Dienstag, 27. Januar 2026

Kardinal Woelki steigt aus

-so überschreiben vaticannews und CNA ihren Bericht über den Entschluss des Kölner Erzbischofs, nicht weiter am deutschen Synodalen Weg teilzunehmen, den er als "abgeschlossen" betrachtet. 
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"DEUTSCHLAND: KARDINAL WOELKI STEIGT AUS"

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat das Reformprojekt Synodaler Weg kritisiert und sein Fernbleiben von der bevorstehenden sechsten Versammlung ab Donnerstag in Stuttgart begründet.

„Für mich ist der Synodale Weg abgeschlossen“, sagte er im Interview des kirchlichen Portals domradio.de. Ursprünglich seien fünf Sitzungen vereinbart worden; „und an diesen habe ich auch teilgenommen“. Eine theologische Klärung des seit 2019 laufenden Projekts sei dringend notwendig, mahnte Woelki. „Ich bin wirklich davon überzeugt, dass alle Beteiligten - auch die des Synodalen Weges - letztlich das Gute für die Kirche wollen.“ Doch der Weg dorthin werde unterschiedlich gesehen.

Zum Verständnis von Synodalität sagte der Kardinal, man könne nicht über alles ergebnisoffen diskutieren. „Um einmal ein bewusst abwegiges Beispiel zu nennen: Wir können nicht darüber abstimmen, ob Jesus von den Toten auferstanden ist.“ Er habe den Eindruck, „dass es auf dem Synodalen Weg in Deutschland ab einem bestimmten Punkt vor allem darum ging, bestimmte kirchenpolitische Positionen umzusetzen“.

„Grundlegend unterschiedliche Auffassungen“


Es gebe „grundlegend unterschiedliche Auffassungen davon, was Synodalität bedeutet“, fügte Woelki hinzu. Der verstorbene Papst Franziskus wie auch sein Nachfolger Leo XIV. betonten „immer wieder, dass Synodalität ein geistliches Geschehen ist, ein Werkzeug zur Evangelisierung“. Synodalität ohne Evangelisierung sei nach diesem Verständnis „gar nicht denkbar“.


Die Synodalversammlung, so der Kölner Kardinal, habe auch „gar nicht den Auftrag zu evaluieren, was ein einzelner Ortsbischof oder eine einzelne Diözese von den Beschlüssen des Synodalen Weges umgesetzt hat oder nicht“. Synodalität heiße für ihn: „gut aufeinander hören; jeder kann seine Sicht einbringen. Und vor allem: gemeinsam auf das hören, was der Heilige Geist uns sagt, gemeinsam beraten und unterscheiden.“


"Entscheidungen trifft der Bischof" 

Die Entscheidung treffe aber am Ende „derjenige, der das Amt dafür übertragen bekommen hat“, betonte der Kölner Erzbischof. In der katholischen Kirche habe der Bischof für sein Bistum „in letzter Instanz eine Entscheidungsgewalt, die ihm von Christus selbst übertragen ist“. Er, Woelki, habe sich seinen Weiheversprechen gegenüber zu verantworten: „Ich habe versprochen, den Glauben der Kirche zu schützen und in Einheit mit dem Papst den Weg in meiner Diözese zu gehen. Das möchte ich auch in Zukunft für mich in Anspruch nehmen.“ 

Insofern, so führt der Kardinal aus, tue er sich „schwer mit dem Gedanken, Teil eines Gremiums zu sein, in dem 27 Diözesanbischöfe, 27 Mitglieder des ZdK und weitere 27 Mitglieder, die noch gewählt werden müssen, gemeinsam beraten und entscheiden“. Und darum gehe es ja letztlich – „auch wenn versucht wird, dies mit anderen Worten zu umschreiben“. 

Polarisierung unter den Bischöfen „belastend“

Die derzeitige Polarisierung in der Deutschen Bischofskonferenz nannte der Kölner Kardinal belastend und sagte: „Die Spannungen bedrücken mich, weil ich niemandem unterstellen möchte, nicht das Gute zu wollen.“ Entscheidend sei, im Gespräch zu bleiben. Als gemeinsame Basis definiert Woelki: „Glaube und Lehre der Kirche, die Einheit mit dem Papst und das Kirchenbild des Zweiten Vatikanischen Konzils“ (1962-1965)."


Quelle: vaticannews, CNA

Die 500 Katholiken auf Grönland fühlen sich bedroht...

Marco Chwalek - Kopenhagen/ Mario Galgano vaticannews berichten über die Folgen der Annektionspläne des US-Präsidenten für Grönland.   Hier geht´s zum Original:  klicken

"DÄNEMARK: GRÖNLANDS KATHOLIKEN IN ANGST"

Während Grönland plötzlich in das Fadenkreuz globaler Machtansprüche gerückt ist, blickt das Bonifatiuswerk auf die Menschen hinter den Schlagzeilen. Georg Austen, Generalsekretär des katholischen Hilfswerks, berichtet von einer zutiefst beunruhigten und teilweise traumatisierten Bevölkerung. Inmitten der „Zeit der neuen Raubfischzüge“ versucht eine winzige katholische    Gemeinde, ihren Glauben und ihren Frieden zu bewahren.

