Samstag, 3. Januar 2026

800 Jahre Kollegiatskirche St. Michel und Ste. Gudule

Wie vaticannews berichtet, ht Papst Leo den Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin als Gesandten zu den Feierlichkeiten um die Brüsseler Kathedrale, eine der großen gotischen Kirchen Europas, geschickt. Hier geht´s zum Original:  klicken

"PAPST WÜRDIGT BRÜSSELER KIRCHE ZUM 800-JAHR-JUBILÄUM"

"Papst Leo XIV. hat seinen Staatssekretär Pietro Parolin zum päpstlichen Gesandten für die Feier zum 800. Jubiläum der Brüsseler Kathedrale St. Michael und St. Gudula bestimmt. In seinem nun herausgegebenen Brief, der wie üblich auf Latein gehalten ist, betont Leo, dass der Bau einer Kirche nicht nur die äußeren Mauern betreffe. Gleichzeitig würdigt er die Glaubenstradition und die vielen Zeugnisse der Frömmigkeit, die die Erzdiözese hervorgebracht hat.

Papst Leo XIV.  hat den Brief an Kardinal Parolin, seinen Sondergesandten anlässlich des 800-jährigen Jubiläums der Kathedrale St. Michael und St. Gudula in Brüssel, adressiert.
Eingangs erinnert der Papst an die lange Tradition des Ortes: Bereits um das Jahr 1000 stand dort eine dem Erzengel Michael geweihte Kirche an einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt zwischen Deutschland und Frankreich. Im Jahr 1226 ließ Herzog Heinrich II. von Brabant an dieser Stelle eine neue, größere Kirche errichten. Diese wurde im Lauf der Jahrhunderte immer weiter ausgeschmückt und erhielt schließlich den Rang einer Kathedrale der Erzdiözese Mechelen-Brüssel.

Wahrer Kirchenbau sind die Gläubigen
Im Mittelpunkt des Schreibens steht die geistliche Bedeutung dieses Jubiläums. Papst Leo XIV. betont, dass die Erinnerung an den Bau einer Kirche nicht nur die äußeren Mauern betrifft. Schließlich – so erklärt er unter Bezug auf den heiligen Augustinus – seien die Gläubigen selbst das eigentliche Haus Gottes. So wie Steine und Balken für den Kirchenbau vorbereitet würden, würden Christen durch Glauben, Katechese, Taufe und geistliche Formung zu einem lebendigen Bau zusammengefügt – vollendet erst durch die Liebe.

Anschließend würdigt der Papst die Erzdiözese Mechelen-Brüssel als eine Kirche mit reicher Glaubenstradition und vielen Zeugnissen der Frömmigkeit. In diesem Zusammenhang verweist er auch auf die Bitte des amtierenden Erzbischofs Luc Terlinden, für die Jubiläumsfeierlichkeiten einen besonderen päpstlichen Vertreter zu entsenden. Wie bereits im Vorfeld angekündigt, bekräftigt er in seinem Schreiben, dass er mit Kardinal Pietro Parolin einen hohen Kirchenvertreter zum Päpstlichen Legaten ernannt habe, welcher am 11. Januar 2026 in Brüssel offiziell in seinem Namen sprechen soll. Dieser, so der Papst, erscheine „besonders geeignet“, weil er „mit eifriger Sorgfalt“ dem Staatssekretariat vorstehe.



Nähe des Papstes zum Ausdruck bringen
Dieser Gesandte, so der in dem Brief ausgedrückte Wunsch, solle die Nähe und das Wohlwollen des Papstes bei den Feierlichkeiten zum Ausdruck bringen, die Gläubigen zur Achtung und Pflege der Kathedrale ermutigen und zugleich daran erinnern, dass die sichtbare Schönheit des Bauwerks auch im Inneren der Menschen – in Herz und Geist – Gestalt annehmen soll.
Zum Abschluss bittet der Papst den Adressaten, allen Beteiligten seine Grüße zu übermitteln und spendet den Apostolischen Segen, den der Legat ebenfalls im Namen des Papstes weitergeben darf. Der Segen wird ausdrücklich als Zeichen göttlicher Gnade, des Friedens und einer gesegneten Zukunft verstanden. Der Brief ist datiert auf den 10. Dezember 2025, im ersten Jahr des Pontifikats von Papst Leo XIV.."

Quelle: vaticannews

Wenn wir schon bei der Musik sind...

 "Singt dem Herrn ein neues Lied"  J.S. Bach

           

Oktavtag des Hl. Johannes

OnePeterFive veröffentlicht einen kurzen Beitrag zum heutige Oktav-Tag des Martyriums des Hl. Johannes.dre Täufer nach dem Hl. Augustinus. Hier geht´s zum Original:  klicken

"OKTAV-TAG DES HEILIGEN JOHANNES  - 10. WEIHNACHTSTAG"

Herr, gewähre uns deinen Segen.
Segen. Sein Segen sei mit uns ,  der du lebst und herrschst in Ewigkeit.
Amen  .

Lesung 1
Lektion aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer
Röm 6,1-5
1 Was sollen wir nun sagen? Sollen wir in der Sünde verharren, damit die Gnade umso größer werde?
2 Das sei ferne! Denn wir, die wir der Sünde gestorben sind, wie sollten wir noch in ihr leben?
3 Wisst ihr nicht, dass wir alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, auf seinen Tod getauft sind?
4 Denn wir sind durch die Taufe mit ihm begraben worden zum Tod, damit, wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferstanden ist, auch wir in einem neuen Leben wandeln.
5 Denn wenn wir mit ihm verbunden sind in der Gleichheit seines Todes, so werden wir es auch in der Gleichheit seiner Auferstehung sein.
℣.  Herr, sei uns gnädig!
℟.  Dank sei Gott!

                                 

                                    Martyrdom des Hl.  Johannes von Stefan Lochner (circa 1400/1410–1451

℟. Freut euch mit mir, alle, die ihr den Herrn liebt!Denn schon als ich klein war, gefiel ich dem Höchsten, und aus meinem Leib habe ich Gott und Mensch geboren.
f. Alle Generationen werden mich seligpreisen, denn Gott hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen.
℟. Denn schon als ich klein war, gefiel ich dem Höchsten, und aus meinem Leib habe ich Gott und Mensch geboren.

 Herr, gewähre uns deinen Segen.
Segen. Er ,  dessen Festtag wir begehen, sei unser Fürsprecher bei Gott.
Amen  .

