Samstag, 31. Mai 2014

Eilmeldung vom Katholikentag

Regensburg heute:
Ein erstes Ergebnis der Diskussion und eine erste Antwort auf die dringenden Fragen der Gläubigen beim Katholikentag:  Bischof Oster bügelt nicht selber!
Diese Erkenntnis wurde bei der hochnotpeinlichen Befragung nach seinen Lebensgewohnheiten, der Größe seiner Bischofs-Wohnung, den Kosten & nach dem Alter seiner Haushälterin gewonnen.

Freitag, 30. Mai 2014

Neues aus dem Tal der Ahnungslosen: die Mainzer ZDF-Redaktion in Regensburg (mit up-date)

Wenn das ZDF zur prime time vom Katholikentag berichtet, hört sich das so an:
"die Kirche ist im Aufbruch"- aufgebrochen, um sich nach ZDF-Lesart der Protestantischen Glaubensgemeinschaft anzugleichen.
Dazu durften die Teilnehmer-innen ( Teilnehmerx?, Teilnehma?) in Regensburg ihre Forderungen an Rom an eine Wünsche-Pinnwand heften, was sie auch fleißig taten.
Merkwürdigerweise alles alte Hüte, die man beim ZDF allerdings für revolutionäre Neuheiten hält: die handverlesenen 13 -oder 14-jährigen Interviewpartner-innen sprachen mit ernster Teenager-Miene von der einzuführenden Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften als wichtigste Aufgabe der katholischen Kirche (die scheint in ihrer Wahrnehmung ein Ableger der Grünen Partei zu sein) . Ja und dann stand da Frauenpriestertum auf den Zetteln, Abschaffung des Zölibats. Nix Neues, nix zum Glauben, nur Vorgekautes oder Wiedergekäutes.
Da konnten sich die ausgeschwärmten ZDF-Rechercheure beruhigt zurücklehnen, die Scheuklappen abnehmen, das Brett von der Stirn schrauben, alles war gut.
Um auch noch die letzten Informationslücken über den katholischen Glauben zu schließen,  klärte im heute-journal Anchorman Klaus Kleber gewohnt süffisant die Zuschauer auf, was Katholische Kirche sei: "Hirten, die führen und Schafe, die folgen".
Gut, daß wir drüber gesprochen haben. Mäh.....

up-date:
Das ZDF ist aber nicht allein im Tal der Ahnungslosen- der BR wurde da auch schon gesichtet-mit seiner Talkrunde zur Israelreise des Papstes. 

Stephan Burger ist Erzbischof von Freiburg

Wie Radio Vatican meldet,   klicken  ist das , was gestern noch ein Gerücht war, Realität geworden: Stephan Burger ist der neue Erzbischof von Freiburg.
Zum  Wahlspruch hat er sich " Christus in cordibus" ( Eph. 3/17) erwählt.
Wir wünschen dem neuen Erzbischof Gottes reichen Segen, allezeit den Beistand des Heiligen Geistes und gratulieren ihm zum neuen, sicher nicht leichten Amt (es gibt in der Erzdiözese viel zu tun).

Hier ist die erste Grußbotschaft des neuen Erzbischofs:


                                                                                                                                                                         wer gratulieren möchte, kann das hier tun oder hier:  @BischofFreiburg

Donnerstag, 29. Mai 2014

Auf welchen Teil des Petrus-Amtes hat Benedikt XVI verzichtet?

"Ratzinger hat sich nicht ins Privatleben zurückgezogen. Warum wir also zwei Päpste haben."

Unter diesem Titel hat Vittorio Messori, Vaticanist des Corriere della Sera, am 28. Mai einen sehr interessanten Artikel geschrieben:   hier geht´s zum Original    klicken

