vaticannews berichtet von der heutigen Eröffnung des Akademischen Jahres durch Papst Leo XIV und veröffentlicht den Wortlaut seiner Predigt bei der Messe für die päpstlichen Universitäten,
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"PAPST LEO: DAS STUDIUM ALS DIENST AM GLAUBEN UND AN DER WAHRHEIT SEHEN"
Das neue akademische Jahr soll mehr sein als ein Neubeginn des Studiums: Es ist ein Ruf, gemeinsam nach der Wahrheit zu suchen, den Glauben mit dem Verstand zu vertiefen und das Wissen in den Dienst der Menschen zu stellen. Daran erinnerte Papst Leo bei der Messfeier zur Eröffnung des akademischen Jahres der Päpstlichen Universitäten in Rom
Messe für Päpstliche Universitäten: Die Predigt im Wortlaut
Mit einem feierlichen Gottesdienst ist in Rom das neue akademische Jahr an den Päpstlichen Universitäten eröffnet worden. Im Petersdom versammelte die Feier die akademische Gemeinschaft der kirchlichen Hochschuleinrichtungen Roms gemeinsam mit dem Papst. An den zahlreichen päpstlichen Universitäten, Hochschulen und Instituten der Ewigen Stadt studieren und forschen Priester, Seminaristen, Ordensleute und Laien aus aller Welt. Insgesamt sind dort rund 11.750 Studenten eingeschrieben.
Dienst am Glauben und an der Wahrheit
In seiner Predigt hat Papst Leo daran erinnert, dass der Beginn eines neuen akademischen Jahres weit mehr bedeute als die Wiederaufnahme von Vorlesungen und Forschung. Das Studium solle zu einem Dienst an Glauben und Wahrheit werden – getragen vom Heiligen Geist und einer gemeinsamen Sendung.
„Liebe Freunde, betrachtet das Studium als einen Dienst am Glauben und an der Wahrheit: zu eurem eigenen Wohl und zu dem vieler Brüder und Schwestern, für die der Herr sein Leben hingegeben hat,“ wandte sich der Papst an seine Zuhörer im voll besetzten Petersdom. „Denn obwohl die Begegnung mit ihm Freude und Begeisterung weckt, geht es dabei niemals darum, „bezirzt“ oder „verblendet“ zu werden Der Verstand, das Sich-Fragen und Fragenstellen im Lichte des Wortes Gottes und der Tradition der Kirche sind ein wesentlicher Bestandteil des Glaubensweges in der Nachfolge Jesu Christi.“
Zum Herzen zurückkehren
Zugleich gelte es auch, sich an die Ursprünge zu erinnern: an jene Erfahrungen, die den Glauben lebendig gemacht haben, so der Papst weiter.
„Alles, was gut ist, beginnt "im Zeichen des Heiligen Geistes" und verfügt daher über eine Weite, eine Dynamik und ein Gefühl der Gemeinschaft, die sich, einmal erlebt, tief ins Herz einprägen,“ bekräftigte der Pontifex mit Blick auf den Brief des Apostels Paulus an die Galater: „Routine, Ehrsucht, Rivalitäten und andere negative Faktoren können mit der Zeit Aufmerksamkeit und Energie ablenken und dazu führen, dass wir erschöpft und kraftlos, streitsüchtig und traurig werden. Es gilt daher, zum Herzen zurückzukehren. Dort hat alles begonnen, dort befindet sich der Anfang, der uns begleitet. Meine Lieben, hütet euer Herz! Ob ihr nun Studenten, Forscher oder Dozenten seid: Hütet euer Herz, auf dass jede Lebensphase, jede Aufgabe "im Zeichen des Heiligen Geistes" gelebt wird.“
Das Leben ins Studium einbringen, und das Studium ins Leben
Das Kirchenoberhaupt erinnerte in seiner Predigt auch daran, dass die Universität ein Ort der Freundschaft ist, ein „kostbares Geschenk, das umso wertvoller ist, wenn es im gemeinsamen Streben nach der Wahrheit in Christus erlebt wird. Bleibt fest im Volk Gottes verwurzelt, schätzt dessen sensus fidei und lasst euch auf seine Fragen ein. Und vergesst die Armen nicht, die manchmal jener aufdringliche Freund sind, der nachts an die Tür klopft. Bringt das Leben ins Studium ein und das Studium ins Leben,“ so der Rat des Papstes, der selbst an einer päpstlichen Universität studiert hat und 1987 mit einer kirchenrechtlichen Dissertation zum Thema „Die Rolle des örtlichen Priors im Orden des heiligen Augustinus“ von der Päpstlichen Universität "Heiliger Thomas von Aquin" zum Dr. iur. can. promoviert wurde.
Die wissenschaftliche Verantwortung
Weiter stellte Leo XIV. in seiner Predigt fest, dass auch die Wirklichkeit der Welt ihren Platz im Studium haben müsse. Die Fragen der Armen, gesellschaftliche Herausforderungen und die Folgen neuer Technologien gehörten zur wissenschaftlichen Verantwortung. Gerade in einer Zeit zunehmender Informationsflut bräuchte es „Stille, vertieftes Studium und besonnene Kommunikation.“
Theologiestudium als Schnittstelle der verschiedenen Wissensbereiche
Das Theologiestudium trage hier durch „sein Forschen auf der Baustelle der „Stadt Gottes“ dazu bei, die Arbeit aller zu erhellen, indem es sich als Schnittstelle der verschiedenen Wissensbereiche versteht. In besonderer Weise ist die kirchliche Gemeinschaft in Rom mit ihrer Berufung, der Gesamtkirche zu dienen, ein Ort der Begegnung, des Austauschs und der gegenseitigen Bereicherung zwischen unterschiedlichen Sichtweisen, Kulturen und Traditionen, durch die das Evangelium seine unerschöpflichen Schätze offenbart.“
„In euren Hörsälen sitzt die ganze Welt“
Abschließend gab Papst Leo seinen Zuhörern noch folgenden praktischen Rat mit auf den Weg: „Liebe Brüder und Schwestern, ich wünsche euch, dass ihr diese Jahre in Rom erfüllt leben könnt. Lasst sie nicht ungenutzt verstreichen!... Schaut euch an der Universität um: In euren Hörsälen sitzt die ganze Welt. Neben euch studieren Menschen aus Afrika, Asien, Amerika, Europa und Ozeanien. Beschränkt euch nicht darauf, lediglich nebeneinander zu sitzen: Trefft euch, sprecht miteinander, hört einander zu, tauscht euch gegenseitig über eure Erfahrungen von Kirche aus, betet gemeinsam, verbringt gemeinsam Freizeit, knüpft Freundschaften, die euch ein Leben lang erhalten bleiben.
So wird das neue Studienjahr zu einer Einladung, Wissen und Glauben miteinander zu verbinden, die Türen für andere zu öffnen und sich immer neu vom Heiligen Geist leiten zu lassen."
Quelle: vaticannews
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