Dienstag, 23. September 2025

Harald Schmidt über die Papstwahlen...

Alexander Folz veröffentlicht bei CNA die Gedanken, die sich Harald Schmidt über die Wahl Kardinal Robert Prevosts zum Papst und zu vergangenen Papstwahlen gemacht hat. 

Unter dem Titel:

"DIE WÄHLEN IMMER DEN RICHTIGEN": HARALD SCHMIDT ÜBER PAPST LEO"

beginnt der Beitrag so - ZITAT

"Der bekannte Entertainer Harald Schmidt (68) hat sich begeistert über den neuen Papst Leo XIV. geäußert. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur betonte der praktizierende Katholik am Samstag in Köln: „Die wählen immer den Richtigen.“

Schmidt zeigte sich besonders beeindruckt von der Wahl des US-amerikanischen Kardinals Robert Francis Prevost OSA, der sich den Namen Leo XIV. gegeben hat."(...) 

Quelle: A. Folz, CNA

Revision im Becciu-Prozess - ein dunkles Erbe aus der Bergoglio-Ära

Nico Spuntoni berichtet in La Nuova Bussola Quotidiana von der Zulassung des Revisionsantrages der Verteidiger Kardinal Beccius beim Vaticanischen Gericht. Hier geht´s zum Original:  klicken

"BERUFUNG FÜR BECCIU, ABER DIE UMGEHEN DIE RICHTER"

Der Antrag der Verteidigung des Kardinals und der anderen Angeklagten auf Revision wurde für zulässig erklärt. Die erste Anhörung fand gestern inmitten der aus dem vorherigen Pontifikat geerbten juristischen und kommunikativen Unregelmäßigkeiten statt.

Im Vatikan hat sich etwas geändert. Das Berufungsverfahren um die Verwaltung der Gelder des Staatssekretariats beginnt ganz anders als in erster Instanz. Das Berufungsgericht hat den Antrag der Verteidigung von Kardinal Angelo Becciu und der anderen Angeklagten Fabrizio Tirabassi, Raffaele Mincione und Enrico Crasso auf Ablehnung gegen den Staatsanwalt Alessandro Diddi für zulässig erklärt. Der römische Anwalt, der die Anklage in erster Instanz führte, schien den Schlag vor Gericht einzustecken, antwortete jedoch mit der Bemerkung, er habe „endlich (...) die Möglichkeit“, sich gegen „eine Reihe von Unterstellungen“ zu verteidigen.

Der Ablehnungsantrag umfasste zwangsläufig auch die inzwischen berüchtigten Chats von Genoveffa Ciferri , einer Freundin von Msgr. Alberto Perlasca, Beccius Hauptankläger und derzeit stellvertretender Kirchenanwalt bei der Apostolischen Signatur, obwohl ihm im erstinstanzlichen Urteil bezüglich der Gelder des Staatssekretariats zur Last gelegt wurde, er habe eine Aussage „ohne unabhängige Beweisrelevanz“ gemacht. In der Nacht des 26. November 2022 hat Ciferri Diddis Telefon mit 126 Nachrichten bombardiert, nachdem Perlasca im Kreuzverhör glanzlos aufgetreten war. Einige Tage später  speicherte der Kirchenanwalt nur acht dieser Nachrichten ab und schwärzte die über hundert übrigen. Die Verteidigung hatte im erstinstanzlichen Verfahren wiederholt die Entfernung dieser Schwärzungen beantragt, doch Giuseppe Pignatone, der  Vorsitzende des erstinstanzlichen Gerichts, lehnte ihre Anträge ab. 

Sämtliche Nachrichten Ciferris zu diesem Fall, einschließlich der Chats mit Francesca Immacolata Chaouqui, die dem sogenannten Perlasca-Schriftsatz gegen Becciu zugrunde liegen, wurden von Minciones Anwälten der UNO vorgelegt, die sie von der direkt beteiligten Person erhalten hatten. Die Gespräche haben schwerwiegende Schatten auf den Verlauf der Ermittlungen und des erstinstanzlichen Verfahrens geworfen und führten im vergangenen Juni zur Einleitung einer Ad-hoc-Untersuchung durch dasselbe Büro des Staatsanwalts, das auch gegen Chaouqui wegen Einflussnahme, Meineids und Bestechung ermittelt hat. Die Chats spielten auch in der gestrigen ersten Anhörung des Berufungsverfahrens eine wichtige Rolle; das Gericht erachtete den Antrag auf Ablehnung als zulässig.

Heute wird die Anhörung zu Vorfragen fortgesetzt, während Diddi zwei Tage Zeit hat, seine Argumente vorzutragen und zu erwägt, von sich aus einen Schritt zurückzutreten, wodurch verhindert würde, dass der Kassationshof des Vatikanstaats, bestehend aus den Kardinälen Matteo Maria Zuppi, Augusto Paolo Lojudice, Mauro Gambetti und Kevin Joseph Farrell, über die Ablehnung entscheiden muss. Seine Teilnahme als Kirchenanwalt 
am Berufungsverfahren  wurde zudem durch eines der vielen energischen Eingreifen von Franziskus in die Justizangelegenheiten ermöglicht. Am 8. Februar 2021 erließ der argentinische Papst ein Motu proprio, das in einem Absatz änderte, was er selbst nur ein Jahr zuvor entschieden hatte, und die Ausübung des Amtes des Kirchenanwalts auf allen drei Instanzen festlegte. Diese Neuerung wurde von Geraldina Boni, Manuel Ganarin und Alberto Tomer in ihrem Buch  Il processo Becciu erörtert. In einer kritischen Analyse  (Marietti 1820, Bologna 2025) hieß es, auf diese Weise bestehe die Gefahr, dass „die Anklage der Staatsanwaltschaft sklavisch der in erster Instanz vom Kirchenanwalt vertretenen These angepasst werden muß und angepasst wird, was zu einer offensichtlichen – potenziellen oder tatsächlichen – Benachteiligung des Angeklagten führt.“

Über die China-Politik von Papst Leo XIV

Sandro Magister kommentiemmht´s zum Original: klicken

"LEO WILL "FRIEDEN UND HARMONIE" MIT CHINA. ABER ER WEISS, DASS ES "SEHR SCHWIERIG" SEIN WIRD"

In seinem ersten Interview als Papst, das er im Juli Elise Ann Allen von der amerikanischen Zeitung Crux, das am 18. September veröffentlicht wurde, wurde Robert Francis Prevost auch zu China befragt.  Und er antwortete, dass er „kurzfristig“ den vom Heiligen Stuhl eingeschlagenen Weg noch einige Jahre fortsetzen werde, in der Zwischenzeit aber bereits „versuche, ein klareres Verständnis davon zu gewinnen, wie die Kirche ihre Mission fortsetzen kann“, wobei er die kulturellen und politischen Fragen berücksichtige, „die offensichtlich von großer Bedeutung sind“, aber auch „einer bedeutenden Gruppe chinesischer Katholiken zuhöre, die seit vielen Jahren eine Art Unterdrückung erfahren oder Schwierigkeiten haben, ihren Glauben frei zu leben und sich nicht frei für eine Seite zu entscheiden“.

