Mittwoch, 23. Juli 2014

Die Verfolgung der Christen im Irak und das Schweigen der Welt

Zur Ehre der französischen Presse hat sich der Figaro ausführlich diesem Thema gewidmet- schreibt Klartext und verzichtet, etwas was man als außergewöhnlich betrachten muß, auf alle multi-kulti-gutmenschlichen Beschwichtigungen, Euphemismen, so verlogenen wie leider üblichen Verniedlichungen und das auf der Titelseite.

                             

Der Leitartikel trägt den Namen "Das Golgatha der Christen im Irak" und darunter steht ein Editorial von Etienne de Montety mit dem Titel: "Ruhe. Wir verfolgen!", das sich in harten Worten mit dem Schweigen der Welt auseinandersetzt.
Es beginnt so: "Der Islamische Staat hat den Christen von Mossul den Krieg erklärt. Sie werden aufgefordert, das Kalifat zu verlassen oder sich der Ungläubigensteuer zu unterwerfen und Ziel öffentlicher Racheakte zu werden. Durch das "Nun" für Nazarener an ihren Häusern, als Jünger Christi zu Bürgern zweiter Klasse erklärt, die nur die Wahl haben, zu konvertieren oder durch das Schwert umzukommen" und endet mit der Frage, die genau so auch für uns gilt "Was muss passieren, damit die Welt Kenntnis nimmt? Müssen die Sommerferien zu ende sein, die Tour de France?....."

Wie eine Anklage liest sich die Überschrift eines weiteren Beitrages im Figaro:
"Warum soviel Gleichgültigkeit?"     klicken

Ein weiterer Beitrag trägt die Überschrift
: "Die Verfolgung der Christen.....Verbrechen gegen die Menschlichkeit"   klicken
"...En Irak, les actes commis par l'Etat islamique peuvent être considérés comme un «crime contre l'humanité». Ce sont les termes employés dimanche par le secrétaire général de l'ONU Ban Ki-Moon, qui a «condamné de la manière le plus ferme possible la persécution systématique des minorités en Irak par l'Etat islamique (EI) et les groupes armés qui lui sont liés»."
"Die Taten die im Irak vom Islamischen Staat ( gemeint ist sie ISIS) begangen werden, müssen als "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" gewertet werden", sagte UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon. der die systematische Verfolgung der Minderheiten durch die ISIS und die mit ihnen verbündeten bewaffneten Gruppen auf das Schärfste verurteilte."

Und der Artikel fragt : "Warum schaltet sich die UNO nicht ein?" 
Außer den Christen (vor der Einverleibung in das neue Kalifat lebten in Mossul 35.000 Christen, jetzt ist die Stadt christenfrei , was irgendwie stark an ein Vorbild aus unserer jüngeren Geschichte erinnert) werden von den islamischen Missionierern der ISIS auch Schiiten, Turkmenen und andere verfolgt, verschleppt, getötet.

Dienstag, 22. Juli 2014

Mitmachen!

Wenn wir unseren Brüdern und Schwestern im Glauben, die in den urchristlichen Ländern Syrien und Irak von den barbarischen Fanatikerhorden der ISIS mit einem grausamen Tod ( genauer gesagt der rituellen Schächtung) bedroht sind, falls sie nicht freiwillig zur Religion des Friedens konvertieren & Kopfsteuer bezahlen, schon nicht helfen können, sollten wir der nur mäßig interessierten Öffentlichkeit wenigstens zeigen, daß die so Bedrohten nicht die einzigen Nazarener auf der Welt sind. Wir sind mehr als eine Milliarde, wenn man nur die Katholiken zählt- und wir werden sehr genau hinsehen-und hören, was die Imame, Muftis u.ä. zum Christenmassaker im Namen Allahs sagen und was sie tun, um ihren christlichen Landsleuten zu helfen..

Mitmachen!   Das  NUN- muß auf die blogs, die Websites, auf die Titelseiten der Kirchenblätter

der blog rorate caeli hat diesen Aufruf auf eine Inititative der FSPP veröffentlicht    klicken

DRINGEND:  WIR BITTEN ALLE KATHOLIKEN,  SICH AM FREITAG DEN 1. AUGUST ZU EINEM TAG DES GEBETS, DER ANBETUNG, UND DER SOLIDARITÄT FÜR DIE VERFOLGTEN CHRISTEN IM IRAK  IN SYRIEN UND IM MITTLEREN OSTEN MIT UNS ZU VEREINIGEN!