Lesung aus Römer 6,6-11:
Wir wissen, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt wurde, damit der Leib der Sünde vernichtet werde und wir der Sünde nicht mehr dienen.
Denn wer gestorben ist, ist von der Sünde gerechtfertigt.
Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit Christus leben werden.
Wir wissen, dass Christus von den Toten auferstanden ist und nun nicht mehr stirbt; der Tod hat also keine Macht mehr über ihn.
Denn was er der Sünde gestorben ist, das ist er ein für alle Mal gestorben; was er aber lebt, das lebt er Gott.
So sollt auch ihr euch rechnen: Ihr seid der Sünde gestorben, aber lebt Gott in Christus Jesus, unserem Herrn.
℣.  Herr, sei uns gnädig!
℟.  Dank sei Gott!

℟.  Das Herz der Jungfrau war fest, als der Engel ihr das Geheimnis Gottes verkündete, und sie empfing. Da empfing sie in ihrem reinen Schoß den, der schöner ist als die Menschenkinder.
* Und sie, die in Ewigkeit gesegnet ist, gebar uns Gott und den Menschen.
℣.  Bald erhebt sich in jenem bescheidenen Heiligtum, dem Tempel des göttlichen Herrn, die Unbefleckte und Unverheiratete, in ihrem Schoß empfing den Sohn.
℟.  Und sie, die in Ewigkeit gesegnet ist, gebar uns Gott und den Menschen.
℣.  Ehre sei dem Vater und dem Sohn, * und dem Heiligen Geist.
℟.  Und sie, die in Ewigkeit gesegnet ist, gebar uns Gott und den Menschen.

Herr, gewähre uns deinen Segen.
Segen.  Er, der König der Engel, führe sein Volk in die himmlischen Sphären .
Amen  .

Lesung 3.
Die Lektion stammt aus einer Abhandlung des heiligen Augustinus, Bischof von Hippo,
über Johannes 36.
Von den vier Evangelisten, oder besser gesagt, den vier Verfassern des einen Evangeliums, wurde der heilige Apostel Johannes von geistlichen Schriftstellern nicht zu Unrecht mit einem Adler verglichen, wegen des erhabenen und glorreichen Fluges seiner Lehre, der die anderen drei überragt; ein Flug, der nicht nur ihn selbst, sondern auch die Herzen aller erhebt, die ihm zuhören wollen. Die anderen drei Verfasser wandeln mit dem Herrn auf Erden wie mit einem Menschen und gehen wenig auf seine Göttlichkeit ein; aber Johannes, als ob es ihn ermüdet hätte, auf Erden zu wandeln, erhebt sich in den ersten Worten seines Schreibens nicht nur über die Erde oder über das Firmament und die Himmel, sondern über jeden Engel und über jede Macht des Unsichtbaren und fliegt direkt zu dem, durch den alles geschaffen wurde, und spricht: Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott
.  Aber du, o Herr, sei uns gnädig.
℟.  Dank sei Gott.

Te Deum"

Quelle: OnePeterFive, H. Augustinus

Über die Rolle der Musik bei der Mission der Jesuiten in Amerika

Massimo Scapin berichtet bei OnePeterFive über die Rolle, die die Kompositionen des Jesuiten Domenico Zipoli (1689 - 1726) in der Mission der jesuitischen Niederlassungen in Südamerika  gespielt hat. Hier geht´s zum Original:  klicken

AMERIKANISCHES BAROCK FÜR DIE INDIANER AMERIKAS

Vor dreihundert Jahren, am 2. Januar 1726, starb Domenico Zipoli an Tuberkulose. Als einer der bedeutendsten Komponisten seiner Zeit war er der berühmteste Musiker unter den Jesuiten und eine zentrale Figur im Musikleben der Reduktionen von Argentinien, Paraguay und Bolivien.

Geboren 37 Jahre zuvor in Prato, einer Stadt nur 13 Kilometer nordwestlich von Florenz, stammte Zipoli aus einfachen Verhältnissen. Seine frühe Ausbildung erhielt er vor Ort, später setzte er seine musikalischen Studien in Florenz, Rom und Bologna bei namhaften Meistern wie Alessandro Scarlatti (†1725) und Bernardo Pasquini (†1710) fort. In Rom begann er eine vielversprechende Karriere, trat der angesehenen Kongregation der Musiker von Santa Cecilia bei und komponierte bedeutende Oratorien, darunter Sant’Antonio di Padova ( 1712) und Santa Caterina Vergine e Martire (1714).

Sein bedeutendstes Vermächtnis ist jedoch die Sonate d' intavolatura per organo e cembalo (1716), eine Sammlung, die ihm den Ruf als „Nachfolger Frescobaldis und letzter Vertreter der großen italienischen Orgeltradition“ einbrachte.  Das herausragende Stück der Sammlung, die Pastorale , ist ein Meisterwerk chromatischer Nuancen und ausdrucksvoller Feinheit


            

Die zeitgenössische musikwissenschaftliche Forschung sieht Zipoli als Erben Girolamo Frescobaldis (†1643), des bedeutendsten Organisten und Komponisten von Tasteninstrumenten des 17. Jahrhunderts. Zipoli wandte sich jedoch bewusst von Frescobaldis komplexem Kontrapunktstil ab und wählte stattdessen einen dialogischeren, lyrischeren und transparenteren Ansatz. Seine Kompositionen zeichnen sich durch Anmut und Klarheit aus – Eigenschaften, die den liturgischen und pädagogischen Bedürfnissen der Missionen ideal entsprachen.

Im größeren Kontext der Reducciones – die von 1609 bis 1767 florierten – spielte die Musik eine grundlegende Rolle. Diese Missionssiedlungen waren Teil der großen Vision der Jesuiten, das Volk der Guaraní durch kulturelles Eintauchen und Bildung zu evangelisieren. Sie gründeten Schulen, Werkstätten und Musikhochschulen; Kinder lernten von klein auf zu singen, Instrumente zu spielen und an Gottesdiensten und Festen teilzunehmen. Musik begleitete sogar die landwirtschaftliche Arbeit und verband so den Alltag mit spiritueller Harmonie.