„Es ist eine sehr schwierige Situation“, sagte Papst Leo. „Langfristig behaupte ich nicht, dass ich das tun werde oder nicht“, aber „ich habe bereits begonnen, auf mehreren Ebenen Gespräche zu diesem Thema zu führen.“

China ist für Leo kein unbekanntes Terrain. „Er hat China mehr als einmal besucht und viel über die chinesische Kultur und Realität gelernt“, sagte der Hongkonger Bischof Kardinal Stephen Chow Sau-yan kurz nach seiner Wahl zum Papst über ihn .

Und bereits am 25. Mai, bei einem seiner ersten Regina Caeli auf dem Petersplatz, hatte der neue Papst um Fürsprache gebeten, dass den chinesischen Katholiken „die Gnade zuteil werden möge, auch inmitten von Prüfungen starke und freudige Zeugen des Evangeliums zu sein und Frieden und Harmonie zu fördern“.

Was von damals bis heute geschehen ist, bestätigt Leos vorsichtige, aber keineswegs resignierte Haltung gegenüber dem Minenfeld, das die Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und China darstellt.

Eine Beziehung, in der Peking zweifellos das Sagen hat, wie auch die Nachrichten aus der Zeit zwischen dem Tod von Franziskus und der Wahl Leos beweisen.

Es war der 28. April, und zuverlässige Quellen berichteten „ AsiaNews “, der Agentur des Päpstlichen Instituts für die Außenmissionen, dass man sich in Shanghai auf eine Versammlung von regierungsgehorsamen Priestern, Nonnen und Laien geeinigt hatte, um die Wahl eines neuen Weihbischofs in der Person von Wu Jianlin zu bestätigen, dem ehemaligen Generalvikar der Diözese und Mitglied der erzoffiziellen Konsultativkonferenz des chinesischen Volkes.

Und dasselbe geschah in der Diözese Xinxiang, wo Priester Li Jianlin zum neuen Bischof ernannt wurde. Auch er war eine Marionette der Regierung und unterzeichnete 2018 sogar die Verordnung, die Minderjährigen unter 18 Jahren in der gesamten Provinz Henan den Zutritt zu Kirchen zur Messe verbietet.

Bundespräsident Steinmeier besucht Papst Leo XIV

Wie Luca Karsai für vaticannews berichtet,  hat Papst Leo XIV gestern vormittag den deutschen Bundespräsidenten Walter Steinmeier in Privat-Audienz empfangen.  Hier geht´s zum Original:  klicken

"STEINMEIER BEI PAPST LEO XIV: "AN VERMITTLER-ROLLE FESTHALTEN"

Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist am Montagvormittag von Papst Leo XIV. in einer Privataudienz, also unter Ausschluss der Öffentlichkeit, empfangen worden. Thema waren die unterschiedlichen Konflikte weltweit, rückläufige Katholikenzahlen in Deutschland und die Unterstützung internationaler humanitärer Projekte durch die Bundesregierung, wie Steinmeier beim anschließenden Pressestatement berichtete.

Papst Leo XIV. empfing den deutschen Bundespräsidenten am Montagvormittag (22.9.2025) in der päpstlichen Privatbibliothek. Eines der zentralen Themen, die auch der Pontifex bereits seit seiner Amtseinführung immer wieder in den Mittelpunkt stellt, ist die Frage nach Frieden.

Wichtige Rolle von Papst und Vatikan

„Uns treibt die gemeinsame Sorge über den andauernden Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine um, die vielen Toten und vor allen Dingen die mangelnde Bereitschaft von russischer Seite, Schritte zu gehen, Bereitschaft zu zeigen, sich mindestens auf einen Waffenstillstand hin zu orientieren. Was wir brauchen, ist ein gerechter Friede. Von dem sind wir weit entfernt“, betonte Steinmeier nach der Begegnung im Vatikan vor Pressevertretern. Gerade in dieser Situation habe er Papst Leo XIV. „sehr ermutigt“, an der Rolle des Vermittlers festzuhalten: „Ich glaube, wir können in Zeiten, in denen es weltweit wenige Vermittler und wenige Einflussgrößen gibt, die auf die Konfliktparteien Einfluss haben, gar nicht darauf verzichten, wenn der Papst und der Vatikan hier seine Hilfe anbieten.“

 -„Ich glaube, wir können in Zeiten, in denen es weltweit wenige Vermittler und wenige Einflussgrößen gibt, die auf die Konfliktparteien Einfluss haben, gar nicht darauf verzichten, wenn der Papst und der Vatikan hier seine Hilfe anbieten

Das katholische Kirchenoberhaupt hatte mehrfach die Bereitschaft bekundet, im Ukraine-Krieg und im Nahen Osten als Vermittler bereit zu stehen: „Insofern haben wir über die Folgen dieses Angriffskrieges ausführlich miteinander gesprochen, insbesondere was das Leid der Ukrainerinnen und Ukrainer angeht“, äußerte Steinmeier. 

Zum Krieg in Gaza erinnerte er daran, dass Leo XIV. Israels Staatspräsidenten Isaac Herzog Anfang September im Vatikan empfing: „…und er hat berichtet, dass er auch dem israelischen Präsidenten von seiner Sorge über die Entwicklung der humanitären Situation in Gaza berichtet hat und aufgefordert hat, nach Möglichkeiten zu suchen und sie umzusetzen, die humanitäre Situation entscheidend zu verbessern, es nicht zu Hungersnöten kommen zu lassen.“

Leo XIV. nach Deutschland eingeladen – sinkende Katholikenzahlen

Mit Blick auf Deutschland sagte Steinmeier, er wünsche sich eine aktive und starke Kirche. „Die Kirchen können und müssen eine positive Rolle spielen beim Zusammenhalt unserer Gesellschaft.“ Deshalb habe er dem Papst gesagt, „uns ist die Stimme hier aus Rom auch nach wie vor wichtig“. Er wolle mit Leo XIV. im Gespräch bleiben und habe ihn auch nach Deutschland eingeladen.