                                                      Freitag, 1. August 2014

 Aus dem Aufruf der Petrusbruderschaft

"The Priestly Fraternity of St. Peter asks all of its apostolates around the world to dedicate Friday, August 1 to a day of prayer and penance for the Christians who are suffering terrible persecution in Iraq, Syria and elsewhere in the Middle East.

August 1 is the First Friday of the month and the Feast of St. Peter in Chains, which is celebrated as a Third Class Feast in FSSP houses and apostolates. It is the feast in which we read of the great power of the persevering prayer of members of the Church: “Peter therefore was kept in Prison. But prayer was made without ceasing by the Church unto God for him.” (Acts 12:5) ....."

Angriff ist die beste Verteidigung, oder? Bischof N. Galantino ist verstimmt.


Wir erinnern uns, es war der Sekretär der Italienischen Bischofskonferenz, Bischof Nunzio Galantino, der sich mit der Bemerkung, er könne sich nicht mit den "ausdruckslosen Gesichtern der Rosenkranzbeter vor den Abtreibungskliniken identifizieren" internationale mediale Aufmerksamkeit und zweifelhafte Berühmtheit erlangte. Allerdings brachte ihm sein Bekenntnis auch reichlich negative Kommentare in den Medien, bei Facebook und in den Internet-foren ein.
Wie nun reagierte unser Bischof darauf, der von Marco Tosatti zu den päpstlichen Bauchrednern gerechent wird? Hat er den von ihm so Verunglimpften sein Bedauern ausgesprochen, sich entschuldigt?
Nein, natürlich nicht. Er ist zum Angriff übergegangen, stilisiert sich selbst als Opfer, greift wieder die Rosenkranzbeter an und beschuldigt im Übrigen die Presse an allem Schuld zu sein.
Bei rorate caeli lesen wir u.a. dazu, hier im Original:         klicken

"...Jetzt, in dem was man eine Übung "in intellektueller Schamlosigkeitsakrobatik" nennen könnte, sagt er, daß er nicht sagte, was er sagte. Er beleidigte Millionen gläubiger Katholiken und nun behauptet er, daß er es war, der beleidigt wurde."

Dann folgt die lesenswerte Antwort Tosattis auf die bischöfliche Klage mit dem Titel:
                                         "Galantino: Flecken und Löcher"
"Das alte Spiel "es ist immer die Schuld der Journalisten" funktioniert manchmal nicht. Und manche Therapien sind schlimmer als die Krankheit"


Und von dieser tschechischen Website klicken stammt diese schöne Fotomontage, die

                       

die nicht ausdruckslosen Gesichter der militanten  Abtreibungsbefürworter und des Bischofs  zeigt.

Quelle: roratecaeli.blogspot. und MarcoTosatti, www,st,joseph.sz

Fundstück: Das (vorerst) letzte Wort zu einem Interview,

überlassen wir Father Finigan.  Wie er die Sache sieht,  kann man hier lesen :    klicken

Quelle:the-hermeneutic-of-continuity blogspot.de

Christus vincit


                                                   Auch wir sind

                     In hoc signo vinces

Wir beten für die Christen im Irak und in Syrien, die sich der akuten Gefahr eines Genozids gegenüber sehen und deren Häuser von den Kämpfern der Religion des Friedens mit dem Buchstaben Nun gekennzeichnet werden, Kämpfer für ein neues Kalifat, die sich als gelehrige Schüler der Völkermörder des 3. Reiches erweisen, von denen sie gelernt haben, daß man seine Opfer schneller töten kann, wenn man ihre Häuser und Wohnungen markiert. Auch wir sind Nazarener.

