Samstag, 11. März 2023

Roberto de Mattei: Eine Geschichts-Stunde, Teil 2

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"HISTORISCHE ÜBERLEGUNGEN ZUM MOSKAUER PATRIARCHAT (Teil 2)" 

In der katholischen Kirche geht der Ursprung der Patriarchate auf das Konzil von Nicäa (325) zurück, das den Bischöfen von Alexandria und Antiochien, die dem von Rom unterstellt waren, eine besondere Oberhoheit einräumte. Auf dem Konzil von Konstantinopel (381) wurde der Bischof von Konstantinopel und auf dem Konzil von Chalcedon (451) der Bischof von Jerusalem in die Reihe der Patriarchen aufgenommen. Die Entscheidung über die Legitimität des Patriarchentitels wurde stets dem Papst zuerkannt, und auch heute noch behält der Codex Canonum Ecclesiarum Orientalium der obersten Autorität der Kirche von Rom die Errichtung, Wiederherstellung und Änderung von Patriarchatskirchen vor (canones 55–62).

Das Patriarchat von Konstantinopel, das unter Photius bereits 867 den Papst wegen der Einfügung der Formel "filioque“ in das Glaubensbekenntnis exkommuniziert hatte, zerbrach 1054 mit Michael Kerularios endgültig die Einheit mit der Kirche von Rom. Das Schisma wurde 1439 beendet, als der Patriarch von Konstantinopel Joseph II. auf dem Konzil von Florenz mit der Kirche von Byzanz zum römischen Glauben zurückkehrte. Seine Nachfolger Metrophanes II. und Gregor III. Mammas blieben der Union mit Rom treu. Über Athanasius II., den letzten Patriarchen, bevor Konstantinopel 1453 in die Hände der Türken fiel, ist wenig bekannt, wohl aber, daß Sultan Mehmed II. aus Haß gegen die katholische Kirche 1454 das schismatische Patriarchat wiederherstellte und Gennadius II. als Oberhaupt der byzantinischen Christen im Osmanischen Reich einsetzte.

Auch in Rußland setzten die Moskauer Fürsten, von Wassili II. bis Iwan IV., der 1547 den Titel eines Zaren annahm, die griechisch-schismatische Religion durch. Nach dem Tod Iwans IV. im Jahr 1584 und dem Aufstieg des Zaren Fjodor I. machte sich dessen Berater Boris Godunow daran, das Prestige des Reiches durch die Errichtung eines Moskauer Patriarchats zu festigen. Der Anlaß war die Ankunft des Patriarchen von Konstantinopel, Jeremias II., in Moskau, der um Hilfe gegen die türkischen Unterdrücker bat. Der Patriarch wurde unter Hausarrest gestellt und ihm mitgeteilt, daß er nur dann freigelassen wird, wenn er Moskau als neuen Patriarchatssitz kirchenrechtlich anerkennt. 


Im Januar 1589 wurde Jeremias auf einem im Kreml einberufenen lokalen Konzil in Anwesenheit des Zaren und der Bojarenduma gezwungen, Metropolit Jov (Job, Hiob) zum ersten Patriarchen von Moskau und der ganzen Rus zu ernennen. Pater Stefano Caprio merkt an, daß dieser Akt formal die erste Form der Autokephalie innerhalb der Orthodoxie begründete und ihre ekklesiologische Natur veränderte, von ökumenisch zu ethnisch. „Wenn man bedenkt, daß sich die anderen orthodoxen Kirchen in einem Zustand der Unterwerfung unter die osmanischen Türken befanden, kann man verstehen, warum Moskau sich seither nicht einfach als eines von vielen nationalen Patriarchaten betrachtete, sondern als die repräsentativste Kirche der gesamten orthodoxen Welt.“ 


Die Errichtung des Moskauer Patriarchats war ein eminent politischer Akt in der ideologischen Perspektive eines "Dritten Roms“, das das Erbe des byzantinischen Cäsaropapismus gegen Rom und die Türken antrat. Doch während das Patriarchat von Konstantinopel dem Staat untergeordnet war, wurde jenes in Moskau vom Staat selbst geschaffen.

Die Antwort der katholischen Kirche ließ nicht lange auf sich warten. Mit der Union von Lublin hatte 1569 ein riesiger Staat das Licht der Welt erblickt, der das Königreich Polen und das Großherzogtum Litauen vereinte. Die polnisch-litauische Konföderation umfaßte auch Vertreter des orthodoxen Episkopats, die unter dem missionarischen Einfluß der Gegenreformation begonnen hatten, Rom als religiösen Bezugspunkt zu betrachten. Sie wurden Ruthenen (von Rus) genannt, weil sie aus den Regionen Weiß-Rußland und Klein-Rußland stammten, die den heutigen Staaten Weiß-Rußland und Ukraine entsprechen.


Freitag, 10. März 2023

Fr. Hunwicke spricht...

bei liturgicalnotes heute über den kommenden 3. Sonntag der Fastenzeit. 
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"IST DER NÄCHSTE SONNTAG NICHT EIN BISSCHEN EXTREM?"

Die von der authentischen Form des Römischen Ritus für den kommenden 3. Fastensonntag vorgesehene Messe erscheint mir außerordentlich interessant. (Unnötig zu sagen, daß sie aus der verstümmelten und korrupten Form verschwunden ist.) 

Das Thema der Epistel und des Evangeliums anerkennt die Gefahr aus der Gnade und aus unserem Taufbund zu fallen. Und es scheint die Notwendigkeit zu betonen, unsere Sprache dem Gesetz Gottes anzupassen.  Wenn wir unchristlich sprechen-verbreitet sich die Krankheit von unseren Lippen in unsere Herzen aus und von dort in unser Leben.

