Samstag, 4. März 2023

Die Priester der Diözese Rom sind mit ihrem Bischof nicht zufrieden

Marco Tosatti veröffentlicht bei Stilum Curiae einen bei Silere non Possum erschienenen Beitrag über das derzeitige Verhältnis der Diözese Rom zu ihrem Bischof. 
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DES KAISERS TORHEITEN. DER KÖNIG IST ALLEIN, DIE DIÖZESE ROM. SILERE NON POSSUM

Liebe StilumCuriale, wir bieten Ihnen diesen Artikel, der auf Silere non Possum erschienen ist, dem wir für die Großzügigkeit danken. Viel Spaß beim Lesen, bei Meditation und Verbreitung

§§§

Am 02. März 2023 fand in der Haupthalle der Päpstlichen Lateranuniversität der lang erwartete Moment der "Erklärung" der unerklärlichen Apostolischen Konstitution In Ecclesiarum Communione statt.

Zu dem Treffen wurde Kardinal Gianfranco Ghirlanda eingeladen, der seine gesamte Tätigkeit, einschließlich der akademischen, von zwei dringenden Bedürfnissen hat leiten lassen: das Opus Dei zu beseitigen und die Laien in Leitungspositionen in der Kurie zu bringen. Zwei echte Fetische, die er mit großer Überzeugung, aber sehr wenigen kanonisch-theologischen Argumenten verteidigt. Auch hinter dieser Apostolischen Konstitution setzte Ghirlanda tatsächlich alle seine Ideologien in die Praxis um, vergißt aber allzu oft das kanonische Recht. Das gleiche Problem passierte bei Praedicate Evangelium. Während in der Vergangenheit die Konstitutionen und  Dokumente klar waren und Zweifel beseitigten, bringen diese Texte heute auch dank dieser Mitarbeiter von Franziskus mit sehr niedrigem Profil Verwirrung.

Das wurde in der Sitzung, die heute Morgen stattfand, deutlich. Die Beteiligung, anders als das, was von einigen desorientierten Journalisten geschrieben wurde, war groß und das zeigt, daß die Priester der Diözese Rom nicht nur Antworten suchen, sondern auch keine Angst haben, Fragen zu stellen. Antworten, die leider nicht gekommen sind.

Zuerst muss darauf hingewiesen werden, daß der Bischof von Rom nicht an dem Treffen teilgenommen hat. Das einzige, was von der Rede seines "Botschafters" Ghirlanda verstanden wurde, war daß der Papst Bischof von Rom ist. "Wir danken Seiner Eminenz sehr, daß er uns an dieses Anordnung des Katechismus der Erstkommunion erinnert hat", sagte ein Priester, als der Kardinal sprach. Der Jesuit erklärte dann, daß Franziskus im Wesentlichen wirklich als Bischof von Rom handelt. "Ich entschuldige mich bei Don Angelo, aber der Bischof von Rom ist nicht der Vikar, sondern der Papst", sagte er.

Das Katholische Kirchen-"Feldlazarett" und seine bischöflichen "Ärzte"

George Weigel kommentiert bei FirstThings das seltsame Verhalten der "Ärzte" (Bischöfe) im "Katholischen Feldlazarett" (sprich in der Katholischen Kirche) gegenüber den Verletzten (Gläubigen). Hier geht´s zum Original:  klicken

DIE OFFIZIELL NICHT ABWESENDEN (AWOL*) ÄRZTE IM KATHOLISCHEN FELDLAZARETT 

Papst Franziskus´ Bild von der Kirche als "Feldlazarett" , das die Verletzten der heutigen sozialen und kulturellen Schlachtfelder versorgt, klingt bei Katholiken rund um den Globus nach. Das Bild erinnert an eine Kirche, die das Gebot des Herrn in Matthäus 25 lebt, den geringsten seiner Brüder zu dienen, und Beispiele dafür gibt es zuhauf. Die Kirche kümmert sich um die Wunden derer, die auf den Schlachtfeldern von Verdun und Iwo Jimas der sexuellen Revolution verlassen wurden. Das tun Katholiken, wenn sie Krisenschwangerschaftszentren personell und finanziell unterstützen, deren Hauptklienten leidende Frauen sind, die von verantwortungslosen Männern verlassen wurden. Das Projekt Rachel, ein auf Pfarreien basierendes Programm, das Frauen und Männern hilft, die an Traumata nach einer Abtreibung leiden, ist ein wunderbares Beispiel für die Kirche als Feldlazarett

Und natürlich pflegt die Kirche die tiefsten Wunden unserer Brüder und Schwestern, indem sie ihnen die heilende Medizin des Evangeliums und die Freundschaft mit dem Herrn Jesus Christus, dem göttlichen Arzt, anbietet.

Vor dem Bild des Feldlazaretts wurde gewarnt, weil es, wenn es missbraucht wird, suggerieren könnte, daß die Kirche lediglich Wunden verbindet, anstatt ein Heilmittel für das anzubieten, was diese Wunden überhaupt verursacht hat. Diese Warnungen waren nicht fehl am Platz. Jetzt ist jedoch eine noch ernstere Gefahr entstanden. Dank des Einsatzes – manche würden sagen „Hijacking“ – des weltweiten "Synodalen Prozesses“, um mit dem katholischen Glauben und der katholischen Praxis unvereinbare Agenden voranzutreiben, hat sich die pastorale Herausforderung, die Synodalität auf Wahrheit zu gründen, in eine echte Bedrohung für die Einheit der Kirche und die vollständige Verkündigung des Evangeliums verwandelt.