Seit über 50 Jahren unterstützt das Bonifatiuswerk die katholische Kirche in Nordeuropa. Doch selten stand eine Region so unvermittelt im Fokus des öffentlichen Interesses wie Grönland. „In Deutschland sind wir beunruhigt über das, was in der Weltordnung durcheinandergebracht worden ist“, beobachtet Georg Austen. Auf Grönland jedoch gehe die Angst tiefer: „Die Menschen dort sind aufgerüttelt. Ein Volk, das auf den Frieden orientiert war, redet nun über Militarisierung.“

Eine Kirche der Migranten im ewigen Eis

Die katholische Gemeinschaft auf Grönland ist eine extreme Minderheit. Von den rund 57.000 Einwohnern der riesigen Insel bekennen sich nur etwa 500 zum katholischen Glauben – weniger als ein Prozent. „Ein Großteil der Mitglieder sind Filipinos“, erklärt Austen. „Das macht die Kirche in Nordeuropa aus: Sie ist eine Migrantenkirche. Jung, wachsend, aber materiell sehr arm.“ 

In Städten wie Nuuk unterstützt das Hilfswerk die Gemeinde ganz praktisch, etwa durch den Bau von Apartments für Priester oder energetische Sanierungen. „Es geht darum, dass man es dort wärmer hat als 14 Grad bei den extremen Temperaturen vor Ort“, so Austen. Doch die materielle Hilfe sei nur die eine Seite; in der aktuellen Krise gehe es vor allem um diplomatische Solidarität.

Diplomatie statt Machtinteressen

Angesichts der neuen geopolitischen Begehrlichkeiten warnt Austen davor, die Grönländer zur bloßen „Verhandlungsmasse“ zu degradieren. „Es darf nicht unter Machtinteressen stehen, sondern man muss sehen, was mit den Menschen passiert.“ Der Pfarrer von Nuuk habe in Telefonaten die große Unsicherheit der Menschen betont. Viele Grönländer fühlten sich einerseits „beleidigt“, andererseits „traumatisiert“ durch die plötzliche Rolle als Spielball der Großen. 

Ob die jüngsten Gespräche zwischen internationaler Politikern wie Trump und Rutte eine dauerhafte Beruhigung bringen, bleibt für Austen offen. „Was uns beunruhigt, ist das Misstrauen. Dass die Dinge in der Weltordnung nicht mehr verlässlich sind.“ In Bündnissen brauche es Vertrauen und Verbindlichkeit, keine Rahmenverträge, die über Nacht außer Kraft gesetzt werden.

1.200 Jahre Ansgar: Wurzeln einer europäischen Identität

Trotz der unruhigen Zeiten feiert die Kirche im Norden derzeit ein großes Jubiläum: Vor 1.200 Jahren brach der heilige Ansgar aus dem Kloster Corvey auf, um den Glauben nach Nordeuropa zu tragen. Für Austen ist Ansgar ein Vorbild für die heutige Zeit: „Er war Brückenbauer und Grenzüberschreiter gleichzeitig – vielleicht einer der ersten Europäer.“ 

Das Erbe Ansgars verbinde heute Katholiken, Lutheraner, Anglikaner und Orthodoxe in der Verehrung. „Wir stehen auf den Schultern unserer Vorfahren“, betont Austen. Das Bonifatiuswerk sieht sich in dieser Tradition der Wegbereiter. Das Ziel bleibe, den Menschen in der Diaspora beizustehen – in einer Kirche, die zwar materiell arm, aber international und lebendig ist. „Wir hoffen auf Diplomatie und beten für den Heiligen Geist, damit es friedlich bleibt.“


Quelle: M.Galgano, vaticannews, M. Chwalek, Kopenhagen

Montag, 26. Januar 2026

In odium fidei

Rorate Caeli:  "Die aktuelle Regierung Spaniens ist genauso anti-katholisch wie die der Zweiten Republik"

"Der Bischof von Cordoba Jésus Fernández beklagt, daß die Autoritäten vor Ort den Priestern, die an den Ort des Eisenbahnunglücks in Adamuz (das mindestens 41 Todesiopfer forderte) kamen, nicht erlaubten, den Opfern die Hl. Sakramente zu spenden."

Papst Leo XIV

 und die Rota Romana  ....