Diese musikalische Blüte blieb in Europa nicht unbemerkt. In Annus qui (Nr. 5) vom 17. Februar 1749 – dem ersten päpstlichen Dokument, das sich speziell der geistlichen Musik widmete – schrieb Papst Benedikt XIV.:

Tatsächlich hat sich der Gebrauch von polyphonem oder figürlichem Gesang und Musikinstrumenten in Messen, Vespern und anderen kirchlichen Feierlichkeiten so weit entwickelt, dass er sogar Paraguay erreicht hat. Da die neuen Gläubigen Amerikas eine besonders ausgeprägte natürliche Veranlagung zum polyphonen Gesang und zu den Klängen der Orgel besitzen und sich die musikalischen Stücke leicht einprägen, nutzten die Missionare diese Gelegenheit, um die Seelen der Gläubigen durch frommen Gesang zum christlichen Glauben zu führen. So sehr, dass heute kaum noch Unterschiede – weder im Gesang noch im Klang – zwischen den Messen und Vespern unserer und ihrer Länder bestehen.

Zipolis Beitrag gilt als kreativer Höhepunkt jesuitischer Musikproduktion in Südamerika. Seine in Córdoba weit verbreiteten Kompositionen sind in Abschriften erhalten, deren Werktreue zum Original mitunter Fragen aufwirft. Seine amerikanischen Werke bewahren zwar ihren barocken Charakter, spiegeln aber lokale Anpassungen wider: Der Mangel an Bassstimmen veranlasste ihn, für dreistimmige Chöre (Sopran, Alt und Tenor) zu schreiben und sowohl Harmonien als auch Melodien zu vereinfachen. Auch Anklänge an die italienische komische Oper treten zutage, verschmelzen mit einheimischen Empfindungen und formen einen unverwechselbaren Hybridstil – den sogenannten amerikanischen Barock . Diese stilistische Verschmelzung legte den Grundstein für die „música culta criolla“ , die auch nach der Vertreibung der Jesuiten fortbestand.

Ein besonders eindrucksvolles Beispiel für diese kulturelle Synthese ist das sakrale Drama San Ignacio de Loyola , das auf dem Leben des Jesuitengründers und seiner Verbundenheit mit dem heiligen Franz Xaver basiert.

            

Obwohl das Werk in der barocken Operntradition verwurzelt und in kastilischem Spanisch gesungen wird, offenbart es einen tiefgreifenden lokalen Einfluss. Seine Struktur ist bewusst schlicht gehalten, mit symbolischen Figuren und einer klar strukturierten Handlung, die auf maximale Verständlichkeit abzielt. Besonders hervorzuheben sind der Paralleltext in der heute ausgestorbenen Sprache Chiquitano – die dem indigenen Publikum verständlich war – und die Figur des Vermittlers Torribio, die den interkulturellen Anspruch der Oper verdeutlichen.

San Ignacio , ein Werk, das von indigenen Schauspielern selbst aufgeführt werden sollte, nimmt in der Geschichte der Missionsoper eine Sonderstellung ein: Es diente der Katechese und zugleich als Ausdruck kultureller Selbstbestimmung und kulturellen Selbstverwirklichung. In einer Zeit, in der die Aktivitäten der Jesuiten in Europa zunehmend kritisch beäugt wurden, mag das Werk auch als implizite Verteidigung gedient haben – indem es aufzeigte, wie die „Indien“ zu einem fruchtbaren Boden für eine neue, autonome und lebendige Kultur werden konnten."

Quelle: M. Scapin, OnePeterFive

Freitag, 2. Januar 2026

Über das zuende gegangene Heilige Jahr

Gudrun Sailer hat für vaticannews den Rektor der Anima, Michael Max  zum soeben zuende gegangene Heilige Jahr interviewt. Hier geht´s zum Original:  klicken

"DER REKTOR DER ANIMA MAX ZIEHT EINE POSITIVE BILANZ DES HEILIGEN JAHRES"

Am Anfang Skepsis, am Ende Dankbarkeit: Der Heilig-Jahr-Beauftragte der österreichischen Bischofskonferenz Michael Max zieht eine überaus positive Bilanz des zu Ende gehenden Heiligen Jahres. Besonders würdigt der Rektor der deutschsprachigen Kirche S. Maria dell’Anima im Gespräch mit uns die innere Haltung, mit der Pilgernde sich auf den Weg durch die Heiligen Pforten gemacht haben.

Michael Max, seit 725 Jahren gibt es in Rom Heilige Jahre, das aktuelle Jubiläum endet am 6. Jänner. Wie ist es aus Ihrer Sicht gelaufen?

Michael Max: Ich habe zum ersten Mal ein Heiliges Jahr in Rom erlebt und sage jetzt am Ende, dass ich sehr beeindruckt bin von diesem Heiligen Jahr. Ich hatte vorher von Papst Franziskus und den vorbereiteten Dokumenten ungefähr eine Ahnung bekommen, in welche Richtung es gehen würde, das große Thema Hoffnung, die erwarteten Pilgerzahlen, die organisatorischen Vorkehrungen, die Baustellen in der Stadt Rom. Da waren viele Fragen da. Ehrlicherweise war da am Beginn mehr Skepsis als Hoffnung, aber jetzt am Ende muss ich sagen: Ich bin unheimlich dankbar für diese Erfahrung und für die vielen Begegnungen, vor allem bei uns in der Anima, die das Heilige Jahr uns gebracht hat und nach wie vor bringt.

„Pilger der Hoffnung“ ist das Motto des Heiligen Jahres 2025, wie war diese Hoffnung für Sie erfahrbar in der Begegnung mit den Pilgern und Pilgerinnen?


Michael Max: Erwartet wurden Zahlen – so und so viele Millionen von Pilgern, von Konsumenten. Aber gekommen sind Menschen. Oft mit einem offenen, erwartungsvollen Herzen, das konnte man spüren, als Pilger und Pilgerinnen. Ihnen begegnen zu dürfen, ihre Fragen beantworten zu dürfen, mit ihnen Gottesdienst zu feiern, wenn sie als Chöre gekommen sind, ihnen singen zuzuhören, wenn sie als Jugendliche gekommen sind, ihnen in ihrer Begeisterung zuzuhören: Das war sehr anregend und positiv.


Sie haben unzählige Gruppen durch die Heiligen Pforten Roms begleitet. Wie präsent war den Gläubigen das Leitmotiv der Heiligen Jahre, Umkehr, Buße, Vergebung und Versöhnung?


Michael Max: Natürlich gibt es die ganze Bandbreite: gleichgültig, neugierig, erwartungsvoll, gut vorbereitet oder überrascht. Aber es ist mir öfter passiert als gedacht, dass auf der Pilgerstraße Via della Conciliazione die Spannung in der Gruppe steigt, mit den Gebeten und den Stationen, mit dem Zugehen auf den Petersdom. Das Durchgehen durch die Heilige Pforte ist immer ein bisschen gedrängt, aber man hat gespürt, es ist tatsächlich für die Menschen etwas Besonderes.