Oder um ein Bild von einem Freund zu übernehmen: Die katholische Kirche ist heute ein Feldlazarett, und einige der Triage-Ärzte bestehen, anstatt die Verwundeten zu heilen, darauf, daß das Krankenhaus den Menschen nicht mehr sagt, daß Landminen sie töten werden.

Freitag, 3. März 2023

Christliche Kunst

 "Die Geißelung" Sandro Botticelli, 1490 

Ein (beunruhigender) Bericht aus Rom

Rorate Caeli veröffentlicht das, was The Wanderer aus Rom über das Tun uns Reden von Papst Franziskus erfahren hat und das wir cum grano salis lesen sollten. Hier geht´s zum Original: klicken

"BERICHT AUS EINEM ROM IN TIEFER KRISE: "TERROR, ABSCHEU, AUSSPÄHUNG: ALLE HASSEN FRANZISKUS"

Römische Melancholie

Es ist eine Sache, ob einem etwas berichtet wird, ein andere, ob man es sieht. Diese Wahrheit hat mich in den letzten Tagen traurig werden lassen. Einige römische Freunde erzählen mir oft Geheimnisse, oder auch nicht so sehr Geheimes, über das, was innerhalb der Vaticanischen Mauern vorgeht und der spanische Blogger Specola vermittelt uns auch diese Art täglicher Neuigkeiten, über die er viel weiß. Aber es ist etwas anderes, die Fakten persönlich zu überprüfen und die Schlußfolgerung zu bestätigen, die wir alle kennen: Papst Franziskus wird von niemandem geliebt; weder von den Bischöfen, noch von den Priestern, noch von den Gläubigen, welcher Herkunft auch immer. Und darüber hinaus, daß niemand den Römischen Pontifex mag. ist es sehr traurig die tiefgreifende Ablehnung zu sehen, die seine Person hervorruft. Ob es uns gefällt oder nicht, er ist der Stellvertreter Christi. 

Ich konnte in den vergangenen Wochen  mit Priestern aller Lebenslagen sprechen. Es ist nicht nötig, hier die Meinungen von Konservativen Traditionalisten zu verbreiten. Die kennt jeder. Was mich erstaunt hat,  ist daß die progressivsten Priester, die oft auch die ältesten sind, die selbe Abneigung gegen Bergoglio wie ihre jüngeren Kollegen. Es ist nicht länger eine Frage der Lehre, in der Traditionalisten gegen Progressive stehen; es ist etwas Tieferes und hat mit menschlichen und institutionellen Elementen zu tun. Sie können z.B. nicht die dauernde Aggressivität des Papstes ihnen gegenüber verstehen; sie bekräftigen von beiden Seiten. daß sie erstaunt sind, daß er -wann immer er sich auf Priester bezieht- das immer in stark negativen Worten tut: sie sind Karrieristen, gierig, griesgrämig. Proselyten, Kriminelle, sie konsumieren Pornographie, haben psychiatrische Probleme usw. Nie ein Wort der Ermutigung, niemals Nähe. Jemand, der böser und schärfer ist, hat mir gegenüber kommentiert, daß das ein typischer Fall von Projektion sei: Bergoglio projiziert auf die Priester-und er ist selbst einer- die Charakteristika, von denen er unbewußt weiß, daß er sie besitzt und haßt. D.h. er weist andere zuurück. weil er selbst es ist, der sich in ihnen widerspiegelt. 

Ein Paradox? Das Reskript zu Traditionis Custodes vom 21. Februar

Rorate Caeli veröffentlicht eine Bestandsaufnahme auf kirchenrechtlicher Basis zum derzeitigen Stand der Dinge um die Traditionelle Lateinische Messe, die Peter Kwasniewski zunächst für Corrispondenza Romana verfaßt hat. Hier geht´s zum Original:  klicken

"WIR STEHEN VOR EINEM KAFKAESKEN PARADOX": KANONISCHE ANMERKUNGEN ZUM RESKRIPTUM VOM 21.FEBRUAR" 

Wenn das Rescriptum ex Audientia SS..mi vom 21. Februar 2023 - ein administrativer Akt durch den der Vorsitzende einer Abteilung den Pontifex maximus formal (rescriptum : "zweimal geschrieben")  um etwas bittet und am Ende einer Audienz erhält (ex Audientia) - beabsichtigt das motu proprio Traditionis Custodes vom 16. Juli 2021 zu "implementieren, verändert er es von einem praktischen Gesichtspunkt aus in seiner substantiellen Struktur. 

Das Rescript untergräbt de facto die Grundlage auf der Traditionis custodes selbst beruht, dessen erste Worte - ein Echo auf Lumen gentium NR. 23 (die dogmatische Konstitution des II.Vaficanischen Konzils zur Kirche), und an die Bischöfe adressiert ist: "Wächter der Tradition" beginnt mit einem Vorwort aus Papst Franziskus´ motu proprio, das das motu proprio Summorum Pontificum  von Benedikt XVI abändern soll: "die Bischöfe bilden zusammen mit dem Bischof von Rom das sichtbare Prinzip und Grundlage der Einheit in ihren Ortskirchen." Aber wenn Traditionis Custodes für die Regelung des Gebrauchs der präkonziliaren Formen vor den postkonziliaren Reformen hingewiesen hat, stößt das Rescript vom 21. Februar dieses Prinzip um, indem er dem Hl. Stuhl (und damit der Liturgie-Kongregation) die Regelung eines gesamten Gebietes zuspricht, das dann jedoch- der Diskretion der individuellen Ortsordinarien durch die selbe Maßnahme überlassen wird, mit der das Rescript die Implementierung erreichen will. 

