Sonntag, 8. Mai 2022

Die Petrus-Perspektive

L. Scrosati zitiert in La Nuova Bussola Quotidiana  in einem weiteren Kommentar die Analyse des Neutestamentlers Richard Bauckham der Person und Rolle des Apostels Petrus im Markus-Evangelium. 
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"DAS MARKUS-EVANGELIUM - DIE PETRUS-PERSEPKTIVE"

Eine sorgfältige Analyse des Textes des Markusevangeliums lässt uns verstehen, warum dieses Evangelium die Umsetzung der Lehre des Petrus ist. Das literarische Konstrukt des Markus mit der  "vom Plural zum Singular"-Erzählung und der beispiellosen Häufigkeit des Namens Petrus.

Wir hatten Richard Bauckham, emeritierter Professor für Neues Testament an der Universität von St. Andrews in Schottland, wegen seiner sorgfältigen Analyse der in den Evangelien enthaltenen Personennamen (siehe hier) angesprochen, eine Analyse, die die Historizität dieser Schriften und die tatsächliche Übereinstimmung mit dem palästinensischen Kontext der Zeit Jesu von Nazareth bestätigt. Baukhams Monographie "Jesus und die Augenzeugen. Das Evangelium als Augenzeugenbericht" ist eigentlich eine Bergwerk von Anzeichen im Evangelium, die seine Natur als Augenzeugenzeugnis offenbaren.

Wir haben die letzten beiden Artikel (siehe hier und hier) der Datierung des Markusevangeliums und seiner Verbindung mit der Verkündigung des Petrus in der Stadt Rom gewidmet und externe Zeugnisse bevorzugt. Baukham konzentriert sich stattdessen auf eine Analyse des Textes und findet darin ziemlich deutliche Spuren der Petruspräsenz im zweiten Evangelium.

Zunächst einmal eine signifikante numerische Zahl. Der Name Simon oder Petrus ist nicht nur der erste, der in der Schrift des Markus erscheint (natürlich außer des Namens Jesu), im Bericht über die Berufung der ersten Jünger (vgl. 1,16-20), sondern er erscheint auch 23 Mal, häufiger als bei den beiden anderen Synoptikern. Tatsächlich kommt bei Markus der Name Simon Petrus alle 432 Wörter vor, während er bei Matthäus und Lukas alle 654 bzw. alle 670 Wörter vorkommt. Diese Tatsache an sich mag nicht so signifikant sein, aber sie muss zusammen mit zwei anderen spezifischen Merkmalen des kürzesten der Synoptiker betrachtet werden.

Aufbauend auf einer alten Studie von C. H. TurnerMarcan Usage: Notes Critical and Exegetical, on the Second Gospel (in "The Journal of Theological Studies" 26 [1925], 225-240), legt Baukham ein für Markus typisches literarisches Konstrukt unter die Lupe, das er als das "vom Plural-zu-Singular-Erzählmittel" tauft. Dies sind einundzwanzig Passagen, in denen auf ein Verb in der dritten Person Plural, ohne ein bestimmtes Subjekt, unmittelbar ein Verb im Singular oder ein Pronomen folgt, das sich nur auf Jesus bezieht. Ein paar Beispiele können Ihnen helfen, das zu verstehen. Die Episode der Besessenen von Gerasa wird wie folgt eingeleitet: "Inzwischen kamen sie an das andere Ufer des Sees, in der Region der Gerasener. Als er aus dem Boot stieg, kam ihm ein besessener Mann aus den Grabhöhlen entgegen ..." (5, 1-2). Ein anderes Beispiel: »Am nächsten Morgen, als sie Bethanien verließen, war er hungrig« (11,12). Man kann den plötzlichen Übergang aus dem Plural sehen, ohne einen genauen Bezug zu einem Thema, obwohl der Verweis auf den Plural, der sich  auf die Jünger, auf den Singular, der sich auf Jesus bezieht, klar ist.

Fr. Hunwicke spricht

bei liturgicalnotes heute über den 8.5. 1945 als "Sieg" - mit einem Fragezeichen 

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                                "SIEG IN EUROPA?" 

Einer unserer beliebtesten Novellisten, Evelyn Waugh, hat über 1945 als "die triste und saure Zeit des Sieges" geschrieben.

In seiner teilweise autobiographischen Weltkrieg II-Trilogie trägt der letzte Band den Titel "Bedingungslose Kapitulation". 

