Donnerstag, 27. November 2025
Am Vortag der Papst-Reise in den Nahen Osten - das Motu Proprio "Immota manet"
wurden gestern- wie Nico Spuntoni in La Nuova Bussola Quotidiana berichtet, in Rom zwei Entscheidungen bekannt gegeben., die zu der Überschrift: "Das Pontifikat beginnt" inspiriert haben. Hier geht´s zum Original - klicken
DAS PONTIFIKAT BEGINNT: LEO XIV IST AB HEUTE IN DER TÜRKEIÜber die erste Auslandsreise des Hl. Vaters
die heute beginnt, berichtet CNA. beten wir um gutes Gelingen und Schutz. Hier geht´s zum Original: klicken
"WAS FÜR PAPST LEO IN DER TÜRKEI UND IM LIBANON AUF DEM PROGRAMM STEHT"
Am Donnerstagmorgen beginnt Papst Leo XIV. seine erste große Auslandsreise, die ihn in die Türkei und in den Libanon führt. Was steht auf dem Programm?
Um 7:40 Uhr fliegt Leo am 27. November von Rom nach Ankara, die türkische Hauptstadt. Dort landet er um 12:30 Uhr Ortszeit, wobei die Zeitverschiebung zwei Stunden beträgt. In Rom ist es dann entsprechend erst 10:30 Uhr.
Auf die Begrüßungszeremonie am Flughafen folgen ein Besuch des Mausoleums des türkischen Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk, eine weitere Willkommenszeremonie, diesmal im Präsidentenpalast, und eine persönliche Begegnung mit Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan. Um 15:30 Uhr trifft sich Papst Leo mit Vertretern der Regierung und der Zivilgesellschaft sowie mit dem diplomatischen Korps und hält seine erste Ansprache auf türkischem Boden.
Die Weiterreise nach Istanbul – das historische Konstantinopel und Byzanz – ist für den Abend geplant, bevor es am Freitag mit einer Begegnung mit Bischöfen, Priestern, Diakonen, Ordensleuten und anderweitigen pastoralen Mitarbeitern um 9:30 Uhr weitergeht. Leo wird zu diesem Anlass eine Ansprache halten. Um 10:40 Uhr besucht er dann ein Pflegeheim, das von Ordensfrauen geführt wird, und wird ein Grußwort verlesen.
Der eigentliche Anlass der Papstreise ist das Jubiläum des Ersten Konzils von Nizäa. Vor diesem Hintergrund reist der Papst per Hubschrauber nach İznik weiter, wo vor 1.700 Jahren das Konzil stattfand. Bei einem ökumenischen Gebet hält er um 15:30 Uhr eine Ansprache. Direkt danach geht es per Hubschrauber wieder nach Istanbul zurück, wo um 18:30 Uhr noch eine private Begegnung mit Bischöfen ansteht.
Am Samstag wird der Stellvertreter Christi auf Erden, wie der Papst offiziell tituliert wird, die Sultan-Ahmed-Moschee besuchen, die auch als Blaue Moschee bekannt ist. Um 9:45 Uhr trifft er sich mit Vertretern der Kirche und anderer christlicher Gemeinschaften. Am Nachmittag, um 15:30 Uhr, begibt sich der Papst in die orthodoxe Georgskathedrale des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel, um an einem Gebet teilzunehmen und ein Grußwort zu sprechen. Daran schließt sich eine Begegnung mit dem orthodoxen Patriarchen Bartholomaios an sowie die Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung.
In der Volkswagen Arena Istanbul, einer Mehrzweckhalle, feiert Papst Leo dann seine erste – und einzige – öffentliche Messe in der Türkei, die wohl als Vorabendmesse zum Ersten Advent gilt. Am Sonntag steht demgegenüber keine öffentliche Messe auf dem Programm. Stattdessen besucht er um neun Uhr die Kathedrale der Armenischen Apostolischen Kirche, um dort ein Grußwort zu verlesen, und danach die Georgskathedrale, wo eine päpstliche Ansprache geplant ist.
Nach einem ökumenischen Segen nimmt Leo sein Mittagessen mit Patriarch Bartholomaios ein. Dann verabschiedet er sich aus der Türkei und fliegt um 14:45 Uhr in Richtung Libanon. Die Landung dort ist für 15:45 Uhr vorgesehen. Die Zeitverschiebung gegenüber Rom beträgt dort nur noch eine Stunde, also landet er um 14:45 Uhr römischer Zeit.
Neben der Willkommenszeremonie am Flughafen der libanesischen Hauptstadt Beirut stehen individuelle Treffen mit Präsident Joseph Khalil Aoun, dem Parlamentspräsidenten Nabih Berri und dem Ministerpräsidenten Nawaf Salam auf dem Programm. Um 18 Uhr schließlich spricht der Papst vor Vertretern der Regierung und der Zivilgesellschaft sowie Diplomaten.
Am Montag begibt sich Leo zum Gebet an das Grab des heiligen Scharbel Machluf, wo um 9:45 Uhr auch ein Grußwort eingeplant ist, und dann ins Heiligtum der Jungfrau vom Libanon nach Harissa im Norden von Beirut, um sich mit Bischöfen, Priestern, Ordensleuten und anderweitigen pastoralen Mitarbeitern zu treffen und eine Ansprache zu halten.