Ratzingers Heiligkeit

La Nuova Bussola Quotidiana hat ein Interview mit Erzbischof Georg Gänswein veröffentlicht. 
Hier geht´s zum Original:  klicken

RATZINGERS HEILIGKEIT - OHNE AUFHEBENS, ABER DIESKRET WIE ER SELBST

Benedikt XVI.s unerschütterlicher Glaube, Berichte über Begnadigungen und eine persönliche Beziehung, die über den Tod hinaus Bestand hat. Ein Heiliger nun? Eile ist der Feind des Heiligenscheins, erklärt der Sekretär, heute Apostolischer Nuntius im Baltikum, gegenüber  La Bussola  . Sein Zeugnis zum dritten Todestag.

Vor drei Jahren trotzte die warmherzige Pilgerfahrt zum Abschied von Benedikt XVI., der am 31. Dezember 2022 starb, den eisigen Temperaturen Anfang Januar und vor allem einer bestimmten Vorstellung vom deutschen Papst: schüchtern und zurückhaltend, ja, aber alles andere als kühl und distanziert, so sehr, dass man ihn fast ein Jahrzehnt nach seinem Rücktritt vom Stuhl Petri keineswegs vergessen hatte. Aus dieser Menge erhob sich auch ein Gefühl des Glaubens , das den Duft der Heiligkeit „erschnupperte und vielleicht auf die rasche Seligsprechung hoffte, die er selbst seinem großen Vorgänger Wojtyla gewährt hatte. Doch vielleicht besteht für Ratzinger kein Grund zur Eile, denn was sich seither herauskristallisiert hat, ist „eine Heiligkeit, die still, sanft und diskret ist, wie seine Persönlichkeit“: Dies bezeugte Msgr.Georg Gänswein, derzeit Apostolischer Nuntius in Litauen, Estland und Lettland und ehemaliger Sekretär Benedikts XVI. vor, während und nach dessen Pontifikat, gegenüber La Bussola.

Exzellenz, hinsichtlich einer möglichen Seligsprechung von Papst Benedikt haben Sie uns selbst daran erinnert, die Zeit der Kirche entscheiden zu lassen (die lang ist, abgesehen von seltenen und gerechtfertigten Ausnahmen wie der Seligsprechung des heiligen Johannes Paul II.). Folgt die Heiligkeit nicht dem Tempo der gegenwärtigen „Zivilisation der Eile“?

Von einer „Zivilisation der Eile“ im Hinblick auf die Heiligkeit zu sprechen, ist ein Widerspruch in sich. Schlimmer noch: Eile ist ein erbitterter Feind der Heiligkeit. Lassen wir daher die Zeit, nicht die Eile, wirken, damit nicht weltliche Popularität, sondern die wahre Heiligkeit immer mehr zum Vorschein kommt. Der Ruhm der Heiligkeit muss reifen und letztlich die Heiligkeit des Lebens  offenbaren .

Haben Sie diesen Ruf der Heiligkeit auch in der Huldigung der Menge an Benedikt XVI. wahrgenommen, der fast zehn Jahre lang der Welt verborgen geblieben war? 

Wer Augen, Ohren und Herz öffnete, konnte  damals, vor drei Jahren, den Glaubenssinn deutlich erkennen. Inzwischen zeichnet sich eine Heiligkeit ab, die diskret und doch sanft und zurückhaltend ist, wie seine Persönlichkeit.

Haben Sie auch Zeugnisse von Gnade erhalten, die seiner Fürsprache zugeschrieben werden?

Die Berichte, die wir bisher erhalten haben, sind vielfältig. Es gibt Briefe, die von Heilungen durch die Fürsprache Benedikts XVI. berichten; es gibt Schriften, die von besonderen Gnaden erzählen, die nach einem Gebet zu Papst Benedikt empfangen wurden, und es gibt verschiedene Formen des Dankes für Gebetserhörungen in Zeiten schwerer persönlicher Not.

Wie hat sich Ihre Beziehung zu Papst Benedikt verändert, seit sie nicht mehr im Alltag, sondern in der Gemeinschaft der Heiligen stattfindet?

Die Beziehung selbst hat sich nicht verändert, wohl aber ihr Wesen. Seine physische Präsenz ist einer „metaphysischen“ gewichen. Jeden Tag ist er mir nahe, wenn ich um seine Hilfe bete oder seine Predigten lese und seine Schriften studiere. Es ist eine tiefe und bereichernde Beziehung.

Joseph Ratzinger sah sich gewiss nicht als Heiligen, aber er nahm seine Berufung zur Heiligkeit ernst. Was bedeutete Heiligkeit für ihn?

Heiligkeit ist die höchste und radikalste Verwirklichung des Lebensziels. Ein Heiliger zu werden bedeutet, den Ruf des Herrn ernst zu nehmen. Die Wege dorthin sind vielfältig, ja unzählig.

Der damalige Kardinal Ratzinger erklärte : „Die wahre Apologie des christlichen Glaubens (…) sind einerseits die Heiligen und andererseits die Schönheit, die der Glaube hervorgebracht hat.“ Dieser Vergleich erinnert ein wenig an Florenskijs Gleichsetzung von „guten Taten“ mit „schönen Taten“. Können wir also von einer „ästhetischen“ Dimension der Heiligkeit sprechen?

Wir können und müssen nicht nur von einer ästhetischen Dimension der Heiligkeit sprechen, doch dürfen wir „Ästhetik“ nicht mit „Kosmetik“ verwechseln. Der Glaube schafft eine äußere, also ästhetische Gestalt, die Frucht eines von Wahrheit und Liebe genährten inneren Lebens ist.

Und dies impliziert weit mehr als rein intellektuelle Tiefe.

Es ist absolut gerechtfertigt, Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. als einen feinsinnigen Intellektuellen zu bezeichnen, doch darf er nicht auf diese Definition beschränkt werden: Sie ist zwar ein wichtiger, aber nur ein Teilaspekt; sie macht nicht den „ganzen“ Ratzinger aus. Wir müssen seinem Intellekt seinen tiefen und kristallklaren Glauben und seine menschlichen Qualitäten wie Güte, Sanftmut und Aufrichtigkeit hinzufügen, oder besser gesagt, sie vor den Intellekt stellen."