Warum? 

Waugh selbst (und sein Geschöpf Guy Crouchback) haben diesen Krieg zuerst als einen Kreuzzug betrachtet; gegen das mit dem stalinistischen Rußland verbündetet Rußland, wie konnte der Kampf gegen diese beiden etwas anderes sein als romantisch heroisch? Wir gegen die in allem ihrem Horror kombinierte Moderne Welt. 

In seinem seinem "Scott Kings Modernes Europa" von 1946 ist die Erfahrung eines blassen -überlebten Schulmeisters : "Als sich das Gesicht Europas vergröberte und der Krieg, wie er in den Gemeinschaftsraumzeitungen und im Gemeinschaftsraumradio erschien, seine heoische und ritterliche Verkleidung abwarf und zu einem schweißtreibenden Zerren -zwischen Teams von ununterscheidbaren Rüpeln wurde ...".

Waugh war kein Pazifist. Tatsächlich wurde der Grad seines persönlichen Mutes unter Beschuss manchmal von Kollegen, die ihn nicht teilten, als unangemessen angesehen. Nach dem Krieg verpflichteten ihn seine militärischen Pflichten dazu, sich an der entschieden nichtkatholischen Politik von Marschall Tito in Jugoslawien zu beteiligen, als sie katholische Geistliche verfolgte und Juden misshandelte. Seine eigen

Als ich sehr klein war, bekam ich irgendwie eine romantische Erzählung über den Finnischen Krieg mit der Sowjetunion in die Finger. Heldenhafte, mutige Finnen, auf Skiern geboren, kamen durch den lautlosen Schnee über den russischen Angreifer. Wie konnte man nicht von ihren Abenteuern bewegt sein? Wir ich danach hungerte, mehr über ihre Erfolge zu lesen....über ihren unvermeidlichen und verdienten Triumph, elegante Davids gegen einen so monströsen Goliath,,,

Das war einige Jahre bevor ich entdeckte, was wirklich passiert ist. 

Als wir uns mit Onkel Jo Stalin verbündet wiederfanden und wir (ich meine dieses ""Vereinigte Königreich") ..ja...wir dem tapferen kleinen Finnland den Krieg erklärten.

Ich denke, daß eine von Waughs besten schrägen und symbolistischen Schriften das Schwert von Stalingrad betrifft, ein Stück Metall, das George VI. Stalin zum Gedenken an seine militärischen Fähigkeiten schenkte und das wie eine heilige Reliquie in der Westminster Abbey ausgestellt wurde, bevor es seine Reise nach Osten antrat.

Das Wappen auf der Scheide stand auf dem Kopf."

Quelle: liturgicalnotes, Fr. J. Hunwicke 

Samstag, 7. Mai 2022

Auch heute- aber vor 1464 Jahren

am 7. Mai 558 AD stürzte in Konstantinopel die Kuppel der Hagia Sophia ein. Kaiser Justinian I ordnete sofort den Wiederaufbau an. 

Heute vor 17 Jahren

am 7. Mai 2005  nahm Papst Benedikt XVI in einer Eucharistiefeier die römische Kathedra in der Papstkirche San Giovanni in Laterano in Besitz

c           

Fr. Hunwicke spricht...

bei liturgicalnotes heute über das anscheinend ewige Thema "verheiratete Priester" und landet am Ende mit einer harschen Bemerkung beim amtierenden Pontifex. 
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                          "VERHEIRATETE PRIESTER" 

Als ich....in jenen glücklichen, weit zurückliegenden Tagen... meine anglikanischen Sommer im Königreich des Westens, County Kerry, zu verbringen pflegte - als Kaplan in einigen Kirchen der Kirche von Irland.. haben nette römische Katholiken in Irland, ängstlich bemüht, freundlich zu klingen, oft versucht, ihre Vernunft zu beweisen, indem sie mir erzählten, warum sie dafür waren, in der Katholischen Kirche verheirateten Klerus zuzulassen. 

"Das wird die Probleme mit pädophilen Priestern lösen" versicherten sie zuversichtlich. Sie neigten dazu, überrascht zu sein, wenn ich erklärte, daß die Zulassung von verheiratetem Klerus dieses Ziel nicht erreicht. Ich konnte ihnen so viel über anglikanische Priester -und Bischöfe- berichten, die schwer daran gearbeitet haben, diese Annahme zu widerlegen. Die unabhängige Englische Untersuchung über sexuellen Mißbrauch hat kürzlich gnadenlos die Situation in einer repräsentativen anglikanischen Diözese beschrieben. Meine eigene anglikanische Amtszeit wurde durch die Nähe eines Bischofs überschattet, dessen sadistischer Mißbrauch Jugendlicher industrielle Maßstäbe annahm. 

