Freitag, 8. September 2017

Roberto de Mattei zur Causa Seifert

Roberto de Mattei kommentiert bei Corrispondenza Romana die Suspendierung von Professor Josef Seifert durch den Erzbischof von Granada.
Hier geht´s zum Original, das rorate caeli veröffentlicht hat:  klicken

"DIE CAUSA SEIFERT: WER TRENNT SICH SELBST VON DER KIRCHE?"

"Die Neuigkeit wurde von Maike Hickson berichtet.
Am 31. August entließ Msgr. Javier Martinez Fernandez, Er
zbischof von Granada, nachdem er ihn vom Unterrichten suspendiert hatte, aus der Interntionale Akademie für Philosophie, zu deren Gründern er gehörte, die aber heute unter der Autorität der Erzdiözese steht.

Man sollte im Bewußtsein behalten, daß Professor Josef Seifert als einer der wichtigsten Katholischen Philosophen unserer Zeit angesehen wird. Sein Curriculum  füllt mehrere Seiten.
Aber er ist vor allem für seine Treue zum Päpstlichen Lehramt bekannt, was ihm die Ernennung als Mitglied der Päpstlichen Akademie für das Leben auf Lebenszeit einbrachte. Jede Katholische Universität wäre geehrt, ihn in ihrem Lehrkörper zu haben.
Was ist der Grund für die drastischen Maßnahmen, die gegen ihn ergriffen wurden?
Nach einem Comuniqué der Erzdiözese ist das Motiv für seine jüngste Entlassung ein Artikel, in dem Professor Seifert ein Plädoyer bzgl. der postsynodalen Exhortation Amoris Laetitia an Papst Franziskus richtete.*

In dem inkriminierten Artikel hat Seifert Papst Franziskus gebeten, eine Behauptung in Amoris Laetitia zurückzuziehen, aus der -auf Grund überzeugender Logik- die Auflösung der Katholischen Morallehre in ihrer Gesamtheit resultieren würde. **

Seifert zitiert den Satz in Amoris Laetitia, nach dem das Gewissen ehebrecherischer Paare- auch als "irreguläre Paare" bekannt, mehr tun könne, als zu erkennen, daß die gegebene Situation objektiv nicht mit den Forderungen des Evangeliums übereinstimmt. Es kann auch ernsthaft und ehrlich anerkennen, was bisher die großzügigste Antwort ist, die man Gott geben kann und dazu kommen, mit einer gewissen moralischen Sicherheit zu sehen, was Gott selbst in der Komplexität der konkreten Situation und innerhalb der eigenen Grenzen verlangt, während das ideale Ziel noch nicht erreicht ist (AL Nr. 303).


Donnerstag, 7. September 2017

A. Socci hat auch persönliche Erinnnerungen an Kardinal Carlo Caffara R.I.P.

A.Socci bei LoStraniero über letzte Worte von Kardinal Caffarra
Hier geht´s zum Original:  klicken

"EIN PRIESTER GIBT DIE LETZTEN DRAMATISCHEN WORTE VON KARDINAL CAFFARRA BEKANNT."

Sehr viele Katholiken haben in den letzten Jahren auf Cardinal Caffarra als eines des wenigen Lichter in diesen Zeiten der Dunkelheit geblickt. Ein Priester hat mir anvertraut, daß er gerade in den letzten Tagen zu ihm gekommen ist, um ihm seinen Schmerz über die tägliche Katastrophe, die wir in der Kirche erleben, auszudrücken und sich dabei auf einige Fakten bezogen hat.
Er habe begonnen zu weinen und ihm gesagt:
"Der Herr wird seine Kirche nicht verlassen. Es waren 12 Apostel und der Herr wird mit wenigen wiederbeginnen. Stell dir den Schmerz des Hl. Athanasius vor, der allein übrig blieb, um aus Liebe zu Christus,  zur Kirche und den Menschen, die Wahrheit zu verteidigen. Wir brauchen Glauben, Hoffnung und Stärke.

Dieser Priester vertraute mir an, daß der "Kardinal sehr traurig war, aber er hat mir so viel Mut und Liebe zur Kirche übermittelt."

Die Bezugnahme des Kardinals auf den Hl. Athanasius erinnert an den dunkelsten Moment der Kirchengeschichte, als im 4. Jahrhundert die arianischen Häretiker die Kontrolle der Kirche übernommen hatten.

Wie von selbst erhob sich die Stimme des Hl. Athanasius zur Verteidigung der katholischen Wahrheit. Er wurde vom Papst exkommuniziert und vier mal ins Exil geschickt.

Aber kurz darauf kehrte die Kirche zum wahren Glauben zurück und kanonisierte in der Folge den Hl. Athanasius uns ernannte ihn zum Vater und Lehrer der Kirche.

Der Priester, der mit dem Kardinal gesprochen hat, wiederholte, daß er sehr traurig gewesen sei. Es kann sein, daß er an gebrochenem Herzen gestorben ist. Sicher hat er im geheimen Gebet Gott sein Leben für diese arme verlorene Christenheit angeboten.

Er war sicher, daß am Ende in der Welt und in der Kirche der Herr siegt, So fand er sich in den letzten Jahren als Protagonist einer gewichtigen Verteidigung des Katholischen Glaubens und der Sakramente gegenüber Papst Franziskus´ Amoris Laetitia wieder.

In dieser Situation trösteten ihn die Worte, die er einige Jahre zuvor in einem Brief von Schwester Lucia von Fatima erhalten hatte, indem sie schrieb, daß die "finale Konfrontation zwischen Gott und Satan um Familie und Ehe gehen wird".

Dieses Erlebnis hat-außer allen seine Weisheit, seinen Glauben und seinen Mut zu zeigen- auch seine tiefe Menschlichkeit ans Licht gebracht.


Benedetto XVI wird Ehrenbürger von Roana*

Die Einwohner der kleinen Stadt Roana, einer der  Gemeinden von Altopiano /Venetien hat beschlossen, dem Papa emeritus die Ehrenbürgerwürde zu verleihen.
Gerardo Gironi berichtet in Il Giornale di Vicenza :   klicken

Wie Il Giornale di Vicenza berichtet, hat Roana einen neuen illustren Mitbürger: den früheren Pontifex Joseph Ratzinger. Einstimmig habe der Gemeinderat des Altopiano-Städtchens  beschlossen, dem emeritierten Papst Benedikt XVI die Ehrenbürgerwürde zu verleihen.
Joseph Ratzinger sei für Alto Piano und Vicenza ein alter Bekannter, daher das Zeichen "tiefer Dankbarkeit für sein Handeln für Hoffnung und Weltfrieden".