Quelle: LNBQ, EB Georg Gänswein

Donnerstag, 1. Januar 2026

Kardinal Koch würdigt Benedikt XVI

Mario Galgano berichtet bei vaticannews. Kardinal Koch anläßlich des dritten Todestages eine Hl. Messe am Grab Benedtikts XVI zelebriert. Hier geht´s zum Original:  klicken

Kardinal Koch würdigt Benedikt XVI. zum dritten Todestag

In den Vatikanischen Grotten, unweit des Grabes von Benedikt XVI., gedachte Kardinal Kurt Koch am Silvestermorgen des verstorbenen Papstes. In seiner Predigt zeichnete der Schweizer Kurienkardinal das Bild eines Theologen-Papstes, dessen Leben eine ununterbrochene Suche nach dem Angesicht Gottes war – und für den der Tod kein Ende, sondern die endgültige Kommunikation mit der göttlichen Liebe bedeutete.

Es ist ein Datum von doppelter Symbolik: Der letzte Tag des bürgerlichen Jahres markiert zugleich den Todestag von Benedikt XVI./Joseph Ratzinger, der am Silvestertag 2022 im Alter von 95 Jahren verstarb. Zum dritten Jahrestag versammelten sich Gläubige und Weggefährten in der Petersbasilika und den Vatikanischen Grotten, um des bayerischen Papstes zu gedenken, der die Kirche über Jahrzehnte als Präfekt der Glaubenskongregation und später als Pontifex geprägt hatte.

Kardinal Kurt Koch, Präfekt des Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen, stellte in seiner deutschsprachigen Predigt eine zentrale theologische Einsicht Benedikts in den Mittelpunkt: Die Überzeugung, dass der Mensch nicht aus sich selbst heraus unsterblich ist, sondern weil er von Gott geliebt wird.

"Der Tod als „Zerstörung von Beziehungen“

Koch reflektierte über den Ernst des Sterbens, den der Theologe Joseph Ratzinger zeitlebens tiefgründig analysiert hatte. Der Tod sei weit mehr als ein biologischer Zerfall; er sei die „Zerstörung einer Liebe, einer Freundschaft“ und damit der Ort der totalen Einsamkeit. Gegen diese „Kommunikationslosigkeit“ des Todes setze der christliche Glaube die Gemeinschaft mit Gott.

„Nur die Liebesgemeinschaft mit Gott vermag zu schenken, was der Liebe des Menschen wesentlich ist, was er aber aus sich heraus nicht zu geben vermag, nämlich Ewigkeit“, betonte Koch. In diesem Sinne sei das ewige Leben kein abstraktes Jenseits, sondern die Konsequenz der unzerstörbaren Beziehung Gottes zu jedem einzelnen Menschen.

Die Taufe als eigentliche Scheidelinie

Ein zentraler Gedanke der Predigt war die Neudeutung der Grenze zwischen Leben und Tod. Laut Koch verlaufe die eigentliche Grenzlinie nicht am biologischen Ende des Lebens, sondern in der Taufe. „In ihr muss der alte Mensch in uns sterben, um als neuer Mensch zusammen mit Christus zu neuem Leben aufzuerstehen“, so der Kardinal. Das christliche Leben bestehe darin, diese Taufe konsequent zu leben und den leiblichen Tod als deren endgültige Realisierung zu begreifen.

Das Suchen nach dem Angesicht

Benedikt XVI./Joseph Ratzinger habe sein Leben lang den Psalmvers „Suchet immerdar sein Angesicht“ mit Inhalt gefüllt. Auch sein berühmtes Jesus-Buch sei Ausdruck dieses persönlichen Suchens gewesen. Für Benedikt sei Gott „so groß, dass wir nie fertig sind“, zitierte Koch den emeritierten Papst. Das ewige Leben beschrieb er in Anlehnung an Ratzinger als das „Eintauchen in den großen Ozean der Freude und der Liebe“.


Das Gedenken am Kathedra-Altar und in den Grotten bildete einen spirituellen Höhepunkt zum Abschluss des Jahres im Vatikan. Neben Kardinal Koch feierte am Vorabend auch Kardinal Gerhard Ludwig Müller eine Messe zu Ehren des verstorbenen Pontifex. Für die Teilnehmer blieb die Botschaft des Tages klar: Benedikt XVI./Joseph Ratzingers Vermächtnis ist ein Bekenntnis dazu, dass Gott die wahre Wirklichkeit ist – eine Liebe, die selbst den Tod überwindet."


                                  Foto: Pawel Rytel-Adrianik


Quelle: M. Gakgano, vaticannews

Ansprache des Hl. Vaters beim Neujahrs-Angelus

vaticannews veröffentlicht den Wortlaut des Ansprache des Hl. Vaters beim heutigen Angelus-Gebet.  
Hier geths zum Original:  klicken

WORTLAUT: PAPST LEO XIV BEI ANGELUSGEBET AM NEUJAHRSTAG

Hier finden Sie den Text der Ansprache, die Papst Leo XIV. am 1. Januar bei seinem Angelusgebet am Petersplatz gehalten hat, in ihrer offiziellen deutschen Fassung.

Liebe Brüder und Schwestern, ein gutes neues Jahr!

Während sich der Rhythmus der Monate wiederholt, lädt uns der Herr ein, unsere Geschichte zu erneuern und endlich eine Epoche des Friedens und der Freundschaft zwischen allen Völkern einzuleiten. Ohne diese Sehnsucht nach dem Guten hätte es keinen Sinn, die Seiten des Kalenders umzublättern und unsere Terminkalender zu füllen.

Das Heilige Jahr, das nun zu Ende geht, hat uns gelehrt, wie wir die Hoffnung auf eine neue Welt stärken können: indem wir unser Herz zu Gott bekehren, um Unrecht in Vergebung, Schmerz in Trost und gute Vorsätze in gute Taten zu verwandeln. Auf diese Weise wohnt Gott selbst in der Geschichte und bewahrt sie vor dem Untergang, indem er der Welt den Erlöser schenkt: Jesus. Er ist der eingeborene Sohn, der unser Bruder wird und das Gewissen der Menschen guten Willens erleuchtet, damit wir die Zukunft als ein gastfreundliches Zuhause für jeden Mann und jede Frau gestalten können, die zur Welt kommen.

„Die Zukunft als ein gastfreundliches Zuhause für jeden Mann und jede Frau“

In diesem Zusammenhang lenkt das Weihnachtsfest unseren Blick heute auf Maria, die als Erste das Herz Christi schlagen hörte. In der Stille ihres jungfräulichen Schoßes gibt sich das Wort des Lebens als Herzschlag der Gnade zu erkennen.