Und ich könnte damit fortfahren, in Hülle und Fülle seltsame Geschichten über anglikanische Priester - und Bischöfe- zu erzählen, die wegen Ehebruch entlassen wurden. Und darauf hinzuweisen, daß auch Frauen von Klerikern ihre eigenen Skandale verursachen können, indem sie mit dem Kuraten oder dem Rektor oder dem Vorsitzenden- oder der Vorsitzenden- des Gemeinderates weglaufen.  Ein Priester, der als Alleinerzieher auf drei kleine Kinder aufpassen muß. nachdem seine "Missus" mit einem geschickten und freundlichen Organisten in die Koje geschlüpft ist, ist nicht in der besten Verfassung  um sich allein der Sorge um sein Volk zu widmen. 

"Und verheiratete Priester werden die Ehe...und Frauen...so viel besser verstehen" fügten die Iren fröhlich hinzu. Darin ist eine Menge Unsinn. Ein unverheirateter Priester hat die Erfahrung mit der Ehe gemacht, aus der er hervorgegangen ist, oder nicht? Und hat er keine Mutter, Schwester, Nichten? Und dennoch ... dieses Argument hat ein bißchen was.  Aber nicht notwendigerweise ganz das, was der Sprecher annehmen möchte. Nehmen Sie dieses Beispiel: "Herr Pfarrer, ich kann nicht regelmäßig in die Messe kommen; ich habe kleine Kinder". Ein Junggeselle, der das hört, ist vielleicht eingeschüchtert. Wenn er antwortet "Unsinn, ziehen Sie eine andere Karte" besteht die Gefahr, daß er eine Schimpfkanonade zu hören bekommt, daß er keine Erfahrung damit hat, die ganze Nacht mit einem kranken oder nörgelnden Kind wach zu bleiben und von urteilenden Gläubigen angestarrt zu werden, wenn die lieben Kleinen in der Kirche anfangen zu schreien. 

Wenn jedoch jemand diesen Unsinn bei mir versucht hat, konnte ich immer sagen "Ich erinnere mich daran, als meine Frau vier kleine Kinder hatte, das letzte in der Babytragetasche, daß ich nie auch nur einen Schrei von einem von ihnen während der Messe gehört habe. Und Sie haben Ihren Ehemann, der neben Ihnen sitzt und helfen kann, so daß Sie nicht- wie meine Frau- allein damit fertig werden müssen, während Ihr Mann "liturgisiert" und predigt. Und Sie haben nur zwei. Ich frage mich warum. [Nein, ich glaube nicht, daß ich diesen letzten Satz wirklich gesagt habe]

Aber merkwürdigerweise hat Papst Franziskus meine Ansicht zu dieser Sache mit den verheirateten Priestern leicht abgemildert. 

Wenn er eine Frau hätte, ihm gleichgestellt, die ihm frank und frei seine Fehler und Fehlurteile aufzeigen könnte und Unfairness, Inkonsequenz und Heuchelei... dieses wundervolle Amt, mit dem Frauen so reich beschenkt sind...wäre er dann so grausam, boshaft und voller Hass? 

Müssen wir diese Sache überdenken? Vielleicht indem wir den Apostolischen Stuhl geweihten Witwern anvertrauen? 

Henry Manning hätte Papst sein können!

Sie wissen, daß das Sinn macht."

Quelle: liturgicalnotes, Fr. J. Hunwicke

 

Die Verschwörungsvorwürfe gegen Kardinal Becciu wurden beim Vatican-Prozess widerlegt

Nico Spuntoni kommentiert bei La Nuova Bussola Quotidiana den Stand der Dinge nach der jüngsten Anhörung beim Vaticanischen Prozess - bei dem das Narrativ von einer verschwörerischen Geldüberweisung vom Vatican nach Australien zum Schaden von Kardinal Pell widerlegt wurde. 
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"PAROLIN WIDERLEGT DIE ANTI-PELL-VORWÜRFE GEGEN BECCIU "

Beim Prozess um den Londoner Skandal gab es einen Theatercoup im Gericht. Kardinal Becciu enthüllte einen Brief des vaticanischen Staatssekretärs Parolin, der die Theorie der Formulierung falscher Zeugenaussagen zum Schaden von Kardinal Pell während des Mißbrauchs-Prozesses dementiert. Die 2.230.000 $ dienten der Bezahlung für die Internet-Domain .catholic. Das bestätigt die Indiskretionen von La Bussola. 