"Von niemandem vorhergesehen, mit leiser Stimme in lateinischer Sprache vorgetragen, gingen diese Worte, die wie ein Peitschenhieb waren, innerhalb von Minuten um die Welt. Und das auch in Ländern ohne katholische oder sogar christliche Mehrheit, in denen man aber sofort die historische Tragweite dieses Ereignisses verstand. Man vergesse nicht, daß, auch wenn man nur die Worte des Protestanten Obama, des Orthodoxen Putins, des Anglikaners Cameron nimmt, der römische Pontifex heute die höchste moralische Instanz des Planeten ist.
Kehren wir zu jenem 11. Februar zurück, dem Tag der Erscheinung Unserer lieben Frau von Lourdes. Wer die katholische Welt kennt, weiß, daß sie sich immer noch fragt und mit dieser Entscheidung kämpft.
Es scheint 2 Lager zu geben:
Auf der einen Seite die Wächter der Tradition, für die der Amtsverzicht (nicht die Demission, weil es auf der Welt niemanden gibt, bei dem der Papst sie einreichen könnte), obwohl sie vom Kanonischen Recht vorgesehen ist, eine Art Abfall darstellte, als ob Benedikt XVI sein Amt als das eines multinationalen oder nationalen Präsidenten sehe. Und deshalb habe er sich ins Privatleben zurückziehen müssen- aus Altersgründen und Effizienzerwägungen-  im Gegensatz zur langen öffentlichen Agonie, die Johannes Paul II gewählt hatte.
Auf der anderen Seite das andere Lager derer, die sich freuten: der Verzicht sei das Ende der Sakralität des Papstamtes, der mystischen Aura um seine Person und deshalb die Anpassung des Amtes des Bischofs von Rom an die Normen, die für alle Bischöfe gelten, wie Paul VI sie wollte. Das heißt mit Vollendung des 75. Lebensjahres auf das Amt des Bischofs, die Leitung seiner Diözese und Aufgaben in der Kurie zu verzichten.

Mittwoch, 28. Mai 2014

Das fehlende Wunder

Wie Papst Franziskus bei seiner fliegenden Pressekonferenz auf dem Rückflug von Jerusalem ganz deutlich betonte, kann der Seligsprechungsprozess für Papst Pius XII nicht fortgesetzt werden, weil ein Wunder fehlt.
Das sei ehernes Gesetz und ohne Ausnahme.
Eine Frage bleibt da allerdings unbeantwortet, die des just zur Heiligsprechung Johannes´ XXIII fehlenden Wunders. Ob ein Wunder erforderlich ist oder nicht, kann augenscheinlich par ordre de Mufti - pardon par ordre du Pape entschieden werden.

Vor 8 Jahren im Blonie-Park in Krakau

Am 28. Mai, dem letzten Tag seines Polenbesuches feierte Papst Benedikt XVI mit einem Meer von Gläubigen die Hl. Messe in Krakau, dem Bischofssitz seines verehrten Vorgängers.

             

Die Predigt beginnt so:

»Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor?« (Apg 1,11).

Brüder und Schwestern, heute ist im Blonie-Park von Krakau erneut diese Frage zu hören, die uns die Apostelgeschichte überliefert. Dieses Mal ist sie an uns alle gerichtet: »Was steht ihr da und schaut zum Himmel empor?« In der Antwort auf diese Frage ist die grundlegende Wahrheit über das Leben und die Bestimmung des Menschen enthalten. ....."

hier der Predigttext :  klicken



                                                     

Dienstag, 27. Mai 2014

"Eine Umarmung- viel Trennendes"

Sandro Magister hat für L´Espresso unter diesem Titel einen Artikel über das Treffen Papst Franziskus´ und des Patriarchen Bartholomäus in Jerusalem und seinen Stellenwert für die Ökumene zwischen der Lateinischen und der Griechischen Kirche geschrieben. Hier geht´s zum Original  : klicken 

"Eine Umarmung und viel Trennendes"
Es gab die Begegnung zwischen Franziskus und Bartholomäus in der Basilika des HL.Grabes. Aber es gibt auch den Bruche zwischen dem griechisch-orthodoxen Patriarchat von Jerusalem und dem von Antiochia. Und es gibt eine offene Kontroverse zwischen Konstantinopel und Moskau über die Frage des Primat .
Und es gibt die antipäpstliche Stimmung der orientalischen Christen.
Die Bilder von Papst Franziksus vor der Westmauer des Tempels von Jerusalem wie -am Tag vorher- vom schweigenden Innehalten vor der Sperrmauer in Bethlehem haben die Aufmerksamkeit der Medien in aller Welt erregt.
Aber es gibt noch eine andere Mauer, die Anlaß für die Reise Papst Jorge M. Bergoglios ins Heilige Land war. Die Mauer, die die Christen untereinander teilt.
Vor genau 50 Jahren, am 5. Januar 1964, fand die Umarmung von Paul VI und dem Patriarchen von Konstantinopel, Athenagoras statt, die zum Wegweiser für die Straße der Versöhnung zwischen der Römischen Kirche und den Orthodoxen Kirchen des Orients wurde.
Wie damals , als der Vorschlag von Athenagoras kam, war es auch diesmal sein Nachfolger Bartholomäus, der Franziskus vorschlug, die Begegnung von Jerusalem zu erneuern. Der Papst hat den Vorschlag sofort angenommen. Und zum ersten mal in der Geschichte ist eine päpstliche Reise. in dem Teil, der beide Kirchen betraf, gemeinsam und in Übereinstimmung mit dem Patriarchat von Konstantinopel geplant worden- mit zwei wichtigen Neuheiten im Vergleich zu der Begegnung zwischen Paul VI und Athenagoras vor 50 Jahren:
-der Teilnahme von Repräsentanten anderer Kirchen und Glaubensgemeinschaften, nicht nur orientalischer sondern auch protestantischer am Ereignis
-und der Ort der Begegnung, die Basilika des Hl. Grabes, mit dem Felsen des Kreuzes und dem weggerollten Stein der Auferstehung, Fundamente des Glaubens aller Christen*.