              

Fundstück

In seinem wie immer lesenswerten "Montagskick"  befaßt sich Peter Winnemöller bei kath.net  kritisch mit dem inzwischen umstrittenen Begriff "Synodalität" speziell im Hinblick auf die Deutsche Bischofskonferenz, dabei verweist er auf die Freiburger Rede von Papst Benedikt XVI,  in der ganz klar auf die notwendige Entweltlichung der deutschen Kirche hingewiesen wurde.                      Hier geht´s zum Original:  klicken

Der Beitrag steht unter dem Titel: 

    "EIN NEUER BEGINN IN DER DBK IST MÖGLICH"

und endet mit folgendem Absatz.  ZITAT

...."Eine Reform der deutschen Bischofskonferenz würde dann vielleicht auch zu einer Reform der Laienvertretung führen. Weg vom Funktionärswesen hin zu einer Laienvertretung, die mehr geistliche als politische Interessen hat. Denn eines ist klar, eine politisierte Bischofskonferenz hat ebenso wenig Interesse an Neuevangelisierung, wie eine politisierte Laienvertretung. Wenn es also ein Gebot der Stunde gibt, um die Kirche in Deutschland wieder fruchtbar werden zu lassen, dann ist es Entpolitisierung. Und wer im Laufe der Lektüre ein Déjà-vu hatte, der liegt völlig richtig. Benedikt XVI. nannte es in Freiburg „Entweltlichung“. Diese Kolumne zu schreiben, war keine originäre Leistung, sondern nur die Übersetzung von Vorhandenem auf die konkrete Situation." 

Quelle: P. Winnemöller, kath.net

Über die Kunst des Zuhörens

Papst Leos XIV schreibt heute A. Gagliarducci in seiner Kolumne für Monday at the Vatican
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                  LEO XIV: DIE KUNST DES ZUHÖRENS

Vor dem Konklave, das Robert Francis Kardinal Prévost OSA zum Nachfolger von Papst Franziskus auf dem Stuhl Petri wählte, beschrieb der legendäre Vatikanjournalist John L. Allen Jr. – der letzte Woche im Alter von 61 Jahren verstarb den Mann, den wir heute als Papst Leo XIV. kennen, als einen hervorragenden Zuhörer, der klugerweise seine eigenen Entscheidungen behielt.

Das noch junge Pontifikat Leos XIV. unterstreicht in der Tat die zentrale Bedeutung des Zuhörens als Kernwert von Führung.

Anstatt von Beginn an weitreichende Veränderungen umzusetzen, verfolgt Leo XIV. angesichts der komplexen Strukturen des Vatikans einen besonnenen Ansatz und führt subtile Reformen ein, die Verständnis und Geduld einer abrupten Transformation vorziehen.

Die Vorgehensweise des Papstes bei wichtigen Personalentscheidungen in seinem neuen Pontifikat zeugt von Kontinuität. Obwohl diese Entscheidungen mit Spannung erwartet werden, fallen sie eher spärlich und ohne großes Aufsehen. Die letzte bedeutende Ernennung erfolgte am 22. Januar: Erzbischof Roberto Maria Redaelli von Görz wurde Sekretär des Dikasteriums für den Klerus.

Der 70-jährige Redaelli war seit 2019 Präsident von Caritas Italia, was darauf hindeutet, dass er dem Papst von Kardinal Luis Antonio Tagle, dem Präfekten des Dikasteriums für Evangelisierung, bekannt war und ihm empfohlen wurde. Tatsächlich könnte der Papst ihn aber auch als Mitglied der Kommission „Delicta Riservata“ gekannt haben.

Redaelli ist in erster Linie Kanonist, und diese Eigenschaft scheint die Entscheidungen Leos XIV. maßgeblich zu prägen.

Sein Profil ähnelt dem von Filippo Iannone, den Leo XIV. zum Leiter des Dikasteriums für Bischöfe ernannte, und dem des neuen Assessors des Staatssekretariats, Monsignore Anthony Ekpo, der vor allem für sein Buch zur Kurienreform bekannt ist.

Dies wirft eine zentrale Frage auf: Wie hat sich Leo XIV.s Führungsstil, der auf Zuhören beruhte, in der Praxis bisher manifestiert?

Leo XIV. hat vor allem bewiesen, dass er die drängendsten Probleme Roms erkannt hat und die Kernfragen bereits bei seinem Amtsantritt tiefgründig verstanden hat.

Sonntag, 25. Januar 2026

In illo tempore - dritter Sonntag nach Epiphanias

Auch heute setzt Fr. John Zuhlsdorf bei OnePeterFive seine Katechese über die Liturgie der Sonntage im Kirchenjahr fort. Hier geht´s zum Original:  klicken

"IN ILLO TEMPORE - DRITTER SONNTAG NACH EPIPHANIAS"

"In diesem Jahr erleben wir eine eher kurze Epiphaniaszeit, jene grüne Phase des Kirchenjahres, in der die Heilige Kirche den Offenbarungen der Göttlichkeit des Herrn nachgeht, bevor der purpurne Schleier der Septuagesima herabfällt. Der Kalender selbst lehrt uns. Manchmal ist die Epiphaniaszeit flüchtig, fast abrupt, verkürzt durch ein frühes Osterfest. In anderen Jahren entfaltet sie sich umfassender und begleitet uns durch den dritten, vierten und fünften Sonntag nach Epiphanias. Die Kirche kennzeichnet diese Wochen durch Wiederholung. Der Introitus bleibt an diesen Sonntagen unverändert, ein bewusstes liturgisches Beharren, das den aufmerksamen Zuhörer einlädt, ein verbindendes Thema zu erkennen. Wiederholungen im römischen Ritus sind in der Regel nicht zufällig. Sie prägen die Bedeutung ins Gedächtnis ein. Hier ist das Thema die Offenbarung, die „Epiphanie“, die sich in Taten der Macht, der Barmherzigkeit und der Autorität offenbart, die nur Gott vollbringen kann.