Der Bürgermeister von Roana, Valentino Frigo,  habe erklärt, daß man "präzisieren müsse, daß es sich um einen symbolischen Akt handle- im Sinne des vaticanischen Protokolls, das nur Formulierungen dieser Art zuläßt, aber wir halten das trotzdem für eine wichtige und fällige Anerkennung. Papa Ratzinger hat immer mit Interesse von unserer Kultur gesprochen und sich besonders an die Freundschaftsbande mit unserer Gemeinde erinnert, die aus den Tagen der Begegnungen in Roana stammten.
Eine Zuneigung, die auch von der Gemeinde geteilt wird, so sehr, daß die Pfarrgemeinde einen Versammlungssaal nach Ratzinger benannt hat. Das Cimbrische Kulturinstitut hat ihm schon den "Cimbrischen Kragen" der 7 Kommunen verliehen."

Wie das Giornale di Vicenza berichtet, gehen die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Ratzinger und der Altopiano-Gemeinde- und Roana im Besonderen -40 Jahre zurück.
Zwischen 1975 und 1976 habe Ratzinger die Gelegenheit gehabt Altopiano di Asagio anläßlich seiner Teilnahme am Theologenkongress kennen zu lernen, den sein guter Freund Msgr. Luigi Sartori organisiert hatte, Theologe und Peritus beim II. Vaticanischen Konzil.
Eine Verbindung, die über die Zeit aufrecht gehalten wurde und erneut aufschien während der jüngsten, von der Gemeinde und der Diözese Padua zuammen mit der Theologischen Fakultät von Triveneto, der Pfarrgemeinde von Roana und unter Mitarbeit des Italienischen Theologenverbandes und des Insituttes für Ökumenische Studien San Bernardino di Venezia organisierten Feier zum 10. Jahrestag des Todes von Luigi Sartori.
Eine Verbindung, die sich auch in der alten cimbrischen Sprache als Leitfaden in den fortgesetzten Beziehungen zwischen der Christlichen Gemeinde von Roana und dem Prälaten gezeigt habe, der dann den Thron Petri bestieg.

Eine Beziehung, die auch intakt geblieben sei, als Ratzinger der Namen Benedikt XVI annahm und als Papst -bei einem privaten Treffen der Präsidenten des Cimbrischen Kuratoriums, den Bayern Jakob Ossner, den Präsidenten des Cimbrischen Kulturinstitutes von Roana, Sergio Bonato, und den leidenschafltichen Erforscher des Cimbischen Remisius Geiser empfing, um an die 40 Jahre zuvor entstandene Freundschaft beim von Sartori in Roana organisierten Kongress für Theologen aus Venetien und Bayern zu erinnern.
Papst Benedikt XVI habe anläßlich der Gedenkfeiern zum 10. Jahrestag des Todes seines Freundes, des Theologen Luigi Sartori, das Cimbrische "als Brücke zwischen dem Veneto und Bayern, zwischen Italien und Deutschland definiert, als eine Brücke der Solidarität und Freundschaft, wichtig in einer Welt, die durch so viele Teilungen und Kriege zerrissen ist. Die Tradition ist von großer Wichtigkeit: es gibt keinen Fortschritt ohne gelebte und geteilte Tradition in einer von brüderichen Beziehungen gekennzeichneten Gemeinschaft."

Im Licht dieser langen Freundschaft habe der Gemeinderat Roanas dem Papa emeritus seine tiefe Dankbarkeit ausdrücken wollen.
"Besonders bedeutungsvol sind die Gedenkveranstaltungen gewesen, die für unseren Mitbrüger Luigi Sartori organisiert wurden"- sei Bürgermeister Valentino Frigo fortgefahren-: "auch bei dieser Gelegenheit hatten wir die Ehre einen hohen Prälaten aus dem Vatican zu Gast zu haben- Msgr. Georg Gänswein, den Präfekten des Päsptlichen Hauses und Sekretär Papst Benedikst XVI,dem seinerseits das Cimbrische Kollar, so wie vor 40 Jahren Ratzinger, verliehen und auf diesen Weise ein neues Band zwischen Roana und dem Hl. Stuhl gebunden wurde."

Quelle: Il Giornale di Vicenza, Gerardo Gironi

Roana ist eine zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert gegründete Stadt, eine der 7 Gemeinden von Pianoalto in der Provinz Venetien, mit 4286 Einwohnern und mit einer cimbrisch-sprachigen ehnischen Minderheit.




Das Farc-Logo auf der Fassade der Kathedrale von Bogotà....

Marco Tosatti kommentiert bei Stilum Curiae den Papstbesuch in Kolumbien und die Erwartungen und Vorbehalte einiger Kolumbianer.
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 "DIE FARC HEISSEN DEN PAPST MIT IHREM LOGO AUF DER KATHEDRALE VON BOGOTA WILLKOMMEN. EIN BISSCHEN SO ALS OB MAN AUF SAN GIOVANNI..."

"Stellen Sie sich vor, daß die Roten Brigaden im Verlauf eines von ihnen selbst organisierten Konzertes - mit Geldern aus unbekannten Quellen- in Rom  auf die Fassade der Basilika von San Giovanni  ihr Logo mit dem fünfzackigen Stern projiziert hätten.
Tja- das ist in Bogotà passiert - wie Infocatolica informiert.
Die Farc, die Terrororganisation, die nach dem Willen der Regierung und trotz des klaren Denkens des kolumbianischen Volkes - ausgedrückt in einem Referendum - eine politische Partei werden, ohne je für die Verbrechen um Entschuldigung zu bitten, die sie begangen haben.
Eine Geste, die vom Präsidenten des Kirchengerichtes von Bogotà als "ein Akt ideologischer Gewalt und eine respektlose Provokation. Totale Ablehnung!" beurteilt wurde.