"Wir wissen, daß bis heute keiner erklärt hat, warum das Geld - 2.230.000 $ vom Vatican nach Australien überwiesen wurde." Diese Worte, die Kardinal Pell im Verlauf eines Interviews mit drei italienischen Tagesszeitungen, die ihm gegenüber zur Zeit der Untersuchung wegen sexuellen Mißbrauchs nicht milde gestimmt waren. formulierte,  hatten dazu beigetragen, den Verdacht an einer Beteiligung von Kardinal Angelo Becciu an der Erstellung falscher Zeugnisse zum Schaden des Kämpfers von Ballarat erneut zu verbreiten.

Eine Erklärung, für jene Überweisung nach Transozeanien, die plausibler ist, als die die La Nuova Bussola Quotidiana in einem Artikel am vergangenen 9. April gegeben hat und die von jenen italienischen Medien ignoriert wurde, die seit dem Oktober 2020 Parteigänger der Theorie eines internationalen Komplotts der Achse Rom-Melbourne waren.  Die Fakten besagten, daß jene Summe an das Unternehmen Neustar mit Sitz in Victoria ausbezahlt wurde. Von dem Augenblick an, daß die australische Bischofskonferenz eine der Bischofskonferenzen war, die an einem Projekt des Päpstlichen Rates für Soziale Kommunikation zur Registrierung der Domain .catholic in mehreren Sprachen  beteiligt war, und die sich besonders um eine Agentur kümmerte, die Beziehungen zu Neustar hatte, war nur wenig nötig, um die Punkte zusammen zu fügen und zu vermuten, daß die Bezahlung des Staatssekretariates speziell aus diesem Umfeld autorisiert wurde und nicht von den finsteren Machenschaften um einen unbequemen Purpurträger loszuwerden. 

Eine Rekonstruktion die am gestrigen Tag der Anhörung im Vaticanischen Prozess bestätigt wurde, der durch die Vernehmung des berühmtesten Angeklagten, Kardinal Becciu, gekennzeichnet war. Der ehemalige Substitut überreichte dem Präsidenten Giuseppe Pignatone nämlich ein vom Staatssekretär unterzeichnetes Schreiben vom 29. April, in dem Kardinal Pietro Parolin – wie Becciu im Saal erinnerte – versichert, daß "die Summe (…)  für die Zahlung der .catholic-Internetdomäne verwendet wurde"  und daß "diese Informationen der australischen Botschaft beim Heiligen Stuhl durch die Verbal-Note 2112/21 / RS vom 18. Februar 2021 angemessen mitgeteilt wurden."

Fundstück: Bätzings Beruhigungspillen nur ein Placebo?

Dorothea Schmidt kommentiert für "Die Tagespost" die Reaktion des Vorsitzenden der DBK auf die wiederholt vorgetragenen Sorgen der Weltkirche wegen des deutschen Synodalen Weges -die als wenig wirksame Beschwichtigungsversuche wahrgenommen werden.  
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Unter dem Titel: 

"BÄTZINGS VERBALE BERUHIGUNGSPILLEN WIRKEN NICHT" 

beginnt der Artikel so-  ZITAT

"Zum zweiten Mal hatten sich der Denver Erzbischof Samuel J. Aquila und der Vorsitzende des Nordischen Episkopats, Bischof Czeslaw Kozon, an Bätzing gewandt. Öffentlich. Und das ist gut so, denn Bätzing braucht Tacheles. Alle Sorgen in Bezug auf den Synodalen Weg, die zuletzt vor allem von Seiten des Weltepiskopats auf den Limburger Bischof niedergeprasselt sind, hat er von sich weggeschoben. Die Weltkirche hat die Nase voll von Beschwichtigungen. Immerhin steht die Einheit der Weltkirche am Abgrund."  (...)