Deshalb stehen wir vor einem Kafkaesken Paradox, logisch- noch bevor wir juristisch werden- durch das die selbe Autorität, die durch einen normativen Akt eine Sache abschafft, den in einem folgenden Akt widerruft, und so de facto, das vorhergehende Prinzip - ohne jedoch diesen Widerruf zu formalisieren- so in einem nicht lösbaren Widerspruch hinterläßt. 

Treue und Rechte der Gläubigen gegenüber der Liturgie, Fortsetzung...

Fortsetzung von hier und hier 
Lesen !

169. Wann immer ein Mißbrauch bei der Feier der Hl. Liturgie begangen wird, ist das als eine echte Verfälschung der katholischen Liturgie anzusehen. Der heilige Thomas schrieb: "Das Laster der Lüge wird von jedem begangen, der Gott im Namen der Kirche auf eine Weise anbetet, die der göttlichen Autorität der Kirche, an die die Kirche gewöhnt ist, widerspricht" .

183. Auf ganz besondere Weise soll jeder alles in seiner Macht stehende tun, um sicher zu stellen, daß das Allerheiligste Sakrament der Eucharistie vor jeglicher Respektlosigkeit oder Verzerrung geschützt und dass alle Missbräuche gründlich korrigiert werden. Dies ist eine äußerst ernste Pflicht, die jedem einzelnen obliegt, und alle sind verpflichtet, sie ohne Bevorzugung zu erfüllen.

184. Jeder Katholik - ob Priester oder Diakon oder Laienmitglied der Frommen Christi hat das Recht de, Diözesan-Bischof oder einem, kompetenten Mitarbeiter des Ordinariates, der ihm dem Recht nach gleich ist, oder dem Apostolischen Stuhl eine Beschwerde bzgl. liturgischen Mißbrauchs einzureichen. Es ist jedoch angemessen, daß der Bericht oder die Beschwerde, soweit möglich, zuerst dem Diözesanbischof vorgelegt wird. Das muss natürlich in Wahrheit und Nächstenliebe geschehen.

Die übrigen Dokumente in chronologischer Reihenfolge:

Liturgiekongregation: Liturgiae instaurationis §1 (5. Sept. 1970)

Liturgische Reform ist nicht gleichbedeutend mit sog. "Desakralisierung" und sollte nicht als Gelegenheit zu dem benutzt werden, was "Säkularisierung der Welt" genannt wird. So müssen die liturgischen Riten einen würdigen und heiligen Charakter bewahren. Die Effektivität liturgischer Handlungen besteht nicht in einer fortgesetzten Suche nach neuen Riten oder einfacheren Formen, sondern in einer immer tieferen Einsicht in das Wort Gottes und das Mysterium, das gefeiert wird. Die Gegenwart Gottes wird dadurch gesichert, daß man lieber den Riten der Kirche folgt als den persönlichen Vorlieben des Priesters. Der Priester sollte realisieren, daß er die Rechte der Gläubigen verletzt, wenn seine eigene, persönliche Restaurierung der Heiligen Riten aufzwingt und Individualismus und Idiosynkrasie in die Feier einführt, die der gesamten Kirche gehört. Das Amt des Priesters ist ein Dienst an der ganzen Kirche und der kann nur im Gehorsam, hierarchischer Gefolgschaft und Hingabe an den Dienst an Gott und an seinen Brüdern ausgeübt werden. Die hierarchische Struktur der Liturgie, ihre sakramentale Kraft und der Respekt, der der Gemeinschaft des Gottesvolkes geschuldet wird, erfordern, daß der Priester seinen liturgischen Dienst als ein "treuer Diener und Verwalter der Mysterien Gottes ausübt." (1 Kor. 4:1)

Donnerstag, 2. März 2023

Musik am Abend

 A. Vivaldi  Violinkonzert in D-Dur RV 230

           
            

Warum Schönheit und Erhabenheit zur traditionellen Messe gehört

M. Tosatti bespricht bei Stilum Curiae das Buch "Edle Schönheit und erhabene Heiligkeit" von Peter Kwasniewski- über die traditionelle Liturgie und die ihr innewohnende Schönheit. 
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"EDLE SCHÖNHEIT, ERHABENE HEILIGKEIT"  VON PETER KWASNIEWSKU. GLAUBE UND KULTUR."

Liebe Freunde und Feinde von Stilum Curiae, ich biete Ihnen diese Empfehlung eines Buches an,  von Prof. Kwasniewski, das ich gerade lese, "Edle Schönheit, erhabene Heiligkeit", das Sie, wenn das Thema Sie interessiert, unter diesem Link kaufen können. Es geht um die Notwendigkeit, geistlich, aber nicht nur, in unseren Tagen eine Form der Messe zu leben, die traditionelle, die Fülle des Ritus. Nachfolgend finden Sie ein kurze Darstellung. Gute Lektüre.