Montag, 21. Juli 2014

Zur kommenden Synode: Beunruhigendes und eine fundierte theologische Bewertung des Kasper-Theorems. Ein Fundstück


Auf dem blog rorate caeli lesen wir, daß  "wie aus einer zuverlässigen Quelle zu erfahren war, "ein deutscher Bischof* sehr besorgt ist im Hinblick auf die kommende Synode, weil  auf Betreiben der Unterstützer Kardinal Kaspers und seiner These, der Einfluss Kardinal Müllers, des Präfekten der Glaubenskongregation, erfolgreich habe eingeschränkt werden können."
Hier geht´s zum Original :     klicken

In der Zwischenzeit veröffentlichte die Zeitschrift Nova et Vetera die Antwort acht amerikanischer Theologen auf die Vorschläge Kaspers. 7 von ihnen Dominikaner, die meisten Professoren an theologischen Fakultäten päpstlicher Universitäten, die- verständlicherweise- die von Kardinal Kasper vorgeschlagenen Neuerungen zurückweisen und Punkt für Punkt zeigen, wie sie der jahrhundertealten Tradition der Kirche widersprechen.

Hier geht´s zur deutschen Fassung ihrer Bewertung mit dem Titel :"Neue Vorschläge für die pastorale Sorge bezüglich der Geschiedenen und Wiederverheirateten: Eine theologische Bewertung"        klicken

Quelle roratecaeli.blogspot./ Nova et Vetera
* leider ist es uns nicht gelungen, den Namen dieses Bischofs in Erfahrung zu bringen.

Der Krieg im Nahen Osten und das Friedensgebet

Nur wenige Tage nach dem interreligiösen Friedensgebet in den Vaticanischen Gärten brach im Hl. Land ein neuer Krieg aus, der von beiden Seiten in aller Härte geführt wird.
Nun fragt sich so mancher Gläubige, was das von Anbeginn -auch wegen des Imams, der unangekündigt eine Koran-Sure mit der Bitte um den Sieg über die Ungläubigen betete, - umstrittene Gebet gebracht habe.
In einem Interview mit der katalanischen Zeitung "LaVanguardia"  hatte Papst Franziskus seinen einsam und spontan gefaßten Plan zu diesem Gebet, gegen den es - wie man hört-  aus dem Staatssekretariat massive Bedenken gab, noch so gepriesen:  im Vatican hätten 99% Bedenken dagegen gehabt, aber das beharrliche 1% habe sich durchgesetzt.
Wer dieses 1 % war, kann sich jeder leicht selber ausrechnen.

Der spanische Kirchenhistoriker  Francisco de la Cigoña, hat in seinem blog in La Gaceta kritisch dazu Stellung genommen. Hier geht´s zum Originaltext:     klicken

Am 19.Juli veröffentlichte er seine Stellungnahmen unter dem Titel "Der Papst und das Heilige Land"
Er verstehe, den Wunsch des Papstes Frieden ins Heilige Land zu bringen, das gehöre zu seinem Amt.
Der Papst solle eine Rolle aber nicht übertreiben.
Diese sei weit von der Supermans entfernt - wie de la Cigoña wörtlich schreibt.
Das Gebetstreffen sei gut inszeniert gewesen, es habe bei manchen den Eindruck erwecken können, daß etwas Wichtiges geschehe und der Papst eine wichtige Rolle in der internationalen Diplomatie spiele. 
Aber nach knapp 24 Stunden sei alles zusammengebrochen.

"Gesegnet sei der Papst für seine Friedensbemühungen. Und für sein Gebet." -fährt de la Cigoña fort. - "nur seien Erstere sehr entbehrlich gewesen. "Und das Gebet?" "Das wisse Gott allein."
De la Cigoña  schreibt, er denke, "daß diese Erfahrung dem Papst klar gemacht habe, daß er in der Weltpolitik nicht relevant sei" und das sei gut so.....und daß "Grußbotschaften zum Ramadan gar nichts bringen".
Im nachhinein wirke die groß inszenierte Umarmung vor der Klagemauer angesichts der Kämpfe und der Toten nur noch grotesk.
Und er beendet seinen pessimistischen Text mit dem Satz:
" Komplizierte Dinge werden nicht dadurch gelöst, daß man einen Tango singt, so sentimental dieser auch klingen mag. Der Freund eines Rabbis zu sein, bringt noch nichts in Ordnung. Es kann aber durcheinander bringen."