Quelle: D. Schmidt,  Die Tagespost


Wie eine Tochter aus alter römischer Familie eine Heilige wurde

Marco Tosatti veröffentlicht bei Stilum Curiae die Geschichte der Hl. Balbina, die Benedetta De Vito bei einem römischen Spaziergang entdeckte und uns nach gründlicher Recherche  im Kontext ihrer römischen Herkunft vorstellt. 
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                "DIE GESCHICHTE DER HL. BALBINA"

Liebe Freunde und Feinde von Stilum Curiae, unsere Benedetta De Vito  erzählt und die Geschichte der Hl. Balbina, wie es oft passiert- beginnend mit einem Spaziergang, bei dem sie die unendliche und unerschöpfliche Schönheit Roms bewunderte. Gute Lektüre. 

 §§§

Vor einiger Zweit, an einem frischen Morgen im Spätfrühling , ging ich in meinen einzigen, nach oben gerichteten Gedanken versunken, am kleinen Aventin spazieren, der mich als Kind und dann als junges Mädchen gesehen hat. Ich erreichte, als ich die autofreie Lichtung erreichte, die auf die Thermen des Caracalla hinüberblickt. betrat ich eine von Bäumen gesäumte Allee, die mich von weitem zu rufen schien. Rechts das das Seniorenzentrum des Stadtteils, unten das Unbekannte. 

Plötzlich tauchte zwischen den wohlgenährten Kräutern ein Pfau auf, in festlicher Naturharmonie, elegant in seiner funkelnden Farbe grüner Blätter, mit Schwanzschleppe und einem Federbüschel auf dem Kopf. Auf der linken Seite war der Pfau, rätselhaft, unbeweglich, der mich mit seinen kleinen Augen umfaßte, ich wandte meine ab: zwischen den Blättern die runde und sanfte Apsis von Santa Balbina! Wie eine Offenbarung. Ich drehte mich auf dem Absatz um  und ging zurück, um diese Einsiedlerkirche zu betreten, die ich nie zuvor besucht hatte.

Nachdem ich die Kirche betreten hatte,  verlor ich mich in einem Fresko, dessen Gestaltung ich erst jetzt entziffern kann. Und das erzähle ich hier: Es stammt von einem Maler, von dem ich noch nicht gehört hatte: Anastasio Fontebuoni, Florentiner, der aber zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert nach Rom kam. Er malte hier und in Santa Prisca, einer nahen Kirche, im Auftrag von zwei Kardinälen, die Titularbischöfe der Basilica minore Santa Balbina malte, das waren Pompeo Arrigoni und Giovanni Giustiniani. Das Fresko zeigt die Hl. Balbina in einem Wirbel von Engeln und Wolken, in einem rosa Kleid, die im Zentrum des Bildes sitzt, senkrecht über ihr sitzt Jesus, ihr himmlischer Bräutigam, zwischen den Wolken, in Herrlichkeit und im Duft der Dreifaltigkeit: Der ewige Vater, den niemand je gesehen hat - ist das Licht einer goldenen Scheibe und der Heilige Geist darüber eine zarte Taube. Neben Balbina, bündig mit dem Boden, sind ihr Vater, San Quirino, ein weiterer Heiliger, und Papst Alexander I., die, wie wir sehen werden, alle zusammen Märtyree  waren, das heißt Zeugen des Weges, der Wahrheit und des Lebens in dieser Morgenröte des römischen Christentums.

An jenem Morgen- völlig ahnungslos, aber mit weit offenen Augen und Herzen, schaute und bewunderte ich und das genügte mir. Ich wußte nicht, daß ich mich viele Jahre später , d.h.vorgestern, an einem schwülen und sternenklaren Abend mitten im Grünen wiederfinden würde, in der Stadt der Auspuffrohre, im Hof des stillen Klosters Santa Balbina und mich dort, an ihrem Ort, über eine Heilige wundern sollte, die ich überhaupt nicht kannte, die ich aber kennenlernen wollte.

Freitag, 6. Mai 2022

Christliche Kunst

"Madonna auf der Wiese"   Raphael,  1506

 

Fundstück

Michaela Koller hat für Die Tagespost den nigerianischen Priester Msgr. Obiore Ike u.a. zum Brief der Bischöfe an die DBK, den auch der nigerianische Kardinal Arinze unterschrieben hat, interviewt. 
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Unter dem Titel:

"IHR KÖNNTET DAS FEUER DER KIRCHE IN AFRIKA HABEN" 

beginnt das Interview so:  ZITAT

"M. K.: Monsignore, Ihr nigerianischer Landsmann Francis Kardinal Arinze hat einen Brief zusammen mit mehr als 70 anderen Bischöfen an die deutschen Mitbrüder im Amt gerichtet. Daraufhin gab es hierzulande bereits kritische Reaktionen. Teilen Sie die darin vorgebrachten Sorgen?