§§§

Die traditionelle Liturgie der katholischen Kirche ist ein stark kodifiziertes Ritual, das nach klar definierten Gesten, Symbolen, Formeln und Liedern stattfindet. Obwohl viele sie seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil für den modernen Menschen als irrelevant angesehen haben, hat die lateinische Messe überlebt und ist uns in der heutigen katholischen Landschaft immer vertrauter geworden. Was sind die Gründe für dieses Erwachen, vor allem bei jungen Menschen? Und warum ist diese Entwicklung so wichtig für die Erneuerung des Katholizismus? Dieses Buch spricht von der Schönheit, Heiligkeit und Mystik der lateinischen Messe und zeigt, wie untrennbar dieser Schatz mit der Geschichte der Kirche und ihrem theologischen Wesen verbunden ist. Wenn es einen neuen Frühling in der Kirche gibt, kann der nur durch die Wiederherstellung der traditionellen Liturgie führen. "

Quelle: M.Tosatti, Stilum Curiae

Fr. Hunwicke spricht...

bei liturgicalnotes weiter über die verschwundenen Quatember-Bräuche der vorösterlichen Fastenzeit, dabei geht er von der Annahme aus, daß alle seine Leser des Lateinischen (zumindest des Kirchenlateins mächtig sind). Hier geht´s zum Original:  klicken

 "WOHIN ALSO SIND DIE QUATEMBERMESSEN DIESER WOCHE VERSCHWUNDEN?"

 SEPTUAGESIMA/SEXAGESIM /QUINQUAGESIMA

Wohin sind sie? Im Vatican Dokument von 1969 Calendarium Romanum, werden auf Seite 59 Gründe für die Abschaffung der Vor-Fastenzeit  angegeben- dann folgt aber dieses Versprechen: ""Textus proprii harum trium Dominicarum alibi ponentur in Missali romano".

"Werden im Missale Romanum woanders hin verlegt."

Wo also sind sie? 

 ROGATION - UND QUATEMBER-TAGE

Im selben vaticanischen Dokument wird uns gesagt, daß die Messen für diese Tage "non amplius in Proprio de Tempore, sed inter Missas votivas, locum habebunt."  
(Sie sollen ihren Platz nicht mehr im Proprium der Zeit haben sondern unter den Votiv-Messen) 

Ach ja? Und wo sind sie?

VATICAN II?

Als Sacrosanctum Concilium formuliert und dann als das erste der Konzils-Dekrete formuliert wurde, wußte niemand...sie waren nicht mit Kristallkugeln ausgerüstet worden...wie viel von dem Alten in weniger als einem Jahrzehnt-  einfach nur entsorgt und (wenn überhaupt) einfach durch glänzende neue Kompositionen ersetzt wurden. Vor diesem Hintergrund  werden die Historiker § 107 lesen. Der schreibt vor, daß das liturgische Jahr dahingehend revidiert werden müsse, so daß  "servatis aut restitutis sacrorum temporum traditis consuetudinibus et disciplinis ... ipsorum indoles nativa retineatur ...".
("die traditionellen Bräuche und Disziplinen der heiligen Zeiten gerettet oder wiederhergestellt werden ... ihr ursprünglicher Charakter sollte erhalten bleiben ...").

Treue und Rechte der Gläubigen gegenüber der Liturgie

Peter Kwasniewski veröffentlicht bei OnePeterFive  am Kirchenrecht orientierte Antworten auf die Frage, was man als gläubiger Katholik gegen liturgische Mißbräuche tun kann und soll.
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"TREUE ZUM LITURGIE-GESETZ UND DIE RECHTE DER GLÄUBIGEN" 

Ich wurde vor kurzem von einigen Leuten gefragt: "Wann sollte man auf liturgische Mißbräuche hinweisen und bemüht sein, sie zu korrigieren?" Meine Gesprächspartner waren wegen einiger spezieller Wahrheiten verwirrt. Schließen wir dann einige falsche Antworten aus.

„Um einen Missbrauch zu korrigieren, müssen Sie vollkommene Nächstenliebe und uneigennützige Motive haben.“

Niemand kann wissen, ob er vollkommene Nächstenliebe hat und niemand von uns hat völlig uneigennützige Motive - noch sollten wir das. Die Verehrung und Schönheit der Liturgie berührt direkt unser spirituelles Wohlergehen. Deshalb haben wir ein verbrieftes Interesse, daß sie richtig gemacht wird. Um eine brüderliche Korrektur anzubieten, braucht man Barmherzigkeit, d.h. die Liebe zum Nächsten -um Gottes Willen (das bedeutet das Wohl des anderen zu wollen -einschließlich des Wohls, sich an die Kirchendisziplin zu halten) und die Bereitschaft zu vergeben, auf keinen Fall muß man über vollkommene Nächstenliebe verfügen. Schon der Versuch, eine von der Kirche erkannte Abweichung zu korrigieren, ist ein Akt der Nächstenliebe.

Einige Mißbräuche sind natürlich schlimmer als andere und können weniger toleriert werden. Man muß sowohl Kenntnis des liturgischen Rechtes haben und einen gewissen Grad an Vorsicht um durch diese Situationen zu navigieren und wenn eines davon fehlt, sollte man nicht zögern, von anderen Rat zu suchen, bevor man sich zu irgendeiner Aktion entscheidet. Wenn man weiß, was korrigiert werden soll und wann und wie - ist das eine Sache der Diskretion, die der Hl. Benedikt "die Mutter aller Tugenden" nennt.

"Um einen Mißbrauch zu korrigieren muß man in einer Autoritäts-Stellung sein."

Auch falsch- weil jeder Laie laurt Canon 1883 des CIC das Recht hat,- und manchmal die Pflicht- seine Meinung auszudrücken, auf Probleme hinzuweisen und Lösungen zu verlangen. Jeder hat außerdem das Grundrecht, das Wort Gottes (offensichtlich nicht durch Häresie verzerrt) und die Sakramente (offensichtlich korrekt zelebriert) zu empfangen. 

Can. 212- §1  Im Bewußtsein ihrer Verantwortung sind die christlichen Gläubigen verpflichtet in christlichem Gehorsam diesen Dinge zu folgen, die die Hl. Hirten -insoweit sie Christus repräsentieren- die sie als Glaubenslehrer oder als Leiter einer Kirche erklären. 