Quelle: http://www.gaceta.es/cigona/papa-tierra-santa-19072014-1220

 


Sonntag, 20. Juli 2014

Nomen est omen

Gefunden haben wir diese lesenswerte Zusammenstellung bei cooperatoresveritatis  hier geht´s zum Original klicken - Dank dafür!-und haben sie für uns und unsere Leser übersetzt.
Heute also die erste von 16 Folgen

"Nomen omen- kurze Geschichte der 16 Päpste mit dem Namen Benedikt"
"Das Jahr der zwei Päpste, sogar drei, Johannes XII, Leo VIII und Benedikt V - das gibt es also nicht nur heute- damals war es noch schlimmer.
Die Wahl eines Laien auf den Stuhl Petri.....
Und dann noch das : energisch, resolut, schmerzloser und tapferer Krieger, Mann des Glaubens:  so wurde Benedikt VIII beschrieben, der das Volk Italiens vereinigen konnte, um sich der islamischen Invasion entgegen zu  stellen.
Es tröstet, daß der Herr, der die Zügel der individuellen und kollektiven Geschichte den Händen der Menschen überläßt, am Ende und immer dafür sorgt, dass sein Projekt fortgeführt wird, während die Pläne der Menschen, wenn sie nicht mit denen des Höchsten übereinstimmen, immer enden und untergehen, auch wenn  sie oft eine Spur von Leichen und Leiden hinter sich zurück lassen,.

Ruhig! Wir haben nicht die Absicht, Sie mit langweiligen Biographien anzuöden.
Das, was wir Ihnen anbieten wollen, ist ein an Anekdoten reicher Spagat, um Ihnen zu helfen, die Rolle des Vikars Christi zu lieben. Sehen Sie hier:
Und die Idee ist ernsthaft betrachtet nicht von uns:
"Eine kurze Aufzählung der Päpste, die den Namen Benedikt tragen, muß einige Kriterien erfüllen. Diese Chronologie erscheint die objektivste zu sein: wenn auch kurz so ist sie doch faszinierend, weil sie in die Geschichte der Kirche einführt, die ein Beispiel für die Geschichte ist. Und in der Tat, wegen des Versprechens des Herrn selbst,  ist es für uns faszinierend und sehr lehrreich, dem Was und Wie ihrer Werke zu folgen."
Wir wollen die Argumente vertiefen und sie mit wichtigen Episoden anreichern.

Beginnen wir sogleich mit dem ersten Papst, der den Namen Benedikt trug (575-579)


Der offene Brief von Kardinal Brandmüller (an seinen Nachhilfeschüler Scalfari) II

Fortsetzung

 ..."Berühmt ist beispielsweise die scharfe Auseinandersetzung, die sich im 11. JH zur Zeit der sogenannten gregorianischen Reform zutrug, als es in diesen schwierigen Zeiten zu einer Spaltung kam, die besonders in Deutschland und Frankreich so groß war, daß in Deutschland Prälaten den Passauer Bischof Altmann aus seiner Diözese verjagten. In Frankreich wurden die päpstlichen Gesandten, die mit der Überwachung und Durchsetzung der Disziplin des Zölibats beauftragt waren, mit dem Tode bedroht. Bei einer Synode in Paris wurde der später heiliggesprochene Abt Walter von Pontoise von den Bischöfen, die gegen den Zölibat waren, geschlagen und ins Gefängnis geworfen. Trotzdem war die Reform erfolgreich und es gab einen neuen religiösen Frühling.

.Es ist interessant zu sehen, daß die Bekämpfung des Zölibats immer mit Zeichen des Zerfalls in der Kirche einherging, während in Zeiten eines erneuerten Glaubens und kultureller Blüte der Zölibat gestärkt wurde.
Und es sicher nicht schwer, aus diesen Beobachtungen heraus, eine historische Parallele zur aktuellen Krise zu ziehen.

Die Probleme der Ostkirche

Zwei Fragen, die oft gestellt werden, bleiben unbeantwortet. Da ist die eine, die die Praxis des Zölibats in der Katholischen Kirche zu Zeiten des byzantinischen Kaisers betrifft und die des Östlichen Ritus, die die Ehe für Bischöfe und Mönche verbietet, sie aber für Priester und Diakone erlaubt-unter der Voraussetzung, daß sie vor dem Empfang des Sakramentes verheiratet waren.
Indem sie genau diese Praxis als Beispiel anführen, fragen manche, ob man sie nicht auch für die Lateinische Kirche übernehmen könne.