                                  (ANSA)

„Das muss nicht nur den Papst und den Vatikan besorgen. Darüber müssen auch wir uns Gedanken machen“

Nicht nur dem Papst machten die sinkenden Mitgliederzahlen der katholischen Kirche große Sorgen. „Das muss nicht nur den Papst und den Vatikan besorgen. Darüber müssen auch wir uns Gedanken machen", so Steinmeier weiter. Ein Grund sei der sexuelle Missbrauch in der katholischen Kirche und seine Folgen. Aber es liege auch an einer zunehmenden Säkularisierung und einer wachsenden religiösen Vielfalt.


Steinmeier besucht UN-Organisationen- Mittelkürzungen bereiten Sorge


Passend zum 80. Geburtstag der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen besucht der deutsche Bundespräsident am 22. September drei UN-Standorte in Rom - FAO, WFP und IFAD.

Vor der Presse zeigte sich Steinmeier am Montag besorgt angesichts des Rückgangs bereitgestellter Mittel für humanitäre Hilfen vieler Länder. Er und Papst Leo XIV. seien sich einig, dass es Zusammenhalt brauche, aber: „Das, was wir erleben, ist eher etwas anderes - dass einzelne Staaten Unterstützung auch kürzen oder ganz zurückziehen. Deshalb ist der Besuch bei den internationalen Organisationen hier in Rom, vor allen Dingen beim Welternährungsprogramm, ein Zeichen dafür, dass diese internationalen Organisationen unsere Unterstützung verdienen.“

Geschenke für den Papst


Steinmeier überreichte Papst Leo bei der Privataudienz als Geschenk einen deutschen Bistumswein und auch ein Faksimile von Bachs wohltemperiertem Klavier. Steinmeier ist Protestant. Seine Frau Elke Büdenbender, die ihn begleitete, ist katholisch. Zuletzt waren Bundespräsident und Gattin bei der Beisetzung von Papst Franziskus Ende April in Rom."

Quelle: Luca Karsai, vaticannews

Montag, 22. September 2025

"Eine tüchtige Frau, wer wird sie finden?"

Mario Galgano berichtet für vaticannews über das heutige  Treffen des Papstes mit Ordensschwestern 

PAPST LEO XIV: "DIE KIRCHE BRAUCHT HEUTE MUTIGE FRAUEN DES GLAUBENS" 

Bei einer Begegnung mit Ordensschwestern im Vatikan hat Papst Leo XIV. die Bedeutung starker Frauen im Dienst der Kirche hervorgehoben. Besonders würdigte er die Unbeschuhten Karmelitinnen des Heiligen Landes für ihr stilles Zeugnis inmitten von Hass und Gewalt.

Am Montagvormittag hat Papst Leo XIV. im Vatikan die Teilnehmerinnen mehrerer Generalkapitel von Frauenorden empfangen, darunter die Schwestern der heiligen Katharina, die Salesianischen Missionarinnen der Unbefleckten Jungfrau Maria, die Schwestern vom heiligen Paulus von Chartres sowie die Unbeschuhten Karmelitinnen des Heiligen Landes.

In seiner Ansprache erinnerte der Papst an den Mut, der den Anfang vieler Ordensgemeinschaften geprägt habe. Mit einem Verweis auf das Buch der Sprichwörter sagte er: „Eine tüchtige Frau, wer wird sie finden? Sie ist weit mehr wert als Perlen.“ Gott habe immer wieder Frauen gefunden, „die nicht gezögert haben, Risiken einzugehen und Schwierigkeiten zu überwinden, um seine Pläne zu umarmen“.

                           Ordensfrauen in Krisenzeiten


Leo XIV. zeichnete ein Bild von Ordensfrauen, die in Krisenzeiten auf Mission gingen, den Ärmsten nahe waren und ihr Leben im Dienst am Nächsten riskierten – bis hin zum Martyrium. „Nur dank der Kraft, die von Gott kommt, war all dies möglich“, betonte er. Der Papst verwies auf die geistlichen Wurzeln des Ordenslebens: Askese, Gebet, Sakramente und die innige Gemeinschaft mit Gott.




Die Audienz im Vatikan   (@VATICAN MEDIA)

„Es ist wichtig, was ihr tut...“

Einen besonderen Gruß richtete der Papst an die anwesenden Karmelitinnen aus dem Heiligen Land: „Es ist wichtig, was ihr tut – mit eurer wachsamen und stillen Präsenz an Orten, die leider von Hass und Gewalt zerrissen sind, mit eurem Zeugnis des vertrauensvollen Sich-Verlassens auf Gott und mit eurem ständigen Gebet für den Frieden.“


Zum Abschluss dankte Leo XIV. den Ordensschwestern für ihr weltweites Wirken: „Danke für das Gute, das ihr in so vielen Ländern und Kontexten tut. Ich segne euch von Herzen und empfehle euch dem Herrn.“


Quelle: M. Galgano, vaticannews 

Fundstück

"Die Tagespost" berichtet über die Herbstvollversammlung der deutschen Bischöfe in Fulda, die heute beginnt. Hier geht´s zum Original:  klicken

Unter dem Titel:

     "DAS BESCHÄFTIGT DIE BISCHÖFE IN FULDA"

beginnt der Bericht so - ZITAT

"Die deutschen katholischen Bischöfe kommen von Montag bis Donnerstag in Fulda zur Herbstvollversammlung zusammen. Im Mittelpunkt steht laut Ankündigung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) eine Studieneinheit zur 6. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung, die im November 2023 in Ulm auf der Synode der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) vorgestellt worden war. Laut DBK fordert diese Untersuchung „mit ihren Ergebnissen zu einer Reflexion auf, wie Kirche in der säkularen Gesellschaft noch präsent sein kann“. Die sich daraus ergebenden „Perspektiven kirchlichen Handelns“ sollen die Bischöfe am Dienstag erörtern" (...)

Quelle: Die Tagespost

Leo XIV, ein Papst, der ruhig abwägt

In seiner heutigen Kolumne für Monday at the Vatican befaßt sich A. Gagliarducci mit dem bisherigenVerlauf des noch jungen Pontifikates Papst Leos XIV und  den drängenden Entscheidungen , die der Pontifex jetzt treffen muß sowie den Aufgaben, die ihm und der Kirche bevorstehen. 
Hier geht´s zum Original:  klicken

         "LEO XIV, EIN SCHRITT NACH DEM ANDEREN"

Das sich abzeichnende Bild von Leo XIV. ist nicht das eines Papstes, der ungestüme Entscheidungen trifft oder große Gesten macht, sondern das eines nachdenklichen Papstes, der jede Entscheidung ruhig abwägt 

Mit der Ernennung von Monsignore Miroslaw Wachowski zum Nuntius im Irak beispielsweise hat Leo XIV. möglicherweise den ersten Schritt zu einem bedeutenden Wandel getan, der sich nicht plötzlich vollziehen wird, sondern sich über Jahre hinziehen wird.