2. Gläubige Christen sind frei, den Hirten der Kirche ihre Nöte, speziell spirituelle, und ihre Wünsche mitzuteilen. 

3. Gemäß dem Wissen, der Kompetenz und dem Prestige, das sie besitzen, haben sie das Recht und manchmal die Pflicht, den Hl.Hirten ihre Meinung in Angelegenheiten, die das Wohl der Kirche betreffen, und den übrigen Gläubigen ihre Meinung kundzutun, unbeschadet der Integrität des Glaubens und der Moral, mit Ehrfurcht gegenüber ihren Hirten und aufmerksam für den gemeinsamen Nutzen und die Würde der Menschen.

Mittwoch, 1. März 2023

Christliche Kunst

 "Die Heilige Dreifaltigkeit" 

Fundstück

kath.net  veröffentlicht Sigrid Grabners Erinnerungen daran, wie sie Papst Benedikt XVI- als damalige DDR-Bürgerin -zunächst noch als Kardinal Ratzinger kennen lernte. Besonders lesenswert ist ihre Beschreibung des Berlinbesuchs des Papstes 2011. 
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unter dem Titel:

                 "DER MANN MIT DER BASKENMÜTZE"

beginnt der Beitrag so- ZITAT:

"Auf dem Petersplatz in Rom Mitte der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts: Meine Freundin macht mich auf einen Priester mit Aktentasche aufmerksam: ein schmaler Mann in Soutane, darüber ein Mantel, auf dem Kopf eine schwarze Baskenmütze. Zielstrebig überquert er den Platz. 
"Kardinal Ratzinger“, sagt die Freundin, „er geht in sein Büro.“ Dass die evangelische Oberstudienrätin aus Wuppertal Papst Johannes Paul II. verehrt, weiß ich, aber dass sie sich auch in der katholischen Kirchenhierarchie auskennt und die Büros der Würdenträger lokalisieren kann, ist mir neu.

Ich hatte für zehn Tage Ausgang ins „kapitalistische Ausland“ erhalten, um in Rom Recherchen für ein Buch über italienische Frauen des Mittelalters zu betreiben. Die Freundin hatte die Reise organisiert und finanziert, anders wäre sie nicht möglich gewesen. Nun stand ich auf dem Petersplatz, trunken von Rom, und schaute sie fragend an. Ich erfuhr, Ratzinger sei der ehemalige Erzbischof von München, ein kreuzgescheiter Theologe, weswegen ihn die Dummen in der Kirche nicht mochten und Ideologen ihn verunglimpften. Johannes Paul II. habe ihn gedrängt, das Amt des Präfekten der Glaubenskongregation zu übernehmen, bis er nicht länger ablehnen konnte."  (...)

Quelle: S. Grabner, kath.net

Fr. Hunwicke spricht...

bei liturgicalnotes heute weiter über Quatembertage- und wochen innerhalb und außerhalb der Fastenzeit und ihre Ursprünge. 
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                          "QUATEMBER-WOCHEN" (2)

Die meisten Weihen in der Römischen Kirche finden in der Quatember-Zeit im Dezember statt. Die nächste Quatember-Zeit wäre dann im Juni sein. Das halbe Jahr hatte keine Weihe-Saison. Ich bevorzuge die Mutmaßung , daß die Frühlings-Quatember-Zeit, diese Woche aus der Notwendigkeit entstanden ist, diese Lücke zu füllen.

Es gibt Hinweise, die in diese Richtung weisen. Egbert von York, der Hl. Leo der Große und das Liber Pontificalis verbinden das Bußfasten mit Moses. Das tut z.B. ein kurzes, anonymes karolingisches Traktat, das von Dom Morin veröffentlicht wurde. 

Moses

Läßt das Ihre Ohren klingeln? MOSES!

Die Quatember-Messe vom Mittwoch bietet uns Exodus 24:12....in dem JWHJ Moses auf den Berg ruft und gibt ihm Steintafeln und ein Gesetz und Gebote. In der Lesung am Quatember-Samstag bringt Moses diese Torah hinunter zum Volk Israel.... und in der zweiten Lesung befiehlt er ihnen eifrig, sie einzuhalten. Und in der dritten Lesung " machte der Priester ein Gebet, während das Opfer verbrannte..."

Die Verbindung von Moses mit unserem Dienst ist einer der frühesten Teile unsere traditionellen Römischen Liturgie. Sie scheint sogar auf Clemens I zurückzugehen und auf den Bericht, wie Moses das Amt einrichtete. Ich muß die Leser im Priesteramt kaum daran erinnern, daß das Große Gebet (das bis jetzt überlebt hat) bei der Priesterweihe im Römischen Ritus gründet sich um die Erzählung, daß JHWJ  Moses Geist nahm und ihn unter 70 Ältesten verteilte. 

Und die letzte Lesung bei der Quatember-Messe ist der Bericht des Hl. Matthäus über die Transfiguration...in der Moses zusammen mit dem Herrn und Elias auf dem Berg der Transfiguration erscheint. 

Wir sein keine Marcionisten. Wir wissen, daß wir in einer ununterbrochenen Kontinuität mit der ersten Bundes-Beziehung zwischen JHWJ und seinem einzigen, seinem auserwählten Volk sind. Wenn wir das Privileg der Priesterweihe haben, das uns in die Ämter stellt, die Gott seit jeher, schon so lange der Menschheit gegeben hat.

Das zu leugnen ist, denke ich, praktischer liturgischer Antisemitismus. Der muß aus der Kirche verjagt werden!

