte und die Kommunion –, die echte Zuneigung, den aufrichtigen Dialog, die Treue, die schlichte und schöne Konkretheit der Worte und der guten Taten eines jeden Tages. Dann werden die Familien zu einem Licht der Hoffnung für unser Umfeld, zu einer Schule der Liebe und zu einem Werkzeug der Erlösung in den Händen Gottes (vgl. FRANZISKUS, Homilie bei der Heiligen Messe zum 10. Weltfamilientreffen, 25. Juni 2022)

Bitten wir also den Vater im Himmel auf die Fürsprache Mariens und des heiligen Josef, unsere Familien und alle Familien der Welt zu segnen, damit sie nach dem Vorbild der Familie seines menschgewordenen Sohnes wachsen und für alle ein wirksames Zeichen seiner Gegenwart und seiner ewigen Liebe sein mögen."

Quelle: vaticannews

Angelus am 28. Dezember

 auf dem Petersplatz

                    

In illo tempore

Am heutigen Sonntag der Weihnchctsoktav setzt Fr. J. Zuhlsdorf bei OnePeterFive seine Katechese zur Bedeutung der Liturgie für die Sonntage im Kirchenjahr fort. Hier geht´s zum Original:  klicken

  IN JENER ZEIT: SONNTAG IN DER WEIHNACHTSOKTAV

"Der allmächtige und ewige Gott, der zur Zeit seinen Sohn, geboren von einer Frau und dem Gesetz unterstellt, gesandt hat, hat uns in das freudige Geheimnis der Weihnachtsoktav gestellt.
In diesen heiligen Tagen scheint die Zeit stillzustehen, als ob Mutter Kirche sanft das Pendel zum Stillstand brächte. Ein einziger Tag kann die Größe der Geburt Christi nicht erfassen. Acht Tage erlauben uns zu verweilen, das fleischgewordene Wort zu betrachten, Gott unseren Geist lenken und unsere Herzen formen zu lassen. Wir ruhen umso mehr im Geheimnis, damit der Heilige Geist in uns wirken und uns in die Tiefen Gottes führen kann. Die Oktav ist eine Schule der geduldigen Betrachtung. Wir sind eingeladen, in Bethlehems Glanz zu ruhen.

Im Tagesgebet des Sonntags in der Weihnachtsoktav des Missale Romanum von 1962 bitten wir den Vater:

Omnipotens sempiterne Deus,
dirige actus nostros in beneplacito tuo:
ut in nomine dilecti Filii tui
mereamur bonis operibus abundare.

Die Schriftführer und Hirten des Konzils erlaubten gnädigerweise, dass dieses Gebet im Messbuch Pauls VI. für den dritten Sonntag im Jahreskreis erhalten blieb.

Die Lex Orandi offenbart die Lex Credendi .

Das äußerst hilfreiche lateinische Wörterbuch Lewis & Short erklärt, daß „ beneplacitum “ „wohlwollende Absicht, gnädiger Vorsatz“ bedeutet. Die Präposition im Ablativ bezeichnet einen Zustand, eine Situation oder eine Beziehung und bezieht sich nicht auf Raum oder Zeit. In der Vulgata übersetzt „beneplacitum“ das griechische Wort „eudokia“ , z. B. in Eph 1,9 und 1 Kor 10,5. Auch andere Wendungen werden für „eudokia“ verwendet (z. B. „ bona voluntas“ in Lk 2,14, der bekannte Ausdruck „Friede auf Erden den Menschen guten Willens“ oder „Friede auf Erden und guter Wille den Menschen“). Paulus schrieb „eudokia“ am Anfang des zweiten Thessalonicherbriefs (1,11–12), in der Vulgata mit „voluntas bonitatis“ wiedergegeben.

…oramus sempre pro vobis ut dignetur vos berufunge sua Deus and impleat omnem voluntatem bonitatis et opus fidei in virtute ut clarificetur nomen Domini nostri Jesus Christi in vobis and vos in illo secundum gratiam Dei nostri and Domini Jesus Christi …

Wir beten immer für euch, dass unser Gott euch seiner Berufung würdig mache und jedes gute Vorhaben und jedes Werk des Glaubens durch seine Kraft vollende , damit der Name unseres Herrn Jesus in euch verherrlicht werde und ihr in ihm, nach der Gnade unseres Gottes und des Herrn Jesus Christus.