Die diesen Sonntagen zugeordneten Evangelien folgen keiner strengen chronologischen Reihenfolge, sondern sind theologisch geordnet. Die Kirche legt uns weiterhin Zeichen der Göttlichkeit des Herrn vor Augen, insbesondere durch seine Wunder. An diesem Sonntag offenbart sich Christus in besonderer Deutlichkeit als Christus Medicus , der göttliche Arzt

Der Kontext: Matthäus schildert diese Wunder unmittelbar nach der Bergpredigt (Kapitel 5–7), der großen Verkündigung des Gesetzes des Reiches Gottes. Wie einst Mose mit dem Gesetz vom Sinai herabstieg, so kommt nun Christus mit einer Autorität vom Berg herab, die die Menschenmengen in Erstaunen versetzt. Sie folgen ihm in großer Zahl. Was sie dann erleben, bestätigt ihnen, dass derjenige, der lehrt wie kein Schriftgelehrter je gelehrt hat, auch mit den Vorrechten Gottes selbst handelt.

Die erste Begegnung findet in Matthäus 8 mit einem Aussätzigen statt. Lukas’ Parallelbericht verdeutlicht das Bild mit dem Ausdruck „plārīs lépras“ , „voll von Aussatz“. Er ist von seiner Krankheit überwältigt, entstellt, isoliert und nicht nur von körperlichem Leid, sondern auch von den erdrückenden sozialen und religiösen Folgen des Gesetzes geplagt. Levitikus legt strenge Gesetze bezüglich Hautkrankheiten fest. Der Aussätzige wird für unrein erklärt, vom Gottesdienst ausgeschlossen und von der Gemeinschaft getrennt. Theoretisch wurde rituelle Unreinheit nicht mit moralischer Unreinheit verwechselt. Angesichts der menschlichen Natur gab es jedoch sicherlich viele ungerechte Überschneidungen. Dieser elende Aussätzige trägt ein Stigma, das ihn als unberührbar kennzeichnet, und doch nähert er sich Jesus. Er kniet nieder. Er betet an. Er spricht ihn nicht als Rabbi an, sondern als Herrn. Er bekennt seinen Glauben.

Man mag sich fragen, ob er den Herrn so dringend gesucht hätte, wäre er nicht so schwer gelitten. Trost bringt uns selten zum Gebet. Leid hingegen oft. Dies soll nicht bedeuten, dass Leiden an sich gut ist, sondern ist die nüchterne Erkenntnis, dass Gott in seiner Vorsehung zulässt, dass Leiden den Glauben erweckt. Das Elend des Aussätzigen wird zum Anlass für Gnade. Seine Worte sind schlicht und voller Vertrauen: „Herr, wenn du willst, kannst du mich rein machen.“ Er zweifelt nicht an Christi Macht. Er unterwirft sich Christi Willen.

Jesus reagiert auf eine Weise, die jeden Beobachter verblüfft hätte. Er streckt seine Hand aus und berührt ihn. Er weicht nicht zurück. Er gibt keine Befehle aus der Ferne. Er berührt rituelle Unreinheit, ohne selbst befleckt zu werden, denn die Reinheit selbst ist ihm nahe gekommen. In 2. Könige 5 rief der König von Israel einst verzweifelt aus, als Naaman der Syrer Heilung suchte: „Bin ich denn Gott, der töten und lebendig machen kann?“ Nur Gott konnte einen Aussätzigen heilen. Hier, vor ihren Augen, tut Jesus genau das, was nur Gott tun kann. Er tut noch mehr. Elisa wies Naaman aus der Ferne an. Jesus berührt ihn. Die Bedeutung ist unmissverständlich. Die göttliche Hand ist am Werk.

Hochfest der Bekehrung des Hl. Apostels Paulus

 Zweite Vesper in Sankt Paul vor den Mauern mit Papst Leo

             

Angelus: Wortlaut der Katechese

 vaticannews veröffentlicht den Wortlaut der Katechese des Hl. Vaters beim heutigen Angelus.

WORTLAUT: PAPST BEIM ANGELUS AM 25. JANUAR 2026

Hier finden Sie die Ansprache, die Papst Leo XIV. vor seinem Angelus-Gebet am Petersplatz gehalten hat, in ihrer offiziellen deutschen Fassung:

Brüder und Schwestern, einen schönen Sonntag!