Hier sind einige Beispiele des Vokabulars; ich biete die Übersetzung des Prayer Books an und das Griechische Original. 

In der Epistel:

Unzucht, porneia,  Unreinheit akatharsia, Begierde pleonexia, tadele sie, weil es eine Schande ist, auch nur über diese Dinge zu sprechen, die von ihnen im Geheimen begangen werden... elengkhete; ta gar kruphe ginomena hup' auton aiskhron estin kai legein ...(prüft das;  weil die geheimen Dinge, die diese tun und aussprechen, beschämend sind) beachten Sie den Ridorismus und den kompromißlosen Charakter des " wer nicht mit mir ist, ist gegen mich"; es gibt kein Haus auf halbem Weg, keine Nuance, unter der man sich verstecken kann. Und für den abgefallenen (halbabgefallenen??) ehemaligen Christen. Der letzte Zustand dieses Menschen ist schlimmer als der erste.

Ich vermute, daß der Römische Kontext hier der Folgende ist: am III. Fastensonntag wurde die Prüfungen angekündigt, die zu Beginn der Woche die Katechumenen auf ihre Initiation an Ostern vorbereiteten. Die "rigoristische" Betonung der Gefahren des Rezidivismus oder des Rückfalls in die Klauen des Zeitgeistes erscheinen für diese Periode besonders wichtig.

Normalerweisew betrachte ich mit Mißtrauen jede Annahme (ob bei der Interpretation eines Evageliums oder der kirchlichen Lesung), daß ein Abschnitt einfach nur eine "Materialsammlung" ist, die sich irgendwie selbst in ein Sammelsurium von unzusammenhängender Materie geschoben - wiederfindet. Die abschließenden beiden Verse (27-28) von Lukas 11...über die Frau in der Menge, die den Schoß segnet, der den Herrn geboren hat und die Brust, an der er getrunken hat...scheinen mir- sogar in rein literarischer Hinsicht- ein absolut erstaunlicher Abschluss für die gesamte vorhergehende Passage zu sein:

"Die wirklich Gesegneten sind die, die das Wort des Herrn gehört haben, und es halten (phylassantes).

Und ich bin nicht im geringsten überrascht, daß diese gesamte Passage des Hl. Lukas von den post-konziliaren "Reformern" so abschätzig behandelt wurde. Männlich widerstanden sie jeder Versuchung, die sie vielleicht fühlten, Lukas 11 27-28 zuzulassen, um seinen lukanischen Zweck zu erfüllen: die Themen von Lukas 11: 24-26 epigrammatisch zusammen zu fassen.

"Bereicherung" - in der Tat !!! (Enrichment= En-Roche-ment?)

Ich frage mich, ob zu diesen "Reformern“ auch die Koryphäen gehörten, die Pater Louis Bouyer als die Trois Maniaques bezeichnete.

Ich bitte die Leser, diese beiden Bibelstellen zu lesen. Sie drängen uns alle zu einer tieferen und exklusiveren Verpflichtung."

Quelle: liturgicalnotes, Fr. J.Hunwicke

Die Schwarze Legende von der Inquisition ist wissenschaftlich widerlegt - lebt aber, weil sie zu nützlich ist, weiter.

Marco Tosatti veröffentlicht bei Stilum Curiae einen Artikel von A. Nobile zum Thema Inquisition und der anscheinend so unausrottbaren wie nützlichen Schwarzen Legende. 
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"INQUISITION, DIE SCHWARZE LEGENDE, DIE VON WELTLICHEN GELEHRTEN WIDERLEGT WIRD."

Liebe StilumCuriale, Agostino Nobile hält Wort und bietet euch diese Überlegungen zur Heiligen Inquisition an. Viel Spaß beim Lesen und Verbreiten.

§§§

                                              Die Inquisition 
[...] Der Begriff Inquisition hat die gleiche Etymologie wie Untersuchung, Forschung, Polizei und wird historisch in der mittelalterlichen Inquisition unterschieden, die der Katharer-Häresie entgegenwirken sollte; Spanisch, für die falschen jüdischen Conversos und muslimischen Marranos; die Römische Inquisition wurde 1542 von Papst Paul III. gegründet, wo das Heilige Offizium nur auf einem Teil der italienischen Halbinsel wirkte, insbesondere gegen die Ausbreitung des Protestantismus. Wie wir sehen werden, wurde diese Institution vom Volk lautstark gewünscht, das über die Sekten verärgert war, die die Massen aufwühlten. Wir stellen sofort klar, daß die Verurteilung von Ketzern zum Scheiterhaufen eine Strafe war, die durch das weltliche Strafrecht und nicht durch das kanonische Recht festgelegt wurde. Die Kirche hat den Scheiterhaufen nie verurteilt, aber es war der weltliche Arm, der ihn angeordnet und umgesetzt hat. Häresie wurde als ein Verbrechen der Majestätsbeleidigung betrachtet, und daher die Todesstrafe eingeführt, aber wenn der Angeklagte bereute, wurde er begnadigt und wieder in die Gemeinschaft aufgenommen.

Der dänische Historiker Gustav Henningsen, der 44. 000  Inquisitions-Fälle zwischen  1540 und 1700 Fälle analysiert hat  (und das in Bezug auf die unflexibelste weltliche Inquisition), fand heraus, daß es nur 1%  Hinrichtungen gab. Bei der heutigen Mentalität mag sogar dieses 1% übertrieben erscheinen, aber wir müssen bedenken, daß in jenen Jahrhunderten nicht nur das Christentum auf dem Spiel stand, sondern auch das Überleben des Staates, der Familie und der Gemeinschaft.

