Vaticannews berichtet über das aktuelle Bischofstreffen in Rom. Hier geht´s zum Original: klicken
"AMORIS LAETITIA" DIE BISCHÖFE NEHMEN DIE FAMILIENWIRKLICHKEIT IN DEN BLICK"
Beim internationalen Bischofstreffen zur Ehe- und Familienpastoral im Vatikan geht es an diesem Donnerstag um die Lebenswirklichkeit von Familien und die Frage, wie die Kirche darauf pastoral reagieren kann. Kardinal Mario Grech und Kardinal Kevin Farrell betonten zum Auftakt des Arbeitstages die Bedeutung des Zuhörens. Zehn Jahre nach „Amoris laetitia“ soll auch Bilanz gezogen werden.
Nach der Eröffnung des internationalen Bischofstreffens durch Papst Leo XIV. am Mittwoch geht es an diesem Donnerstag um die konkrete Situation von Familien in unterschiedlichen Teilen der Welt. Im Mittelpunkt steht die Frage, was sich in den vergangenen zehn Jahren verändert hat und was das für die kirchliche Ehe- und Familienpastoral bedeutet.
Kardinal Mario Grech, Generalsekretär des Synodensekretariats, rief die Teilnehmer dazu auf, verschiedene „Echos“ wahrzunehmen. Dazu gehöre zunächst die Botschaft des Evangeliums, an der sich die kirchliche Pastoral orientiere. Ebenso müsse die Kirche auf das Lehramt hören, insbesondere auf das vor zehn Jahren veröffentlichte Apostolische Schreiben „Amoris laetitia“.
Dabei gehe es auch darum, welche Erfahrungen die Ortskirchen mit dem Schreiben gemacht hätten, sagte Grech. Dessen Rezeption habe unterschiedliche Wege genommen und sei auch von Spannungen und verschiedenen Interpretationen geprägt gewesen. Das Treffen biete Gelegenheit, gemeinsam darauf zu schauen, „was wir gelernt haben“, als die Impulse von „Amoris laetitia“ in die pastorale Praxis übersetzt wurden.
Aufmerksamkeit für die Familien
Besondere Aufmerksamkeit widmete Grech jedoch den Familien selbst. Ihre Stimmen dürften nicht nur über Statistiken oder abstrakte Konzepte wahrgenommen werden. Familien seien selbst Träger der Sendung der Kirche und könnten der Kirche helfen zu verstehen, wie das Evangelium im Alltag Gestalt annehme. -
Dabei müssten auch die Belastungen in den Blick genommen werden, unter denen Familien heute stehen. Grech nannte wirtschaftliche Unsicherheit, kulturellen und ideologischen Druck, gesellschaftliche Fragmentierung und politische Instabilität. Hinzu kämen die Folgen von Kriegen und bewaffneten Konflikten: Familien würden auseinandergerissen, Angehörige getrennt und Menschen zur Flucht gezwungen.
Trotz dieser Belastungen gebe es bei vielen Menschen weiterhin die Sehnsucht, zu lieben und geliebt zu werden, dazuzugehören und stabile Beziehungen und eine Zukunft aufzubauen. Auch darin müsse die Kirche einen Ausgangspunkt für ihre Pastoral sehen, so Grech.
Was hat sich in zehn Jahren verändert?
Kardinal Kevin Farrell, Präfekt des Dikasteriums für Laien, Familie und Leben, stellte die erste Arbeitseinheit des Treffens unter das Thema „Familien heute: Realität, Schönheit und Herausforderungen“. Es gehe darum, den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Kontext zu betrachten, in dem Familienpastoral heute stattfinde.
Dabei sollten die Teilnehmer auch konkret benennen, „was sich in den vergangenen zehn Jahren am stärksten verändert hat“ und was die Kirche deshalb dazu bringe, ihre bisherige Praxis neu zu überdenken. Die unterschiedlichen Erfahrungen der Weltregionen sollten ebenso berücksichtigt werden wie gemeinsame Herausforderungen. ---Farrell verwies dabei auf die Frage, wo Familien heute Unterstützung und Hoffnung finden können, um Ehe und Familienleben aus dem Glauben heraus zu gestalten. Zugleich solle ehrlich geprüft werden, welche Möglichkeiten und Ressourcen die Ortskirchen besitzen, um Familien im Alltag zu erreichen und zu begleiten
Papst Leo XIV. gab Weg vor
Damit setzt das Treffen die Linie fort, die Leo XIV. bei seiner Eröffnung am Mittwoch vorgegeben hatte. Der Papst hatte „Amoris laetitia“ als wichtige Etappe des synodalen Weges der Kirche gewürdigt und dazu aufgerufen, das Schreiben mit den Erfahrungen der Ortskirchen aus den vergangenen zehn Jahren ins Gespräch zu bringen. Im Mittelpunkt seiner Fragen stand dabei die gelebte Erfahrung der Familien und die Frage, ob die kirchliche Pastoral ihre Lebenswirklichkeit ausreichend erreicht.---Leo XIV. hatte zugleich betont, dass die Kirche angesichts veränderter Lebenswirklichkeiten neue Wege finden müsse, das Evangelium zu verkünden, die Sakramente zu spenden und Familien zu begleiten. Das Bischofstreffen soll diese Fragen nun anhand konkreter Erfahrungen aus den verschiedenen Ortskirchen vertiefen.2
Quelle: R. Cascioli, vaticannews
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