Dabei muß man betonen, daß es zuerst die Ostkirche war, die die Praxis des abstinenten Zölibats als bindend vorschrieb. Und erst während des Konzils von 691, dem Trullanischen, als die religiöse und kulturelle Dekadenz des Byzantinischen Kaiserreiches evident war, wurde der Bruch mit der apostolischen Überlieferung vollzogen. Diess Konzil wurde maßgeblich vom Kaiser beeinflußt, der eine neue Gesetzgebung wollte, die Ordnung in die Beziehungen brachte, und das von den Päpsten nie anerkannt wurde.
Es war genau zu dieser Zeit, daß die Ostkirche diese Praxis übernahm.
Als später, im 16. und 17. JH  und später, verschieden orthodoxe Kirchen zur Kirche des Westens zurück kehrten, stellte sich in Rom das Problem, wie man mit dem verheirateten Klerus dieser Kirche umgehen solle.
Die verschiedenen Päpste entschieden zum Guten und zur Einheit der Kirche, keine Änderungen ihres Lebensstiles von den Priestern zu verlangen, die zur Mutter Kirche zurückgekehrt waren.

Die Ausnahme in unserer Zeit

Es gibt ähnliche Motivationen hinter der Gewährung eines päpstlichen Dispenses vom Zölibat- beginnend mit Pius XII für die protestantischen Pastoren, die zur Katholischen Kirche konvertierten und geweihte Priester werden wollten. Diese Regel wurde kürzlich von Benedikt XVI auf die vielen anglikanischen Prälaten angewandt, die sich in Übereinstimmung mit der Apostolischen Konstitution Anglicanorum Coetibus mit der Katholischen Mutterkirche vereinen wollten. Mit diesem außerordentlichen Entgegenkommen anerkennt die Kirche die lange, manchmal sehr schmerzhafte Reise dieser Männer des Glaubens an, die durch die Konversion ihr Ziel erreichten.

Samstag, 19. Juli 2014

Sandro Magister: "Der Papst spricht, Scalfari überträgt es und Brandmüller weist es zurück."

So überschreibt Sandro Magister das Tohuwabohu um das Papst(Nicht) Interview, dessen Inhalt E.Scalfari nach eigenem Gutdünken wiedergegeben hat.
Hier geht´s zum Originaltext aus L´ Espresso    klicken

Und Kardinal Brandmüller schrieb einen offenen Brief an E.Scalfari
Als Kirchenhistoriker weist der deutsche Kardinal die These, nach der der Zölibat eine Erfindung des 10. Jahrhunderts sei zurück. Nein-widerspricht er- er hat seinen Ursprung bei Jesus und den Aposteln. Und er erklärt in einem offenen Brief warum.

"Wir Priester, Zölibatäre wie Christus"
von Walter Brandmüller

Sehr geehrter Dottore Scalfari,

auch wenn ich nicht das Privileg habe, Sie persönlich zu kennen, möchte ich mich Ihrer Äußerung über den Zölibat zuwenden, die in der Wiedergabe ihrer Unterhaltung mit  Papst Franziskus am 13. Juli 2014 veröffentlicht und deren Authentizität unmittelbar danach vom Direktor der Sala Stampa dementiert wurde, weil ich Ihnen als "alter Professor", der 30 Jahre an der Universität Kirchengeschichte lehrte, den aktuellen Stand der Forschung zu diesem Thema nahe bringen möchte.

Besonders und hauptsächlich muß unterstrichen werden, daß der Zölibat keineswegs 900 Jahre nach dem Tod  Christi erfunden wurde. Es sind vielmehr die Evangelien nach Matthäus, Markus und Lukas, die uns die entscheidenden Worte vor Augen führen.
Matthäus schreibt (19,29) "Wer in meinem Namen Haus, Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder und Felder verläßt, der wird 100 mal mehr erhalten und das Ewige Leben." 