Eine private Begegnung mit katholischen Patriarchen im Libanon folgt, bevor um 16 Uhr ein ökumenisches und interreligiöses Treffen ansteht, das auch Anlass für eine päpstliche Ansprache ist. Um 17:45 Uhr trifft sich der Papst schließlich mit jungen Menschen und hält eine weitere Ansprache.
Am letzten Tag der ersten großen Reise von Leo XIV., der im Mai zum Papst gewählt wurde, steht ein Besuch in einem Krankenhaus, samt Grußwort, auf dem Programm. Anschließend reist der Pontifex zum Hafen von Beirut, wo 2020 eine riesige Explosion für enorme Verwüstungen sorgte und mehr als 200 Todesopfer forderte. Tausende Menschen wurden damals verletzt. Um 10:30 Uhr feiert Papst Leo seine erste und einzige öffentliche Messe im Libanon, um sich dann um 12:45 Uhr am Flughafen aus Beirut zu verabschieden. Die Landung in Rom ist um 16:10 Uhr geplant."
Quelle: CNA
Um 7:40 Uhr fliegt Leo am 27. November von Rom nach Ankara, die türkische Hauptstadt. Dort landet er um 12:30 Uhr Ortszeit, wobei die Zeitverschiebung zwei Stunden beträgt. In Rom ist es dann entsprechend erst 10:30 Uhr.
Auf die Begrüßungszeremonie am Flughafen folgen ein Besuch des Mausoleums des türkischen Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk, eine weitere Willkommenszeremonie, diesmal im Präsidentenpalast, und eine persönliche Begegnung mit Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan. Um 15:30 Uhr trifft sich Papst Leo mit Vertretern der Regierung und der Zivilgesellschaft sowie mit dem diplomatischen Korps und hält seine erste Ansprache auf türkischem Boden.
Die Weiterreise nach Istanbul – das historische Konstantinopel und Byzanz – ist für den Abend geplant, bevor es am Freitag mit einer Begegnung mit Bischöfen, Priestern, Diakonen, Ordensleuten und anderweitigen pastoralen Mitarbeitern um 9:30 Uhr weitergeht. Leo wird zu diesem Anlass eine Ansprache halten. Um 10:40 Uhr besucht er dann ein Pflegeheim, das von Ordensfrauen geführt wird, und wird ein Grußwort verlesen.
Der eigentliche Anlass der Papstreise ist das Jubiläum des Ersten Konzils von Nizäa. Vor diesem Hintergrund reist der Papst per Hubschrauber nach İznik weiter, wo vor 1.700 Jahren das Konzil stattfand. Bei einem ökumenischen Gebet hält er um 15:30 Uhr eine Ansprache. Direkt danach geht es per Hubschrauber wieder nach Istanbul zurück, wo um 18:30 Uhr noch eine private Begegnung mit Bischöfen ansteht.
Am Samstag wird der Stellvertreter Christi auf Erden, wie der Papst offiziell tituliert wird, die Sultan-Ahmed-Moschee besuchen, die auch als Blaue Moschee bekannt ist. Um 9:45 Uhr trifft er sich mit Vertretern der Kirche und anderer christlicher Gemeinschaften. Am Nachmittag, um 15:30 Uhr, begibt sich der Papst in die orthodoxe Georgskathedrale des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel, um an einem Gebet teilzunehmen und ein Grußwort zu sprechen. Daran schließt sich eine Begegnung mit dem orthodoxen Patriarchen Bartholomaios an sowie die Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung.
In der Volkswagen Arena Istanbul, einer Mehrzweckhalle, feiert Papst Leo dann seine erste – und einzige – öffentliche Messe in der Türkei, die wohl als Vorabendmesse zum Ersten Advent gilt. Am Sonntag steht demgegenüber keine öffentliche Messe auf dem Programm. Stattdessen besucht er um neun Uhr die Kathedrale der Armenischen Apostolischen Kirche, um dort ein Grußwort zu verlesen, und danach die Georgskathedrale, wo eine päpstliche Ansprache geplant ist.
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Nach einem ökumenischen Segen nimmt Leo sein Mittagessen mit Patriarch Bartholomaios ein. Dann verabschiedet er sich aus der Türkei und fliegt um 14:45 Uhr in Richtung Libanon. Die Landung dort ist für 15:45 Uhr vorgesehen. Die Zeitverschiebung gegenüber Rom beträgt dort nur noch eine Stunde, also landet er um 14:45 Uhr römischer Zeit.
Neben der Willkommenszeremonie am Flughafen der libanesischen Hauptstadt Beirut stehen individuelle Treffen mit Präsident Joseph Khalil Aoun, dem Parlamentspräsidenten Nabih Berri und dem Ministerpräsidenten Nawaf Salam auf dem Programm. Um 18 Uhr schließlich spricht der Papst vor Vertretern der Regierung und der Zivilgesellschaft sowie Diplomaten.