Msgr. O. Ike :  "Dieser Brief ist als geschwisterliche Ermutigung und Dialogbeitrag für unsere Freunde in der Kirche in Deutschland und nicht als Kritik zu verstehen. Synodos heißt ja „zusammen gehen“ und nicht, daß der eine zu schnell rennt und der andere zu langsam ist.
Wir sollten gemeinsam einen Weg beschreiten. Es geht um die eine heilige, katholische und apostolische Kirche. Darum ist es wichtig, auf Vorgänge in einem Land im Einvernehmen, in Treue und mit Klarheit zu reagieren. Wir haben das Evangelium, Christus und den Geist Gottes schließlich gemeinsam empfangen. Damit müssen wir Trends in Einklang bringen. Die Unterzeichner schreiben die Wahrheit aus Liebe. Wenn man nicht die Wahrheit hören will, möchte man nicht geliebt werden."   (...)

Quelle: M. Koller, Die Tagespost, Msgr. O.Ike 

Gestern in Mater Ecclesiae

 Benedikt XVI mit Pater Federico Lombardi und Pierkuca Azzaro 


                               


Fr. Hunwicke spricht....

bei liturgicalnotes heute über die Auswüchse der "woke"-Kultur und ihre Zukunft.  Und er macht einige konstruktive Vorschläge zum zukünftigen Umgang mit Denkmälern. 
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              "EINE "WOKERY" NACH DER ANDEREN" 

Es war der Quiz in einer Zeitung, der mich zuerst anregte...ich war nie in Accra oder an der Goldküste, aber ein Bild eines einfachen neo-klassizistischen Triumphbogens mit dem Datum "AD 1957" und den Worten "Freiheit und Gerechtigkeit"  haben die offensichtliche Antwort gegeben. Ich habe den Schwarzen Stern auf der Spitze erkannt...den  symbolischen "Leitstern" der schwarz-afrikanischen Befreiung, den Kwame Nkrumah als als Symbol dafür übernahm, daß Ghana die erste britische Kolonie war, die eine unabhängige Nation wurde.  Ich bin froh, daß er noch da ist: Colonel Wie-heißt-er und Brigadier Dünngummi folgten der britischen Tyrannei in einer Putsch-Abfolge, dazu gedacht, sowohl Freiheit als auch Gerechtigkeit mit Hilfe der niemals geizigen CIA-Agenten zu erreichen, dennoch haben sie den Schwarzen Stern nicmals herunter gerissen. 

Aber dann habe ich mich gefragt: A[nno] D[omini] ... ist das nicht eine bißchen christozentrisch? Und diese englischen Worte: sind sie nicht ein bißchen anglozentrisch

Ich erinnere mich an die 60-er, als Anti-Apartheits-Demonstranten, "Ein Mann-eine Stimme" singend durch meine Gemeinde marschierten. Wie sehr Moden sich ändern. 

Also werden Statuen und Gedenktafeln errichtet; und dann so sicher wie die Nacht dem Tag folgt, werden Statuen und Gedenktafeln abgerissen. Was deprimierend überdauert, ist der menschliche Appetit auf moralisches Posieren und das Fehlen auch nur des allerkleinsten Verdachtes, daß die heutige Moden vielleicht auch Objekt strenger Verdammung werden könnten. Wann haben Sie den Vorschlag gehört, daß alle neuen Monumente, die jetzt errichtet werden, so konstruiert werden sollten, daß ihre Entfernung, wenn die Zeit kommt, billig und leicht ist? 

Die Hl.Teresa von Kalkutta wurde von einer säkularen internationalen Heiligen...fast über Nacht... zu einer Hassfigur, als die plappernden Klassen entdeckten, daß sie Abtreibung ablehnte. Jetzt hat irgendein UN-Komitee David Attenborough einen blumigen Titel verliehen....war es "Retter des Sonnensystems?"...oder "Meister des Planeten"?... oder "Ruhmreicher Gauleiter der Galoppierenden Galaxien"? ...ich kann mich nicht erinnern. Aber wenn der Mann irgendeine Bedeutung hat, wird auch seine Mode ganz sicher vorbeigehen. 