Sehr ähnlich schreibt auch Markus (10,20) "Wahrlich ich sage euch, wenn einer nicht Haus oder Brüder und Schwestern, oder Vater und Mutter oder Kinder und Felder um meinetwillen verlassen hat, wird er nicht das 100 fache bekommen,"

Noch präziser ist Lukas (18,29f.) "Wahrlich ich sage euch: wer um des Reiches Gottes willen Haus oder Frau, Geschwister, Eltern oder Kinder verlassen hat, wird schon jetzt dafür viel mehr erhalten und in der künftigen Welt das ewige Leben"
Jesus richtet diese Worte nicht an die breite Masse, wohl aber an die, die er beauftragt, das Evangelium und die Ankündigung des Reiches Gottes zu verbreiten. um dieser Mission gewachsen zu sein, ist es nötig, sich von allen irdischen Bindungen zu lösen. Es ist ersichtlich, daß diese Trennung den Verlust dessen bedeutet, was aufgezählt wurde, Jesus verspricht eine mehr als angemessene "Entschädigung".

An diesem Punkt wird behauptet, daß das "alles verlassen" sich nur auf die Dauer der Verkündigung seines Evangeliums beziehe und daß die Jünger danach zu ihren Familien zurückkehren könnten. Aber davon gibt es keinerlei Spuren im Text der Evangelien, vom Ewigen Leben ausgehend, spricht er hingegen von etwas Endgültigem.     
Heute wissen wir, daß die Evangelien in den Jahren zwischen 40 und 70 n..Chr. geschrieben wurden, ihre Autoren hätten sich in ein schlechtes Licht gesetzt, wenn sie Jesus Worte zugeschrieben hätten, mit denen ihre Lebensführung dann nicht übereinstimmte, Jesus verlangte, daß die, die an seiner Mission teilnahmen, auch seinen Lebensstil teilten.

Freitag, 18. Juli 2014

Beten für Scalfari


Das neue Papst"Interview" des Eugenio Scalfari schlug in Italien hohe Wogen, die sich zunächst nicht so einfach glätten ließen, auch wenn dieses mal die Reaktion des päpstlichen Presseamtes mit "Überschallgeschwindigkeit" erfolgte, wie A. Socci in seiner Stellungnahme formuliert.


Die Tageszeitung "Libero" veröffentlichte ein sehr lesenswertes Interview mit Vittorio Messori zum Thema. Hier geht´s zum ital. Original  klicken,

Libero titelte:
Messori über Scalfari, der vom Vatican widerrufen wurde: "Man muß für ihn beten".

Antonio Mastino führt ein ausführliches Gespräch, mit dem sowohl in Kirchengeschichte als auch in der speziellen Geschichte des Zölibats bestens bewanderten Autor Vittorio Messori.

Dabei stellt Messori anhand der Untersuchung Kardinal Sticklers glasklar heraus, daß der Zölibat apostolischen Ursprungs ist und beschreibt wie es zur unterschiedlichen Praxis der Orientalischen Kirche kam ( daß die verheirateten Priester der unteren Ränge und Diakone nur dann geweiht wurden, wenn sie schon vorher verheiratet waren, Priester und Bischöfe aber ausschließlich aus den Reihen der zölibatären Mönchsorden kommen)- also kein Argument für eine Lockerung des Zölibats in der Römische Kirche liefern können und unterstreicht, daß nur auf Wunsch des byzantinischen Kaisers, der bei den Konzilen Mitspracherecht hatte,  und unter dem Protest zahlreicher Bischöfe, erst bei der Trullanischen Synode von 691 die Grenzen für die Orientalische Kirche weiter gezogen wurden, während vorher auch in dieser Frage kompletter Gleichklang zur Römischen Kirche bestand.
Bei dieser Synode, deren Ergebnissen Papst Sergius nur unter Vorbehalt und in den Punkten, die der römischen Lehre nicht widerprachen zustimmte, wurde der Primat Roms gegenüber dem Patriarchat von Konstantinopel , das dann an zweiter Stelle folgte, anerkannt.
Es ist sicher, sagt Messori, daß Zölibat und Enthaltsamkeit in den orientalischen Kirche der ersten Jahrhunderte ungeteilt wie in der Westkirche praktiziert wurde.