Nach seiner Taufe beginnt Jesus seine Predigttätigkeit und beruft seine ersten Jünger: Simon – genannt Petrus –, Andreas, Jakobus und Johannes (vgl. Mt 4,12-22). Wenn wir diese Szene aus dem heutigen Evangelium genauer betrachten, können wir uns zwei Fragen stellen: eine zum Zeitpunkt, zu dem Jesus seine missionarische Tätigkeit beginnt, und eine zum Ort, den er wählt, um zu predigen und die Apostel zu berufen. Fragen wir uns: Wann beginnt erWo beginnt er?

Zunächst einmal berichtet uns der Evangelist, dass Jesus mit seiner Verkündigung begann, »als er hörte, dass Johannes ausgeliefert worden war« (V.12). Es geschieht also zu einem Zeitpunkt, der nicht gerade günstig erscheint: Johannes der Täufer wurde gerade verhaftet, und daher sind die Oberhäupter des Volkes wenig geneigt, die Botschaft des Messias anzunehmen. Es ist eine Zeit, die zur Vorsicht mahnen würde, doch gerade in dieser dunklen Situation beginnt Jesus, das Licht der frohen Botschaft zu bringen: »Denn das Himmelreich ist nahe« (V.17).

Auch in unserem persönlichen und kirchlichen Leben denken wir manchmal wegen innerer Widerstände oder aufgrund von Umständen, die wir als ungünstig erachten, dass es nicht der richtige Zeitpunkt ist, das Evangelium zu verkünden, eine Entscheidung zu treffen, eine Wahl zu treffen, eine Situation zu ändern. Die Gefahr besteht jedoch darin, in Unentschlossenheit oder übertriebener Vorsicht stecken zu bleiben, während das Evangelium uns auffordert, das Risiko des Vertrauens einzugehen: Gott hingegen ist zu jeder Zeit am Werk und jeder Moment ist gut für den Herrn, auch wenn wir uns nicht bereit fühlen oder die Situation nicht optimal erscheint.

Die Erzählung aus dem Evangelium zeigt uns auch den Ort, an dem Jesus seine öffentliche Sendung beginnt: Er »verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen« (V.13). Er bleibt jedenfalls in Galiläa, einem Gebiet, das hauptsächlich von Heiden bewohnt wird und aufgrund des Handels auch ein Land der Durchreise und der Begegnungen ist; man könnte sagen, ein multikulturelles Gebiet, das von Menschen unterschiedlicher Herkunft und religiöser Zugehörigkeit durchquert wird. Auf diese Weise sagt uns das Evangelium, dass der Messias aus Israel kommt, aber die Grenzen seines Landes überschreitet, um den Gott zu verkünden, der allen nahe sein will, der niemanden ausschließt, der nicht nur für die Reinen gekommen ist, sondern sich vielmehr in menschliche Situationen und Beziehungen einbringt. Auch wir Christen müssen daher die Versuchung überwinden, uns zu verschließen: Das Evangelium muss nämlich unter allen Umständen und in jedem Umfeld verkündet und gelebt werden, damit es zu einem Sauerteig der Geschwisterlichkeit und des Friedens zwischen den Menschen, zwischen den Kulturen, Religionen und Völkern wird.

Brüder und Schwestern, wie die ersten Jünger sind wir aufgefordert, den Ruf des Herrn anzunehmen, in der Freude um das Wissen, dass er jede Zeit und jeden Ort unseres Lebens aufsucht und mit seiner Liebe durchdringt. Bitten wir die Jungfrau Maria, dass sie uns dieses innere Vertrauen erwirke und uns auf dem Weg begleite."

Quelle: vaticannews

Angelus

   auf dem Petersplatz

             

Samstag, 24. Januar 2026

Über die Wiederkehr der Schönheit

Danielle Heckenkamp drückt in ihrem Beitrag für OnePeterFive ihre Hoffnung auf die Wiederkehr der Schönheit nicht nur in der Kirche aus. Hier geht´s zum Original:  klicken

"DIE WIEDERERWECKUNG DER SCHÖNHEIT IST  MÖGLICH"

Zweifellos schuf Gott die menschliche Seele, um nach Schönheit zu streben, sie mit Ehrfurcht zu verehren und in ihrer Gegenwart Frieden zu finden. Da wir Gott nicht mehr in den Mittelpunkt der moralischen, sozialen und natürlichen Ordnung stellen, vernachlässigen und ignorieren wir seine Macht über die Schöpfung völlig. Das Leben ist kurz, und während wir durch dieses Tal der Tränen wandern, muss unsere Aufmerksamkeit auf Gottes Willen und seine Herrlichkeit gerichtet bleiben. Doch wie gelingt uns das, wenn die säkulare Welt und der Teufel darum ringen, uns vom Guten, Wahren und Schönen abzulenken? Das moderne Zeitalter bietet die neuesten technischen Geräte, Anwendungen und effizienten Kommunikationsmittel, doch diese sind nur Mittel zum Zweck. Und wenn der Zweck nicht Gott ist, dann haben sie unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit verzerrt, die Verbindung zwischen der Seele und dem Göttlichen gekappt und uns von Gottes Willen abgelenkt. Indem wir diesen ungeordneten weltlichen Leidenschaften nachgeben, wird unsere Sehnsucht nach dem Guten, Wahren und Schönen getrübt. In einer Zeit, in der Informationen jederzeit verfügbar sind und Trends schneller vorüberziehen als ein Gänseschwarm, ist es von größter Wichtigkeit, dass unsere Vernunft und unser Wissen um die Wahrheit ständig geschult, geformt und weitergebildet werden, um den Verfall unseres Geistes zu vermeiden, ihn von seinem eigentlichen Lebenszweck abzuwenden und ihn mit Schönheit, Wahrheit und Güte zu stärken.