Päpstliche Hilfe für die Ukraine

Silvia Kritzenberger berichtet bei vaticannews über einen Hilfskonvoi mit von Papst Leo XIV gespendeten humanitären Hilfsgütern für die Ukraine. Hier geht´s zum Original:  klicken

"PAPST LEO SCHICKT ZUM SONNTAG DER HL. FAMILIE HILFE IN DIE UKRAINE"

Pope Leo XIV spendet drei Lastwagenladungen mit humaitären Hilfsgütern in die von Bomben am meisten betroffene Regionen der Ukraine- luat dem Päpstlichen Almosenier Kardinal Konrad Krajewski eine "kleine Geste" , dazu gedacht, Familien zu unterstützen, die -wie die Hl. Familie entlang der "Via dolorosa" des Exils reisen, auf der Suche nach einer Zuflucht."

Vatican News

Drei Lastwagen. beladen mit 100.000 Nahrungsmittelpakete, die mit ein bißchenWasser zu energiereichen Suppen mit Hähnchen und Gemüse werden: "Eine kleine Geste" von Papst Leo XIV, die Ukrainischen Familien Erleichterung bringt. die anläßlich des Festes der Hl. Familie in Nazareth am 28. Dezember  humanitäre Hilfe aus dem Vatican empfangen werden. 

Hilfe für die, die "dem schmerzhaften Pfad des Exils folgen"

Das Geschenk Papst Leos XIV - so berichtete Kardinal Krajewski den Vatican Medien- ist eine Geste gegenüber Familien, die- wie die Familie aus Nazareth - der "Via Dolorosa des Exils auf der Suche nach einer Zuflucht folgen" und so die "dramatische Situation von Flüchtlingen erleben, geprägt von Angst, Entbehrung und Unsicherheit."

Es ist eine Geste, fuhr der Kardinal fort, die zeigt, wie Gott "indem er in eine Familie geboren wurde, immer da sein möchte, wo Menschen in Gefahr sind, wo sie leiden,wohin sie fliehen, wo sie Zurückweisung und Verlassenheit erleben."

Nähe zu Familien, die leiden

Der Kardinal stellte fest, daß der Hl. Vater auch vor Weohnachten durch das Amt der Päpstlichen Caritas und die Nuntiaturen finanzielle Hilfe in die verschiedenen Länder geschickt hat. 

Für die Ukraine trafen vor Heiligabend drei Lastwagen voller humanitärer Hilfe des koreanischen Unternehmens Samyang Foods im Vatikan ein und wurden dann in die am stärksten von den Bombenangriffen betroffenen Kriegsgebiete umgeleitet, „wo es weder Strom noch Wasser noch Heizung gibt“.

Kardinal Krajewski wies darauf hin, daß Papst Leo "nicht nur für den Frieden betet sondern in den Familien anwesend sein will, die leiden"

Quelle: 


 

 

Samstag, 27. Dezember 2025

Heute vor 1488 Jahren...

 am 27. Dezember 537 AD wurde die Hagia Sophia von Kaiser Justinian eingeweiht. 

Gedenkmessen zum dritten Todestag von Benedikt XVI

Wie vaticannews berichtet, sind zum dritten Todestag des Papa emeritus Benedikt XVI im Vatican zwei Gedenkmessen geplant. Hier geht´s zum Original:  klicken

"VATIKAN: ZWEI GEDENKMESSEN ZUM DRITTEN TODESTAG BENEDIKTS XVI"

"Zum dritten Todestag von Papst Benedikt XVI./Joseph Ratzinger an Silvester 2022
finden im Vatikan zwei Gedenkmessen statt. Am Dienstag feiert der frühere Leiter
der Glaubensbehörde, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, im Petersdom eine Messe
in englischer Sprache.

Der Gottesdienst am Kathedra-Altar der Basilika beginnt um 18.00 Uhr. Am Todestag selbst leitet der Schweizer Kardinal Kurt Koch, Leiter der vatikanischen Ökumene-Kongregation, eine Gedenkmesse auf Deutsch in den Vatikanischen Grotten, nahe dem Grab Benedikts XVI. Ratzinger, vom 19. April 2005 bis zu seinem Rücktritt 2013 Oberhaupt der katholischen Kirche, starb am Silvestertag 2022 mit 95 Jahren im Vatikan. 