Die Schatten einer von der Mehrheit des kolumbianischen Volkes schlecht verdauten "Befriedung", der Möglichkeit der Ausbreitung der antidemokratischen Seuche aus Kuba und Venezuela nach Kolumbien und die Sympathie, die viele - zu viele - beim regierenden Pontifex gegenüber Parteien und Diktaturen der Linken vermuten, stellen ein gewichtiges Handicap für den Besuch in Kolumbien dar, auch wenn die Informationsmaschinerie der Regierung - und des Vaticans - vor allem "Feststimmung und Enthusiasmus" ausdrücken.

Radio Com Nacional hat eine Sendung ausgestrahlt, in der gesagt wurde, daß "Katholische Priester zu denen gehören, die dem Besuch des Papstes in Kolumbien ablehnend gegenüber stehen, weil sie denken, daß Franziskus mit seinen Erklärungen - besonders zum Thema Homosexualität und Familie - das Lehramt der Kirche beschädigt hat."
Der Radiosender hat einen Priester interviewt, der seit 20 Jahren im Priesteramt ist. Er ist nach Bogotà gekommen und sagt, daß er sein Apostolat im Glauben an Christus lebt.
Er bat verständlicherweise darum,  anonym bleiben zu können: die Bischofskonferenz hat vor kurzem die sehr populäre "Teleamiga" "exkommuniziert" , weil der Pater, der ihr Patron ist, Prof. Galat, Franziskus gegenüber zu kritisch war. Der Sender behauptet, daß mindestens  90 andere katholische Priester in Bogotà, Medellin unf Bucaramanga nicht mit der Art einverstanden sind, wie der der Papst gehandelt hat. "Und er versichert, daß es Menschen gibt, die beten, daß der Pontifex maximus Kolumbianischen Grund und Boden nicht betritt."

Er fügte hinzu: "Priester, die zu verschiedenen Diözesen gehören - ich kann sie nicht nennen - sind völlig gegen den Besuch von Franziskus; sehr viele Gebetsgruppen und Laien, die sich im Gebet engagieren, beten, daß er nicht kommt."
Auch bei den Laien sind - nach dem Radiosender - viele Leute dagegen. "Es gibt welche, die ihn den "falschen Papst" nennen, die glauben, er sei Kommunist, viele sind überzeugt, daß er kommt, um den Friedensprozess mit den Farc zu legitimieren."

Paradoxerweise - aber auch nicht so sehr - ist das Problem mehr Venezuela als Kolumbien. In Kolumbien leben viele Menschen. die aus dem Nachbarland geflohen sind; und wie nicht wenige andere werfen sie dem Papst und der Vaticanischen Diplomatie den sanften Ton vor, mit dem sie den venezolanischen Diktator behandeln.  Und am Rande des Geschehens in Kuba, wo der Papst keinen Kontakt mit oppositionellen Persönlichkeiten der kommunistischen Diktatur hatte.

Das Wall Street Journal schreibt: "Einige Kritiker deuten an, daß der Papst, der sich öffentlich mit einigen linken Bundesgenossen Maduros gezeigt hat - wie dem bolivianischen Präsidenten Evo Morales und einige ihrer politischen Ansichten teilt, sich aus ideologischer Sympathie (mit Kritk an Maduro) zurückhalten könnte.
Das Wall Street Journal  zitiert eine katholische Venezolanerin. die nach Kolumbien gezogen ist: "Ich bin katholisch. Aber ich glaube, daß den Papst solche Sachen machen zu sehen, mich weit von der Kirche entfernt. Der Papst ist im Herzen Kommunist, der in Venezuela nicht einbezogen werden will."

Quelle: Marco Tosatti, Stilum Curiae

Marco Tosatti zur causa Seifert, der allwaltenden Barmherzigkeit in diesem Pontifikat und-immer noch! "Amoris Laetitia"

Marco Tosatti heute in La Nuova Bussola Quotidiana.
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      "SEIFERT, EIN WEITERES OPFER DER              BARMHERZIGKEIT VON AMORIS LAETITIA"

"Amoris Laetitia und die Barmherzigkeit fordern weitere Opfer. In diesem Fall geht es um den Erzbischof von Granada, Spanien, und einen österreichischen Universitätprofessor, Josef Seifert.
2016 hat Seifert einen Brief veröffentlicht, in dem er zahlreiche Sorgen und Widersprüche gegenüber Amoris  Laetitia formulierte.
Der Erzbischof von Granada, Javier Fernández Martínez, hat ihn vom Unterricht für die Seminaristen suspendiert. Seither sind- wie Seifert selber in einem Interview mit OnePeterFive  in Erinnerung bringt- viele Dinge passiert:

"Eine Gruppe von Theologen und Philosophen haben bei zwei Gelegenheiten Papst Franziskus einer langen Reihe von Häresien und anderer Irrtümer beschuldigt, die sie in Amoris Laetitia erkennen und sie waren sehr genau darin, die Gründe zu beweisen, aus denen sie den Papst gebeten haben, seine Irrtümer zu korrigieren. 
Man hat mich gebeten, ihren Brief zu unterschreiben, aber ich habe das aus mehreren Gründen nicht getan. Der Erzbischof von Granada hat mich vom Unterricht für die Seminaristen suspendiert. Der Erzbischof von Vaduz hat mich zu diesem Artikel beglückwünscht und mir für den großen Dienst an der Kirche, den er in ihm sah, gedankt. 
Die vier Kardinäle haben ihre Dubia formuliert- und sind immer noch ohne Antwort.
So hatte ich eine Menge Gründe, um über Amoris Laetitia und meinen ersten Artikel nachzudenken, den ich zuvor als persönlichen Brief an Papst Franziskus geschickt hatte, der nie geantwortet hat und der mir auch keinerlei Hinweis gegeben hat, daß er ihn bekommen hat."

Professor Seifert hat an Rocco Buttiglione, der Amoris Laetitia verteidigt hatte,geschrieben, um seine Befürchtung auszudrücken, daß "Humanae Vitae" und "Evangelium Vitae" auf irgendeine Weise an Amoris Laetitia angepaßt werden  würden. Buttiglione hat "mein Alarmgefühl verstärkt, indem er antwortete, daß man offensichtlich auf Humanae Vitae und Evangelium Vitae die selbe Differenzierung und die selben Prinzipien anwenden müsse, wie sie in Amoris Laeitita erklärt werden. Das hat mich zutiefst erschüttert."