Wasdas? Leser jenseits des Großen Teiches haben vielleicht noch nie von ihm gehört? Er ist ein britischer Umweltschützer, einer unserer Großen und Guten, mit einem unglaublich großen, öligen "ich weiß es besser" Sprachstil; nachdem ich seine Stimme gehört habe, neigte ich dazu, mich wie eine Gamma-minus-Kanalratte zu fühlen, in deren unterirdisches Paradies ein tollwütiger Restaurantbesitzer gerade eine Ladung minderwertiges Speiseöl mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum gegossen hat.

Ich glaube nicht, daß ich lange genug leben werde, um zu sehen, wie seine Statuen von den ethisch überzeugten Kultanhängern des zweitnächsten albernen Stücks Neo-Woker wütend niedergerissen werden.

Aber Sie können mich nicht daran hindern, es mir vorzustellen, oder?"

Quelle: liturgicalnotes, Fr. J. Hunwicke

Wahre Ökumene zwischen den Konfessionen und wahrer Friede geht nur durch die Verkündigung des Evangeliums

Msgr. Nicola Bux, u.a. Professor für Östliche Theologie, kommentiert in La Nuova Bussola Quotidiana den derzeitigen Zustand der Ökumene zwischen Rom und Moskau- speziell in der Zeit des Krieges. Hier geht´s zum Original:  klicken

"MSGR. BUX: "WAHRER FRIEDE GEHT NUR DURCH DIE VERKÜNDIGUNG DES EVANGELIUMS" 

Die ökumenischen Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Patriarchat von Moskau sind durch den Krieg in der Ukraine in eine Krise geraten: "Es ist das Scheitern einer Ökumene, die auf Treffen und Laufstegen basiert, auf dem Versuch, Differenzen auszugleichen. Johannes Paul II. hingegen wollte zu den Wurzeln der verschiedenen Traditionen und Kulturen gehen, um die Einheit in der Quelle aller, Christi und des Evangeliums, zu finden. "Die Aufgabe der Kirche ist nicht der Kampf um die Umwelt und den Frieden, sondern die Evangelisierung, denn Jesus allein verändert das menschliche Herz. Und wenn sich das Herz des Menschen ändert, ändert sich die Welt." Es spricht der Theologe Monsignore Nicola Bux.

"Jetzt, da der Patriarch Kyrill von Moskau auch auf die Zeilen des Papstes geantwortet hat, wird es dringend notwendig, die ökumenische Methode zu ändern, die, wie wir in diesen Tagen sehen können, die bereits vorher zum Scheitern verurteilt war." Das sagt uns Monsignore Nicola Bux, Theologe und ehemaliger Professor für Östliche Liturgie und Theologie der Sakramente sowie Konsultor verschiedener vatikanischer Kongregationen während des Pontifikats von Benedikt XVI. Monsignore Bux, der die Welt der Orthodoxie sehr gut kennt, äußert sich in diesem Interview mit La Nuova Bussola, in dem Moment, in dem die Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Patriarchat von Moskau auf ihrem tiefsten Punkt sind,

Papst Franziskus, der zu Beginn des Konflikts sehr vorsichtig geblieben war, um das Verhältnis zum Moskauer Patriarchen Kyrill nach Jahren geduldiger Annäherung, die im Treffen in Havanna im Februar 2016 gipfelte, nicht zu beschädigen, hat allmählich eine härtere Position gegenüber dem Moskauer Patriarchat eingenommen. Im weiteren Verlauf des Krieges wurde Kyrills Position, den vom russischen Präsidenten Wladimir Putin begonnenen Krieg offen zu unterstützen, für Papst Franziskus immer peinlicher. Und nachdem er das zweite für den Sommer in Jerusalem geplante zweite Treffen abgesagt hatte, sagte Papst Franziskus in dem Interview, das dem Direktor des Corriere della Sera vor einigen Tagen gewährt wurde, auch strake Worte und erinnerte sich an das virutelle Gespräch, das er im März mit Kirill geführt hatte.