Neben dem Islam im Rücken wurde Europa vor allem von ketzerischen Sekten bedroht, die wie Pilze geboren wurden. Häretiker hat es immer gegeben, sogar heidnische, aber sie hatten die weltliche und religiöse Institution nie mit solcher Virulenz gefährdet. Was befürworteten die Katharer? Gegen Mitte des zwölften Jahrhunderts die Katharer oder Albigenser, Bogomilen, Bulgaren usw. Namen, die je nach Ort, an dem sie sich niederließen, variierten, verbreiteten sich vor allem in Südfrankreich und Norditalien. Diese Lehre, die sich zu einer Kombination von Manichäismus, Gnostizismus und Christentum bekannte, galt auch für die politisch-institutionelle Struktur als echte Katastrophe. Die Katharer waren so mächtig geworden, daß, wenn die Herrscher sie militärisch bekämpfen mussten, dafür der theologischen Aspekt des Eingreifens des Papstes notwendig war. Im Jahr 1162 schrieb Ludwig VII., König von Frankreich, einen Feuerbrief an Papst Alexander III., wegen seiner Abneigung, sich der Gefahr durch die Katharer zu stellen: "[...] sie sind viel böser, als sie scheinen. [...] Möge Eure Weisheit dieser Plage besondere Aufmerksamkeit schenken und sie unterdrücken, bevor sie weiter wachsen können. [...] Wenn Ihr anders handelt, wird die Unzufriedenheit nicht leicht nachlassen und Ihr werdet gegen die römische Kirche die heftigen Vorwürfe der öffentlichen Meinung entfesseln". (G. B. Guiraud – In praise of the Inquisition – Leonardo ed. 1994).

Roberto de Mattei: Eine Geschichtsstunde

Bei corrispondenza romana erteilt Roberto de Mattei uns eine Geschichtsstunde, die uns zu einem besseren Verständnis der Position des Moskauer Patriarchates sowohl in seinem Verhältnis zu Rom als auch zum Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel verhelfen kann. 
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"HISTORISCHE ÜBERLEGUNGEN ZUM MOSKAUER PATRIARCHAT" (TEIL1)

Die Anziehungskraft, die einige politische und religiöse Kreise im Westen gegenüber dem Moskauer Patriarchat empfinden, geht einher mit einer tiefgreifenden Unkenntnis seiner Geschichte. Wir wollen versuchen, diese Lücke zu schließen.

Der grundlegende Ausgangspunkt ist das siebzehnte ökumenische Konzil der Kirche, das 1439 unter Papst Eugen IV. in Florenz stattfand. An der großen Versammlung nahm unter der Leitung von Kaiser Johannes VIII. Paläologus und Patriarch Joseph II. mit seinem Klerus eine große Gruppe von etwa 700 Personen aus Konstantinopel teil. Mit dabei war auch der griechische Mönch Isidor (1385–1463), Metropolit von Kiew und des ganzen Rus (Rußland). Der Metropolit von Kiew, der nicht den Titel eines Patriarchen trug, wurde von Konstantinopel ernannt, und die Stadt Moskau, die bis zum 15. Jahrhundert keine bedeutende Rolle in der russischen Religionsgeschichte spielte, hing von ihm ab.

In Florenz fand ein großes Ereignis statt: Am 6. Juli 1439 wurde das Dekret Laetentur Coeli et exultet terra [Die Himmel mögen sich freuen und die Erde juble] unterzeichnet, das das Große Schisma2 beendete, das 1054 die katholische Kirche von Rom von der selbsternannten "orthodoxen“ Kirche von Konstantinopel getrennt hatte. Die päpstliche Bulle endete mit folgender feierlichen dogmatischen Definition, die vom byzantinischen Kaiser, dem Patriarchen von Konstantinopel und den griechischen Vätern unterzeichnet wurde:

„Ebenso definieren wir, daß der heilige Apostolische Stuhl und der Römische Papst den Primat auf der ganzen Welt hat und daß der Römische Papst selbst der Nachfolger des seligen Petrus, des Fürsten der Apostel, der wahre Stellvertreter Christi, das Haupt der ganzen Kirche, Vater und Arzt aller Christen ist, und daß unser Herr Jesus Christus ihm in der Person des seligen Petrus die ganze Vollmacht übertragen hat, die universale Kirche zu weiden, zu regieren und zu leiten, wie es auch in den Akten der ökumenischen Konzilien und in den heiligen Canones bezeugt ist."

Es handelte sich um eine echte Rückkehr zu den Quellen. In der Tat gehen die Ursprünge der Rus auf die Taufe des heiligen Wladimir im Jahr 988 zurück, als Konstantinopel noch mit Rom vereint war und der Kiewer Staat Teil einer einzigen Res publica christiana unter der Führung des Papstes war. Johannes Paul II. sagte am 5. Mai 1988, daß „die Taufe des heiligen Wladimir und der Kiewer Rus vor eintausend Jahren heute zu Recht als ein unermeßliches Geschenk Gottes an alle Ostslawen, angefangen beim ukrainischen und beim weißrussischen Volk, betrachtet wird. Selbst nach der Abspaltung der Kirche von Konstantinopel betrachteten diese beiden Völker Rom als die alleinige Mutter der gesamten christlichen Familie. Genau aus diesem Grund wich Isidor, Metropolit von Kiew und der gesamten Rus, nicht von den authentischsten Traditionen seiner Kirche ab, als er 1439 auf dem ökumenischen Konzil von Florenz das Dekret über die Union zwischen der griechischen und der lateinischen Kirche unterzeichnete.“ 

Donnerstag, 9. März 2023

Musik am Abend...