Sandro Magister zum Tod Kardinal Caffarras - und der letzte Brief des Kardinals an den Papst

Sandro Magister berichtet bei Settimo Cielo vom Tod des Bologneser Alterzbischofs Kardinal Caffarra und veröffentlicht noch einmal den Brief, den er im Namen der vier Dubia-Kardinäle an den Papst geschrieben hat, nachdem der auf die dubia nicht reagierte.
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"CARLO CAFFARRA -UNGEHÖRTER PROPHET. SEIN LETZTER BRIEF AN PAPST FRANZISKUS"

Der Morgen des 6. Septembers erlebt den plötzlichen Tod Kardinal Carlo Caffarras, Erzbischof emeritus von Bologna und höchstrangiger Moraltheologe, besonders für Fragen zu Familie und Leben.
Mit seinem Ableben und dem vergleichsweise unerwarteten Tod Kardinal Joachim Meisners am vergangenen 5. Juli ist die Zahl der vier unterzeichnenden Kardinäle der "dubia", die im letzten Jahr Papst Franziskus zu kontroversen Punkten in "Amoris Laetitia" übermittelt wurden sind auf die Hälfte gefallen. Die beiden noch Lebenden sind der Deutsche Walter Brandmüller und der Amerikaner Raymond L. Burke.

Unter den vieren, war Caffarra die Leitfigur. Seine Unterschrift ist unter dem Brief, in dem er im vergangenene Frühjahr für sich selbst und die anderen drei um eine Audienz beim Papst bat. Auch diesesmal- wie schon zuvor bei den "dubia" ohne irgendeine Antwort zu bekommen.

Kurz bevor er diesen Brief abschickte, hatte Caffarra die Gelegenheit mit Papst Franziskus zusammen zu treffen, als der am 2. April Carpi in der Nähe von Bologna besuchte. Während des Mittagessens saß er neben ihm, aber der Papst zog es vor, sich mit einem älteren Priester zu unterhalten, der am gleichen Tisch saß.

Hier folgt der komplette Text des letzten Briefes, den Caffarra dem Papst schrieb- von Settimo Cielo am vergangenen 20. Juni mit Erlaubnis des Autors veröffentlicht.


Mittwoch, 6. September 2017

Zum Ableben Kardinal Caffarras

Corrispondenza Romana zum Tod Kardinal Caffarras:  klicken

                       "KARDINAL CAFFARRA IST GESTORBEN"

"Kardinal Carlo Caffarra, der 79jährige emeritierte Erzbischof von Bologna ist gestorben. Der Purpurträger fehlte heute morgen, Mittwoch 6. September, unvermutet. Er hat die Erzdiözese der Hauptstadt der Emilia von 1995 bis Ende Oktober 2015 geleitet. Es war Papst Benedikt, der ihn 2006 zum Kardinal machte. Kardinal Caffarra ist einer der vier Autoren der Dubia an Papst Franziskus zur postsynodalen Exhortation Amoris Laetitia. Zuammen mit ihm haben auch die Kardinäle Raymond Burke, Walter Brandmüller und Joachim Meisner, der am 5. Juli dieses Jahres verstarb, unterschrieben.

Am 8. September 1995 hatte ihn Papst Johannes Paul II zum Erzbischof von Ferrara-Comacchio ernannt und am 16. Dezember 2003 zum Metropolitanerzbischof von Bologna- als Nachfolger Kardinal Giacomo Biffis.
Am 27. Oktober hatte Papst Franziskus seinen Rücktritt von der Leitung der Erzdiözese von Bologna aus Altersgründen akzeptiert. Ihm folgte Msgr. Matteo Maria Zuppi.
Von diesem Moment an trug er den Titel eines emeritierten Erzbischofs von Bologna und wohnte im Erzbischöflichen Seminar von Bologna. "

Quelle: Corrispondenza Romana




"Gotti Tedeschi: Jetzt sind es nur noch zwei: Burke und Brandmüller"


Marta Moriconi für intelligonews zum Tod von Kardinal Caffarra und dem Gedenken Gotti Tedeschis an den Alterzbischof von Bologna.

"ADIEU CAFFARRA. DAS GEDENKEN VON GOTTI TEDESCHI: JETZT SIND ES NUR NOCH ZWEI "BURKE UND BRANDMÜLLER"

"Im Alter von 79 Jahren hat uns der emeritierte Erzbischof von Bologna Carlo Caffarra verlassen. Der aktuelle Erzbischof von Bologna Msgr. Matteo Zuppi hat heute sein Ableben bekannt gegeben: "Er hat sein ganzes Leben lang ohne Einschränkung mit Liebe. Großzügigkeit und Intelligenz gedient."

So beginnt der Artikel Marta Moriconis zum Tod des Kardinals.
Dann berichtet sie, daß Caffarra, seit 1995 Bischof von Ferrara, 2006 von Papst Benedikt XVI zum Kardinal kreiiert wurde, im Dezember  2003 sei er von Papst Johannes Paul II nach Bologna berufen worden, wo er das Amt von Kardinal Biffi übernahm- und Anfang 2004 ins Amt eingeführt wurde.
dort habe er 11 Jahre gedient- bis Ende Oktober 2015. Und er war einer der vier Unterzeichner der Dubia zur Apostolischen Exhortation "Amoris Laetitia".
Intelligonews hat den Ex-Präsidenten des IOR, Ettore Gotti Tedeschi , der Caffarra näher kannte nach seinen Erinnerungen befragt.

Moriconi fragte Tedeschi: "Haben Sie eine persönliche Erinnernung an Kardinal Caffarra, von der Sie berichten können?"