Am Montag begibt sich Leo zum Gebet an das Grab des heiligen Scharbel Machluf, wo um 9:45 Uhr auch ein Grußwort eingeplant ist, und dann ins Heiligtum der Jungfrau vom Libanon nach Harissa im Norden von Beirut, um sich mit Bischöfen, Priestern, Ordensleuten und anderweitigen pastoralen Mitarbeitern zu treffen und eine Ansprache zu halten.
Eine private Begegnung mit katholischen Patriarchen im Libanon folgt, bevor um 16 Uhr ein ökumenisches und interreligiöses Treffen ansteht, das auch Anlass für eine päpstliche Ansprache ist. Um 17:45 Uhr trifft sich der Papst schließlich mit jungen Menschen und hält eine weitere Ansprache.
Am letzten Tag der ersten großen Reise von Leo XIV., der im Mai zum Papst gewählt wurde, steht ein Besuch in einem Krankenhaus, samt Grußwort, auf dem Programm. Anschließend reist der Pontifex zum Hafen von Beirut, wo 2020 eine riesige Explosion für enorme Verwüstungen sorgte und mehr als 200 Todesopfer forderte. Tausende Menschen wurden damals verletzt. Um 10:30 Uhr feiert Papst Leo seine erste und einzige öffentliche Messe im Libanon, um sich dann um 12:45 Uhr am Flughafen aus Beirut zu verabschieden. Die Landung in Rom ist um 16:10 Uhr geplant.
Mittwoch, 26. November 2025
Katechese des Hl. Vaters
bei der heutigen General-Audienz - bei der auch Kardinal Woelki anwesend war-veröffentlicht von vaticannews. Hier geht´s zum Original: klicken
"Liebe Brüder und Schwestern, guten Morgen!"
"Das Osterfest Christi erleuchtet das Geheimnis des Lebens und lässt uns mit Hoffnung darauf blicken. Das ist nicht immer einfach oder selbstverständlich. Viele Leben in aller Welt erscheinen mühsam, schmerzhaft, voller Probleme und Hindernisse, die es zu überwinden gilt. Doch erhält der Mensch das Leben als Geschenk: Er bittet nicht darum, er wählt es nicht, er erfährt es in seinem Geheimnis vom ersten bis zum letzten Tag. Das Leben hat seine eigene außergewöhnliche Besonderheit: Es wird uns angeboten, wir können es uns nicht selbst geben. Es muss aber ständig genährt werden: Es bedarf einer Pflege, die es erhält, belebt, bewahrt und mit neuem Elan erfüllt.
Man kann sagen, dass die Frage nach dem Leben eine der großen Fragen des menschlichen Herzens ist. Wir sind ins Leben getreten, ohne etwas dafür getan zu haben, um darüber zu entscheiden. Aus dieser Tatsache erwachsen die Fragen aller Zeiten wie ein reißender Fluss: Wer sind wir? Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Was ist der letzte Sinn dieser ganzen Reise?
Das Leben verlangt in der Tat nach einem Sinn, einer Richtung, einer Hoffnung. Und die Hoffnung wirkt wie der tiefe Antrieb, der uns durch Schwierigkeiten hindurchgehen lässt, der uns nicht aufgeben lässt in der Mühsal der Reise, der uns sicher macht, dass die Pilgerreise des Daseins uns nach Hause führt. Ohne Hoffnung läuft das Leben Gefahr, wie eine Klammer zwischen zwei ewigen Nächten zu erscheinen, wie eine kurze Pause zwischen dem Vorher und Nachher unseres Daseins auf Erden. Auf das Leben zu hoffen bedeutet hingegen, sich auf das Ziel zu freuen, an das zu glauben, was wir noch nicht sehen und nicht berühren können, zu vertrauen und uns der Liebe eines Vaters anzuvertrauen, der uns geschaffen hat, weil er uns aus Liebe gewollt hat und uns glücklich sehen möchte.
Meine Lieben, es gibt eine weit verbreitete Krankheit in der Welt: den Mangel an Vertrauen in das Leben. Das ist, als hätte man sich resignierend mit einem negativen Schicksal abgefunden. Das Leben läuft Gefahr, nicht mehr als ein Geschenk verstanden zu werden, sondern als eine Unbekannte, fast als eine Bedrohung, vor der man sich schützen muss, um nicht enttäuscht zu werden. Aus diesem Grund ist der Mut zu leben und Leben zu schenken, zu bezeugen, dass Gott der „Freund des Lebens“ schlechthin ist, wie es im Buch der Weisheit (11,26) heißt, heute dringender denn je.
Im Evangelium bestätigt Jesus immer wieder sein Bestreben, Kranke zu heilen, verwundete Körper und Seelen zu genesen und Tote wieder zum Leben zu erwecken. Auf diese Weise offenbart der menschgewordene Sohn den Vater: Er gibt den Sündern ihre Würde zurück, gewährt ihnen die Vergebung ihrer Sünden und schließt alle, insbesondere die Verzweifelten, Ausgegrenzten und Fernstehenden, in sein versprochenes Heil ein.