 L.v. Beethoven,  Chorphantasie in c-moll, Op 80

            

Das Reskript, Lumen Gentium, Autorität und Synodalität und die Bischöfe

George Weigel veröffentlicht bei FirstThings einen Kommentar über die Streitigkeiten um das Reskript von Kardinal Roche zur Umsetzung von Traditionis Custodes und seine Auswirkungen auf das Bischofsamt im Lichte von Lumen Gentium und das Wiederaufflammen des Ultramontanismus. 
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"DER NEUE ULTRAMONTANISMUS UND DAS "DISSEN" DES II. VATICANISCHEN KONZILS"

In seiner dogmatischen Konstitution zur Kirche (Lumen Gentium) tritt das II. Vaticanische Konzil fest auf die Bremse des Ultramontanismus, der überhitzten Theorie der päpstlichen Suprematie, die die Ortbischöfe auf Abteilungs-Manager reduziert, die Anordnungen des Aufsichtsrates der Katholischen Kirche GmbH  in Rom ausführt. Der Gnadenstoß für das verzerrte ultramontanistische Konzept der kirchlichen Autorität kam mit § 27 der dogmatischen Konstitution: 

 "Die Bischöfe leiten die ihnen zugewiesenen Teilkirchen als Stellvertreter und Gesandte Christi94 durch Rat, Zuspruch, Beispiel, aber auch in Autorität und heiliger Vollmacht, die sie indes allein zum Aufbau ihrer Herde in Wahrheit und Heiligkeit gebrauchen, eingedenk, daß der Größere werden soll wie der Geringere und der Vorsteher wie der Diener (vgl. Lk 22,26-27). Diese Gewalt, die sie im Namen Christi persönlich ausüben, kommt ihnen als eigene, ordentliche und unmittelbare Gewalt zu, auch wenn ihr Vollzug letztlich von der höchsten kirchlichen Autorität geregelt wird und im Hinblick auf den Nutzen der Kirche oder der Gläubigen mit bestimmten Grenzen umschrieben werden kann. Kraft dieser Gewalt haben die Bischöfe das heilige Recht und vor dem Herrn die Pflicht, Gesetze für ihre Untergebenen zu erlassen, Urteile zu fällen und alles, was zur Ordnung des Gottesdienstes und des Apostolats gehört, zu regeln..."

Eine der vielen Merkwürdigkeiten dieses katholischen Augenblicks  ist, daß im Namen eine "Synodalität", die als Erfüllung der Verheißung des Zweiten Vatikanischen Konzils verkündet wird – was vermutlich die Lehre des Konzils über die Autorität der Ortsbischöfe als wahre Stellvertreter Christi einschließt – die "Oberste Autorität der Kirche“ die bischöfliche Autorität ernsthaft untergräbt, indem sie mit harter Hand die Verwendung der Außerordentlichen Form des Römischen Ritus (der sogenannten "Traditionellen Lateinischen Messe“ oder TLM) unterbindet. Das jüngste Beispiel für diesen neuen Ultramontanismus kam in einem Reskript vom 21. Februar, als "die höchste Autorität der Kirche“ festlegte, daß Bischöfe von nun an die Erlaubnis von Kardinal Arthur Roche und vom Dikasterium für den Gottesdienst einholen müssen, bevor sie den Gebrauch des Außerordentlichen Form in Gemeindekirchen erlauben und bevor sie den nach dem 16. Juli 2021 geweihten Priestern genehmigen, die TLM zu feiern.

Das journalistische Sprachrohr des jetzigen Pontifikats, Amerikas Gerard O’Connell, applaudierte diesem Diktat zuverlässig, weil es "deutlich gemacht habe, daß Bischöfe das Gesetz nicht selbst in die Hand nehmen können“. Im Gegenteil: Das Reskript vom 21. Februar widerspricht der Lehre von Lumen Gentium 27 über die Rolle des Ortsbischofs als oberstem Liturgiker seiner Diözese. Es versäumt auch, den "Vorteil [für] die Kirche oder [für] die Gläubigen“ der Ausübung der päpstlichen Alleinherrschaft durch das Reskript zu definieren. So werden Bischöfe wieder einmal zu befehlsausführenden Dienern des Römischen Global HQ reduziert.

Die Angriffe auf K.Wojtyla: ein zusammengeschustertes Lügengebäude

Nico Spuntoni setzt sich in La Nuova Bussola Quotidiana mit einem konzertierten Kampagne auf Erbe und Person Karol Wojtylas auseinander, die in Polen - im Rahmen einer PR-Aktion für ein neues Buch - gestartet wurde und nur allzu begierig von interessierter Seite im Westen übernommen wurde. Die bedienen sich der alten kommunistischen Dossiers über den unbequemen ehemaligen Erzbischof von Krakau und späteren Papst. 
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"ANGRIFF AUF WOJTYLA, EINE LÜGENGEBÄUDE AUF DER GRUNDLAGE DER ROTEN "DOSSIERS"

In einer gut durchdachten Marketingaktion wurde in Polen das Buch Maximum Guilt veröffentlicht, in dem behauptet wird, Wojtyła habe den Missbrauch von Priestern vertuscht, als er Erzbischof von Krakau war. Angriffe, die aus der Ferne kommen, das Ergebnis eines schleichenden Abrisswerks an Johannes Paul II. in seiner Heimat, das antiklerikale Sektoren, liberale Medien und traditionsfeindliche Katholiken vereint. Und am Ursprung stehen die falschen Dossiers des kommunistischen Regimes.