Tedeschi antwortet, daß er mehr als eine Erinnerung habe, von denen viele aber sehr privat seien und über die er deshalb nicht das Recht zu berichten habe.
Er sagt:
"Caffarra wurde Ende 2003 als Nachfolger des großen Kardinals Biffi ernannt. 
Anläßlich eines Besuches in der "Eremitage" Biffis habe dieser ihm gesagt, daß er selber auf ihn hingewiesen habe, und daß keiner geeigneter gewesen wäre, die Diözese von Bologna zu leiten.
Dann habe er Kardinal Caffarra nach der Veröffentlichung der dubia oft getroffen, und was er sagen könne, daß er wegen seiner Liebe für die Kirche und die Figur des Papstes sehr unter der Veröffentlichung gelitten habe.  Caffarra sei ein heiliger Mann gewesen, "der wenn er von schwerwiegenden Problemen sprach, sehr litt, er sprach wie einer, der in Gott vertraut, der mit Gott spricht und vor allem auf ihn  hört. Mehr will ich nicht sagen:"

Er hatte die "dubia" zu Amoris Laetitia unterschrieben. Er starb nach Meisner, auch der einer der Unterzeichner des Briefes an den Papst. 
Moriconi fragt dann "ob die Kirche, die um größere Klarheit über die Apostolische Exhortation bat, leer geblieben sei"-

Tedeschi antwortet, daß diesbzüglich Krdinal Caffarra ein Beispiel an "priesterlicher Verantwortung" bliebe, Beispiel für Tugend für einen möglichen zukünftigen Seligsprechungsprozess.
Aber er wolle auch auf eine "Fangfrage" antworten. 
"Jetzt müssen die Kardinäle Burke und Brandmüller der Erinnerung an Meisner und Caffarra mit größerem Nachdruck und mehr Kräften widmen. Und ich wünsche mir, daß zwei weitere auch so heilige Kardinäle (lebend und arbeitend) zur Verfügung stehen, um das Werk der beiden verstorbenen Kardinäle fortzusetzen, und sie in ihrem Bemühen um zum Wohl der Seelen um Klarheit zu bitten zu untertützen."
Nachdem er die Leser um ein Requiem zur Erinnerung an Caffarr gebeten hat, sagt er:
"Unnötig zu sagen, daß er uns dort, wo er jetzt ist, beschützt, wie er das bis gestern hier auf der Erde getan hat."

Quelle: intelligonews, Marta Moriconi, E.G.Tedeschi


R.I.P. Kardinal Caffarra

rorate caeli zum Tod Kardinal Carlo Caffarras- hier geht´s zum Original:  klicken

Verschiedene Nachrichtenagenturen berichten, daß Kardinal Carlo Caffarra, der Erbischof em. von Bologna, heute im Alter von 79 Jahren gestorben ist.
Er war einer der vier Kardinäle, die die an Papst Franziskus gerichteten Dubia bzgl. "Amoris Laetitia" unterzeichnet haben.

Mit seinem Tod sind die einzig überlebenden Unterzeichner die Kardinäle Walter Brandmüller (fast 89) und Raymond Burke (69).

Caffarra war der Gründer des Päpstlichen Johannes Paul II Institutes für Studien zu Ehe und Familie und wir immer mit den Versuchen des Johannes Paul II-Pontifikates identifiziert werden, die Katholische Lehre zu Familie und Ehe zu unterstützen.

Er waf auch einer der wenigen Italienischen Kardinäle die öffentlich die Traditionelle Lateinische Messe feierten  [und nicht nur an einer teilnahmen] er sollte am 16. September eine Feierliche Pontifikalmesse nach dem Missale von 1962  im Petersdom zelebrieren, während der traditionellen internationalen Katholischen Pilgerfahrt nächste Woche in Rom.

Möge er in Frieden ruhen.

Jetzt ist es wert, Cardinal Caffarras Zeugnis zum Brief von Schwester Lucia von Fatima zu lesen - zur "finalen Konfrontation" zwischen dem Teufel und der Familie.

Kardinal Caffarra: "Was Schwester Lucia mir erzählte: die endgültige Konfrontation zwischen dem Herrn und Satan wird um Familie und Ehe gehen."  klicken


Marco Tosatti über den Anteil der Bergoglio-Lobbyisten am Konklave von 2013.

Marco Tosatti in untersucht in Stilum Curiae, was das demnächst erscheinende Buch "Der Schlüssel und das Königreich" über das Konklave von 2013 und mögliche Regelverletzungen aussagt - auch im Licht vorangegangener Enthüllungen, wie z.B. durch Austen Ivereigh.
Hier geht´s zum Original:  klicken

"GROSS-BRITANNIEN: EIN BUCH ENTHÜLLT DIE AKTIONEN DER LOBBYISTEN; UM BERGOGLIO AUF DEN STUHL PETRI ZU WÄHLEN"

Ein Buch, das in Groß Britannien kurz vor seiner Veröffentlichung steht, liefert neue Elemente zum Verständnis, wie und von wem getragen Jorge Mario Bergoglio Papst geworden ist.
Geschrieben wurde das Buch mit dem Titel "Die Schlüssel und das Köigreich" von Catherine Pepinster, der ehemaligen Direktorin der katholischen englischen Zeitung "The Tablet".
Darin wird behauptet, daß der vor einigen Tagen verstorbene Kardinal Murphy O´Connor, der ehemalige Erzbischof von Westminster, in Rom in den Räumen der Britischen Botschaft mindestens ein Treffen veranstaltete, um die wählenden Kardinäle aus dem  Commonwealth davon zu überzeugen, für den Erzbischof von Buenos Aires zu stimmen.
Vorsätzlich ausgeschlossen von diesen Einladungen seien Kardinal Marc Ouellet, Kanadier und Präfekt der Bischofskongregation und Kardinal George Pell aus Australien gewesen.
Wahrscheinlich fürchtete er, daß die ihm von seiner Lobby-Aktion abgeraten hätten.

Murphy O´Connor war aus Altersgründen im Konklave nicht mehr stimmberechtigt; aber er war in Rom, um an den Kongregationen teilzunhemen, den Versammlungen der Kardinäle, die dem Konklave vorangehen und auch für die über 80-Jährigen offen sind.

Nach "Catholic Culture", das die vom Telegraph veröffentlichte Nachricht wiedergibt, handelt es sich dabei um eine klare Verletzung der Vorschriften, die jede Form von Lobbyismus vor einem Konklave verbieten.