Christus, der aus dem Vater geboren wurde, ist das Leben. Er hat Leben ohne Vorbehalt gezeugt, bis zur Hingabe seines eigenen Lebens für uns. Er lädt auch uns ein, unser Leben hinzugeben. Zeugen bedeutet, jemand anderen ins Leben zu rufen. Das Universum der Lebewesen hat sich durch dieses Gesetz entwickelt. Es erlebt in der Symphonie der Geschöpfe ein bewundernswertes „Crescendo”, das im Duett von Mann und Frau gipfelt: Gott hat sie nach seinem Abbild geschaffen und ihnen die Aufgabe übertragen, ebenfalls nach seinem Ebenbild zu zeugen, das bedeutet, aus Liebe und in Liebe
Die Heilige Schrift zeigt uns von allem Anfang an, dass das Leben gerade in seiner höchsten, menschlichen Form das Geschenk der Freiheit erhält und zu einem Drama wird. Daher sind menschliche Beziehungen auch von Widersprüchen geprägt, bis hin zum Brudermord. Kain empfindet seinen Bruder Abel als Konkurrenten, als Bedrohung, und in seiner Frustration ist er nicht in der Lage, ihn zu lieben und zu schätzen. So kommt es zu Eifersucht, Neid und Blutvergießen (Gen 4,1-16). Gottes Logik ist jedoch eine ganz andere. Gott bleibt seinem Plan der Liebe und des Lebens für immer treu; er wird nicht müde, die Menschheit zu unterstützen, auch wenn sie, in der Nachfolge Kains, dem blinden Instinkt der Gewalt in Kriegen, Diskriminierungen, Rassismus und vielfältigen Formen der Sklaverei folgt.
Zeugen bedeutet also, auf den Gott des Lebens zu vertrauen und das Menschsein in all seinen Ausdrucksformen zu fördern: vor allem im wunderbaren Abenteuer der Mutterschaft und Vaterschaft, auch in sozialen Kontexten, in denen Familien Schwierigkeiten haben, die Last des Alltags zu tragen, und oft in ihren Plänen und Träumen gebremst werden. In derselben Logik bedeutet Zeugung, sich für eine solidarische Wirtschaft einzusetzen, das von allen gleichermaßen genossene Gemeinwohl anzustreben, die Schöpfung zu respektieren und zu pflegen, Trost durch Zuhören, Präsenz und konkrete, selbstlose Hilfe zu spenden.
Schwestern und Brüder, die Auferstehung Jesu Christi ist die Kraft, die uns in dieser Herausforderung stärkt, auch dort, wo die Finsternis des Bösen Herz und Verstand verdunkelt. Wenn das Leben erloschen oder versperrt zu sein scheint, dann kommt der auferstandene Herr vorbei, um mit uns und für uns zu gehen, bis zum Ende der Zeit. Er ist unsere Hoffnung."
(vatican news - mv)
Dienstag, 25. November 2025
Über das Schreiben "In Unitate Fidei"
T.S. Flanders kommentiert bei OnePeterFive das Apostolische Schreiben "In Unitate Fidei" Hier geht´s zum Original: klicken
"DAS GEGEBENE BEWAHREN UND WEITERGEBEN": PAPST LEO ÜBER TRADITION UND ÖKUMENE"
Der Heilige Vater hat ein Apostolisches Schreiben mit dem Titel „ In Unitate Fidei: Zum 1700. Jahrestag des Konzils von Nicäa “ veröffentlicht. Die ersten Zeilen bekräftigen den Kern dessen, warum wir in Bezug auf die Tradition „unerschütterlich“ sein sollten:
In der seit den Anfängen der Kirche verkündeten Einheit des Glaubens sind die Christen aufgerufen, in Harmonie zu wandeln und die ihnen anvertraute Gabe mit Liebe und Freude zu bewahren und weiterzugeben.
Der Gedanke der Einheit im Glauben ist allen Traditionalisten willkommen, da wir immer wieder davor gewarnt haben, dass die Wahrheit der Einheit geopfert wird, wie unser Traditionalist Dietrich von Hildebrand einst so treffend schrieb:
Die Bevorzugung der Einheit gegenüber der Wahrheit spielt eine zentrale Rolle in der Krise der Kirche; denn die Kirche Christi – die heilige, römisch-katholische, apostolische Kirche – gründet sich auf dieses fundamentale Prinzip: den absoluten Vorrang der göttlichen Wahrheit, der der Vorrang Gottes selbst ist.
Deshalb preisen wir jeden Monat die „ bewährte Methode “ an, um aus diesem Schlamassel herauszukommen: das „wohltätige Tabu“.
Aber ist dies die Einheit, die der Heilige Vater anstrebt? Wir hoffen es. Er beabsichtigt, wie er sagt, „die ganze Kirche zu ermutigen, ihre Begeisterung für das Glaubensbekenntnis zu erneuern“. Zu diesem Zweck verweist er auf ein anderes, wesentlich umfangreicheres Dokument der Internationalen Theologischen Kommission: Jesus Christus, Sohn Gottes, Erlöser. 1700. Jahrestag des Ökumenischen Konzils von Nicäa . Anschließend geht er auf seine eigenen Überlegungen ein, die einer Nacherzählung der Geschichte des Konzils von Nicäa (2–8) gleichkommen, in dem „die Konzilsväter ihre Treue zur Heiligen Schrift und zur Apostolischen Tradition bezeugten“, deren Höhepunkt in Artikel 6 zu finden ist.