Am 2. April 2023 jährt sich der achtzehnte Todestag von Johannes Paul II. Das bedeutet, daß diejenigen, die nach dem Ende des drittbeständigsten Pontifikats der Geschichte geboren wurden, volljährig werden. Mehr als sechsundzwanzig Jahre Dienst haben dazu geführt, daß Karol Wojtyła der Papst mehrerer Generationen wurde, eine Zahl, die zumindest für diejenigen, die zwischen 1978 und 2005 zwanzig Jahre alt waren, unmöglich wissen konnten. Stellen Sie sich Polen vor, das Land, in dem nach 455 Jahren der erste nicht-italienische Papst geboren wurde.

Fast achtzehn Jahre später hat die nationale Öffentlichkeit jedoch mit Überraschung festgestellt, daß viele junge Menschen nur oberflächlich wissen, wer der große polnische Heilige war, und sich seinen Enzykliken oder Predigten nie genähert haben. In einer interessanten Untersuchung des Pressebüros der Erzdiözese Krakau beklagten sich einige der befragte Studenten, daß "es zu viel vom Papst im öffentlichen Raum und nicht genug von seiner wahren Lehre gibt". Eine weitere scharfsinnige Beobachtung eines jungen Polen, die in dem Artikel gesammelt wurde, unterstreicht, wie "notwendig es ist, ständig zur Lehre des heiligen Johannes Paul II. zurückzukehren, auch während des Religionsunterrichts, anstatt zu lehren, daß er in Wadowice geboren wurde. Es ist notwendig, konkrete Beispiele zu geben, seine Werke lesen zu lassen und sie zum Beispiel mit dem Evangelium in Beziehung zu setzen". Laut Carlo – so der Name des interviewten Studenten – "ist dies der Weg, um die Wahrnehmung von ihm durch junge Menschen zu ändern, die sich bewusst sein müssen, daß Johannes Paul II. nicht nur Sahnetorten oder Kaugummi aß, sondern vor allem ein großes Vermächtnis hinterlassen hat, das an sie gerichtet ist".

Aber neben diesem Phänomen der "Säkularisierung" des Andenkens an Wojtyła, das von den Jugendlichen angeprangert wird, die von der Pressestelle seiner ehemaligen Diözese gehört wurden, gibt es auch eine besorgniserregendere Tendenz, die wichtigste Figur der polnischen Zeitgeschichte zu entweihen. In den letzten Jahren wurden polnische soziale Netzwerke mit beleidigenden Memes gegen Wojtyła als Teil einer echten Verleumdungskampagne angefüllt, die durch einen Hashtag mit einer unwiederholbaren Bedeutung gekennzeichnet ist.

Und vermutlich dachte Kardinal Stanisław Dziwisz, sein ehemaliger persönlicher Sekretär, anlässlich der Messe zum 44. Jahrestag der Wahl Wojtyłas an diese Impulse, als er zu den Gläubigen von Krakau sprach und ihnen nachdrücklich sagte: "Lasst euch nicht die gebührende Ehre dessen nehmen, der Polen und die Welt erneuert und zum Stolz unserer Nation unter den Nationen der Welt geworden ist". Der emeritierte Erzbischof von Krakau ist sich bewusst, wie sehr das Wojtylianische Pontifikat in den letzten Jahren bestenfalls in Vergessenheit geraten ist, während es schlimmstenfalls ins Fadenkreuz von Antiklerikalen geraten ist, die nicht den Mut hatten, den lebenden Papst zu beschuldigen.

Dziwisz selbst bemerkte kürzlich, wie ein gewisses Klima, das dem Gedenken an Johannes Paul II. feindlich gegenübersteht, auch in Polen Fuß gefasst hat, wo eine Fernsehdokumentation ausgestrahlt wurde, in der er beschuldigt wurde, Skandale des sexuellen Missbrauchs durch Mitglieder des Klerus gegen Geld vertuscht zu haben. Er hat sie ihnen in der Tat entgegengestellt und als "böswillige Anspielungen und diffamierende Anschuldigungen gebrandmarkt, die den Dienst beeinträchtigen würden, den ich in voller Demut dem heiligen Papst Johannes Paul II. geleistet habe, dessen Andenken vor der ganzen Welt gesegnet ist", und fügte hinzu, daß "die Großherzigkeit und das Wohlwollen, die in der Schule von Johannes Paul II. gelernt wurden, keine Manipulation seitens irgendjemandes zulassen können". Daher hatte der ehemalige Sekretär diese gegen ihn gerichteten Angriffe nicht allzu implizit als indirekte Möglichkeit interpretiert, das Wojtylianische Pontifikat in Frage zu stellen. Im vergangenen April kam es auch zum Freispruch in der Untersuchung einer Ad-hoc-Kommission des Vatikans, auf die er selbst gehofft hatte und die von Kardinal Angelo Bagnasco geleitet wurde, der bei der Prüfung der Dokumentation die Arbeit von Dziwisz als absolut regulär angesehen hatte.