Traurigerweise sind die Texte des Alten Testamentes, die uns während dieser Quatemberwoche an Moses und unser mosaisches Priestertum erinnern, von den post-konziliaren "Reformern" unbarmherzig aus den Lesungen ihrer neu zusammengestellten Unicus usus eliminiert wurden.

Dieser Vandalismus ist das, was die reiche Autorität von Arthur Roche "Bereicherung" nennt! 

Sogar noch schlimmer: als Dom Bottle und seine Kollegen ihre Hände am die Bischofsweihe legte, die große Teile der Parallele zwischen dem Christlichen Pontifex und dem Aaronitischen Hohen Priester ausmacht, haben sie unbarmherzig völlig zertrümmert. 

Was sie an seine Stelle setzten, besitzt zweifellos Gültigkeit. Es besitzt sogar Legitimität. Wir dürfen keinen dieser schlüpfrigen  Handelnden hat uns ins Unrecht gesetzt, indem er uns austrickste, das in Frage zu stellen. 

Aber....Auctoritas... die besitzen die neueren Riten sicher nicht. 

Kein Nanogramm. "

Quelle: liturgicalnotes, Fr. J. Hunwicke

   

Bischof Athanasius Schneider zur Synode der Synodalität

Marco Tosatti veröffentlicht bei Stilum Curiae, was BischofAthanasius Schneider Info Vaticana/  LifeSiteNews in einem Interview über die Synodalitäts-Synode zu sagen hatte.
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"BISCHOF SCHNEIDER: DIE SYNODE,  EIN INSTRUMENT, UM VERWIRRUNG IN DER KIRCHE ZU STIFTEN"

Liebe Freunde und Feinde von Stilum Curiae, wir bieten Ihnen in unserer Übersetzung diesen Artikel aus InfoVaticana, dem wir für seine Großzügigkeit danken, in dem Bischof Schneider Kritik und Ratlosigkeit über die Synode zur Synodalität zum Ausdruck bringt. Viel Spaß beim Lesen und Verbreiten.

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Der Weihbischof von Astana, Athanasius Schneider, hat LifeSiteNews ein Interview gegeben, in dem er davor warnte, daß die aktuellen Trends der katholischen Kirche, insbesondere die Synode zur Synodalität, für den katholischen Glauben "gefährlich" seien und "spirituelle Gifte" seien.
Wie es für den kasachischen Prälaten charakteristisch ist, sprach er kraftvoll und unverblümt. Schneider war immer besonders kritisch gegenüber dieser Synode und warnte, daß die derzeitige Synode zur Synodalität "ein Instrument ist, das verwendet wird, um die Klarheit des katholischen Glaubens zunehmend zu verwässern, wie wir beobachten, und immer mehr Verwirrung und lehrmäßige Verwirrung in das Leben der Kirche gießt".

"Es ist ein schwerer Missbrauch der Institution der Synode, die die Kirche seit 2.000 Jahren verstanden hat", sagte er.
Schneider betonte, daß eine ordnungsgemäß ordinierte Synode klare Vorrechte habe: "Die Synode ist ein Instrument des Lehramtes, aber ihr erstes Ziel ist es, die Lehre eindeutig und zweifelsfrei zu klären."
Die zweite Aufgabe einer Synode sollte darin bestehen, "die Fehler der Zeit zurückzuweisen", aber Schneider warnte, daß die derzeitigen Maßnahmen der Synode die Verbreitung von "Giften, spirituellen Giften" ermöglichen.
Eine echte Synode sollte sich auch mit "disziplinären" Fragen befassen, um ein "Heilmittel gegen Missbrauch" zu schaffen, sagte er.
Stattdessen beschreibt er die Synode zur Synodalität als ein "weltliches Parlament", etwas, das "der ganzen Geschichte der Kirche und der ganzen Methode Gottes widerspricht. Es ist weltlich, es ist nicht einmal christlich."
 Erzbischof Schneider die Besonderheit der Aufmerksamkeit der katholischen Kirche für das "Zuhören" und nicht für das Lehren. "Die ganze Menschheit muss auf die Stimme Christi hören, nicht aufeinander", sagte er. Einander zuzuhören und nicht auf Christus, sei "gegen die Offenbarung", fügte er hinzu.

"Darum sagte Christus nicht zu allen Aposteln: 'Geht hin und hört auf alle Völker', sondern: 'Geht, lehrt und unterweist sie in dem, was ich euch gelehrt habe.' Das ist die Botschaft der Kirche: Kommt nicht, haltet keine parlamentarischen Sitzungen ab und hört den Menschen zu, sondern verkündet die Wahrheit, natürlich mit Klarheit und Nächstenliebe", fügte der Weihbischof von Astana hinzu.
Bischof Schneider warnte vor den Gefahren, die von den vielen Strömungen des modernen Denkens in der katholischen Kirche ausgehen, und ermutigte die Katholiken, den Glauben zu bewahren. "Studiert den katholischen Glauben", sagte er.
"Studieren Sie gut die alten Katechismen, in denen der unveränderliche Glaube zu finden ist".
Er erwähnte einige nachkonziliare Texte wie Humanae Vitae und Vertitatis Splendor, betonte aber vor allem, dass Katholiken den vorkonziliaren Lehren und Dokumenten für ihre Klarheit folgen müssen.
Der Weihbischof forderte die Katholiken auch auf, die heilige Eucharistie "zum Mittelpunkt ihres Lebens" zu machen. Er ermutigte dazu, die heilige Kommunion mit großer Ehrfurcht zu empfangen, kniend und auf der Zunge, "um jede Gefahr der Entweihung oder Minimierung der Ehrfurcht zu vermeiden".
Darüber hinaus sagte Schneider, ein überzeugter Anhänger der traditionellen Liturgie der Kirche, daß das Streben nach der traditionellen Messe eine "Geste der Liebe" für den Nächsten und ein Akt der "Treue zur Heiligen Mutter Kirche" sei."