Um seine Botschaft in der einfachen Sprache der Bibel und der dem gesamten Volk Gottes vertrauten Liturgie zu vermitteln, übernahm das Konzil einige Ausdrücke aus dem Taufbekenntnis: „Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott.“ Damit griff das Konzil die biblische Metapher des Lichts auf: „Gott ist Licht“ ( 1 Joh 1,3; vgl. Joh 1,4–5). Wie das Licht ausstrahlt und sich ohne zu schwinden verbreitet, so ist der Sohn der Abglanz ( apaugasma ) der Herrlichkeit Gottes und der Abdruck (Charakter) seines Wesens ( hypostasis ) (vgl. Hebr 1,3; 2 Kor 4,4). Der menschgewordene Sohn Jesus ist daher das Licht der Welt und das Licht des Lebens (vgl. Joh 8,12). Durch die Taufe werden die Augen unseres Herzens erleuchtet (vgl. Eph 1,18), damit auch wir ein Licht in der Welt seien (vgl. Mt 5,14).
Der Heilige Vater verweist auch auf die eindringliche Lehre des Heiligen Athanasius und der Kirchenväter:
Der heilige Athanasius erklärt, dass der Sohn Gottes Mensch wurde, damit der Mensch vergöttlicht werden könne… Die Vergöttlichung bedeutet keineswegs die Selbstvergöttlichung des Menschen. Im Gegenteil, sie schützt uns vor der Urverlockung, Gott gleich sein zu wollen (vgl. Gen 3,5). Was Christus von Natur aus ist, werden wir durch die Gnade. Durch das Werk der Erlösung hat Gott uns nicht nur unsere menschliche Würde als sein Ebenbild wiederhergestellt, sondern er, der uns auf wunderbare Weise geschaffen hat, hat uns nun auf noch wunderbarere Weise an seiner göttlichen Natur teilhaben lassen (vgl. 2 Petr 1,4).
Vergöttlichung ist demnach wahre Humanisierung (das vollständige Menschwerden). Deshalb weist die menschliche Existenz über sich selbst hinaus, sucht über sich selbst hinaus, begehrt über sich selbst hinaus und ist ruhelos, bis sie in Gott Ruhe findet .
Zur Aufgabe Geistlicher Bildungsinstitutionen
Wie domradio.de; CNA und Die Tagespost berichten, haben Bischof Robert Barron und der Kölner Kardinal Woelki zur Rückbesinnung auf die Mission geistlicher Bildungsinstitutionen aufgerufen. Hier geht´s zum Original: klicken
"IM DIENST DER EVANGELISIERUNG"
Bischof Robert Barron ruft die Kirche in Deutschland zu einer Rückbesinnung auf die Mission und zu neuen geistlichen Bildungsorten auf. Dazu zähle auch die Kölner Hochschule KHKT. Dem Wunsch schließt sich der Kölner Kardinal Woelki an.
Der Bischof der US-Diözese Winona-Rochester, Robert Barron, hat die katholische Kirche in Deutschland und in der westlichen Welt zu einer grundlegenden Erneuerung aufgerufen. In einem Gastkommentar in einer Beilage der katholischen Wochenzeitung "Die Tagespost" betont der Theologe, dass die Kirche vor allem Missionare brauche – und weniger das Vertrauen in bestehende Strukturen. Barron erinnert daran, dass die frühe Kirche ohne Diözesen, Pfarreien oder Krankenhäuser begonnen habe. Entscheidend sei gewesen, dass Frauen und Männer brennend für Christus eintraten und ihn mutig verkündeten.
Angesichts der fortschreitenden Säkularisierung reichten die vielfältigen Institutionen des heutigen katholischen Lebens allein nicht mehr aus, warnt der Bischof. Zwar seien sie keineswegs überflüssig, doch müssten Gläubige prüfen, ob diese Einrichtungen in ihrer aktuellen Form tatsächlich der zentralen Aufgabe der Kirche dienten: der Evangelisierung. Institutionelles Handeln ohne missionarische Ausrichtung drohe ins Leere zu laufen.
SCHLÜSSELFUNKTION DER KATHOLISCHEN HOCHSCHULEN
Zugleich misst Barron katholischen Hochschulen und Universitäten eine Schlüsselfunktion bei. Sie könnten nicht nur das Denken in Kirche und Gesellschaft prägen, sondern auch Orte sein, an denen neue evangelisierende Bewegungen entstehen. Die Kirche müsse daher nicht nur Bewährtes am Leben erhalten, sondern neue Räume schaffen, in denen geistliche Tiefe, intellektuelle Schärfe und kirchliche Lebenspraxis überzeugend zusammenfinden.
Mit Blick auf die Kölner Hochschule für katholische Theologie (KHKT) äußert Barron die Hoffnung, sie möge zu einem Zentrum missionarischer Ausbildung werden. Wie die Christen der ersten Generation sollten künftige Absolventinnen und Absolventen fähig sein, selbstbewusst in die Kultur hinauszugehen, Christus persönlich zu bezeugen und Menschen einzuladen, eine lebendige Beziehung zu ihm in der Kirche zu finden.