Wie können wir angesichts all dessen das leuchtende Vermächtnis dieses Heiligen unter den heutigen jungen Menschen verteidigen, die es nicht erlebt haben? Eine wichtige Antwort kommt genau von einem der Studenten, die in dem oben genannten Artikel der Erzdiözese Krakau interviewt wurden, Mikołaj, für den "das Wichtigste ist, daß  Priester und Laien keine Angst vor der Kontroverse um Johannes Paul II. haben" und sich als fähig erweisen, "lächerlichen Anschuldigungen und Memes gegenüberzustehen, nicht wegzulaufen und sich zwischen schönen Aufnahmen von Wallfahrten und weniger schönen Denkmälern zu verstecken". Aber um dies zu tun, fügte der Junge hinzu, "ist es zuerst notwendig, die Geschichte des polnischen Papstes und seine Lehre gründlich zu kennen" 

Quelle: N.Spuntoni, LNBQ

Fundstück

Der Kölner Stadtanzeiger berichtet über einige Aussagen, die Erzbischof Georg Gänswein anläßlich der Vorstellung seines Buches "Nichts als die Wahrheit. Mein Leben mit Benedikt XVI", das in Deutschland bei Herder erschienen ist, gemacht hat.
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Unter dem Titel:

"PRIVATSEKRETÄR GÄNSWEIN FÜHLT "GROSSE LEERE" NACH TOD BENEDIKTS UND BETET ZU IHM" 

beginnt der Bericht so - ZITAT

"Erzbischof Georg Gänswein hat nach eigenen Angaben alle privaten Briefe des früheren Papstes Benedikt XVI. nach dessen Tod vernichtet. Dies sei im Testament verfügt worden; die Schriftstücke habe er geschreddert, sagte der langjährige Privatsekretär des deutschen Papstes in einem Interview der „Bild“-Zeitung. Der Hauptteil des Nachlasses wie Bücher und Manuskripte ging nach Regensburg ins Institut Benedikt XVI. Ein kleinerer Teil bleibe im Vatikan, zum Beispiel Briefwechsel mit seinem Vorgänger." (...)

Quelle: KSTA

"Die neue Staatsreligion woker Dogmen, einer globalen grünen Agenda und der Cancel-Kultur" -Fortsetzung

 Fortsetzung von hier und hier

Das Problem mit diesem beunruhigenden Phänomen des Massenaberglaubens ist, daß diese Staatsreligon de facto nicht nur den Vereinigten Staaten von Amerika aufgezwungen wurde, sondern sich auf alle Nationen der westlichen Welt ausgebreitet hat, deren Führer vom grossen Apostel der Grossen Rückbesinnung, Klaus Schwab, zum globalistischen Wort bekehrt wurden, der selbst zum Papst‘ ernannt und somit mit unfehlbarer und unanfechtbarer Autorität ausgestattet wurde. Und so wie wir im ´Annuario Pontificio‘ (Päpstliches Jahrbuch) die Liste der Kardinäle, Bischöfe und Prälaten der Römischen Kurie und der über die ganze Welt verteilten Diözesen lesen können, so finden wir auf der Website des Weltwirtschaftsforums die Liste der ´Prälaten‘ des Globalismus, von Justin Trudeau bis Emmanuel Macron, und entdecken, daß nicht nur die Präsidenten und Premierminister vieler Staaten dieser Kirche‘ angehören, sondern auch viele Beamte, Leiter internationaler Organisationen und grosser multinationaler Konzerne sowie die Medien.

Dazu kommen noch die ´Prediger‘ und ´Missionare‘, die sich für die Verbreitung des globalistischen Glaubens einsetzen: Schauspieler, Sänger, Meinungsmacher, Sportler, Intellektuelle, Ärzte, Lehrer. Ein sehr mächtiges, straff organisiertes Netzwerk, das nicht nur an der Spitze der Institutionen verbreitet ist, sondern auch in Universitäten und Gerichten, in Unternehmen und Krankenhäusern, in peripheren Organisationen und lokalen Gemeinden, in Kultur- und Sportvereinen, sodass es selbst in einer Grundschule in der Provinz oder in einer kleinen Landgemeinde unmöglich ist, der Indoktrination zu entgehen.

Es ist verwirrend – das werden Sie zugeben -, dass wir unter den Konvertiten zur universellen Religion auch Vertreter der Weltreligionen zählen können, und unter ihnen sogar Jorge Mario Bergoglio – den die Katholiken als Oberhaupt der Kirche von Rom betrachten – mit dem gesamten Zug der ihm treu ergebenen Geistlichen. Die abtrünnige Hierarchie der Konzilskirche ist dazu übergegangen, das Idol der Pachamama, der ´Mutter Erde‘, anzubeten, eine dämonische Personifizierung des ´amazonischen‘, ökumenischen, inklusiven und nachhaltigen Globalismus. Aber war es nicht John Podesta selbst, der einen ´Frühling der Kirche‘ befürwortete, in dem die Lehre durch eine vage ökologische Sentimentalität ersetzt würde, und der seine Hoffnungen prompt in der koordinierten Aktion, die zum Rücktritt von Benedikt XVI. und zur Wahl von Bergoglio führte, erfüllt fand?

Neues von Notre Dame de Paris

Katholisch.de berichtet über den derzeitigen Stand der Dinge bei den Wiederaufbauarbeiten an der Pariser Kathedrale. Hier geht´s zum Original: klicken

Unter dem Titel :

"ZEITPUNKT DER WIEDERERÖFFNUNG VON NOTRE-DAME BEKANNT GEGEBEN"

beginnt der Artikel so-  ZITAT"

Die Kirche Notre-Dame in Paris soll Ende 2024 wieder eröffnen, gut fünfeinhalb Jahre nach dem verheerenden Brand von Ostern 2019. Damit sei man fast im Einklang mit dem Versprechen einer nur fünfjährigen Wiederaufbauzeit, das Präsident Emmanuel Macron kurz nach der Katastrophe vom 15. April 2019 gab, sagte der Sonderbeauftragte für den Wiederaufbau der Kathedrale, Ex-General Jean-Louis Georgelin, laut französischen Medienberichten (Dienstag). Es sei dann nur etwas zu spät mit Blick auf die Olympischen Spiele, die im August 2024 in Frankreich stattfinden sollen." (...)