Es ist das zweite mal, daß dieser Verdacht- oder Vorwurf- ans Licht kommt. Das erstemal geschah das vor einigen Jahren, als Austen Invereigh, der damalige Pressesprecher Murphy O Connors und großer Fan des regierenden Pontifex, in seinem Buch "Der große Reformer" schrieb, daß die Kardinäle, die Bergoglio 2005 dazu bewogen hatten, sich zur Wahl zu stellen, der dann von Ratzinger geschlagen wurde.
"Sie haben die Lektion von 2005 gelernt und waren dieses mal gut organisiert. Zuerst haben sie sich der Zustimmung Bergoglios versichert. Als sie ihn fragten, ob er bereit sei, antwortete er, daß in einem solchen Moment der Krise in der Kirche kein Kardinal, wenn er gefragt werde, ablehnen könne. Bewußr riet Murphy O´Connor ihm, "sich klar zu sein", daß er dieses mal an der Reihe sei, der habe dann italienisch gewantwortet "ich verstehe."

Was er geschrieben hat. stellt ein Problem dar: es widerspricht den in "Universi Dominici Gregis" Nr. 81 festgelegten Regeln des Konklaves: "Die wählenden Kardinäle sollen sich auch jeder Art des Paktierens, der Vereinbarungen, Verprechen oder sonstiger  Bemühungen dieser Art enthalten, die sie dazu bringen könnten, einem oder jemandem ihre Stimme zu geben oder zu verweigern.
Sollte dieses geschehen, auch unter Eid, verfüge ich, daß eine solche Verpflichtung null und nichtig ist und keiner sie befolgen muß; und von nun an verhänge ich über die, die dieses Verbot verletzen, die Exkommunikation Latae Sententiae. Ich will damit nicht verbieten, daß es während der Sedisvakanz einen Gedankenaustausch um die Wahl geben kann."

Um zu sehen, wie dieses Durcheinander gelöst wurde, wenn auch nicht auf besonders klärende Weise kann man hier, hier und auch hier nachlesen.
Austen Ivereigh  schien ausdrücklich zu bestätigen, daß das "Team Bergoglio" existiert und gehandelt hat.


Sandro Magister zur Reise des Papstes nach Myanmar

Sandro Magister macht sich bei Settimo Cielo Gedanken über die jüngsten Aussagen des Papstes zu Verletzungen der Menschenrechte und der Religionsfreiheit durch die buddhistischen Administrationen von Myanmar und Bangladesh- beides Länder, die der Pontifex demnächst besuchen wird.
Hier geht´s zum Original: klicken

"DER PAPST IN MYANMAR. DAS GEWALTTÄTIGE GESICHT DES BUDDHISMUS."
Am Montag , 28. August gab das Vaticanische Pressebüro offizielle die Reise bekannt, die Papst Franziskus vom 30. November bis 2. Dezember nach Myanmar und Bangladesh antreten wird.

Seltsamerweise aber -am Tag vorher- am Ende des sonntäglichen Angelus geriet Franziskus  mit dem ersten der beiden Länder aneinander. Er sagte- teils ablesend, teil improvisierend folgende Worte, die im im voraus an die Journalisten verteilten Text fehlten:

"Traurige Nachrichten haben uns über die Verfolgung der religiösen Minderheit der Rohingya, unserer Brüder und Schwestern, erreicht. Ich möchte ihnen meine ungeteilte Nähe zum Ausdruck bringen; und wir alle wollen den Herrn bitten, sie zu retten und Männer und Frauen guten Willens zu erwecken, die ihnen zu Hilfe kommen und ihnen volle Rechte geben. Beten wir auch für die Rohingya, unsere Brüder und Schwestern."

In den folgenden Stunden waren die Reaktionen in Myanmar auf diese Worte entschieden negativ.
Nicht nur in den von der Regierung kongtrollierten Medien, die nicht einmal tolerieren, daß das Wort "Rohingya" für die Muslime benutzt wird, die die Rakhine-Region an der Grenze zu Bangladesh bewohnen, seit Jahren Opfer einer grausamen Verfolgung, aber auch für Teile der Repräsentanten der winzigen örtlichen Katholischen Kirche.

Raymond Sumlut Gam, Bischof von Banmaw und früherer Direktor von Caritas Myanmar stellte gegenüber Asia News fest:

"Wir hatten Angst, daß der Papst keine ausreichenden genauen Informationen hat und Statements macht, die nicht die Realität wiedergeben. Zu behaupten, daß die Rohingya "verfolgt" werden, könnte in Myanmar ernste Spannungen erzeugen."

Father Mariano Soe Naing, Sprecher der Bischofskonferenz des Landes:
"Wenn wir den Hl. Vater zu den Leuten bringen müßten, die von uns am meisten leiden, würden wir ihn in die Flüchtlingslager von Kachin mitnehmen (eine vorwiegend Katholische ethnische Gruppe).
Was den Gebrauch des Wortes "Rohingya" angeht, ist meine Meinung, daß um den Menschen und der Regierung von Myanmar Resepkt zu zeigen, es empfehlenswerter ist, einen Ausdruck zu benutzen, der  von den Institutionen akzeptiert wird [Muslime oder Rakhine]. Wenn der Papst diesen Ausdruck während seines Besuches benutzen würde, wären wir ernsthaft um seine Sicherheit besorgt."

In Myanmar beträgt die Zahl der Katholiken wenig mehr als 1% der Bevölkerung, 600.000 von 50 Millionen und sie werden meistens als Fremdkörper betrachtet- ebenso wie andere verfolgte Minderheiten. Es ist also verständlich, daß sie sehr in der Defensive sind.

Was aber überrascht, ist daß der Staatssekretär des Vaticans Papst Franziskus nicht mit einem weniger improvisierten Text versorgte- wenn er wirklich öffentlich über die Verfolgung der Rohingya sprechen wollte, um so mehr, wenn er kurz davor steht, eine Reise in dieses Land zu unternehmen.

Der Hl. Stuhl hat im vergangenen März diplomatische Beziehungen zu Myanmar aufgenommen. Und im Mai empfing Aung San Suu Kyi bei einem Besuch im Vatican, die Nobelpreisträgerin, die seit 15 Jahren unter Hausarrest gehalten wurde und am Ende demokratisch zur Aupenministerin einer Regierung gewählt wurde, die jedoch immer noch unter Kontrolle der Armee ist, die weiterhin die wahren Hebel der Macht hält.