Es erübrigt sich, die Einzelheiten der ungezügelten Leidenschaften in der modernen Gesellschaft zu ergründen. Sie beherrschen soziale Medien, die neuesten Moden, moderne Literatur, Wirtschaftspolitik, politische Ambitionen und künstlerische Bestrebungen. In den letzten Jahrhunderten hat sich der menschliche Geist traurigerweise von der Abhängigkeit von Gott zur Abhängigkeit vom Selbst abgewendet. Diese Hinwendung zum Individualismus hat zunehmend zu einer Zivilisation geführt, die nicht mehr in Gemeinschaft lebt. Sie findet das Anstößige verlockender als die Schönheit und missachtet unseren Sinn im Leben, indem sie individuelle Entscheidungen auf Kosten moralischer und natürlicher Gesetze verfolgt. 

Angesichts solcher Gräueltaten mag es unmöglich erscheinen, die individualistischen Tendenzen umzukehren, die uns immer weiter von unserem liebenden Gott entfernen. Doch es gibt immer Hoffnung. Auch wenn sich die Geschichte in unterschiedlichem Maße wiederholt, gibt es Wege, die entfesselten Leidenschaften unserer modernen Welt zu bändigen. Nicht durch technologischen Fortschritt, neue Effizienzstandards oder Wirtschaftspolitik, sondern durch die Entwicklung des Intellekts hin zu dem, was schön, wahr und gut ist, um Gottes Liebe zu suchen. 

Wenn man sich umsieht, mag es scheinen, als sei alles verloren, doch das ist es nicht. Gottes Erlösung hat uns den Sieg gebracht, aber das bedeutet nicht, dass wir uns den täglichen Kämpfen des Teufels um unsere Seelen entziehen können. Wie also können wir gegen die bösen Mächte ankämpfen, die uns vernichten wollen? Die Antwort scheint einfach, erfordert aber große Anstrengung und tiefe Liebe. 

Indem wir dem Beispiel Christi folgen, können wir die Auswirkungen unserer postmodernen Kultur umkehren, indem wir unserer gebeutelten Welt Einblicke in Schönheit, Wahrheit und Güte gewähren. Nicht das verzerrte Ideal der Aufklärung von individueller Identität sollte unser Ziel sein, sondern vielmehr der Wunsch, anderen durch Nächstenliebe zu dienen. Wir sollten diesen Dienst nicht auf bestimmte Lebensbereiche beschränken – Christus gab uns sein Beispiel, zu lieben, wie er geliebt hat. Deshalb ist Schönheit so wichtig. Wir dürfen die entscheidende Wirkung der Bilder und Kunstwerke in den sozialen Medien, die uns ständig begegnen, der Gedanken, die uns durch obszöne Bücher, Artikel oder Schlagzeilen erreichen, oder der Liedtexte und der Sprachgebrauch als Kommunikationsmittel nicht ignorieren. Wenn wir die Menschheit mit hässlichen und ungeordneten Leidenschaften durchdringen lassen, müssen wir die Folgen einer Zivilisation am Rande des Zusammenbruchs tragen. Doch wenn wir uns dem Guten, Wahren und Schönen zuwenden, haben wir die Möglichkeit, jeden Tag unseren Geist zu erheben und dem inneren Verlangen unserer Seele nach Wahrheit und Tugend zu folgen.

Trotz der Flut an unanständiger Kleidung, niveauloser Unterhaltung und unkreativer Architektur hat in den letzten fünf Jahren eine Erneuerung stattgefunden. Dieser Kampf gegen den Verfall des Geistes und die Erhebung der Seele zu Gott sollte uns anspornen, eine tiefere Kraft am Werk zu erkennen. Langsam und stetig wie Melasse an einem kalten Wintertag haben Teile der Gesellschaft durch die Wiederentdeckung klassischer Bildung, christlicher Apologetik, Gastfreundschaft, Selbstversorgung, Restaurierung vormoderner Architektur und die Neudefinition moderner Modetrends ihre Sehnsucht nach Schönheit vertieft. In ihrer Gesamtheit schaffen diese Faktoren eine erneuerte Gesellschaft, die auf Gemeinschaft und Nächstenliebe statt auf Individualismus gründet. Indem die Seele Schönheit schätzt und Nächstenliebe praktiziert, nähert sie sich ihrer Sehnsucht nach Gott und gibt ihrem Erlöser einen kleinen Teil dessen zurück, was ihm gebührt. 

