Ross Douthat, Kolumnist der NYT, dessen Kopf die Liberalen und Progressisten, vor allem aber Theologen, zur Zeit wegen seiner Kommentare zur gerade zuende gegangenen Synode in Rom vehement fordern, fragt in einem neuen Beitrag nach dem Sieger des synodalen Kräftemessens.
Hier geht´s zum Original
klicken
"WER HAT DIE SYNODE GEWONNEN?"
"Natürlich niemand - weil es keine zwei "Seiten" oder Lager oder (der Himmel helfe uns) Fraktionen oder irgendetwas so Häßliches wie all das gab. Es war alles Dialog, ein Moment der Begegnung und der Unterscheidung, eine Öffnung zum Heiligen Geist hin, der die Römische Kirche frei setzte, eine neue Kirche für das dritte Jahrtausend zu sein. Es war der Beginn einer Ouvertüre, das erste Kapitel einer neverending story, der erste Schritt bei einer permanenten Reise, weil wir alle zusammen unterwegs sind.
Wie der Hl. Athanasius sagen würde, LOL. Nein, sehen Sie, was wirklich passiert ist, ist daß die Konservativen das gewonnen haben, was wahrscheinlich der knappste Sieg war, auf den sie hoffen konnten, wenn man bedenkt, daß 1. der Papst gegen sie war und 2. der Papst die leitenden und schreibenden Komitees und die Ränge der Wähler auffüllte- und habe ich schon erwähnt daß 3. der Papst gegen sie war?
(Leute die immer noch behaupten, daß der Papst betont neutral war, daß er nur den Dialog wollte, oder daß man seine Ansichten nicht kennt, sollten sich hinsetzen und die Standpauke lesen, die er in seiner Abschlussrede den Konservativen hielt - und im Kontrast dazu, wie er auf sehr viel ausgeglichenerer Weise die Synode des vergangenen Herbstes beendete - als der konservative Widerstand gegen die Ziele der Synode viel weniger organisiert war.)
Soll heißen, sie haben ein Dokument verfaßt, in dem so unmoderne Worte wie "Unauflöslichkeit" bei der Rede über die Ehe vorkommen, das Thema Homosexualität fast komplett vermieden wird. Und das einige wenige dichte - manchmal undeutliche aber leicht - undurchdringliche Paragraphen über das Willkommenheißen und die Begleitung der wiederverheirateten geschiedenen Katholiken anbietet, ohne den Weg zur Kommunion ohne eine Annullierungserklärung zu öffnen oder die Frage der nationalen Bischofskonferenzen weiterzuentwickeln, wie es die Deutschen Bischöfe und der Rest der progressiven Clicque bei der Synode ganz klar wünschten.
So haben die Journalisten, die über das Synodendokument als "Rückschlag für die Innovatoren" (und weil er sie "erhöht" hat, auch für den Pontifex) berichteten, fast Recht - betrachtet man ihre zwiespältige Annäherung.
Aber deshalb - auf gewisse Weise - auch die Journalisten, die es als eine Art von "Türöffnung zur Erneuerung" beurteilen, weil die Konservativen nicht die Stimmen oder die Macht hatten, jede Zweideutigkeit im Zaum zu halten.