Nach zwölf Jahren Papst Franziskus haben wir uns an Ungestüm und große, oft dramatische Gesten gewöhnt und erwarten oder wünschen uns solche und ähnliche Gesten . Für Journalisten sind sie ein gutes Schlagerthema. Für die Kirche sind sie eher die Ausnahme als die Regel päpstlicher Herrschaft.

Warum ist die Ernennung von Wachowski dann so bedeutsam?

Wachowski war seit 2019 Unterstaatssekretär für die Beziehungen des Vatikans zu den Staaten. Als hoch angesehener „stellvertretender Außenminister“ leitete er in den letzten Jahren die vatikanische Delegation bei Verhandlungen mit China und Vietnam. Seine Beförderung zum Nuntius, insbesondere in einem Schlüsselgebiet wie dem Irak, kommt nicht unerwartet. Wäre Franziskus noch Papst, wäre dies eine erwartete Beförderung gewesen und hätte kein Interesse geweckt.

Wir befinden uns jedoch in der Ära Leos XIV. Wachowski ist der erste wichtige Name im Staatssekretariat, der neu besetzt wird. Und so wird eine ansonsten nicht meldepflichtige Ernennung berichtenswert, schon allein deshalb, weil die Wahl Leos XIV. für einen Nachfolger auch ein klares Signal an das Staatssekretariat senden, eine Richtung vorgeben und eine Regierungslinie festlegen könnte.

Einfach gesagt ist die Ernennung sowohl für den Platz, den sie im Staatssekretariat frei lässt, als auch für die Besetzung der Stelle in der Nuntiatur im Irak von Bedeutung.

Es wird jedoch mindestens einen Monat dauern, bis der Papst einen neuen „stellvertretenden Außenminister“ ernennt. Solange Wachowski im Amt ist, wird die Ernennung nicht stattfinden. Dasselbe gilt für viele andere Ernennungen, über die Leo XIV. nachdenken muss.

Sonntag, 21. September 2025

Wenigstens Sonntags

Auch heute setzt Fr. John Zuhlsdorf bei OnePeterFive seine Katechese über die Bedeutung der Liturgie für die Sonntage im Kirchenjahr fort. Hier geht´s zum Original:  klicken

"COLLIGITE FRAGMENTA - DER FÜNFZEHNTE SONNTAG NACH PFINGSTEN"

Wir kommen nun zum 15. Sonntag nach Pfingsten, der in der alten römischen Zeitrechnung als Quinta post Sancti Laurentii bekannt war , dem fünften Sonntag nach dem von den Römern so geliebten Laurentius. Im alten System gab es an den meisten Sonntagen des Jahres Stationskirchen, nicht nur an den Adventssonntagen oder in der Fastenzeit. Der selige Ildefonso Schuster, Liturgiker des 20. Jahrhunderts und Erzbischof von Mailand, erklärt:

Dies ist die letzte der Stationen, die nach dem Kreuzträger der Basilika an der Via Tiburtina (St. Laurentius vor den Mauern) benannt sind. Der Zyklus der Sonntage nach dem Fest des Heiligen Laurentius wurde in Rom durch jene abgelöst, die sich um das Fest des Heiligen Cyprianus und später um das des Heiligen Michael gruppierten. Diese Feste dienten im Hinblick auf den Sonntagszyklus als Meilensteine, um die Abfolge der verschiedenen Wochen zu markieren, und hatten keine besondere Verbindung zu dem Heiligen, dessen Namen sie trugen.

So teilte die römisch-katholische Kirche ihr Jahr nicht nur in Fastenzeit und Advent ein, sondern auch in die Abfolge der Märtyrer und Erzengel. Diese Namen dienten als Meilensteine ​​in der langen grünen Jahreszeit nach Pfingsten, einer Zeit, die man als das Klassenzimmer der Mutter Kirche betrachten kann. In diesen Wochen lehrt sie ihre Kinder die praktische Weisheit eines christlichen Lebens und sät Samen der Tugend, die in der Ernte der Ewigkeit reifen werden.

Der Brief dieses Sonntags, Galater 5,25–6,10, gibt den Ton an. Er findet sich nicht im modernen Dreijahreslektionar, wird aber im Vetus Ordo jedes Jahr gelesen. Paulus wendet sich an die Galater, die sich über judaisierende Eindringlinge aufregen, die darauf beharrten, dass die Beschneidung und die Werke des mosaischen Gesetzes für Christen weiterhin notwendig seien. Auf diesen Irrtum antwortet Paulus mit einem leidenschaftlichen Appell an die Freiheit in Christus – eine Freiheit nicht des Fleisches, sondern des Geistes.

„Wenn wir im Geist leben, so lasst uns auch im Geist leben. Lasst uns nicht eitel sein, einander nicht herausfordern und einander nicht beneiden“ (Gal 5,25–26).

Der Apostel stellt die christliche Freiheit sofort in den Kontext von Nächstenliebe, Demut und gegenseitiger Korrektur.

„Ihr geistlichen Brüder, wenn ein Mensch von einer Übertretung übereilt wird, so sollt ihr, die ihr geistlich seid, ihm im Geist der Sanftmut wieder zu Hilfe kommen. Gebt Acht auf euch selbst, dass ihr nicht auch in Versuchung geratet. Einer trage des anderen Last, und so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen“ (6,1-2).

Diese Lex Christi ist kein neuer Gesetzeskodex, sondern das lebendige Gesetz der Liebe, das ins Herz geschrieben ist.

Paulus warnt vor Hochmut: „Denn wenn jemand meint, er sei etwas, obwohl er nichts ist, betrügt er sich selbst“ (6,3). Er ermahnt jeden, sein eigenes Werk zu prüfen, dokimázo , also zu untersuchen, ob es echt und würdig ist, und dann seine eigene Last zu tragen (V. 4-5). Der Apostel spricht erneut von Werken der Barmherzigkeit: „Wer im Wort unterwiesen wird, der gebe dem, der ihn lehrt, alle Güter weiter“ (V. 6). Das Verb koinonéo bedeutet Partnerschaft und Gemeinschaft: Der Jünger muss sich um seinen Lehrer kümmern, auch in materiellen Dingen, so wie „der Herr geboten hat, dass die, die das Evangelium verkünden, vom Evangelium leben sollen“ (1 Kor 9,14).