Seit jeher kennt Gott, der gute Schöpfer, das Herz Marias und unser Herz. Indem er Mensch wird, gibt er uns sein eigenes Herz zu erkennen: Deshalb schlägt das Herz Jesu für jeden Mann und jede Frau. Für diejenigen, die bereit sind, ihn aufzunehmen, wie die Hirten, und für diejenigen, die ihn nicht aufnehmen wollen, wie Herodes. Sein Herz ist nicht gleichgültig gegenüber denen, die kein Herz für ihre Mitmenschen haben: Es schlägt für die Gerechten, damit sie in ihrer Hingabe beharrlich bleiben, und für die Ungerechten, damit sie ihr Leben ändern und Frieden finden.

„An diesem Welttag beten wir alle gemeinsam für den Frieden: vor allem zwischen den Nationen, die von Konflikten und Elend heimgesucht sind“

Der Erlöser kommt in die Welt, indem er von einer Frau geboren wird: Halten wir inne, um dieses Geheimnis zu verehren, das in der Allerheiligsten Jungfrau Maria aufleuchtet und in jedem Ungeborenen widerscheint, indem es das göttliche Bild offenbart, das unserem Leib eingeprägt ist.

An diesem Welttag beten wir alle gemeinsam für den Frieden: vor allem zwischen den Nationen, die von Konflikten und Elend heimgesucht sind, aber auch für Frieden in unseren Häusern, in den Familien, die von Gewalt und Leid gezeichnet sind. In der Gewissheit, dass Christus, unsere Hoffnung, die Sonne der Gerechtigkeit ist, die niemals untergeht, bitten wir vertrauensvoll um die Fürsprache Marias, der Mutter Gottes und Mutter der Kirche.

Quelle: vaticannews

Hl. Messe zum Hochfest der Hl. Gottesmutter Maria

 im Petersdom

         

 

            ALLEN EIN GESEGNETES FROHES NEUES JAHR! 

Mittwoch, 31. Dezember 2025

Wortlaut der päptlichen Predigt bei der heutigen Vesper zum Ende des Hl. Jahres

Vaticannews veröffentlicht den Wortlaut der Predigt, die Papst Leo Xiv heute während der Ersten Vesper gehalten hat.Hier geht´s zum Original:  klicken

Predigt des Heiligen Vaters Papst Leo XIV während der Ersten Vesper des Hochfestes der Gottesmutter Maria mit dem festlichen Te Deum

Liebe Brüder und Schwestern!

Die Liturgie der Ersten Vesper des Hochfestes der Gottesmutter Maria besitzt einen ganz besonderen Reichtum. Er entspringt sowohl dem atemberaubenden Geheimnis, das gefeiert wird, als auch dem Platz genau am Ende des Kalenderjahres. Die Antiphonen der Psalmen und des Magnifikat betonen das paradoxe Ereignis eines Gottes, der von einer Jungfrau geboren wird – oder, umgekehrt gesagt, die göttliche Mutterschaft Mariens. Zugleich umfasst dieses Hochfest, das die Weihnachtsoktav abschließt, den Übergang von einem Jahr zum anderen und breitet darüber den Segen dessen aus, „der ist und der war und der kommen wird“ (Offb 1,8). Darüber hinaus feiern wir dies heute am Ende des Heiligen Jahres, im Herzen Roms, am Grab des Petrus. So will das Te Deum, das gleich in dieser Basilika erklingen wird, sich gleichsam weiten, um all den Herzen und Gesichtern eine Stimme zu verleihen, die unter diesen Gewölben und auf den Straßen dieser Stadt gepilgert sind.

In der Bibel-Lesung haben wir eine der staunenswerten Zusammenfassungen des Apostels Paulus gehört: „Als aber die Fülle der Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und dem Gesetz unterstellt, um die loszukaufen, die unter dem Gesetz standen, damit wir die Sohnschaft erlangen“ (Gal 4, 4-5). Diese Weise, das Mysterium Christi darzustellen, lässt an einen Plan denken – einen großen Plan für die Menschheitsgeschichte. Einen geheimnisvollen Plan, der jedoch ein klares Zentrum hat, wie ein hoher, von der Sonne erleuchteter Berg mitten in einem dichten Wald: Dieses Zentrum wird als „Fülle der Zeit“ beschrieben.

Und genau dieses Wort – „Mysterium (Sacramentum) - Geheimnis“ – ist auch im Hymnus des Epheserbriefes erklungen: „Er hat uns das Geheimnis seines Willens kundgetan, wie er es gnädig im Voraus bestimmt hat: Er hat beschlossen, die Fülle der Zeiten heraufzuführen, in Christus alles zu vereinen, alles, was im Himmel und auf Erden ist.“ (vgl. Eph 1, 9-10).

Schwestern und Brüder, in unserer Zeit spüren wir das Bedürfnis nach einem weisen, wohlwollenden und barmherzigen Plan. Nach einem Vorhaben, das frei ist und frei macht, das Friede verheißt und treu ist – so wie es die Jungfrau Maria in ihrem Magnifikat, ihrem Lobgesang, verkündet hat: „Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten“ (Lk 1, 50).

Andere Pläne jedoch beeinflussen heute wie gestern die Welt. Es sind leider Strategien, die darauf abzielen, Märkte, Gebiete und Einflussbereiche zu erobern. Bewaffnete Strategien, die sich in heuchlerische Reden verhüllen, ideologische Parolen und mit falschen religiösen Beweggründen.

Doch die Selige Mutter Gottes, die kleinste und zugleich die erhabenste unter den Geschöpfen, sieht die Dinge mit dem Blick Gottes: Sie sieht, dass der Höchste mit der Macht seines Armes die Pläne der Hochmütigen zerstreut, die Mächtigen vom Thron stürzt und die Niedrigen erhöht, die Hungrigen mit Gütern erfüllt und die Reichen leer ausgehen lässt (vgl. Lk 1, 51-53).

Die Mutter Jesu ist die Frau, mit der Gott in der Fülle der Zeit das Wort geschrieben hat, das das Geheimnis offenbart. Er hat es ihr nicht aufgezwungen, sondern es zuerst ihrem Herzen vorgelegt; und nachdem er ihr „Ja“ empfangen hatte, schrieb er es mit unaussprechlicher Liebe in ihr Fleisch. So hat sich die Hoffnung Gottes mit der Hoffnung Mariens verflochten, einer Tochter Abrahams nach dem Fleisch und mehr noch nach dem Glauben.