Quelle: M.Tosatti, Stilum Curiae, LifeSiteNews

 

Ist Sant´ Anselmo der Urprung des Krieges gegen die Traditionelle Lateinische Messe?

Luisella Scrosati kommentiert in La Nuova Bussola Quotidiana kritisch den Umgang der Hl. Stuhls mit der Traditionellen Lateinischen Messe, deren Ursprung sie in Sant´ Anselmo verortet.  
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 "DIE CLIQUE VON ST. ANSELMO FÜHRT DEN KRIEG GEGEN DIE ALTE MESSE"

Von Sekretärin Viola über die Untersekretäre García Macías und Marcjanowicz bis hin zu Ravelli und Midili, die die päpstlichen Feierlichkeiten leiten: Sie alle kommen aus dem Athenaeum Sant'Anselmo und bewegen sich nur in ideologischer Blindheit und Blindheit gegenüber der Realität. Sie sind es, die gegen die Alte Messe Krieg führen.

Jeder Mensch, auch wenn er intellektuell unbegabt ist, ist in der Lage zu verstehen, daß der Kreuzzug, der gegen den alten Ritus unternommen wird, von Traditionis custodes bis zum jüngsten Rescriptum, nichts anderes ist als ein Wunsch nach Rache, eine blinde und bittere Wut. Das ist eine einfache Beobachtung: Die katholische Kirche findet sich fast blutleer wieder, mit Bischöfen, die die Homosexualität preisen, "verwöhnten" Priestern, die Nonnen missbrauchen und von den höchsten Sphären geschützt werden, Klöstern, die gewaltsam geschlossen werden, Kirchen und Seminaren, die immer leerer werden, Katholiken, die vor der Kirche fliehen.

Wenn wir Polen ausschließen, liegt die Teilnahme an der Messe in westlichen Ländern mindestens wöchentlich deutlich unter 50%: Italien liegt beschämend bei 34%, aber das scheint im Vergleich zu Spanien (27%), Österreich (17%), Deutschland (14%) und den beiden Nachzüglern, Frankreich und den Niederlanden, sogar einen guten Eindruck zu machen, wo nicht einmal einer von zehn Katholiken zur Sonntagsmesse geht.

Mit diesem Szenario gedenkt das Dikasterium des Gottesdienstes, Zeit und Ressourcen zu verschwenden, um auf diejenigen einzuhämmern, die zur Messe gehen, aber nach einem Ritus, der ihnen nicht sympathisch ist. In jedem Unternehmen wäre der Präfekt des oben genannten Dikasteriums, Monsignore Arthur Roche, auf der Stelle entlassen worden: nicht nur unfähig, den Markt wiederzubeleben, sondern auch inkompetent genug, um die wenigen gesunden Zweige zu sterilisieren.

Im Nachhinein ist das einzige Problem von Roche, der falsche Mann am falschen Ort zu sein, was keine leichte Aufgabe ist. Seine radikale liturgische Unvorbereitetheit ist kein Geheimnis; aber zu dieser Zeit war der einzige freie Ort, um geweihten Mitglieder zu platzieren, die Gottesdienst- Kongregation, der von Kardinal Sarah geräumt wurde; und so musste Roche dorthin gesetzt werden, wie ein Bootsmann, der dem Verband der Bergführer vorsteht.

Das Ergebnis ist, daß andere den Gottesdienst lenken; und diese anderen haben alle ein gemeinsames Merkmal: sie kommen aus dem Päpstlichen Athenaeum von Sant'Anselmo. Angefangen beim Sekretär, Msgr. Vittorio Viola, der dort seit 2000 Liturgie unterrichtete und immer noch als Professor für sakramentale Liturgie unterrichtet. Viola hat als Dozentin das Recht, am Schulrat teilzunehmen, ein Recht, das ein Problem des Interessenkonflikts aufwirft. Dann die beiden Untersekretäre, Msgr. Aurelio García Macías und Msgr. Krzysztof Marcjanowicz, beide mit Doktortitel in Liturgie von Sant'Anselmo; Macías ist immer noch Lehrer. Eine ausgesprochen ungewöhnliche Situation in einem Dikasterium der Römischen Kurie, wo die verschiedenen theologischen, philosophischen und liturgischen Schulen vertreten sein sollten und das stattdessen an der Spitze von der Clique von Sant'Anselmo abgeschottet wird. Durch seine ehemaligen Studenten und Professoren in Spitzenpositionen im Gottesdienst übt der Sant´ Anselmo einen einseitigen Einfluss auf die Liturgie weltweit aus und knüpft viel zu enge Beziehungen zur Kurie, fruchtbarer Boden für persönliche Eskalationen im Namen der "Dienste" für die heilige Kirche.

Aber die Invasion von Sant'Anselmo ist noch größer. Als Nachfolger von Msgr. Guido Marini, der zum Bischof geweiht und in die Leitung der Diözese Tortona berufen wurde, finden wir den Brianza-Monsignore Diego Giovanni Ravelli, ebenfalls mit einer Lizenz und einem Doktortitel in Sant'Anselmo. Und dann durfte das liturgische Amt des Vikariats Rom nicht fehlen. Seit 2011 Direktor und verantwortlich für die liturgischen Feiern der Diözese (seit 2019), ist der Karmeliter P. Giuseppe Midili, ein großer Freund von P. Marko Ivan Rupnik, ebenfalls Lizentiat und Doktor an der Universität, wo er ordentlicher Professor für Liturgische Seelsorge ist.