Der Patriarch von Moskau sprach laut Franziskus zwanzig Minuten lang mit ihm und listete alle Gründe auf, die den Krieg rechtfertigen, und die Antwort des Papstes sei eine Einladung gewesen, nicht die Sprache der Politik, sondern die von Jesus zu verwenden und nicht "Putins Messdiener" zu sein. Und die Antwort des Moskauer Patriarchats ließ offensichtlich nicht lange auf sich warten: In einer Erklärung vom 4. Mai wird behauptet, daß der Papst Kyrills Worte falsch dargestellt hat: "Es ist bedauerlich, daß Papst Franziskus anderthalb Monate nach dem Gespräch mit Patriarch Kyrill den falschen Ton gewählt hat, um den Inhalt dieses Gesprächs zu vermitteln. Es ist unwahrscheinlich, daß solche Erklärungen zur Aufnahme eines konstruktiven Dialogs zwischen der römisch-katholischen und der russisch-orthodoxen Kirche beitragen werden, der in dieser Zeit besonders notwendig ist."

Neues vom Vatican-Prozess

A. Gagliarducci berichtet für  acistampa über die 14. Sitzung des Vatican-Prozesses und die ausführliche Aussage von Kardinal Becciu zum Erwerb der Londoner Immobilie und zu den gegen ihn erhobenen Anklagepunkten.
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"PROZESS UM DIE LONDONER IMMOBILIE,  BECCIUS VERHÖR" 

Bei der 14. Anhörung im Prozess um den Umgang mit den Geldern des Staatssekretariates fand der erste Teil eines Verhörs von Kardinal Becciu statt, das sehr lange dauern wird. Perlasca macht sich zum Nebenkläger. 

Eine spontane Erklärung dauert zweieinhalb Stunden, ein langes Verhör, das noch nicht beendet ist und eine etwas überraschende zivile Gründung: die 14, Sitzung des Prozesses um die Handhabung der Fonds des Staatssekretariates konzentrierte sich völlig auf die Anhörung von Kardinal Becciu, der der Unterschlagung beschuldigt wird, die während der Zeit passiert sein soll. in der er Substitut des Staatssekretariates war, aber es war Msgr. Alberto Perlasca, der schon Leiter der Verwaltung des vaticanischen Staatssekretariates, der die Bühne und die Leitung übernahm und sich zum Nebenkläger erklärte.

Eine überraschende Entscheidung, weil zuvor gegen Msgr. Perlasca ermittelt wurde, er dann an den Ermittlungen mitarbeitete, und schließlich die Reihe der Angeklagten verließ. Welchen Schaden hatte er also? 

Rechtsanwalt Sammarcos, zuvor schon Verteidiger von Francesca I. Chaouqui im Vatileaks 2 Prozess, erklärte, daß es zwei Motive gibt, aus denen Msgr. Perlasca sich zum Nebenkläger erklärt: wegen der Bestechung, durch die Kardinal Becciu seinen Bischof von Como, Cantoni vernanlaßt zu haben, gegen die Angeklagten Tirabassi, Crasso und Torzi  zu arbeiten und ihn zur Unterschrift unter das sog. Rahmenwerk des Vertrages bewegt zu haben, der dem Broker Torzi  die 1000 Aktien mit Stimmrecht zusprach, die ihm die totale Kontrolle der Investition in den Londoner Palazzo gaben. 

Es lohnt sich, daran zu erinnern, daß der Prozess sich um die Investition des Staatssekretariats in eine Luxusimmobilie in London dreht. Zuerst wurde die Affäre vom Broker Raffaele  Mincione gemanagt , dann vom Broker Gianluigi Torzi und schließlich hat der Hl. Stuhl die Kontrolle der Immobilie übernommen und dann versucht, eine unvorteilhafte Investition , die Torzi die Kontrolle über das Eigentum verschafft hatte, in eine günstige umzuwandeln. Kardinal Becciu wird zudem die Veruntreuung von Geldern vorgeworfen, die er stattdessen der Caritas seiner Heimatdiözese Ozieri und der Cooperative SPES zuführte.

Kardinal Becciu hat eine lange spontane Erklärung abgegeben, die ungefähr zweieinhalb Stunden dauerte und hat auf alle Anklagepunkte geantwortet und auch die Arbeitsweise eines Substituten des Staatssekretariates erklärt. eine komplexe Tätigkeit, bei der alle laufenden Angelegenheiten verwaltet werden und mindestens einmal wöchentlich dem Papst Bericht erstattet werden muss. Der Substitut besitzt Autonomie, hat die Befugnisse vom Staatssekretär und ist in der Tat der eigentliche Motor aller Aktivitäten des Heiligen Stuhls.

Donnerstag, 5. Mai 2022

Christliche Kunst

 "Der Heilige Joseph und das Kind Christus" , El Greco, 1599