Der Abschnitt gipfelt in landwirtschaftlichen Bildern

„Irrt euch nicht! Gott lässt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten. Denn wer auf sein Fleisch sät, der wird vom Fleisch Verderben ernten; wer aber auf den Geist sät, der wird vom Geist ewiges Leben ernten. Lasst uns aber nicht müde werden, Gutes zu tun; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht nachlassen. So lasst uns nun, solange wir Gelegenheit haben ( kairós ), Gutes tun an allen Menschen, besonders aber an unseren Glaubensgenossen!“ (6,7-10).

Paulus stellt hier zwei Felder dar: das Feld des Fleisches und das Feld des Geistes. Aus dem einen kommt Verderben und Verdammnis, aus dem anderen ewiges Leben. Die Bildsprache betont nicht nur die Folgen, sondern auch die Zeit: Es gibt eine Zeit der Aussaat und eine Zeit der Ernte. Kairos ist nicht nur der günstige Zeitpunkt, sondern auch eine begrenzte Zeit. Unsere Aussaat kann nicht ewig aufgeschoben werden.

Papst Benedikt XVI. reflektierte in Deus caritas est diese Lehre des Paulus. Gegen die ideologische Reduzierung der Nächstenliebe auf politischen Aktivismus schrieb er:

„Wohltätigkeitswerke – Almosengeben – sind für die Reichen im Grunde eine Möglichkeit, sich ihrer Verpflichtung zu entziehen, sich für Gerechtigkeit einzusetzen, und ein Mittel, ihr Gewissen zu beruhigen, während sie gleichzeitig ihren eigenen Status wahren und die Armen ihrer Rechte berauben“ (26).

Doch echte Nächstenliebe, die aus dem Glauben geboren ist, geht über die Ideologie hinaus:

„Sie dürfen sich nicht von Ideologien inspirieren lassen, die auf eine Verbesserung der Welt abzielen, sondern müssen sich vielmehr vom Glauben leiten lassen, der durch die Liebe wirkt (vgl. Gal 5,6). Deshalb müssen sie vor allem Menschen sein, die von der Liebe Christi bewegt werden, Menschen, deren Herzen Christus mit seiner Liebe erobert und in ihnen die Liebe zum Nächsten geweckt hat“ (33).

Zwei Menschen können dieselbe äußere Arbeit verrichten, doch der eine sät im Fleisch, der andere im Geist. Nur Werke, die aus wahrer, aufopfernder Liebe, die in Christus verwurzelt ist, vollbracht werden, werden die Ernte des ewigen Lebens einbringen. Paulus‘ Mahnung hallt durch die Jahrhunderte: „Gott lässt sich nicht spotten.“ Für diejenigen, die Irrtümer lehren, die Ideologie und Sentimentalität statt Gottes Wort säen, sollte dieser Vers eine Mahnung sein. Geistliche und Laien müssen gleichermaßen „das Echte“ geben und empfangen, nicht weltverseuchtes, fleischliches, ideologiedurchsetztes, plattitüden- und sentimentalisiertes Geschwätz.

Vom Brief wenden wir uns dem Evangelium zu, Lukas 7:11-16, der Auferweckung des Sohnes der Witwe von Nain.

„Zu der Zeit kam Jesus in eine Stadt namens Nain und seine Jünger und eine große Volksmenge begleiteten ihn. Als er sich dem Stadttor näherte, siehe, da trug man einen Toten heraus, den einzigen Sohn ( monogenes ) seiner Mutter, die Witwe war. Und eine große Volksmenge aus der Stadt begleitete sie“ (V. 11-12).

Die Szene ist ergreifend. Mit dem Tod ihres einzigen Sohnes wird die Witwe von Nain zu einer der Verletzlichsten der Anawim , der „Niedergeschlagenen“. In dieser Kultur, ohne Ehemann oder Sohn, war sie mit Armut, Ausgrenzung und Verzweiflung konfrontiert. Shakespeares Vers aus Hamlet passt zu ihrer Notlage: „Wenn Sorgen kommen, kommen sie nicht als einzelne Spione, sondern in Bataillonen“ (IV.v).

Der Evangelist verwendet das Wort monogenes , dasselbe Wort, das Johannes für Christus selbst verwendet (Joh 1,14). Der Sohn der Witwe spiegelt somit den Einziggezeugten des Vaters wider.

Kirchenväter sahen in der Witwe eine Gestalt der Mutter Kirche, die um ihre in Sünden gestorbenen Kinder trauerte. Der heilige Ambrosius schrieb

„Obwohl deine Sünde schwer ist und du sie nicht mit Tränen der Reue abwaschen kannst, soll die Mutter Kirche um dich weinen, die wie eine verwitwete Mutter für jeden von uns eintritt, als wären wir ihre einzigen Kinder. Denn sie leidet für uns mit einem offensichtlich geistigen Schmerz, der jedoch ihrer Natur entspricht, wenn sie sieht, dass ihre Kinder durch ihre verhängnisvollen Laster in den Tod getrieben werden“ ( Exp. Lucam 5.92).

Die Antwort des Herrn kommt unmittelbar und zärtlich:

Als der Herr sie sah, hatte er Mitleid mit ihr und sagte zu ihr: Weine nicht! Dann trat er hinzu und berührte die Bahre. Die Träger blieben stehen. Und er sagte: Jüngling, ich sage dir: Steh auf! Da richtete sich der Tote auf und begann zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter zurück“ (V. 13-15).

Alfred Edersheim beschrieb den Moment: „Ein Wort der Macht durchbrach die Schleusen des Hades, und wieder floss die Flut des Lebens heraus.“

Die Parallelen zu Elia und Elisa sind frappierend. In 1. Könige 17 begegnet Elia der Witwe von Zarpat, sagt ihr: „Fürchte dich nicht!“ und erweckt später ihren Sohn. In 2. Könige 4 erweckt Elisa den Sohn der Schunemiterin. Nain liegt in der Nähe des antiken Schunem, und die Verbindung dürfte den Zeugen des Wunders nicht entgangen sein. Doch während Elia und Elisa beteten und sich über das Kind beugten, erweckte Christus die Toten mit einem bloßen Befehl.

Lukas‘ Formulierung „am nächsten Tag“ ( tê hexês ) ist bedeutsam. Christus war in Kapernaum gewesen, wo er den Diener des Zenturios heilte. Am nächsten Tag war er in Nain, 58 Kilometer entfernt, 180 Meter unter und 210 Meter über dem Meeresspiegel – ein steiler Aufstieg, vielleicht teilweise im Dunkeln. Diese beschwerliche Reise deutet auf die Entschlossenheit Christi hin. Er wollte genau in dem Moment dort sein, als der Trauerzug ihn am Tor erwartete. Nichts war zufällig. Er, der alles in seiner Hand hält, öffnete seine Hände für das Kreuz. Schon hier deutet er diesen Aufstieg an. Sein Marsch bergauf nach Nain ist ein Vorzeichen für seinen Marsch bergauf nach Golgatha, wo er für die Hinterbliebenen den Tod seines einzigen Sohnes auf sich nahm.

