In seiner heutigen Kolumne in Monday in the Vatican kommentiert A.Gagliarducci den derzeitigen Stand der päpstlichen Reformen, den bisherigen modus operandi und das mögliche weitere Vorgehen des Pontifex, nebst die dazugehörigen Gerüchte.
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"PAPST FRANZISKUS, ES IST DIE ZEIT DER REFORMEN"
In der Pressemitteilung nach dem letzten Treffen des Kardinalsrates, das am 13. 14. und 15. Dezember im Vatican stattfand, gab es ein interessantes Detail. Zum ersten mal erwähnt der Text der Mitteilung sich nicht auf Praedicate Evangelium, den Text der Kurienreform, der seit Einrichtung des Rates Hauptthema der Diskussionen war.
Ein Signal? Vielleicht. Tatsächlich gab es in den letzten Monaten Gerüchte, daß die Kurienreform Mitte Dezember beendet sein werde. So scheint es ein klares Signal zu sein, daß der Papst die Gruppe der Kardinäle trifft, die ihm (theoretisch) beim Regieren der universalen Kirche helfen sollten und spricht mit ihnen über "die politische und -Gesundheitslage", die Pandemie und den Synodalen Weg und den externen Bericht von Kardinal Mario Grech.
Wann könnte der Text der Kurienreform veröffentlicht werden? Die Ankündigung könnte genau am 23. Dezember bei der kanonischen Grußrede von Papst Franziskus an die Kurie stattfinden. Alles weist auf dieses Datum hin, allerdings ohne Garantie.
Nach der Ankündigung der Reform könnte Papst Franziskus für die Ankündigung der neuen Präfekten sorgen und dann das seit November erwartete Konsistorium einberufen, das frühestens für den 2. Januar, den Tag nach dem Weltfriedenstag angekündigt werden könnte.
Wie wird die Kurienreform aussehen? Viele Inhalte der Reform sind bereits durch die Beschlüsse von Papst Franziskus vorweg genommen worden: einige Dicasterien wurden bereits zusammengelegt, andere sollen es werden, während der Papst schon in vielen Fällen die Norm anwendet, daß Personen nicht länger als zehn Jahre in hohen Vatican-Ämtern verbleiben können, bevor sie in die Diözese zurückkehren. Wenn der Papst anfangen will, Dinge zu ändern, benutzt er in allgemeinen die Methode der Kommissionierung und Kommissare,
Am Anfang gab es Kommissionen für die wirtschaftlichen und administrativen Aktivitäten des Hl. Stuhls (COSEA) und für das IORE (CRIO) mit dem Ziel eine Reform der Vatican-Finanzen zu beginnen.
Diese Reform der Vatican-Finanzen ging nach dem Prinzip Versuch und Irrtum vor sich und schuf darüber hinaus bis heute ein Klima der Spaltung. Papst Franziskus unterstützte Entscheidungen, wich dann zurück, nahm alte Regelungen wieder auf- in einem fortwährenden zurück und vorwärts, was ein Klima der Unsicherheit schuf. Diejenigen, die jetzt die Zügel der Vatican-Finanzen in den Händen halten, handeln während eines fortlaufenden Prozesses im Vatican eher außerhalb der Reformen als Säuberungen vorzunehmen, was zu neuen Fragen führt.