Joseph Ratzinger wurde am 16. April 1927 im bayerischen Marktl am Inn geboren. Zunächst war er Erzbischof von München und Freising, bevor er als Leiter der vatikanischen Glaubenskongregation über Jahrzehnte eines der wichtigsten Ämter der Kirche innehatte. Der angesehene Theologieprofessor und Autor hatte schon als Berater am Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) teilgenommen."


Quelle: vaicannews

Kardinal Reina hat die Heilige Pforte der Lateran-Basilika geschlossen

Wie Mario Galgano für vaticannews berichtet, hat Kardinal Baldo Reina heute am Ende des Heiligen Jahres der Hoffnung in San Giovanni in Laterano die Heilige Pforte geschlossen.                               Hier geht´s zuum Original:  klicken

KARDINAL REINA SCHLIESST DIE HEILIGE PFORTE DER LATERANBASILIKA

Während das Heilige Jahr der Hoffnung seinem Ende entgegengeht, hat Kardinalvikar Baldo Reina an diesem Samstag die Heilige Pforte der Kathedrale von Rom geschlossen. In seiner Predigt mahnte er, die „Abwesenheit von Gerechtigkeit und Frieden“ in der Stadt nicht länger hinzunehmen und die Hoffnung der Millionen Pilger in den Alltag zu tragen.

In Gemeinschaft mit den Diözesen weltweit, die an diesem Wochenende das Ende des lokalen Jubiläumsjahres begehen, hat Kardinal Baldo Reina, Generalvikar des Papstes für die Diözese Rom, die Heilige Pforte der Basilika San Giovanni in Laterano geschlossen.

Die feierliche Zeremonie, begleitet von den Gesängen des Diözesanchors unter der Leitung von Monsignore Marco Frisina, ist der Vorbote für das finale Ereignis am 6. Januar: Dann wird Papst Leo XIV. die Heilige Pforte des Petersdoms schließen und damit das Jubeljahr offiziell beenden, das mehr als 32 Millionen Pilger und Touristen in die Ewige Stadt geführt hat.

                      Die Schliessung der Heiligen Pforte bei der Lateranbasilika in Rom (@Vatican Media)

Wo ist Gott in der Krise?

In seiner Predigt schlug Kardinal Reina eine Brücke vom Weihnachtsfest zum Fest des Evangelisten Johannes. Ausgehend von der Frage der Jünger am leeren Grab – „Wo ist der Herr zu suchen?“ – spannte er den Bogen zur sozialen Realität Roms. Viele Menschen, so der Kardinal, sähen in ihrem Leben heute nur noch ein „leeres Grab“ als Zeichen der Abwesenheit Gottes und der Solidarität.

„Können wir unseren Glauben bekennen, ohne uns um jene zu kümmern, die aufgrund ihrer Lasten, ihres Schmerzes und der Ungerechtigkeiten nichts anderes als Leere sehen?“, fragte Reina kritisch. Er prangerte die „Abwesenheit von Aufmerksamkeit für ökonomische und existenzielle Nöte“ an, die tiefe Kluft zwischen Peripherie und Zentrum sowie die Einsamkeit, die selbst vor dem Klerus nicht halt mache.


Ein Katalog der Versäumnisse

Die Predigt des Kardinalvikars las sich wie eine Bestandsaufnahme der städtischen und globalen Krisen. Er kritisierte den Mangel an Visionen in einer Kultur ohne „glaubwürdige Lehrer“; die Abwesenheit von Gerechtigkeit, die gleichen Chancen auf Arbeit, faire Löhne und Wohnraum im Wege steht, sowie den Verlust von Frieden in einer Welt, in der die „Logik des Stärkeren“ regiert. 

„Wir müssen Missionare der Verklärung aller sozialen und existenziellen Orte sein“, forderte Reina. Die Heilige Pforte im Lateran trage nun die „Abdrücke der Streicheleinheiten“ all jener Millionen Menschen, die dort in diesem Jahr Barmherzigkeit gesucht haben.