Barron, der 2025 mit dem Josef-Pieper-Preis ausgezeichnet wurde, sieht darin den Weg zu einer kirchlichen Erneuerung, die – wie er schreibt – "jetzt beginnt". Im Sommer gab es Streit um seine Auszeichnung in Münster, danach hatte Barron scharfe Kritik an deutschen Theologen geübt.
Nachruf auf Martin Lohmann
"Die Tagespost" veröffentlicht den Nachruf, den Cornelia Kaminski auf Martin Lohman verfaßt hat. Hier geht´s zum Original: klicken
Unter dem Titel
"EIN UNERSCHROCKENER KÄMPFER FÜR DIE WAHRHEIT"Papst Leo XIV und die Lettischen Pilger
Papst Leo XIV hat eine Delegation aus Lettland in Audienz empfangen und ihr Mut zugesprochen. Vaticannews berichtet: klicken
Papst spricht Letten Mut zu
Papst Leo XIV. spricht den Einwohnern von Lettland in „turbulenten Zeiten“ Mut zu. Trotz aller „Unsicherheit der Umstände und der Herausforderungen“ gelte für Christen: „Hoffnung enttäuscht nicht" . Das sagte der Papst zu den Teilnehmenden einer lettischen National-Wallfahrt zum Heiligen Jahr im Vatikan.Gottvertrauen angesichts der Drangsal
Hoffnung – das zentrale Thema des Heiligen Jahres – bedeute nicht, „alle Antworten zu haben“, fuhr der Papst fort. „Aber sie bringt uns dazu, unser Vertrauen auf Gott zu setzen und Christus noch stärker nachzufolgen.“
An der Rom-Wallfahrt nahm auch die lettische Ministerpräsidentin Evika Siliņa teil, die im Vatikan an diesem Montag auch ein Gespräch mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin führte. Dabei ging es vor allem um mögliche Friedensaussichten für die Ukraine. Die baltischen Staaten, zu denen Lettland gehört, fühlen sich seit Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine 2022 von Russland bedroht."
Quelle: vaticannews
Montag, 24. November 2025
Vandalismus in der Hagia Sophia
Um ihre Mißachtung dieser großen christlichen Kirche und dieses Weltkulturerbes möglichst höhnisch zur Schau zu stellen, ließ die türkische Regierung einen schweren Lastwagen durch die Hagia Sophia fahren.
"Türkei ein Vandalenstaat... und die Unesco hat bei der Hagia Sophia wieder versagt...."
🇹🇷 A vandal state.@UNESCO has once again failed Hagia Sophia. pic.twitter.com/WfAhdk8kfz
— Ictinus ®️ (@ictinus_x)
R.i.P. Martin Lohmann
Wie die Website der DBK katholisch.de berichtet ist der katholische Schriftsteller Martin Lohmann gestorben. Hier geht´s zum Original: klicken
"Der katholische Publizist Martin Lohmann ist tot. Wie der Bundesverband Lebensrecht der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) mitteilte, starb Lohmann am Montag im Alter von 68 Jahren. Lohmann publizierte unter anderem zu Schwangerschaftsabbrüchen und trat prominent für eine traditionelle Sexualmoral ein. Dieses Engagement setzte er im Bundesverband für Lebensrecht um, dessen Vorsitzender er von 2009 bis 2017 war." (...)
Quelle: katholisch.de
Zurück zu den Verfahrensregeln
Nico Spuntoni berichtet für La Nuova Bussola Quotidiana über die Ansprache des Hl. Vaters vor der Rota Romana zur Frage des Ehe-Annullierungsprozesses. Hier geht´s zum Original: klicken
PAPST LEO BRINGT MITIS IUDEX ZURÜCK AUF KURS: "ANNULLIERUNG IN DER WAHRHEIT"
„Keine falsche Gnade in kanonischen Eheverfahren“: Worte, die dem gegenwärtigen Trend zu mehr Offenheit widersprechen. In seiner Ansprache an die Römische Rota verwirft Papst Leo die Reform seines Vorgängers nicht, sondern bringt sie wieder in Einklang mit Wojtyla und Ratzinger.
In seiner Ansprache an die Teilnehmer des von der Römischen Rota veranstalteten internationalen Kurses zitierte Leo XIV. Franziskus viermal und Benedikt XVI. sowie Johannes Paul II. jeweils einmal. Der Inhalt seiner Rede lässt jedoch den Wunsch erkennen, Bergoglios Reform des Ehenichtigkeitsverfahrens an die seiner beiden Vorgänger anzugleichen.
Die Rede am Freitag in dre Sala Clemente scheint im Widerspruch zur Offenheit zu stehen, die bei der Umsetzung von Mitis Iudex zu beobachten war . Schon der Titel des Kurses – „Zehn Jahre nach der Reform des kanonischen Eheverfahrens: Ekklesiologische, juristische und pastorale Dimensionen“ – verwarf die Tendenz, diese drei Ansätze zu trennen oder gar gegeneinander auszuspielen. Leo XIV. erklärte: „Der theologischere oder pastorale Ansatz ist nicht weniger juristisch, und umgekehrt schmälert der juristische Ansatz nicht die anderen beiden.“ Dies erinnert an die Worte Benedikts XVI. bei der Eröffnung des Gerichtsjahres 2006. Bezüglich der Annullierungsverfahren warnte Ratzinger vor einer pastoralen Nächstenliebe, die „manchmal von einer selbstgefälligen Haltung gegenüber den Menschen getrübt“ sei. Diese Haltung sei nur dem Anschein nach pastoral, warnte der deutsche Papst, aber kontraproduktiv, wenn sie ohne Rücksicht auf die Wahrheit ausgeübt werde.