Das Volk rief: „Ein großer Prophet ist unter uns aufgestanden!“ und „Gott hat sein Volk besucht!“ (V. 16). Die erste Reaktion sah in Christus einen neuen Elia; die zweite erkannte etwas Größeres: dass in ihm Gott selbst gekommen war. Das Wunder bereitete den Boden für die Jünger Johannes des Täufers, die bald darauf mit der Frage konfrontiert wurden: „Bist du der, der kommen soll?“ Christi Antwort war kein einfaches „Ja“, sondern eine Reihe messianischer Zeichen:

„Blinde sehen wieder, Lahme gehen, Aussätzige werden rein, Taube hören, Tote stehen auf, den Armen wird das Evangelium verkündet“ (Lk 7,22).

Indem er Jesaja 35 zitierte, offenbarte er sich nicht nur als Messias, sondern auch als Gott, der die Schöpfung erneuert. „Gesegnet ist, wer keinen Anstoß an mir nimmt“ (V. 23).

Sein Anspruch auf Göttlichkeit, der sich in der Auferweckung der Toten manifestierte, würde zu seiner Passion führen.

Pius Parsch bemerkte, dass dieser Sonntag zumindest auf der Nordhalbkugel eine Wende zur „Erntezeit“ im Kirchenjahr markiert, eine Reflexion über die Parusie. Der auferstandene Sohn der Witwe nimmt die allgemeine Auferstehung vorweg, die Ernte der Gerechten. Paulus’ Bild von Saat und Ernte passt zu diesem Evangelium: Wir müssen im Geist säen, wenn wir hoffen, für das ewige Leben geerntet zu werden.

Die pastorale Anwendung ist klar. Wenn Sie von Trauer, Angst oder Sünde niedergedrückt werden, erinnern Sie sich an die entschlossene Zärtlichkeit des Herrn. Er marschierte den Berg hinauf, um die Witwe von Nain zu trösten; er marschierte den Berg hinauf nach Golgatha, um uns alle zu erlösen. Suchen Sie sein Mitgefühl in den Sakramenten, wo er die geistig Toten auferweckt. Wenn Sie die Erinnerung an eine nicht gebeichtete Sünde in sich tragen, legen Sie sie ihm in Buße vor, und er wird sagen: „Junger Mann, ich sage dir, steh auf!“

Auch sollten wir unsere Berufung, andere zu trösten, nicht vernachlässigen. Wie Paulus sagte: „Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen“ (Gal 6,2). Wir sind vielleicht berufen, Christi Trost für eine moderne Witwe aus Nain zu sein, währemd wir selbst im Dunkeln bergauf kämpfen,  der dennoch sein verwundetes Herz zu den Trauernden bringt.

Paulus warnt, dass wir nicht nur für unsere eigenen Sünden zur Rechenschaft gezogen werden, sondern auch für die Sünder, die wir zur Sünde verleitet haben. An die Irrlehrer eine ernste Warnung: Schweigt, prüft euer Gewissen und bessert eure Wege, damit ihr nicht ewig Verderben erntet. An die gläubigen Laien: Unterstützt diejenigen, die euch das Wort lehren, mit geistiger und materieller Dankbarkeit. „Gott lässt seiner nicht spotten.“

Die Heilige Therese von Lisieux sagte: „Ich werde meinen Himmel damit verbringen, Gutes auf Erden zu tun.“ Lasst uns in unserem kurzen Kairos im Geiste säen und vor allem Gutes für die Familie des Glaubens tun. Eines Tages wird die Ernte kommen, und möge man von uns sagen: „Gott hat sein Volk besucht.“

Am 15. Sonntag nach Pfingsten ermahnt uns der Brief, im Geist zu leben, einander zu helfen und Werke der Nächstenliebe zu säen, die ewiges Leben schenken. Das Evangelium zeigt Christi Mitgefühl, als er den Sohn der Witwe in Nain auferweckte und seine Göttlichkeit durch die Erfüllung von Jesajas Prophezeiung offenbarte. Sein steiler Weg weist auf seinen Aufstieg nach Golgatha hin. Unsere Zeit ist kurz ( Kairos ): Lasst uns im Geist säen, andere trösten, damit wir eines Tages die Ernte des ewigen Lebens in Christus einfahren können."

Quelle: Fr. J. Hunwicke. OnePeterFive

Angelus

 mit dem Hl. Vater auf dem Peters-Platz

            

Hl. Messe in Santa Anna in Vaticano

Papst Leo XIV feiert die Hl. Messe in der von den Augustinern betreuten Kirche Santa Anna am Eingang des Vaticans. 

            

Samstag, 20. September 2025

Ansprache des Hl Vaters an die Teilnehmer der Heilig-Jahr-Feier der Justiz

 Vaticannews veröffentlicht den Wortlaut der Ansprache des Hl. Vaters an die Teilnehmer der Heilig-Jahr-Wallfahrt der Justizmitarbeiter heute auf dem Petersplatz. Hier geht´s zum Original:  klicken

"WORTLAUT DER ANSPRACHE VON PAPST LEO ZUM THEMA JUSTIZ"

Hier finden Sie die Ansprache, die Papst Leo XIV. an diesem Samstag an die Teilnehmenden der Heilig-Jahr-Feiern der Justiz auf dem Petersplatz gehalten hat, in einer Arbeitsübersetzung von Radio Vatikan.

"Liebe Brüder und Schwestern,

Ich freue mich, euch anlässlich der Jubiläumsfeier willkommen zu heißen, die all jenen gewidmet ist, die in vielfältiger Weise im weiten Feld der Gerechtigkeit tätig sind. Ich grüße die anwesenden Vertreterinnen und Vertreter zahlreicher Behörden, die aus vielen Ländern angereist sind, um verschiedene Gerichte zu repräsentieren, und euch alle, die ihr täglich einen unentbehrlichen Dienst für ein geordnetes Miteinander von Menschen, Gemeinschaften und Staaten leistet. (...) Das Heilige Jahr macht uns alle zu Pilgern, die im Wiederentdecken der Zeichen einer Hoffnung, die nicht enttäuscht, das nötige Vertrauen wiederfinden wollen, „in der Kirche wie in der Gesellschaft, in den zwischenmenschlichen Beziehungen, in den internationalen Beziehungen, in der Förderung der Würde eines jeden Menschen und in der Achtung der Schöpfung“ (Jubiläumsbulle, 25).