Messori interpretiert die dann erfolgte partielle und eingeschränkte Lockerung so:
"Aber eine solche Verpflichtung, die so im Widerspruch zur Natur steht und deshalb so schwer zu befolgen ist, bedurfte einer Autorität, einer Organisation, ständiger Kontrolle eines energischen Lehramtes, alles was der Ostkirche in Ermangelung eines Papsttums fehlte."

Und er zeigt auf, daß über die Frage des Zölibats hinaus auch hinsichtlich der Enthaltsamkeit und Keuschheit sehr früh ganz klare Aussagen getroffen wurden:
So wurde beim Konzil von Karthago 390 n. Chr. in voller Einheit aller Kirchen einstimmig beschlossen:
"Es wird vereinbart, daß alle die dem Göttlichen Sakrament dienen (Bischöfe, Priester, Diakone) in allem enthaltsam leben, damit sie das, was die Apostel gelehrt haben und was die Vergangenheit bewahrt hat, befolgen."
Und die Väter des Westens, die Hl. Ambrosius, Hieronymus und Augustinus sind sich einig, Unberührtheit, Zölibat und Enthaltsamkeit nicht nur für die Priester sondern auch für Diakone.

Soviel also zu den Aussagen Scalfaris- und denen -vielleicht untergeschobenen -des Papstes zur Geschichte und theologischen Begründung des Zölibates.  Einen Tip dazu hätten wir. nie mehr ohne Aufnahmegerät.
Inzwischen ist die italienische Presse wieder zum Tagesgeschäft übergegangen, was bezüglicher der Kirche lautet: Kardinalsbashing

Wer den Mastino-Artikel und das Messori Interview aus dem "Libero" lesen möchte, sollte hier weiterlesen

Donnerstag, 17. Juli 2014

"Tiefschlag für den Vatican von den Fans von Papst Scalfari"

So beschreibt Antonio Socci die Situation nach dem zweiten Scalfari (Nicht)Interview, garniert seine Schlagzeile aber noch mit einer Anspielung auf Pinocchio "Was für ein Papocchio"
Als er den Artikel verfaßte war das erste- gestern zunächst wieder aus der Versenkung geholte-Scalfari-Interview noch nicht wieder zurückgezogen worden.

Lesen wir was Antonio Socci schreibt - hier geht´s zum Original    klicken

"Was für ein Papocchio . Tiefschlag für den Vatican von den Fans von Papst Scalfari"

"Was passier denn jetzt im Vatican? Gibt es irgendeinen Spaßvogel, der Papst Bergoglio sabotieren will, oder handelt es sich um eine Art Selbstsabotage? Oder ist es ein stille und unhörbare Herausforderung von Papst Franziskus gegen seine Feinde, die da im Gange ist?

Der Vatican hat kaum das Ereignis vom vorigen Sonntag- schlecht genug- veröffentlicht, das zweite Interview des Papstes für Scalfari, als Pater Lombardi-Pressesprecher des Hl. Stuhls  es auch schon mit Überschallgeschwindigkeit- auch zur Erleichterung der Kardinäle- in den entscheidenden Punkten dementieren mußte- und etwas noch Beklagenswerteres passierte.

Erinnern Sie sich an das erste Scalfari-Interview, das explosive, vom 1. Oktober des vergangenen Jahres?

Es wird  nicht nur wieder auf die offiziellen Seite des Vaticans aufgenommen, sondern unter den offiziellen Reden des Papstes gelistet, also - wenn  wir das richtig verstehen- als magistraler Akt, als lehramtlich betrachtet.
Eine Tatsache, die um wenig zu sagen-explosiv ist.