Noch einmal

die historische Reise Papst Pauls VI ins Heilige Land im Januar 1964.



der erste Papst seit dem Heiligen Petrus an den Stätten, wo alles begann. Und der erste Papst der Neuzeit der den Vatican und Italien verließ. Als er nach Rom zurückkehrte, war die halbe Stadt auf den Beinen zu sein, um ihn zu begrüßen und ihm für die historische Versöhnungsgeste der Begegnung mit dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Athenagoras -der lateinischen mit der griechischen Kirche-zu danken, die in der Aufhebung der gegenseitigen Exkommunizierung gipfelte, veranstalteten sie einen Fackelzug.
Hier dazu ein Screenshot aus dem Video: die  Einfahrt von der Via della Conciliazione auf den Petersplatz

                         

Montag, 26. Mai 2014

An der Westmauer des Tempels


Der Jerusalemer Oberrabbiner geleitete Papst Franziskus bis vor die Westmauer des salomonischen Tempels, dort sprach der Pontifex ein Gebet und steckte, dem uralten Brauch folgend, den Gebetszettel zwischen die Steine.




vor 9 Jahren war es Papst Benedikt XVI, der dort, wo das "Zelt des Namens" gestanden hatte, betete und in einer Fuge der Mauer sein Gebet hinterließ.



ebenso taten das der Heilige Johannes Paul II und der Diener Gottes Papst Paul VI.

Psalm 122
Voll Freude war ich, da sie mir sagten:
Wir ziehen zum Hause des Herrn!
Schon treten unsere Füße in deine Tore, Jerusalem.
Jerusalem,du Stadt, so herrlich erbaut,
fest gefügt und geschlossen.
Dorthin ziehen die Stämme hinauf,
die Stämme des Herrn nach Israels Gesetz,
den Namen des Herrn zu lobpreisen.
Aufgestellt sind dort die Throne der Richter,
die Throne des Hauses David.
Erfleht für Jerusalem, was ihm dient zum Frieden!
Allen, die dich lieben, ergehe es wohl!
Friede herrsche in deinen Mauern,
Sicherheit in deinen Palästen!
Ich rufe wegen meiner Brüder und Freunde:
Über dich komme Friede.
Ich flehe wegen dem Haus des Herrn, unseres Gottes:


Sonntag, 25. Mai 2014

Petrus und Andreas in Jerusalem

Die jeweiligen Nachfolger des Apostelbrüderpaares Papst Franziskus und Patriarch Bartholomäus I trafen sich heute in Jerusalem und besuchten gemeinsam die Grabeskirche, die die Orthodoxen Auferstehungskirche nennen. Seite an Seite küßten sie den Salbstein und betraten die Grabkammer Christi.





In ihren Reden drückten sowohl der Nachfolger Petri als auch der des Andreas ihren Willen aus, auf dem Weg zur vollen Kommunion voran zu gehen.
Die Botschaft des "lebenspendenden Grabes" -so sagte der Ökumenische Patriarch ist: "Liebt den anderen, den, der anders ist" -im Hinblick auf den religiösen Fanatismus in der Welt.

Vor 9 Jahren Papst Benedikt XVI am selben Ort

Du Bethlehem im Lande Juda

bist keineswegs die geringste unter den Fürsten....