                  „Gerechtigkeit ist eine Kardinaltugend“

Was für eine bessere Gelegenheit gäbe es, um näher über die Gerechtigkeit und ihre Aufgabe nachzudenken – über jene Gerechtigkeit, von der wir wissen, dass sie sowohl für die geordnete Entwicklung der Gesellschaft unerlässlich ist als auch als Kardinaltugend, die das Gewissen eines jeden Mannes und einer jeden Frau inspiriert und lenkt. Die Gerechtigkeit ist nämlich berufen, eine übergeordnete Rolle im menschlichen Zusammenleben zu spielen, die sich nicht auf die bloße Anwendung des Gesetzes oder die Tätigkeit der Richter reduzieren lässt und sich auch nicht auf verfahrensrechtliche Aspekte beschränken darf.

„Du liebst das Recht und hasst das Unrecht“ (Ps 45,8) – so erinnert uns der biblische Ausdruck und fordert jeden von uns auf, Gutes zu tun und Böses zu vermeiden. Oder auch: Wie viel Weisheit liegt in dem Sprichwort: „Jedem das Seine!“ Und doch reicht all das nicht aus, um das tiefe Verlangen nach Gerechtigkeit zu stillen, das in jedem von uns lebt – jenes Streben nach Gerechtigkeit, das das zentrale Instrument für den Aufbau des Gemeinwohls in jeder menschlichen Gesellschaft ist. In der Gerechtigkeit verbinden sich nämlich die Würde des Menschen, seine Beziehung zu anderen und die Dimension der Gemeinschaft, die aus Zusammenleben, gemeinsamen Strukturen und Regeln besteht. Eine Zirkularität der sozialen Beziehung, die den Wert jedes Menschen in den Mittelpunkt stellt und durch Gerechtigkeit angesichts der verschiedenen Formen von Konflikten, die im individuellen Handeln entstehen können, oder angesichts des Verlusts des gesunden Menschenverstands, der auch Apparate und Strukturen betreffen kann, bewahrt werden muss

                      „Eine Ordnung zum Schutz der Schwachen“

Die Tradition lehrt uns, dass Gerechtigkeit in erster Linie eine Tugend ist, d. h. eine feste und beständige Haltung, die unser Verhalten nach Vernunft und Glauben ordnet.

1. Die Tugend der Gerechtigkeit besteht insbesondere in dem „beharrlichen und festen Willen, Gott und dem Nächsten das zu geben, was ihnen zusteht“.

2. Aus dieser Perspektive verpflichtet die Gerechtigkeit den Gläubigen dazu, „die Rechte jedes Einzelnen zu achten und in den menschlichen Beziehungen eine Harmonie herzustellen, die die Gleichheit gegenüber den Menschen und das Gemeinwohl fördert“ –

3. ein Ziel, das eine Ordnung zum Schutz des Schwachen garantiert, desjenigen, der Gerechtigkeit fordert, weil er Opfer von Unterdrückung, Ausgrenzung oder Ignoranz ist.'

Es gibt viele Episoden im Evangelium, in denen menschliches Handeln von einer Gerechtigkeit bewertet wird, die das Übel der Willkür besiegen kann, wie die Hartnäckigkeit der Witwe zeigt, die den Richter dazu bringt, wieder zu einem Sinn für Gerechtigkeit zu finden (vgl. Lk 18,1-8). Aber auch eine höhere Gerechtigkeit, die den Arbeiter der letzten Stunde genauso bezahlt wie den, der den ganzen Tag arbeitet (vgl. Mt 20,1-16); oder die, die die Barmherzigkeit zum Schlüssel für die Interpretation der Beziehung macht und dazu veranlasst, zu vergeben, indem man den verlorenen und wiedergefundenen Sohn aufnimmt (vgl. Lk 15,11-32), oder sogar mehr als siebenmal zu vergeben, sondern siebzigmal siebenmal (vgl. Mt 18,21-35). Es ist die Kraft der Vergebung, die dem Gebot der Liebe eigen ist, die als konstituierendes Element einer Gerechtigkeit hervortritt, die das Übernatürliche mit dem Menschlichen zu verbinden vermag.

Jubiläums-Audienz für die Mitarbeiter der Justiz

 

            

Papst Leo XIV über die heilige Größe des Mysteriums

Gaetano Masciullo kommentiert bei OnePeterFive den Appell, den Papst Leo XIV während einer Audienz an die französischen Ministranten gerichtet hat. Hier geht´s zum Original:  klicken

"LEO XIV: "MINISTRANTEN, ACHTET AUF DEN RUF GOTTES". WARUM ALSO WEIBLICHE ALTARDIENER?"

Vor einigen Wochen, am 25. August, empfing Papst Leo XIV. in der Sala Clementina eine Delegation französischer Messdiener und hielt eine äußerst eindringliche und gegenkulturelle Ansprache, die im Gegensatz zu den vorherrschenden kirchlichen Trends stand.

Im Mittelpunkt seiner Rede stand die Bekräftigung der Einzigartigkeit Christi und seiner Notwendigkeit für die Erlösung. „Wer wird uns zu Hilfe kommen? Wer wird Mitleid mit uns haben? Wer wird kommen, um uns zu retten? Nicht nur von unserem Leiden, von unseren Grenzen und unseren Fehlern, sondern sogar vom Tod selbst?“ Die Antwort, so erinnerte der Heilige Vater, schalle seit zweitausend Jahren wider: „Nur Jesus kommt, um uns zu retten, niemand sonst: weil nur er die Macht dazu hat – er ist der allmächtige Gott in Person – und weil er uns liebt.“

Der Beweis dieser göttlichen Liebe manifestiert sich im Kreuz und erneuert sich täglich auf dem Altar, in der Eucharistie. „In den Händen des Priesters und mit seinen Worten ‚Das ist mein Leib, das ist mein Blut‘ gibt Jesus erneut sein Leben auf dem Altar hin, vergießt erneut sein Blut für uns. Liebe Messdiener, die Feier der Messe rettet uns heute! Sie rettet heute die Welt! “

Aus diesem Grund betonte der Papst die Ernsthaftigkeit und Heiligkeit der Liturgie. Er erklärte, dass die Heilige Messe nicht irgendein Ritual sei, sondern ein „ernster, feierlicher“ Moment, „durchdrungen von Ernsthaftigkeit“, der von jedem eine Haltung verlange, die von der Würde des Dienstes, der liturgischen Schönheit, der Ordnung und der Majestät der Gesten geprägt sei, um die Gläubigen „zur heiligen Größe des Mysteriums“ zu führen.