Im Hinblick auf seine Reise sollte deshalb Papst Franziskus ein komplett upgedatetes Dossier zur Verfügung gestellt werden.

Aber was die Fakten angeht. schienen die Worte, die er beim Angelus am Sonntag, 28. August sprach, nicht besonders ausgewogen gewesen zu sein.

Daß ein Papst sich selbst als Verteidige von Muslimen darstellt, die sich diesesmal auf der Seite nicht der Verfolger sondern der Verfolgten befinden,  ist nicht nur angemessen sondern wird sicher auch Einfluss auf der Weltbühne haben.

Aber in Myanmar zählen zu  den Verfolgten auch Christen in den ethnischen Gruppen von Kachin und Chin im nördlichen Teil des Landes und von Karen und Karenni im Osten. Man kann die Kirchen nicht zählen, die in den letzten Jahren zerstört worden sind, die Dörfer, die Feuer und Schwert ausgesetzt wurden und die Zehntausende von Leuten, die gezwungen wurden zu fliehen.

Und vor allem: wer verfolgt wen und warum?

Nachrichten von erzwungenen Konversion zum Buddhismus- erreichen uns sogar bei Jugendlichen in Schulen, die dazu dienen soll, Studenten anderen Glaubens in kleine Mönche mit rasierten Köpfen und safranfarbenen Roben zu verwandeln. Es ist illegal Bibeln und religiöse Bücher ins Land zu bringen. Nicht-Buddhisten sind von jeder Karriere in der Staatlichen Verwaltung ausgeschlossen.

Die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung Myanmars gehört de facto dem Buddhistischen Glauben an. Und Buddhistische Mönche stehen an der Spitze der gegenüber Minderheiten intolerantesten Organisationen- mit voller Unterstützung des Militärs.

Das genaue Gegenteil zur Legende, die universal den Buddhismus begleitet- der fast immer nur als nichts anderes als Frieden, Mitgefühl, Weisheit und Brüderlichkeit dargestellt wird,

Die Wirklichkeit sieht ganz anders aus. Die Religionsfreiheit wird nicht nur in Myanmar stark unterdrückt,  sondern -wenn vielleict auch in geringerem Ausmaß- in anderen hauptsächlich buddhistischen Ländern wie Sri Lanka , die Papst franziskus 2015 besuchte, Laos, Cambodscha, Bhutan und in der Mongolei.

In den vergangenen Wochen hat die Verfolgung der Rohingya durch das buddhistische Regime in Myanmar einen Höhepunkt erreicht und hat viele von ihnen zur Flucht nach Bangladesh gezwungen, das sie jedoch an der Grenze abweist. Und das gerade jetzt, wo Papst Franziskus sich darauf vorbereitet, diese beiden Länder zu besuchen.

Aung San Suu Kyi, Vorkämpferin der Menschenrechte, läßt es geschehen und bleibt still, schwer beeinflußt wie sie durch den Despotismus der sehr intoleranten Militärautoritäten und  Buddhisten ist.
Papst Franziskus unterliegt diesen Einschränkungen nicht. Und nicht nur die Rohingya sondern alle verfolgten Minderheiten erwarteten von ihm, als freier Mann zu sprechen und zu handeln, sie natürlich zu verteidigen aber auch jene öffentlich zu verurteilen, die sie unterdrücken und warum sie das tun.

Es wird für ihn nicht leicht werden, diesen letzten Erwartungen gerecht zu werden.

Quelle: Sandro Magister, Settimo Cielo



Dienstag, 5. September 2017

Fundstück: Verfassungsklage gegen"Ehe für alle" ?

Gefunden bei "domradio.de".
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Der Artikel beginnt so:

"Bayern lässt Gutachten zum "Ehe für alle"-Gesetz erstellenKommt eine verfassungsrechtliche Prüfung?


Hält die von Bundestag und Bundesrat mehrheitlich befürwortete "Ehe für alle" verfassungsrechtlichen Prüfungen stand. Die Bayerische Staatsregierung bezweifelt das und hat jetzt ein juristisches Gutachten zu dem Gesetz in Auftrag gegeben."
Quelle: domradio.de, KNA

Vatican-Diplomatie: Lateinamerika und der Osten

A. Gagliarducci analysiert bei Monday in the Vatican die Beziehung des Papstes zu Lateinamerika und seine Hinwendung zum Osten.
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"PAPST FRANZISKUS ZWISCHEN SEINEM GELIEBTEN LATEINAMERIKA UND DER ANZIEHUNG DES OSTENS"

"Ein Blick auf seinen Geburtskontinent Lateinamerika und ein Blick nach Osten: Papst Franziskus scheint sich dabei abzuwechseln- jetzt wo seine internationalen Reisepläne wieder beginnen.
Ein-wie sich zeigen wird- dichtgedrängter Terminkalender.

Papst Franziskus wird am 5. September nach Kolumbien aufbrechen. Ende November, Anfang Dezember wird er nach Burma und Bangladesh reisen. Im Januar besucht er Chile und Peru.
Was dann folgt, muß noch geplant werden, aber der Terminplan der Papstreisen für 2018- das nehmen viele Beobachter als gegeben an- sollte eine Reise nach Rumänien enthalten. Ein Traum würde wahr, wenn es eine Reise nach Moskau und Peking gäbe, aber die können kaum 2018 stattfinden.
Sicher wird der Papst zum Weltfamilientreffen nach Irland fahren.

Die Auswahl der Zieleseiner internationalen Reisen zeigen eine gewisse Sensibilität.
Papst Franziskus sieht Lateinamerika als das Gebiet an, das er besser kennt als jeder andere. Er besucht es als Papst- Schritt für Schritt- seine Reisen sind bisher nach Mexiko,Ecuador, Paraguay, Bolivien und Brasilien gegangen- wobei er noch nicht in sein Heimatland Argentinien gefahren ist.

Es wird allgemein angenommen, daß er deshalb nicht nach Argentinien fährt, um jede Art politischer Instrumentalisierung zu vermeiden. Es ist möglich, wenn man bedenkt. daß der Papst die "Scholas Occurentes"- die Organisation, die er in Argentinien unterstützt, die jetzt eine Organisation Päpstlichen Rechts geworden ist- gebeten hat, jede finanzielle Hilfe der Regierung abzulehnen.