Papst Leo XVI. bekräftigte diese Position in seiner Rede implizit und lenkte die Aufmerksamkeit erneut auf die Wahrheitsfindung in solchen Verfahren als authentische Quelle der Gerechtigkeit für den Einzelnen. Der Papst, selbst Kanonist, wies auf die „ekklesiologischen Voraussetzungen“ hin, von denen er insbesondere zwei hervorheben wollte: die erste betrifft die heilige Gewalt, die in kirchlichen Gerichtsverfahren im Dienste der Wahrheit ausgeübt wird; die zweite betrifft den Gegenstand des Verfahrens zur Feststellung der Nichtigkeit der Ehe, nämlich das Geheimnis des Ehebundes. Benedikt XVI. bekräftigte somit, dass die Ehe von göttlichem Recht her unauflöslich ist.
Ein weiteres wichtiges Merkmal der päpstlichen Ansprache war die dem Prozess gewidmete Aufmerksamkeit, die nicht länger als Zeitverschwendung abgetan wurde. Prevost sagte, dass „ die richterliche Funktion als Mittel zur Ausübung der Regierungs- oder Gerichtsbarkeitsgewalt vollwertiger Bestandteil der gesamten Realität der heiligen Macht der Hirten in der Kirche ist “ und erklärte, dass „ ein grundlegender Aspekt des pastoralen Dienstes in der richterlichen Gewalt wirkt: die Diakonie der Wahrheit “ .
Während Franziskus den administrativen Weg bevorzugte, forderte Leo XIV. die ordnungsgemäße Ausübung der richterlichen Gewalt. Der argentinische Papst war bestrebt, die Verfahren zu vereinfachen, um den Menschen den Weg zur Überprüfung der Gültigkeit ihrer Ehe so reibungslos wie möglich zu gestalten. Prevosts Rede hingegen bot eine Interpretation von Mitis Iudex , die den Versuch unternahm, das Kind erst in den Brunnen fallen zu lassen, nachdem es bereits zu spät war. Der Schwerpunkt liegt offenbar auf den „unabdingbaren Erfordernissen der Gerechtigkeit, die nicht aus fehlgeleitetem Mitgefühl außer Acht gelassen werden können“, und darauf, dass „das menschliche Urteil über die Nichtigkeit einer Ehe jedoch nicht durch falsche Barmherzigkeit manipuliert werden darf“.
Neuer Schwung
CNA veröffentlicht den Bericht, den D. Ibanez zum neuen Apostolischen Schreiben "In unitate fidei" für EWTN verfaßt hat. Hier geht´s zum Origial: klicken
Unter dem Titel;
"NEUES SCHREIBEN: PAPST LEO WILL ZU "NEUEM SCHWUNG" BEIM GLAUBENSBEKENNTNIS ERMUTIGEN"
beginnt der Bericht so - ZITAT
"Mit einem neuen Apostolischen Schreiben will Papst Leo XIV. „die ganze Kirche zu neuem Schwung beim Bekenntnis des Glaubens ermutigen“. Die Wahrheit des Glaubens verdiene es „stets in neuer und aktueller Form bekannt und vertieft zu werden“, so der Pontifex im Apostolischen Schreiben In unitate fidei, das er am Sonntag veröffentlichte, wenige Tage vor seiner Reise in die Türkei, wo vor 1.700 Jahren in Nizäa das erste allgemeine Konzil stattfand." (...)
Quelle: D. Ibanez, EWTN, CNA
Das Pontifikat nimmt Gestalt an
In seiner heutigen Kolumne für Monday at the Vatican kommentiert A. Gagliarducci die jüngsten Entscheidungen und Entwicklung des aktuellen Pontifikates, Hier geht´s zum Original: klicken
LEO XIV STELLT DIE WEICHEN
Sonntag, 23. November 2025
Gedanken zur Reise nach Nizäa, dem Nizäanischen Credo und der Erklärung "In unitate fidei"
Stefan von Kempis gibt bei vaticannews Papst Leos XIV Gedanken zum Gedenken an das Konzil von Nizäa wieder, das dort entstandene Credo und an seine bevorstehende Reise in die Türkei und stellt das Schreiben "In unitate fidei" vor. Hier geht´s zum Original: klicken
"PAPST LEO WÜRDIGT DAS KONZIL VON NIZÄA"
Papst Leo XIV. erhofft sich vom Gedenken an das Konzil von Nizäa vor 1.700 Jahren Auftrieb für die ökumenischen Beziehungen. Das gibt er in einem Apostolischen Schreiben zu erkennen, welches an diesem Sonntag veröffentlicht wurde.Nein zu einer sogenannten „Rückkehr-Ökumene“
In ökumenischer Hinsicht ist das Glaubensbekenntnis von Nizäa nach Einschätzung von „In unitate fidei“ von „höchstem Wert“: Es bilde „die Grundlage und den Bezugspunkt“ für den gemeinsamen Weg der christlichen Kirchen und Gemeinschaften. Einer sogenannten „Rückkehr-Ökumene“ erteilt das Papstschreiben eine klare Absage. Zugleich dürfe man sich aber auch nicht mit einer „gegenseitigen Anerkennung des derzeitigen Status quo der Verschiedenheit“ zufriedengeben, sondern solle durch „Reue und Umkehr von Seiten aller“ auf „wirkliche Einheit in legitimer Verschiedenheit“ abzielen. Mit seiner Lehre von der göttlichen Dreifaltigkeit habe Nizäa für ein solches Einheitsmodell die Blaupause geliefert.