Heute feierte Papst Franziskus in Bethlehem die Heilige Messe



auf dem Weg zur Hl. Messe ließ Papst Franziskus den Konvoi anhalten und betete an der Sperrmauer nach Israel für eine friedliche Lösung des Konfliktes





Vor 9 Jahren tat es an der gleichen Stelle Papst Benedikt XVI, feierte die heilige Messe und



wie jetzt Papst Franziskus besuchte er die Sperrmauer und betete für ein Ende der Blockade, er besuchte das Flüchtlingslager Aida und das benachbarte Priesterseminar und traf mit dem Palästinenserpräsidenten M. Abbas zusammen. *




* für die Mitarbeiter eines Nachrichtenmagazins, die diesen Besuch aus ihrem kollektiven Gedächtnis gestrichen haben und in ihren Veröffentlichungen als ungeschehen darstellen.


Samstag, 24. Mai 2014

An den Ufern des Jordans

Nach der Heiligen Messe in Amman stand für Papst Franziskus ein Besuch an der Taufstelle Jesu am Jordan auf dem Programm. König Abdallah chauffierte seinen Gast in einem Maxi-Golfcart persönlich dorthin, begleitet wurden die beiden von Königin Raniah und dem Kronprinzen.
Am Ufer des Jordans, an dem Platz der als Taufstelle überliefert ist, sprach Papst Franziskus ein Gebet und segnete das Wasser.




Vor 5 Jahren war es Papst Benedikt XVI der in einem ähnlichen Gefährt zum Ufer des Jordans fuhr. Er segnete damals die Steine der ersten lateinisch-melkitischen Kirche, die an diesem Ort errichtet worden war.

             

Ut unum sint .

Das ist das Motto der Apostolischen Reise zu der Papst Franziskus heute aufgebrochen ist. Und  das bezieht sich, wie das schöne offizielle Signet zeigt, auf das heilige Brüderpaar Petrus und Andreas.
50 Jahre nach dem Bruderkuss, mit dem sich Petrus Paul VI und Andreas Athenagoras I in der Heiligen Stadt Jerusalem begrüßten. Jetzt, 50 Jahre danach, versuchen deren Nachfolger erneut das Schifflein der Wiedervereinigung der beiden Kirchen, die sie anführen, auf Kurs zu bringen. Es wird Zeit.

                               

p.s. Wenn die Katholische Kirche allerdings, was Gott verhüten möge, ihre Sakramentenlehre und ihres Sicht auf die 10 Gebote auf Zeitgeistlinie bringt, dürfte das das aus für das "ut unum sint" bedeuten.

Freitag, 23. Mai 2014

Apostolische Reisen ins Heilige Land

Bevor Papst Franziskus zu seiner Apostolischen Reise in den Nahen Osten aufbricht noch drei historische Reminiszenzen:

die in jeder Hinsicht historische Reise Papst Pauls VI :
vielleicht am wichtigsten das Zusammentreffen mit dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Athenagoras I. Der Patriarch des Abendlandes und der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Ehrenprimas der Griechisch Orthodoxen, fand 910 Jahre nach der gegenseitigen Exkommunikation und dem großen Schisma von 1054 statt und bot Anlass zu großen Hoffnungen auf eine weitgehende Wiederannäherung, die sich leider bisher nicht erfüllten. Es war gleichzeitig die erste Reise eines Papstes nach dem Hl. Petrus ins Heilige Land.




Der Hl. Johannes Paul II,  schon von der Krankheit gezeichnet  aber unbeugsam



Papst Benedikt XVI  an den heiligen Stätten in Jordanien und Israel



Shimon Peres begrüßte den Heiligen Vater auf dem Ben-Gurion-Flughafen mit den Worten: „Ave Benedicte, princeps fidelium qui hodie terram sanctam visitas - sei gegrüßt, Erster unter den Gläubigen, der du heute das Heilige Land besuchst.“

Mehr und neue Aufgaben für Kardinal Müller


Wie Radio Vatican meldet, ist L. Kardinal Müller, Präfekt der Glaubenskongregation
von Papst Franziskus mit weiteren Aufgaben betraut worden. Er ist nun Mitglied in der Ostkirchen- Bildungs- und Ordenskongregation, sowie im Päpstlichen Einheitsrat und im Kulturrat.
Die in Deutschland immer wieder insinuierte Ablehnung Müllers durch den Pontifex erweist sich damit wohl als hirngespinstiges Wunschdenken und kann als abgehakt betrachtet werden..
Auch die anderen neuen Kardinäle wurden mit mehreren zusätzlichen Aufgaben betraut.
Hier der link zu Radio Vatican  : klicken