Die Kriterien, nach denen der Papst die Ziele seiner internationalen Reisen aussucht, scheinen aber andere zu sein: er fährt an Orte. die er nicht besonders gut kennt und an Orte, die lange kein Papst besucht hat.

In Lateinamerika gibt es keinThema, das der Papst ausläßt, weil er immer gut infomiert ist. Er ist von Mitarbeitern umgeben. die im Lateinamerikanischen Umfeld gearbeitet haben und es gut kennen:
Kardinal Beniamino Stella war Nuntius in Kuba, Kardinal Pietro Parolin war Nuntius in Venezuela und wegen seiner Kenntnis der Lage hat der Vatican ein vorsichtiges Angehen der Venezuela-Krise gewählt.

Jetzt ist das nächste Ziel Kolumbien. Zwei Päpste sind schon dorthin gefahren.
Papst Franziskus kommt dort an, nachdem die Regierung ein Übereinkommen mit der FARC-Guerilla unterschrieben hat, das die Bevölkerung nicht ganz gutheißt. Die größte Herausforderung für die Ortskirche wird sein, zu verhindern, daß die Papstreise instrumentalisiert wird.
Aus diesem Grund betonen Quellen in den Ortskirchen, daß der Papst die Hoffnung des Volkes wiederbeleben wird und das alles im Zeitplan seiner Reise so ausgewogen geplant wurde, daß er ein Licht auf spirituelle Themen wirft. Der Papst wird auch der Seligsprechungsmessse für einen Priester und einen Bischof vorstehen, die von der Guerilla ermordet wurden aber nie in politische Aktivitäten verstrickt waren.
Die Reise des Papstes nach Myanmar ist die erste eines Papstes in dieses Land.
Der Papst reist auch Dank der kürzlichen Aufnahme diplomatischer Beziehungen dorthin, was die Eröffnung eines Kommunikationsweges mit Burma ermöglichte, das immer noch teilweise unter Militärregierung ist.
Eines des Hauptziele der Reise ist es, die verfolgten ethnischen Minderheiten- einschließlich der christlichen Minderheit- zu unterstützen und noch einmal deie Sorge über die Rohingyas auszudrücken, Muslime, die in Manmar, Bangladesh und Indien diskriminiert werden.

Dann wird der Papst nach Bangladesh fahren, um einer Bevölkerung seine Liebe auszudrücken, die den Terror von ISIS-Angriffen ertragen hat, einschließlich eines Attentats in einem Restaurant, das Dutzende von Opfern forderte.


Noch ein Fundstück....


Barbara Wenz kommentiert in der Tagespost die causa "Lidl & die Kreuze"
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Das beginnt so:

       "Eridanous-Produkte ohne Kreuz"

Der Discounter LIDL verstümmelt die Ansichten der schönsten Kirche Santorinis – Aus Gründen der „Neutralität“.

Montag, 4. September 2017

Islamisches Opferfest, Nordkoreanisher Atomtest: wo sind die üblichen Protestierer?

R. Cascioli kritisiert bei  La Nuova Bussola Quotidiana die ausgebliebenen Reaktionen der Linken, Tierschützer, Feminist(inn)en auf das islamische Opferfest und den Atombombentest Kim Jong Uns.
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"TIERSCHÜTZER, GREENPEACE, FEMINISTEN: ALLE LETHARGISCH"

Wir könnten uns auch dem Spiel "Wo sind die.... jetzt?"anschließen. Dafür haben uns die vergangenen 3 Tage eklatante Anlässe geboten, die eine kurze Überlegug verdienen, weil es sich darum handelt, einige der Mechanismen zu verstehen, die hinter dem sog. Kampf der Zivilisationen stehen.

Der erste Fall betriff das islamische Fest "des Opfers" oder des "Kehle-durchschneidends", das an die bestandene Prüfung des Glaubens Abrahams erinnert- also der Opferung des Widders an Stelle Isaaks. Bei dieser Gelegenheit sind auch Italien am Wochenende Zigtausend Köpfe von Rindern, Ziegen oder Schafen abgeschnitten worden (ohne die vom Gesetz über Schlachtungen vorgeschriebene Betäubung) -so wie es der traditionelle Ritus vorsieht. Allgemeines Schweigen.

Der Vergleich mit dem, was seit Jahren der Osterzeit mit den Kreuzigungen zum Heil der Lämmer und der Förderung der veganen Diät passiert, ist peinlich.
Wir haben die herzzereißenden Bilder von Silvio Berlusconi, der ein Lamm füttert und die Flugblätter mit den Vorwürfen gegen die Katholische Kirche, an diesen Blutbädern schuldig zu sein, noch vor Augen. Vor zwei Jahren wurde uns auch nicht das Comuniqué erspart, das der Bischof von Manfredonia-Viesta-San Giovanni Rotondo, Msgr. Michele Castoro (wie man sagt nomen est omen) , der nach einem flash-mob von Tierschützern präzisierte, daß das Schlachten der Lämmer nichts mit dem Christlichen Ostern zu tun habe -und sich dann den Forderungen der Tierschützer anschloss.
Der Nationale Tierschutzverein veranstaltet seither jedes Jahr eine Unterschriftensammlung für einen Stop der Mißhandlung der Lämmer.

Beim Opferfest dagegen Schweigen. Keine hämmernde Kampagne, keine Flugblätter und flash-mobs vor den Moscheen, keine Vorwürfe gegen den Imam, keine Schlagzeilen für die armen geopferten Rinder und Ziegen. Nur ein bißchen schüchternes Flüstern um das grausame Abschlachten der Tiere zu beklagen.
Die "Passionsblume" Maria Vittoria Brambilla, Gründerin der Tierschutzpartei, die ein Drehbuch verfaßte, um den Palio in Siena abzuschaffen, hat als maximale Reaktion auf das Thema Islam & Tiere versichert, sie werde sich bemühen, ein Gesetz verabschieden zu lassen, daß die Halal-Schächtung verbietet, aber nur "wenn wir genügend Stimmen im Parlament haben". Also nie.
In jedem Fall wird bestenfalls über die Modalitäten diskutiert, das Opfern der Tiere wird nicht zur Diskussion gestellt.