Ein neuer Abschnitt für Rom

Auch wenn die Pforte nun physisch geschlossen sei, betonte der Kardinal, dass der auferstandene Herr weiterhin „durch verschlossene Türen tritt“. Er erinnerte an die Worte von Papst Leo XIV., der Rom als ein „Laboratorium der Synodalität“ bezeichnet hatte. Die Kirche von Rom sei nun aufgerufen, „Taten des Evangeliums“ in einer Stadt zu vollbringen, die von wachsender Armut und desorientierten Jugendlichen gezeichnet ist.


Mit dem Segen und dem Aufruf, das Jubeljahr als „ausgestreutes Sakrament der Nähe Gottes“ im Gedächtnis zu behalten, endete die Feier. Die Diözese Rom tritt nun in eine neue Etappe ein, in der die Hoffnung des Jubiläums im konkreten Einsatz für die Schwächsten Gestalt annehmen soll.

Lauft Ihr Hirten allzugleich...

 von Michael Haydn....

           

Freitag, 26. Dezember 2025

Papst Leos Weihnachten 2025

 "So hat Papst Leo dieses Jahr Weihnachten gefeiert"

Päpstliche Botschaft zum Tag des Hl.Stephans

Silvia Kritzenberger berichtet für vaticannews. Hier geht´s zum Original:  klicken

"PAPST AM TAG STEPHANI-TAG. DER GLAUBE IST STÄRKER ALS DIE GEWALT"

Am Gedenktag des ersten Märtyrers der Christenheit hat Leo XIV. für Hoffnung, Gewaltlosigkeit und gelebte Geschwisterlichkeit geworben. Das Zeugnis des heiligen Stephanus zeigt, dass das Licht Gottes selbst im Leid nicht erlischt und der Logik der Gewalt die Kraft von Vergebung, Frieden und Hoffnung entgegensetzt. Das betonte Papst Leo am 2. Weihnachtstag beim Angelusgebet auf dem Petersplatz.

Am 26. Dezember, nur einen Tag nach dem Weihnachtsfest, begeht die katholische Kirche den Gedenktag des heiligen Stephanus. Er war der Erste, der sein Leben hingab für den Glauben, und er wurde damit auch zum ersten Opfer der beginnenden Christenverfolgung.

„Das Martyrium ist die Geburt in den Himmel: Ein gläubiger Blick sieht nämlich selbst im Tod nicht mehr bloß Dunkelheit,“ führte der Papst aus. „Die Erzählung in der Apostelgeschichte bezeugt, dass diejenigen, die Stephanus seinem Martyrium entgegengehen sahen, vom hellen Glanz seines Gesichtes und von seinen Worten überrascht waren. (...) Es ist das Gesicht eines Menschen, der nicht gleichgültig aus der Geschichte scheidet, sondern ihr mit Liebe begegnet. Alles, was Stephanus tut und sagt, spiegelt die göttliche Liebe wider, die in Jesus erschienen ist, dem Licht, das in unserer Finsternis aufgestrahlt ist.“

Den Frieden über die eigenen Ängste stellen

Stephanus sei also das Sinnbild eines Menschen, der der Geschichte nicht mit Hass, sondern mit Hingabe begegne. Ein Zeichen dafür, dass keine Macht über das Werk Gottes zu siegen vermöge: „Überall auf der Welt gibt es Menschen, die sich für die Gerechtigkeit entscheiden, auch wenn es sie etwas kostet; Menschen, die Frieden über ihre eigenen Ängste stellen, die den Armen dienen statt sich selbst,“ stellte der Pontifex fest.

Den Bogen zur Weihnachtserzählung spannend, erinnerte er daran, dass uns die Geburt Jesu zu einem Leben als Kinder Gottes rufe, eine Einladung sei, sich bewusst für das Licht, für Gerechtigkeit, Frieden und Geschwisterlichkeit zu entscheiden – auch wenn dies Widerstand hervorrufe, besonders bei jenen, die um Macht und Einfluss fürchten.