Gott liebt es, mit dem Herzen der Kleinen zu hoffen, und er tut dies, indem er sie in seinen Heilsplan einbezieht. Je schöner der Plan, desto größer die Hoffnung. Und tatsächlich schreitet die Welt so voran: getragen von der Hoffnung vieler einfacher Menschen, unbekannt, aber nicht Gott unbekannt, die trotz allem an ein besseres Morgen glauben, weil sie wissen, dass die Zukunft in den Händen dessen liegt, der ihnen die größte Hoffnung schenkt.

Einer dieser Menschen war Simon, ein Fischer aus Galiläa, den Jesus Petrus nannte. Gott der Vater hat ihm einen so aufrichtigen und großzügigen Glauben geschenkt, dass der Herr darauf seine Gemeinschaft bauen konnte (vgl. Mt 16,18). Und wir sind noch heute hier, um an seinem Grab zu beten, wohin Pilger aus allen Teilen der Welt kommen, um ihren Glauben an Jesus Christus, den Sohn Gottes, zu erneuern. In besonderer Weise ist dies während des Heiligen Jahres geschehen, das nun zu Ende geht.

Das Heilige Jahr ist ein großes Zeichen einer neuen Welt, erneuert und versöhnt nach dem Plan Gottes. Und in diesem Plan hat die Vorsehung dieser Stadt Rom einen besonderen Platz vorbehalten. Nicht wegen ihrer Ruhmestaten, nicht wegen ihrer Macht, sondern weil hier Petrus und Paulus und viele andere Märtyrer ihr Blut für Christus vergossen haben. Deshalb ist Rom die Stadt des Heiligen Jahres.

Was können wir Rom wünschen? Dass es seinen Kleinen gerecht werde: den Kindern, den einsamen und gebrechlichen Senioren, den Familien, denen das Weitergehen schwerfällt, den Männern und Frauen, die von weit her gekommen sind in der Hoffnung auf ein menschenwürdiges Leben.

Heute danken wir Gott, liebe Brüder und Schwestern, für das Geschenk des Heiligen Jahres, das ein großes Zeichen seines Plans der Hoffnung für den Menschen und für die Welt gewesen ist. Und wir danken all jenen, die in den Monaten und Tagen des Jahres 2025 im Dienst an den Pilgern gearbeitet und dazu beigetragen haben, Rom gastlicher zu machen. Das war vor einem Jahr der Wunsch des geschätzten Papstes Franziskus. Ich möchte, dass es auch weiterhin so bleibt – ja, mehr noch nach dieser Zeit der Gnade. Möge diese Stadt, beseelt von der christlichen Hoffnung, im Dienst des Liebesplans Gottes für die Menschheitsfamilie stehen. Dies möge uns auf die Fürsprache der Allerseligen Mutter Gottes, der Salus Populi Romani zuteilwerden."

Quelle: vaticannews

Vesper und Tedeum

     im Petersdom     

              

Päpstliche Jahresbilanz 2025

Mario Galgano berichtet bei vaticannews über die Jahresbilanz, die Papst Leo XIV für dasHeilige Jahr 2025 gezogen hat. Hier geht´s zum Original:  klicken

PAPST LEO XIV ZIEHT DIE BILANZ EINES BESONDERS HEILIGEN JAHRES

Am letzten Tag des Kalenderjahres und kurz vor dem Ende des Heiligen Jahres 2025 hat Papst Leo XIV. bei der Generalaudienz Bilanz gezogen. Zwischen dem Gedenken an Papst Franziskus und dem Gebet für die Krisenherde der Welt rief er dazu auf, das „Ja“ zu Gott in tätige Nächstenliebe zu verwandeln.

Es war eine besondere Generalaudienz: An diesem Mittwochmorgen versammelten sich Tausende Gläubige zum letzten Mittwochs-Rendezvous des Heiligen Jahres 2025. Papst Leo XIV. nutzte diesen Moment am Silvestertag, um auf ein Jahr zurückzublicken, das die Kirche geprägt hat. Er erinnerte an die freudigen Pilgerströme des Jubiläums ebenso wie an die schmerzlichen Zäsuren – allen voran den Tod seines Vorgängers Papst Franziskus im April sowie die anhaltenden Kriege auf dem Planeten.In seiner Katechese betonte das katholische Kirchenoberhaupt, dass das Ende eines Jahres mehr als ein Kalender-Wechsel sei; es sei eine Einladung zur „einfachen und ehrlichen Gewissensprüfung“. Vor dem traditionellen Gesang des Te Deum am Silvesterabend mahnte der Papst, weltliche Dankbarkeit nicht mit christlichem Lobpreis zu verwechseln. Während weltliche Hoffnung oft nur das eigene Interesse im Blick habe, öffne die Liturgie den Raum für „Lob, Staunen und echte Dankbarkeit“.

In seiner Katechese betonte das katholische Kirchenoberhaupt, dass das Ende eines Jahres mehr als ein Kalender-Wechsel sei; es sei eine Einladung zur „einfachen und ehrlichen Gewissensprüfung“. Vor dem traditionellen Gesang des Te Deum am Silvesterabend mahnte der Papst, weltliche Dankbarkeit nicht mit christlichem Lobpreis zu verwechseln. Während weltliche Hoffnung oft nur das eigene Interesse im Blick habe, öffne die Liturgie den Raum für „Lob, Staunen und echte Dankbarkeit“.

Das Erbe des Weges

Papst Leo reflektierte über das zentrale Symbol des vergangenen Jahres: den „Weg“. Die Millionen Pilger, die an das Grab des Apostelfürsten Petrus gekommen seien, erinnerten daran, dass das ganze menschliche Leben eine Reise sei, deren Ziel „Raum und Zeit übersteigt“.


Ein weiteres starkes Zeichen sei das Durchschreiten der Heiligen Pforte gewesen. Für den Papst ist dies nicht nur ein ritueller Akt, sondern ein persönliches „Ja“ zu einem neuen Leben aus der Gnade. Dieses „Ja“ müsse sich in der Liebe zum Nächsten beweisen. Er zitierte hierbei den heiligen Paul VI.: „In diese Definition ist jeder Mensch eingeschlossen, der Hilfe braucht – auch wenn er uns lästig oder feindlich gesinnt ist.“

Ein Aufruf zur Freude

Trotz der „Kriegsszenarien“, die das Jahr erschüttert haben, schloss der Papst mit einer Botschaft der Freude und des Trostes. Er griff die Worte des heiligen Leo des Großen auf, wonach sich an Weihnachten der Heilige über seinen Lohn freuen dürfe, der Sünder über die angebotene Vergebung und der Schwache über die Kraft, die Gott ihm schenke.


