auf dem Petersplatz
Liebe Brüder und Schwestern, einen schönen Sonntag!
das Hochfest Allerheiligen, das wir heute feiern, lädt uns dazu ein, die Freude jener unzählbaren Familie von Männern und Frauen zu verspüren, die ihr Leben zu einem Geschenk an Gott und den Nächsten gemacht haben, indem sie Jesus, dem Herrn, folgten. Auf unterschiedlichen Wegen der Heiligung haben sie nach dem »Ozean der unendlichen Liebe« gestrebt, wie es Papst Benedikt XVI. so schön ausgedrückt hat (Enzyklika Spe salvi, 12).
„Heiligkeit lässt sich auf keinerlei Berechnung reduzieren“
Die Liturgie des Wortes Gottes an diesem Fest beschreibt sie uns als eine »unermessliche Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen« (Offb 7,9). Heute feiern wir nämlich alle Heiligen: jene, die die Kirche als solche erkannt hat, und auch die unzähligen, die es nicht sind, die jedoch Gott kennt. Wie uns das heutige Evangelium (Mt 5,1–12) in Erinnerung ruft, handelt es sich um Menschen, die zwar arm im Geist sind, aber reich an der Liebe Gottes. Ihre Gesichter sind von Tränen gezeichnet, doch sie finden Trost im Gebet. Sie sind sanftmütig angesichts von Gewalt und werden vom Vater belohnt. Sie hungern nach Gerechtigkeit und werden im Innersten ihres Gewissens gesättigt. Sie sind bereit zur Vergebung und werden von der Barmherzigkeit umarmt. Im Herzen sind sie unbewaffnet, werden jedoch von Gott beschützt. Sie sind Friedensstifter, die von Gott beim Namen gerufen sind. Sie werden verfolgt und beleidigt, sind aber stark im Glauben und in der Nächstenliebe.
Es ist tatsächlich unmöglich, die Schar dieser Brüder und Schwestern zu „zählen“ – und zwar nicht nur in zahlenmäßiger Hinsicht: Heiligkeit lässt sich nämlich auf keinerlei Berechnung reduzieren, denn ebenso verhält es sich mit dem Guten, das alle Heiligen um sich herum in der Welt verbreitet haben. Wenn wir sie voll Bewunderung betrachten, fragen wir uns: Was haben diese Menschen durch die Gnade Gottes bewirkt? Im Wesentlichen handelt es sich um Taten und Entscheidungen der Liebe, die das Kalkül der Gier und die Übermacht des Bösen übertreffen, das manchmal die Oberhand zu gewinnen scheint. Die Heiligen sind das schönste und stärkste Zeichen für das kommende Reich Gottes; vielmehr für das Reich Gottes, das – wie Jesus lehrt – bereits unter uns ist (vgl. Lk 17,20–21). Darüber hinaus umfasst diese selige Schar die unterschiedlichsten Herkunftsorte, Kulturen und Lebensumstände: Heiligkeit ist kein Privileg für wenige, sondern eine allgemeine Berufung, die einen jeden von uns dort anspricht, wo wir leben. Dies ist die hoffnungsvolle Botschaft des heutigen Festes: Gott sieht das Gute, das wir nicht sehen, er kennt Geschichten, die wir nicht kennen, und er erreicht Herzen, zu denen wir keinen Zugang haben.
„Gott sieht das Gute, das wir nicht sehen, er kennt Geschichten, die wir nicht kennen“
Die Jungfrau Maria, die selig ist, weil sie dem Wort des Herrn geglaubt hat, begleite unsere Schritte auf dem Weg zur Heiligkeit, damit wir nicht müde werden, Frieden zu stiften, sowohl in besonders wichtigen Situationen als auch in den alltäglichen."
Quelle: vaticannews
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