Der Christ hat keine Feinde, sondern Brüder und Schwestern

„Wer heute an den Frieden glaubt und den unbewaffneten Weg Jesu und der Märtyrer gewählt hat, wird oft lächerlich gemacht, aus der öffentlichen Debatte verdrängt und nicht selten beschuldigt, Gegner und Feinde zu begünstigen. Der Christ hat jedoch keine Feinde, sondern Brüder und Schwestern, die auch dann Brüder und Schwestern bleiben, wenn man sich nicht versteht.“


Den Grund für die Freude von Weihnachten verortet der Papst in der „Beharrlichkeit derer, die Geschwisterlichkeit bereits leben und auch in ihrem Gegner die unauslöschliche Würde der Töchter und Söhne Gottes erkennen.“

„Deshalb vergab Stephanus seinen Feinden als er starb, wie Jesus: für eine Kraft, die wahrer ist als die der Waffen. Es ist eine ungeschuldete Kraft, die in jedem Herzen bereits vorhanden ist und die wieder aktiviert wird und sich auf unwiderstehliche Weise mitteilt, wenn jemand beginnt, seinen Nächsten mit anderen Augen zu betrachten, ihm Aufmerksamkeit und Anerkennung zu schenken,“ stellte der Pontifex abschließend fest."


Quelle: S. Kritzenberger, vaticannews

Donnerstag, 25. Dezember 2025

Urbi et Orbi - im Wortlaut

vaticannews veröffentlicht den Wortlaut der Ansprache des Hl. Vaters anläßlich des Segens für die Stadt und den Erdenkreis. Hier geht´s zum Original:  klicken

Liebe Brüder und Schwestern,

 »Freut euch im Herrn, heute ist uns der Heiland geboren. Heute ist der wahre Friede vom Himmel herabgestiegen.« (Eröffnungsvers der Messe in der Heiligen Nacht). So erklingt es in der Liturgie der Heiligen Nacht, und so gibt die Kirche die Botschaft von Betlehem wieder: Das Kind, das von der Jungfrau Maria geboren wurde, ist Christus, der Herr, den der Vater gesandt hat, um uns aus Sünde und Tod zu erlösen. Er ist unser Friede, er, der Hass und Feindschaft mit der barmherzigen Liebe Gottes überwunden hat. Deshalb ist »der Geburtstag des Herrn der Geburtstag des Friedens« (Hl. Leo der Große, Sermo 26).

 Jesus wurde in einem Stall geboren, weil in der Herberge kein Platz für ihn war. Als er auf die Welt kam, wickelte ihn seine Mama Maria »in Windeln und legte ihn in eine Krippe« (vgl. Lk 2,7). Der Sohn Gottes, durch den alles geschaffen wurde, findet keine Aufnahme, und seine Wiege ist eine armselige Futterkrippe für Tiere.

„Schwestern und Brüder, dies ist der Weg des Friedens: die Verantwortung“

 Das ewige Wort des Vaters, das die Himmel nicht fassen können, wollte auf diese Weise in die Welt kommen. Aus Liebe wollte es von einer Frau geboren werden, um unser Menschsein zu teilen; aus Liebe hat es Armut und Ablehnung auf sich genommen und sich mit den Ausgestoßenen und Ausgeschlossenen identifiziert.


 Bereits bei der Geburt Jesu zeichnet sich die grundlegende Entscheidung ab, die das gesamte Leben des Sohnes Gottes bis zu seinem Tod am Kreuz bestimmen wird: die Entscheidung, nicht uns die Last der Sünde tragen zu lassen, sondern sie selbst für uns zu tragen, sie auf sich zu nehmen. Das konnte nur er tun. Aber gleichzeitig hat er auch gezeigt, was nur wir tun können, nämlich jeweils unseren Teil der Verantwortung zu übernehmen. Ja, denn Gott, der uns ohne unser Zutun erschaffen hat, kann uns nicht ohne unser Zutun retten (vgl. Hl. Augustinus, Sermo 169, 11.13), das heißt ohne unseren freien Willen zur Liebe. Wer nicht liebt, wird nicht gerettet, er ist verloren. Und wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, kann Gott nicht lieben, den er nicht sieht (vgl. 1 Joh 4,20).