Zum Abschluss des Heiligen Jahres, das Papst Franziskus unter das Motto der Hoffnung gestellt hatte, fasste sein Nachfolger die Kernbotschaft in einem einzigen Wort zusammen: Liebe. „Gott hat auf mich gewartet, und ich habe ihn wiedergefunden! Gott ist Barmherzigkeit, Gott ist Vergebung“, rief er den Gläubigen zu. Diese Gewissheit solle die Menschen nicht nur über die Schwelle zum Jahr 2026, sondern durch ihr ganzes Leben begleiten."





Quelle: M. Galgano, vaticannews



Hl. Messe für Benedikt XVI

Kardinal Müller während der heutigen Hl. Messe zum Todestag Benedikts XVI

"Was ist eine Kirche Jesu Christi? Sie ist keine menschengemachte ORganisation mit einem großen ethischen und sozialen Programm und jetzt keine NGO. Die Kirche Christi ist eine Geeiscnschaft seiner Jünger , die von sich selbst und vor der Welt bezeugen, daß sie seine Glorie gesehen haben, die Glorie des einzigen Sohnes des Vaters, voller Gnade und Wahrheit-" 

Ein unerklärter Krieg, Pazifismus und die schwindende Identität Europas

Roberto de Mattei hat bei Corrispondenza Romana eine Vorschau auf das beginnende neue Jahr veröffentlicht. Hier geht´s zum Original:  klicken

          DER WÜTENDE BEGINN DES NEUEN JAHRES

"Der düstere Morgen des Jahres 2026 bricht über einem Europa an, das sich im Krieg befindet und es nicht ahnt. Selbst diejenigen, die es wissen, diejenigen, die diesen Krieg begonnen haben, vermeiden es sorgfältig, dies auszusprechen, und sprechen weiterhin von Frieden. Denn, wie der heilige Augustinus lehrt, wünschen sich selbst diejenigen, die Kriege befürworten, nichts sehnlicher, als durch den Sieg Frieden zu sichern ( De Civitate Dei , Buch XIX, Kap. VII). So bekräftigte Putin in seiner Marathon-Konferenz zum Jahresende seinen Friedenswunsch, jedoch auf der Grundlage der Achtung jener Prinzipien, die ihn nicht in den Krieg, sondern zu einer „Sonderoperation“ in der Ukraine geführt hatten. Der Krieg betrifft mittlerweile nicht nur die Ukraine, sondern ganz Europa und den Westen. Es handelt sich um einen nicht erklärten, aber realen Krieg, der im heutigen Sprachgebrauch als hybride Kriegsführung bezeichnet wird . Geändert hat sich nicht die Natur des Konflikts, sondern seine Formen, seine Mittel und vor allem die Schwelle politischer Sichtbarkeit, ab der ein Staat bereit ist, einen Kriegszustand einzugestehen. Er wird durch Geheimdienstoperationen , Sabotage feindlicher Infrastruktur, Drohnen, Schiffe ohne Flagge und getarnte U-Boote geführt, während gleichzeitig die Aufrüstung in Vorbereitung auf einen offiziellen Krieg weitergeht, den zwar alle beschwören, aber niemand erklärt. 
Stromnetze brechen aufgrund mysteriöser „technischer“ Störungen zusammen, Computersysteme brechen unter „anonymen“ Angriffen zusammen, Luft- und Handelswege werden unsicher, Desinformationskampagnen verwirren die Öffentlichkeit so sehr, dass sie Angreifer und Verteidiger nicht mehr unterscheiden kann. Doch trotz alledem merkt niemand, dass sie sich im Krieg befinden. Sie kämpfen in einer permanenten Grauzone, in der Krieg herrscht, aber gleichzeitig von ihm geleugnet wird. 

Der nicht erklärte Krieg ist keine Erfindung unserer Zeit, sondern ein wiederkehrendes Phänomen der internationalen Geschichte, auch wenn seine heutige Form neu ist. Ein Paradebeispiel dafür sind die Vereinigten Staaten zwischen 1940 und 1941. In Europa donnerten die Kanonen, und Präsident Franklin D. Roosevelt war überzeugt, dass ein Sieg Nazideutschlands die amerikanische Sicherheit bedrohen würde. Doch die öffentliche Meinung in seinem Land war mehrheitlich gegen den Krieg. Entschlossen zum Eingreifen, obwohl der für eine Kriegserklärung notwendige Konsens fehlte, begann Roosevelt einen von vielen Historikern als „unerklärten Krieg“ bezeichneten Krieg gegen Deutschland. Dieser Krieg wurde durch eine Reihe militärischer, logistischer und politischer Aktionen geführt, die die Vereinigten Staaten immer näher an eine direkte Konfrontation mit dem Dritten Reich brachten. Das Herzstück dieses nicht erklärten Krieges war der Atlantik. Amerikanische Schiffe begannen, britische Konvois mit Nachschub zu eskortieren, wohl wissend, dass sie sich dadurch deutschen U-Boot-Angriffen aussetzen würden. 

Im September 1941, nach dem Zwischenfall der USS Greer , eines amerikanischen Zerstörers, der mit einem deutschen U-Boot kollidierte , verkündete Roosevelt die „ Schießbefehl “-Politik: Deutsche Schiffe, die in atlantischen Sicherheitszonen gesichtet wurden, durften ohne Vorwarnung angegriffen werden. Gleichzeitig unterstützte Washington die britischen Kriegsanstrengungen durch das Leih- und Pachtgesetz , das die Lieferung von Waffen und Material an Länder im Krieg gegen die Achsenmächte ermöglichte. De facto hatte der Krieg bereits begonnen, auch wenn ihn niemand so nannte. Diese Strategie rief heftige Kritik vom America First Committee hervor , der größten isolationistischen Bewegung in der amerikanischen Geschichte. Das Komitee warf Roosevelt vor, das Land durch Missachtung des Volkswillens in den Konflikt hineingezogen zu haben. Die Wunden des Ersten Weltkriegs waren noch frisch, und Millionen Amerikaner befürchteten, eine neue militärische Intervention in Europa würde nur Tod, Schulden und innere Instabilität zur Folge haben.