Quelle: katholisch.de

Mittwoch, 8. März 2023

Die neue Staatsreligion woker Dogmen, einer globalen grünen Agenda und der Cancel-Kultur

Marco Tosatti veröffentlicht bei Stilum Curiae einen kritischen Kommentar von Erzbischof Carlo M. Vigano zum -in den USA zur Staatsreligion gewordenen - Globalisierungskult, der sich auch über den Rest der Welt ausbreiten soll.   
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"DIE STAATSRELIGION. EINIGE BEOBACHTUNGEN ZUM GLOBALISIERUNGSKULT.

Liebe Freunde und Feinde von Stilum Curiae, wir haben diese Botschaft von Erzbischof Carlo Maria Viganò erhalten und veröffentlichen sie gern. Gute Lektüre.  

§§§

"Alles, gross und klein, reich und arm, frei und unfrei, brachte es dazu, auf ihrer rechten Hand oder an ihrer Stirne ein Zeichen zu tragen. Keiner sollte kaufen oder verkaufen dürfen, der nicht das Zeichen trug: den Namen des Tieres oder den Zahlenwert seines Namens.“ (Apk 13,16-17)

In einem interessanten Beitrag auf Fox News mit dem Titel ´The Church of Environmentalism‘ wies der Journalist Tucker Carlson auf einen Widerspruch hin, der vielen vielleicht entgangen ist, den ich aber für äusserst aufschlussreich halte.

Carlson erinnert daran, daß die amerikanische Verfassung die Staatsreligion verbietet, aber seit einiger Zeit haben die demokratischen Regierungen dem amerikanischen Volk den globalistischen Kult aufgezwungen mit seiner grünen Agenda, seinen ‚Woke‘-Dogmen (´Aufmerksamkeit gegenüber Ungerechtigkeit, Diskriminierung, Benachteiligung‘), seinen Verurteilungen mit der ´Cancel Culture‘ (‚Ächtung unliebsamer Personen‘), seinen WHO-Priestern und den Propheten des World Economic Forums‘. Eine Religion in jeder Hinsicht, totalitär nicht nur für das Leben der Einzelnen, die sie praktizieren, sondern auch für das Leben der Nation, die sich öffentlich zu ihr bekennt, ihre Gesetze und Urteile annimmt und sich in der Erziehung und bei allen Regierungsmaßnahmen von ihr inspirieren lässt.

Im Namen der globalistischen Religion verlangen ihre Anhänger von allen Bürgern, daß sie sich gemäss der Moral der Neuen Weltordnung verhalten und die ihrem Sanhedrin in Davos ´ex cathedra‘ festgelegte Doktrin kritiklos und mit einer Haltung frommer Unterwürfigkeit gegenüber der religiösen Autorität akzeptieren.

Von den Bürgern wird nicht verlangt, die Motive zu teilen, die die von den Regierungen auferlegte Ge- sundheits-, Wirtschafts- oder Sozialpolitik rechtfertigen, sondern eine blinde und irrationale Zustimmung, die weit über den Glauben hinausgeht. Aus diesem Grund ist es nicht erlaubt, die Psychopandemie zu bestreiten, die Handhabung der Impfkampagne zu kritisieren, die Haltlosigkeit der Klimaalarme zu argumentieren, die Evidenz der NATO-Provokation gegenüber der Russischen Föderation mit der Ukraine- Krise zu kontern, Untersuchungen über den Laptop von Hunter Biden oder den Wahlbetrug, der Präsident Trump daran hinderte, im Weissen Haus zu bleiben, zu fordern oder sich zu weigern, zuzusehen, wie Kinder durch LGBTQ-Obszönitäten verdorben werden.

Fr. Hunwicke spricht...

bei liturgicalnotes im Hinblick auf die bevorstehende Krönung heute über Könige, ihre Sünden und ihren Seelenhirten...Hier geht´s zum Original:  klicken

                                           "EIN SÜSSES KLEINES BUCH" 

Ein bißchen mehr als 4,5 auf 3 Inches, auf seinem Buchrücken enthüllt es nur "Common Prayer" Hymnen A & M,  Oxford. 

Aber auf der Innenseite des Umschlags befindet sich das Bild eines korpulenten Herrn, betitelt "Seine Majestät König Edward VII", bedeckt mit Stoff. Hoffnungsvoll durch den Stoff spähend - "Ihre Majestät Königin Alexandra". Interessanterweise erscheint das seltsam pedantische, in unseren glücklichen Tagen so strenge  "Queen Consort"  - nicht. 

Auf der nächsten Seite umrahmt das "The Royal Commemoration Prayer Book" eine Art-Nouveau-Zeichnung, die einen Ritter in Rüstung zeigt, der einen Helm umklammert und neben einer Person undefinierbaren Geschlechts steht, die in ihrer rechten Hand eine Krone oder ein Krönchen hält und in der linken eine Kirche, von er ich annehme, daß sie die Original Westminster- Abbey sein könnte. Unter dem Schild (darauf England, Schottland und Irland. England schlecht ausgeführt) weit uns eine Schriftrolle an: FÜRCHTE GOTT, EHRE DEN KÖNIG. Und unten "Oxford 1902". 

Aber eingebunden zwischen dem Book of Common Prayer und den Alten und Modernen Hymnen ist "Die Form und Ordnung des Gottesdienstes, der zelebriert werden soll und für die Zeremonien, die bei der Krönung Ihrer Majestäten König Edward VII und Königin Alexandra in der Abtei-Kirche St. Peter, Westminster am Donnerstag, 26. Tag des Juni, 1902, Oxford benutzt werden müssen:  gedruckt in der Universitäts-Druckerei..."

Ich frage mich, warum sie immer noch `Abtei´ Kirche genannt wird, nachdem Bloody Bess die Abtei 1559 unterdrückte. Wäre "Kollegiats"-Kirche nicht angemessener gewesen?