Der Altardienst, so betonte Papst Leo XIV., beschränke sich nicht auf die gebührende Anbetung Gottes. Er öffne das Herz auch für die Möglichkeit einer höheren Berufung – der des Priestertums. Offen zum Gewissen junger Menschen sprechend, sagte er: „Der Priestermangel in Frankreich, in der ganzen Welt, ist ein großes Unglück! Ein Unglück für die Kirche! “ Doch unmittelbar danach folgte eine hoffnungsvolle Einladung: „Mögt ihr nach und nach, Sonntag für Sonntag, die Schönheit, das Glück und die Notwendigkeit einer solchen Berufung entdecken. Was für ein wunderbares Leben ist das eines Priesters, der im Mittelpunkt eines jeden Tages Jesus auf so außergewöhnliche Weise begegnet und ihn der Welt schenkt!“

Tatsächlich ist der liturgische Dienst der Messdiener seit Jahrhunderten eine kleine, aber wichtige Quelle für Berufungen: Neben dem Priester zu stehen, die Gesten zu erlernen, die Gebete zu hören und das eucharistische Mysterium hautnah zu erleben, hat in vielen jungen Herzen den Wunsch geweckt, ihr Leben Gott als Priester anzubieten. Wie viele Berufungen sind am Altar während der Eucharistiefeier entstanden und nicht während geistlicher Exerzitien oder Predigten von fragwürdiger Glaubwürdigkeit und Orthodoxie?

Fundstück

Guido Horst spricht in "Die Tagespost" Klartext über Papst Leos Umgang mit den Problemen der deutschen Kirche und ihren Bischöfen. Hier geht´s zum Original:  klicken

Unter dem schönen Titel

                   LEO IST IN, BÄTZING IS OUT

beginnt der Beitrag so - ZITAT

"Der Papst hat den Finger in eine der Wunden der Kirche in Deutschland gelegt. Der Konferenzvorsitzende täte gut daran, sich selbst einmal in Frage zu stellen.

Papst Leo ist bestens informiert und weiß ganz genau, wen er da vor sich hat. Am 4. September konnte er Bischof Georg Bätzing in Augenschein nehmen, am 8. September stand Bischof Stefan Oster vor seiner Tür. Drei Mal darf man raten, mit wem er sich besser verstanden hat. Die überaus knappe Erklärung, die Bätzing nach dem Treffen zu Protokoll gab, ließ schon ahnen, dass der Funke zwischen Papst und Konferenzvorsitzendem nicht übergesprungen ist." (...)

Quelle: G. Horst, Die Tagespsot                                                                   

Freitag, 19. September 2025

Zurück zum Zentrum unseres Lebens: zu Gott

Papst Leo XIV hat - wie vaticannews berichtet- heute die Teilnehmer der Jubiläums-Wallfahrt der Lateinamerikanischen Bischofskonferenz Celam in Audeinz empfangen. 

Hier geht´s zum Original:  klicken

"LEO XIV: ZURÜCK ZU DEN WURZELN" 

Zurück zu den Wurzeln unseres Christseins: Dazu hat Papst Leo XIV. an diesem Freitag eingeladen.

„Heiliges Jahr“ bedeute im Alten Testament eine Rückkehr, sagte er zu Teilnehmern einer Jubiläums-Wallfahrt des lateinamerikanischen Bischofsrates Celam im Vatikan. „Zurück zur Erde, zurück zum ursprünglichen Status freier Menschen, zurück zu göttlicher Gerechtigkeit und Barmherzigkeit.“ Diese Aufforderung zur Rückkehr bedeute ins Heute übersetzt: Zurück zum Zentrum unseres Lebens, zu Gott. Und zurück zu den Wurzeln. 

Der Papst zählte auf, was er mit diesen Wurzeln im Einzelnen meinte: „Zurück zum Glauben, den wir von unseren Eltern empfangen haben, zum inständigen Gebet unserer Großmütter, die ständig den Rosenkranz rezitierten, zurück zu ihrem einfachen, demütigen und ehrlichen Leben, das dem Sauerteig gleich so viele Familien und Gemeinschaften gefördert hat. Durch sie haben wir gelernt, dass Jesus der Weg, die Wahrheit und das Leben ist.“ 

Auch mal selbst etwas riskieren 


Leo bezeichnete das Heilige Jahr, das an Heiligabend 2024 von seinem Vorgänger Franziskus eröffnet wurde und das noch bis zum 6. Januar des nächsten Jahres reicht, als einen Weg zur Begegnung mit Gott. Jesus habe seine Jünger nach seiner Auferstehung aufgefordert, nach Galiläa zurückzukehren. 

„Wir dürfen nicht der Gefahr erliegen, unser Leben auf menschliche Sicherheiten und weltliche Erwartungen zu gründen. Im sozialen Bereich können wir diese Versuchung mit dem Begriff ‚vor sich hin leben‘ (vivacchiare) fassen, den der heilige Pier Giorgio Frassati geprägt hat…“

Die Freude des Unaussprechlichen 


Vom sozialen Bereich schwenkte der Papst zum Bereich von Ehe und Familie über. „Uns ist klar, dass es heutzutage wirkliche Bedrohungen für die Würde der Familie gibt; damit meine ich die Probleme in Bezug auf die Armut, den Mangel an Arbeit und an Zugang zu Gesundheitssystemen, den Missbrauch der Schutzbedürftigsten, die Migration, die Kriege. Die öffentlichen Einrichtungen und die Kirche haben die Verantwortung, Wege zu finden, um den Dialog zu fördern und Elemente in der Gesellschaft zu stärken, die das Leben in der Familie und die Ausbildung der einzelnen Familienmitglieder fördern.“ 

Der letzte Teil der Papstrede erinnerte dann stark an den Stil des verstorbenen Papstes Franziskus.

„Liebe Brüder und Schwestern, der Schluss dieser Betrachtung muss ein Aufruf zu jener überfließenden Freude sein, die die Jünger erfüllte, als sie dem auferstandenen Jesus begegneten, und die sie dazu brachte, seinen Namen in der ganzen Welt zu verkünden. Der heilige Augustinus bezeichnete dieses Jubeln als eine Freude, die sich nicht in Worte fassen lässt und die vor allem dem Unaussprechlichen eigen ist (vgl. Kommentar zu Psalm 94,3). Mögen unsere Familien dieses stille Lied der Hoffnung sein, fähig, mit ihrem Leben das Licht Christi zu verbreiten, damit die Freude des Evangeliums bis an die Grenzen der Erde gelangt und kein Randgebiet von seinem Licht ausgeschlossen bleibt“. Diese letzten Worte Leos waren ein direktes Zitat aus der Programmschrift Evangelii gaudium seines Vorgängers Franziskus aus dem Jahr 2013."

Quelle: vaticannews