Schwestern und Brüder, dies ist der Weg des Friedens: die Verantwortung. Wenn jeder von uns – auf allen Ebenen –, anstatt andere zu beschuldigen, zuerst seine eigenen Fehler erkennen und Gott um Vergebung bitten würde und sich gleichzeitig in die Lage der Leidenden versetzen und sich mit den Schwachen und Bedrängten solidarisieren würde, dann würde sich die Welt veränder

                                 „Jesus Christus ist unser Friede“

       

 Jesus Christus ist unser Friede, vor allem weil er uns von der Sünde befreit, und dann weil er uns den Weg weist, wie wir die Konflikte überwinden können, alle Konflikte, von den zwischenmenschlichen bis zu den internationalen. Ohne ein von Sünden befreites Herz, ein versöhntes Herz, können wir nicht friedliche Menschen und Friedensstifter sein. Deshalb wurde Jesus in Betlehem geboren und starb er am Kreuz: um uns von der Sünde zu befreien. Er ist der Erlöser. Mit seiner Gnade können und müssen wir alle unseren Teil dazu beitragen, dass Hass, Gewalt und Zwietracht abgelehnt und Dialog, Friede und Versöhnung praktiziert werden.


 An diesem Festtag möchte ich allen Christen einen herzlichen und väterlichen Gruß senden, insbesondere denen, die im Nahen Osten leben, denen ich kürzlich auf meiner ersten Apostolischen Reise begegnen wollte. Ich habe ihre Ängste vernommen und kenne gut ihr Gefühl der Ohnmacht angesichts der Machtverhältnisse, unter denen sie leiden. Das Kind, das heute in Betlehem geboren wird, ist derselbe Jesus, der sagt: »Dies habe ich zu euch gesagt, damit ihr in mir Frieden habt! In der Welt seid ihr in Bedrängnis, aber habt Mut: Ich habe die Welt überwunden!« (Joh 16,33)


„Von ihm erbitten wir Gerechtigkeit, Frieden und Stabilität für den Libanon, für Palästina, Israel und Syrien“


Von ihm erbitten wir Gerechtigkeit, Frieden und Stabilität für den Libanon, für Palästina, Israel und Syrien, und vertrauen dabei auf diese göttlichen Worte: »Das Werk der Gerechtigkeit wird Friede sein und der Ertrag der Gerechtigkeit sind Ruhe und Sicherheit für immer« (Jes 32,17).


„Wir beten besonders für das leidende ukrainische Volk: Möge das Dröhnen der Waffen verstummen“


Dem Friedensfürsten vertrauen wir den gesamten europäischen Kontinent an und bitten ihn, er möge ihm weiterhin einen Geist der Gemeinschaft und Zusammenarbeit verleihen, damit er seinen christlichen Wurzeln und seiner Geschichte treu bleiben und solidarisch und gastfreundlich gegenüber den Bedürftigen sein kann. Wir beten besonders für das leidende ukrainische Volk: Möge das Dröhnen der Waffen verstummen und mögen die beteiligten Parteien, unterstützt durch das Engagement der internationalen Gemeinschaft, den Mut finden, einen ehrlichen, direkten und respektvollen Dialog zu führen.


Bitten wir das Kind von Betlehem um Frieden und Trost für die Opfer aller gegenwärtigen Kriege in der Welt, insbesondere der in Vergessenheit geratenen, und für alle, die unter Ungerechtigkeit, politischer Instabilität, religiöser Verfolgung und Terrorismus leiden. Ich denke dabei besonders an unsere Brüder und Schwestern im Sudan, im Südsudan, in Mali, Burkina Faso und in der Demokratischen Republik Kongo.


In diesen letzten Tagen des Heiligen Jahrs der Hoffnung bitten wir den menschgewordenen Gott für die geliebte Bevölkerung von Haiti, dass jede Form von Gewalt im Land ein Ende findet und sie auf dem Weg des Friedens und der Versöhnung vorankommen möge.


Das Jesuskind möge die politisch Verantwortlichen in Lateinamerika inspiriere, damit bei der Bewältigung der zahlreichen Herausforderungen dem Dialog zum Wohl aller Raum gegeben wird und nicht ideologischen und parteiischen Vorurteilen.