Gott schenkt uns Schönheit, die Seele sucht sie. Das Streben nach Wahrheit, Güte und Schönheit in diesem irdischen Leben führt uns schließlich zur vollkommenen Vereinigung mit Gott im Jenseits. Lasst uns Schönheit in der modernen Welt fördern und pflegen, indem wir Gastfreundschaft üben, klassische Literatur lesen, Theologie und Geschichte studieren, unsere Internetnutzung einschränken, Antiquitäten und Kunstwerke wertschätzen und ein Gemeinschaftsgefühl mit unseren Nachbarn schaffen. Diese grundlegenden Elemente, erfüllt von Schönheit, Wahrheit und Güte, werden die Seele spirituell zu Gott führen und durch die Bewahrung heiliger Traditionen Freude und Hoffnung für gegenwärtige und zukünftige Generationen schenken."

Quelle: D. Heckenlamp, OnePeterFive

Oktav der christlichen EInheit

OnePeterFive stellt den heutigen 24. Januar als den 7. Tag der Oktav der christlichen Einheit vor.           Hier geht´s zum Original:  klicken

"OKTAV DER CHRISTLICHEN EINHEIT: DIE JUDEN UND IHR KÖNIG"  

Heute ist der 7. Tag der Oktav der christlichen Einheit .

Die als „Oktav der christlichen Einheit“ und „Vorsitz der Oktav der christlichen Einheit“ bekannte Zeitspanne vom 18. bis 25. Januar ist fast in Vergessenheit geraten, obwohl sie in der modernen Kirche als informelle „Woche der christlichen Einheit“ begangen wird. Bedauerlicherweise hat die Nachwirkung des Zweiten Vatikanischen Konzils den eigentlichen Zweck dieser Oktav – das  Gebet und das Wirken für die Bekehrung derer, die dem wahren Glauben  (d. h. dem katholischen Glauben) nicht angehören – in den Hintergrund gedrängt. – Matthew Plese

24. Januar: Hl. Timotheus

Am siebten Tag der Oktav der christlichen Einheit beten wir, dass das jüdische Volk sein Erbe in Jesus Christus antritt .

Traditionelles Gebet für die Oktav m

Ant. Dass sie alle eins seien, wie du, Vater, in mir und ich in dir, dass auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. 

℣. Ich sage dir: Du bist Petrus,

℟. Und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen.

Lasset uns beten: Herr Jesus Christus, der du zu deinen Aposteln sprachst: Friede lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; seht nicht auf meine Sünden, sondern auf den Glauben deiner Kirche; und gewähre ihr jenen Frieden und jene Einheit, die deinem Willen entspricht. Der du lebst und herrschest, Gott, in Ewigkeit. Amen. 

Ein vollkommener Ablass wird den Gläubigen gewährt, die „an einigen Gottesdiensten während der Woche der Einheit der Christen teilnehmen und bei deren Abschluss mitwirken“. Ein Teilablass wird den Gläubigen gewährt, „die andächtig ein entsprechend genehmigtes Gebet für die Einheit der Christen sprechen (z. B. Omnipotens et misericors Deus )“ ( Enchiridion Indulgentiarum Normae et Concessiones , 4. Aufl., 1999 [USSB, 2006], 53). 

Omnipotens et misericors Deus 

Allmächtiger und barmherziger Gott, der du durch deinen Sohn die zerstreuten Völker zu einem Volk vereinen wolltest, gib, dass alle, die sich Christen nennen, die Spaltung überwinden und in Wahrheit und Liebe eins werden, und dass alle Menschen durch den wahren Glauben erleuchtet und in die brüderliche Gemeinschaft der einen Kirche aufgenommen werden. Durch Christus, unseren Herrn. Amen. 
Quelle: OnePeterFive  

Freitag, 23. Januar 2026

Missa Solemnis in Santa Maria Maggiore

 Kardinal-Staatssekretär Parolin hat heute in Santa Maria Maggiore eine Hl. Messe 

             

Audienz

Wie vaticannews berichtet, hat Papst Leo heute Großherzog Guillaume von Luxemburg in Audeinz empfangen. 
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LUXEMBURGS GROSSHERZOGSPAAR BEI PAPST LEO XIV

Papst Leo XIV. hat diesen Freitag Großherzog Guillaume und Großherzogin Stéphanie von Luxemburg mit ihren beiden Söhnen, Prinz Charles und Prinz François, im Vatikan in Privataudienz empfangen. Das Großherzogspaar traf auch Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und den vatikanischen Außenbeauftragten, Erzbischof Paul Richard Gallagher, teilte das vatikanische Presseamt nach den Begegnungen mit.