Dienstag, 15. Juli 2014

Hl. Bonaventura

Die Kirche feiert heute den Heiligen Bonaventura.
Der in der augustinischen Tradition stehende Franziskaner, er war Generalminister des Ordens, lebte von 1221 bis 1274.
Er wurde 1482 von Papst Sixtus IV heilig gesprochen und 1588 von Papst Sixtus V als "doctor seraphicus" zum Kirchenlehrer erhoben.
                                              
                                                           Quelle wikicommons

Lassen wir zu seinen Ehren einen ausgewiesenen Bonaventura-Kenner zu Wort kommen:  klicken
Der beginnt so:
"Liebe Brüder und Schwestern!
Heute möchte ich über den heiligen Bonaventura von Bagnoregio sprechen. Ich muss euch gestehen, dass ich eine gewisse Nostalgie empfinde, wenn ich euch dieses Thema vorschlage, weil ich an die wissenschaftliche Arbeit zurückdenke, die ich als junger Student gerade zu diesem Autor durchgeführt habe, der mir besonders am Herzen liegt. Das Wissen über ihn hat meine Ausbildung deutlich geprägt. Mit großer Freude habe ich vor einigen Monaten eine Pilgerreise zu seinem Geburtsort Bagnoregio unternommen, einer kleinen italienischen Stadt in Latium, die ehrfürchtig sein Gedenken bewahrt."

Heiliger Bonaventura bitte für uns!


Montag, 14. Juli 2014

Coelestin V neben dem Hl. Franziskus Vorbild von Papst Franziskus

Nach dem Hl. Franziskus hat Papst Franziskus am 5. Juli bei seinem Besuch in Isernia ( wir erinnern uns an das Wunder der Bilokation) überraschend auch den am 5.Juli 1294 zum Nachfolger Petri gewählten Hl. Pietro del Morrone, Papst Coelestin V, als Vorbild erkoren.

Sandro Magister hat das auf seinem blog www.chiesa  kommentiert.
Titel : "CoelestinV ein Modellpapst? Mythos und Realität" 
Die englische Fassung kann man hier lesen:      klicken

 

Er habe ihn, so sagte der Papst, ausgewählt, weil "der eine (der Hl. Franziskus) ein Diakon und der andere ein Bischof war, der Bischof von Rom. Als Priester mußten beide ein Beispiel für Armut, Barmherzigkeit und völlige Selbstentäußerung geben".  Coelestin habe die Barmherzigkeit Gottes an die erste Stelle gestellt, etwas, was gegen den geschichtlichen Strom seiner Zeit nicht nur ein persönliches sondern auch ein prophetisches Zeugnis für eine neue Welt gewesen sei."

Wie einer der renommiertesten Coelestin-Biographen, Peter Herde, schreibt, bewegte sich Coelestin auf den Spuren der eschatologischen Spekulationen Joachims von Fiore.
Er wurde wurde schnell als " papa angelicus" identifiziert, der nach den Prophetien Joachims, das Dritte Reich, das Zeitalter der Mönche einleiten sollte, die Kirche reinigen, Jerusalem zurückerobern und die Wiederkunft Christi vorbereiten. Soweit die Legende.
Die Realität sah- wie Sandro Magister Herde zitiert- aber ganz anders aus- auch anders als Papst Franziskus das Pontifikat seines Vorgängers idealisierend darstellte.

Als er 85-jährig  nach einem stürmischen Konklave, das 2 Jahre dauerte, einstimmig von einem Dutzend Kardinälen gewählt wurde, lebte er in einer von ihm gegründeten, sofort durch zahlreich Schenkungen und Spenden reich gewordenen Mönchsgemeinschaft, die später Coelestiner genannt wurde und noch später im Benediktiner-Orden aufging.

Heute vor 444 Jahren

am 14. Juli 1570 wurde in Rom der Kirche vom Heiligen Papst Pius V mit der Apostolischen Konstitution "Quo Primum" das Missale Romanum übergeben.
Bei papalencyclicals.net kann man eine englische Übersetzung der Konstitution lesen:   klicken 
die mit den Worten:   "Quo primum tempore ad Apostolatus apicem"  beginnt

                                       
                                             quelle wikicommons

Der Dominikaner Antonio M. Ghislieri, der nach seiner Wahl den Namen Pius annahm, wurde 1712 heilig gesprochen.
Ihm verdanken wir nicht nur das Missale Romanum, Katechismus und Brevier sondern auch den Sieg der Hl. Liga über das Osmanische Reich in der Seeschlacht von Lepanto und das von ihm daraufhin gestiftete Rosenkranzfest.

                                   
                                              quelle wikicommons
                                    das berühmte El-Greco-Portrait des Hl.Papstes

Quelle: roratecaeli