des Hl. Vaters während der heutigen Hl. Messe zum Gedenken an die verstorbenen Kardinäle und Bischöfe. Hier geht´s zum Original bei vaticannews: klicken
„Wenn einer mir dienen will, folge er mir nach; und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein“ (Joh 12,26). Diese Worte Jesu sprechen direkt zu unserem Herzen und laden uns ein, ihm auf dem Weg zu folgen, den er selbst gegangen ist: dem Weg der Herrlichkeit durch das Kreuz. Auf diesem Weg, auf dem uns Prüfungen und Leid nicht erspart bleiben, führt und trägt uns eine Verheißung: die Verheißung einer Gemeinschaft, über die der Tod keine Macht hat. Denn wer Christus nachfolgt, wird zu seinem Diener, und er wird immer dort sein, wo der Herr ist – gerade weil er seinem Weg gefolgt ist. Darum sagt der heilige Paulus: „Wenn wir nämlich mit Christus gestorben sind, werden wir auch mit ihm leben“ (2Tim 2,11). Meine Lieben, diese Gewissheit des Glaubens und der Hoffnung trägt unsere heutige Eucharistiefeier, in der wir der Kardinäle und Bischöfe gedenken, die im vergangenen Jahr von uns gegangen sind.Für sie wollen wir zum Herrn beten und ihn bitten, dass er seinen treuen Dienern den verheißenen Lohn gewähre.
(ANSA)
„Über den spirituellen Wert des Gedenkens nachdenken“
Unser heutiges Gebetsgedenken lädt uns ein, über den spirituellen Wert des Gedenkens nachzudenken. Als die heilige Monika kurz vor ihrem Tod von ihren Söhnen Augustinus und Navigius Abschied nahm, sagte sie: „Nur darum bitte ich: gedenket meiner am Altare Gottes, wo ihr auch seid“ (Augustinus, Bekenntnisse, IX, 11, 27). Das Geheimnis des Todes wird hier mit dem Gebet für die Verstorbenen verbunden, das die Kirche seit ihren Anfängen stets als eine ihrer grundlegenden Pflichten verstanden hat.
Im Licht des Wortes Gottes können wir daher kurz über zwei Wahrheiten nachdenken, die unserem Gebet für die Verstorbenen zugrunde liegen: die Hoffnung auf die Auferstehung und die Gemeinschaft der Heiligen.
Die Erzählung von Judas Makkabäus, die wir in der ersten Lesung (2Makk 12,43-46) gehört haben, lädt uns ein, über die Auferstehung nachzudenken. Nachdem einige seiner Gefährten, die sich des Götzendienstes schuldig gemacht hatten, im Kampf gefallen waren, vertraute Judas sie der Barmherzigkeit Gottes an und ließ für sie ein Sühneopfer darbringen, damit sie von der Sünde befreit würden. Diese Geste gründet in der Gewissheit, dass die Gemeinschaft, die wir hier auf Erden miteinander leben, trotz aller Grenzen, aller Schuld nicht zerbricht, wenn wir sie in Gottes Hände legen. So wird das Zeugnis der Makkabäer zu einer Vorwegnahme dessen, was in der christlichen Liturgie seine volle Entfaltung findet. Wenn wir nämlich am Altar des Herrn unserer verstorbenen Brüder gedenken, so tun wir dies im Vertrauen auf die Verheißung, dass unser Leben in Christus nicht verloren geht, weil es erlöst wurde.
(ANSA)
„Getragen von dieser großen Hoffnung, die uns im Ostergeheimnis geschenkt wurde“
Die Geste des Judas ist vor allem ein Akt des Glaubens. Denn er bringt sein Opfer dar „in der festen Erwartung, dass die Toten auferstehen werden“ (V. 44). Im Licht Jesu, der selbst der Urheber der Auferstehung ist, beten auch wir für unsere Verstorbenen, getragen von dieser großen Hoffnung, die uns im Ostergeheimnis geschenkt wurde.
Denn wenn es, wie die Heilige Schrift betont, keine Auferstehung gäbe, wäre auch das Gebet für die Verstorbenen vergeblich (vgl. V. 44). So stellt auch der Apostel Paulus mit Nachdruck fest: „Wenn es keine Auferstehung der Toten gibt, ist auch Christus nicht auferweckt worden. Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer, leer auch euer Glaube“ (1Kor 15,13–14).
Meine Lieben, für die Verstorbenen zu beten bedeutet, das Leben zu feiern! Vor allem das Leben des auferstandenen Christus, unseres Herrn, und – durch seine Gnade – auch unser eigenes Leben, das in ihm aufersteht. Das eucharistische Opfer ist das Gedächtnis seines Pascha, durch das er uns gerettet hat, indem er sich selbst hingegeben hat für uns. Lassen wir daher nicht zu, dass das Gedenken an unsere Verstorbenen zu bloßer Wehmut verkommt. Im Glauben wollen wir ohne Furcht über das Geheimnis des Todes nachdenken, denn der Herr lebt, er erwartet uns und hat im Haus seines Vaters bereits einen Platz für uns bereitet (vgl. Joh 14,2-3).
(ANSA)
„In eine gegenseitige Verbundenheit hineingenommen“
Die Kirche feiert diesen Akt der Hingabe und der Hoffnung in der Gemeinschaft der Heiligen. Wenn wir für die Verstorbenen beten, tun wir dies nämlich nicht nur für sie, sondern auch mit ihnen. So sind wir in eine gegenseitige Verbundenheit hineingenommen, die der Heilige Geist in unseren Herzen lebendig werden lässt. Die Kirche ist Geheimnis der Gemeinschaft zwischen Christus, dem Haupt, und uns, seinen Gliedern. Von ihm empfangen wir das Leben. Diese Gemeinschaft verbindet die seligen Geister, die bereits das Angesicht Gottes schauen, mit all jenen, die im Himmel oder auf Erden noch unterwegs sind zu diesem lichtvollen Ziel.
Meine Lieben, in Christus löst der Tod die Bande der Verbundenheit nicht auf, sondern verwandelt sie in eine neue Dimension. Diese erschließt sich uns allein im Geheimnis seiner Liebe, die er am Kreuz bis zur Vollendung geschenkt und nach seinem Ostersieg über uns ausgegossen hat. Wenn wir also in der heiligen Eucharistie die Liebe des auferstandenen Herrn empfangen, bewahren und pflegen wir diese Gemeinschaft auf unserem Weg, damit auch wir – wenn unsere Stunde gekommen ist – das fürbittende Gebet unserer pilgernden Brüder und Schwestern empfangen und gemeinsam mit allen Heiligen die Freude der himmlischen Heimat verkosten können."
Quelle: S. Kritzenberger, vaticnnews
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