Wenn die Frage nach Gott allmählich erlöscht
Besorgt zeigt sich Leo XIV. über das allmähliche Erlöschen der Gottesfrage bei vielen Menschen. Eine Teilschuld daran gibt er (angelehnt an ein Zitat des Zweiten Vatikanischen Konzils) den Christen, „weil sie den wahren Glauben nicht bezeugen und das wahre Antlitz Gottes durch ihren Lebensstil … verdunkeln“. Im Namen Gottes sei im Lauf der Jahrhunderte „gemordet, verfolgt und diskriminiert“ worden, beklagt der Papst. „Statt einen barmherzigen Gott zu verkünden, hat man von einem rächenden Gott gesprochen, der Schrecken verbreitet und bestraft.“ Darum rufe uns das Glaubensbekenntnis von Nizäa heute zu einer Gewissenserforschung auf. „Was bedeutet mir Gott, und wie bezeuge ich meinen Glauben an Ihn? … Bin ich dazu bereit, die Güter der Erde, die allen gehören, gerecht und gleichmäßig mit anderen zu teilen? Wie behandle ich die Schöpfung, die das Werk Seiner Hände ist?“
Für einen „neuen Elan beim Bekenntnis des Glaubens“
Eine weitere, für nötig erachtete Gewissenserforschung sollte nach Leos Dafürhalten der Frage gelten, wie es um die Rezeption des Credos von Nizäa heute bestellt ist. „Spüren wir, dass es auch unsere heutige Situation betrifft? Verstehen und leben wir das, was wir jeden Sonntag sagen, und was bedeutet das, was wir sagen, für unser Leben?“ .Für eine theologische Einordnung des ersten Konzils der Christenheit verweist das neue Papstschreiben auf ein Dokument der Internationalen Theologischen Kommission (die beim vatikanischen Glaubensdikasterium angesiedelt ist). Dieses Dokument trägt den Titel „Jesus Christus, Sohn Gottes, Erlöser“ und wurde im Frühjahr 2025 veröffentlicht, also noch im Pontifikat von Papst Franziskus.
„Die Konzilsväter wollten keineswegs die biblischen Erklärungen durch griechische Philosophie ersetzen“
Doch beschränkt sich „In unitate fidei“ nicht auf den Appell zu einem „neuen Elan beim Bekenntnis des Glaubens in der ganzen Kirche“ , sondern schlägt durchaus einige theologische Pflöcke ein. So wird betont, das Konzil habe mit der Formulierung, dass Christus „eines Wesens (homooúsios) mit dem Vater“ sei, keineswegs „die biblischen Erklärungen durch griechische Philosophie ersetzen“ wollen: „Im Gegenteil, das Konzil hat diese Begriffe benutzt, um den biblischen Glauben deutlich von der hellenisierenden Irrlehre des Arius zu unterscheiden. Die Anklage der Hellenisierung trifft also nicht die Väter von Nizäa, sondern die falsche Lehre des Arius und seiner Anhänger.“ Das zielt auf den Priester und Theologen Arius, der Jesus als dem Vater untergeordnet ansah und daher Abstriche an Jesu göttlicher Natur machte; seine Lehre wurde von Nizäa verworfen. Positiv gesprochen hat Nizäa, so schreibt Leo XIV., den biblischen Monotheismus mit dem „Realismus der Menschwerdung“ Gottes in Einklang gebracht.
Eine thematische Verbindung zu „Dilexi te“
Der Papst streicht heraus, dass das Bekenntnis von Nizäa „nicht von einem fernen, unerreichbaren, unbewegten Gott spricht“, sondern von einem Gott, „der uns nahekommt und uns auf unserem Weg begleitet“. Aufgrund der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus „begegnen wir dem Herrn in unseren bedürftigen Brüdern und Schwestern“, und durch sein Heilswerk habe Gott „unsere menschliche Würde als Abbild Gottes wiederhergestellt“. Das verbindet dieses Apostolische Schreiben Leos thematisch mit seiner ersten, unlängst veröffentlichten Apostolischen Exhortation.Die trägt den Titel „Dilexi te“ und arbeitet heraus, dass die Liebe zu den Armen zentral für das Christentum ist."
Quelle: S.v.Kempis, vaticannews