@vaticanmedia

Bei den „herzlichen Gesprächen" im Staatssekretariat wurden demnach die „guten bilateralen Beziehungen und das gute Verhältnis von Staat und Kirche" gewürdigt und „Themen gemeinsamen Interesses" angesprochen - „sozialer Zusammenhalt, die Bildung junger Menschen und die Wahrung der Menschenwürde und des menschlichen Lebens", heißt es in der Vatikanmitteilung. Außerdem habe es auch einen „Meinungsaustausch bezüglich aktueller internationaler Themen, mit besonderem Fokus auf den europäischen Kontext" gegeben. 

Guillaume (44)  hat im Oktober die Nachfolge seines Vaters Henri (70) als Monarch und Staatsoberhaupt des Großherzogtums angetreten. Damals hatte Leo XIV. dem neuen Herrscher gratuliert. „Möge Seine Königliche Hoheit seinerseits dazu beitragen, ein Leben zu fördern, das auf der Achtung der christlichen Werte basiert, die die Identität Luxemburgs geprägt haben, und so das unermüdliche Streben nach dem Gemeinwohl unterstützen", schrieb der Papst an Großherzog Guillaume.

Quelle: vaticannews   

Erzbischof Georg Gänswein & der Synodale ...Weg

Rudolf Gehrig hat bei ewtn den Apostolischen Nuntius im Baltikum, Erzbischof Georg Gänswein u.a. zum Thema "Synodaler Weg" interviewt. CNA berichtet. Hier geht´s zum Original:  klicken

"HOFFE, DASS DIESER IRRWEG BALD EIN ENDE HAT" ERZBISCHOF GÄNSWEIN ZUM SYNODALEN WEG"

Ehemaliger Privatsekretär kritisiert Zustand der Kirche in Deutschland und begrüßt Rückkehr der „Normalität“ im Vatikan

In einem exklusiven Interview mit EWTN News hat Erzbischof Georg Gänswein den deutschen „Synodalen Weg“ stark kritisiert und vor einer „Verwässerung des Glaubens“ gewarnt.

Fast 20 Jahre lang war Gänswein Privatsekretär zunächst von Kardinal Joseph Ratzinger und dann ab 2005 von Papst Benedikt XVI. Nach Benedikts Rücktritt im Jahr 2013 kümmerte sich Gänswein bis zum Tod des Papa Emeritus weiter um ihn und wurde schließlich 2024 von Papst Franziskus als Apostolischer Nuntius für die baltischen Staaten nach Vilnius in Litauen geschickt.

Dort, an seiner neuen Wirkungsstätte, sprach Erzbischof Georg Gänswein mit EWTN-Romkorrespondent Rudolf Gehrig über die zurückgekehrte „Normalität“ im Vatikan, den Zustand der Kirche in Deutschland und die „Brandmauer“ gegen falsche Reformansätze.

Erzbischof Georg Gänswein, Sie sind jetzt seit fast zwei Jahren als Apostolischer Nuntius in Vilnius. Wir können außerdem zurückblicken auf neun Monate mit Papst Leo XIV. Wenn Sie auf das bisherige Pontifikat zurückblicken und ein erstes Zwischenfazit ziehen: wie fällt das aus?

Im Juni war ein Treffen aller Nuntien in Rom. Da gab es die Möglichkeit einen ersten Kontakt mit Papst Leo aufzunehmen. Und vor vier Wochen, Mitte Dezember, hatte ich Audienz bei ihm in Rom. Beide Eckpunkte waren sehr, sehr gut. Und die Zwischenzeit, die hat doch mir sehr deutlich vor Augen geführt, dass – um es einmal etwas eigenwillig zu sagen – jetzt langsam wieder Normalität einkehrt. Vor allem hat sich auch atmosphärisch eine Änderung zum Guten gezeigt, die meines Erachtens wichtig ist, weil die Schwierigkeiten, die da waren, durch den Pontifikatswechsel wirklich eine ganz neue positive Auswirkung bekommen haben. Das halte ich für hilfreich. Und es ist auch für mich selber ein Zeichen, dass der Glaube und dass der Heilige Geist tatsächlich auch wirkt und am Ball bleibt.

Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Änderungen gewesen?

Ich habe den Begriff der Normalisierung gebraucht. Für mich ist zumindest einmal optisch und akustisch wichtig zu sehen, dass Papst Leo einfach einige Akzente gesetzt hat, die nicht neu sind, die aber in den letzten Jahren völlig unter den Tisch gefallen sind. Und dann hat er natürlich eine klare Linie, sowohl was die Verkündigung betrifft. Wenn man seine Katechesen oder die Predigten nachliest, kann man spüren, dass hier ein Mann tätig ist, der das auch aus dem augustinischen Geist heraus lebt und verkündet. Und das sieht man auch bei den beiden genannten Texten, dass eben hier sehr viel Augustinus zitiert wird, das heißt ein Geist, ein Mann, der aus dem Geist seines Ordensvaters lebt und der nun in der Aufgabe des Bischofs von Rom, des Obersten Hirten der Kirche, weltweit die erste Rolle spielt und tatsächlich das Wort Gottes freudig und überzeugend verkündet.