„Bitten wir das Kind von Betlehem um Frieden und Trost für die Opfer aller gegenwärtigen Kriege in der Welt, insbesondere der in Vergessenheit geratenen“


Wir bitten den Friedensfürsten, er möge Myanmar mit dem Licht einer versöhnten Zukunft erfüllen: Er gebe den jungen Menschen wieder Hoffnung, er führe das gesamte burmesische Volk auf den Weg des Friedens und stehe denen bei, die obdachlos sind und ohne Sicherheit und ohne Vertrauen in die Zukunft leben.


Wir bitten ihn, dass die alte Freundschaft zwischen Thailand und Kambodscha wiederhergestellt wird und dass die beteiligten Parteien sich weiterhin für Versöhnung und Frieden einsetzen.


Wir vertrauen ihm auch die Völker Südasiens und Ozeaniens an, die von den jüngsten verheerenden Naturkatastrophen schwer heimgesucht wurden, welche ganze Bevölkerungsgruppen hart getroffen haben. Angesichts dieser Notlagen lade ich alle ein, sich weiter entschieden und gemeinsam für die Leidenden zu engagieren.


„Der Ruf nach Frieden, der aus allen Ländern emporsteigt, erreicht das Herz Gottes“

      

Liebe Brüder und Schwesterin der Dunkelheit der Nacht »kam das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, in die Welt« (Joh 1,9), aber »die Seinen nahmen ihn nicht auf« (Joh 1,11). Lassen wir uns nicht von der Gleichgültigkeit gegenüber den Leidenden besiegen, denn Gott ist unser Elend nicht gleichgültig.


 Indem er Mensch wird, nimmt Jesus unsere Schwachheit auf sich, er versetzt sich in jeden von uns hinein: in diejenigen, die nichts mehr besitzen und alles verloren haben, wie die Bewohner von Gaza; in diejenigen, die unter Hunger und Armut leiden, wie das jemenitische Volk; in diejenigen, die aus ihrer Heimat fliehen, um anderswo eine Zukunft zu suchen, wie die vielen Flüchtlinge und Migranten, die das Mittelmeer überqueren oder den amerikanischen Kontinent durchqueren; in diejenigen, die ihre Arbeit verloren haben und in die, die Arbeit suchen, wie so viele junge Menschen, die Schwierigkeiten haben, eine Anstellung zu finden; in diejenigen, die ausgebeutet werden, wie die viel zu vielen unterbezahlten Arbeitnehmer; in diejenigen, die im Gefängnis sitzen und oft unter menschenunwürdigen Bedingungen leben.

Der Ruf nach Frieden, der aus allen Ländern emporsteigt, erreicht das Herz Gottes, wie ein Dichter schreibt:


Nicht der Friede eines Waffenstillstands,

nicht einmal die Vision vom Wolf und dem Lamm,

sondern eher

wie im Herzen, wenn die Aufregung vorbei ist

und man nur von einer großen Müdigkeit sprechen kann 

Lass ihn kommen

wie Wildblumen,

unversehens, denn das Feld

braucht ihn: Wildfrieden

„Die Heiligen Pforten werden geschlossen, aber Christus, unsere Hoffnung, bleibt immer bei uns!“

Öffnen wir an diesem heiligen Tag unser Herz für unsere Brüder und Schwestern in Not und Leid. Damit öffnen wir es auch für das Jesuskind, das uns mit seinen offenen Armen empfängt und uns seine Göttlichkeit offenbart: »Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden« (Joh 1,12)

In wenigen Tagen endet das Heilige Jahr. Die Heiligen Pforten werden geschlossen, aber Christus, unsere Hoffnung, bleibt immer bei uns! Er ist die immer offene Tür, die uns Zugang zum göttlichen Leben gewährt. Das ist die frohe Botschaft dieses Tages: Das Kind, das geboren wurde, ist der menschgewordene Gott; er kommt nicht, um zu verurteilen, sondern um zu retten; sein Erscheinen ist nicht flüchtig, er kommt, um zu bleiben und sich selbst zu schenken. In ihm wird jede Wunde wieder heil und jedes Herz findet Ruhe und Frieden. »Der Geburtstag des Herrn ist der Geburtstag des Friedens«.

                    Allen
 wünsche ich von Herzen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!"

Quelle vaticannews