Und dann folgen XIX "Sektionen".

Das bringt mich auf mehrere Gedanken. Die stämmige Darstellung Edwards VII erinnert mich an ein merkwürdiges Möbelstück, das für seine, äh, größere Bequemlichkeit und bequemere Verwendung in einem gewissen Etablissement in Frankreich geschaffen wurde. Dies führt mich zu der Frage, ob der Hüter des königlichen Gewissens, der Erzbischof von Canterbury, Metropolit von ganz England und Primas es jemals auf sich genommen hat, den König pastoral zum Thema der Aufgabe von Unzucht und Ehebruch anzusprechen. Bei der Krönung jedoch wurde die Litanei gekürzt und, zweifellos um Zeit zu sparen, "Hurerei und alle anderen Todsünden“ waren verschwunden.

In ganz England gibt es verblendete Menschen, die einen Becher besitzen, der zum Gedenken an die Krönung des nächsten Edward hergestellt wurde. Diese Leute gehen davon aus, daß, weil diese Person nie gekrönt wurde, der Kuriositätsfaktor den Geldwert ihrer Becher stark erhöht haben muss.

Aber ich nehme an, es wurden so viele Millionen dieser potentiellen Güter produziert, daß ihr Wert praktisch gleich null ist.

Ich frage mich, welche Erinnerungsstücke die Veranstaltung 2023 hervorbringen wird. Mrs. Parker Bowles, die vielleicht eine Krone trägt?"

Quelle: litrugicalnotes, Fr. J. Hunwicke

Fundstück

Guido Horst kommentiert in "DieTagespost" die Umbesetzungen im vaticanischen Kardindalsrat des Papstes. Hier geht´s zum Original:  klicken

Unter dem Titel:  

"MARX GEHT, HOLLERICH KOMMT" 

beginnt der Kommentar so:  ZITAT

"Papst Franziskus hat den Rat der ihn beratenden Kardinäle erneuert und wieder auf neun Purpurträger aufgestockt. Die auffallendste Neuerung: Der Münchener Kardinal Reinhard Marx musste Kardinal Jean-Claude Hollerich aus Luxemburg Platz machen. Hollerich, der Generalrelator der laufenden und erst 2024 endenden römischen Bischofssynode zur Synodalität sowie Präsident der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (ComECE) und auch noch Vizepräsident des Rats der Europäischen Bischofskonferenz ist, erhält damit neben Kardinal Juan José Omella aus Barcelona den zweiten, für die Europäer reservierten Platz in dem Beratergremium. Marx, der von den deutschen Bischöfen nicht einmal für die kommende Versammlung der Bischofssynode in Rom nominiert wurde, musste den Stuhl für Hollerich frei machen, da der Papst neben den Vertretern des Vatikans wohl nicht allzu viele Europäer in seinem Beratergremium haben wollte."  (...)

Quelle: G.Horst, Die Tagespost

Dienstag, 7. März 2023

Christliche Kunst

 "Krönung der Jungfrau"  ElGreco, 1591 

Woelki und Cordes gegen den Synodalen Weg

Nico Spuntoni kommentiert in La Nuova Bussola Quotidiana den Widerstand zweier deutscher Kardinäle gegen den Synodalen Weg ihrer Brüder im Bischofsamt. 
Hier geht´s zum Original:  klicken

"WOELKI UND CORDES: KARDINÄLE GEGEN DEN DEUTSCHEN IRRWEG" 

Der Kölner Erzbischof Woelki und das die-Ohren-lang-ziehen bei den Mitbrüdern wegen des Synodalen Weges, die die ultraprogressive Agenda in Deutschland umsetzen. Selbst Kardinal Cordes lehnt in einem Artikel, der demnächst veröffentlicht wird, die Versammlung ab, die unter dem Widerstand Roms zu Ende geht.

Von deFrühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz, die vergangene Woche in Dresden stattfand, wird vor allem die Predigt des Kölner Erzbischofs Kardinal Rainer Maria Woelki bleiben, der seine Mitbrüder im Bischofsamt aufforderte, zum Wesentlichen zurückzukehren und wieder "die Notwendigkeit der Bekehrung zu Gott und seinem Willen" zu predigen. Es war schwer, in dem vom Kardinal verkündeten Text, keine Kritik an der Mehrheitslinie im deutschen Episkopat zu lesen, die im kurz vor dem Abschluss stehenden Synodalen Weg ihren Ausdruck findet. Die Reformen, die in der Vollversammlung befürwortet wurden, wurden in der Tat von Anfang an als notwendige Antwort auf die Missbrauchskrise in der Kirche präsentiert.

Dieser Ausgangspunkt hat jedoch die Arbeit des Weges nicht daran gehindert, Themen aufzugreifen und zu Schlussfolgerungen zu gelangen, die wenig mit dem wahren Problem der von Klerikern begangenen Gewalt zu tun haben. Gegen diese Positionen haben sich in den letzten Jahren die Stimmen derer erhoben, die den synodalen Weg beschuldigten, den Kampf gegen Missbräuche zu nutzen, um die Lehre und die Kirche im Allgemeinen nach der ultraprogressiven Agenda neu zu gestalten.

Woelki hat seinen Mitbrüdern "die Ohren lang gezogen und sie ermahnt, zu versuchen, "sich unserer Sünden nicht aus Hass gegen uns selbst bewusst zu werden, sondern aus Liebe zu Gott". Die Predigt des Kardinals nagelte die deutsche Kirche in ihrer Verantwortung fest, die Aufgabe vernachlässigt zu haben, Gottes Willen und Absichten immer besser und immer mehr zu entsprechen“.