Midilis Fall wirft auch Fragen über die Einhaltung der Statuten von St. Anselmo selbst auf, die nach Veritatis Gaudium, 29, vorsehen, daß "um 'stabil' zu sein [...] Die Lehrkräfte müssen von Aufgaben frei sein, die mit ihren Forschungs- und Lehraufgaben unvereinbar sind." Um ehrlich zu sein, gibt es auch andere Persönlichkeiten, von denen kaum gesagt werden kann, daß sie dieses Prinzip respektieren: P. Francesco De Feo, Abt des Klosters Grottaferrata, P. Stefano Visentin, Abt von Praglia und S.E. Msgr. Manuel Nin, Apostolischer Exarch von Griechenland und Bischof von Carcabia.

Für diese Herren von Sant'Anselmo muss die Liturgie etwas sehr Theoretisches gewesen sein, denn sie können der Realität, die unsere Kirchen heimsucht, nicht ins Auge sehen; und auch etwas sehr Ideologisches, angesichts der blinden Wut auf Jugendliche, Kinder, Familien, die in ihren Köpfen alle unter dem Etikett "Gegner des Konzils" landen, nur weil sie den alten Ritus lieben.

Christophe Dickès, französischer Historiker und Journalist, Bruder des Dichters Damien, versucht, diese Schreibtischliturgiker zurück zur Realität zu bringen, mit einem großartigen Artikel, der in den Kolumnen von Le Figaro erschien. Dickès weist darauf hin, daß das Problem dieses Pontifikats die kleine traditionalistische Welt zu sein scheint, die in Frankreich, wo sie besonders weit verbreitet ist, etwa 4% der Katholiken ausmacht; Daher "eine Minderheit innerhalb einer Minderheit". Eine Minderheit wird offensichtlich als subversiv angesehen, weil diejenigen, die Teil davon sind, gefährlicherweise "ihren Kindern Katechismus beibringen, indem sie die zehn Gebote und Gebete lernen, die Katholiken kennen müssen", und mit erheblichen Opfern versuchen, ihre Kinder vor der "Cancel Culture" zu bewahren, indem sie sie auf Privat- oder Elternschulen schicken, die selbst finanziert werden müssen.

Diese Familien lieben es, zur Alten Messe zu gehen. Alles snobistisch? Alles antikonziliar? Alle Lefebvristen? In der Tat wollten diese Personen nach den Priesterweihen von 1988 "ihre Treue zum Heiligen Stuhl zeigen und ihre geistlichen Bedürfnisse bekunden, wie es das kanonische Recht erlaubt (Can. 212 § 2)". Treue, die heute mit soliden Ohrfeigen zurückgezahlt wird.

Aber was finden sie in der Messe im alten Ritus? Dort, räumt Dickès ein, gibt es "eine Vertikalität und Heiligkeit", die in dem von Paul VI. gebilligten Ritus weniger offensichtlich ist. Darüber hinaus ist es entschieden ein "weniger klerikaler Ritus", ein Ritus, in dem jeder "Personalismus" verboten ist: Die Gläubigen beten von Angesicht zu Angesicht mit Gott", ohne daß der Priester behauptet, ihre Schnittstelle zu sein.

Es ist in der Tat merkwürdig, daß gerade während des Pontifikats, das die Synodalität zu seinem Fixpunkt gemacht hat - unter dem Motto "Vergrößert den Raum eures Zeltes"! - und Antiklerikalismus dessen Uniform ist,  sie betroffen sein sollen. Und das ohne jede Gnade. Niemand dachte daran, eine Delegation zu empfangen, um ihre Bitten anzuhören, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen, wie es die Pflicht der Hirten ist. Nichts. Nur zwei Vertreter der St. Petrus-Bruderschaft wurden empfangen. "Was die Laien betrifft, so wurden die Mütter der Priester im Alter von 50 bis 65 Jahren, die 1500 km von Paris nach Rom gelaufen sind, um dem Stellvertreter Christi ein Bittgebet zu Füßen zu legen, nur 3 Minuten lang empfangen. 1500 Kilometer für eine Handvoll Sekunden".

Ein Verhalten, das die falsche Rhetorik offenbart, die jetzt in Rom zur Regel geworden ist: Es wird gesagt, daß jeder einen Platz in der Kirche finden muss, aber nicht die "Tridentiner"; es ist die Rede davon, die Laien zu schätzen, aber nicht diejenigen, die zur alten Messe gehen; sie drücken sich gegenseitig die Ellbogen, um zu zeigen, wie sehr Familien und Kinder geschätzt und geliebt werden, aber nur diejenigen, die zur "neuen Messe" gehen oder vielleicht nicht einmal einen Fuß in die Kirche setzen. Kein Willkommen, keine Gnade, kein Zuhören für diejenigen, die jede Woche den "Exerzitien" zuhören; in Bezug auf die lateinische Messe scheint es nur ein Gebot zu geben: "Erziehe sie um. Im Guten oder im Schlechten. Synodalität scheint in Mode zu sein, aber 'sie' haben nur ein Recht: das Recht, schweigend zu leiden", schließt Dickès.

Es scheint, daß es in Rom eine einzigartige Version des Gleichnisses vom verlorenen Sohn gibt, wo der Vater seinen älteren Sohn verjagt, weil er es leid ist, ihn immer bei sich zu haben."

Quelle: L. Scrosati, LNBQ